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Otto Harnisch:

Hydrophysiologie der Tiere

Elemente zu ihrem Aufbau

[Animal hydrophysiology]

1951. VIII, 299 Seiten, 62 Abbildungen, 23 Tabellen, 16x24cm, 1000 g
Language: Deutsch

(Die Binnengewässer, Band 19)

ISBN 978-3-510-40028-7, gebunden, price: 33.00 €

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Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

In ihrem Anfangsstadium befaßte sich die Hydrobiologie einfach mit dem Studium des Lebens der Organismen im Wasser, war also lediglich ein Zweig der Zoologie oder Botanik, der freilich Chemie und Physik des Wassers als Hilfswissenschaften heranzog. Lamperts bekanntes Werk über das „Leben der Binnengewässer“ kennzeichnet am besten in seiner zusammenfassenden Darstellung diese Richtung, die man heute als Autökologie bezeichnet.
Durch die genialen Forschungen Thienemanns und Naumanns hat die Hydrobiologie jedoch eine wesentlich andere Entwicklung genommen. Namentlich Thienemann — wie schon früher Forel (1892—1895, 1901) — lehrte es uns, die Gewässer, insbesondere die Seen als Ganzes, als eine Lebenseinheit höherer Ordnung zu sehen. Physiographische und biologische Faktoren werden nicht mehr für sich besonders, sondern in ihren vielfachen wechselseitigen Beziehungen studiert (vgl. z. B. Thienemann 1925). Dieses Bestreben führte zur Begründung einer neuen Disziplin, der Limnologie (vgl. Thienemann 1925 a). Seine schönste Frucht ist die von Thienemann und Naumann begründete Seentypenlehre, die hier kurz skizziert sei. Es sind 3 Haupttypen von Seen zu unterscheiden: oligotrophe, eutrophe und dystrophe Seen. Die oligotrophen Seen sind tiefe Becken von großer Sichttiefe und von ziemlich blauer Wasserfarbe. Ihre Uferbank ist verhältnismäßig gering entwickelt, Phyto- und Zooplankton sind ziemlich arm. Die Schlammablagerungen am Grunde der Gewässer sind verhältnismäßig wenig mächtig; die Sauerstoff zehrenden Fäulnisprozesse im See haben daher ein relativ geringes Ausmaß. Infolgedessen ist auch im Sommer der Sauerstoffgehalt des Wassers von der Oberfläche bis zum Grund ziemlich gleich hoch, die Kurve des Sauerstoff gef alles durchsetzt in der Sprungschicht die Kurve des Temperaturgefälles. In den oligotrophen Seen vermögen die großen Edelmaränen der Gattung Coregonus zu leben; im Schlamm der Seentiefe beherrschen Chironomidenlarven aus der Tamjtarsus-Gruppe (besonders Lauterbornia) das Bild.

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Vorwort V
Einleitung 1
1. Kapitel: Osmoregulation und Ionenregulation 5-42
Zur Einführung 5
Daten über den Wassereinstrom bei Wassertieren 6
Die osmoregulatoriscllen Mechanismen der Wassertiere 8
Die Ionenregulation 19
Die Ionenverluste der Wassertiere 19
Die Ionengewinnung der Wassertiere 21
Einige Sonderfragen des Wasser- und Ionenwechsels 26
Die Bedeutung der Ionen des "inneren Mediums" für die
Tätigkeit der Gewebe 28
Zur ökologischen Bedeutung Von Osmoregulation und Ionenregulation 30
a) Verschiedene Süßwasserbiotope 30
b) Überschreitungsmöglichkeit der Grenze zwischen den
Großbiotopen Süßwasser und Meer 34
2. Kapitel: Die Bedeutung der H+ und OH-Ionen des Wassers
für die Süßwassertiere 43-56
Zur Einführung 43
Aktuelle Reaktion der Süßwässer 44
Faunistische Befunde zur Bedeutung der aktuellen Reaktion 46
Aktuelle Reaktion und Lebensfähigkeit der Tiere 47
Physiologische Daten 50
Biozönotische Bemerkungen 56
3. Kapitel: Die Bedeutung im Wasser gelöster, giftig wirkender
Substanzen für Tiere 57-81
I. Stoffe mit Giftwirkung im Wasser 57
II. Zur Beeinflussung des Faunenbildes durch giftige Verunreinigung
des Wassers 59
III. Zur Physiologie der Giftwirkungen von Verunreinigungen des
Wassers 62
1. Das allgemeine Vergiftungsbild 62
2. Pathologisch-anatomische Befunde nach Giftwirkungen 65
3. Das Eindringen des Giftes in den Körper 67
4. Spezielle Notizen zur Giftwirkung einzelner Stoffe 68
4. Kapitel: Die Bedeutung der Schwerkraft für die Tiere im Wasser 82-109
I. Faktoren des Wassers, die die Auswirkung der Schwerkraft beeinflussen 82

II. Die Überwindung des Ubergewichtes durch im Wasser lebende Tiere 84
1. Schweber 85
2. Die "Schwimmer" 97
III. Sinneswahrnehmungen im Dienste des Schwebens im Waser 103
IV. Schwerkraftsinnesorgane bei Wassertieren 106
5. Kapitel: Die Bedeutung,der Temperatur für die Verbreitung der
Wassertiere 110-120
Die Temperatur der Gewässer 110
Faunistisches 110
Präzisierung des Problems 112
Zum physiologischen Problem des Einflusses der Temperatur auf
die Lebensvorgänge im Organismus 115
Widerspruch zwischen physiologischen und ökologischen Befunden 119
6. Kapitel Die Bedeutung der im Wasser gelösten Gase 121-185
Die Gase im Wasser 121
Die Gase der Gewässer 123
Faunistische Anzeichen für die Bedeutung der im Wasser gelösten Luftgase 175
Zum Gaswechsel und zum Stoffwechsel der Energiegewinnung der Wassertiere 127
I. Die respiratorischen Mechanismen der Tiere 128
1. Atmung aus atmosphärischer Luft im Wasser 128
2. Die Atmungsorgane (Orte des Gasaustausches) bei Wassertieren 132
3. Zur Lokalisation der Kohlensäureabgabe 146
4. Die Ventilationsbewegullgell der Wassertiere 148
5. Respiratorische Hilfsmittel des inneren Milieus 153
6. Die Leistungsfähigkeit der Mechanismen der Sauerstoffaufnahme
bei Erniedrigung des Sauerstoff-Partialdrucks im Medium 161
II Das Leben ohne Sauerstoff 171
Anhang: Die Anpassung von Wassertieren an Luftatmung 183
7. Kapitel: Die Bedeutung der Lichtstrahlen für im Wasser lebende
Tiere 186-215
I. Das Licht im Wasser und in den Gewässern 186
II. Faunistisches 190
II. Physiologische Daten zur die Tierverleitung beeinflussenden
Bedeutung des Lichtes 191
1. Kurze Übersicht über die Organe der Lichtperzeption bei den
Wassertieren 191
2. Bewegungsreaktionen auf den Lichtreiz 199
3. Die Bedeutung des Formen- und Farbensehens für die Ökologie der
Wassertiere 205
8. Kapitel: Von der Bedeutung einiger anderen Sinnesreize für die
Verbreitung der Wassertiere 216-228
1. Vom chemischen Sinn der Wassertiere 218
2. Vom mechanischen Sinn der Wassertiere 225
9. Kapitel: Die Nahrungskörper im Wasser 229-262
I. Die Nahrungquellen der Wassertiere 230
1. Die Bedeutung des Lytons 230
2. Die Bedeutung des Sestons 241
II. Der Nahrungserwerb bei den Wassertieren 245
1. Die Sedimentatoren (Strudler) 246
2. Die Filtratoren 247
III. Die Verarbeitung der aufgenommenen Nahrung im Tierkörper 258
IV. Ernährung unter Mitwirkung von Symbionten 261
Literatur 263
Register 289