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Udelgard Körber-Grohne:

Gramineen und Grünlandvegetationen vom Neolithikum bis zum Mittelalter in Mitteleuropa

1990. IV, 108 Seiten, 2 Abbildungen, 4 Tabellen, 4 Tafeln, 23x31cm, 560 g
Language: Deutsch

(Bibliotheca Botanica, Heft 139)

ISBN 978-3-510-48010-4, brosch., price: 101.00 €

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Keywords

GramineenGrünlandNeolithikumMittelalterMitteleuropaEisenzeitFedersee

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Der Begriff „Grünlandvegetationen" wird hier im weitesten Sinne des Wortes gebraucht, nämlich für gramineenhaltige Vegetationen: außer Wiesen und Weiden auch Riede, Röhrichte, Salzmarschen, Waldsäume und Waldlichtungen. Der Grund dafür ist, daß aus allen diesen Vegetationsformen sich im Laufe der vor- und frühgeschichtlichen Zeitperioden unter dem Einfluß des Menschen und seiner Haustiere die Wiesen und Weiden entwickelt haben.

Die Basis für die vorgelegten Untersuchungen sind subfossile Pflanzenreste aus archäologischen Ausgrabungen. Erfaßt worden sind Publikationen aus einem Zeitraum von 20 Jahren (1967-1987) von Nordfrankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz. Die tabellarische Dokumentation erfolgt getrennt für den unverkohlten und verkohlten Konservierungszustand. Die Dokumentation des Textes beschränkt sich jedoch nicht auf Namenlisten, sondern umfaßt weitere maßgebliche Angaben zur Ausprägung des betreffenden vor- oder frühgeschichtlichen Grünlandes: die dazugehörigen dicotylen Pflanzenarten, Kulturpflanzen und Tierknochen, Dauer der Besiedlung, Hinweise zur archäologischen Ausgrabung (kurzfristige oder Forschungsgrabung) und anderes.

Durch diese komplexe Betrachtungsweise haben sich höchst interessante allgemeine Aspekte ableiten lassen: wie die Deutung von Gramineenarten als ursprünglich oder eingeschleppt. Bei einigen Arten konnte ein Standortswechsel nachgewiesen werden. Außer Vergleichen mit heutigen Wirtschaftswiesen nimmt die Autorin kritisch Stellung zur Bezeichnung vor- und frühgeschichtlicher Grünlandvegetationen mit der Terminologie der Pflanzensoziologie für die gegenwärtigen Grünlandgesellschaften. In einem zusammenfassenden Kapitel wird die regionale Ausprägung der Grünlandvegetationen vom Nordseeküstengebiet bis zum Alpenvorland vom Neolithikum bis etwa 1500 n.Chr. beschrieben.

Der Grund für die Ausarbeitung dieser Schrift ist die jahrelange Beschäftigung der Autorin mit subfossilen Gramineenfrüchten, was zuletzt in eine aktuelle Vorarbeit für den geplanten und inzwischen fertiggestellten Ergänzungsband zum "Bestimmungsschlüssel für subfossile Gramimeen-Früchte" (1964) einmündete.

Content Description top ↑

In this paper, the term grass land vegetation does not only refer to anthropogenic meadows and pastures, but also to the natural forms of grass land, such as salt marshes on the coast of the North Sea, reeds, sedges, and the herbaceous vegetation on clearings and woodsides.

The investigations are based on fossil plant remnants from archaeological excavations. In the cases where in the palaeoethnobotanical publications of 20 years (1967 to 1987) two or more taxa of Gramineae are given, I have listed them in two large tables. Table 1 contains the uncharred Graminea fruits, and Table 2 contains the charred ones. Moreover, the parts II and III include more detailed documentations concerning grass land vegetations containing also other taxa of herbaceous wild plants, as well as the most important findings of the archeological excavation, concerning for example cultivated plants, grazing cattle,settlement duration, etc. The area investigated comprises Central Europe (Netherlands, Northern France, Belgium, Germany, Switzerland).

Examining the documentations of 103 sites ranging from the Neolithic period to the Middle Ages (up to A. D. 1500) resulted in findings on the following subjects: reconstruction of grass land vegetations in the different geographic regions, datation of the oldest finding of Graminea species, relationship of the fossil combination of species to modern plant sociology, indigenous species and such species which must have come with prehistoric man from other areas. The reason to write this paper was the planned supplementary volume on the identification key of subfossil Graminea fruits (to Körber-Grohne 1964).

Inhaltsverzeichnis top ↑

Einleitung 3
Gegenüberstellung der nachgewiesenen Taxa von unverkohlten
und verkohlten Gramineen-Früchten 4
I. Die Auswertung aus den Dokumentationen 6
1. Die Grünlandvegetationen in den verschiedenen geographischen
Bereichen vom Neolithikum bis zum Mittelalter 6
Küstengebiet der südlichen Nordsee sowie drei weitere Fundorte 7
Nordfrankreich. Zwischen Rhein und Maas sowie östlich des Rheins 13
Mitteldeutschland 15
Süddeutschland 16
Nördliches Alpenvorland 20
2. Die Gramineen-Arten, vorwiegend aus Grünland, vom Neolithikum
bis zum Ende des Mittelalters, und der Vergleich mit
Arten heutiger Wirtschaftswiesen 23
3. Ursprüngliche und eingeschleppte Gramineen-Arten 29
4. Standortswechsel und Stellung zur heutigen Pflanzensoziologie 41
II. Dokumentation der Nachweise von unverkohlten Gramineen-Früchten vom
Neolithikum bis zum Ende des Mittelalters 42
Neolithikum 2 (ab Mittel- und Jungneolithikum) 42
Swifterbant im Ijsselmeer, Niederlande 42
Ödenahlen im Federsee-Ried, Süddeutschland 43
Niederwil am Egelsee, Schweiz 45
Zürich am Zürichsee, Schweiz 46
Twann am Bielersee, Schweiz 48
Brise-Lames, Auvernier am Neuenburger See, Schweiz 49
Clairvaux, Frankreich 49
Bronzezeit 50
Bodman-Schachen am Bodensee, Süddeutschland 50
Hoogkarspel-Watertoren, Niederlande 51
Eisenzeit 52
Leeuwarden, Niederlande 52
Vlaardingen-Broekpolder, Niederlande 52
Ezinge, Niederlande 53
Magdalenenberg bei Villingen, Süddeutschland 53
Fellbach-Schmiden, Süddeutschland 55
Tritsum, Niederlande 57
Paddepoel-Groningen, Niederlande 57
Römische Kaiserzeit 58
Sneek, Niederlande 58
chiedam-Kethel, Niederlande 59
Ouddorp-De Oude Oostdijk, Niederlande 59
Hambach, Rhein-Maas 59
Aachen-Burtscheid, Rhein-Maas 60
Xanten am Rhein 61
Oberaden, östlich des Rheins 63
Jemgum-Kloster a. d. Ems 63
Bentumersiel a. d. Ems 65
Archsum auf Sylt 66
Feddersen Wierde, Küstengebiet der Nordsee 66
Butzbach, Hessen 70
Osterburken, Süddeutschland 71
Welzheim, Süddeutschland 73
Oberwinterthur, Schweiz 76
Mittelalter 77
Kootwijk, Niederlande 77
Tzummarum-Monnikenterp, Niederlande 78
Den Helder-Het Torp, Niederlande 79
Leeuwarden, Niederlande 79
Burg Brüggen Kr. Viersen, Rhein-Maas 81
Mönchengladbach-Giesenkirchen, Rhein-Maas 81
Elisenhof/Eiderstedt, Norddeutschland 82
Haithabu, Norddeutschland 83
Klunderborg/Untere Ems 85
Hatzum/Untere Ems 85
Alte Boomburg/Untere Ems 86
Dunum/Ostfriesland 86
Lüneburg 87
Eschelbronn, Süddeutschland 87
III. Dokumentation der Nachweise von verkohlten Gramineen-Früchten vom
Neolithikum bis zum Ende des Mittelalters 89
Neolithikum 1 (Altneolithikum ) 89
Neolithikum 2 (Mittel- bis Endneolithikum) 89
Schöningen, Elbe-Weser 90
Hochdorf, Süddeutschland 90
Heilbronn-Klingenberg, Süddeutschland 91
Bronzezeit 91
Eisenzeit 91
Suippes. Dept. Marne, Frankreich 92
Frixheim-Anstel, Rhein-Maas 92
Langweiler, Rhein-Maas 93
Römische Kaiserzeit 93
Xanten am Rhein 94
Novaesium/Neuss am Rhein 94
Dormagen am Rhein 95
Friesheim, Rhein-Maas 96
Mittelalter 96
Zusammenfassung 97
Summary 98
Schriftenverzeichnis 100
Gesamtliste aller nachgewiesenen Gramineen-Arten 104
Zeittafel der in diesem Beitrag genannten vor- und frühgeschichtlichen Kulturperioden 105