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Frauke Fischer; Heinrich Schneider:

Planet 3.0
Klima. Leben. Zukunft

2013. 120 Seiten, zahlreiche Abb., durchgehend farbig, 20x22cm, 490 g
Language: Deutsch

(Kleine Senckenberg-Reihe, Band 53)

ISBN 978-3-510-61401-1, brosch., price: 14.80 €

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Umwelt

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Der Mensch erscheint erst spät in der Geschichte der Erde. Wäre sie nur 24 Stunden alt (und nicht 4,6 Milliarden Jahre), tauchten wir erst in den letzten zwei Sekunden auf.
Schier ewig kreiste die Welt ohne Menschen um die Sonne und erlebte schon da globale Veränderungen von Klima und Leben, wie sie für uns heute kaum vorstellbar sind. Welchen Einfluss haben wir auf Klima und Leben unseres Planeten?
Woher wissen wir, was vor uns war?
Mit diesem Buch können Sie eintauchen in die aufregende Geschichte unseres Planeten und seiner Erforschung. Erfahren Sie, welche Fragen Wissenschaftler mit welchen Methoden schon beantwortet haben und welche offenen Fragen Klimatologen und Biodiversitätsforscher jetzt beantworten wollen.

Die Kapitel des Buches präsentieren Aspekte aus den Themenbereichen Klima, Leben und Zukunft – interessant, knapp und gut verständlich. Ergänzt wird der Text durch zahlreiche Abbildungen und Infokästen, die einzelne Themen oder Fallbeispiele, Forschungsthemen und Methoden vertiefend erläutern. Aussagen von Wissenschaftlern sind in Form von Forscherportraits, Zitaten oder Interviews eingefügt.

In PLANET 3.0 wird nicht doziert und geklagt, sondern spannend erzählt. Auch davon, wie es denn nun weitergeht.

Parallel wird in diesem Buch eine zweite Geschichte erzählt. Die Geschichte der Welt als Zeitstrahl durchzieht das Buch von Anfang bis Ende am Fuße jeder Seite. So umfasst jede Seite 42,2 Millionen Jahre und wichtige Ereignisse in der Erdgeschichte werden mit kleinen Abbildungen oder Hinweisen erzählt.

„Das Buch macht Mut, weil es nicht nur zeigt, worum es im Konkreten geht, was wir wissen und wie intensiv die Wissenschaft gerade auch in Deutschland zu diesen Umweltfragen forscht, sondern weil es auch die Lösungswege aufzeigt. Und nicht zuletzt betonen die Autoren, dass „die Welt retten Freude macht und spannend ist“ – und genau so liest sich das Buch auch!“

Aus dem Grußwort von
Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger
Generaldirektor, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Bespr.: ekz.bibliotheksservice ID / IN 2013/35 top ↑

Die durchgehende Zeitleiste macht augenfällig, wie spät der Mensch in der Erdgeschichte auftaucht und in welchem Maße er Einfluss auf Klima und Leben auf der Erde genommen hat. Der gehaltvolle, unmittelbar ansprechende Text, unterstützt durch hervorragendes Bildmaterial (Farbfotos, Zeichnungen, Schemata, Karten, Tabellen), simplifiziert nicht die Probleme, die vor uns liegen, malt aber auch nicht die Zukunft schwarz (Stichwort: Verzicht!). Vielmehr zeigt er, mit welchen Methoden die Erdgeschichte bisher erforscht wurde und welchen Aufgaben Klimatologen und Biodiversitätsforscher sich derzeit gegenübersehen. Dieser Band der Kleinen Senckenberg-Reihe (zuletzt "Faszination Welterbe Grube Messel", ID-A 27/11) ist gleichzeitig der Katalog zur gleichnamigen Sonderausstellung des Senckenberg-Museum Frankfurt (15.03. bis 15.09.2013). In Verbindung mit "Biodiversitätsforschung" (ID-G 20/04), F. Sirocko: "Geschichte des Klimas" (ID-A 31/13), "Heiße Zeiten für die Erde" (ID-A 8/13) oder K.-H. Ludwig: "Eine kurze Geschichte des Klimas" (BA 12/06) sei diese Zeitreise durch den Klimawandel sehr empfohlen.

Helga Lüdtke

ekz-bibliotheksservice, ID bzw. IN 2013/35

Besprechung: Natur u. Museum 143, 9/10 2013 Buch macht Lust auf mehr top ↑

Die „breite Öffentlichkeit“, vielmehr jeden Einzelnen von uns im Blick, haben Frauke Fischer und Heinrich Schneider im vorliegenden Werk die Themen der Ausstellung „PLANET 3.0 – Klima. Leben. Zukunft“ aufgearbeitet – und separat für drei Zeitabschnitten dargestellt: 1. als es noch keine Menschen gab, 2. seitdem der Mensch auf der Erde wirkt und 3. für die Zukunft. Das Buch lädt zu einer Entdeckungsreise in die Geschichte unseres Planeten und seiner Erforschung ein – sie beginnt weit zurück in der Vergangenheit, vor 4,6 Milliarden Jahren. Sieben Paläogloben veranschaulichen die Metamorphose, die unsere Erde durchlebt hat. Aus dem lebensfeindlichen Feuerball entwickelte sich über Jahrmillionen der Planet, auf dem wir heute leben, der aber in permanentem Wandel begriffen ist.
Aufwendig und durchdacht gestaltet nimmt das Buch die Leser an die Hand: Ein Zeitstrahl durchzieht es von Anfang bis Ende am unteren Seitenrand. Je Seite bildet er 42,2 Millionen Jahre Erdgeschichte ab und erstreckt sich über 111 Seiten – in summa 4,6 Milliarden Jahre. Die ersten Lebensspuren – erste einzellige Lebewesen ohne Zellkern – finden wir auf Seite 17. Erst auf Seite 100, vor etwa 470 Millionen Jahren, gingen die ersten Pflanzen an Land, zuvor spielte sich alles Leben im Meer ab. Ja, und der Mensch, er betritt die Bühne erst auf Seite 111, auf der letzten Seite also! So bekommt man ein Gefühl für Zeiträume – ein intelligentes Layout.

Leichtfüßig und verständlich vermitteln die Autoren, wie „kleine“ Ereignisse eine große Wirkung entfalten können, weil sie selbstverstärkende Effekte auslösen. So war es beispielsweise, als während der Eiszeit eine gigantische Meerwasser-Umwälzpumpe, die sogenannte Thermohaline Zirkulation, ihren Weg verlegte. Dadurch wurde es auf der Nordhalbkugel innerhalb nur eines Jahrzehnts um bis zu 4 bis 5° C wärmer – eine Katastrophe für viele Ökosysteme. Oder vor mehr als zwei Milliarden Jahren, als Cyanobakterien die Photosynthese „entdeckten“. Das Abfallprodukt Sauerstoff reicherte sich in der Atmosphäre an und es entstand die Ozonschicht. Wir lernen beim Schmökern, dass fünfmal sogenannte Massenaussterbeereignisse einen Großteil der Arten dahinrafften. Aber stets erholte sich die Biodiversität wieder. Mal dauerte es fünf, mal 30 Millionen Jahre – länger also, als wir Menschen unsere Zukunft planen können.

Wir sind damit auf Seite 111 im Anthropozän angelangt und erinnern uns an die Formel „kleine Ereignisse – große Wirkung“. „Könnte der Mensch dieses oder jenes auch auslösen?“, fragen die Autoren. Haben unsere Eingriffe in den Kohlenstoffhaushalt vielleicht auch ein dramatisches Aussterbeereignis zur Folge? Wie aber könnten wir etwas dagegen tun? Das Zauberwort heißt Ökosystemdienstleistungen. Mit diesem Ansatz soll die Übernutzung von Stoff- und Energiekreisläufen verhindert werden. Man sucht Antworten auf Fragen, wie: „Was sind eine Biene oder ein Hektar Wald für unsere Gesellschaft wert?“. Für die Wasserversorgung von New York beispielsweise ist es preiswerter, das Wassereinzugsgebiet zu schützen, als verschmutztes Wasser mit aufwändiger Technik zu reinigen. Die Autoren des Buches beschreiben eine ermutigende Vision: Ökosystemdienstleistungen werden ein handelbares Gut, Länder, die über viel Naturkapital verfügen, werden reich und der Schutz der Biodiversität erlebt einen weltweiten Boom.

Im Grunde geht es also gar nicht um die Rettung der Erde, sondern um die Erhaltung der Lebensbedingungen, die den Planeten für unsere Spezies zu einem guten Lebensraum machen. Wir haben es in der Hand, wie lange das noch so sein wird. Und dass „die Welt retten Freude macht und spannend ist“, erfahren Sie, liebe Leserinnen und Leser, bei der Lektüre dieses Buchs.

Sabine Knapp

Bespr.: Info-Bulletin Umwelt-Mediathek Nr. 44 top ↑

Es ist eindrucksvoll, mit welcher Leichtigkeit und Präzision dieser schmale Band ein vielschichtiges Bild von der Vergangenheit und der problematischen Gegenwart unseres Planeten zeichnet. Es erläutert uns erst einmal kurz unsere aktuellen Kenntnisse über die bewegte geologische und biologische Geschichte unseres Globus. Mit diesem Grundlagenwissen im Gepäck fragen die AutorInnen dann nach den ökologischen Krisen der Gegenwart: Was ist neu? und: Waren wir das? Ihre Ausführungen zum Klimawandel und zum Schwund der Biodiversität beinhalten nicht nur in löblicher Klarheit aufbereitete Fachinformationen, sondern hinterfragen zudem unsere psychologische und kognitive Disposition und Fähigkeit, hieran etwas zu ändern. In seinem Informationsgehalt, seiner Aufmachung und der allgemeinverständlichen Aufbereitung auch komplexen Fachwissens kann man das Buch nicht anders als vorbildlich nennen. Nur bezüglich des Tonfalls stockte der Rezensent mehrfach, wenn ihm eine Erläuterung oder Einleitung so präsentiert wurde, als wäre er etwas begriffsstutzig. Schieben wir das mal auf eine subjektive Empfindlichkeit...

Info-Bulletin Umwelt-Mediathek Nr. 44

Bespr.: FOSSILIEN Heft 2 (März 2014) top ↑

Das Begleitbuch zu einer im Januar 2014 beendeten Sonderausstellung am Frankfurter Senckenberg-Museum über das Klima, das Leben und die Zukunft unseres Planeten widmet sich einerseits der für menschliche Dimensionen schier unendlich langen Erdgeschichte und andererseits den komplex ineinander greifenden Faktoren, die unser Leben und unsere Umwelt in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bestimmt haben und weiterhin bestimmen. Allein schon der Ausstellungs- und Buchtitel besagt freilich wenig und hätte ich mich nicht als Rezensent eigens nach dieser Publikation erkundigt, so hätte ich sie wohl ungelesen im Regal des Museumsshops stehen gelassen. Unser Planet Erde hat gewiss schon schlimmere Katastrophen erlebt und überlebt als den gegenwärtigen Menschen. Die Erde als Planet zu retten bedarf daher keiner Extra-Anstrengungen. Wohl aber, wenn wir unsere vertraute, aber sich doch stets wandelnde Umwelt in einer lebenswerten Form für kommende Generationen hinüberretten möchten. Viele Beispiele verdeutlichen, dass nicht nur Wissenschaftler, sondern inzwischen auch viele Politiker, die Zeichen der Zeit erkannt haben und unser Raumschiff Erde mit Vernunft lenken möchten. Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen: Wachstum ist nicht unbegrenzt; das gilt für unsere natürlichen Ressourcen ebenso wie etwa für die Bevölkerungszahl. Irgendwann kommt zwangsläufig der Punkt, wo eine Kurve den Zenit überschreitet und dann steil nach unten weist. Natürlich gibt es auch die „Bösen“, die von den gut gemeinten Anstrengungen der „Guten“ (z.B. zum Klimaschutz) womöglich profitieren, ohne selbst irgendetwas dafür zu tun. Auch dies kann man als eine Gesetzmäßigkeit ansehen. Am Ende des Büchleins schimmert aufgrund der Senckenberg-typischen Eigenwerbung etwas der Tenor durch: wir haben ja glücklicherweise kompetente Experten, die es schon richten werden. Die wesentliche Frage ist, ob es wenigen Vordenkern gelingt, den „Schwarm“ in ihre neue Richtung zu lenken. Jeder ist dazu eingeladen, mit praktischen eigenen Ideen unsere Zukunft zu gestalten. Mit dem Büchlein selbst wäre vielleicht ein gar nicht so kleiner Schritt dazu getan, sofern es nur möglichst viele Leser erreichen würde. Die kurzweiligen, manchmal sogar mit einem Schuss Humor gewürzten und mit eingängigen Grafiken erläuterten Beispiele globaler Zusammenhänge, Kenntnisgewinne oder Forschungserfolge überzeugen, ohne allzu aufdringlich belehrend zu wirken. Zumindest Lehrer, politische Entscheidungsträger aller Ebenen und vor allem engagierte Jugendliche und Heranwachsende als die Gestalter von morgen mögen von der Lektüre angeregt werden - sofern sie noch ein Buch zur Hand nehmen. Nun lasst uns aber endlich anfangen, die Welt zu retten!

Günter Schweigert

FOSSILIEN Heft 2 (März 2014)

Inhaltsverzeichnis top ↑

Worüber sprechen wir?
Erde – Welt – Planet:
Zu Hause, wie es gestern war, heute ist und morgen sein wird
– und woher wir das alles wissen
1 Die Welt vor uns
Klimazeugen, Spuren des Lebens
Woher wissen wir, was vor uns war?
Und sie bewegt sich doch
Ein Problem entsteht
Alles eine Frage der Zeit
Seiner Zeit voraus
2 Die Welt mit uns
Wir sind der Homo sapiens – der wissende Mensch
Was ist neu?
Warst Du das?
Das Leben der Anderen
Danke für Ihre Hilfe
Nicht mein Problem
3 Die Welt … und wir?
Forschen, verstehen, handeln.
Zukunft im Anthropozän
Zurück auf Los?
Blick nach vorn
Welt retten!
Vision – Wie alles werden könnte …