cover

Andrea Wundram:

Beziehungen von Bodenpflanzen und Vegetationseinheiten frühlingsgeophytenreicher Laubmischwälder der Region Hannover zum pH-Wert und zur Stickstoff-Nettomineralisation des Bodens (Befunde aus den Jahren 1997 und 1998)

2008. 182 Seiten, 3 Abbildungen, 65 Tabellen, 1 CD, 14x23cm, 380 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 409)

ISBN 978-3-443-64322-5, brosch., price: 49.00 €

in stock and ready to ship

Order form

BibTeX file

Keywords

LaubmischwaldStickstoffWaldbodenpH-WertBodenaziditätBodenpflanze

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Die in jüngerer Zeit offensichtlich eingetretenen Veränderungen des pH-Wertes sowie das Stickstoffangebot des Bodens bilden die Grundlage der vorliegenden Untersuchungen in lokal gefassten, ranglosen Carpinus betulus-Quercus robur-Gesamtgesellschaften. Das heutige Verhalten der berücksichtigten Waldbodenpflanzen gegenüber der aktuellen Bodenazidität wird mit dem Verhalten verglichen, das nach den Reaktionszahlen von ELLENBERG (1992) und nach Angaben von OBERDORFER (2001) zu erwarten wäre.

Es lässt sich feststellen, dass die Reaktionszahlen von ELLENBERG (1992) (heute) für das Untersuchungsgebiet nicht oder nur sehr eingeschränkt gültig sind. Von höherrangigen Untereinheiten der Gesamtgesellschaft wurde die Bindung an die aktuelle Bodenazidität untersucht. Zusätzlich ergaben Geländebrutversuche, dass es zu keiner Abnahme der N-Freisetzung mit steigender aktueller Bodenazidität gekommen war. Innerhalb der jeweiligen pH(CaCl2)-Bereiche stehen die untersuchten Arten unabhängig von ihrer Stickstoffzahl nach ELLENBERG (1992) auf Böden mit einer in etwa gleich hohen N-Nettomineralisationsrate.

Bespr.: Tuexenia 29 (2009) S. 452-453 top ↑

Die Dissertation (49 €) wurde in der Arbeitsgruppe H. Möller am Institut für Geobotanik der Universität Hannover erstellt. Der Titel erinnert fast an Untersuchungen, die bereits in den 1930er Jahren von H. Ellenberg in ähnlichem geografischem Rahmen durchgeführt wurden. In der Tat wird hier auf Ellenberg Bezug genommen, nämlich auf seine Zeigerwerte von 1992, zusätzlich auf die ökologischen Angaben in der Oberdorfer-Flora von 2001. Verschiedene Angaben deuten darauf hin, dass relativ anspruchsvolle Waldbodenpflanzen heute, bei neuzeitlicher Bodenversauerung durch Immissionen, auch auf saureren Standorten wachsen, als es die Zeigerwerte erwarten lassen, was hier überprüft werden soll. Hierfür sind umfangreiche pH-Messungen in 83 Böden zu 6 über das Jahr verteilten Zeitpunkten und in vier Profiltiefen (insgesamt etwa 5000 Messungen) ein Kernstück der Arbeit. Die im Titel angesprochenen Stickstoffdaten wurden in 30 Böden ähnlich differenziert im Brutversuch ermittelt. Voraus geht in der Arbeit eine Vegetationsanalyse von 190 Aufnahmen verschiedener Eichen-Hainbuchenwälder, die lokal sehr fein in 28 Untereinheiten auf 6 Hierarchieebenen gegliedert werden und teilweise mit weithin ermittelten Untereinheiten des Stellario-Carpinetum im Groben übereinstimmen. Die sehr detaillierte Auswertung richtet sich einmal auf diese Einheiten in Bezug zu den ökologischen Daten, außerdem auf 50 ausgewählte Arten der Krautschicht. Die vergleichende Auswertung ist sehr ausführlich, mit einem riesigen Tabellenteil, zwischen dem der Text oft nur kleinen Raum füllt. Offenbar hat die Autorin eine Abneigung gegen Grafiken, die der Arbeit völlig fehlen, aber sicher in vielen Fällen für mehr Übersicht gesorgt hätten. Auch Ordinationsverfahren hätten sich für eine zusammenfassende Betrachtung angeboten. So muss sich der Leser durch eine nicht enden wollende Zahl von Einzeldaten mühen, wobei der Überblick ziemlich verloren geht. Letztendlich geht es um den Bindungsgrad der Arten und Vegetationseinheiten an bestimmte (4) pH-Wertklassen, entsprechend auch um Stickstoffversorgungsbereiche. Nach der vielseitigen Einzeldarstellung hofft man auf eine übersichtliche zusammenfassende Diskussion. Unerwartet steh man aber plötzlich schon bei der Zusammenfassung. Ihr lässt sich in Kürze entnehmen, dass u. a. 15 der 37 häufigsten Arten heute unter saureren Bedingungen vorkommen, als es die Zeigerwerte erwarten lassen, auch manche Vegetationseinheiten in Bezug zu mittleren Zeigerwerten. Zumindest für das Untersuchungsgebiet müssen diese also mit Vorsicht betrachtet werden. Ähnliche Ergebnisse gibt es auch anderswo, worauf aber nicht eingegangen wird. Das Literaturverzeichnis ist für eine Dissertation entsprechend kurz. Die CD enthält einige Tabellen, wobei man die (hier weniger wichtigen) Vegetationstabellen auf dem Bildschirm nicht lesen kann. Die Abbildung der Untersuchungsgebiete hätte auch in den Text gepasst.

H. Dierschke

Tuexenia 29 (2009) S. 452-453

Inhaltsverzeichnis top ↑

1 Einleitung 11
2 Der Untersuchungsraum 14
2.1 Lage und naturräumliche Gliederung 14
2.2 Klima 15
2.3 Geologische Verhältnisse 15
2.3.1 Geomorphologische Verhältnisse 15
2.3.2 Petrographische Verhältnisse 16
2.4 Berücksichtigte Waldgebiete 18
3 Methoden 19
3.1 Vegetationsuntersuchungen 19
3.1.1 Aufnahme der Pflanzenbestände 19
3.1.2 Fassung der Pflanzengesellschaften 20
3.2 Eigene Untersuchungen des Bodens 21
3.2.1 Eigene Ansprache der Bodentypen und der Humusform 21
3.2.2 Bodenchemische Analysen 21
3.2.2.1 Bestimmung des pH-Wertes 21
3.2.2.2 Bestimmung des pflanzenverfügbaren Stickstoffs 27
3.2.2.2.1 Konzept der Bestimmung 27
3.2.2.2.2 Probenahme 29
3.2.2.2.3 Analytische Bestimmung von NO3- und NH4 31
3.2.2.3 Bestimmung des organisch gebundenen Kohlenstoffs 31
3.2.2.4 Bestimmung des Gehalts an organisch gebundenem
Stickstoff 32
3.2.2.5 Bestimmung der Ureaseaktivität 32
3.2.3 Statistische Verarbeitung der Analysedaten 33
3.3 Berechnung der mittleren Zeigerzahlen nach ELLENBERG (1992) 35
4 Ergebnisse und Diskussion 36
4.1 Charakteristik der berücksichtigten Waldgesellschaften 36
4.1.1 Der floristische Aufbau der Waldgesellschaften 36
4.1.2 Die syntaxonomische Einordnung der Waldgesellschaften 42
4.1.3 Die Frage nach der Natürlichkeit der Waldgesellschaften 49
4.2 Die pH-Verhältnisse der untersuchten Böden 50
4.3 Allgemeine Charakteristik der Böden in den vier pH-Bereichen 56
4.3.1 Gesteine, Bodenarten und Bodentypen 56
4.3.2 Humusformen 58
4.3.3 C/N- Verhältnis und Ureaseaktivität im Oberboden 61
4.3.4 Beurteilung des Feuchtegrades anhand der Feuchtezahlen
nach ELLENBERG (1992) 64
4.4 Die heutige Bindung der Waldbodenpflanzen des
Untersuchungsgebietes an die pH-Verhältnisse des Bodens 65
4.5 Die Bindung der Gesellschaften an die pH-Verhältnisse des Bodens 112
4.6 Die Stickstoff-Nettomineralisationsrate des Bodens in Beziehung zu
den vier pH-Bereichen 122
4.7 Die Stickstoff-Nettomineralisationsrate des Mineralbodens der
einzelnen Arten 139
4.8 Die Stickstoff-Nettomineralisationsrate des Mineralbodens im Bereich
der einzelnen Gesellschaften 148
5 Zusammenfassung 150
6 Literaturverzeichnis 154
Anhang 160