cover

Markus von Gaisberg:

Die Vegetation der Fußstufe von El Hierro (Kanarische Inseln)

2005. 364 Seiten, 97 Abbildungen, 23 Tabellen, 15x23cm, 820 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 395)

ISBN 978-3-443-64308-9, gebunden, price: 80.00 €

in stock and ready to ship

Order form

BibTeX file

Keywords

VegetationPhytozönoseendemischToponymikEl HierroKanarische InselnSpanien

Contents

Kurzfassung top ↑

Der Kanarische Archipel ist für seine außergewöhnliche Biodiversität mit seinen zahlreichen endemischen Sippen bekannt. Die jüngste und westlichste Insel El Hierro bietet sich besonders für geobotanische Forschungen an, da ihre natürliche Vegetation aus den unterschiedlichsten Phytozönosen aufgebaut ist, die hier auf engstem Raum nebeneinander vorkommen.

Die vorliegende Arbeit beschreibt die Ergebnisse einer vegetationskundlichen Untersuchung der Fußstufe von El Hierro anhand von ca. 700 Vegetationsaufnahmen. Um die Vegetation anhand von chorologischen Daten der Flora diskutieren zu können, wurde außerdem eine Rasterkartierung der Gefäßpflanzen des Untersuchungsgebietes durchgeführt. Durch eine entsprechende Bearbeitung der Waldstufe von El Hierro (Stierstorfer 2005) konnten die gewonnenen Informationen in einer vollständigen floristischen und vegetationskundlichen Datenbank der Insel zusammengeführt werden.

In einführenden Kapiteln finden sich umfangreiche Informationen zu Klima, Geologie und Böden, aber auch der Toponymik und Besiedlungsgeschichte der Insel. Des Weiteren werden florengeschichtliche, phytogeographische sowie ökologische Zusammenhänge erörtert. Dies soll dem Leser die Interpretation von Verbreitung und Artenzusammensetzung der einzigartigen Pflanzengesellschaften von El Hierro verständlich machen.

Bespr.: Ber. Bayer. Bot. Ges. 2005, Bd. 75, S. 193 top ↑

Die beiden an der Universität Regensburg entstandenen Dissertationen (dieses Werk und die von Stierstorfer über Vegetation und Flora der westlichsten und kleinsten Kanareninsel stellen ein seltenes, gelungenes Beispiel einer Team-Arbeit dar und sollen daher auch gemeinsam besprochen werden. Während von Gaisberg sich der Vegetation und Flora der Fußstufe (mit dem Sukkulentenbusch und seiner Ersatzvegetation sowie der Küstenvegetation) widmet, bearbeitete Stierstorfer die Waldstufe (die Lorbeer- und den Kanarenkiefern-Wälder, deren Ersatzgesellschaften sowie die Gebüsche).

In beiden Höhenstufen treten Felsgesellschaften auf sowie – höhenzonal differenziert – offene anthropogene Gesellschaften. Beide Autoren leiten ihre Darstellung ein mit ausführlichen Einleitungsabschnitten, in denen Geographie, Geologie, Klima, menschlicher Einfluss auf die Vegetation u. a. von El Hierro dargestellt werden und beschreiben erfreulich gründlich (jeweils 15 Seiten) die angewandten Methoden. Auch methodisch erweisen sich die beiden Autoren als ein Team, haben sie doch von den Untersuchungen im Gelände bis zur Auswertung weitgehend deckungsgleich gearbeitet. Dies, zahlreiche Querverweise, manchmal auch die Einbeziehung von Ergebnissen aus der jeweils „anderen“ Höhenstufe macht die beiden Bände ausgezeichnet nebeneinander, aber auch einzeln lesbar, die Ergebnisse gut vergleichbar. Beide Autoren haben sich – offenbar nach reiflichen Überlegungen – dazu entschlossen, die ephemeren Lückenbüßer in Auflichtungen von Wald- und Strauchgesellschaften (die außerhalb dieser Formationen ja auch selbständig auftreten können, z. B. in Gesellschaften der Tuberarietea guttatae) mit in ihre Vegetationsaufnahmen einzubeziehen. Dies macht es allerdings schwerer, das vorliegende Material mit dem anderer Autoren zu vergleichen, die bei ihren Vegetationsaufnahmen größeren Wert auf die strukturelle Einheitlichkeit der Probeflächen gelegt haben.
Gleichzeitig mit der Erfassung der Vegetation wurde (bezogen auf 1 km2 große UTM-Gitter-Quadrate) auch die Flora kartiert. Die resultierenden Verbreitungskarten zeigen oft überraschend geschlossene Areale und geben gute Einblicke in die regionale Gültigkeit von Kenn- und Trennarten. Beide Autoren gliedern die untersuchten Vegetationseinheiten sehr intensiv, oft bis zu sehr lokalen Varianten und Fazies. Synoptische Tabellen und solche mit Einzelaufnahmen, nicht zuletzt die Gesamtstetigkeitstabelle aller 41 auf Hierro unterschiedenen Assoziationen und Gesellschaften machen diese Gliederungen für die Leser transparent und nachvollziehbar. Viele der behandelten Assoziationen sind für Hierro endemisch. Manche dieser Einstufungen erscheinen noch nicht ganz gesichert, wenn z. B. bei den Kanarenkiefern-Wäldern vier endemische Assoziationen für die vier Inseln Gran Canaria, Teneriffa, La Palma und El Hierro unterschieden werden. Stierstorfer diskutiert aber erfreulich offen die kritischen Aspekte für den Fall des Bystropogo ferrensis-Pinetum canariensis auf El Hierro. Besonders für diese Einstufungen kann man sehr gespannt sein auf eine Synopsis aller kanarischen Vegetationstypen. Mit ihrer Bearbeitung und der damit jetzt erstmals für eine Kanareninsel vorliegenden vollständigen floristischen und vegetationskundlichen Datenbank haben die beiden Autoren eine Vorlage geliefert, der in dieser Ausführlichkeit und Qualität für die anderen Inseln nur schwer zu folgen sein wird. Dennoch: in dieser Richtung muss die Arbeit weitergehen!
Wer sich mit der Kanarenvegetation oder allgemein subtropischer Trockenvegetation beschäftigt, muss diese beiden Arbeiten zu Rate ziehen. Aber auch zur Vorbereitung von Kanaren- (oder El Hierro-) Exkursionen leisten die beiden Bände unschätzbare Dienste. Mit der ausführlich zu Rate gezogenen Literatur sind die umfangreichen Literaturverzeichnisse (16 bzw. 18 Seiten) überdies fast eine botanische Kanaren-Bibliographie.
Die beiden Autoren arbeiten in der Darstellung ihrer Ergebnisse erstaunlicherweise nicht mehr als Team: Stierstorfer schreibt in Englisch, von Gaisberg auf Deutsch. In diesem Zusammenhang mag man Nachsicht haben mit einem wenig zeitgemäßen, dennoch zum Ausbruch drängenden Stoßseufzer: Wo steht die Botanik, wo die Vegetationskunde in Deutschland, wenn hierzulande gefertigte Dissertationen offenkundig in Englisch publiziert werden müssen, um vielleicht gelesen zu werden? Früher haben Vegetationskundler von Spanien über Schweden und Tschechien bis nach Japan Deutsch gelernt, um die Fortschritte in diesem Fach nicht zu verpassen…. F. Schuhwerk

Bespr.: Willdenowia 32, 2005, S. 219 top ↑

Die beiden, in der Reihe "Dissertationes Botanicae" erschienenen Bände (Stierstorfer, Diss Bot. 393 und von Gaisberg, Diss. Bot. 395) geben erstmals eine detaillierte Beschreibung der Vegetation von Hierro auf pflanzensoziologischer Grundlage (BraunBlanquet-Ansatz). Diese kleinste und westlichste Insel des Kanarischen Archipels, die im Jahre 2000 als ein UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen wurde, zeichnet sich dabei durch eine bemerkenswerte Vielfalt an Habitaten aus, die sich in einer relativ hohen Zahl pflanzensoziologischer Syntaxa widerspiegelt. Hauptanliegen beider Bände ist die Erfassung, Identifizierung, Klassifikation, Charakterisierung und Interpretation der Vegetationseinheiten. Arbeitstechnisch haben sich die Autoren dabei die Insel entlang des Höhengradienten aufgeteilt: Während von Gaisberg sich schwerpunktmäßig mit dem kanarischen Sukkulentenbusch ("Tabaiba", "Cardónal" ­ Kleinio-Euphorbietea), seiner Ersatzgesellschaften (Pegano-Salsoletea) und der Küstenvegetation (Crithmo-Limonietea) beschäftigt hat, konzentriert sich Stierstorfer auf die sich ab 400-600 m Höhe anschließenden Waldfragmente ("Monteverde" ­ Pruno hixae-Lauretea novocanariensis; "Pinar" ­ Chamaecytiso-Pinetea canariensis), deren Ersatzgesellschaften ("Fayal Brezal") und die Gebüsche ("Bosque termófilo", "Retamar" ­ Rhamno crenulatae-Oleetea cerasiformis). Die in beiden Höhenstufen auftretenden Felsgesellschaften (Greenovio-Aeonietea) sowie die weit verbreiteten, offenen, anthropogenen Gesellschaften (Lygeo-Stipetea, Stellarietea mediae bei von Gaisberg; Poetea bulbosae, Tuberarietea guttatae bei Stiersdorfer) runden das Gesamtbild ab. Einleitend werden jeweils Geomorphologie, Geologie, Böden, Klima, Geschichte, Landnutzung und Einfluss des Menschen auf der Grundlage der neuesten Literatur vorgestellt.

Beide Untersuchungen basieren auf einer sehr soliden Grundlage von jeweils über 700 Vegetationsaufnahmen die, entsprechend dem Braun-Blanquet-Ansatz, in sehr übersichtlichen und informativen synoptischen Tabellen zusammengefasst wurden. Insgesamt werden 38 Assoziationen und 10 ranglose Gesellschaften vorgestellt (19 Assoziationen und 9 ranglose Gesellschaften bei Stierstorfer, 19 Assoziationen und eine ranglose Gesellschaft bei von Gaisberg), die sich in zahlreiche Gebietsvarianten gliedern lassen. Dabei sind viele der vorgestellten Syntaxa in ihrem Verbreitungsgebiet auf Hierro beschränkt. Sie heben sich von den vikariierenden Assoziationen der Nachbarinseln durch charakteristische Artenkombinationen und zahlreiche geographische Differentialarten ab, in denen sich die eigenständige, chorologische, syngenetische, floren- und vegetationsgeschichtliche Entwicklung der Insel widerspiegelt. Jede Gesellschaft wird in ihrer Horizontal- und Vertikalverbreitung, ihrem Artengefüge und den Standortfaktoren vorgestellt. Neue Syntaxa betreffen das Pericallido murrayi-Bituminarietum bituminosae Stierstorfer 2005 sowie vier Subassoziationen (Echio aculeati-Micromerietum hyssopifoliae rubietosum fruticosae Stierstorfer 2005; Soncho-Greenovietum diplocyclae phyllidetosum noblae Stierstorfer 2005; Soncho-Greenovietum diplocyclae tuberarietosum guttatae Stierstorfer 2005; Euphorbia regis-jubae-Schizogynetum sericeae ceballosietosum fruticosae von Gaisberg 2005). Zusätzlich zur informativen Beschreibung der Gesellschaften wird das Verbreitungsmuster ausgewählter Arten durch eine Rasterkartierung nach dem 1 km2 UTM-Gitternetz erfasst, das zugleich auf die Verbreitung und das Vorkommen der Syntaxa schließen lässt. Da alle Gefäßpflanzen derart kartiert wurden (s. Stierstorfer & Gaisberg, in press) liegt nun erstmals eine vollständige floristische und vegetationskundliche Datenbank einer Insel des Kanarischen Archipels vor. Zusammen mit den synchorologischen Daten (Stetigkeitstabellen der Gefäßpflanzen, Gesellschaftsanschluss der einzelnen Sippen) wurde somit ein solider Grundstock geschaffen, auf den zukünftige Forschungen zurückgreifen können/müssen und der eine unerlässliche Grundlage für Fragen der Naturschutzplanung, der Landnutzung und des Biotopmanagements darstellt.

Die beiden vorbildlichen Arbeiten zeigen eindrucksvoll, dass die Ausweisung und Unterscheidung von Vegetationseinheiten (Phytozönosen) mit Hilfe floristisch-zönologischer Verfahren (Braun-Blanquet-Ansatz) nach wie vor das einzige Klassifikationsverfahren ist, das sich weitgehend objektivieren lässt und ökologisch interpretierbare Einheiten liefert. Aufgrund der weitgehenden Übereinstimmung der Phytozönosen hinsichtlich Artenzusammensetzung und Standorteigenschaften ergeben sich sinnvolle Bezugseinheiten für die ökologische und praxisorientierte Forschung. Die zugrundeliegende Klassifikationsmethodik ist in sich konsistent und hat sich in der Praxis (s. Biotopklassifikation der EU, Commission of the European Communities 1991; Flora-Fauna-Habitat Richtlinie der EU) durch überregionale und allgemeine Anwendbarkeit und die hierarchische Struktur bewährt. Die wachsende Bedeutung des Braun-Blanquet-Ansatzes etwa in der Naturschutzgesetzgebung sowie die beiden vorliegenden, beispielhaften Analysen der Vegetation Hierros widerlegen daher alle Kritiker und Skeptiker. Weitere solcher "Modellstudien" wären wünschenswert.
Harald Kürschner

Bespr.: Hoppea, Denkschr. Regensb. Bot. Ges. Band 66 (2005) top ↑

Aus: Hoppea, Denkschriften der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft 66: 631-632 (2005)

*von GAISBERG, Markus: Die Vegetation der Fußstufe von El Hierro (Kanari- sche Inseln). Dissertationes Botanicae, Band 395: 364 Seiten, 97 Abb., 24 Tabel- len. J. Cramer in der Gebr. Bornträger Verlagsbuchhandlung. Berlin, Stuttgart 2005. ISBN 3-443-64308-6

*STIERSTORFER, Christian: The Vascular Plant Vegetation in the Forest Belt of El Hierro (Canary Islands). Dissertationes Botanicae, Band 393: 390 Seiten, 110 Schwarzweiß-Abb., 20 Farbfotos, 35 Tabellen. J. Cramer in der Gebr. Bornträ- ger Verlagsbuchhandlung. Berlin, Stuttgart 2005. ISBN 3-443-64306-X

Mit diesen beiden Dissertationen hat El Hierro, die kleinste der sieben Kanarischen Inseln, die wohl umfangreichste und genaueste Bearbeitung der Vegetation erhalten, die je für eine der Inseln erstellt wurde. Die Autoren haben rund 700 bzw. 750 vollständige Vegetationsaufnahmen, einschließlich aller annuellen Arten erhoben und diese in Tabellen präsentiert, verglichen und ausführlich diskutiert. Für das Verständnis der heutigen Vegetationsverhältnisse wichtig ist die Berücksichtigung der natürlichen Faktoren (geographische Lage, Geologie, Geomorphologie, Böden und Klima) und der anthropogenen Faktoren (Besiedlung und Landnutzung). Ihre detaillierte Darstellung bietet gleichzeitig eine hervorragende Einführung für jede Exkursionsplanung auf El Hierro, in der Studie von Christian Stierstorfer auch für englischsprachige Leser.

Die Arbeit von Markus von Gaisberg behandelt die untere Stufe von der Küste durch den Sukkulentenbusch bis zu den thermophilen Buschwäldern, die zweite Studie von Christian Stierstorfer dann die nach oben anschließende Waldstufe mit den Kanaren-Kiefernwäldern, den Baumheide-Buschwäldern und den Lorbeer- waldresten. Beide Arbeiten enthalten außerdem die Gesellschaften der Sonder- standorte wie auch die anthropogenen Ersatzgesellschaften in den verschiedenen Stufen. In den einzelnen Kapiteln wird sehr ausführlich die Stellung aller Pflanzengesellschaften im Vergleich zu den übrigen Inseln anhand der umfangreichen Literatur diskutiert. Das Vorkommen ausgewählter charakteristischer Arten wird jeweils in Verbreitungskarten im 1 1 km Raster dargestellt, ebenso die Verbreitung aller Pflanzengesellschaften, letztere darüber hinaus in Diagrammen der Höhenverbreitung. Im Anhang beider Arbeiten findet sich eine gemeinsam erstellte Gesamtstetigkeitstabelle aller Arten, die in den Vegetationstabellen beider Untersuchungen zu finden sind. Sie zeigt in eindrucksvoller Weise die synökologische Amplitude jeder einzelnen Art von den Küsten bis in die Gipfelzone der Insel auf.

Insgesamt enthalten die Veröffentlichungen viele neue Erkenntnisse über die Vegetation der Insel, mehrere neu erkannte Endemiten wurden in verschiedenen Zeitschriften publiziert. Die Arbeiten bilden einen hervorragenden Beitrag zur Kenntnis der Vegetation der Kanarischen Inseln und gleichzeitig eine wichtige Grundlage für den Schutz der hier beschriebenen Vorkommen der zum Teil einmaligen Pflanzengesellschaften auf El Hierro und der oft nur noch sehr kleinräumigen Standorte ihrer endemischen Flora. Für botanische Exkursionen findet man in den Bänden viele genaue Hinweise auf lohnende Ziele, in der Hoffnung, dass damit ein verantwortungsvoller Umgang im Sinne des Naturschutzes stattfindet.

Für den mehr floristisch Interessierten wird schließlich ein dritter, von beiden Autoren gemeinsam verfasster Band sehr hilfreich sein, der eine vollständige Florenliste und Verbreitungskarten aller Arten im 1 x 1 km Raster enthalten wird und in der Zeitschrift Englera" in Berlin erscheinen wird.

Peter Schönfelder, Pentling

Bespr.: Tuexenia 26, Göttingen 2006, S. 405 top ↑

In Tuexenia 25 wurde bereits die Arbeit von C. Stiersdorfer (Diss. 393) über die Waldstufe von El Hierro besprochen. Der jetzt vorliegende Band über die Flora und Vegetation der tieferen Lagen ist ein echter Zwilling. Schon äußerlich gleichen sich die Bücher in stabilem hellgrünen Einband mit je einem charakteristischen Vegetationsfoto. Auch die Gliederung des Textes ist sehr ähnlich. Hier haben zwei Freunde zusammen in mehrjähriger Arbeit eine überschaubare Insel sehr gründlich erforscht. Ergebnis ist eine zweiteilige Monographie, welche die bisher eher wenig beachtete Insel El Hierro plötzlich ins Rampenlicht floristisch-vegetationskundlicher Forschungen der Kanaren stellt. Hauptunterschied ist (neben dem botanischen Inhalt) die Sprache. Der erste Band ist in Englisch, der vorliegende in Deutsch abgefasst. So werden sich unsere Leser vermutlich eher in letzterem über Geografie, Geologie, Böden, Klima, Einflüsse des Menschen u. a. informieren, der einen recht umfassenden Überblick gibt. - Die Fußstufe El Hierros gehört, wie auch auf Nachbarinseln, zum waldlosen ariden Bereich und wird vor allem von lockerem Sukkulentenbusch aus Euphorbien u. a. bestimmt. Die Gesellschaften der Kleinio-Euphorbietea werden entsprechend ausführlich (64 S.) floristisch, syntaxonomisch und ökologisch vorgestellt.Eine zweite Vegetationklasse bilden nitrophile Kleinstrauchgesellschaften (Pegano-Salsoletea). Oberhalb wachsen Juniperus-Offenwälder, der berühmte Sabinar von El Hierro, den Übergang zu den Kiefernwäldern. Natürlich gibt es auch die typischen Aeonium-Gesellschaften, eine relativ artenarme Küstenvegetation und stärker anthropo-zoogene Grassteppen und Ruderalfluren. - Während die höherrangigen Syntaxa für weitere Gebiete Gültigkeit haben, sind die Assoziationen größtenteils endemisch für die Insel. Übersichts- und Einzeltabellen (ca. 700 Aufnahmen) und zahlreiche Rasterkarten bezeichnender Arten bilden neben dem Text das Grundgerüst der Arbeit. Am Ende stehen eine Stetigkeitstabelle aller Gefäßpflanzen in Bezug zu den Assoziationen und eine Liste aller auf El Hierro gefundenen Sippen. Damit wird ein sehr interessantes Buch (80 €) abgeschlossen, das zusammen mit dem zweiten Band jedem botanisch interessierten Inselbesucher sehr zu empfehlen ist. Darüber hinaus geben beide Bände wesentliche Grundlagen für eine geobotanische Gesamtübersicht der Kanarischen Inseln.

H. Dierschke

Tuexenia 26, Göttingen 2006, S. 405

Bespr.: Botanica Helvetica 116, 2006 top ↑

Der Kanarische Archipel ist für seine außergewöhnliche Biodiversität mit seinen zahlreichen endemischen Sippen bekannt. Die jüngste und westlichste Insel El Hierro bietet sich besonders für geobotanische Forschungen an, da ihre natürliche Vegetation aus den unterschiedlichsten Phytozönosen aufgebaut ist, die hier auf engstem Raum nebeneinander vorkommen. Markus von Gaisbergs Arbeit beschreibt die Ergebnisse einer vegetationskundlichen Untersuchung der Kleinio-Euphorbietea von El Hierro anhand von ca. 700 Vegetationsaufnahmen. Die Gesellschaften werden in 19 Assoziationen sowie in einer ranglosen Gesellschaft aus insgesamt 8 Klassen floristisch, syntaxonomisch und ökologisch vorgestellt. Um die Vegetation anhand von chorologischen Daten der Flora diskutieren zu können, wurde außerdem eine Rasterkartierung der Gefässpflanzen des Untersuchungsgebietes durchgeführt.

Die Darlegung der verwendeten vegetationskundlichen Methoden gibt Einsicht in wichtige Grundlagen der geobotanischen Feldarbeit. Zahlreiche Rasterkarten bezeichnender Arten und Einzeltabellen tragen nicht nur zur beachtlichen Informationsdichte des Buches bei, sie machen die Arbeit übersichtlich und mit geringem Zeitaufwand lesbar. Am Ende des Buches stehen eine Stetigkeitstabelle aller Gefässpflanzen in Bezug zu den Assoziationen und eine Liste aller auf El Hierro gefundenen Sippen.

In einführenden Kapiteln finden sich umfangreiche Informationen zu Klima, Geologie und Böden, aber auch zur Toponymik und Besiedlungsgeschichte der Insel. Kulturhistorische und demographische Aspekte (Bevölkerungsentwicklung, Siedlungs- und Nutzungsflächen, Auszüge aus historischen Reiseberichten, Geschichte der botanischen Erforschung der Insel, Naturschutz etc.) erweitern den vegetationskundlichen Rahmen bis hin zu aktuellen anthropogenen Einflüssen auf die Inselvegetation. Es ist bemerkenswert, dass diese Hintergrundinformationen nicht isoliert, sondern stets im Kontext der Vegetationsentwicklung und Vegetationsausprägung angeboten werden. Darüber hinaus werden im Buch florengeschichtliche, phytogeographische sowie ökologische Zusammenhänge erörtert. Dies soll dem Leser die Interpretation von Verbreitung und Artenzusammensetzung der einzigartigen Pflanzengesellschaften von El Hierro verständlich machen.

Die fundierte, mit didaktischem Augenmerk verfasste Arbeit ist jedem botanisch interessierten Inselbesucher sehr zu empfehlen. Darüber hinaus gibt das Buch wesentliche Grundlagen für eine geobotanische Gesamtübersicht der Kanarischen Inseln.

Dr. Karl Fleischmann, Zürich

Botanica Helvetica 116, 2006

Bespr.: Makaronesia 8 (2006) top ↑

Desde hace siglos, la naturaleza canaria ha llamado la atención de científicos de fuera de nuestras islas. Fascinante, distinta a la conocida por ejemplo en la vieja Europa, donde ya queda menos por explorar, se sienten atraídos por esta flora y fauna, en parte muy antigua, que alberga Canarias. Esto se traduce también en el deseo de colaborar en su investigación, conocimiento y protección.

Como consecuencia de ello y de las excelentes relaciones del Departamento de Biología Vegetal de la Universidad de La Laguna con varias universidades alemanas se ha elaborado un buen número de tesinas y tesis doctorales por parte de botánicos alemanes en el archipiélago. Se eligieron zonas aún relativamente poco conocidas, como Teno, en Tenerife, que ha dado temas para algunas tesinas, y la isla de El Hierro, cuya vegetación, trabajada ya en el pasado por botánicos canarios, ha pasado ahora a ser una de las mejor conocidas de nuestro archipiélago con la elaboración de dos nuevas tesis doctorales. El único reparo: no están escritas en español, por lo que su uso aquí queda algo limitado.

Dos entonces aspirantes a Doctor en Biología, compañeros de estudios en la Universidad de Regensburg y amigos, se "repartieron" la isla de El Hierro, estudiando Markus v. Gaisberg lo que a grosso modo podría llamarse el piso basal, y Christian Stierstorfer, el piso montano de la isla. Pasaron largos periodos aquí, aprendieron bastante bien el español, y finalmente los resultados de sus investigaciones fueron publicados en la serie "Dissertationes Botanicae", especializada en estos temas.

Tras una breve introducción, en la que se plantean los objetivos fundamentales del trabajo, la tesis de Markus v. Gaisberg, escrita en alemán, presenta un capítulo titulado "La isla de El Hierro", donde se exponen datos sobre la situación geográfica, toponimia, geología y geomorfología de El Hierro, sus suelos, clima y delimitación del área de estudio, así como las interacciones hombre-vegetación. El capítulo 3 explica la metodología empleada, una metodología fitosociológica clásica según la escuela de Zurich-Montpellier de Braun- Blanquet, basada en inventarios de campo con índices de abundancia-dominancia. Se evaluaron 682 inventarios propios y 213 inventarios publicados por investigadores anteriores, confeccionando con ellos una base de datos y una serie de mapas de distribución por cuadrículas UTM, ambos con ayuda de programas informáticos especiales.

El cuarto capítulo describe en 200 páginas todas las comunidades vegetales encontradas en la zona de estudio, un total de 19 asociaciones y una comunidad sin rango sintaxonómico (comunidad de Polycarpaea smithii, propia de superficies muy inclinadas de material volcánico poroso con rezumaderos). Pertenecen a las clases Crithmo-Limonietea, Greenovio-Aeonietea, Kleinio- Euphorbietea canariensis, Lygeo-Stipetea, Pegano-Salsoletea, Rhamno crenulatae-O- leetea cerasiformis y Stellarietea mediae. Se le presta una especial atención a la clase Kleinio-Euphorbietea canariensis (cardonales y tabaibales), tan característica y extendida en el piso basal de nuestras islas.

El capítulo 5 es una tabla de índices de fidelidad de todas las especies de plantas vasculares presentes en El Hierro, el capítulo 6 un listado de estas especies, el 7 un resumen en alemán, español e inglés y el 8 un amplio registro bibliográfico. Finalmente, el capítulo 9, a modo de apéndice, presenta listados de especies de baja fidelidad en las asociaciones tratadas, así como un índice de ilustraciones y tablas. El libro contiene 97 ilustraciones, la mayoría de las cuales son mapas de distribución, y 23 tablas.

No hay nada definitivo en la ciencia. Sin embargo, estimamos que este minucioso trabajo, muy bien presentado en un manejable formato de 23 x 15 cm con tapa lavable, por lo que puede ser llevado también al campo para su consulta, será durante mucho tiempo una referencia primordial para los que necesiten o deseen familiarizarse con la vegetación del piso basal de la más pequeña y joven de las Canarias.

Rubén Barone y Stephan Scholz

Makaronesia 8 (2006)

Asociación Amigos del Museo de Ciencias Naturales de Tenerife

Inhaltsverzeichnis top ↑


1 Einleitung 9
2 Die Insel El Hierro 11
2.1 Geographische Übersicht und Toponymik 11
2.1.1 Geographische Lage 11
2.1.2 Geographische Übersicht 11
2.1.3 Toponyme 12
2.1.3.1 Aus Flora und Vegetation abgeleitete Toponyme 17
2.2 Geologie und Geomorphologie 19
2.2.1 Entstehung und Alter der Kanarischen Inseln 19
2.2.2 Entstehung und Alter von El Hierro 20
2.2.3 Geologie des heutigen El Hierro 22
2.3 Die Böden 23
2.3.1 Die Böden der Kanaren 23
2.3.2 Die Böden des Untersuchungsgebietes 24
2.3.2.1 Order Entisols 26
2.3.2.2 Order Inceptisols 27
2.3.2.3 Order Aridisols 28
2.3.2.4 Order Andisols 29
2.4 Klima 31
2.4.1 Klimatische Grundzüge der Kanarischen Inseln 31
2.4.2 Die unterschiedlichen Wetterlagen 34
2.4.3 Das Klima von El Hierro 35
2.4.3.1 Niederschlag 37
2.4.3.2 Temperatur 51
2.4.3.3 Sonnenscheindauer 53
2.4.3.4 Wind 54
2.4.3.5 Humidität und Aridität 55
2.4.4 Bioklimatische Klassifikation 57
2.5 Abgrenzung des Untersuchungsgebietes 61
2.6 Mensch und Vegetation 61
2.6.1 Besiedlung und Bevölkerungsentwicklung der Insel 62
2.6.2 Lage der Siedlungszentren und Hauptnutzungsflächen 63
2.6.3 Landnutzung 65
2.6.4 Historische Zitate zu Flora und Vegetation von El Hierro 69
2.6.5 Geschichte der botanischen Erforschung der Insel 72
2.6.6 Naturschutz 73
3 Methoden 75
3.1 Durchführung und Umfang der Geländearbeiten 75
3.1.1 Erstellung der Vegetationsaufnahmen 77
3.1.2 Homogenität und Größe der Aufnahmeflächen 78
3.2 Vegetationskundliche Tabellenarbeit 80
3.2.1 Erstellung der Vegetationstabellen 80
3.2.2 Syntaxonomische Gliederung 81
3.2.2.1 Umfang des Aufnahmematerials 81
3.2.2.2 Differentialarten 82
3.2.2.3 Besonderheiten der Assoziationen und Charakterarten 83
3.2.2.4 Homotonität des Aufnahmematerials 86
3.2.2.5 Die Gliederung der Assoziation 89
3.3 Anfertigung der Raster-Verbreitungskarten 91
3.4 Nomenklatur der Taxa und Syntaxa 91
3.5 Abkürzungen 92
4 Die Pflanzengesellschaften 93
4.1 Syntaxonomische Übersicht 93
4.2 Allgemeine Aspekte des kanarischen Sukkulentenbusches 99
4.2.1 Florengeschichtliche und phytogeographische Beziehungen 99
4.2.2 Klimatisch bedingte Verbreitung 101
4.2.3 Besonderheiten des Lebensformen-Spektrums 102
4.2.4 Klimatisch bedingte Anpassungen 103
4.2.5 Die Begriffe Federbuschvegetation und Sukkulentenbusch 105
4.2.6 Phänologische Besonderheiten 106
4.2.7 Biomasseproduktion und Struktur der Bestände 108
4.2.8 Sukzession 108
4.3 Zur Ökologie der stammsukkulenten Euphorbia-Arten 110
4.3.1 Konkurrenzverhalten 111
4.3.2 Klimatische Faktoren 114
4.3.3 Edaphische Faktoren 118
4.4 Kleinio-Euphorbietea canariensis 120
4.4.1 Zur Verbreitung der Klasse Kleinio-Euphorbietea 124
4.4.2 Rubio fruticosae-Euphorbietum balsamiferae 128
4.4.2.1 Variante von Artemisia thuscula 132
4.4.2.2 Variante von Aeonium valverdense 139
4.4.2.3 Variante von Astydamia latifolia 141
4.4.2.4 Variante von Cosentinia vellea 142
4.4.3 Vergleich mit den vikariierenden Assoziationen der Kanaren 145
4.4.4 Aeonio valverdensis-Euphorbietum canariensis 146
4.4.4.1 Subass. euphorbietosum balsamiferae 152
4.4.4.2 Subass. typicum 154
4.4.5 Vergleich mit den vikariierenden Assoziationen der Kanaren 157
4.5 Pegano-Salsoletea 159
4.5.1 Euphorbio regis-jubae-Schizogynetum sericeae 161
4.5.1.1 Subass. ceballosietosum fruticosae 165
4.5.1.2 Subass. schizogynetosum sericeae 167
4.5.2 Diskussion des Natürlichkeitsgrades der Assoziation 170
4.5.3 Artemisio thusculae-Rumicetum lunariae 174
4.5.3.1 Variante von Plantago afra 178
4.5.3.2 Variante von Mercurialis annua 179
4.5.4 Polycarpaeo-Nicotianetum glaucae 187
4.6 Rhamno crenulatae-Oleetea cerasiformis 191
4.6.1 Rubio fruticosae-Juniperetum canariensis 199
4.6.1.1 Subass. typicum 207
4.6.1.2 Subass. pinetosum canariensis 212
4.6.2 Echio hierrensis-Retametum rhodorhizoidis 218
4.6.2.1 Variante von Lavandula multifida 224
4.6.2.2 Variante (Phase) von Cistus monspeliensis 225
4.6.2.3 Variante von Argyranthemum sventenii 226
4.6.3 Rhamno crenulatae-Hypericetum canariensis 228
4.6.3.1 Ausbildungen von D. can., J. odor. und C. monsp. 233
4.6.4 Micromerio hyssopifoliae-Cistetum monspeliensis 235
4.7 Greenovio-Aeonietea 239
4.7.1 Aeonietum valverdensis 245
4.7.2 Aeonietum longithyrsi 251
4.7.3 Polycarpaea smithii-Gesellschaft 257
4.8 Crithmo-Limonietea 259
4.8.1 Frankenio ericifoliae-Astydamietum latifoliae 260
4.9 Lygeo-Stipetea 265
4.9.1 Cenchro ciliaris-Hyparrhenietum sinaicae 266
4.9.1.1 Subass. hyparrhenietosum sinaicae 268
4.9.1.2 Subass. eremopogonetosum foveolati 274
4.10 Stellarietea mediae 276
4.10.1 Iflogo spicatae-Stipetum capensis 277
4.10.2 Chenopodio muralis-Malvetum parviflorae 284
4.10.3 Mesembryanthemetum crystallini 288
4.10.4 Senecionetum incrassati 291
5 Gesamtstetigkeitstabelle 294
6 Artenliste 307
7 Zusammenfassung 318
7.1 Resumen 321
7.2 Summary 324
8 Literatur 327
9 Anhang 354
9.1 Arten geringer Stetigkeit 354
9.2 Abbildungsverzeichnis 361