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Natur vor der Haustür - Stadtnatur in Frankfurt am Main

Ergebnisse der Biotopkartierung

Hrsg.: Indra Ottich; Dirk Bönsel; Thomas Gregor; Andreas Malten; Georg Zizka; Mit Beitr. von: Uwe Barth; Kurt Baumann; Klaus Hoppe

[Nature in front of your door -- City-nature in Frankfurt/Main]

2009. 204 Seiten, 11 Tabellen, 188 Farbabbildungen, 17x22cm, 520 g
Language: Deutsch

(Kleine Senckenberg-Reihe, Band 50)

ISBN 978-3-510-61393-9, brosch., price: 17.80 €

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BiotopBiodiversitätNaturSenckenbergFrankfurt

Contents

Beschreibung top ↑

Großstädte beherbergen eine Vielfalt an Lebensräumen sowie Tier- und Pflanzenarten, die man dort nicht erwarten würde. Aufgrund des allgegenwärtigen Einflusses des Menschen unterliegen Biotope, Flora und Fauna einem ständigen Wandel. Die AG Biotopkartierung der Abteilung Botanik des Senckenberg Forschungsinstitutes beobachtet und dokumentiert seit 1985 diese Veränderungen im Auftrag des städtischen Umweltamtes. Die Ergebnisse dienen als Planungsgrundlage für Erhaltung und Entwicklung der Stadtnatur.

Zahlreiche seltene und geschützte Arten gehören zur Frankfurter Fauna und Flora, wie z.B. Fransen-Enzian oder Brennender Busch.

Industrieflächen beeindrucken mit artenreichen Standorten, und wer kennt schon das "Lönswäldchen" mit seiner Heidevegetation im Frankfurter Stadtwald? Oder wer hat schon den "Alten Flugplatz" in seiner botanischen Vielfältigkeit erkundet?

Dieser Band stellt mit ausgewählten Frankfurter Lebensräumen und ihren Arteninventaren einige neuere Ergebnisse der Biotopkartierung vor. Er bietet so die Möglichkeit, Genaueres über die "Natur vor der Haustür" zu erfahren. 188 farbige Abbildungen illustrieren diese Vielfalt und erleichtern das eigene Entdecken und Wiedererkennen.

Darüber hinaus wird der Leser eingeladen, Biodiversität selbst zu erleben. Reich bebilderte Gebietsbeschreibungen und drei geführte "Spaziergänge im Stadtwald" bieten allen Neugierigen, Naturfreunden, Großstadtmenschen und dem staunenden Frankfurter dazu Gelegenheit. Auf geht's!

Bespr.: Frankfurter Rundschau vom 10./11.04.2010, 66.Jg., Nr. 83 top ↑

So, jetzt geht mal schön in den Park, hebt ein Blatt auf, dann: Pressen und Aufkleben. Könnte die Aufforderung einer Bio-Lehrerin im Jahre 2010 sein, aber auch von einer Kollegin 400 Jahre zuvor. Herbare nämlich, - die Sammlungen getrockneter und gepresster Pflanzen - gibt es schon seit Jahrhunderten. Selbstverständlich auch in Frankfurt.

Mit dem Herbarium Senckenbergianum verfügt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung über mehrere zehntausend Belege hier vorkommender Flora, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Alle Achtung.

Achtung verdient auch die 50. Veröffentlichung der Kleinen Senckenberg-Reihe "Natur vor der Haustür - Stadtnatur in Frankfurt am Main", die neuere Ergebnisse der Biotop-Kartierung mit vielen Fotos und anschaulich geschriebenen Informationen für die an Frankfurts Flora und Fauna interessierten Bürger anbietet. Das Herbar wie auch die anderen wissenschaftlichen Senckenberg-Sammlungen zur Artenvielfalt in Frankfurt und Umgebung bilden die Grundlage der regionalen Biodiversitätsforschung. Ein Pfund, auf das im Internationalen Jahr der Biodiversität durchaus hingewiesen werden darf.

Forscher im 18. Jahrhundert

Nicht erst seit diesem Jahr, sondern bereits seit dem 18. Jahrhundert wurde und wird die Natur in und um Frankfurt von Wissenschaftlern, Studenten, aber auch von manchen Laien beobachtet, dokumentiert und analysiert; seit 1985 in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt vom Senckenberg Forschungsinstitut. Die dabei gesammelten Daten werden etwa bei der Ausweisung von Schutzgebieten, Bebauungsplänen, Renaturierungen und landschaftspflegerischen Plänen genutzt.

Um die Ergebnisse der Öffentlichkeit auch sinnlich, also erlebbar zu vermitteln, finden sich in diesem Band drei Spaziergänge in verschiedenen Jahreszeiten durch die bewerteten Gebiete. Beispielsweise im April durch "Neue und alte Natur im östlichen Stadtwald". Die Autoren sind Indra Ottich, Dirk Bönsel, Thomas Gregor, Andreas Malten und Georg Zizka und sie nehmen einen richtig nett an die Hand, führen durch die Wanderung und geben Hinweise auf Flora und Fauna am Wegesrand, samt historischen bis anekdotischen Zusatzinformationen.

Die April-Tour ist 8,5 Kilometer lang und beginnt an der Straßenbahnhaltestelle Oberschweinstiege. Von dort führt der Weg durch einen Buchenwald, in dessen Unterholz jetzt im Frühjahr Buschwindröschen, Bärlauch und das in früheren Zeiten als Vitamin-C-Spritze nach dem Winter genutzte Scharbockskraut leuchten, wie der Leser erfährt.

Später geht es dann auf einem kleinen Damm den Jacobiweiher entlang. Dort wächst unter anderem der bemerkenswerte Aaronstab, der später im Jahr diese auffälligen roten Beeren trägt. Waldmeister gibt es hier auch und das Gewöhnliche Hexenkraut. Mandarinente, Eisvogel, Rotwangenschildkröte - auch zur Fauna gibt es viele Informationen. Der Spaziergänger sieht so viel mehr von der Natur. Und das Lesen lenkt im lauten Stadtwald noch dazu von all dem Blechgeflügel am Himmel ab.

Frankfurter Rundschau 10./11. April 2010, 66. Jg., Nr. 83

Bespr: SNG– natur • forschung • museum 145/ 2015 top ↑

Vor sechs Jahren erschien „Natur vor der Haustür“, das erste Buch der Senckenberg-Arbeitsgruppe Biotopkartierung. Es ist ein besonderes Werk: Die Forscherinnen und Forscher stellen die Vielfalt der Lebensräume in und um Frankfurt vor und animieren dazu, die Flora und Fauna auf Spaziergängen zu erkunden und kennenzulernen. Mit ihrem neuen Buch „Stadtnatur im Wandel“ setzen sie diesen Kurs fort – mit Blick zurück.
Wie hat sich die Stadtnatur Frankfurts verändert? Wodurch werden die Veränderungen hervorgerufen? Welche Auswirkungen haben sie? Um diese Fragen zu beantworten, bedarf es wissenschaftlicher Expertise und Erfahrung. In dieser Hinsicht kann man sich bei den Autor(inn)en des Bandes sicher sein. 30 Jahre widmet sich Senckenberg im Auftrag des Umweltamts der Artenvielfalt in Frankfurt am Main. Aktuelle Ergebnisse zeigen, welche Veränderungen in der Stadtnatur zu beobachten sind und wodurch sie hervorgerufen werden. Die Biodiversitätsforscherinnen und -forscher berichten vom „Kommen und Gehen“ der Pflanzen. Der Tierwelt (Libellen, Schmetterlinge, Fische und Feldhamster) und den Pilzen im Stadtgebiet – mit einer überraschenden Vielfalt und erstaunlichen Besonderheiten – sind eigene Kapitel gewidmet. Unter der Rubrik „Stadtnatur im Portrait“ werden mit dem Harheimer Ried, dem Heiligenstock, den Schwanheimer Wiesen und dem Nidda-Ufer naturnahe und besonders interessante Lebensräume vorgestellt.
229 farbige Abbildungen illustrieren Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume – umfangreiche Listen der gefundenen Arten sind im Anhang zusammengestellt und werden in diesem Buch zum ersten Mal in dieser Vollständigkeit veröffentlicht. Drei geführte Spaziergänge am Fluss laden alle Großstädter, Naturfreunde und Neugierige dazu ein, die erstaunliche Artenvielfalt der Mainmetropole hautnah zu erkunden. Viel Vergnügen bei der Lektüre und beim Erkunden!

SENCKENBERG – natur • forschung • museum 145 (11/12) 2015

Inhalt top ↑

Einführung 8
Stadtgebiet Frankfurt am Main - Allgemeines 9
Senckenbergische Sammlungen - Archive der Natur in Frankfurt 11
Biotopkartierung 18
Lebensräume im Stadtgebiet 22
Streuobst - Wo Frankfurts Apfelwein wächst 22
Grünland - Viel mehr als "nur" Gras 35
Magerrasen und Heiden - Die bunten Kleinode 44
Biodiversität erleben: Lönswäldchen 52
Brachen - Wildnis in der Stadt 58
Biodiversität erleben: Alter Flugplatz 64
Fließgewässer - Frankfurts Wasseradern 71
Stillgewässer - Biotope aus Menschenhand 78
Wald - Frankfurts schrumpfende Lunge 84
Biodiversität erleben: Drei Spaziergänge im Stadtwald 123
Naturschutzgebiete in Frankfurt am Main 150
Ausblick: Stadtnatur in der Zukunft 156
Literatur 160
Anhang 168