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Ilse Seibold:

Die Geologen und die Künste

[Geologists and the Arts]

2001. 154 Seiten, 76 Abbildungen, 17x22cm, 410 g
Language: Deutsch

(Kleine Senckenberg-Reihe, Band 39)

ISBN 978-3-510-61327-4, brosch., price: 29.80 €

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Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Wissenschaft und Kunst
...sind zwei verschiedene Bereiche, die dennoch in vieler Hinsicht miteinander verbunden sind. Künstler haben sich für die Wissenschaften interessiert, wie sich umgekehrt Wissenschaftler als Amateure mit den Künsten auseinandergesetzt haben. Dazu Aspekt, und zwar im Hinblick auf den zweiten Aspekt soll die vorliegende Studie für die Geologie einen Beitrag liefern.

Auf welche Weise die Auseinandersetzung der Wissenschaftler mit den Künsten stattfand hat die Autorin, die selbst Geologin ist anhand von 76 Kunstwerken, die vierfarbig reproduziert wurden, dargestellt und kommentiert.

Bespr.: Der Aufschluss 3, Jg. 53, 2002 top ↑

Dass sich viele Geowissenschaftler nicht nur fachlich sondern auch künstlerisch mit Natur und Arbeit auseinandersetzen, zeigt dieses in der Kleinen Senckenberg-Reihe erschienene Heft. Auf 150 Seiten sind auf hochwertigem Papier 76 Abbildungen von fast allen Geologengenerationen u.a. von Hans CLOOS, Friedrich August von ALBERTI, Johannes WALTER und Walter STEINER zu sehen. Die Zeichnungen und Malereien sind chronologisch geordnet und in Ansichten, die sich meist mit der Natur auseinandersetzen und Einsichten, welche dann eher in den Bereich der Karikatruen einzuordnen sind, unterteilt. Kurzbiographien, verbunden mit Zitaten die "Geokünstler", geben ein kurzes Bild der Persönlichkeit und deren Verbindung zu den Werken, die sich allerdings auf freie, vom Fach gelöster künstlerischer Tätigkeit beschränken.

Sonderfälle wie Scherenschnitte und am Ende des Buches eine kurze Ausführung zur Musik und Poesie einzelner Geowissenschaftler runden die Thematik ab.

Das Buch gibt einen interessanten Einblick in eine ganz andere SEite der Geowissenscahften und läßt den Leser an einigen Stellen über die künstlerischen Fähigkeiten einiger Geowissenschaftler staunen, aber auch über die selbstkritischen Karikaturen schmunzeln.

Uwe König, Halle (Saale)

Der Aufschluss 3, Jg. 53, 2002

Bespr.: Nachrichtenblatt zur Geschichte d. Geowissensch. Nr. 12, 2002 top ↑

Dass bestimmten Berufsgruppen eine ausgeprägte Affinität zu bestimmten Künsten bescheinigt wird, so beispielsweise den Medizinern die zur Musik, ist allgemein bekannt und auch belegt. Dass etliche Geowissenschaftler sich zu den schönen Künsten hingezogen fühlen und sie ausüben, dürfte hingegen manchen überraschen, weniger allerdings die Geowissenschaftler selber, denn "Zeichnen ist geführtes Sehen" (S. 36 f.), und sowohl Sehen als auch Analysieren gehören zu den wesentlichen Voraussetzungen fiir ihren Beruf. Dies herausgestellt und an vielen - sehr unterschiedlichen - Beispielen aus den beiden letzten Jahrhunderten verdeutlicht zu haben, ist das Verdienst der Autorin. Hierfür gebührt ihr Lob und Dank.

Die Autorin faßt die künstlerisch tätigen Kollegen unterschiedlicher Fachrichtungen in tote jedoch nicht als "Geowissenschaftler" zusammen, "weil die Sammlung keine Beispiele von Geographen enthält" (siehe "Vorwort") - ein für mich nicht stichhaltiger Grund. Sie spricht deshalb von "Geokünstlern". Diese Bezeichnung halte ich für wenig geglückt, zum einen weil es sich nicht um geowissenschaftlich tätige Künstler handelt, sondern um künstlerisch tätige Geowissenschaftler, und zum anderen weil "Geo" nicht oder nicht ausschließlich das Medium ihres künstlerischen Tuns ist, wie beispielsweise im Falle der Vertreter der LandArt. Es ist vielmehr das Objekt ihrer Darstellung, wenn es denn überhaupt bewußt erdebezogen ist, nämlich die Landschaft und ihre Struktur im Großen und Kleinen, das sie fasziniert und anregt. Doch darüber hinaus ist die Themenvielfalt überraschend groß.

Die Broschüre wird gegliedert nach "Die Zeichnungen" und "Die Malerei" und innerhalb dieser Techniken nach "Ansichten" - der "Darstellung von Gesehenem" - und "Einsichten" - den "Bildereng von Gedachtem, das bis ins Abstrakte, in einem Fall bis ins Surrealistische reicht" (S. 6). Eine Sonderform stellen Scherenschnitte dar. Besonders erwähnenswert sind Karrikaturen und das Malen mit einer Farbtinktur aus Braunkohlen.

In dieses Gliederungsschema werden insgesamt 38, meist deutschsprachige künstlerisch tätige Geowissenschaftler nach ihrem Geburtsjahr, beginnend mit dem ältesten, eingeordnet. Überraschen dürfte, dass der international anerkannte dänische Künstler PER KIRKEBY von Hause aus promovierter Geologe ist. KARL RODE und ADOLF PAPP studierten neben Geologie und Paläontologie auch Malerei und Kunstgeschichte. Andere, wie beispielsweise RUDOLF BLASER und HERMANN VEDAS, ließen sich während ihrer Berufszeit oder nach ihrer Pensionierung in der Malerei (weiter) ausbilden.

Dass unter den künstlerisch tätigen Geowissenschaftlern so gut wie keine Frauen zu finden sind - ILSE SEIBOLD erwähnt als einzige IDA VALETON (S. 5) -, dürfte darin begründet sein, dass Frauen erst seit den 1960er Jahren vermehrt die Geowissenschaften für sich entdecken. Zum Schluß geht die Autorin noch kurz auf die Verbindungen einiger Geowissenschaftler zu Musik und Poesie ein. Jedem an der Geschichte der Geowissenschaften Interessierten kann diese Broschüre wärmstens empfohlen werden. Die schönen, zum Teil farbigen Bildtafeln sind staunenswerte Zeugnisse künstlerisch tätiger Kollegen und lassen in der Tat vielfältige Einsichten zu. ILSE SEIBOLD hat mit ihrem Werk einen Anstoß gegeben, der zu weiteren Nachforschungen und Entdeckungen, auch auf dem Gebiet der übrigen Künste, verlockt. Ein weites Feld harrt der Beackerung.

Bei einer Neuauflage sollte berücksichtigt werden, dass es auf S. 32, 3. Zeile von unten, statt Bensheim (Bergisch Gladbach-)Bensberg heißen muß, auf S. 71, 4. Zeile von oben, Carte statt Carl und auf S. 154 das Zitat bei Strauch: Strauch, F. (1998): Nachruf auf Heinrich Karl Erben. - Jb. 1997 Akad. Wiss. u. Lit. Mainz, 48: 114 - 117; Stuttgart. Außerdem muß es auf S. 154 statt Wunderlich, J., Wiefel, J., heißen.

Dr. Oskar Burghardt

Nachrichtenblatt zur Geschichte der Geowissenschaften Nr. 12, 2002

Rev.:Interdisciplinary Science Reviews, 2002, vol. 27, no.2 top ↑

Looking at a mountain, a geologist will see a story covering many millions of years. Each cliff, ledge, or cranny will tell a part of this story, speaking oft he rise of magmas, fluctuating sea levels, changing climate, successive generations of living organisms, spreading oceans, deep subductions, and colliding continents. We often wonder how the unfortunate non-geologists can really appreciate a mountain view!

There is no better way of understanding a mountain than trying to draw it. Albert Heim (1849-1937) founded a 'Swiss' school of draughtsmen-geologists. He insisted that 'Seeing is the foundation of drawing, and we see and observe witht he necessary earnestness only when we are obliged to draw it. Heim was a positivist, and he believed that drawing led indeed to an objective rendering of the facts. He himself honestly recorded features which contradicted his theories, though he failed to admit the consequences of his own observations. At the same time, Heim upheld that drawing had the advantage over photography in that it allowed the essential to be stressed and accidental forms to be neglected. Not every scientist will consider the same traits to be 'essential'.My teacher Rudolf Staub (1890-1961) also made us draw outcrops and views of mountainsides. He told us that cross-sections had to be beautiful in order be correct. But beauty is in the eye of the beholder; and 'beautiful' may just as well mean 'drawn according to my concepts'. Staub was a Neo-Romantic, relying on intuition as much as on logical deduction. In this he shared ground with theP lato fed romantic poets, such as Friedrich Hölderlin or John Keats ('Beauty istr uth, truth beauty - that is all / Ye know on earth, and all ye need to know'). Beauty and truth are not quite acceptable scientific terms. However geology is a rather inexact science, at least in its historical aspects, and will allow for some esprit de finesse besides the necessary esprit de geometrie.

The scientific publications of many distinguished geologists contain magnificent drawings, diagrams, and sections. Apart from Heim, we may cite the German Hans Cloos, the American Philip King, and the Frenchman Leon Moret. I admired Augusto Gansser (born 1910). He used to draw admirably clear blackboard sketches with his left hand, simultaneously writing the legend to the right. Itw as not so easy for his students to keep up. Dr Ilse Seibold is a geologist, and the wife of the well known geologist Eugen Seibold. She has published on micropalaeontology and on the history of geology.S he has also written a little book on the joys and tribulations of living with a geology professor, which, according to an authority whom I consulted at our breakfast table, provides a very fair account. Ilse and Eugen Seibold are the directors of the Geologenarchiv at Freiburg, where interesting documents on geologists and the history of geology are preserved. The volume under examination is, in part at least, an outcome of this activity.

The author has consistently excluded published scientific figures. In a way, this may be regretted, as their inclusion would have illustrated the fluctuating boundary between science and art. Her book is thus limited to the non-scientific drawings and paintings of geologists. It contains seventy-six figures, in good colour reproductions (as far as can be judged without knowing the originals), characterising thirty-eight geologists, all of them male, with birth dates between 1800 and 1938. With the exception of a Frenchman and a Dane, they come from Germany, Austria, and the German speaking part of Switzerland. Short biographies and some general remarks provide the necessary background. Unavoidably, there are some omissions. The precise and often atmosphere laden paintings of Hans-Conrad Escher (1767-1823) are not mentioned,2 nor are the charming watercolours of Augustin Lombard (1905-97).3

In what ways do the pictorial efforts of geologists differ from those of, say, dentists, on which we may have to comment, politely though indistinctly, during consultations? In her summary Seibold stresses the predominance of landscapes, both familiar surroundings and exotic places which the geologists have visited for their work or leisure. Apart from early examples, from a time when drawing was necessary for the illustration of scientific papers, surprisingly few of these pictures show 'geological' feeling for landscape, as if their authors hadt ried to separate their addiction from their profession. Notable exceptions are provided by the micropalaeontologist Dietrich Herm (born 1933; especially p. 111) and the oceanographer Wolf H. Berger (born 1937; p. 115). Among field oriented geologists, Wilhelm Paulcke (1873-1949; especially p. 84) deserves a special mention.

There are few portraits. Those by Heim (pp. 18-19) are very distinctive, the rapid sketches by Martin Schwarzbach (born 1907; pp. 32-33) quite delightful. Architectural motifs are well represented, trees and animals only scantily.

Geologists are supposed to have rather simple, down to earth minds. There are, of course, also complex and troubled characters, but perhaps less so than in other scientific disciplines. Most of the illustrations in this book do not contradict this prejudice. Attempts at abstract art are exceptional.

Techniques range from simple sketches, or even doodles, to quite elaborate oil paintings. Dr Seibold contributes judicious remarks on the influence of ancienta nd contemporary artists and of changing fashions through time, sometimes even during the lifetime of one geologist.

Some well known geologists are represented by extremely interesting works, for example Johannes Walther (1860-1937; pp. 73-75), a pioneer of facies analysis, or the great tectonician Hans Cloos (1885-1951; pp. 23, 25, 89). The drawings of Eugen Wegmann (1896-1982; see Fig. 1 of this review) and the silhouettes byHelmuth B?gel (born 1927; pp. 119-121) express an acute sense of humour. On theo ther hand, a rather conventional line drawing by Eduard Suess (1831-1914; p. 15) adds little to our admiration for this outstanding scientist.

A few geologists whose scientific output is less widely known show an undeniable artistic gift. We may mention Rudolf Maass (born 1930; pp. 39-41) and particularly Otto Jaekel (1863-1929; pp. 78-81; see Fig. 2 of this review). Jaekel, a cantankerous palaeontologist working mainly at the University of Greifswald, in northeastern Germany, provides one of the few cases where the nagging question 'It's pretty, but is it art?' can unhesitatingly be answered in the affirmative. The same applies, of course, to Per Kirkeby (born 1938).4 This versatile Danish artist obtained a doctorate in geology and took part in several expeditions, among other places to Greenland. Most of his impressive works bear no title; geologists will nevertheless imagine rocks, crystals, and, particularly, caves.

Interdisciplinary Science Reviews, 2002, vol. 27, no.2

Rudolf Trümpy

Bespr.: GMit 9, Sept. 2002 top ↑

Daß Wissenschaft und Kunst zwar zwei verschiedene Bereiche, aber in vieler Hinsicht miteinander verbunden sind, wissen wir nicht erst seit dem Wirken des Leonardo da Vinci. Von beiden Bereichen her kann man sich einem Thema nähern, Ansichten darstellen und Einsichten gewinnen. In Heft 39 der Kleinen Senckenberg-Reihe dokumentiert das die Verfasserin für den Bereich der Geowissenschaftler. Trotz des eindeutigen Titels (Geologen ...) sind auch Paläontologen, Mineralogen und Geophysiker mit einbezogen. Weil keine Arbeiten von Geographen mit einbezogen wurden, vermeidet die Verfasserin merkwürdigerweise den Begriff Geowissenschaftler.

Das kleine Werk entstand aus der Arbeit im Geologen-Archiv an der Universitätsbibliothek Freiburg, das die Verfasserin seit vielen Jahren betreut. In diesem werden nicht nur Schriftstücke, Tagebücher, Urkunden und Manuskripte, sondern auch Photographien, Medaillen und künstlerische Darstellungen gesammelt. Seit den Anfängen der Geologie als Wissenschaft haben ihre Vertreter ein besonderes Verhältnis zur Darstellung von Objekten/Subjekten verschiedenster Art, seien es Landschaften, Fossilien Mineralien oder Personen, denn die Anschauung, das Verstehen des Gesehenen sind das Wichtigste, um zur Deutung von Sachverhalten zu kommen. Leopold von Buch formulierte das einmal sinngemäß so: "Verstandenes zu schauen, ist ein weit höherer, edlerer Genuß als Unverstandenes anzustaunen." Das Zeichnen oder Malen ist also in gewisser Weise ein Bestandteil des Berufsbilds eines Geowissenschaftlers, erleichtert ihm die Erkenntnisgewinnung und fördert das Verständnis auch bei den Anwendern von dessen Ergebnissen.

Aus dem Vorstehenden wird klar, daß die Geowissenschaftler generell ein besonderes Verhältnis zu den darstellenden Künsten haben, zu Graphik und Malerei. Diesem Bereich ist denn auch das Büchlein fast ausschließlich gewidmet. Gegliedert ist es nach Vorwort und Einführung in Zeichnungen, Malerei, andere Künste, Rückblick und Literatur. Die beiden Hauptkapitel "Zeichnungen" und "Malerei" sind jeweils in Ansichten und Einsichten gegliedert, innerhalb derer die Arbeiten der Geowissenschaftler nach ihren Geburtsjahren angeordnet sind (aber nicht völlig konsequent). Drei Einzel-/ Sonderfälle werden extra hervorgehoben: surrealistisch, Scherenschnitte und Künstlergeologe. Die Zahl von 38 Autoren - darunter sehr viele bekannte Namen der Vergangenheit und Gegenwart -, deren Werke vorgestellt werden, mag dem Leser bereits zeigen, daß die Themen umfangreich sind, die Qualität der Werke unterschiedlich und die Vielfalt beeindruckend ist.

Dabei bezieht sich das Wort Vielfalt nicht nur auf die Objekte/Subjekte der Darstellung, sondern auch auf die angewandten Techniken. Die Verfasserin hat sich die Auswahl nicht leicht gemacht, sie hat aber dankenswerterweise Wert darauf gelegt, nicht die aus den Fachveröffentlichungen bekannten Darstellungen zu bringen, sondern die Resultate künstlerischer Tätigkeit, die mit der Arbeit der Geowissenschaftler zusammenhängen. So wird dem Leser/Betrachter dieses Büchleins auch ein Verständnis für Geologie, für die Liebe zur Natur nahegebracht. Daß es für Geowissenschaftler und Wissenschaftshistoriker gleichzeitig eine Fundgrube ist, um den Kollegen oder bekannte Autoren der Vergangenheit und Gegenwart einmal anders kennenzulernen, braucht sicher nicht besonders betont zu werden.

Festgehalten sei, daß sich der Verlag große Mühe gegeben hat, das Büchlein gut auszustatten und dem Thema entsprechend künstlerisch zu gestalten. Lediglich die Satzqualität läßt zu wünschen übrig: Nicht getrennte Worte oder Sätze stören beim Lesen doch sehr. Das hätte ein Lektor oder Korrektor sehen müssen. Amüsant ist die Behauptung, daß das Bild "Der Feldberg in der Eiszeit" ein Format von 1,60 x 2,20 cm habe. Der Verfasserin und dem Verlag ist für das gelungene Büchlein zu danken. Es eignet sich auch zum Verschenken, um damit Nichtfachleuten einige Aspekte der Geowissenschaften nahezubringen.

D. H. Storch, Freiburg (GMit Nr. 9, Sept. 2002)

Bespr.: "Freiburger Universitätsblätter", S. 187 top ↑

Daß Wissenschaft und Kunst zwar zwei verschiedene Bereiche, aber in vieler Hinsicht miteinander verbunden sind, wissen wir nicht erst seit dem Wirken des Leonardo da Vinci. Von beiden Bereichen her kann man sich einem Thema nähern, Ansichten darstellen und Einsichten gewinnen. In diesem Heft 39 der Keinen Senckenberg-Reihe dokumentiert das die Verf. für den Bereich der Geowissenschaften. Trotz des eindeutigen Titels (Geologen ...) sind auch Palaontologen, Mineralogen und Geophysiker mit einbezogen. Weil keine Arbeiten von Geographen mit einbezogen wurden, vermeidet die Verf. merkwürdigerweise den Begriff Geowissenschaftler. Das kleine Werk entstand aus der Arbeit im Geologen-Archiv an der Universitätsbibliothek Freiburg, das die Verf. seit vielen Jahren betreut. In diesem werden nicht nur Schriftstücke, Tagebücher, Urkunden und Manuskripte, sondern auch Photographien Medaillen und künstlerische Darstellungen gesammelt. Seit den Anfängen der Geologie als Wissenschaft haben ihre Vertreter ein besonderes Verhältnis zur Darstellung von Objekten/Subjekten verschiedenster Art, seien es Landschaften, Fossilien, Mineralien oder Personen, denn die Anschauung, das Verstehen des Gesehenen sind das Wichtigste, um zur Deutung von Sachverhalten zu kommen. Leopold von Buch formulierte das einmal sinngemäß so: »Verstandenes zu schauen, ist ein weit höherer, edlerer Genuß als Unverstandenes anzustaunen.« Das Zeichnen oder Malen ist also in gewisser Weise ein Bestandteil des Berufsbilds eines Geowissenschaftlers, erleichtert ihm die Erkenntnisgewinnung und fördert das Verständnis auch bei den Anwendern von dessen Ergebnissen.

Aus dem Vorstehenden wird klar, daß die Geowissenschaftler generell ein besonderes Verhältnis zu den darstellenden Künsten haben, zu Graphik und Malerei. Diesem Bereich ist denn auch das Büchlein fast ausschließlich gewidmet. Gegliedert ist es nach Vorwort und Einführung in Zeichnungen, Malerei, andere Künste, Rückblick und Literatur. Die beiden Hauptkapitel »Zeichnungen« und »Malerei« sind jeweils in Ansichten und Einsichten gegliedert, innerhalb derer die Arbeiten der Geowissenschaftler nach ihren Geburtsjahren angeordnet sind (aber nicht völlig konsequent). Drei Einzel-/Sonderfälle werden extra hervorgehoben: surrealistisch, Scherenschnitte und Künstlergeologe.

Die Zahl von 38 Autoren - darunter sehr viele bekannte Namen der Vergangenheit und Gegenwart-, deren Werke vorgestellt werden, mag dem Leser bereits zeigen, daß die Themen umfangreich sind, die Qualität der Werke unterschiedlich und die Vielfalt beeindruckend ist. Dabei bezieht sich das Wort Vielfalt nicht nur auf die Objekte/Subjekte der Darstellung, sondern auch auf die angewandten Techniken. Die Verf. hat sich die Auswahl nicht leicht gemacht, sie hat aber dankenswerterweise Wert darauf gelegt, nicht die aus den Fachveröffentlichungen bekannten Darstellungen zu bringen, sondern die Resultate künstlerischer Tätigkeit, die mit der Arbeit der Geowissenschaftler zusammenhängen. So wird dem Leser/Betrachter dieses Büchleins auch ein Verständnis für Geologie, für die Liebe zur Natur nahegebracht. Daß es für Geowissenschaftler und Wissenschaftshistoriker gleichzeitig eine Fundgrube ist, um den Kollegen oder bekannte Autoren der Vergangenheit und Gegenwart einmal anders kennenzulernen, braucht sicher nicht besonders betont zu werden. Festgehalten sei, daß sich der Verlag große Mühe gegeben hat, das Büchlein gut auszustatten und dem Thema entsprechend künstlerisch zu gestalten. Lediglich die Satzqualität läßt zu wünschen übrig: Nicht getrennte Worte oder Sätze stören beim Lesen doch stark. Das hatte ein Lektor oder Korrektor sehen müssen. Amüsant ist die Behauptung, daß das Bild "der Feldberg in der Eiszeit" ein Format von 1,60 x 2,20 am habe. Der Verf. und dem Verlag ist für das gelungene Büchlein zu danken. Es eignet sich auch sehr zum Verschenken, um damit Nichtfachleuten einige Aspekte der Geowissenschaften nahezubringen.

Diethard H. Storch

"Freiburger Universitätsblätter", S. 187

Bespr.: Geschiebekunde Aktuell, Heft 4, 18. Jg. 2002, S. 144 top ↑

Berufsbedingt haben Geologen zu den darstellenden Künsten eine besondere Beziehung und einige wenige von ihnen haben sich entsprechend auch als Amateure auf diesem Gebiet betätigt. Die in Breslau geborene Autorin, die das Geologenarchiv der Geologischen Vereinigung an der Universitätsbibliothek Freiburg betreut und sich daher seit vielen Jahren mit der Geschichte der Geologen selbst beschäftigt, legt nun eine Zusammenstellung von künstlerisch tätigen Geologen vor. 38 "Geokünstler" werden vorgestellt und jeweils ein oder mehrere Beispiele ihrer Zeichnungen oder Gemälde abgebildet. Das Spektrum reicht von Landschaftsbildern und Porträts bis hin zu Karikaturen, schwarz-weiß oder farbig. Von OTTO JAEKEL sind drei Gemälde wiedergegeben, darunter zwei Gemälde der Rügener Kreideküste aus dem Besitz der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Institut für Geologische Wissenschaften). Die Zusammenstellung ist sehr zu begrüßen, wenn sie auch noch unvollständig ist (z.B. fehlt EKKEHARD HERRIG).

Dr. Roger Schallreuter

Geschiebekunde Aktuell, Heft 4, 18. Jg. 2002, S. 144

Inhaltsverzeichnis top ↑

Einführung 1
Die Zeichnungen 7
Ansichten 7
Einsichten 49
Der Einzelfall: Surrealistisch 63
Die Malerei 69
Ansichten 69
Ein Sonderfall: Scherenschnitte 117
Einsichten 123
Noch ein Sonderfall:Der Künstlergeologe 139
Die anderen Künste 143
Musik 143
Poesie 147
Rückblick 147
Literatur 151
Wissenschaftler deren Werke abgebildet sind:
Alberti, Friedrich August von 70
Berger,Wolf H. 114
Blaser, Rudolf 132
Bögel, Hermann 118
Cailleux,Andre 94
Cloos, Hans 22,88
Dechen, Heinrich von 8
Erben, Heinrich Karl 64
Fischer, Georg 28,54
Fraas, Eberhard 76
Gansser,Augusto 21
Gattinger,Traugott 104,134
Grunau, Hans 128
Heim,Albert 16
Hennig, Edwin 86
Herm, Dietrich 110
Jacoby,Wolfgang 46
Jaekel, Otto 78
Kirkeby, Per 140
Korn, Hermann 124
Maass, Rudolf 38
Meyer,Wilhelm 42
Papp,Adolf 96
Paulcke,Wilhelm 82
Reichel, Manfred 26
Rode, Karl 90
Schwarzbach, Martin 32
Schmidt,Walter Joseph 136
Simony, Friedrich 10
Suess, Eduard 14
Steiner,Walter 44,106
Stribrny, Bernhard 58
Vidal, Hermann 100
Vollrath,Alfred 56
Wagenbreth, Otfried 44
Walther, Johannes 72
Wegmann Eugen 50
Wurster, Paul 34

Bespr.: Zentralblatt für Geologie und Paläontologie, Jg. 2002, Heft 5-6 top ↑


Daß Wissenschaft und Kunst zwar zwei verschiedene Bereiche, aber in
vieler Hinsicht miteinander verbunden sind, wissen wir nicht erst seit
dem Wirken des Leonardo da Vinci. Von beiden Bereichen her kann man
sich einem Thema nähern, Ansichten darstellen und Einsichten
gewinnen. Im vorliegenden Heft dokumentiert das die Verfn. für den
Bereich der Geowissenschaftler. Trotz des eindeutigen Titels (Geologen
...) sind auch Paläontologen, Mineralogen und Geophysiker mit
einbezogen. Weil keine Arbeiten von Geographen berücksichtigt wurden,
vermeidet die Verfn. merkwürdigerweise den Begriff Geowissenschaftler.


Das kleine Werk entstand aus der Arbeit im Geologen-Archiv an der
Universitätsbibliothek Freiburg, das die Verfn. seit vielen Jahren
betreut. In diesem werden nicht nur Schriftstücke, Tagebücher,
Urkunden und Manuskripte, sondern auch Photographien, Medaillen und
künstlerische Darstellungen gesammelt. Seit den Anfängen der Geologie
als Wissenschaft haben ihre Vertreter ein besonderes Verhältnis zur
Darstellung von Objekten/Subjekten verschiedenster Art, seien es
Landschaften, Fossilien, Mineralen oder Personen, denn die Anschauung
und das Verstehen des Gesehenen sind das Wichtigste, um zur Deutung
von Sachverhalten zu kommen. Leopold von Buch formulierte das einmal
sinngemäß so: Verstandenes zu schauen, ist ein weit höherer, edlerer
Genuß als Unverstandenes anzustaunen. Das Zeichnen oder Malen ist also
in gewisser Weise ein Bestandteil des Berufsbilds eines
Geowissenschaftlers, erleichtert ihm die Erkenntnisgewinnung und
fördert das Verständnis auch bei den Anwendern von dessen Ergebnissen.


Aus dem Vorstehenden wird klar, daß die Geowissenschaftler generell
ein besonderes Verhältnis zu den darstellenden Künsten haben, so zu
Graphik und Malerei. Diesem Bereich ist denn auch das Büchlein fast
ausschließlich gewidmet. Gegliedert ist es nach Vorwort und Einführung
in Zeichnungen, Malerei, andere Künste, Rückblick und Literatur. Die
beiden Hauptkapitel Zeichnungen und Malerei sind jeweils in Ansichten
und Einsichten gegliedert, innerhalb derer die Arbeiten der
Geowissenschaftler nach ihren Geburtsjahren angeordnet sind (aber
nicht völlig konsequent). Drei Einzel-/Sonderfälle werden extra
hervorgehoben: surrealistisch, Scherenschnitte und Künstlergeologe.


Die Zahl von 38 Autoren - darunter sehr viele bekannte Namen der
Vergangenheit und Gegenwart -, deren Werke vorgestellt werden, mag dem
Leser bereits zeigen, daß die Themen umfangreich, die Qualität der
Werke unterschiedlich sind und die Vielfalt beeindruckend ist. Dabei
bezieht sich das Wort Vielfalt nicht nur auf die Objekte/Subjekte der
Darstellung, sondern auch auf die angewandten Techniken. Die
Verfn. hat sich die Auswahl nicht leicht gemacht. Sie hat aber
dankenswerterweise Wert darauf gelegt, nicht die aus den
Fachveröffentlichungen bekannten Darstellungen zu bringen, sondern die
Resultate künstlerischer Tätigkeit, die mit der Arbeit der
Geowissenschaftler zusammenhängen. So wird dem Leser/Betrachter dieses
Büchleins auch ein Verständnis für Geologie, für die Liebe zur Natur
nahegebracht. Daß es für Geowissenschaftler und
Wissenschaftshistoriker gleichzeitig eine Fundgrube ist, um den
Kollegen oder bekannte Autoren der Vergangenheit und Gegenwart einmal
anders kennenzulernen, braucht sicher nicht besonders betont zu
werden.


Festgehalten sei, daß sich der Verlag große Mühe gegeben hat, das
Büchlein gut auszustatten und dem Thema entsprechend künstlerisch zu
gestalten. Lediglich die Satzqualität läßt zu wünschen übrig: Nicht
getrennte Worte oder Sätze stören beim Lesen doch sehr. Das hätte ein
Lektor oder Korrektor sehen müssen. Amüsant ist die Behauptung, daß
das Bild Der Feldberg in der Eiszeit ein Format von 1,60 x 2,20 cm
habe. Der Verfasserin und dem Verlag ist für das gelungene Büchlein zu
danken. Es eignet sich auch zum Verschenken, um damit Nichtfachleuten
einige Aspekte der Geowissenschaften nahezubringen.


D. H. Storch


Zentralblatt für Geologie und Paläontologie, Jg. 2002, Heft 5-6