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Martin Schmid:

Morphologie, Vergesellschaftung, Ökologie, Verbreitung und Gefährdung der Sumpf-Löwenzähne (Taraxacum sect. Palustria Dahlst., Asteraceae) Süddeutschlands

[Morphology, plant sociology, ecology, distribution and endangerment of swamp-dandelions Taraxacum sect. Palustria Dahlst., Asteraceae) in Southern Germany]

2003. IX, 268 Seiten, 86 Abbildungen, 14 Tabellen, 25 Raster-Verbreitungskarten, 23x31cm, 1250 g
Language: Deutsch

(Bibliotheca Botanica, Heft 155)

ISBN 978-3-510-48026-5, brosch., price: 178.00 €

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Keywords

MorphologieSumpf-LöwenzahnNaturschutzHessen

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Die vorliegende Arbeit dokumentiert die Vorkommen, klärt die systematische Zuordnung und liefert eine Ikonographie der 24 in Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland) nachgewiesenen Sumpflöwenzahn-Arten (Taraxacum sect.Pa1ustria). Es sind dies Taraxacum ancoriferum, T. austrinum, T. balticiforme, T. bavaricum, T. delanghei, T. dentatum, T. fiisicum, T. germamicum, T. heleocharis, T. hollandicum, T. irrigatum, T. madidum, T. memorabile, T. multilepis, T. neo-aellenii, T. palustre s. str., T. paucilobum, T. pauckertianum, T. pollichii‚ T. subalpinum, T. trilobifolium, T. turfosum, T. udum und T. vindobonense.
Im Morphologieteil werden alle vorkommenden Taxa anhand ausführlicher Beschreibungen und detaillierter Zeichnungen vorgestellt. Dabei wird auf besondere Kennzeichen und die Abgrenzungs- bzw. Verwechslungsmöglichkeiten der einzelnen Arten eingegangen. Außerdem wurde ein Bestimmungsschlüssel der in Süddeutschland nachgewiesenen Arten erstellt. Künftigen Bearbeitern dieser äußerst bestimmungs- kritischen Artengruppe soll so die Einarbeitung wesentlich erleichtert werden.
Im Ökologieteil der Arbeit werden verschiedene Aspekte der Ökologie und Pflanzensoziologie der Sumpflöwenzähne Süddeutschlands dargestellt. Das Erfassen von Geländedaten, vor allem durch die Dokumentation der Vergesellschaftung durch pflanzensoziologische Vegetationsaufnahmen, ermöglicht eine Beurteilung bzw. Differenzierung der Vergesell- schaftung und damit auch der Ökologie einzelner Arten der Sektion.

Synopsis top ↑

In South-Germany (Bavaria, Baden-Wuerttemberg, Rhineland-Palatinate and Saareland) 24 species of swamp-dandelions (Taraxacum sect. Palustria) have been recorded: T. ancoriferum, T. austrinum, T. balticiforme, T. bavaricum, T. delanghei, T. dentatum, T. frisicum, T. germanicum, T. heleocharis, T. hollandicum, T. irrigatum, T. madidum, T. memorabile, T. multilepis, T. neo-aellenii, T. palustre s. str., T. paucilobum, T. pauckertianum, T. pollichii, T. subalpinum, T. trilobifolium, T. turfosum, T. udum and T. vindobonense. In the morphological part of this thesis all 24 taxa are described, investigated and documented by several drawings of the different species. A key to the species of South-Germany is as well given.

Bespr.: Botanik und Naturschutz in Hessen Nr. 17, 2004 top ↑

Die Veröffentlichung, deren ausführlicher Titel die behandelten Themen präzise benennt, befasst sich mit einer der so genannten kritischen Artengruppen der einheimischen Flora. Im Vordergrund steht nicht die Taxonomie, die aus der vor einigen Jahren erschienenen Monographie von Kirschner und Stepánek übernommen wurde, vielmehr wird versucht, chorologische und ökologische Fragestellungen zu klären und die daraus resultierenden Folgerungen für den Artenschutz und den Naturschutz allgemein abzuleiten. Die Datenbasis wurde, was bei der heute oft bevorzugten Laborbotanik sehr anzuerkennen ist, hauptsächlich während umfangreicher Feldstudien gewonnen. Alle Arten wurden am Wuchsort aufgesucht, ihre Einbindung in die verschiedenen Wiesengesellschaften durch über 350 Vegetationsaufnahmen dokumentiert.

Der Morphologieteil beginnt mit einem Bestimmungsschlüssel, dann werden die 24 behandelten Arten ausführlich beschrieben und in gelungenen Zeichnungen abgebildet. Jeweils sind auch die Verwechslungsmöglichkeiten angegeben. Zusätzlich zu den Arten der Palustria ist Taraxacum tragopogon abgebildet, eine Art der Ruderalia, mit der T. subalpinum verwechselt werden kann. Insgesamt ist die Darstellung eine hervorragende Basis für den, der sich in die Gruppe einarbeiten möchte. Leider aber wird der exorbitante Preis des Bandes manchen abhalten, ihn sich zuzulegen.

Der Chorologieteil ist detailliert ausgearbeitet. Die Verbreitung der Arten ist in verschiedenen Maßstäben dargestellt, sodass ein guter Überblick über die großräumige Verbreitung in Mitteleuropa und Randgebieten (Punktkarten) und die regionale Verbreitung in Süddeutschland (Rasterkarten) vermittelt wird. Das genau bearbeitete Gebiet umfasst Bayern, Baden-Württemberg und das Saarland komplett sowie Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen teilweise. Die Rasterkarte umfasst die Spalten 04 bis 44 und die Zeilen 56 bis 86. Die Nachweise zu den Fundpunkten sind im Anhang aufgelistet.

Im Ökologieteil ist der Gesellschaftsanschluss der Arten anhand von Vegetationstabellen beschrieben. Sumpf-Löwenzähne wachsen hauptsächlich in Molinion- und Calthion-Gesellschaften, aber auch in feuchten Ausbildungen des Arrhenatherion und Cynosurion sowie im Caricion fuscae, davallianae und bicolori-atrofuscae. Die Darstellung der Standortsfaktoren ist weniger überzeugend als die übrigen Kapitel der Veröffentlichung. Zwar wurden Stickstoff- und Nährstoffgehalt des Bodens an 40 Fundorten gemessen, andere Faktoren aber wurden nur mittelbar anhand von Zeigerwerten berechnet, was eine umstrittene Methodik ist.

Die Untersuchungen belegen die mehr oder weniger große Gefährdung aller Palustria-Arten in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern, die mit dem Rückgang der Feuchtwiesen einhergeht. Wird die Gesamtverbreitung betrachtet, ist die Situation nur wenig günstiger: Nur vier Arten können als ungefährdet eingestuft werden, wenn auch die Vorkommen außerhalb Deutschlands berücksichtigt werden (Taraxacum balticum, T. paucilobum, T. subalpinum und T. vindobonense).

Karl Peter Buttler

Botanik und Naturschutz in Hessen Nr. 17, 2004

Bespr.: Berichte des naturw.-med. Vereins, Innsbruck Bd. 93 (2006) top ↑

Das vorliegende Werk entstand als Dissertation am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart und behandelt die 24 bislang in Süddeutschland nachgewiesenen Taxa der Sumpf-Löwenzähne (Taraxacum Sektion Palustria). Da somit auch die beiden unmittelbar an Österreich angrenzenden bundesdeutschen Länder Bayern und Baden-Württemberg in dieser Arbeit erfasst werden, ist die Darstellung auch für (West-) Österreich interessant. Die Arbeit, welche vorwiegend auf Feldstudien des Verfassers basiert, widmet sich vor allem der Morphologie, der Ökologie, der Chorologie und der Gefährdung der Sumpflöwenzähne. Nach einem kurzen Überblick über die Forschungsgeschichte der Palustria in Süddeutschland, ihrer Evolution sowie der Bedeutung der Apomixis für die Artbildung, folgen eine ausführliche Darstellung aller im Gebiet vorkommender Arten (inklusive ganzseitiger Strichzeichnungen des Autors) und eine ebenso ausführliche Analyse der Vergesellschaftung der einzelnen Arten in Süddeutschland. Weitere Kapitel widmen sich der vergleichenden Chorologie, der Gefährdung der Sektion in Süddeutschland sowie der Bedeutung der Erhaltung geeigneter Standorte innerhalb des süddeutschen Teilareals für den Naturschutz.

Die vorliegende Publikation behandelt die untersuchte Sektion der als bestimmungskritisch und daher als unterbearbeitet bekannten Gattung Taraxacum in vorbildlicher Ausführlichkeit. Insbesondere die Abschnitte zur Morphologie und Vergesellschaftung lassen kaum Wünsche offen. Für die Einarbeitung in die Sektion Palustria sind insbesondere der Bestimmungsschlüssel der Sumpflöwenzahn-Arten Süddeutschlands (pp. 13-16) sowie die darauf folgende Darstellung der Morphologie der süddeutschen Vertreter (pp. 17-82) relevant. Wie der Verfasser kritisch anmerkt ist allerdings mit diesem Schlüssel allein nicht in allen Fällen eine sichere Bestimmung gewährleistet.

Die im chorologischen Teil abgebildeten Punktkarten sind leider recht unscharf (große Punkte für die Vorkommen auf einer Karte mit grobem Maßstab), dies wird jedoch z.T. durch weitere auf die Verbreitung in Süddeutschland fokussierte Rasterkarten ausgeglichen.

Die an anderer Stelle kritisierte Verwendung der Zeigerwerte nach Ellenberg im ökologischen Teil (Horn in Ber. Bayer. Bot. Ges. 2004, 73/74: 257-259) fällt meiner Ansicht nach nicht negativ ins Gewicht, da diese Werte einen guten Einblick in die durchschnittlichen Standortansprüche der Begleitvegetation bieten und da dem Verfasser als Mitarbeiter eines Museums die notwendigen Gerätschaften für weitere chemische Analysen nicht zur Verfügung gestanden haben dürften.

Wer angesichts des astronomischen Preises [€ 178,- (D)] ein fest gebundenes Werk mit zahlreichen kostenaufwendigen Farbabbildungen erwartet wird erstaunt sein, dass es sich bei diesem 155. Heft in der Reihe Bibliotheca Botanica um ein recht großformatiges (23 x 31 cm) ``Soft-Cover-Buch'' handelt, in welchem farbige Abbildungen vollständig fehlen. Der hochinteressante Inhalt des Buches, welches die Einarbeitung in diese überschaubare und für den Naturschutz besonders relevante Gruppe der Gattung Taraxacum wesentlich erleichtert, machen jedoch eine Anschaffung für mit der botanischen Systematik und dem Naturschutz befasste Institutionen und wohl situierte Einzelpersonen dennoch interessant.

Ergänzend sei erwähnt, dass der Verfasser dieser Dissertation das Erscheinen der Arbeit wegen seines tragischen Unfalltodes nicht mehr erleben durfte. Ein Nachruf auf Martin Schmid ist in Band 72 (2002) der Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zu finden.

C. Zidorn (Innsbruck)

Bespr.: Ber. nat.-med. Verein Innsbruck, Bd. 93 (2006), S. 260-261 top ↑

Das vorliegende Werk entstand als Dissertation am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart und behandelt die 24 bislang in Süddeutschland nachgewiesenen Taxa der Sumpf- Löwenzähne (Taraxacum Sektion Palustria). Da somit auch die beiden unmittelbar an Österreich angrenzenden bundesdeutschen Länder Bayern und Baden-Württemberg in dieser Arbeit erfasst werden, ist die Darstellung auch für (West-) Österreich interessant.

Die Arbeit, welche vorwiegend auf Feldstudien des Verfassers basiert, widmet sich vor allem der Morphologie, der Ökologie, der Chorologie und der Gefährdung der Sumpflöwenzähne. Nach einem kurzen Überblick über die Forschungsgeschichte der Palustria in Süddeutschland, ihrer Evolution sowie der Bedeutung der Apomixis für die Artbildung, folgen eine ausführliche Darstellung aller im Gebiet vorkommender Arten (inklusive ganzseitiger Strichzeichnungen des Autors) und eine ebenso ausführliche Analyse der Vergesellschaftung der einzelnen Arten in Süddeutschland. Weitere Kapitel widmen sich der vergleichenden Chorologie, der Gefährdung der Sektion in Süddeutschland sowie der Bedeutung der Erhaltung geeigneter Standorte innerhalb des süddeutschen Teilareals für den Naturschutz.

Die vorliegende Publikation behandelt die untersuchte Sektion der als bestimmungskritisch und daher als unterbearbeitet bekannten Gattung Taraxacum in vorbildlicher Ausführlichkeit. 261 Insbesondere die Abschnitte zur Morphologie und Vergesellschaftung lassen kaum Wünsche offen. Für die Einarbeitung in die Sektion Palustria sind insbesondere der Bestimmungsschlüssel der Sumpflöwenzahn-Arten Süddeutschlands (pp. 13-16) sowie die darauf folgende Darstellung der Morphologie der süddeutschen Vertreter (pp. 17-82) relevant. Wie der Verfasser kritisch anmerkt ist allerdings mit diesem Schlüssel allein nicht in allen Fällen eine sichere Bestimmung gewährleistet. Die im chorologischen Teil abgebildeten Punktkarten sind leider recht unscharf (große Punkte für die Vorkommen auf einer Karte mit grobem Maßstab), dies wird jedoch z.T. durch weitere auf die Verbreitung in Süddeutschland fokussierte Rasterkarten ausgeglichen.

Die an anderer Stelle kritisierte Verwendung der Zeigerwerte nach Ellenberg im ökologischen Teil (Horn in Ber. Bayer. Bot. Ges. 2004, 73/74: 257-259) fällt meiner Ansicht nach nicht negativ ins Gewicht, da diese Werte einen guten Einblick in die durchschnittlichen Standortansprüche der Begleitvegetation bieten und da dem Verfasser als Mitarbeiter eines Museums die notwendigen Gerätschaften für weitere chemische Analysen nicht zur Verfügung gestanden haben dürften.

Wer angesichts des astronomischen Preises [€ 178,- (D)] ein fest gebundenes Werk mit zahlreichen kostenaufwändigen Farbabbildungen erwartet wird erstaunt sein, dass es sich bei diesem 155. Heft in der Reihe Bibliotheca Botanica um ein recht großformatiges (23 x 31 cm) "Soft-Cover-Buch" handelt, in welchem farbige Abbildungen vollständig fehlen. Der hochinteressante Inhalt des Buches, welches die Einarbeitung in diese überschaubare und für den Naturschutz besonders relevante Gruppe der Gattung Taraxacum wesentlich erleichtert, machen jedoch eine Anschaffung für mit der botanischen Systematik und dem Naturschutz befasste Institutionen und wohl situierte Einzelpersonen dennoch interessant.

Ergänzend sei erwähnt, dass der Verfasser dieser Dissertation das Erscheinen der Arbeit wegen seines tragischen Unfalltodes nicht mehr erleben durfte. Ein Nachruf auf Martin Schmid ist in Band 72 (2002) der Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zu finden.

Christian Zidorn (Innsbruck)

Ber. nat.-med. Verein Innsbruck, Bd. 93 (2006), S. 260-261

Inhaltsvezeichnis top ↑

1. Einleitung 1
1.1 Entwicklung der Erforschung der Sektion Palustria 1
1.2 Evolution der Sektion Palustria 2
1.3 Bedeutung der Apomixie für die Artbildung innerhalb der Sektion 5
1.4 Taxonomische Überlegungen 5
2. Morphologie der Sektion Palustria 8
2.1 Merkmale der Sektion Palustria 8
2.2 Bestimmungsschlüssel der Sumpflöwenzahn-Arten Süddeutschlands 13
2.3 Die Arten im morphologischen Überblick 17
3. Chromosomenzahlen der Sumpflöwenzähne Süddeutschlands 83
4. Ökologie 84
4.1 Boden-Faktoren 84
4.2 Pflanzensoziologie 91
4.3 Höhenverbreitung 127
4.4 Ökologische Zusammenhänge 129
4.5 Die Ökologie der Sumpflöwenzahn-Arten im Überblick 131
5. Vergleichende Chorologie 141
5.1 Wanderwege und Ausbildungen von Verbreitungsarealen 141
5.2 Ausbildung der Areale 144
5.3 Ozeanitäts- und Florenelementbestimmung 145
5.4 Areale der Sumpflöwenzähne Süddeutschland 146
5.5 Die Arten im Überblick 146
5.6 Fazit 173
6. Gefährdung der Sektion Palustria und ihrer Lebensräume 176
6.1 Regionale Gefährdungen 176
6.2 Die Arten im Überblick 180
6.3 Schlussfolgerungen für den Naturschutz 183
7. Abschließende Diskussion 185
8. Danksagungen 186
9. Literatur 188
10. Anhang 194