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Hellmut Grabert:

Abriß der Geologie von Nordrhein-Westfalen

[The Geology of the State of Northrhine-Westphalia (Germany)]

1998. 1. Auflage, VII, 351 Seiten, 204 Abbildungen, 11 Tabellen, 17x24cm, 950 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-510-65187-0, gebunden, price: 40.00 €

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Geologie Geomorphologie Nordrhein-Westfalen Germany

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Inhaltsbeschreibung top ↑

Über die Erdgeschichte von Nordrhein-Westfalen, vor allem geprägt durch den Bergbau, die Stein- und Braunkohle, ist jetzt ein lange erwartetes, aktuelles Buch erschienen. Der Autor war viele Jahre lang am Geologischen Landesamt Nordrhein-Westfalen tätig und hat in seinem "Abriß" die Geologie des Landes so geschildert, daß sie auch für den Nichtspezialisten verständlich ist und dem Fachkollegen dennoch eine gute Zusammenfassung bietet.
Sieben Themenkomplexe hat der Autor herausgegriffen. Er hat zunächst die Landschaftsform, also die Geomorphologie, aufgezeichnet, im 2. Abschnitt die Erdgeschichte und im 3. die Faltungs- und Deformationsvorgänge geschildert. Im 4. Abschnitt werden die einzelnen Regionen Nordrhein-Westfalens skizziert. Aus der Fülle der in diesen Gebieten vorhandenen besonders markanten und bedeutenden geologischen Erscheinungen sind jeweils zwei Beispiele ausgewählt worden, die einzigartig sind und deshalb überregionale Bedeutung besitzen.
Im 5. Abschnitt wird noch über die älteste prähistorische Epoche und die Menschen, die damals lebten, berichtet. Im 6. Abschnitt versucht der Verfasser in die Zukunft zu blicken und erörtert denVerbrauch von Landschaft und Gesteinen in den kommenden Jahrzehnten.
Vor allem für den Fachkollegen ist in einem letzten Abschnitt die verwendete Literatur ausführlich erwähnt.
Bewußt wollte der Autor kein Handbuch vorlegen sondern einen knappen Abriß über die Geologie des Landes, der in die Erdgeschichte und das geologische Geschehen Nordrhein-Westfalens einführt aber durch die vielen Literaturangaben auch denen, die mehr kennenlernen wollen, Hinweise auf Fachartikel bieten.
Interessenten: Geologen, Geographen, Bergleute, Studierende und Institute der Geologie, Geographie und Mineralogie, Lehrer, Schulen, allgemeine und wissenschaftliche Bibliotheken.

Bespr.: Z.f. Heimatpflege u. Wandern der Niederrhein, 66. Jg.,3 (1999) top ↑

Abriß der Geologie von Nordrhein-Westfalen über die Erdgeschichte Nordrhein-Westfalens, vor allem geprägt durch den Bergbau, die Stein- und Braunkohle, ist jetzt ein lange erwartetes, aktuelles Buch erschienen. Der Autor war viele Jahre lang am Geologischen Landesamt Nordrhein-Westfalen tätig und hat in seinem "Abriß" die Geologie des Landes so geschildert, daß sie auch für Nichtspezialisten verständlich ist und dem Fachkollegen dennoch eine gute Zusammenfassung bietet. Sieben Themenkomplexe hat der Autor herausgegriffen. Er hat zunächst die Landschaftsform, also die Geomorphologie, aufgezeichnet, im 2. Abschnitt die Erdgeschichte und im 3. die Faltungs- und Deformationsvorgänge geschildert. Im 4. Abschnitt werden die einzelnen Regionen Nordrhein-Westfalens skizziert. Aus der Fülle der in diesen Gebieten vorhandenen besonders markanten und bedeutenden geologischen Erscheinungen sind jeweils 2 Beispiele ausgewählt worden, die einzigartig sind und überregionale Bedeutung besitzen. Im 5. Abschnitt wird noch über die älteste prähistorische Epoche und die Menschen, die damals lebten, berichtet. Im 6. Abschnitt versucht der Verfasser in die Zukunft zu blicken und erörtert den Verbrauch von Landschaft und Gesteinen in den kommenden Jahrzehnten. Bewußt wollte der Autor kein Handbuch vorlegen, sondern einen knappen Abriß über die Geologie des Landes, der in die Erdgeschichte und das geologische Geschehen Nordrhein-Westfalens einführt, aber durch die vielen Literaturangaben auch denen, die mehr kennenlernen wollen, Hinweise auf Fachartikel bieten. Helmut Grabert: "Abriß der Geologie von Nordrhein-Westfalen" E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1998. Umfang: 351 Seiten, Preis: EUR 40,00 Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern der Niederrhein, 66. Jhrg., Heft 3, Juli 1999

Bespr.:Decheniana, Bd. 152, S. 207 (1999) top ↑

Die Auseinandersetzung mit einer Landschaft aus geologischer (und geomorphologischer) Perspektive ist auch für Nichtgeologen interessant und lehrreich. Sie weitet den Blick für die Gestalt der Landschaft und macht die hierzulande meist auf den Menschen zurückzuführende Prägung des heutigen Landschaftsbildes, die nicht selten eine Folge von deren geologischen Gegebenheiten ist, verständlich. Grabert bietet seine Informationen zur Geologie Nordrhein-Westfalens in 6 Kapiteln an: Nach einer kurzen Einleitung stellt er im ersten Kapitel in komprimierter Form die Landschaften und geologischen Einheiten Nordrhein-Westfalens vor, um anschließend ebenso kurz auf die geologische Erforschung des Landes einzugehen. Im folgenden zweiten Kapitel wird die Stratigraphie Nordrhein-Westfalens vom Paläozoikum beginnend bis heute übersichtlich dargestellt. Zahlreiche Abbildungen und Tabellen fördern das Verstehen dieser umfangreichen Beschreibungen. Auf diese Ausführungen folgt im dritten Kapitel die Darstellung geophysikalischer Vorgänge, die für die heutigen geologischen Gegebenheiten mitverantwortlich sind. Im vierten Kapitel präsentiert der Autor die sechs Großlandschaften Nordrhein-Westfalens - Hohes Venn, Rechtsrheinisches Schiefergebirge, Ruhrgebiet, Teutoburger Wald und Weserbergland, Münsterland sowie Niederrheinische Bucht - anhand ausgewählter geologischer Themen der Reihe nach. Das fünfte Kapitel ist der großen wirtschaftlichen und historischen Bedeutung der reichen (und schließlich auch reich machenden) geologischen Gegebenheiten Nordrhein-Westfalens gewidmet. Im abschließenden sechsten Kapitel schließlich wagt Grabert einen Ausblick auf die Zukunft, wobei er vor allem globalklimatische Aspekte und deren Bedeutung für die Menschheit kurz diskutiert. Es ist erfreulich, dass mit dem vorliegenden Buch ein knapper, übersichtlicher und verständlicher Abriß der Geologie Nordrhein-Westfalens geboten wird. Denn gerade dessen Kulturlandschaftsbild ist wie in kaum einem anderen Bundesland durch die Ausbeutuung von Bodenschätzen, vor allem Braun- und Steinkohle, geprägt worden. Der Autor, der lange Jahre am Geologischen Landesamt NRW in Krefeld beschäftigt war, liefert diese Zusammenfassung in einer Form, die auch Nichtspezialisten den Einstieg in diese komplexe Materie ermöglicht. Und so wird er seinem eigenen Vorwort gerecht, Informationen für Ingenieure, Studierende, Lehrer, Schüler, Heimatbeflissene und interessierte Laien gleichermaßen bieten zu wollen. Mit besonderem Interesse hat sich der Rezensent über die wirtschaftliche Vorteilsnahme durch den Menschen im Kapitel 5 "Dem Menschen zum Nutz und Frommen" informiert, weil gerade dieses Kapitel unser heutiges Leben an geologische Vorgänge aus dunkler Vergangenheit und geologische Schätze aus unbekannten Tiefen so unvermittelt anlehnt. Ein rundum empfehlenswertes Buch für den interessierten Leser verschiedenster Provenienz. Bodo Maria Möseler, Bonn "Decheniana", Bd. 152 (1999), S. 207

Bespr.: Bergbau, Bd. 8, August 1999, 50. Jg. top ↑

Sieben Themenkomplexe hat Hellmut Grabert herausgegriffen. Er hat zunächst die Landschaftsform, im 2. Abschnitt die Erdgeschichte und im 3. die Faltungs- und Deformationsvorgänge geschildert. Im 4. Abschnitt werden die einzelnen Regionen Nordrhein-Westfalens skizziert. Im 5. Abschnitt wird noch über die prähistorische Epoche berichtet und im 6. Abschnitt der Verbrauch von Landschaft und Gesteinen in den kommenden Jahrzehnten diskutiert. Der 7. Abschnitt enthält ein ausführliches Literaturverzeichnis. Für alle, die an der Erd- und Landschaftsgeschichte Nordrhein-Westfalens interessiert sin, ein guter Abriß der Geologie. "Bergbau", Bd. 8, August 1999, 50. Jhrg.

Bespr.: BHM -- Berg- und Hüttenmännische Monatshefte, 10/99 top ↑

Das Buch ist als eine geologische Übersicht des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen gedacht und umspannt einen weiten Bogen von verschiedenen geowissenschaftlichen Aspekten. Der Autor versuchte einen "Abriß" der Geologie zu bringen und es können daher naturgemäß einzelne Bereiche nicht in allen Details erläutert werden. Der "Tiefgang" der verschiedenen Abschnitte ist daher relativ unterschiedlich. Das Buch stellt eine kompakte und übersichtliche Zusammenfassung dar und ist in Kapitel gegliedert, die die wesentlichen geowissenschaftlichen Bereiche erläutern. Ein wichtiger Themenkomplex ist die systematische Besprechung des erdgeschichtlichen Rahmens, gefolgt von einer chronologischen Schilderung der geotektonischen Ereignisse. Naturgemäß lückenhaft und auf die wichtigsten Beispiele beschränkt ist das Kapitel über die einzelnen Regionen des Bundeslandes. Hier werden die wichtigsten geologischen Aufschlüsse bzw. Erscheinungen, die über die Grenzen des Landes hinaus bekannt sind, im näheren Detail beschrieben. Einem Kapitel über die Nutzung der geologischen Ressourcen wird zu Recht der entsprechende Umfang eingeräumt. Neben der Beschreibung des Kenntnisstandes von weltbekannten Lagerstätten bzw. Lagerstättenprovinzen (z. B. Meggen, Siegerland usw.) wird auch über hydrogeologische und ingenieurgeologische Aktivitäten des Bundeslandes berichtet. Wie schon oben erwähnt, nimmt das Buch nicht für sich in Anspruch, ein wissenschaftliches Spezialwerk in allen Sparten der Geologie zu sein. Es bietet nicht nur geowissenschaftliche Informationen für Fachleute, sondern ist besonders auch für naturwissenschaftlich Interessierte zu empfehlen. W. Prochaska "BHM" -- Berg- und Hüttenmännische Monatshefte, 10/99

Bespr.: Erdkunde, Bd. 53, 3. Jg. (1999) top ↑

Dieser Abriß will der eher erdgeschichtlich aufgebauten "Geologie Nordrhein-Westfalens" von J. Hesemann (1975) eine Darstellung gegenüberstellen, die mehr über die einzelnen Regionen schildert. Allerdings werden die geologischen Landschaften nicht flächendeckend beschrieben, sondern in besonders prägnanten Beispielen vorgestellt, wie z. B. die Vennporphyre, das Nordhelle-Konglomerat, der Geologische Garten in Bochum, die Externsteine, die Stromverlagerungen des Niederrheins. Vorangestellt ist dieser Beschreibung eine Schilderung der erdgeschichtlichen Entwicklung, die fast die Hälfte des Buches einnimmt. Hier werden an einigen Stellen veraltete stratigraphische und paläontologische Nomenklaturen und Einstufungen verwendet. Weites Interesse wird der letzte Abschnitt des Buches erregen, der sich mit der Bedeutung des geologischen Untergrundes für den Menschen beschäftigt, also mit dem Abbau von Kohlen, Steinen und Erden, Erzen, mit Grundwasser, Talsperren, Heilquellen, Böden, Ingenieurgeologie, Naturschutz. Diese Beziehungen zwischen Mensch und Bodenschätzen werden schließlich an mehreren Beispielen bis in die Keltenzeit zurückverfolgt.
Durch die persönliche Sicht des Autors gibt das Buch viele Anregungen. Es ist reich ausgestattet mit Illustrationen, die überwiegend der Literatur entnommen sind.

Bespr.: Die Heimat top ↑

Wer sich mit dem neuen Werk über die Geologie Nordrhein-Westfalens unseres Vereinsmitgliedes, langjährigen Mitarbeiters des Geologischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen, Krefeld und Hochschullehrers an der Universität zu Köln, Professor Dr. Hellmut Grabert, auseinandersetzt, muß die groß angelegte Synopse des einstigen Leiters des Geologischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Julius Hesemann, mit berücksichtigen. Während sich dessen "Geologie Nordrhein-Westfalens" (Paderborn (Schöningh) 1975) streng an den erdgeschichtlichen Rahmen hält und eine ungeheure Fülle wissenschaftlicher Details berücksichtigt, folgt der "Abriß" Graberts unter Berücksichtigung der Forschungsergebnisse der letzten 25 Jahre zunächst dem gleichen Schema, jedoch in wesentlich gestraffterer Form, um dann über das Kapitel "Die großen geotektonischen Ereignisse" anhand ausgewählter, besonders eindrucksvoller geowissenschaftlicher Erscheinungen und Objekte in die Darstellung unverwechselbarer regionaler Eigenarten der unterschiedlichen Geo-Landschaften Nordrhein-Westfalens überzugehen. Dieses Anliegen des Autors signalisiert bereits die Abbildung auf dem Hardcover seines Buches und macht neugierig - ein gelungener optischer Reiz. Doch hätte meiner Meinung nach die Darstellung geologisch unterschiedlich geprägter Landschaftsräume konsequenter und ausführlicher geschehen können und sollen. Das Buch würde so die Aufmerksamkeit vieler Landeskundler noch stärker auf sich ziehen, zumal im abschließenden Kapitel "Dem Menschen zum [!] Nutz' [!] und Frommem" ausführlich die Bedeutung der Kenntnis des geologischen Untergrundes für die Gewirnnung mineralischer und energetischer Rohstoffe, die Wasserwirtschaft, die Land- und Forstwirtschaft, die Abfallwirtschaft, den Baugrund und anderes mehr - mit anderen Worten: das notwendige Wissen um die Lebens-Grundlagen für Pflanze, Tier und Mensch - hervorgehoben wird. Gerade das macht dieses Buch spannend und lesenswert für Fachmann und Laie gleichermaßen. Aus Platzgründen kann hier nicht auf Einzelheiten hingewiesen werden.
Trotz der geäußerten Kritik ist Graberts "Abriß der Geologie von Nordrhein-Westfalen" empfehlenswert, denn es gibt nicht nur eine auf den neuesten Wissensstand gebrachte Zusammenfassung der geowissenschaftlichen Verhältnisse unseres Bundeslandes wieder, sondern sucht auch, wo möglich, die für den Nicht-Geowissenschaftler unverständliche Fachsprache zu meiden. Es ist dem Autor dafür zu danken, daß er diese Gratwandanderung unternommen und sie mit dem derzeit informativsten Kompendium abgeschlossen hat. Kritik zu üben, ist einfach, es besser zu machen, eine fachliche und sprachliche Sisyphusarbeit. Obee Die Heimat

Bespr.: Fossilien, Heft 6, Nov./Dez. 2001, S. 336/337 top ↑

Hinter dem "Abriss der Geologie von Nordrhein-Westfalen" verbirgt sich eine kurz gefasste Einführung in die erdgeschichtlichen Geschehnisse. Sieben Themenbereiche hat der Autor, der viele Jahre am Geologischen Landesamt Nordrhein-Westfalen tätig war, herausgegriffen. Als erstes werden das Bundesland, seine geologische Erforschung, seine politischen Grenzen und seine Geomorphologie bzw. Landschaften vorgestellt. Danach werden die einzelnen Ablagerungen in chronologischer Abfolge beschrieben. Die Faltungs- und Deformationsprozesse, die große Teile NRWs geprägt haben, kommen im dritten Abschnitt zur Sprache. Im vierten werden einzelne Regionen mit Darstellungen verschiedener überregional bedeutender geologischer Besonderheiten vorgestellt. Der Mensch als Nutzer geologischer Gegebenheiten wird im fünften Abschnitt beleuchtet. Der Bogen reicht hier von steinzeitlichen Feuersteinbergwerken nahe Aachen bis zur Energieerzeugung durch Stein- und Braunkohle. Der sechste Teil gibt einen Ausblick auf den Verbrauch von Landschaft und Gesteinen in den kommenden Jahrzehnten. Abschluss bildet ein Literaturverzeichnis, das dem Leser ermöglicht, an weitere Informationen zu gelangen. Neben verständlichen Texten verhelfen zahlreiche Abbildungen (Karten, Skizzen und Fotos) in allen Kapiteln zu einem guten Einstieg in die vielfältige und interessante Geologie von Nordrhein-Westfalen: Eine Entdeckungsreise, die sich lohnt.

Wilfried Rosendahl

Fossilien, Heft 6, Nov./Dez. 2001, S. 336/337

Bespr.: Heimatpflege in Westfalen, 15.Jg, H.1/2002, S. 36/37 top ↑

Seit 1926, d.h. nach Erscheinen von Theodor Wegners "Geologie Westfalens und der angrenzenden Gebiete" in 2. Auflage, ist das vorliegende Werk die dritte Monographie, die die Geologie Westfalens bzw. Nordrhein-Westfalens gesamtzeitlich beschreibt. Von daher gebührt dem Buch für das Heimatgebiet Westfalen und für die geographische Landeskunde besondere Bedeutung, - auch insofern als es über den geographischen Rahmen der erst 1995 vom Geologischen Landesamt Nordrhein-Westfalen (GLA) herausgegebenen und durch verschiedene Bearbeiterverfanten Publikation "Geologie im Münsterland" hinausgeht. Letztere Veröffentlichung versucht nach einer sozusagen phänomenologischen Methode, die Geologie und ihre landschaftlichen Erscheinungen in der Westfälischen Bucht einer breiteren Leserschaft näherzubringen.

Das Werk von Professor Grabert, der leitender Geologe beim Geologischen Landesamt war, eröffnet das Thema Geologie und Paläontologie samt Lagerstättenkunde für ganz Nordrhein-Westfalen in der Weise, dass die Abhandlung bewußt auf die regionalgeologischen Unterscheidungen des Bundeslandes abhebt. Insofern setzt es sich von der 1975 erschienenen "Geologie Nordrhein-Westfalens" von Julius Hesemann ab, der "streng" einem stratigraphischen Duktus folgte (s. Grabert, S. 8). Auf dem Titel des hier vorliegenden Buches wird das regionalgeologische Moment durch das kartographische Mosaikbild einer "geologischen Übersicht von Nordrhein-Westfalen" gewissermaßen signalisiert! Es erscheint in Form einer sog. Insekarte und ist zugleich Exempel eines beim GLA zu beziehenden Postkartensets geologischer Übersichten von NRW! Um aber damit keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Die textlich-inhaltliche Abfassung der hier zu besprechenden Neuerscheineng ist streng wissenschaftlich und setzt insofern beim Leser geologische Grundkenntnisse (und mehr) voraus. Gleichwohl ist die Lesbarkeit gut. Die Fülle des Stoffes einerseits und die Umfangsbegrenzeng des Buches anderseits bedingen allerdings einen zuweilen auch "dichten" und an Einfügungen und Nebensätzen angereicherten Sprachstil.

Geologie in ihrer Aktualität für das Umweltgeschehen von heute zu begreifen, läßt im vorliegenden Werk folgende Themen zur Darstellung kommen: " Steine und Erden", "Wasser und Hydrogeologie", "Lagenieurgeologie" oder "Umwelt und Mensch" und "Schützenswerte geologische Objekte" u.a.m.! Erdgeschichtlich gesehen, wird der Geologische Faden bis in das Mittelalter [Holozän] gezogen, allerdings kurz und knapp, wie das Kapitel "Mittelalterliche Rodungen im Rheinischen Gebirge" zeigt.

Daß nicht alle besonders interessant erscheinenden regionalgeologischen Situationen und all diese nicht gleichermaßen berücksichtigt werden können oder konnten, zeigt das Beispiel des nordwestfälischen lbbenbürener Karbonhorstes mit einem im dortigen "Ostfeld" noch intakten Steinkohlenbergwerk; davon erfährt der Leser lediglich, daß "die heute isolierten Vorkommen von Ibbenbüren und Osnabrück" ein Teil des europäischen "Gürtels flößführenden Oberkarbons" sind (S.224). Beispielsweise wird das rheinische Siebengebirge hingegen an zehn Stellen erwähnt (s. im "Orts- und Sachverzeichnis", S. 341-351), davon zweimal unter eigens eingefügten Kapiteln ( siehe S. 303: "Felssicherung am Drachenfels [...]" und S. 325 f.: "Das erste deutsche Naturschutzgebiet [...]"). Freilich darf man dem Siebengebirge den Rang einer "geologischen Quadratweile" Nordrhein-Westfalens zuerkennen. Das regionale Prinzip findet im übrigen Anwendung auf zwölf "Fälle" oder Stätten geologischer Forschung in den Regionen: Sie - vom "Tonalit von Lammersdorf" [Hohes Venn] über den "Doberg bei Bünde" bis hin zu "Junge Verlagerungen des Rheinstrombettes" [zwischen Dormagen und Urden- bach]. Diese Einschaltung entsprechen einem Darstellungsprinzip, wie es in den vom GLA herausgegebenen Erläuterungen zur Geologischen Karte 1: 100 000 (GK 100) angewandt wird. Vom didaktischen Prinzip eines veranschaulichten Erfassens der Dinge her gesehen, ist zuweilen das Heranziehen unterstützenden Kartenmaterials - z.B. die Blätter der GK 100! - ratsam ( - Wäre es nicht hilfreich gewesen, im Anhang des Buches eine oder zwei Übersichtsfaltkarten im Maßstab 1: 500 000 beizufügen?). Der Durchgang durch die Kapitel wird begleitet von einer Reihe stratigraphisch-erdgeschichtlicher Tabellen und von 204 Abbildungen; samt allen stratigraphischen Darstellungen in Tabellenform und unter Berücksichtigung der häufiger vorkommenden Unterteilungen in a-, b...- Abbildungen sind es annähernd 300, davon ca. 35 aus den gen. GK-100-Ausgaben! An photographischen Abbildungen von Aufschlüssen und von geomorphologischen Situationen gibt es lediglich eine: "Die Externsteine bei Horn [...] " (S. 203) - und zeichnerisch als quasi-photographische Darstellung das Aufschlußbild vom "Bioherm [ - bedeutet: Riff mit kräftigem Höhenwachstum; Rez.] bei Lantenbach an der Agger-Talsperre [...]" (S. 196). Das wenige oder die Ausnahme von solchen bildlichen Darstellungen mag den Leser verwundern ( Hesemanns Werk enthält hingegen viele photographische Abbildungen.).

Auch die vorliegende Monographie kann natürlich nicht in einer stratigraphischen "Gliederung" entbehren, wie es der Durchgang durch die ersten rd. 150 Seiten zeigt. Es zeigt sich dabei auch, dass entsprechend einer europäischen Einordnung des geologischen Geschehens Nordrhein-Westfalen keine "Insel" ist; freilich ist das mehr als verständlich, verdeutlicht aber auch die Bedeutung einer NW-übergreifenden Historischen und Regionalen Geologie für das Verstehen der Zusammenhänge, - für den Fachgeologen selbstverständlich, für den Geographielehrer und für die "NRW-Kunde", so sie denn im Geographieseminar und im Schulunterricht vermittelt wird, unentbehrlich! Das Erkennen von Landschaften, ihrer Reliefformen und "Bodenschätze" ist ohne das Begreifen der geologischen, petrologischen und speziell auch paläogeographischen Genese schlechterdings nicht möglich. Mit diesem Satz möchte Rez. das Buch in einen Kontext von "enger" Fachwissenschaft und "breiterer" Unterrichts- und Bildungsarbeit stellen, - eine hoffentlich nicht verwegene Umdeutung des Buchanliegens!? Das vorliegende Geologie-Buch von H. Grabert gehört also auch in die Hand interessierter Erdkundelehrer, gehört zumindest in die Schulbibliotheken und sollte auch zum Bestand kommunaler Büchereien in Nordrhein-Westfalen und im Heimatgebiet Westfalen zählen.

Georg Römhild

Heimatpflege in Westfalen, 15.Jg, H.1/2002, S. 36/37

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1 Das Land Nordrhein-Westfalen und seine geologische Erforschung 4
2 Die Erdgeschichte in Nordrhein-Westfalen 9
2.1 Das Paläozoikum 14
2.1.1 Das Kambrium 14
2.1.2 Das Ordovizium 16
2.1.3 Das Silur 22
2.1.4 Das Devon 25
2.1.4.1 Das Unterdevon 30
2.1.4.2 Das MitteldeVon 46
2.1.4.3 Das Oberdevon 58
2.1.5 Das Karbon 65
2.1.5.1 Das Dinantium 67
2.1.5.2 Das Silesium 71
2.1.6 Das Perm 77
2.1.6.1 Das Rotliegende 77
2.1.6.2 Der Zechstein 80
2.2 Das Mesozoikum 83
2.2.1 Die Trias 85
2.2.1.1 Der Buntsandstein 87
2.2.1.2 Der Muschelkalk 92
2.2.1.3 Der Keuper 95
2.2.2 Der Jura 97
2.2.2.1 Der Lias 99
2.2.2.2 Der Dogger 99
2.2.2.3 Der Malm 100
2.2.3 Die Kreide 100
2.2.3.1 Die Unterkreide 102
2.2.3.2 Die Oberkreide 106
2.3 Das Känozoikum 109
2.3.1 DieTertiär-Zeit 111
2.3.2 Die Quartär-Zeit 129
3 Die großen geotektonischen Ereignisse 159
3.1 Die kaledonische Orogenese 160
3.2 Die variszische Faltentektonik 166
3.3 Die alpidisch-saxonische Bruchfaltentektonik 172
3.4 "Plateau Uplift" und die Natur der tektonischen "Gewölbe" 178
4 Die einzelnen Regionen in Nordrhein-Westfalen 186
4.1 Der Tonalit von Lammersdorf 188
4.2 Der"Tiefenreflektor" 191
4.3 Das Nordhelle-Konglomerat im Ebbe-Gebirge 192
4.4 Das mitteldevonische Riff an der Aggertalsperre 195
4.5 Die Insekten des Namur 197
4.6 Der Geologische Garten in Bochum 200
4.7 Die Externsteine 202
4.8 Der Doberg bei Bünde 204
4.9 Die Forschungsbohrung "Münsterland 1" 206
4.10 Der Münsterländer Kiessandzug 208
4.11 Erdbeben im Rheinland 212
4.12 Junge Verlagerungen des Rheinstrombettes 216
5 Dem Menschen zum Nutz' und Frommen 221
5.1 Der Steinkohlengürtel Aachen-Ruhrgebiet 224
5.2 Der Braunkohlen-Tagebau bei Köln und seine Rekultivierung 227
5.3 Die Erze und der alte Bergbau 237
5.3.1 Das Schwefelkies-Lager von Meggen 242
5.3.2 Das Bleierz-Vorkommen von Mechernich in der Voreifel 245
5.3.3 Die Eisenspat-Gänge des Siegerlandes 249
5.3.4 Die Erzprovinz Ruhrgebiet 256
5.3.5 Das Stolberger Zink (Eifel) 259
5.4 Steine und Erden 260
5.4.1 Die Festgesteine 260
5.4.2 Die Lockergesteine 262
5.5 Wasser und Hydrogeologie 265
5.5.1 Grundwasser am Niederrhein 271
5.5.2 Uferfiltrat im Ruhrtal 273
5.5.3 Wasser aus Talsperren 277
5.5.4 Karstwasser: Die Paderquellen 282
5.5.5 Der "Heilgarten Deutschlands" 285
5.5.6 Die Thermalquellen von Aachen 292
5.6 Boden und Bodennutzung 294
5.7 Ingenieurgeologie 299
5.7.1 Standsicherheit von Böschungen 300
5.7.2 Felssicherungen am Drachenfels im Siebengebirge 303
5.7.3 Geordnete Deponien 303
5.7.4 Grundwasserschutz 307
5.8 Umwelt und Mensch 309
5.8.1 Keramik am Niederrhein 309
5.8.2 Die römische Wasserleitung nach Köln 314
5.8.3 Die Kelten im Siegerland 318
5.8.4 Mittelalterliche Rodungen im Rheinischen Gebirge 321
5.8.5 Der Kölner Dom und seine Bausteine 322
5.8.6 Das erste deutsche Naturschutzgebiet: Das Siebengebirge 325
5.8.7 Schützenswerte geologische Objekte 326
6 Ausblick 328
7 Literaturnachweis 331