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Stadtnatur im Wandel - Artenvielfalt in Frankfurt am Main

Hrsg.: Indra Starke-Ottich; Dirk Bönsel; Thomas Gregor; Andreas Malten; Christina Müller; Georg Zizka

2015. 276 Seiten, 229 Abbildungen, 9 Tabellen, 15x21cm, 690 g
Language: Deutsch

(Kleine Senckenberg-Reihe, Band 55)

ISBN 978-3-510-61404-2, brosch., price: 19.90 €

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BiotopKartierungBotanikTierweltPilzeBiodiversität

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

„Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen.“ Dieses Sprichwort gilt nicht nur für den Menschen, sondern für die gesamte Natur! Doch welche Veränderungen sind in der Stadtnatur Frankfurts zu beobachten? Wodurch werden sie hervorgerufen und welche Auswirkungen haben sie? Seit 1985 untersucht die Arbeitsgruppe Biotopkartierung der Abteilung Botanik des Senckenberg Forschungsinstitutes und Naturmuseums Frankfurt die Artenvielfalt in Frankfurt am Main im Auftrag des Umweltamtes. Aktuelle Ergebnisse zeigen, welche Veränderungen in der Stadtnatur zu beobachten sind und wodurch sie hervorgerufen werden. Die Rolle von Einwanderung und Entstehung neuer Arten im urbanen Raum wird aufgezeigt. Vom „Kommen und Gehen“ der Pflanzen wird berichtet. Der Tierwelt (Libellen, Schmetterlinge, Fische und Feldhamster) und den Pilzen im Stadtgebiet – mit einer überraschenden Vielfalt und erstaunlichen Besonderheiten – sind eigene Kapitel gewidmet. In „Stadtnatur im Portrait“ werden mit dem Harheimer Ried, dem Heiligenstock, den Schwanheimer Wiesen und dem Nidda-Ufer naturnahe und besonders interessante Lebensräume vorgestellt. Das Buch bietet zahlreiche Möglichkeiten, Genaueres über die Artenvielfalt in Frankfurt zu erfahren – direkt vor der Haustür! 229 farbige Abbildungen illustrieren diese Vielfalt und erleichtern das eigene Entdecken und Wiedererkennen. Umfangreiche Listen der gefundenen Arten sind im Anhang zusammengestellt und werden in diesem Buch zum ersten Mal in dieser Vollständigkeit veröffentlicht. Drei geführte Spaziergänge am Fluss laden alle Großstädter, Naturfreunde und Neugierige dazu ein, die erstaunliche Artenvielfalt der Region hautnah zu erkunden.

Bespr.: Berichte d. Bayerischen Botanischen Gesellschaft e.V., 85, 2015 top ↑

Das kleine Büchlein im Format 15 x 21cm liegt mit einem Gewicht von 690 g unvemutet schwer in der Hand. Es ist Teil der Publikationsreihe "Kleine Senckenberg-Reihe" des Senckenberg- Instituts in Frankfurt am Main und offensichtlich als Fortführung und Erweiterung des Bandes 50 derselben Reihe mit dem Titel "Natur vor der Haustür - Stadtnatur in Frankfurt am Main" aus dem Jahr 2009 konzipiert.
Wie schon aus dem Titel zu erahnen ist, wendet sich das Buch in erster Linie an naturverbundene Menschen, die großes Interesse an Flora und Fauna in Frankfurt haben und sich idealerweise auch in dieser Stadt auskennen. In unterschiedlicher Ausführlichkeit und Genauigkeit werden einige Arten und Artengruppen im Kontext der verschiedenen Kapitel vorgestellt und auf ihre mehr oder weniger große Bedeutung für die Artenvielfalt von Frankfurt beleuchtet.
Inhaltlich gliedert sich das Buch grob in 2 Abschnitte, einen sehr speziellen, zum Teil mit wissenschaftlichem Anspruch verfassten Teil sowie einen ähnlich umfangreichen Abschnitt, der eher an einen botanisch-zoologischen Reiseführer erinnert. Der Leser erhält daher kein nur botanisch ausgerichtetes Werk, wenngleich die Pflanzenwelt als Grundlage allen Daseins einen bedeutenden Raum einnimmt. Vielmehr geben die Autoren lehrreiche Erläuterungen zu den zahlreichen Interaktionen zwischen Pflanzen, Tieren und Pilzen, die nach dem Stand der Wissenschaft weder Tier noch Pflanze sind.
Der spezielle Teil beginnt mit kleineren Essays verschiedener Autoren über "Stadtnatur im Wandel". Verschiedene Neophyten stehen im Mittelpunkt und es werden Ursachen für das "Kommen und Gehen von Pflanzen" besprochen, wie es in einer Kapitelüberschrift heißt. In einem weiteren Abschnitt erfährt man Interessantes zu verschiedenen Tiergruppen (u. a. Libellen, Schmetterlinge, Fische) und dem Feldhamster. Die Texte der einzelnen Verfasser zeugen von großem Wissen und auch Begeisterung für "ihre" Gruppe, einzelne Arten werden hinsichtlich Habitatansprüchen, Gefährdung, Schutzmöglichkeit und teilweise recht interessanten Besonderheiten vorgestellt. Teilweise finden sich allerdings schwer lesbare Passagen, die besser in ökologischen Gutachten aufgehoben sind (z.B. die ausführliche Erläuterung, wie, wann und wo man Schmetterlinge in optimaler Weise fangen kann). Mit ebenfalls großer Ambition ist das Kapitel über Pilze verfasst, deren teilweise erstaunlicher Lebenszyklus mit erkennbarem Vergnügen geschildert wird.
Der zweite Teil stellt im Kapitel "Stadtnatur im Portrait" einige bemerkenswerte und artenreiche Biotope der Stadt vor mit Charakterisierung der Lebensräume und Vorstellung einzelner Arten. Gleichartiges erfährt der Leser auch im folgenden Kapitel mit dem Titel "Biodiversität erleben", allerdings ist hier den einzelnen Vorschlägen für einen Spaziergang ein Luftbild mit dem Routenverlauf vorangestellt. Es soll den Leser ermutigen, sich einige der interessanten Frankfurter "Kleinode" zu erwandem. Im Schlussabschnitt wird auf sechs Seiten auf die "Flora von Frankfurt - online" eingegangen. Das Online-Angebot, mit Unterstützung der Stadt Frankfurt vom Senckenberg-Institut gepflegt, ermöglicht eine Reihe von Auswertungen der Daten nach Fundzeit und -gebiet und vielem, das "über das rein Botanische hinausgeht", wie die Autoren anmerken. Bei der "Flora von München" gibt es aktuell solche umfangreichen Möglichkeiten leider nicht.
Wer sich für die Flora und Fauna von Frankfurt interessiert, wird mit diesem Buch einen guten Einblick in die Artenvielfalt der Stadt bekommen und sollte es sich kaufen.

S. Springer

Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft e.V., 85 2015

Bespr.: HOPPEA 76 top ↑

Der Titel klingt bescheiden und lässt zunächst an ein Faltblatt einer Naturschutzbehörde denken. In Wirklichkeit handelt es sich um einen ausführlichen und fachlich anspruchsvollen Naturführer. Behandelt werden die Organismengruppen Gefäßpflanzen, Pilze, Libellen, Schmetterlinge, Fische sowie der Feldhamster. Es wird auf die Erforschungsgeschichte dieser Gruppen im Raum Frankfurt am Main eingegangen, den Verlust und den Zugewinn von Arten sowie die Ursachen dafür. Entwicklungstendenzen und Maßnahmen des Naturschutzes werden aufgezeigt und erläutert. Dabei findet keine Beschränkung auf allgemeine Aussagen statt, sondern alles wird anhand von konkreten Beispielen aus der Frankfurter Flora und Fauna erläutert. Auch Fachbegriffe wie „Neoendemit“, „Neomyzet“, „Anökophyt“ oder „lebendes Fossil“ werden meist anhand eines Beispiels erklärt. In der Regel ist sowohl der wissenschaftliche als auch der deutsche Name genannt. Viele der besprochenen Arten sind in Farbbildern dargestellt. Komplette Artenlisten der Pilze, der Libellen und der Fische im Stadtgebiet von Frankfurt sind im Tabellenanhang zu finden. Bei den Gefäßpflanzen werden lediglich Artenlisten näher behandelter Gruppen wie Ackerwildkräuter oder verwilderte Geophyten gebracht. Hier wird in einem kurzen Kapitel auf die Online-Flora der Gefäßpflanzen von Frankfurt am Main eingegangen, deren Funktionen und Besonderheiten werden an Beispielen erläutert und es wird darauf hingewiesen, dass dort jederzeit eine komplette und gleichzeitig laufend aktualisierte Artenliste heruntergeladen werden kann.
In einem größeren Kapitel werden besonders artenreiche und interessante Bereiche im Stadtgebiet mit ihren wichtigen und wertgebenden Allen vorgestellt. In einem weiteren Kapitel werden Wanderungen an der Nidda vorgeschlagen, und es wird auf die dort zu erwartenden Besonderheiten oder allgemein Wissenswertes eingegangen. Ein Ausblick auf den Wandel der Natur in Frankfurt in Hinsicht auf cen Klimawandel und die weitere Stadtplanung rundet das Werk ab.
Trotz der Auswahl und Beschränkung auf einen bestimmten Umfang an Organismengruppen und Themen bietet das Werk eine Fülle an fundierten Informationen und Details. Das Buch ist von Fachleuten auf hohem, sachkundigem Niveau '¿¿schrieben, liest sich aber keineswegs „trocken“, sondern lädt zum Schmökern ein. Für an Flora und Fauna Interessierte, die in Frankfurt am Main unterwegs sind, : . das Werk nur zu empfehlen. Außenstehende, für die Frankfurt eine Großstadt mi: einem noch größeren Flughafen ist, in der Natur keinen Platz hat, werden eines Besseren belehrt und lernen diese Metropole von einer ganz anderen Seite kennen.

Wolfgang Diewald, Straubing

HOPPEA 76

Bespr.: Tuexenia 36 top ↑

Anlass des vorliegenden Buches war das 30-jährige Jubiläum der Biotopkartierung in Frankfurt am Main. Eine Arbeitsgruppe von Senckenberg hat sich seit 1985 mit der Erfassung der Biotope mit ihrer Flora und Fauna befasst. Eine erste Darstellung der recht vielfältigen Biotopausstattung der "grünen Stadt" und ihres zugehörigen naturnäheren Umfeldes erfolgte bereits früher (Ottich et al. 2009; s. Besprechung in Tuexenia 30:508). Neben den sechs genannten Autoren sind jetzt 11 weitere Mitarbeiter an den zahlreichen Beiträgen beteiligt, teilweise auch aus Studien der Universität stammend. Im neuen Band lässt sich mehr über die Artenvielfalt und deren Veränderungen in verschiedenen Lebensräumen aussagen. Einen Schwerpunkt bilden Flora und Vegetation, dazu Libellen, Schmetterlinge, Fische und Feldhamster und schließlich recht ausführlich die Pilze. In leicht verständlicher Form werden allgemeinere Fragen und Grundlagen mit speziellen Ergebnissen verbunden, überall aufgelockert durch meist kleine Farbfotos von Arten, Vegetations- und Landschaftsausschnitten. Interessant ist z. B. ein Kapitel über Neoendemiten als neu entstandene Sippen aus eingewanderten Arten. In einem eigenen Teil werden vier besonders interessante Gebiete extra vorgestellt: Harheimer Ried, Heiligenstock, Schwanheimer Wiesen und Nidda-Ufer. Zahlreiche Artenlisten im Text und Anhang, auch drei Tabellen zur Graslandvegetation zeigen die aktuelle Situation. - Vor allem für Gebietsbewohner und -besucher mit naturkundlichen Interessen bietet das handliche Buch (19,90 €) einen guten Einstieg in viele Fragen von Natur und Naturschutz. Direkt erlebbar werden sie durch drei vorgeschlagene Spaziergänge an der Nidda ("Biodiversität erleben"). Im abschließenden Ausblick wird auch der Klimawandel angesprochen. Gerade in Großstädten dürfte er sich stärker bemerkbar machen, wobei wiederum dem Stadtgrün und der grünen Umgebung viel ausgleichende Wirkung zukommen sollte.

Hartmut Dierschke

Tuexenia 36

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AUS DEM INHALT
NEUE EINBLICKE IN DIE STADTNATUR
FRANKFURTER FLORA IM WANDEL
/ Vom Kommen und Gehen der Pflanzen
/ Frisch eingetroffen – pflanzliche Einwanderer
/ Neoendemiten – Evolution vor der Haustür
/ Farbenfrohe Neuheiten auf Frankfurter Friedhöfen
/ Ackerwildkräuter – Begleiter unserer Kultur
TIERISCHE BESONDERHEITEN IN FRANKFURT AM MAIN
/ Libellen – bedrohte Kunstflieger
/ Schmetterlinge – Vielfalt einst und jetzt
/ Fische – stilles Leben in Frankfurts Gewässern
/ Feldhamster – vom Ernteschädling zur gefährdeten Art
ÜBERRASCHENDE VIELFALT: PILZE IN FRANKFURT AM MAIN
/ Ein Leben im Verborgenen
/ Pilzvorkommen im Frankfurter Stadtwald
/ Wiesenpilze im Stadtgebiet
/ Von Überlebenskünstlern, Neubürgern und lebenden Fossilien
STADTNATUR IM PORTRAIT
/ Der Heiligenstock – wertvolle Biotope rund um Eselsweg und Zollhaus
/ Das Harheimer Ried – Frankfurts jüngstes Naturschutzgebiet
/ Die Nidda-Ufer in Frankfurt – Lebensraum für Neubürger
und gefährdete Arten
/ Die Schwanheimer Wiesen – Frankfurts größte Waldwiese
BIODIVERSITÄT ERLEBEN: SPAZIERGÄNGE AM FLUSS
/ Die Nidda im Norden – von Berkersheim zum Alten Flugplatz
/ Die Nidda und ihre Altarme – zwischen Nied und Sossenheim
/ Die Wörthspitze – wo Nidda und Main sich vereinen
AUSBLICK: WANDEL UND WACHSTUM
„FLORA VON FRANKFURT“ ONLINE – WAS SIE SCHON IMMER ÜBER UNSERE PFLANZEN WISSEN WOLLTEN
LITERATUR
ANHANG