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Moor- und Torfkunde

Hrsg.: Karlhans Göttlich

1990. 3. Auflage, XVI, 520 Seiten, 63 Tabellen, 16x24cm, 1200 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-510-65139-9, brosch., price: 45.00 €

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peat mosssphagnummossmire vegetationfentorfmoosmoor

Contents

Beschreibung Deutsch top ↑

In unserer immer enger werdenden Zivilisationslandschaft sind unsere Moore Oasen vergleichbar, in denen sich Teile einer Urlandschaft bewahrt haben. Seltene und schöne Pflanzen sind dort erhalten geblieben, und vom Aussterben bedrohten Tierarten, vor allem Vögeln und Kriechtieren, dienen die Moore als Refugium.

Wir können nicht alle diese Gebiete mit Zähnen und Klauen gegen die Ansprüche der Zivilisation verteidigen, wohl aber die schönsten und für die Forschung und Volksbildung wichtigsten. Denn wir brauchen den in den Mooren enthaltenen Rohstoff Torf, um daraus Bodenverbesserungsmittel für unsere Landwirtschaft und den Gartenbau zu gewinnen. Torf wird an hervorragender Stelle in der Balneologie angewandt. Weite Gebiete der Flachland- und Vorgebirgsmoore sind durch bodenkulturelle Maßnahmen in wichtige Areale landwirtschaftlicher Produktion umgewandelt worden.

Die Moore stehen deshalb in der Diskussion zwischen Naturwissenschaft, Balneologie, Medizin, Naturschutz, Gartenbau, Landwirtschaft, Torfgewinnung und -Verwertung und Energiewirtschaft. Die Deutsche Gesellschaft für Moor- und Torfkunde (DGMT) ist eine Vereinigung von Fachleuten, die die obengenannten unterschiedlichsten Standpunkte vertreten. In ihr wird fair und redlich um jeden Quadratmeter Moor gerungen, und zwar mit strengem Sachverstand und unter Hintanstellung egoistischer Einzelinteressen. Aus dem Kreis der DGMT kam durch Herrn Prof.Dr. KH. GOTTLICH die Anregung zur Herausgabe des Buches.

Nach nur 4 Jahren war die 1. Auflage vergriffen, jetzt erscheint die Moor- und Torfkunde schon in 3. völlig überarbeiteter und erweiterter Auflage. Hinzu kamen nunmehr Beiträge über die "Moorarchäologie", die "Physik des Torfes und der Moorböden", die "Speziellen geoelektrischen Erscheinungen im Moor" und die "Natürliche Bewaldungstendenz und Mindestpflege von Moorbiotopen". Der Herausgeber und die 21 Autoren haben das allgemein und weltweit Gültige betont, weil Moore, abgesehen von extremen Breitenlagen, auf der ganzen Erde vorkommen. Nach wie vor beziehen sich aber die mehr auf das Angewandte bezogenen Teile 4 (Stoffliches) und 5 (Nutzung) auf die Bedingungen Mitteleuropas, insbesondere Deutschlands. Den Autoren ist es wieder gelungen, das Phänomen Moor in möglichst vielen Aspekten in gedrängter und für einen großen Leserkreis lesbarer Form darzustellen.

Inhaltsverzeichnis top ↑

Begriffsbestimmungen anhand der Moortypen Mitteleuropas
1.1 Sonderstellung der Moore in Volksglauben und Kunst (G. Kaule,
Kh. Göttlich) 1
1.2 Der Begriff hIoor (G. Kaule, Kh. Göttlich):
Niedermoore. Hochmoore. Übergangsmoore. Drei mögliche
Betrachtungsweisen des Moorwachstums. Moorbrüche 2
1.3 Die Pflanzendecke der Moore (Torfbildende Vegetation) (G. Kaule,
Kh. Göttlich): Niedermoore. Hochmoore. Übergangsmoore 12
1.4 Die Tierwelt der Moore (speziell der Hochmoore) (E.-G. Burmeister) 29
1.5 Rhizopoden in der Moorforschung (Th. Grospiersch): Die Bedeutung
der Rhizopoden im Moor. Die Rhizopodenanalyse der Moore 50
2 Stellung der Moore im Raum
2.1 Klassifizierung (H. Schneekloth) 59
2.2 Inventarisierung (H. Schneekloth) 60
2.3 Verteilung der Moore auf der Erde (S. Schneider, R. Schneider) 65
2.4 Die Moore in der Bundesrepublik Deutschland (S. Schneider,
R. Schneider) 69
2.5 Die Moore in Europa (S. Schneider, R. Schneider) 74
2.6 Die Moore außerhalb Europas (S. Schneider, R. Schneider) 81
2.7 Tropische und subtropische Moore (J. Pfadenhauer) 102
3 Der Entwicklungsgang im zeitlichen Ablauf
3.1 Die Kohlenmoore (Fr.-R. Averdieck): Entstehungs- und
Erhaltungsbedingungen. Torfwandlung in der Zeit. Die Seiohrfloren der
Erdzeitjaleer 114
3.2 Makro- und Mikropaläoboranik (Fr.-R. Averdieck) 123
3.3 Die Torfmoore (Fr.-R. Averdieck): Das Pleistozän. Das Holozän
(Postglazial) 124
3.4 Datierung (F.-R. Averdieck, H. Willkomm): Relative
Datierungsmittel. Absolute Datierungsmittel. Anwendungsbereiche der
Datierungsmittel) 138
3.: Moorarchäologie (H. Hayen): Voraussetzungen und
Möglichkeiten. Moorfunde. Roheisen aus Niedermoortorfen. Ergänzende
Moorfunde 156
4 Stoffliches
4.1 Ablagerungen der Moore (G. Grosse-Brauckmann) Zur Einführung. Über
den Torfbildungsprozeß. Einige Folgerungen. Huminstoffe als Komponente
aller Torfe. Die Pflanzenreste der Torfe und ihre Vorkommen. Chemische
Komponenten der Torfe. Zur Torfklassifikation. Anhang: Verschiedene
andere in Mooren auftretende Ablagerungen 17

4.2 Chemie von Moor und Torf (W. Naucke) Allgemeines. Übersicht über
Einflüsse bei der Torfentstehung. Chemische Kennzeichnung der
Haupt-Torftypen. Die Humifizierung der torfbildenden
Pflanzen. Zusammensetzung der mineralischen
Torfkomponenten. Zusammensetzung der organischen Torfkomponenten 237
4.3 Mikrobiologie von hIoor und Torf (E. Küster) Einleitung. Auftreten
und Aktivitäten von Mikroorganismen im natürlichen
Moor. Zusammensetzung der Mikroflora in verarbeitetem und gelagertem
Torf. Wirkung von Torf und seinen Inhaltsstoffen auf Mikroorganismen
und deren Aktivitäten 262

4.4 Physik des Torfes und der Moorböden (V. Schweikle, M. Schuch)
Grundlegende Beziehungen. Die Bodenluft. Bodentemperatur und
Wärmeströmung. Zug-Druck-Beziehungen, Festigkeit, Verdichtung und
Konsolidierung von Torf. Aggregatbildung und Gefüge von
Torfen. Spezielle geoelektrische Erscheinungen im Moor 272

4.5 Moor und Wasser (R. Eggelsmann) Ökohydrologie der
Moore. Grundwasser-Stauwasser-Oszillarion. Verdunstung. Abfluß-Zufluß.
Wasserbilanz. Die Moore als Wasserspeicher in der Landschaft. Einfluß der
Moornutzung auf die Fließgewässer unterhalb liegender Gebiete. Stehende
Moorgewässer. Stofftransport in Moor-Fließgewässern 288
6 Wasserregelung im Moor (R. Eggelsmann)
Notwendigkeit. Zielkonflikte. Planungsgrundlagen. Kanal- und
Grabenbau. Binnenentwässerung. Folgen einer Wasserregelung und
Moornutzung (Moorsackung). Grabeneinsrau. Inneerhaltung. Bodenbildung
in Moorkulturen 391
Moorerschließung-Bauten im Moor (R. Eggelsmann)
Planungsgrundsätze. Moor als Baugrund. "Schwimmende" Gründungen im
Moor. Wegebau. Deich- und Dammbau. Straßen- und
Eisenbahnbau. Rohrleitungsbau. Bauwerksgründung 349
8 Ökohydrologie und Moorschutz (R. Eggelsmann) Einleitung. Ziele des
Moorschutzes. Hydrologische Schutzzonen. Hochmoor-Schutz.
Niedermoor-Schutz. Hochmoor-Regeneration.
Niedermoor-Regeneration. Auch Moorgrünland ist schützenswert 357
9 Mikroklima der Moore (R. Eggelsmann)
Wärmekonstanten. Bodentemperatur. Bodennahes Klima. Einfluß der
Pflanzendecke. Regionales Moorklima. Einfluß von Entwässerung und
Kultivierung. Einfluß von Vernässung und Brache 374
Nutzung
1 Moorkultivierung für Land- und Forstwirtschaft (Kh. Göttlich,
H. Kuntze) Stand und Bedeutung der Moorkultur. Moorkulturverfahren und
ihre Geschichte. Trophie und Düngung. Landwirtschaftliche,
gartenbauliche und forstwirtschaftliche Nutzung 385
Torfgewinnung und Torfverwertung (K.-H. Richard, J. Günther)
Historisches. Moorerschließung, Abtorfungsvorbereitungen. Torf zur
Bodenverbesserung. Brenntorf. Torf im Gartenbau 411
3 Wirkungsmechanismen der Moor/Balneo-Therapie (Kh. Göttlich) 473
Moor in der Kurortmedizin (D. Eicheisdörfer) Stellung des Moores als
natürliches Heilmittel des Bodens. Untersuchungen und Beurteilung von
Badetorf. Physikalische und chemische Wirkfaktoren des
Moorbades. Anlagen und technische Einrichtungen in
Moorbädern. Indikationen der Moortherapie. Moorpräparate. Heilbäder,
Kurorte und Peloid-Kurbeeriebe in der Bundesrepublik Deutschland mit
Moortherapie. Heilbäder, Kurorte und Peloid-Kurbetriebe in Österreich
mit Moortherapie. Heilbäder, Kurorte und Peloid-Kurbetriebe in der
Schweiz mit Moortherapie 476
5 Natürliche Bewaldungstendenz und Mindestpflege von Moorbiotopen
(G. Briemle) 496
6 Moore im Naturschutz und in der Raumordnung (Kh. Göttlich, G. Kaule)
Moore als Objekte des Naturschutzes. Schwerpunkte und Probleme des
Moor-Naturschutzes. Rechtliche Voraussetzungen. Raumordnung und
Landschaftsplanung 502
Weiterführende Literatur 27,47,56, 64,96,109, 152, 173, 230, 259, 271,
282,286,319, 348,357,372, 383, 409, 453,471, 474, 494,500, 507
Sach- und Ortsregister 509