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Kathrin Sbrzesny:

Die Pflanzengesellschaften der Weg- und der Straßenränder in der Region Hannover und die Beziehungen dieser Gesellschaften zu Gestein und Boden

[Road- and trailside plant communities in the Hannover region (Germany) and their interactions with their rock and soil substrate]

2002. 152 Seiten, 74 Abbildungen, 97 Tabellen, 1 Karte, 35 S. Anhang, 14x22cm, 480 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 355)

ISBN 978-3-443-64267-9, brosch., price: 92.00 €

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Keywords

PflanzengesellschaftHannoverStraßenrand

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Die Region Hannover hat Anteil an drei naturräumlichen Einheiten: Das Weser-Aller—Flachland ist als Teil der Geestlandschaft geprägt durch mächtige eiszeitliche und nacheiszeitliche Sandablagerungen. Die Niedersächsischen Börden werden durch eine z.T. mächtige Lößdecke gekennzeichnet. Das Weser-Leine-Bergland ist als typisches Schichtstufenland reich strukturiert. Die Bergkomplexe bilden Wealdensandstein und Korallenoolith. In weicheren Gesteine, z.B. im Münder Mergel, wurden Becken und Talmulden eingeschnitten, die oft mit Löß oder Geschiebemergel ausgefüllt sind. Diese geologisch vielfältige Region ist die Grundlage der Untersuchungen zur Vegetation der Weg— und der Straßenränder und ihrer Beziehung zu Gestein und Boden.
Auf der Basis von 551 Vegetationsaufnahmen wurden fünf Grundgesell— schaften unterschieden:
- die Agrostis capillaris-Grundgesellschaft (Einheit A)
- die Medicago lupulina-Grundgesellschaft (Einheit B)
- die trennartenfreie Grundgesellschaft (Einheit C)
— die Chaerophyllum bulbosum—Grundgesellschaft (Einheit D)
- die Lolium perenne—Grundgesellschaft (Einheit E)
Die Grundgesellschaften wurden jeweils weiter untergliedert, wobei sich insgesamt 76 Vegetationseinheiten ergaben.

Synopsis top ↑

The vegetation on the way- and roadsides in the area of Hannover was a priori registered purely locally. There were five “fundamental communities”: 1. the fundamental community of Agrostis capillaris (unit A), 2. the fundamental community of Medicago lupulina (unit B), 3. the fundamental community free of differential species (unit C), 4. the fundamental community of Chaerophyllum bulbosum (unit D) and 5. the fundamental community of Lolium perenne (unit E). These fundamental communities were further subdivided, so that altogether 76 vegetation units were represented.

Bespr.: Tuexenia 23, 2003 top ↑

In zunehmend an Struktur und Flora verarmten Kulturlandschaften kommt der Vegetation an Verkehrswegen eine größere Bedeutung als Refugium vieler Pflanzenarten zu. Hierzu gibt es inzwischen viele Untersuchungen und Publikationen, in die sich die vorliegende Arbeit einreiht. Das Untersuchungsgebiet umfasst mit dem Übergang vom altdiluvialen Tiefland über die Lössbörden bis zu den ersten Mittelgebirgszügen ein weites Standortspektrum. Eine farbige Karte der Bodengesellschaften gibt hierzu einen Überblick. Bearbeitet wurden die Ränder von Feldwegen und wenig befahrenen Nebenstraßen (etwa 6400 km), wo noch am ehesten ein Bezug zu den natürlichen Grundlagen zu erwarten ist. - Bei den oft eher fragmentarischen oder durch Störungen stark beeinflussten Vegetationsaufnahmen solcher Wuchsorte gibt es meist Probleme der Zuordnung zu bekannten Pflanzengesellschaften. Hier sind die lokal ermittelten Vegetationstypen als 5 "Grundgesellschaften" mit Untereinheiten nach Trennartengruppen zusammengefasst und deduktiv eingeordnet. Resultat sind mehrere große Übersichtstabellen im Anhang. Es gibt die Agrostis capillaris-, die Medicago lupulina-, die Lolium perenne-, die Chaerophyllum bulbosum- und die Trennartenfreie GG., was schon den inhaltlichen Rahmen andeutet. Nach dem "Klassencharakter-Verteilungsindex" wird gezeigt, welche syntaxonomische Streuung eine Gesellschaft enthält. - 15 Teilbereiche wurden genauer kartiert, mit Gestein/Boden in Beziehung gesetzt und über Zeigerwerte ökologisch eingestuft. Hinzu kommen eigene Untersuchungen zur Stickstoff-Nettomineralisation und zum pH-Wert im Boden von 42 Flächen. Die vielfältigen Beziehungen sind eingehend mit Text und Diagrammen dargestellt, was einen gewissen Unterschied zu vielen anderen Arbeiten darstellt.

Wohl erstmals in dieser Schriftenreihe werden zahlreiche Grafiken farbig abgebildet, was die Übersicht erfreulich erhöht. Die Beilagen sind zudem ungewöhnlich umfangreich. Beides verteuert die Druckkosten und damit den Verkaufspreis. Mit 92 EUR liegt dieser aber deutlich über der Schmerzgrenze für private Nutzer. Somit wird der interessanten Arbeit wohl kein großer Leserkreis beschieden sein.

H.Dierschke

Tuexenia 23, 2003

Inhaltsverzeichnis top ↑

1. Einleitung 1
1.1 Die Vegetation der Wegränder als wenig beachteter Bereich der
Kulturlandschaft 1
1.2 Zielsetzung 2
2 Der Untersuchungsraum 4
2.1 Lage und naturräumliche Gliederung 4
2.2 Klima 5
2.3 Geologische Verhältnisse 6
2.3.1 Geomorphologische Verhältnisse 6
2.3.2 Petrographische Verhältnisse 8
2.4 Pedologische Verhältnisse 11
2.5 Bewirtschaftung 12
3 Methoden 13
3.1 Vegetationsuntersuchungen 13
3.1.1 Aufnahme der Pflanzenbestände 13
3.1.2 Fassung der Pflanzengesellschaften 14
3.1.3 Synthetische Tabelle der Pflanzengesellschaften 16
3.1.4 Affinitätswert 17
3.1.5 Ermittlung des Bezuges der lokalen Pflanzengesellschaften zu
syntaxonomischen Einheiten 17
3.1.6 Klassencharakterarten-Verteilungsindex 18
3.2 Untersuchungen zu den Beziehungen der Vegetation zum Gestein und
zu den Bodentypen 19
3.2.1 Kartierung der Gesellschaften 19
3.2.2 Erstellen der Bezugskarten 20
3.2.2.1 Geologische Karten 20
3.2.2.2 Pedologische Karten 21
3.2.3 Ermittlung der Beziehungen der Vegetation zum Gestein 21
3.2.4 Ermittlung der Beziehungen der Vegetation zu den Bodentypen 23
3.3 Ermittlung der Standortbedingungen auf der Basis der
Ellenbergschen Zeigerwerte 23
3.4 Eigene Untersuchungen des Bodens 24
3.4.1 Eigene Ansprache der Bodentypen 24
3.4.2 Bodenchemische Analysen 24
3.4.2.1 Bestimmung des pflanzenverfügbaren Stickstoffes 24
3.4.2.1.1 Konzept der Bestimmung 24
4.3.2.1.2 Probennahme 26
3.4.2.1.3 Analytische Erfassung von NO3- und NH4+
3.4.2.2 Bestimmung des pH-Wertes 28
3.4.3 Statistische Verarbeitung der Analysedaten 28
4 Ergebnisse und Diskussion 31
4.1 Die Pflanzengesellschaften der Wegränder und ihr Standort 31
4.1.1 Die lokal definierten Pflanzengesellschaften 31
4.1.1.1 Agrostidis capillaris-Grundgesellschaft (Einheit A) 31
4.1.1.2 Medicao lupulina-Grundgesellschaft (Einheit B) 32
4.1.1.3 Trennartenfreie Grundgesellschaft (Einheit D) 35
4.1.1.5 Lolium perenne-Grundgesellschaft (Einheit E) 36
4.1.1.5.1 Untergesellschaft von Bromus hordeaceus (Einheit E1) 37
4.1.1.5.2 Untergesellschaft von Medicago lupulina (Einheit E2) 38
4.1.1.5.3 Trennartenfreie Untergesellschaft (Einheit E3) 38
4.1.2 Beziehungen der lokalen Pflanzengesellschaften zu
syntaxonomischen Einheiten 40
4.1.3 Beziehungen der Pflanzengesellschaften zu Geländefaktoren 50
4.1.3.1 Pflanzengesellschaften und Gesteine 52
4.1.3.2 Pflanzengesellschaften und Bodentypen 72
4.1.4 Ansprache des Standortes der Pflanzengesellschaften auf der Basis der Ellenbergschen Zeigerwerte 91
4.1.4.1 Pflanzengesellschaften und Temperaturzahlen 91
4.1.4.2 Pflanzengesellschaften und Feuchtezahlen 92
4.1.4.3 Pflanzengesellschaften und Reaktionszahlen 93
4.1.4.4 Pflanzengesellschaften und Stickstoffzahlen 94
4.1.5 Zusammenschau 95
4.1.5.1 Die Standorte der Pflanzengesellschaft an Wegrändern 95
4.1.5.1.2 Die Standorte der Untereinheiten innerhalb der
Grundgesellschaften 100
4.1.5.2 Unterschiede zwischen der Vegetation am Wegrand und der am
Straßenrand 110
4.2 Das direkt bestimmte Mineralstickstoffangebot im Boden für
ausgewählte Pflanzengesellschaften und Gesteine 113
4.2.1 Mineralstickstoffangebot des Bodens 116
4.2.2 Die Bodentypen der Untersuchungseinheiten 124
4.2.3 pH-Wert des Bodens 127
4.2.4 Zusammenschau 128
4.3 Zur Rolle des aktuellen Mineralstickstoffgehaltes bei der
Ansprache des Mineralstickstoffangebotes 133
5 Zusammenfassung 137
6 Summary 141
7 Literaturverzeichnis 143
8 Kartenverzeichnis 150
Anhang nach Seite 152
Anlagen