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Arvid Behning:

Das Leben der Wolga

Zugleich eine Einführung in die Flussbiologie

[Life of the Wolga River. An introduction to the biology of rivers]

1928. VI, 162 Seiten, 75 Abbildungen, 2 Tafeln, 16x24cm, 550 g
Language: Deutsch

(Die Binnengewässer, Band 5)

ISBN 978-3-510-40705-7, gebunden, price: 21.00 €

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Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Die Lebensverhältnisse unserer Flüsse und Ströme, als Ganzes betrachtet, sind noch fast nie systematisch erforscht worden. Selbst der Begriff „Leben eines Flusses“, die eigentliche Potamobiologie, war bis jetzt von den Hydrologen präokkupiert. Erschienen doch noch in den letzten Jahren Werke mit dem Titel „Leben des Flusses“ und Untertitel — Potamologie!
Eine erste Zusammenstellung des Flußlebens finden wir in dem vortrefflichen Werk von Shelford, 1913, über „Animal Communities in Temperate America“, welche dann auch in der großangelegten Süßwasserbiologie von Ward and Whipple, 1918, nur in etwas veränderter Form, angeführt wird. Jedoch beziehen sich die Ausführungen des Verfassers auf kleinere, meist schnell dahinfließende, Flüsse des Lake Michigan oder Illinois Bassins.
Als die erste wirkliche Potamobiologie können wir Lauterborns Arbeit „Die geographische und biologische Gliederung des Rheinstroms“, 1916/18, auffassen. Eine Potamobiologie eines Stroms, und zwar eines noch ganz in natürlichen Verhältnissen dahinfließenden Stroms, fehlt uns noch und kann wohl in erschöpfendem Maße auch noch gegenwärtig nicht geliefert werden.
Die vorliegende Darstellung des Lebens der Wolga ist durchaus noch nicht eine gesamte Potamobiologie dieses größten Stroms Europas. Es ist eine kurze Zusammenstellung der Hauptstromprobleme und Beschreibung der wichtigsten von ihnen, wie wir dieselben an der Wolga bis jetzt feststellen konnten. Dabei mußte der Autor sich mit einer Schilderung des eigentlichen Stromlaufs beschränken und die noch viel mannigfaltigeren und bis heute noch weniger bekannten Verhältnisse der Stromaltwässer für eine eventuelle spätere derartige Abhandlung überlassen.
Eine zusammenfassende Abhandlung über die Strombiologie dachte ich mir zunächst anders. Es sollten die einzelnen Lebensgemeinschaften — das Plankton, das Benthos usw. — der Flüsse und Ströme überhaupt beschrieben werden, um auf diese Weise dann eine Gesamtdarstellung der Potamobiologie zu ermöglichen. Doch stellte sich das gegenwärtig als unausführbar heraus. Wissen wir doch noch nichts Zusammenhängendes, Allgemeines, gerade über unsere größten Ströme Asiens, Afrikas und eigentlich auch Amerikas, ja selbst über den Mississippi können wir bis heute noch nicht sagen, daß er allgemein hydrobiologisch untersucht ist. Deshalb glaubte der Autor, sich auf eine derartige ganz kurze Übersicht über die Lebensverhältnisse der Wolga beschränken zu müssen, in der Hoffnung, daß die nächste Zeit, welche sich ja geradezu zu einer Blütezeit der Limnologie entwickelt, uns weitere derartige zusammenfassende Darstellungen über das Leben der Ströme bringen wird.

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort 1
A. Hydrographie der Wolga.
1. Allgemeine Geographie 3
2. Stromboden 12

3. Der Wasserstand 14

4. Die Stromgeschwindigkeit und Wasserführung 15
5. Die Temperatur des Stromwassers 16
6. Die Eisbedeckung des Stromes 17
7. Die Schlammführung 20
8. Die Durchsichtigkeit des Wasser 21

9. Die Farbe des Wassers 22

10. Die chemische Zusammensetzung der Wassers 22

B Biologie der Wolga.
Die Biotope eines Stromes und deren Biozrinosen 26

I. Das Leben an der Wasseroberfläche 79

II. Das Leben im Wasser 34

1. Das Plankton
a) Über das Potamoplankton 34
b) Die einzelnen Vertreter des Wolgaplanktons 38
c) Die quantitative Zusammensetzung des Wolgaplanktons 53
d) Das Verhalten des Wolgaplanktons im Laufe des Jahres 55
e) Die Tageswanderungen beim Wolgaplankton 57
f) Die Wolga als Verbreitungsmöglichkeit für einige Planktonformen 60
2. Das Nekton

A. Allgemeines über das Wolganekton 63

B Die Süßwasserfische 63
a) Die Fische der Stromes 63
Der Sterlet 64
Hucho taimen 68
Hasel, Moderlieschen, Alandblecke und Grauplötze 68
Der Grundstock der Wolgafisckfauna, die Arten der
Familien der Cyprinidee, Silaridue, Esoridue und Pereidue 6~1
b) Die Bachbewohner 72

Die Bewohner stehender Gewässern 73
C. Die Meeresfische 74
a) Die Wanderfische 74
Die Störe 74
Das Kaspiseenauge 77
Die Kaspiseeheringe 78
Die Kaspiseelachse 82
Die Wobla
Einige nicht regelmäßig in die Wolga aufsteigende Fische 88
b) Die marinen Relikte der Wolga 88

III. Das Leben am Substrat 90
1. Das Benthos
a) Allgemeines 90
b) Die einzelnen Bodenbewohner der Wolga 91
c) Die einzelnen Lebensgemeinschaften am Boden der Wolga 104
Die Biozönose des Sandbodens 104
Die Biozönose des Steinbodens 105
Die Biozönose des Tongrundes 108
Die Biozönose der Schlammablagerungen 11O
Die Biozönose der in den Strom eingeschvemmten Baumstücke 112
Die Kriebelmückenbiozönose 114
Die Biotope der Nebenarme und Buchten 115
Die Biotope der Strombuchten 116
d) Die Herkunft der Bodenfauna 118
Die Verbreitung stromabwärts 119
Die Verbreitung stromaufwärts 121
e) Allgemeine Charakteristik der Bodentiere 124
2. Das Periphyton.

a) Begründung des Begriffs 133
b) Das Periphyton der im Strom schwimmenden Gegenstände 134
c) Das Periphyton der im Strom befestigten Gegenstände 136
d) Das Periphyton der Dampfer 138
Literaturverzeichnis 142
Namen- und Sachregister 148