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Kurt Lemcke:

Das Bayerische Alpenvorland vor der Eiszeit

Erdgeschichte, Bau, Bodenschätze. Geologie von Bayern I

1988. VII, 175 Seiten, 71 Abbildungen, 1 Tabelle, 2 Tafeln, 17x24cm, 520 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-510-65135-1, brosch.

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Keywords

alpine foreland bavaria stratigraphy geology structurenatural resources germany

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Die 1961 von A. Wurm mit einem „Bd. I“ begonnene, dann aber leider nicht weitergeführte Herausgabe einer modernen „Geologie von Bayern“, die die zahllosen, in der Literatur weit verstreuten Neuerkenntnisse der letzten Jahrzehnte seit M. Schuster’s „Abriß der Geologie von Bayern r.d.Rh.“ (1923 - 1929) berücksichtigt, soll wieder aufgegriffen werden. Von dieser in Bearbeitung befindlichen neuen Gesamtdarstellung wird hiermit die 1. Lieferung vorgelegt, die sich — unter Ausklammerung des Quartärs — mit dem bayerischen Molassebecken zwischen Alpen und Donau und seinem vortertiären Untergrund befaßt. In ihr wird versucht, für einen möglichst breiten Leserkreis umrißhaft in vier Abschnitten die wesentlichsten Züge und Zusammenhänge des geologischen Werdegangs und der Tektonik dieses fast 11% der Fläche der Bundesrepublik einnehmenden Erdkrustenteils seit dem ausgehenden Paläozoikum sowie die Probleme seiner in vorquartären Schichten angetroffenen, oft übertiefen Grundwasser und seine vor der Eiszeit entstandenen nutzbaren Lagerstätten darzustellen. Ein Anhang bringt ferner im Telegrammstil Kurzinformationen zur Ausbildung und Mächtigkeit der im paläogeo- graphischen Teil behandelten Schichten.

Bei dieser Zielsetzung des Buches kann auf Einzelheiten nicht eingegangen werden, die sich besser in der möglichst genau zitierten Spezialliteratur nachlesen lassen. Aus dem gleichen Grund wird die stratigraphische Gliederung samt ihren mikro- und makropalä- ontologischen Fundamenten als gegeben betrachtet, so daß auch auf die Nennung von Fossilnamen verzichtet wird. Ebenso kann die geologische Erforschungseschichte des Molassebeckens kaum berührt werden, die zudem in früherer Zeit vielfach mit der von Gesamt-Bayern verschränkt war.

Die heutigen geologischen Kenntnisse vom Untergrund des nördlichen Alpenvorlandes, das die Oberfläche des sehr tiefen, gewaltige Sedimentmengen enthaltenden Molassebeckens bildet, sind größtenteils der erst seit 1948 systematisch und mit großem Aufwand betriebenen Suche nach Öl und Gas zu verdanken, die mit ihrer Geophysik und ihrer regen Tiefbohrtätigkeit überraschende und z.T. prinzipiell neuartige Einblicke u.a. in Ablagerungsvorgänge in den Tiefen einer solchen Großform der Erdkruste und ihre innere Dynamik ermöglicht hat, die bis heute nicht zur Ruhe gekommen ist. An dieser weiterhin im Gange befindlichen Exploration waren und sind die meisten Gesellschaften der deutschen Erdölindustrie beteiligt. Ohne ihre von Anfang an liberale Publizier-Praxis hätte dieses Buch nicht geschrieben werden können, das sich hinsichtllich Tatsachenmaterial nur auf (bis Ende 1986 zugängliche) Literatur und veröffentlichte Einzeldaten stützt.

Der Verfasser war seit 1948 30 Jahre lang „vor Ort“ für die Öl- und Gassuche seiner Firma im deutschen und schweizer Alpenvorland zuständig. Er war dabei nicht nur mit den Routinearbeiten des Alltags befaßt, sondern auch mit der Zusammenfügung der in großer Menge laufend anfallenden geologischen Einzelbeobachtungen zu einem allmäh- lich immer deutlicher werdenden Gesamtbild, dies stets in Fühlung und Gedankenaustausch mit seinen damaligen, wie er im Alpenvorland tätigen Kollegen.

Synopsis top ↑

In 1961, A. Wurm commenced work on “Volume I” of a modern book of reference on the geology of Bavaria, which was to collate the innumerable findings dispersed throughout the literature published in the decades since M. Schuster’s “Abriss der Geologie von Bayern” (Outline of the geology of Bavaria, 1923-1929). This work, regret- tably discontinued, has now been taken up again.

The first instalment of this new overall presentation is presented herewith. It deals with the Bavarian molasse basin between the Alps and the Danube and its pre-tertiary substrate - excluding the Quarternary, however. In four sections, an attempt is made to present, in a form accessible to a wide readership, the essential characteristics and interrelationships of geological development since the Palaeozoic and the tectonics of an area of the earth’s crust running up to about 11% of the Federal Republic of Germany. The problems of the extremely deep ground water encountered in its pre-quarternary strata and its exploitable deposits formed before the Ice Age are also presented. Infomation in telegraphic style is given in an appendix relating to the formation and thickness of the strata dealt with in the palaeographic section.

In view of the purpose it has set itself, it is impossible for the book to go into details. For such details, the appropriate cross-reference should be consulted, listed in the very thoroughly documented bibliography. Similarly, the stratigraphic classification will be taken as given without going further into its micro- and macro-palaeontological bases, so that it was not found necessary to mention names of fossils. Similarly, the history of geological research in the molasse basin can be barely touched or1, especially since in earlier times it was often simply discussed as part of overall Bavaria.

Our knowledge today about the geology of the underground of the northern Alpine foreland, which forms the surface of the molasse basin containing huge masses of sediments, has mostly been acquired since 1948 as a consequence of the systematic search for oil and natural gas performed at great expense. The geophysics and extensive drilling activities herein have produced some surprising and in principle novel insights, among other things into deposit processes taking place in the depths of such a large formation of the eart’s crust and into its inner dynamics which have not ceased to this day. The most German oil companies participated and still participate in this continuing work of exploration. Without their liberal policy in support of publications, it would have been impossible to write this book which is based on material found in the literature (available by the end of 1986) and published data.

The author was himself responsible for exploration for thirty years “on the spot” in the concessions of his company in the German and Swiss Alpine foreland since 1948. In constant cooperation with colleagues who like him were working in the same area, he was concerned not only with the day-to-day routine work, but also with putting together the “puzzle” presented by the great quantity of observed geological material to create a picture which became clearer and clearer as time went on.

Inhaltsverzeichnis top ↑

1. Einführung 1
2. Die paläogeographische Entwicklung ab Oberkarbon 5
2.1 Das Geschehen vor der Molassezeit 5
2.1.1 Der jungpaläozoische Trog zwischen Ries und Salzach 5
2.1.2 Die Überflutung des Vindelizischen Landes 6
2.1.3 Ostbayerische Randsenke und westliche Malmtafel in Kreide und
Alttertiär 9
2.2 Der Werdegang des Molassetroges 14
2.2.1 Vom Obereozän bis zum Ende des Aquitans (Ober-Eger) 15
2.2.1.1 Priabon und inneralpines "Unterinntal-Tertiär" 15
2.2.1.2 Lattorf 17
2.2.1.3 Rupel 17
2.2.1.4 Chatt (Unter-Eger) 21
2.2.1.5 Aquitan (Ober-Eger) 27
2.2.2 Vom Burdigal (Eggenburg) bis zumAusl~lang der Molassezeit 32
2.2.2.1 Burdigal (Eggenburg) 32
2.2.2.2 Helvet (Ottnang) + tieferes Karpat 35
2.2.2.3 Höheres Karpat bis Pannon (Obere SüBwassermolasse (OSM) 43
2.2.2.3.1 Die "axiale" OSM-Schüttung im Karpat und tieferen Baden 43
2.2.2.3.2 Ereignisse zur Zeit der Ries-Katastrophe (höheres Baden) 46
2.2.2.3.3 Die "axiale" OSM-Schüttung im Sarmat und Pannen 53
2.2.2.3.4 Die "radialen" OSM-Schüttungen !. 54
2.2.2.3.5 Von der Malasse zum Quartär 56
3. Tektonik 58
3.1 Die Schichtlagerung im ungefalteten Bereich 58
3.1.1 Saxonische Bruchtektonik im vortertiären Untergrund 58
3.1.1.1 Das Landshut-Neuöttinger Hoch 58
3.1.1.2 Donaurandbruch und Straubing-Birnbacher Graben 62
3.1.2 Die alpidisch beeinflußten Dehnungsbrüche der Molassozeit 63
3.1.3 Anzeichen für Einengung 66
3.2 Die Einengungstektonik der Faltenmolasse 69
3.3 Zur Baugeschichte des Molassebeckens 79
3.3.1 Die Trogwanderung 79
3.3.2 Stockwerkstektonik im Vorland 82
4. Grundwasser 87
4.1 Die Grundwasserstockwerke in Mesozoikum und Molasse des autochthonen
Vorlandes und ihre NaCl-Gehalte 87
4.1.1 Keuper bis Dogger 87
4.1.2 Malm 87
4.1.3 Kreide 88
4.1.4 Molasse 88
4.1.4.1 Ostmolasse 88
4.1.4.2 Westmalasse 88
4.2 Druckverhältnisse und Porenwasserbewegungen 89
4.2.1 Das Druckniveau des Malm-Karstwassers 89
4.2.2 Porenwasserbewegungen oberhalb des Malm 95
4.2.3 Fließbewegungen unterhalb des Malm 96
4.3 Nutzung der Vorquartären Grundwässer 97
5. Bodenschätze 98
5.1 Kohle 98
5.1.1 Pechkohle (Glanzbraunkohle) 98
5.1.2 Jüngere Braunkohle 100
5.2 Erdöl und Erdgas 101
5.3 Bentonit 112
5.4 Mineral- und Thermalwässer 112
5.4.1 Jodwässer 113
5.4.2 Eisenwässer 113
5.4.3 Schwefelwässer 113
5.4.4 Thermalwässer 113
5.5 Kalkmuschelschalen 115
5.6 "Steine und Erden" 116
5.6.1 Hartgesteine 116
5.6.2 Kies und Sand 116
5.6.3 Mergel und Ton 117
6. (Anhang) Die Formationsstufen im einzelnen - ergänzende
Kurzinformationen zur Stratigraphie, Ausbildung, Mächtigkeit 119
6.1 Paläozoikum 119
6.1.1 Kristallin 119
6.1.2 Oberkarbon 119
6.1.3 Oberrotliegendes 119
6.1.4 Zechstein 120
6.2 Mesozoikum 120
6.2.1 Muschelkalk 120
6.2.2 Keuper (ohne Rhät) 120
6.2.3 Rhät und Lias 120
6.2.4 Dogger 121
6.2.5 Malm 121
6.2.6 Unterkreide 122
6.2.6.1 Berrias 122
6.2.6.2 Valendis und Hauterive 122
6.2.6.3 Barreme + Unter-Apt 123
6.2.6.4 Ober-Apt + Alb (Gault) 123
6.2.7 Oberkreide 123
6.2.7.1 Cenoman 123
6.2.7.2 Turon 124
6.2.7.3 Coniac 124
6.2.7.4 Santon 124
6.2.7.5 Campan 125
6.3 Neozoikum (hier nur Tertiär) 125
6.3.1 PaläOzän 125
6.3.2 Eozän 125
6.3.3 Oligezän 126
6.3.3.1 Lattorf 126
6.3.3.2 Rupel 126
6.3.3.3 Chatt (Unter-Eger) 127
6.3.4 Miozän 130
6.3.4.1 Aquitan (Ober-Eger) 130
6.3.4.2 Burdigal (Eggenburg) 131
6.3.4.3 Helvet (Ottnang) 132
6.3.4.4 Karpat 133
6.3.4.5 Baden bis Pannon (Obere SüBwassermolasse i.e.S.) 134
Schrifttum 135
Orts- und Sachregister 157
Tafeln 174