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William Pollmann:

Vegetationsökologie und Dynamik temperierter Nothofagus alpina-Wälder im südlichen Südamerika (Chile, Argentinien)

[Vegetation Ecology and Regeneration Dynamics of Temperate Nothofagus alpina Forests in Southern South America (Chile, Argentina) ]

2001. IX, 278 Seiten, 48 Abbildungen, 29 Tabellen, 14x22cm, 520 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 348)

ISBN 978-3-443-64260-0, brosch., price: 62.00 €

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Keywords

Nothofagus alpinaChileArgentinienVegetationsökologieWalddynamik

Contents

Kurzfassung top ↑

Die Vegetationsökologie und die Dynamik temperierter Nothofagus alpina (Poepp. et Endl.) Oerst. Wälder im südlichen Südamerika sind bisher weitgehend unbekannt. Als großblättrige sommergrüne Art dominiert Nothofagus alpina in montanen Regenwäldern der Anden- und Küstenkordillere (35°-41°15´ S; 71°30´- 73°30´ W) und findet sich in Kombination mit laurophyllen Arten des valdivianischen Regenwaldes, sklerophyllen Arten der Hartlaubwälder und in Koexistenz mit der kleinblättrigen immergrünen Art Nothofagus dombeyi sowie hochmontan mit der kleinblättrigen sommergrünen Art Nothofagus pumilio. Im Rahmen der vorliegenden Monographie werden Ergebnisse vegetationsökologisch- dynamischer Untersuchungen in den von Nothofagus alpina dominierten Mischwäldern aus dem Gesamtareal der Art im südlichen Chile und angrenzenden Argentinien vorgelegt. Auf der Basis von 300 neuen Vegetationsaufnahmen wird für die Wälder eine pflanzensoziologische Gliederung erarbeitet. Begleitende bodenkundlich-mikroklimatische Untersuchungen dienen einer vegetationsökologischen Standortcharakterisierung. Aus der Erfassung der Bestandes- und Altersstrukturen sowie der Wachstumsdynamik in 12 Strukturplots können die Bestandesgeschichte, Regeneration und Walddynamik der Nothofagus alpina-Wälder hergeleitet werden. In einer Gegenüberstellung von unbeeinflussten Beständen und natürlich/anthropogen gestörten Wäldern werden die Auswirkungen der Beeinflussung auf die Walddynamik herausgearbeitet.

Abstract top ↑

Little is known about the vegetation ecology and the regeneration dynamics of temperate Nothofagus alpina (Poepp. et Endl.) Oerst. forests in southern South America. Nothofagus alpina is a broad-leaved deciduous tree species that dominates the montane rainfall forests of the Andean and Costal Range (35°- 41°15´ S; 71°30´-73°30´ W). Nothofagus alpina can be found in combination with laurophyllous tree species of the Valdivian rain forest, sclerophyllous tree species of the Mediterranean-type forests, in coexistence with small-leaved evergreen Nothofagus dombeyi, and on upper montane elevations with the small- leaved deciduous Nothofagus pumilio. Results of investigations on the vegetation ecology and dynamics of mixed forests dominated by Nothofagus alpina in southern Chile and adjacent Argentina, are presented and classified according to 300 new relevés. In addition, an ecological characterization of the forest sites is presented based on soils and microclimate, the stand structure and growth dynamics of twelve structure plots are investigated by analysing the stand and regeneration history and comparisons are made between undisturbed and natural/anthropogenic influenced forests.

Bespr.: Tuexenia 23, 2003 top ↑

Grundlegende vegetationskundliche Arbeiten über Südamerika aus deutscher Feder haben schon eine lange Tradition. Hierzu kann man auch die vorliegende Dissertation über die sommergrünen Südbuchenwälder zählen, die mit dem bestimmenden Baum Nothofagus alpina im südlichen Chile und angrenzenden Teilen Argentiniens große Bereiche einnehmen bzw. eingenommen haben (große Anteile sind heute durch Forst- und Landwirtschaft zerstört). Seit der Erstbeschreibung 1960 durch OBERDORFER gibt es von diesen Wäldern zwar weitere Aufnahmen und Tabellen, aber kaum genauere Angaben zur Ökologie und Dynamik. Diese Lücke will die vorliegende Arbeit füllen helfen. Zunächst wird auf der Grundlage von 221 eigenen und Literaturaufnahmen eine großräumige syntaxonomische Übersicht erarbeitet, die auch andere Teile der Klasse Wintero-Nothofagetea umfasst. Für die Nothofagus alpina-Wälder ergeben sich 3 Assoziationen, die durch ausführliche Vegetationstabellen belegt sind. Alle drei Typen werden genauer beschrieben, neben Struktur und Artenzusammensetzung, Gliederung und Lebensformspektren auch mit mikroklimatischen und bodenökologischen Messdaten. Syntaxonomie und Ökologie sind stark mitteleuropäisch beeinflusst, was den Vergleich mit unseren Wäldern erleichtert. So stellen im Gegensatz zu den Rotbuchenwäldern Mitteleuropas für die Wälder der Südbuchen bodenökologische Faktoren offenbar kaum den kausalen Hintergrund für die Gliederung dar, sondern vor allem klimatische Unterschiede. Deshalb werden die physiologischen und ökologischen Wuchsbereiche der wichtigsten Bäume in Feuche/Temperatur-Ökogrammen dargestellt, ähnlich auch die Wuchbereiche der Waldgesellschaften.

Die langzeitige Dynamik der Wälder wurde auf 12 Flächen nach Altersstrukturen der Bäume rekonstruiert, vor allem auf der Basis eigener dendrologischer Untersuchungen, mit Jahrringchronologien zurück bis 1360, was auch das hohe Alter mancher Bäume zeigt. Aus der Altersstruktur ergeben sich zwei Regenerationstypen für rein sommergrüne und teilweise laurophylle Wälder, die näher diskutiert werden. Abschließend wird auf Schutz und naturnahe Waldnutzung eingegangen. Insgesamt ergibt sich eine umfassende vegetationsökologische Monografie (62 EUR) mit vielen Teilaspekten, ein wichtiger Beitrag zur Kenntnis dieser Wälder.

H.Dierschke

Tuexenia 23, 2003

Inhaltsverzeichnis top ↑


1 Einleitung 1
1.1 Grundlagen 1
1.2 Forschungsstand 2
1.3 Zielsetzung 6
2 Untersuchungsgebiet 7
2.1 Lage, Abgrenzung und geomorphologische Gliederung 7
2.2 Geologie 7
2.3 Böden 10
2.4 Klima 11
2.4.1 Winde 12
2.4.2 Temperaturen 12
2.4.3 Niederschläge 13
2.4.4 Klimageschichte 15
2.5 Florengeographie - Heutige Verbreitung wichtiger Baumarten 17
2.6 Natürliche Vegetation 19
2.7 Anthropogene Einflüsse 21
2.7.1 Rodungsgeschichte 21
2.7.2 Forstwirtschaft 24
3 Material und Methoden 31
3.1 Vegetationskundliche Methoden 31
3.1.1 Nomenklatur 31
3.1.2 Vegetationsaufnahmen - Pflanzensoziologische Gliederung 31
3.1.3 Lebensformenspektren 33
3.2 Bodenkundliche Methoden 35
3.2.1 Bodenphysikalische und -chemische Untersuchungen 35
3.2.2 Bodentemperaturen 35
3.3 Methoden zur Erfassung der Regeneration und Walddynamik 36
3.3.1 Struktur und Bestandesdynamik 37
3.3.2 Wachstumsdynamik 37
3.3.3 Dendroökologische Methoden 37
3.3.3.1 Probenahme und -aufbereitung 37
3.3.3.2 Jahrringbreitenmessung und Altersbestimmung 38
3.3.3.3 Dendroökologische Analysen 38
3.3.3.4 Dendroökologische Datenauswertung 39
4 Ergebnisse 41
4.1 Vegetation und Standort der Nothofagus alpina-Wälder - Übersicht 41
4.2 Ökologie der Waldgesellschaften 45
4.2.1 Nothofagus alpina-Wälder der tieferen Lagen 45
4.2.1.1 Bestandesstruktur 45
4.2.1.2 Floristische Komposition - Kenn-/Trennarten 47
4.2.1.3 Synökologische Charakterisierung 50
4.2.1.4 Verbreitung 53
4.2.1.5 Benachbarte Waldgesellschaften - Syntaxonomie 57
4.2.1.6 Syndynamische Entwicklungsphasen 57
4.2.2 Nothofagus alpina-Wälder der mittleren Lagen 58
4.2.2.1 Bestandesstruktur 58
4.2.2.2 Floristische Komposition - Kenn-/Trennarten 58
4.2.2.3 Synökologische Charakterisierung 61
4.2.2.4 Verbreitung 64
4.2.2.5 Benachbarte Waldgesellschaften - Syntaxonomie 67
4.2.2.6 Syndynamische Entwicklungsphasen 67
4.2.3 Nothofagus alpina-Wälder der höheren Lagen 68
4.2.3.1 Bestandesstruktur 68
4.2.3.2 Floristische Komposition - Kenn-/Trennarten 72
4.2.3.3 Synökologische Charakterisierung 73
4.2.3.4 Verbreitung 77
4.2.3.5 Benachbarte Waldgesellschaften - Syntaxonomie 79
4.2.3.6 Syndynamische Entwicklungsphasen 80
4.2.4 Klassifikation und Ordination der Nothofagus alpina-Wälder 81
4.2.4.1 Syntaxonomische Stellung der Gesellschaften 81
4.2.4.2 Dasyphyllo-Nothofagetum alpinae 81
4.2.4.3 Nothofagetum procerae 82
4.2.4.4 Nothofagetum dombeyi-alpinae 82
4.2.4.5 Ordnung nordpatagonischer Nothofagus-Wälder 83
4.2.4.6 Ordination der Wintero-Nothofagetea 83
4.2.5 Vergleich der Nothofagus-Arten und Gesellschaften 85
4.2.5.1 Standörtliche Aspekte 85
4.2.5.2 Konkurrenz in Nothofagus-Wäldern 89
4.3 Entwicklungsdynamik der Nothofagus alpina-Wälder 94
4.3.1 Struktur und Bestandesdynamik 94
4.3.1.1 Stammdichten - Grundflächen 94
4.3.1.2 Kronenklassen 100
4.3.1.3 Altersstrukturen - Besiedlungsdynamik 101
4.3.2 Wachstumsdynamik 107
4.3.2.1 Wachstumsdynamik im N. alpina-Urwald bei Neltume 110
4.3.2.2 Einfluss natürlicher/anthropogener Störungen 112
4.3.2.3 Einfluss der Bewirtschaftung 115
4.3.2.4 Nothofagus-Arten im Unterstand 117
4.3.3 Lokale/Regionale Nothofagus alpina Jahrring-Chronologien 119
4.3.4 Synthese der Regeneration und Dynamik 125
5 Diskussion 129
5.1 Floristisch-soziologische Gliederung - Syntaxonomische Position 129
5.2 Synsystematik der Lorbeerwälder Wintero-Nothofagetea 131
5.3 Standorte des Nothofagus alpina-Waldes 134
5.3.1 Böden und Assoziationen 134
5.3.2 Bodentemperaturen und Mikroklima/Klima 136
5.4 Strukturtypen des N. alpina-Waldes - Konvergenz-Vergleich 137
5.5 Regeneration und Dynamik 141
5.5.1 Bestandesdynamik und Regenerationsmuster 141
5.5.2 Entwicklungsdynamik der Wälder und Koexistenz der Arten 143
5.5.2.1 Laurophyller Strukturtyp 143
5.5.2.2 Sommergrüner Strukturtyp 146
5.5.3 Regenerationsmodell des Nothofagus alpina-Waldes 149
5.6 Konkurrenz und Koexistenz im N. alpina-Wald - eine Synthese 152
6 Schutz und naturnahe, nachhaltige Nutzung 159
7 Ausblick 163
8 Zusammenfassung - Summary - Resumen 165
9 Literatur 173
10 Anhang 211