Genetische Differenzierung mitteleuropäischer Schwermetallsippen von Silene vulgaris, Minuartia verna und Armeria maritima unter Berücksichtigung biogeographischer, montanhistorischer und physiologischer Aspekte
[Genetic differentiation of Central-European heavy-metal tolerant populations of Silene vulgaris, Minuartia verna and Armeria maritima, considering biogeography, physiology and mining history]
2005. 128 Seiten, 34 Abbildungen, 33 Tabellen, 7 Tafeln, 23x14cm, 300 g
Language: German
(Dissertationes Botanicae, Band 398)
ISBN 978-3-443-64311-9, brosch., price: 44.00 €
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Contents
Bespr.: Tuexenia 26, Göttingen 2006, S. 406Bespr.: Kochia 1 (2006), S. 158- 159
Inhaltsverzeichnis
H. Dierschke
Tuexenia 26, Göttingen 2006, S. 406
Die einleitenden Kapitel behandeln die Typen der Schwermetallstandorte und die montanhistorischen und geologischen Aspekte der einzelnen Untersuchungsgebiete. Die zusammenfassenden Ergebnisse der im Hauptteil der Arbeit ausführlich behandelten drei Arten seien hier kurz dargestellt:
Die Schwermetallpopulationen von Silene vulgaris gehen in den verschiedenen Regionen offenbar auf wiederholte Kolonialisierungsereignisse der metallhaltigen Standorte durch tolerante Individuen aus benachbarten Populationen von Normalstandorten zurück. Eine genetische Differenzierung von den benachbarten Populationen war nicht nachweisbar. Von Endemismus kann daher nicht gesprochen werden. Ein eigenes Taxon (subsp. bzw. var.) humilis ist somit nicht gerechtfertigt.
Die Tieflandsformen von Minuartia verna sind als Glazialrelikte aufzufassen (Paläoendemismus). Die Schwermetallpopulationen zeichnen eine starke regionale Differenzierung und geringe genetische Variabilität aus, die das Resultat einer langandauernden genetischen Isolation darstellen. Die molekularen Daten stützen die Abtrennung der alpinen Form (subsp. gerardii) von den Tieflandsformen, die zu einer weitgefassten Subspezies hercynica zusammengefasst werden können.
Die Schwermetallformen von Armeria maritima s. l. haben einen polyphyletischen Ursprung, der offenbar im Schwarm der subkontinental- kontinental verbreiteten Subspezies elongata liegt. Verschleppungsereignisse haben wohl einen Beitrag zum genetischen Austausch geleistet.
Die Bildung eigener Unterarten (z. B. hornburgensis, bottendorfensis, eifeliaca, calaminaria) oder einer weitgefassten subsp. halleri ist nicht gerechtfertigt, da eine zum Teil starke regionale Differenzierung und enge Beziehungen zu A. elongata vorliegen. Allenfalls der Status als Varietäten von Subspezies elongata ist begründbar.
Stefan Nawrath
Kochia 1 (2006)
2. Geologie und Montangeschichte von Schwermetallstandorten
in Mitteleuropa 4
2.1 Typen von Schwermetallstandorten 4
2.2 Montanhistorische und geologische Aspekte 5
3. Methoden 9
3.1 Molekulare Methoden 9
3.1.1 Wahl der Methode 9
3.1.2 Gewinnung und Aufbereitung der DNA 10
3.1.3 AFLP-Analyse 11
3.1.4 ITS-Sequenzierung 13
3.2 Untersuchungen zum Reproduktionssystem bei Armeria maritime s.1 14
4. Silene vulgaris (MOENCH) GARCKE 15
4.1 Das Studienobjekt 15
4.2 Untersuchte Populationen 17
4.3 Ergebnisse der AFLP-Analysen 20
4.3.1 Auswahl geeigneter Primer und AFLP-Analyse 20
4.3.2 Individuenbasierte Auswertung (Hauptkoordinatenanalyse) 20
4.3.3 Populationsbasierte Auswertung 20
4.4 Diskussion 25
5. Minuartia verna (L.) HIERN 30
5.1 Das Studienobjekt 30
5.2 Pflanzenmaterial 32
5.3 Ergebnisse der AFLP-Analysen 35
5.3.1 Auswahl geeigneter Primer und AFLP-Analyse 35
5.3.2 Individuenbasierte Auswertung (Hauptkoordinatenanalyse) 35
5.3.3 Populationsbasierte Auswertung 36
5.4 Ergebnisse der ITS-Sequenzierung 45
5.5 Diskussion 46
6. Armeria maritime (MILL.) WILLD. S. 1 55
6.1 Das Studienobjekt 55
6.2 Untersuchte Populationen 59
6.3 Ergebnisse der AFLP-Analysen 62
6.3.1 Auswahl geeigneter Primer und AFLP-Analyse 62
6.3.2 Individuenbasierte Auswertung (Hauptkoordinatenanalyse) 62
6.3.3 Populationsbasierte Auswertung 63
6.4 Reproduktionsbiologische Untersuchungen 75
6.4.1 Dimorphieverhältnisse in mitteleuropäischen Populationen 75
6.4.2 Reproduktionsparameter natürlicher Populationen 75
6.4.3 Selbstbestäubung in natürlichen Populationen 76
6.4.4 Selbstbestäubung unter Kulturbedingungen 77
6.5 Diskussion 79
7. Schlussbetrachtung 94
8. Zusammenfassung 96
9. Summary 99
10. Literatur 102
11. Anhang 114
11.1 Tabellen 114
11.2 Sequenzalignment Minuartia verna s 1 118
11.2.1 Alignment ITS I Minuartia vema 118
11.2.2 Alignment ITS II Minuartia verna 120
11.3 Sammler 122
11.4 Abbildungen 123