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Wiebke Züghart:

Die Spontanflora nordwestdeutscher Dörfer

Eine floristisch-populationsökologische Untersuchung der dörflichen Spontanflora im Bremer Raum

[The indigenous (spontaneous) flora of Northwest-German villages]

2002. VI, 147 Seiten, 14 Abbildungen, 22 Tabellen, 14x23cm, 410 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 362)

ISBN 978-3-443-64274-7, brosch., price: 50.00 €

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Keywords

SpontanfloraDiasporenbankVegetationBremen

Contents

Zusammenfassung top ↑

Im Raum Bremen wurde die rezente Spontanflora von 43 Dörfern erfasst und auf ausgewählten Ruderalstandorten Diasporenbankuntersuchungen durchgeführt. Auf der Grundlage der erhobenen Daten werden Zusammenhänge zwischen der Lage der Dörfer, den vorhandenen Nutzungstypen und Standortbedingungen einerseits und dem Arteninventar der Siedlungen andererseits hergestellt. Anhand einer Recherche historischer Quellen können Veränderungen der Dorfflora im Bremer Raum nachvollzogen und mit dem Funktionswandel der Dörfer in Zusammenhang gebracht werden. Außerdem werden Möglichkeiten und Grenzen der Restitution dorftypischer Arten aus den Diasporenbanken und der Erhaltung der Dorfflora erörtert.

Bespr.: Tuexenia 23, 2003 top ↑

In der weiteren Umgebung von Bremen wurden 43 Dörfer floristisch erfasst, auf 26 Ruderalflächen außerdem die Diasporenbank im Boden untersucht. Die Dorfflora enthält 550 Sippen, die zunächst in ökologischen und soziologischen Gruppen zusammengestellt sind. Insgesamt lassen sich Arten aus 26 Vegetationsklassen nachweisen, von Ruderalpflanzen bis zu solchen von Wäldern und Sümpfen. Weitere Spektren zeigen Familien, Lebensformen, Rote Liste-Arten (einige werden näher beschrieben), Einwanderungsstatus. Eine Feingliederung der Dörfer nach Nutzungs- und Strukturtypen ergibt eine weitere Blickrichtung. Schließlich werden die Dörfer nach ihrer Flora verglichen. Deren Zuordnung zu verschiedenen Landschaftseinheiten bringt nur teilweise auch floristische Unterschiede. - Die Diasporenbank-Untersuchungen ergaben 129 Arten, von denen 47 nicht in der aktuellen Vegetation vorkommen, während 66 nur aktuell gefunden wurden. Ein Großteil der gekeimten Pflanzen gehört zu den Ackerwildkraut- und Ruderalgesellschaften. Ein abschließender historischer Vergleich seit dem 19. Jahrhundert zeigt deutlich Tendenzen floristischer Verarmung. Die reichhaltigen Einzeldaten sind in einem umfangreichen Anhang aufgelistet bzw. in Punktkarten dargestellt. Die Arbeit (50 EUR) ist zunächst von regionaler Bedeutung, für Siedlungsbotaniker auch von allgemeinerem Interesse.

H.Dierschke

Tuexenia 23, 2003

Inhaltsverzeichnis top ↑


1. EINLEITUNG 1
2. UNTERSUCHUNGSGEBIET 3
2.1 Geographische Lage und naturräumliche Gliederung 3
2.2 Auswahl und Lage der Dörfer 8
2.3 Klima und Witterungsverlauf 11
3. METHODEN 13
3.1 Erfassung der Spontanflora 13
3.2 Diasporenbankuntersuchungen 13
3.3 Recherche des historischen Florenwandels 14
3.4 Indirekte Ordination 14
3.5 Nomenklatur 14
4. DIE SPONTANFLORA DER DÖRFER 15
4.1 Ergebnisse der floristischen Kartierung 15
4.1.1 Floristische, strukturelle und ökologische Charakterisierung der
Spontanflora 15
4.1.2 Gefährdete und bemerkenswerte Arten 27
4.1.3 Einwanderungszeit und Grad der Einbürgerung 37
4.2 Nutzungs- und Strukturtypen 40
4.2.1 Gewässer 40
4.2.2 Gehölze 42
4.2.3 Grünlandbrachen 44
4.2.4 Baugelände 45
4.2.5 Öffentliche Einrichtungen 46
4.2.6 Bahnanlagen 47
4.2.7 Gewerbe 47
4.2.8 Mauern 48
4.2.9 Landwirtschaftliche Betriebsflächen 49
4.2.10 Verkehrsflächen 51
4.3 Spontanflora der Dörfer im Vergleich 53
4.3.1 Artenvielfalt und Stetigkeit 53
4.3.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Arteninventar 54
5. DIASPORENBANKEN DÖRFLICHER RUDERALSTANDORTE 63
5.1 Beschreibung und Lage der Probeflächen 63
5.2 Ergebnisse der Diasporenbankuntersuchungen 68
5.2.1 Aktuelle Vegetation und Diasporenbanken 68
5.2.2 Diasporenbanktypen 72
5.2.3 Charakteristische Arten der Dorfflora 80
6. DAS DORFBILD IM WANDEL 83
6.1 Zur Dynamik der dörflichen Ruderalflora seit dem 19. Jahrhundert 83
6.2 Zeitgenössischer Nutzungs- und Strukturwandel am Beispiel von Buchholz 95
7. DISKUSSION 99
7.1 Rezente Spontanflora der Dörfer 99
7.1.1 Bedeutung der Standortvielfalt für die Artenvielfalt 99
7.1.2 Unterschiede im Arteninventar der Dörfer 100
7.2 Charakteristische Dorfflora des Bremer Raumes 103
7.3 Wandel der dörflichen Spontanflora 104
7.3.1 Veränderungen von Standortbedingungen und Arteninventar 104
7.3.2 Die Rolle der Neophyten 113
7.3.3 Verstädterung 115
7.4 Zusammensetzung der Diasporenbanken dörflicher Ruderalstandorte 118
7.5 Regeneration dorftypischer Arten aus dem Diasporenreservoir 121
7.6 Erhaltung der dörflichen Spontanflora 123
7.6.1 Ziele und Maßnahmen zu Erhaltung und Schutz dörflicher
Spontanflora 128
8. ZUSAMMENFASSUNG 131
9. SUMMARY 135
10. LITERATURVERZEICHNIS 137
EIN SCHLUßWORT DES DANKES 147