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GeoTop 2008 - Landschaften lesen lernen

12. internationale Jahrestagung der Fachsektion GeoTop der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften. 30. April - 4. Mai 2008 in Königslutter im Geopark Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen.

Hrsg.: Heinz-Gerd Röhling; Henning Zellmer

2008. 256 Seiten, zahlreiche Farbabb., 21x30cm, 850 g
Language: Deutsch

(Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, Heft 56)

ISBN 978-3-510-49203-9, brosch., price: 45.00 €

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GeotopGeoparkEiszeitgartenGeomorphologieKulturtourismus

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Inhaltsbeschreibung top ↑

Die Internationale Jahrestagung der Fachsektion Geotop der DGG 2008 in Königslutter im Geopark Harz-Braunschweiger Land stand unter dem Motto "Landschaften lesen lernen". Der hier vorliegende Band bietet einen Überblick über die Vorträge und Exkursionen des Treffens, das Zusammenwirken von Geo-, Natur- und Kulturtourismus und zeigt auf, welche Maßnahmen zum Erhalt der Geotope ergriffen werden müssen.

Bespr.: Mitt. d. Verb. d. dtsch. Höhlen- u. Karstforscher 4/2008 top ↑

Dieser Tagungsband zur letzten GeoTop-Tagung der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften unter der Überschrift „Landschaft lesen lernen“ gibt einen Überblick über die Tagungsvorträge und Exkursionen dieses Treffens. Unser Dachverband ist Mitglied in der Fachsektion GeoTop der DGG. Der Begriff Geotop bedeutet (griechisch) gä = Erde; topos = Ort. Geotope als „wichtige Orte der Erde“ sind geologische Seltenheiten mit regionaler oder nationaler Bedeutung und somit Zeugnisse der Erdgeschichte und repräsentieren eine Landschaft. Mit fast 40 Textbeiträgen und zwei Exkursionsführern zum nördlichen und westlichen Harz gibt das Heft einen Überblick über den aktuellen Arbeitsstand der Fachsektion GeoTop: von der Einrichtung und Zertifizierung von GeoParks, dem Geotopschutz und der Geologie und dem Landschaftsbild der Geotope mit dem, was der Mensch aus den geologischen Grundlagen errichtete: Geologie ist alles – vom Bodenschatz über dessen Gewinnung und Verarbeitung bis hin zur Veredelung und dem fertigen Produkt einerseits und andererseits der Verflechtung von Geo-, Natur- und Kulturtourismus.

Tagungsort war Königslutter im Geopark Harz-Braunschweiger Land – Ostfalen. GeoTope sensibilisieren die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit von Natur- und Umweltschutz um die Prozesse zum Werden unserer heutigen Umwelt zu verstehen.

Für uns Höhlenforscher interessant sind im besonderen die Beschreibung zur Entstehung des Erdfallsees Jues in Herzberg am Harz, der virtuelle Geopark Werdenfels, Garmisch-Partenkirchen, die Beschreibung von Höhlenbildungen in Hügelkreide bei Lägerdorf, die Vorstellung der „Harzer Dolomiten“, die Geotopkartierung im Geopark Ries und der Karst in den Albanischen Alpen.

Mit einem regelmäßigen „Tag des Geotopes“ im September eines jeden Jahres werden deutschlandweit unter anderem auch Höhlen- und Karstobjekte der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und zur Wertsteigerung der Geotope.

Stephan Marks

Mitteilungen des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. München Nr. 4/2008 Jg. 54, 4. Quartal, S. 125

Bespr.: Zentralblatt Geo. Pal. Teil II 2009 Heft 3/4 top ↑

Aus einer Vielzahl von Publikationen über das Thema „Geotope sowie deren Bedeutung und Schutz“ darf man die vorliegende wohl als eine der aufwendigsten ansehen. Beschränkten sich Vorgänger in der Regel auf eine geografische Einheit, meist innerhalb der Grenzen eines Bundeslandes, liegt hier nun ein Sammelband mit den unterschiedlichsten Themen zum Stichwort Geotope und deren Umfeld Lehrbücher, zusammenf. Darstellungen, Bibliographien 583 vor, nicht regional beschränkt, sondern die Themen reichen von Europa bis hin nach Südamerika. Schwerpunkt jedoch bleiben die Geotope Deutschlands. Das Werk schließt mit Berichten über zwei Exkursionen in den Harz.

Doch wenden wir uns nun den Details zu. Nach einem zwölfseitigen „Vorspann“ mit Inhaltsverzeichnis, Grußwort und Vorwort, aufgelockert durch Werbung, so des Geoparks Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen sowie des Geo-Naturparks Bergstraße – Odenwald mit Hinweisen auf die Grube Messel und schließlich der Industrie (nicht nur hier) folgen auf sechs Seiten Kurzfassungen zu den unterschiedlichsten, überregionalen Themen von der Wahrnehmung über Entwicklungskonzepte bis hin zu konkreten Ergebnissen.

32 Beiträge, verteilt über 115 Seiten und dem Thema Geotope und damit verbundene Naturerscheinungen bilden jedoch den eigentlichen Schwerpunkt im vorliegenden Band. Ein lokaler Bezug zum Tagungsort Königslutter tritt nur wenig in Erscheinung. Neben sehr unterschiedlichen Hinweisen auf Geotope einzelner Bundesländer gibt es Berichte über Albanien, Spanien und, wie bereits erwähnt, Südamerika. Die Texte sind bis auf Ausnahmen (englisch) in deutscher Sprache abgefaßt. Der Umfang der Bebilderung, durchweg farbig, hält sich in Grenzen, ist aber dennoch recht ansprechend und informativ.

Zwei über 21 Seiten verteilte Exkursionsberichte, einmal den nördlichen Harzrand bei Blankenburg und den Mittelharz betreffend, zum anderen den westlichen Harz, schließen diesen Band ab. Auch hier findet man eine durchgehend farbige, nicht übertrieben Bebilderung sowie erklärende Darstellungen (Profile, Skizzen). Allgemein bürgen die Namen der Autoren – ein Großteil von ihnen ist der Fachwelt nicht gerade unbekannt – für eine gute Darstellung des jeweiligen Themas. Und für alle Kapitel gibt es ausreichende Literaturverzeichnisse.

J. NIEMEYER

Zentralblatt Geo. Pal. Teil II 2009 Heft 3/4

Bespr.: der Aufschluss Ausgabe 5 September/Oktober 2009 top ↑

Im niedersächsischen Königslutter fand unter dem Motto „GeoTop 2008 – Landschaften lesen lernen“, die 12. Internationale Jahrestagung der Fachsektion GeoTop der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften statt. Die Ergebnisse liegen jetzt gedruckt vor, getrennt nach den Rubriken Kurzfassungen (4), Beiträge (32) und Exkursionen (2). Bei den „Beiträgen“ handelt es sich wohl um erweiterte Kurzfassungen von Vorträgen oder Postern; diese hätten mit den wenigen „echten“ Kurzfassungen durchaus zu einem Block zusammengefasst werden können. Dafür hätte man besser eine Strukturierung nach thematischen und regionalen Zusammenhängen vornehmen können, was leider versäumt worden ist. So ist der Nutzer dieses an sich wertvollen Bandes gezwungen, zunächst einmal das gesamte Inhaltsverzeichnis nach ihn interessierenden Beiträgen durchzuforsten.

Die überwiegende Zahl der Beiträge rankt sich um die Begriffe Geotop und Geopark, wobei Deutschland den regionalen Schwerpunkt bildet. In dem Beitrag von U. LAGALLY „Machen Nationale GeoParks in Deutschland denn überhaupt Sinn?“ (S. 112-116), der eigentlich ganz an den Anfang gehört hätte, wird in die Thematik eingeführt. In die abgebildete Geologische Karte von Deutschland sind bereits zertifizierte „Nationale Geoparks“ (Stand: Februar 2008) eingezeichnet, was bei der visuellen Orientierung von Nutzen ist. Sodann wird auf „Ziele, Anforderungen und Gefährdungen der Geopark-Idee“ aufmerksam gemacht. Für den Leser ist eine klare Definition der Begriffe „»Geopark« - National, Europa- und UNESCO-zertifiziert“ hilfreich, um die Geopark- Diskussion in ihren unterschiedlichen Facetten nachvollziehen zu können. Das gilt umso mehr, als die Geopark-Idee noch jung ist und die ersten europäischen Geoparks erst in den 1990er Jahren gegründet wurden. Für die verschiedenen Geopark-Initiativen ist es offensichtlich ein erklärtes Ziel, in die Riege der „Nationalen Geoparks“ aufgenommen zu werden. Zertifiziert wurden bislang zehn Geoparks. Um allerdings einer Inflation vorzubeugen, fragt der Autor kritisch: „Gütesiegel »Nationaler GeoPark« – wie hoch liegt die Latte?“.

Eine größere Zahl von Beiträgen thematisiert den Geopark „Harz · Braunschweiger Land · Ostfalen“, der bereits „Nationaler Geopark“ ist und darüber hinaus als „Europäischer Geopark“ anerkannt sowie in das „UNESCO Global Network of National Geoparks“ aufgenommen wurde (vgl. Rezensionen im „Aufschluss“, 59: S. 154 und 160). Es soll hier nur kurz auf zwei dieser Beiträge eingegangen werden. Im Beitrag „Von der Klassischen Quadratmeile der Geologie zum Geopark. Der Harz und sein geologisches und bergbauliches Erbe“ (R. MÜLLER et al., S. 132-145) wird der Harz unter verschiedenen Aspekten behandelt. So schließt sich an eine „Übersicht über die Geologie des Harzes“ die Diskussion zur „Problematik Harzer Geotope“ an. In dem Zusammenhang wird auf Interessenkonflikte zwischen Naturschutz, Denkmalpflege und Geopark hingewiesen, die auch andernorts zu Spannungen führen können. An konkreten Beispielen werden geologisch und paläontologisch bedeutsame Aufschlüsse vorgestellt, wie der Steinbruch Langenberg bei Oker, der Reste unterschiedlicher Krokodil-Arten aus dem Ober-Jura geliefert hat, sodann Karbon-Fundstätten im Harz und im Raum Magdeburg, die nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Trilobiten Mitteleuropas von Bedeutung sind. Schließlich wird mit der Typus-Lokalität des Kellwasser-Kalkes ein Aufschluss von erdgeschichtlich höchster Priorität vorgestellt. Ein bedeutsamer und richtungweisender Aspekt im Rahmen der Diskussion um Geoparks wird in dem Beitrag „Sammlungen und Wissenschaft – Wichtige Perspektive und mögliches Alleinstellungsmerkmal für den Geopark Harz · Braunschweiger Land · Ostfalen“ (V. WILDE et al., S. 231-234) angesprochen. Neben den Funktionen Tourismus, Bildung und Geotopschutz wird als zusätzliche Funktion eines Geoparks herausgestellt, dass dieser auch ein Kristallisationspunkt für wissenschaftliche Forschung sein müsse, was in den Richtlinien der Geoparks ausdrücklich gefordert sei. In dem Zusammenhang wird deshalb auf die „Betreuung und Aufnahme von Sammlungsmaterial einschließlich Bohrkernen“ hingewiesen und auf die „Übernahme einer Schnittstellenfunktion zu Privatsammlern“. Diese Funktionen wurden in der Vergangenheit häufig von Universitäten und Museen übernommen, können aber in vielen Fällen, das gilt insbesondere für die Universitäten mit ihren nicht selten sehr alten und wertvollen Sammlungen, zumeist aufgrund einer bedauernswerten personellen Mangelsituation, nicht mehr in dem geforderten Maße erfüllt werden. Auch das Angebot, weitere Aufgaben zu übernehmen, wie „die Durchführung bzw. Unterstützung und Begleitung von wissenschaftlichen Exkursionen für Hochschulen“ oder die „Unterstützung bei der Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse“, zeigt auf, dass sich hier offensichtlich eine „Marktlücke“ auftut, die von den aufstrebenden Geoparks konsequent und mit großem Enthusiasmus wahrgenommen wird.

Neben weiteren „Nationalen Geoparks“, wie „Nördlinger Ries“ (G. PÖSGES et al., S. 167-173), „Bergstraße-Odenwald“(J. WEBER, S. 225-230), „Ruhrgebiet“ (V. MÜGGE & V. WREDE, S. 126-131) oder „Mecklenburgische Eiszeitlandschaft“ (H. STRÜ- BING, S. 200-207), kommen Geoparks zu Worte, die ihre Aufwertung zum „Nationalen Geopark“ noch anstreben, so die Geoparks „Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen“ (St. BRAUNER et al., S. 15-16) und „Kyffhäuser“ (M. KAPS, S. 103-106) sowie der „Bayerisch-Böhmische Geopark“ (A. PETEREK, S. 163-166), der einen länderübergreifenden Ansatz verfolgt. Ganz im Sinne einer internationalen Tagung wurde natürlich auch über den Tellerrand hinaus geblickt, wie der Beitrag von St. GÖRLITZ (S. 74-78) zum Thema „Südamerikanische Ergänzungen zur Landschaftsinterpretation – der „Cíclo de Indagación“ dokumentiert.

Der vorliegende Band „GeoTop 2008 – Landschaften lesen lernen“ bietet eine Fülle von Informationen und Anregungen. Wer sich deshalb für Geotope interessiert (vgl. Rezension im „Aufschluss“, 59: S. 102) und über den aktuellen Diskussionsstand zum Thema „Geoparks“ unterrichtet sein möchte, der sollte sich Heft 56 der „Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften“ zulegen.

Norbert HAUSCHKE, Halle (Saale)

der Aufschluss Ausgabe 5 September/Oktober 2009

Bespr.: der Aufschluss Ausgabe 5 September/Oktober 2009 top ↑

Geotope sind, eingebunden in vielfältige Landschaften, besonders schützenswerte geologische Objekte, die dem Besucher Erkenntnisse über die Bildung und Entwicklung der Erde und des Lebens vermitteln. Für verschiedenste Zielgruppen, nicht nur aus der Wissenschaft, sondern auch und vor allem aus den Bereichen der Natur- und Heimatkunde sowie aus der breiten Öffentlichkeit sind Geotope Dokumente von besonderem Wert. Geoparks und vor allem Nationale Geoparks vereinen ein Ensemble von bedeutsamen Geotopen. Die Beiträge zur Jahrestagung GeoTop 2008 präsentieren verschiedenste Geotope und Geoparks aus dem Inund Ausland. Aktivitäten der Organisationen, Konzepte und Überlegungen zu Geodidaktik, Öffentlichkeitsarbeit und Internetauftritten werden erläutert. Hinzu kommen die Beschreibungen zweier Exkursionen: „Exkursion am nördlichen Harzrand bei Blankenburg und im Mittelharz“ sowie „Exkursion in den Westlichen Harz.

Dorothee MERTMANN, Halle (Saale)

der Aufschluss Ausgabe 5 September/Oktober 2009, Seite 240

Rezension: Zeitschrift für Geomorphologie N.F. 54/3, 2010 top ↑

In der Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (SDGG) wurde als Heft 56 unter der Herausgeberschaft von Heinz-Gerd Röhling und Henning Zellmer die zusammenfassende Publikation der Beiträge zur zwölften internationalen Jahrestagung der Fachsektion GeoTop der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften vom 30. April bis zum 04. Mai 2008 in Königslutter vorgelegt.

Die Tagung sowie der hierauf basierende Tagungsband stehen unter dem Leitmotiv „Landschaften lesen lernen“. Dieses Leitmotiv soll als Grundlage sowohl für die einzelnen Beiträge als auch für die Auswahl der Autoren dienen, die in einem transdisziplinären Ansatz geowissenschaftliche Sachverhalte einer breiten Öffentlichkeit nicht nur verständlich machen möchten, sondern auch die Faszination für Geopotentiale bei Nicht-Fachgeologen zu wecken versuchen. Demzufolge spannt sich der Bogen der einzelnen Beiträge von Kurzfassungen aktueller Dissertationsvorhaben (u. a. Bissig & Kozlik) über Berichte aus den Arbeiten nationaler und internationaler Geoparks (u. a. Brauner et al.) bis hin zu spezifischen geologischenGebietsbeschreibungen (u. a. Cina). Integriert sind ferner Beiträge, die sich mit archäolo - gischen (Blaich & Zellmer) oder waldpädagogischen Fragestellungen (Garthe) beschäftigen.

Bedingt durch die Grundstruktur als Tagungsband mit insgesamt 40 Beiträgen von 75 Autoren sind die einzelnen Beiträge sehr unterschiedlich strukturiert und differieren auch bezogen auf Inhalte und Sprachstil deutlich. Dies gilt gleichermaßen für die Länge der einzelnen Beiträge und den Grad ihrer wissenschaftlichen Ausrichtung. So finden sich sowohl sehr kurze Beiträge (u. a. die einseitigen Kurzfassungen zu Beginn), als auch vergleichsweise längere Artikel (u. a. Engelbrecht mit insgesamt fünfzehn Seiten). Während zahlreiche Beiträge eine fundierte Auseinandersetzung mit der aktuellen wissenschaftlichen Literatur erkennen lassen, sind gleichermaßen Beiträge integriert, die eine reine Beschreibung der momentanen Situation im jeweiligen Geopark beinhalten, ohne weitergehende Literaturverweise (u. a. Peterek sowie Pösges et al.). Die überwiegende Mehrzahl der Beiträge ist in deutscher Sprache verfasst, lediglich vier Beiträge wurden auf englisch eingereicht. Diese Beiträge stammen, mit Ausnahme des Beitrages von Diestel, von ausländischen Teilnehmern der Tagung.

Die generelle Problematik der Veröffentlichung unterschiedlicher Beiträge einer Tagung in einer Tagungsdokumentation zeigt sich auch im vorliegenden Fall. Die recht heterogene Struktur der einzelnen Beiträge sowie die gewählte Sortierung in alphabetischer Reihenfolge nach dem jeweiligen Hauptautor führt dazu, dass sich grundlegende Artikel, die zu einer intensiven fachlichen Diskussion innerhalb der Geowissenschaften anregen sollten, in Gemengelage mit spezifischen Einzelfallbeschreibungen befinden, die höchstwahrscheinlich nur für einen eingeschränkten Leserkreis von Interesse sind. Hier wäre eine stärkere Stringenz der Herausgeber wünschenswert gewesen. Der Tagungsband hätte erheblich gewonnen, wenn die Beiträge zu Themenbereichen zusammengefasst worden wären. Eine gewisse Stringenz wäre auch in Bezug auf das Leitmotiv der Tagung „Landschaften lesen lernen“ hilfreich gewesen, da sich eine Berücksichtigung dieses Leitmotivs in einigen Beiträgen nur sehr schwer erkennen lässt.

Sehr lesenswert und v.a. als Ausgangspunkt einer vertieften Diskussion zu empfehlen, sind die grundlegenden Betrachtungen von Lagally zur Sinnhaftigkeit der Nationalen Geo- Parks in der Bundesrepublik Deutschland. Dieser Artikel sollte, insbesondere in Anbetracht der weiterhin wachsenden Anzahl an Geoparks, eine grundlegende Auseinandersetzung über Sinn und Zweck der fast schon inflationären Verwendung des Geopark-Begriffes initiieren. Dies gilt insbesondere für Gebiete, deren geowissenschaftliche Qualität bzw. Vermittelbarkeit an Laien, Lagally berechtigterweise als fraglich einstuft. Eine intensive Diskussion verdient gleichermaßen die von Mügge und Röber geforderte Ausarbeitung eines Handbuches zur Geodidaktik, welches als grundlegende Basis für einen erfolgreichen Geotourismus, v.a. in Anbetracht der in der Umsetzungspraxis immer noch häufig zu konstatierenden unzureichenden Vermittlungsansätze, eine hohe Relevanz aufweist.

Zur Anregung dieser, sowohl aus geowissenschaftlicher als auch aus tourismuspraktischer Sicht dringend notwendigen Diskussionen wäre ein zusammenfassender Beitrag der Herausgeber wünschenswert gewesen, der das Leitmotiv der Tagung „Landschaft lesen lernen“ mit Hilfe der einzelnen Beiträge in einen Gesamtzusammenhang einordnet. So bleibt es dem Leser überlassen, diesem Leitmotiv nachzuspüren und sich aus der Vielfalt der teilweise sehr fundierten Einzelbeiträge das jeweils Interessante zusammenzusuchen.

Heidi Megerle, Rottenburg

Zeitschrift für Geomorphologie N.F. 54/3, 2010, S. 409-410

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Grußwort 7
Vorwort 9
Kurzfassungen 13
Wahrnehmung von geomorphologischen und geologischen
Landschaftselementen und Interpretationsmöglichkeiten mittels des
3-Geschichten Modells
Geraldine Bissig & Lenka Kozlik 14
Der Geopark Thüringen Inselsberg - Drei Gleichen Stephan Brauner,
Kerstin Fohlert & Sylvia Reyer 15
Die Verknüpfung von Geo-, Natur- und Kulturtourismus Hans Domnick 17
Entstehung des Erdfallsees Jues in Herzberg am Harz vor 12.916 Jahren
Dieter Meischner & Eberhard Grüger 19
Beiträge 21
Geotopkartierung im Geopark Ries
Ralf Barfeld, Gisela Pösges & Dieter Stöffler 22
Die ottonische Pfalz Werla – Überlegungen zu Baugrund und Baugestein
Markus C. Blaich & Henning Zellmer 27
Koman landscape and dawsonite rare mineral deposit, Northern Albania
Aleksander Cina 40
„Why should I preserve landscapes“? Some reflexions and proposals regarding
environmental education
Heiko Diestel 44
Der virtuelle Geopark Werdenfels (Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Bayern):
eine Möglichkeit, Landschaft zu lesen und zu begreifen
Hubert Engelbrecht 47
Die Bäume sprechen lassen
Natur- und Kulturinterpretation als Instrument der Waldpädagogik
Christopher Garthe 63
Landmarken im südlichen Teil des Geoparks Harz . Braunschweiger Land .
Ostfalen
Klaus George 71
Südamerikanische Ergänzungen zur Landschaftsinterpretation –
der „Cíclo de Indagación“
Stefan Görlitz 74
Der Totenstein in den Königshainer Bergen
Kurt Goth 79
Stand des Geotopschutzes in Schleswig-Holstein - 2008
Alf Grube 83
The Rambla de Valdemiedes Geosite near Murero (Iberian Chains, NE Spain):
Sedimentary Rocks and Biodiversity across the Lower-Middle Cambrian Boundary
Maria Eugenia Dies Álvarez, Hans-Jürgen Gursky, Eladio Liñán,
José Antonio Andres, Jorge Esteve, José Antonio Gámez Vintaned,
Rodolfo Gozalo, Eduardo Mayoral, Javier Rubio, Samuel A. Zamora Iranzo 90
„Geologie ist…” – Österreichische Initiativen anlässlich des „Internationalen
Jahres des Planeten Erde“
Thomas Hofmann 97
Der Thüringer GeoPark Kyffhäuser - eine regionale Initiative
Marion Kaps 103
Der Eiszeitgarten - Ein Umweltlernort am Museum Schloss Salder in Salzgitter
Elke Keese & Christine Kellner-Depner 107
Machen Nationale GeoParks in Deutschland denn überhaupt Sinn?
Ulrich Laga lly 112
Findlinge und Findlingsgärten in Niedersachsen
Klaus-Dieter Meyer 117
Kleines Handbuch der Geodidaktik?
Vera Mügge & Stefan Röber 123
Georoute Ruhr – durch das Tal des schwarzen Goldes. Ein Projekt des
GeoParks Ruhrgebiet
Vera Mügge & Volker Wrede 126
Von der Klassischen Quadratmeile der Geologie zum Geopark
Der Harz und sein geologisches und bergbauliches Erbe
Rainer Müller, Carsten Brauckmann, Elke Gröning, Hans Joachim Franzke &
Hans-Jürgen Gursky 132
Die „Harzer Dolomiten“ – Natur- und Landschaftsinterpretation unter-
und übertage
Ralf Nielbock 146
Geo-touristic aspects of the Albanian Alps
Kajtim Onuzi, Peter Fruehmann, Petrit Imeraj & Martin Legisi152
Bayerisch-Böhmischer Geopark. Bewegte Erde in Europas geologischer Mitte
Andreas Peterek 163
Der Geopark Ries in Süddeutschland
Gisela Pösges, Ralf Barfeld & Dieter Stöffler 167
Das montanhistorische Erbe in der Region des UNESCO-Geoparks Harz.
Braunschweiger Land. Ostfalen. Forschung, museale Umsetzung und
touristische Nutzung
Helmut Radday 174
“In der Kultur der Geologie auf der Spur “ – Zur neuen Präsentation
geowissenschaftlicher Themen in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Wilfried Rosendahl 192
Die Internetpräsentation des Geotopkatasters von Mecklenburg-Vorpommern
Karsten Schütze 196
6 Jahre Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft – ein Newsletter
im „Internationalen Jahr des Planeten Erde 2008“
Helmold Strübing 200
Temporäre Aufschlüsse – Geotope von morgen
Matthias Thomae 208
25 Jahre Karstwanderweg Südharz – Erwartungen und Chancen
Firouz Vladi 215
„Aus der Region – für die Region“. Ein Appell zur Verwendung und
Nutzung lokaler und regionaler Gesteinsvorkommen am Beispiel von
Park- und Grünanlagen
Thomas Wardenbach 221
Erdgeschichte, Natur und Kunst zur Vermittlung von Landschaftserlebnissen
im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald
Jutta Weber 225
Sammlungen und Wissenschaft - Wichtige Perspektive und mögliches
Alleinstellungsmerkmal für den Geopark Harz . Braunschweiger Land .
Ostfalen
Volker Wilde, Henning Zellmer, Carsten Brauckmann & Klaus George 231
Exkursionen 235
Exkursion am nördlichen Harzrand bei Blankenburg und im Mittelharz
Hans Joachim Franzke & Rainer Müller 236
Exkursion in den Westlichen Harz
Carsten Brauckmann, Friedhart Knolle, Rainer Müller, Ralf Nielbock,
Helmut Radday, Heinz-Gerd Röhling 246