cover

Walter L. Pohl:

W. u. W. E. Petrascheck's Lagerstättenlehre

Mineralische und Energie-Rohstoffe. Eine Einführung zur Entstehung und nachhaltigen Nutzung von Lagerstätten.
5. vollständig überarbeitete Aufl.

2005. VII, 527 Seiten, 189 Abbildungen, 17x24cm, 1100 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-510-65212-9, brosch., price: 59.00 €

in stock and ready to ship

Order form

BibTeX file

Keywords

Rohstoffseltene ErdenMineralKohleLagerstätteBergbauraw materialsrare earthsmineralcoaldepositmining

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Das Ziel des vorliegenden Buches ist es, die geowissenschaftlichen Grundlagen der Bildung und Nutzung von Rohstofflagerstätten übersichtlich darzustellen und eine Einführung zu Entstehung, Aufsuchung und Gewinnung mineralischer Rohstoffe zu geben.

Bespr.: MIRO Mineralische Rohstoffe 6/2005 top ↑

Dieses Werk "Einführung zur Entstehung und nachhaltigen Nutzung von Lagerstätten" hat das Ziel, die geowissenschaftlichen Grundlagen der Bildung und Nutzung von Rohstofflagerstätten übersichtlich darzustellen. Auch die früheren Auflagen waren als geologische Einführung zu Entstehung, Aufsuchung und Gewinnung mineralischer Rohstoffe konzipiert.

Die Zielgruppe des Buches hat sich jedoch seit der ersten Auflage (1950) verändert. Ursprünglich war es als eine knappe Einführung, v.a. für Bergbaustudenten, gedacht. Danach entwickelte es sich zunehmend zum Standardlehrbuch für Studenten der Geowissenschaften und zu einem Vademecum für Montangeologen und Bergingenieure.

Mit der nun 5. Auflage hat sich der Autor die Aufgabe gestellt, auch Studierende und Praktiker der naturwissenschaftlichen Umweltfächer anzusprechen, indem der wissenschaftliche Kern der eigentlichen Lagerstättenlehre durch wirtschaftliche, technische und Umweltaspekte aus dem gesamten Zyklus der Rohstoffgewinnung, von der Aufsuchung bis zur Nachsorge, erweitert wird. Daraus resultiert auch die Veränderung des Titels.

Der gesamte Text und die meisten Abbildungen wurden gründlich überarbeitet. Auch wurden nun Umweltaspekte, von allgemeinen Fragen nachhaltiger Rohstoffgewinnung und des Entsorgungsbergbaus bis zu speziellen Hinweisen bei bestimmten Rohstoffen, mit aufgenommen.

MIRO Mineralische Rohstoffe 6/2005

Bespr.: Geographie und Schule, Nr. 158, Jahrg. 27, Dez. 2005 top ↑

Die grundlegende und bewährte Lagerstättenkunde liegt in 5. Auf- lage vor, und bietet Bewährtes sowie neueste Erkenntnisse. Neu in die- ser Auflage ist vor allem das Ein- beziehen von Umweltaspekten, von allgemeinen Fragen nachhal- tiger Rohstoffgewinnung und des Entsorgungsbergbaus bis zu spe- ziellen Hinweisen bei bestimmten Rohstoffen. Nach der Einleitung (Was sind Lagerstätten?) folgen systematische Kapitel zu Erzlager- stätten, Nichtmetallischen Rohstof- fen, Salzlagerstätten, Fossilen Ener- gierohstoffen sowie Erdöl- und Erdgaslagerstätten.Trotz der stark geologischen Orientierung ist das Buch für Lehrer, auch durch seine Einbeziehung von Umweltaspek- ten, eine grundlegende Literatur.

Geographie und Schule, Nr. 158, Jahrg. 27, Dez. 2005

Bespr.: Zeitschrift zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens Heft 1/2006 top ↑

Die Lehre von den Lagerstätten (Lagerstättenlehre, Lagerstättenkunde) hat in den deutschsprachigen Ländern Tradition. Sowohl Deutschland als auch Österreich besitzen wichtige und bedeutende Lagerstätten auf Erz, Salz, Stein- und Braunkohle sowie Steine und Erden, die z. T. heute noch abgebaut werden. Das in mehreren Auflagen erschienene Buch von Schneiderhöhn ``Erzlagerstätten'' war über Jahrzehnte ein Standardwerk der Erzlagerstättenkunde. Das von den beiden Österreichern W. und W.E. Petrascheck verfasste und 1950 erschienene Buch ``Lagerstättenlehre'' - entstanden aus Vorlesungen an der Montanistischen Hochschule Leoben und der Technischen Hochschule Breslau - erweiterte den Stoff der Erzlagerstätten um die Lagerstätten der Salze, Kohlen sowie Steine und Erden. Es entstand damit ein Werk, das das Gesamtgebiet der Lagerstätten umfasste und im deutschsprachigen Raum ebenfalls ein Standardwerk wurde.

Eine der modernen Lagerstättenforschung angepasste Fortführung des ``Petrascheck'' ist als 5. Auflage von Walter L. Pohl vorgelegt worden, der bei W.E. Petrascheck promovierte und heute als Professor für Angewandte Geologie an der Technischen Universität Braunschweig lehrt.

Die Bedeutung der Lagerstättenkunde und -forschung ist heute in den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland und Österreich bedauerlicherweise stark zurückgegangen. In Deutschland existiert heute keine Erzgrube mehr. Die Lagerstättenforschung insbesondere auf Erze sowie Erdöl- und Erdgaslagerstätten findet daher fast nur noch im Ausland statt. Lagerstättenkundler an deutschen und österreichischen Hochschulen und den entsprechenden Institutionen sind heute in der ganzen Welt tätig.

Es ist daher verständlich, dass ein Buch in der Nachfolge der ``Lagerstättenlehre'' von W. und W.E. Petrascheck heute eine ganz andere Ausrichtung haben muss. Nicht nur die Vielzahl der neu entdeckten Lagerstätten in der Welt mit z. T. neuartigen Lagerstättentypen, sondern auch neue Methoden der Lagerstättenexploration und -forschung verlangen ein völlig anders konzipiertes Buch.

Der Autor hat sich dieser Aufgabe gestellt. Das Schwergewicht liegt nach wie vor in der Darstellung der Lagerstätten und ihrer Genese für Erze, nichtmetallische Rohstoffe (Steine und Erden), Salze, fossile Energierohstoffe (Kohle sowie Erdöl und Erdgas). Ein wichtiges Kapitel befasst sich mit der Aufsuchung und Beurteilung von Lagerstätten mineralischer Rohstoffe, Umweltschutz und Entsorgungsbergbau. Dies ist neu und erweitert den wissenschaftlichen Kern der eigentlichen Lagerstättenlehre auf wirtschaftliche, technische und z. T. auch auf Umweltaspekte.

Formell folgt das Buch weitgehend der Gliederung des ``Petrascheck''. Das erste Kapitel umfasst die Erzlagerstätten mit den Abschnitten ``Die Bildung von Erzlagerstätten'' und die ``Lagerstätten der einzelnen Metalle''. Der Verfasser hat es verstanden, die neuesten Forschungsergebnisse der Lagerstättenlehre in verständlicher Form darzustellen. Bei der Behandlung der Lagerstätten einzelner Metalle scheinen die Gewichte etwas verschoben. Während z.B. die Edelmetalle (Gold, Silber) recht eingehend behandelt werden, sind die wichtigen Buntmetalle Kupfer, Zink, Zinn im Vergleich dazu wesentlich knapper dargestellt. Breiten Raum nehmen die nichtmetallischen Rohstoffe ein (Steine und Erden) sowie die fossilen Energierohstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas). Wenn man schon den mittlerweile gängigen Begriff ``Energierohstoff'' verwendet, so fragt man sich, warum Uran nicht ebenfalls darunter fällt, da es fast ausschließlich der Energieerzeugung in Kernkraftwerken dient.

Etwa 90 \% der angeführten Quellen sind englischsprachige Veröffentlichungen. Die zahlreichen Abbildungen geben fast ausschließlich Lagerstätten der Welt wieder. Dies ist sicher richtig, da heute Lagerstätten in allen Kontinenten abgebaut werden. Bemerkenswerte deutsche und österreichische Lagerstätten wie z.B. im Rammelsberg und im steirischen Erzberg hätten aber ebenfalls aufgenommen werden können. So ist als einzige heimische Lagerstätte die Uranlagerstätte Königstein/Sachsen mit einer Abbildung vertreten, sowie einige Kali- und Salzlager. Die Abbildung 161 zeigt die Auswirkung des Steinkohlenabbaus auf die Erdoberfläche. Zur Erläuterung werden dabei zwei englischsprachige Autoren aus dem Buch von Thomas ``Coal Geology'' zitiert. Der Einfluss der Abbaubewegungen im untertägigen Steinkohlenbergbau nach übertage vorwiegend beim Strebbau ist schon seit Jahrzehnten von deutschen Steinkohlengeologen und Markscheidern erforscht und dokumentiert worden. Es bedarf sicherlich keiner ausländischen Nachhilfe zu diesem Thema. Als hilfreich für montangeologische Tätigkeitsfelder verweist der Autor immer noch auf Mc. Kinsey aus dem Jahre 1948, obwohl es vergleichbare und aktuellere Publikationen aus deutschsprachiger Feder gibt. Die Abbildungen 159 und 160 beziehen sich auf Forschungen der deutschen Kohlengeologen M. und R. Teichmüller, deren Arbeiten aber nicht im Quellenverzeichnis enthalten sind.

Hervorzuheben ist das Kapitel über Aufsuchen und Beurteilung von Lagerstätten. Da heute Geologen und Lagerstättenkundler bei der Exploration auch bergwirtschaftliche und bergtechnische Kenntnisse aufweisen sollten, ist dieses Kapitel sehr wertvoll. Es umfasst die Methoden zur Aufsuchung von Lagerstätten, darunter geochemische und geophysikalische Verfahren sowie Angaben und Hinweise zur Bewertung von Lagerstätten. Auch hier werden meist wieder ausländische Autoren zitiert, während namhafte deutsche Autoren (z.B. Dorstewitz, v. Wahl u. a.) nicht erwähnt werden. Die Sanierung, Renaturierung und Rekultivierung nach Beendigung des Bergbaus wird leider nur in wenigen Zeilen behandelt, obwohl dies ein weltweites Problem ist. Man braucht nur ausgeerzte und ausgekohlte Tagebaue in den USA, China oder Russland zu besichtigen.

Primär als ``Lehrbuch'' für Lagerstättenkundler gedacht, hat der Verfasser den Stoff auf den modernen Kenntnisstand gebracht und den aktuellen Erfordernissen angepasst. Erfreulich ist auch die Ausweitung auf bergwirtschaftliche und bergtechnische Fragen, die in der Tat für Studierende und für Praktiker sehr hilfreich und nützlich ist.

Prof. Dr.-Ing. Heinz Walter Wild Dinslaken

Zeitschrift zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens Heft 1/2006

Bespr.: World of Mining 5/2006 No. 5 top ↑

Die Lehre von den Lagerstätten hat in den deutschsprachigen Landern Tradition. Sowohl Deutschland als auch Österreich besitzen wichtige und bedeutende Lagerstätten von Erz, Salz, Stein- und Braunkohle sowie Steine und Erden, die z.T. heute noch abgebaut werden. Das in mehreren Auflagen erschienene Buch von Schneiderhöhn "Erzlagerstätten" war über Jahrzehnte ein Standardwerk der Erzlagerstattenkunde. Das von W. und W.E. Petrascheck verfasste und 1950 erschienene Buch ``Lagerstättenlehre'' erweiterte den Stoff der Erzlagerstätten um die Lagerstätten der Salze, Kohlen sowie Steine und Erden. Es entstand damit ein Werk, das das Gesamtgebiet der Lagerstätten umfasste und im deutschsprachigen Raum ebenfalls ein Standardwerk wurde. Eine der modernen Lagerstättenforschung angepasste Fortführung des ``Petrascheck'' ist als 5. Auflage von Walter L. Pohl vorgelegt worden, der bei W.E. Petrascheck promovierte und heute als Professor für Angewandte Geologie an der Technischen Universität Braunschweig lehrt.

Die Bedeutung der Lagerstättenkunde und -forschung ist in den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland und Österreich bedauerlicherweise stark zurückgegangen. In Deutschland existiert keine Erzgrube mehr. Die Lagerstättenforschung insbesondere auf Erze sowie Erdöl- und Erdgaslagerstätten findet daher fast nur noch im Ausland statt. Lagerstättenkundler deutscher und österreichischer Hochschulen und entsprechender Institutionen sind heute in der ganzen Welt tätig. Es ist daher verständlich, dass ein Buch in der Nachfolge der "Lagerstättenlehre" von W. und W.E. Petrascheck heute eine ganz andere Ausrichtung haben muss. Nicht nur die Vielzahl der neu entdeckten Lagerstätten in der Welt mit z.T. neuartigen Typen, sondern auch neue Methoden der Lagerstättenexploration und -forschung verlangen ein völlig anders konzipiertes Buch.

Der Autor hat sich dieser Aufgabe gestellt. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor in der Darstellung der Lagerstätten und ihrer Genese für Erze, nichtmetallische Rohstoffe und fossile Energierohstoffe. Ein wichtiges Kapitel befasst sich mit der Aufsuchung und Beurteilung von Lagerstätten mineralischer Rohstoffe, Umweltschutz und Entsorgungsbergbau. Dies ist neu und erweitert den wissenschaftlichen Kern der eigentlichen Lagerstättenlehre auf wirtschaftliche, technische und z.T. auch auf Umweltaspekte.

Formell folgt das Buch weitgehend der Gliederung des "Petrascheck". Das erste Kapitel umfasst die Erzlagerstätten mit den Abschnitten "Die Bildung von Erzlagerstätten" und die "Lagerstätten der einzelnen Metalle". Der Verfasser hat es verstanden, die neuesten Forschungsergebnisse der Lagerstättenlehre in verständlicher Form darzustellen. Bei der Behandlung der Lagerstätten einzelner Metalle scheinen die Gewichte etwas verschoben. Während z.B. die Edelmetalle recht eingehend behandelt werden, sind die wichtigen Buntmetalle Kupfer, Zink, Zinn im Vergleich dazu wesentlich knapper dargestellt. Breiten Raum nehmen die nichtmetallischen Rohstoffe ein sowie die fossilen Energierohstoffe.

Etwa 90 % der angeführten Quellen sind englischsprachige Veröffentlichungen. Die zahlreichen Abbildungen geben fast ausschließlich Lagerstätten der Welt wieder. Dies ist sicher richtig, da heute Lagerstätten in allen Kontinenten abgebaut werden. Bemerkenswerte deutsche und österreichische Lagerstätten wie z.B. im Rammeisberg und im Steifischen Erzberg hätten aber ebenfalls aufgenommen wer- den können. So ist als einzige heimische Lagerstatte die Uranlagerstätte Königstein/ Sachsen mit einer Abbildung vertreten, sowie einige Kali- und Salzlager.

Hervorzuheben ist das Kapitel über Aufsuchen und Beurteilung von Lagerstätten. Da heute Geologen und Lagerstättenkundler bei der Exploration auch bergwirtschaftliche und bergtechnische Kenntnisse aufweisen sollten, ist dieses Kapitel sehr wertvoll. Es umfasst die Methoden zur Aufsuchung von Lagerstätten, darunter geochemische und geophysikalische Verfahren sowie Angaben und Hinweise zur Bewertung von Lagerstätten. Auch hier werden meist wieder ausländische Autoren zitiert, während namhafte deutsche Autoren (z.B. Dorstewitz, v. Wahl u.a.) nicht erwähnt werden. Die Sanierung, Renaturierung und Rekultivierung nach Beendigung des Bergbaus wird leider nur in wenigen Zeilen behandelt, obwohl dies ein weltweites Problem ist. Man braucht nur ausgeerzte und ausgekohlte Tagebaue in den USA, China oder Russland zu besichtigen.

Primär als "Lehrbuch" für Lagerstättenkundler gedacht, hat der Verfasser den Stoff auf den modernen Kenntnisstand gebracht und den aktuellen Erfordernissen angepasst. Erfreulich ist auch die Ausweitung auf bergwirtschaftliche und bergtechnische Fragen, die in der Tat für Studierende und für Praktiker sehr hilfreich und nützlich ist.

Prof. Dr. - Ing. Heinz Walter Wild

World of Mining 5/2006 No. 5

Bespr.: Zentralblatt f. Geol. u. Pal. Teil II, Jg. 2007, H. 1-2 top ↑

Bodenschätze sind - als mineralische und Energierohstoffe - die Grundlage aller Wirtschaftssysteme. Als Besitzer dieser Rohstoffe sollten die entsprechenden Staaten der Welt Garanten für eine ökonomische, ökologische und humane Nutzung dieser Rohstoffe sein. Sie schaffen Arbeitsmöglichkeiten, Wohlstand und Frieden für die Gesellschaften auf dieser Erde.

Um die jeweilige Entstehung von Bodenschätzen, die Rohstoffsuche, -exploration, -produktion und ihre Nachsorge verstehen und organisieren zu können, stellte der Verf. in diesem neu bearbeiteten Lehrbuch einen vollständigen Rohstoffgewinnungszyklus zusammen.

Obwohl die Zahl der Rohstoff abbauenden Bergbaubetriebe in Europa (und besonders in Deutschland) stark zurückgegangen und damit der direkte Lagerstättenkontakt oft nicht mehr gegeben ist, ist eine genaue Kenntnis der Lagerstätten für Nachsorge- und Umweltverträglichkeitsfragen notwendig.

Das Buch behandelt in diesem Sinne nach einer Einführung folgende Rohstofflagerstätten: Im Kapitel Erzlagerstätten wird zunächst die Bildung der magmatogenen-, Rückstands-, sedimentären, diagenetischen und metamorphen Erzlagerstättentypen vorgestellt, die Metallogenese. Danach folgt die Lagerstättenbeschreibung der einzelnen Metallgruppen.

Das folgende Kapitel bearbeitet die Nichtmetallischen Rohstoffe, die Industrieminerale, Steine und Erden, abgeschlossen durch die Salzlagerstätten: Salzminerale, Salzgesteine, ihre Bildung, Umformung und Verwitterung.

Der folgende Abschnitt behandelt Aufsuchung und Beurteilung von Lagerstätten mineralischer Rohstoffe, Umweltschutz und der Entsorgungsbergbau. Hier wird deutlich, daß sich die rohstoffgeologischen Fragen nicht nur auf Suche und Gewinnung beschränken, sondern heute auch wesentliche Arbeiten im Bereich des Umweltschutzes und der Entsorgung auszuführen sind.

Die beiden letzten Kapitel beschäftigen sich mit den fossilen Energierohstoffen, die heute in Deutschland immerhin noch eine gewisse Rolle spielen, obgleich doch sehr viele der ehemaligen Bergbaubetriebe in Deutschland zum Erliegen kamen. Dies ist zunächst die Kohle: Die Kohlesubstanz (Kohlearten, Kohlepetrographie), die Bildung der Kohlenlager aus Torfmooren (Flöztypen, Flözvertaubungen, Kohlenebengesteine und Zeiten der Kohlebildung), der Inkohlungsprozess (Inkohlungsgrad, ihre Ursachen und die Beziehung zur Diagenese der Nebengesteine), die spätere Veränderung der Kohlelager und die Anwendung der Kohlegeologie (Exploration, Vorrat und Bauwürdigkeit, Umweltprobleme).

Erdöl als weiterer Energierohstoff ist im Kapitel Erdöl- und Erdgaslagerstätten aufgeführt: Es enthält die Arten natürlicher Bitumina und des Kerogens, die Entstehung von Erdgas und Erdöl, ihre Lagerstätten (durch Migration entstanden, die Speichergesteine, KWS-Fallen, Lagerstättenwässer, KWS-Degradation, KWSProvinzen), die Aufsuchung und Exploitation von KWS-Lagerstätten, weiter die Teersande, Asphalte und Ölschiefer und die bei der Exploration möglichen Umweltprobleme.

Ein umfangreiches und vollständiges Quellenverzeichnis (45 Seiten) und ein Register runden diesen Band hervorragend ab. Seinem Ziel, der Einführung in die Entstehung, Aufsuchung und Gewinnung mineralischer Rohstoffe, wird dieses Buch vollständig gerecht.

Der Verf. spricht mit diesem Lehrbuch die Studierenden der geowissenschaftlichen und umweltwissenschaftlichen Fächer an, weiter die Praktiker und Anwender wirtschaftlicher, technischer und Umweltaspekte von der Aufsuchung bis zur Nachsorge, also insgesamt ein lohnenswertes Lehrbuch.

S. J.MARKS

Zentralblatt f. Geol. u. Pal. Teil II, Jg. 2007, H. 1-2

Review: Mine Water and the Environment (2006) 25:63-64 top ↑

This book, by Dr. Pohl, is the 5th edition of a major German-language publication. During the 55 years since it was first written by the famous Austrian mining geologist Walther Petraschek, this book has become a standard reference for everybody working with raw material deposits. As in the earlier editions, the book first describes the genesis of ore deposits, gives examples of typical types of deposits for all economic raw materials, and then describes the world's important raw material deposits. Pohl introduces information on geological setting into the genesis of each deposit, and explains each deposit's economic relevance in the world market. Most aspects described in Pohl's book are covered in special publications about the different types of raw material deposits, but no other book addresses the whole subject of raw material deposits in such a broad context. Most of the references, which fill 45 (!) pages, are recent publications - and you should have this book in your book shelter for the references alone.

Walter Pohl's book has 189 explanatory figures on 527 pages. As in the earlier editions, the figures provide a good insight into the different types of deposits and help the reader understand their geological structure and genesis. The book has 9 chapters, starting with an introduction and ending with the references and an index. In-between is a description of the genesis of ore deposits and many examples of important deposits. A chapter on industrial minerals comes next; it covers all the economic minerals that are currently mined throughout the world. Salt deposits, including their genesis and the exploration, are covered in the next chapter, though not to the same degree as the ore deposits. The following chapter provides helpful guidance on the exploration of raw material deposits and environmental aspects of the mining industry. Finally, two chapters on coal, oil, and natural gas deposits round off the book.

I found no significant mistakes in the book. The wording of the text is easy to understand, so that even inexperienced readers of the German language or undergraduate students will find the text useful. The figures, though not bad, should be improved in a future edition, because the styling is inconsistent. Some clearly show their origin from hand drawings, while others show a lack of experience in using computer graphics.

For me, Pohl's book is refreshing, in part because it differs from those many multi-author publications with inconsistent wording, styles and camera-ready, unprofessional type setting. If you are interested in facts about the genesis of raw materials and up-to-date references for modern raw material deposits, this book should be yours - whether you are an undergraduate student, graduate student, or experienced in your field of work. Geologists, mining engineers, ecologists, environmental scientists, and hydrogeologists will all find aspects of the book useful in better understanding raw material deposits.

Chris Wolkersdorfer, Freiberg/Saxony

Mine Water and the Environment (2006) 25:63-64

Review: Miner Deposita (2007) 42:663 top ↑

This is the fifth and completely revised edition of the traditional "W. und W.E. Petrascheck's Lagerstättenlehre" which first came out in 1950 and quickly turned into a landmark textbook for German-speaking students of applied geology and mining engineering, who needed basic and concise information on the geology and use of the full spectrum of raw materials. The concept dates back to lectures of the professors Wilhelm (1876-1967) and Walther Emil Petrascheck (1906-1991) held at the renowned mining universities in Breslau and Leoben, respectively. In the present edition, Walter Pohl, Professor (emeritus) of Applied Geology at the Technical University of Braunschweig, Germany, slightly extended the format of the book, which now also covers environmental issues related to natural resources.

The 527-page text is divided into six major chapters. Most voluminous is chapter 1 "Erzlagerstätten" (Metallic ore deposits), which deals in a first part (ca. 100 pages) with basic geologic principles and processes that form mineral deposits. Part 2 (100 pages) groups metallic ore deposits according to their dominant metal (iron and steel alloys; base metals; precious metals; light metals; speciality metals). This principle has advantages, as it is easy to search through. For each commodity and major deposit type, an incredible amount of information is presented in condensed form, including mineralogy, geochemistry, economic data, type examples of ore deposits. A disadvantage of this concept, at least for some readers, might be the mix of genetic concepts and occasional repetition.

Industrial minerals and rocks (chapter 2) are presented in 60 pages in alphabetical order, from andalusite to zeolites. The principal concept of chapter 1 is again followed, and I found it very useful for teaching purposes because both type deposits and important examples with a focus on central Europe are mentioned.

Chapter 3 is on salt deposits. The structure of this chapter is different from the foregoing, with emphasis placed on the formation of salt at present and in the past and on the modification of salt deposits by diagenesis, metamorphism, and weathering. A short section introduces principles of the mining geology of salt deposits.

Chapter 4 is devoted to mineral exploration and includes sections on environmental issues and waste disposal. Although the basic principles and methods (e.g., geophysical and geochemical exploration) are only briefly discussed, this chapter provides a sound basis for the beginner and an updated reference list for those who want to dig deeper.

The last two chapters on fossil energy resources, coal (chapter 5) and oil and gas (chapter 6), contain a wealth of information on the composition, formation, alteration, and economic geology of fossil fuels. Pohl also briefly addresses environmental problems, such as global warming, CO2 sequestration, and others. Some more facts on these tantalizing topics, with interpretations based on Pohl's tremendous knowledge of mineral deposits, would have made this book even more valuable.

Walter Pohl presents a "vademecum" of information, complemented by an up-to-date reference list. The book also includes a valuable index. Unfortunately, the illustrations are all black and white, and photographs are lacking, which has the advantage of a very reasonable selling price of 59 EUR.

Teaching a second-year course in ore deposit geology, I found this book very useful, and I recommend it to my students. It is a well-structured introduction into all topics of economic geology and offers a wealth of detailed information not just for the beginner but also for the advanced student and scientist. It is to be hoped that an English translation will follow soon.

Frank Melcher

Miner Deposita (2007) 42:663 - Springer-Verlag

Bespr.: Der Anschnitt 59, 2007, H. 6 top ↑

Die Lehre von den Lagerstätten (Lagerstättenlehre, Lagerstättenkunde) hat in den deutschsprachigen Ländern Tradition. Sowohl Deutschland als auch Österreich besitzen wichtige und bedeutende Lagerstätten auf Erz, Salz, Stein- und Braunkohle sowie Steine und Erden, die z. T. heute noch abgebaut werden. Das in mehreren Auflagen erschienene Buch von Schneiderhöhn "Erzlagerstätten" war über Jahrzehnte ein Standardwerk der Erzlagerstättenkunde. Das von den beiden Österreichern W. und W. E. Petrascheck verfasste und 1950 erschienene Buch "Lagerstättenlehre" -- entstanden aus Vorlesungen an der Montanistischen Hochschule Leoben und der Technischen Hochschule Breslau -- erweiterte den Stoff der Erzlagerstätten um die Lagerstätten der Salze, Kohlen sowie Steine und Erden. Es entstand damit ein Werk, das das Gesamtgebiet der Lagerstätten umfasste und im deutschsprachigen Raum ebenfalls ein Standardwerk wurde. Eine der modernen Lagerstättenforschung angepasste Fortführung des "Petrascheck" ist nun als 5. Auflage von Walter L. Pohl vorgelegt worden, der bei W. E. Petrascheck promovierte und heute als Professor für Angewandte Geologie an der Technischen Universität Braunschweig lehrt.

Die Bedeutung der Lagerstättenkunde und -forschung ist in den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland und Österreich bedauerlicherweise stark zurückgegangen. In Deutschland existiert heute keine Erzgrube mehr. Die Lagerstättenforschung insbesondere auf Erze sowie Erdöl- und Erdgaslagerstätten findet daher fast nur noch im Ausland statt. Lagerstättenkundler an deutschen und österreichischen Hochschulen und den entsprechenden Institutionen sind heute in der ganzen Welt tätig. Es ist daher verständlich, dass ein Buch in der Nachfolge der "Lagerstättenlehre" von W. und W. E. Petrascheck heute eine ganz andere Ausrichtung haben muss. Nicht nur die Vielzahl der neu entdeckten Lagerstätten in der Welt mit teilweise neuartigen Lagerstättentypen, sondern auch neue Methoden der Lagerstättenexploration und -forschung verlangen ein völlig anders konzipiertes Buch.

Der Autor hat sich dieser Aufgabe gestellt. Das Schwergewicht liegt nach wie vor in der Darstellung der Lagerstätten und ihrer Genese für Erze, nichtmetallische Rohstoffe (Steine und Erden), Salze, fossile Energierohstoffe (Kohle sowie Erdöl und Erdgas). Ein wichtiges Kapitel befasst sich mit der Aufsuchung und Beurteilung von Lagerstätten mineralischer Rohstoffe, Umweltschutz und Entsorgungsbergbau. Dies ist neu und erweitert den wissenschaftlichen Kern der eigentlichen Lagerstättenlehre auf wirtschaftliche, technische und auch auf Umweltaspekte.

Formell folgt das Buch weitgehend der Gliederung des "Petrascheck". Das erste Kapitel umfasst die Erzlagerstätten mit den Abschnitten "Die Bildung von Erzlagerstätten" und die "Lagerstätten der einzelnen Metalle". Der Verf. hat es verstanden, die neuesten Forschungsergebnisse der Lagerstättenlehre in verständlicher Form darzustellen. Bei der Behandlung der Lagerstätten einzelner Metalle scheinen die Gewichte etwas verschoben. Während z. B. die Edelmetalle (Gold, Silber) recht eingehend behandelt werden, sind die wichtigen Buntmetalle Kupfer, Zink und Zinn im Vergleich dazu wesentlich knapper dargestellt. Breiten Raum nehmen die nichtmetallischen Rohstoffe ein (Steine und Erden) sowie die fossilen Energierohstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas). Wenn man schon den mittlerweile gängigen Begriff "Energierohstoff" verwendet, so fragt man sich, warum Uran nicht ebenfalls darunter fällt, da es fast ausschließlich der Energieerzeugung in Kernkraftwerken dient. Etwa 90 % der angeführten Quellen sind englischsprachige Veröffentlichungen. Die zahlreichen Abbildungen geben fast ausschließlich Lagerstätten der Welt wieder. Dies ist sicher richtig, da heute Lagerstätten in allen Kontinenten abgebaut werden. Bemerkenswerte deutsche und österreichische Lagerstätten wie etwa im Rammelsberg und im steirischen Erzberg hätten aber ebenfalls aufgenommen werden können. So ist als einzige heimische Lagerstätte die Uranlagerstätte Königstein/Sachsen mit einer Abbildung vertreten, sowie einige Kali- und Salzlager. Die Abbildung 161 zeigt die Auswirkung des Steinkohlenabbaus auf die Erdoberfläche. Zur Erläuterung werden dabei zwei englischsprachige Autoren aus dem Buch von Thomas "Coal Geology" zitiert. Der Einfluss der Abbaubewegungen im untertägigen Steinkohlenbergbau nach übertage vorwiegend beim Strebbau ist schon seit Jahrzehnten von deutschen Steinkohlengeologen und Markscheidern erforscht und dokumentiert worden. Es bedarf sicherlich keiner ausländischen Nachhilfe zu diesem Thema. Als hilfreich für montangeologische Tätigkeitsfelder verweist der Autor immer noch auf Mc. Kinsey aus dem Jahre 1948, obwohl es vergleichbare und aktuellere Publikationen aus deutschsprachiger Feder gibt. Die Abbildungen 159 und 160 beziehen sich auf Forschungen der deutschen Kohlengeologen M. und R. Teichmüller, deren Arbeiten aber nicht im Quellenverzeichnis enthalten sind.

Hervorzuheben ist das Kapitel über Aufsuchen und Beurteilung von Lagerstätten. Da heute Geologen und Lagerstättenkundler bei der Exploration auch bergwirtschaftliche und bergtechnische Kenntnisse aufweisen sollten, ist dieses Kapitel sehr wertvoll. Es umfasst die Methoden zur Aufsuchung von Lagerstätten, darunter geochemische und geophysikalische Verfahren sowie Angaben und Hinweise zur Bewertung von Lagerstätten. Auch hier werden meist wieder ausländische Autoren zitiert, während namhafte deutsche Autoren (z. B. Dorstewitz, v. Wahl u. a.) nicht erwähnt werden. Die Sanierung, Renaturierung und Rekultivierung nach Beendigung des Bergbaus wird leider nur in wenigen Zeilen behandelt, obwohl dies ein weltweites Problem ist. Man braucht nur ausgeerzte und ausgekohlte Tagebaue in den USA, China oder Russland zu besichtigen.

Primär als "Lehrbuch" für Lagerstättenkundler gedacht, hat der Verfasser den Stoff auf den modernen Kenntnisstand gebracht und den aktuellen Erfordernissen angepasst. Erfreulich ist auch die Ausweitung auf bergwirtschaftliche und bergtechnische Fragen, die in der Tat für Studierende und für Praktiker sehr hilfreich und nützlich ist.

Prof. Dr.-Ing. Heinz Walter Wild, Dinslaken

Der Anschnitt 59, 2007, H. 6

Bespr.: der Aufschluss Jg. 58, Mai/Juni 2007, Ausg. 3 top ↑

Die Lehre von den Lagerstätten (Lagerstättenlehre, Lagerstättenkunde) hat in den deutschsprachigen Ländern Tradition. Sowohl Deutschland als auch Österreich besitzen wichtige und bedeutende Lagerstätten auf Erz, Salz, Stein- und Braunkohle sowie Steine und Erden, die z.T. heute noch abgebaut werden. Das in mehreren Auflagen erschienene Buch von Schneiderhöhn "Erzlagerstätten" war über Jahrzehnte ein Standardwerk der Erzlagerstättenkunde. Das von den beiden Österreichern W. und W. E. PETRASCHECK verfasste und 1950 erschienene Buch "Lagerstättenlehre"- entstanden aus Vorlesungen an der Montanistischen Hochschule Leoben und der Technischen Hochschule Breslau - erweiterte den Stoff der Erzlagerstätten um die Lagerstätten der Salze, Kohlen sowie Steine und Erden. Es entstand damit ein Werk, das das Gesamtgebiet der Lagerstätten umfasste und im deutschsprachigen Raum ebenfalls ein Standardwerk wurde.

Eine der modernen Lagerstättenforschung angepasste Fortführung des "PETRASCHECK" ist als 5. Auflage von Walter L. POHL vorgelegt worden, der bei W. E. PETRASCHECK promovierte und heute als Professor für Angewandte Geologie an der Technischen Universität Braunschweig lehrt.

Die Bedeutung der Lagerstättenkunde und -forschung ist heute in den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland und Österreich bedauerlicherweise stark zurückgegangen. In Deutschland existiert heute keine Erzgrube mehr. Die Lagerstättenforschung, insbesondere auf Erze sowie Erdölund Erdgaslagerstätten, findet daher fast nur noch im Ausland statt. Lagerstättenkundler an deutschen und österreichischen Hochschulen und den entsprechenden Institutionen sind heute in der ganzen Welt tätig.

Es ist daher verständlich, dass ein Buch in der Nachfolge der "Lagerstättenlehre" von W. und W. E. PETRASCHECK heute eine ganz andere Ausrichtung haben muss. Nicht nur die Vielzahl der neu entdeckten Lagerstätten in der Welt mit z.T. neuartigen Lagerstättentypen, sondern auch neue Methoden der Lagerstättenexploration und -forschung verlangen ein völlig anders konzipiertes Buch.

Der Autor hat sich dieser Aufgabe gestellt. Das Schwergewicht liegt nach wie vor in der Darstellung der Lagerstätten und ihrer Genese für Erze, nichtmetallische Rohstoffe (Steine und Erden), Salze, fossile Energierohstoffe (Kohle sowie Erdöl und Erdgas). Ein wichtiges Kapitel befasst sich mit der Aufsuchung und Beurteilung von Lagerstätten mineralischer Rohstoffe, Umweltschutz und Entsorgungsbergbau. Dies ist neu und erweitert den wissenschaftlichen Kern der eigentlichen Lagerstättenlehre auf wirtschaftliche, technische und z.T. auch auf Umweltaspekte.

Formell folgt das Buch weitgehend der Gliederung des "PETRASCHECK". Das erste Kapitel umfasst die Erzlagerstätten mit den Abschnitten "Die Bildung von Erzlagerstätten" und die "Lagerstätten der einzelnen Metalle". Der Verfasser hat es verstanden, die neuesten Forschungsergebnisse der Lagerstättenlehre in verständlicher Form darzustellen. Bei der Behandlung der Lagerstätten einzelner Metalle scheinen die Gewichte etwas verschoben. Während z.B. die Edelmetalle (Gold, Silber) recht eingehend behandelt werden, sind die wichtigen Buntmetalle Kupfer, Zink, Zinn im Vergleich dazu wesentlich knapper dargestellt. Breiten Raum nehmen die nichtmetallischen Rohstoffe ein (Steine und Erden) sowie die fossilen Energierohstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas). Wenn man schon den mittlerweile gängigen Begriff "Energierohstoff" verwendet, so fragt man sich, warum Uran nicht ebenfalls darunter fällt, da es fast ausschließlich der Energieerzeugung in Kernkraftwerken dient.

Etwa 90 % der angeführten Quellen sind englischsprachige Veröffentlichungen. Die zahlreichen Abbildungen geben fast ausschließlich Lagerstätten der Welt wieder. Dies ist sicher richtig, da heute Lagerstätten in allen Kontinenten abgebaut werden. Bemerkenswerte deutsche und österreichische Lagerstätten wie z.B. im Rammelsberg und im steirischen Erzberg hätten aber ebenfalls aufgenommen werden können. So ist als einzige heimische Lagerstätte die Uranlagerstätte Königstein/Sachsen mit einer Abbildung vertreten, sowie einige Kali- und Salzlager. Die Abbildung 161 zeigt die Auswirkung des Steinkohlenabbaus auf die Erdoberfläche. Zur Erläuterung werden dabei zwei englischsprachige Autoren aus dem Buch von Thomas "Coal Geology" zitiert. Der Einfluss der Abbaubewegungen im untertägigen Steinkohlenbergbau nach übertage vorwiegend beim Strebbau ist schon seit Jahrzehnten von deutschen Steinkohlengeologen und Markscheidern erforscht und dokumentiert worden. Es bedarf sicherlich keiner ausländischen Nachhilfe zu diesem Thema. Als hilfreich für montangeologische Tätigkeitsfelder verweist der Autor immer noch auf Mc. KINSEY aus dem Jahre 1948, obwohl es vergleichbare und aktuellere Publikationen aus deutschsprachiger Feder gibt. Die Abbildungen 159 und 160 beziehen sich auf Forschungen der deutschen Kohlengeologen M. und R. TEICHMÜLLER, deren Arbeiten aber nicht im Quellenverzeichnis enthalten sind.

Hervorzuheben ist das Kapitel über Aufsuchen und Beurteilung von Lagerstätten. Da heute Geologen und Lagerstättenkundler bei der Exploration auch bergwirtschaftliche und bergtechnische Kenntnisse aufweisen sollten, ist dieses Kapitel sehr wertvoll. Es umfasst die Methoden zur Aufsuchung von Lagerstätten, darunter geochemische und geophysikalische Verfahren sowie Angaben und Hinweise zur Bewertung von Lagerstätten. Auch hier werden meist wieder ausländische Autoren zitiert, während namhafte deutsche Autoren (z.B. DORSTEWITZ, V. WAHL u. a.) nicht erwähnt werden. Die Sanierung, Renaturierung und Rekultivierung nach Beendigung des Bergbaus wird leider nur in wenigen Zeilen behandelt, obwohl dies ein weltweites Problem ist. Man braucht nur ausgeerzte und ausgekohlte Tagebaue in den USA, China oder Russland zu besichtigen. Primär als "Lehrbuch" für Lagerstättenkundler gedacht, hat der Verfasser den Stoff auf den modernen Kenntnisstand gebracht und den aktuellen Erfordernissen angepasst. Erfreulich ist auch die Ausweitung auf bergwirtschaftliche und bergtechnische Fragen, die in der Tat für Studierende und für Praktiker sehr hilfreich und nützlich ist.

Prof. Dr.-Ing. Heinz Walter WILD, Dinslaken

der Aufschluss Jg. 58, Mai/Juni 2007 Ausg. 3

Inhaltsverzeichnis top ↑

Einführung 1
Was sind Lagerstätten? 1
Bergbau im Spannungsfeld zwischen Umwelt und Gesellschaft 2
Erzlagerstätten 5
Erster Abschnitt: Die Bildung von Erzlagerstätten (Metallogenese) 6
I. Magmatogene Lagerstättenbildung 7
(Die liquidmagmatische Lagerstättenbildung 8
Lagerstätten der Ophiolithe bzw. der mittelozeanischen Rücken 14
Die Erzbildung in Alkalimassiven, Karbonatiten und Kimberliten 18
Granitoide und ihre Lagerstätten 20
Skarn- und kontaktmetasomatische Lagerstätten 25
Die Lagerstätten der Pegmatite 27
Hydrothermale Lagerstättenbildung 31
Isotopengeochemie: Herkunft von Wässern und Stoffen, und Altersbestimmung
hydrothermaler Lagerstätten 35
Temperatur und Druckbedingungen hydrothermaler Lagerstättenbildung 39
Mineralsukzession, Texturen und Strukturen hydrothermaler Lagerstätten 43
Hydrothermale Nebengesteinsveränderungen 45
Die hydrothermal-metasomatischen Lagerstätten 47
Die porphyrischen Lagerstätten 49
Die Ganglagerstätten 51
Vulkanogene Lagerstätten 58)
II. Lagerstättenbildung durch Verwitterung 64
(Die Rückstandslagerstätten 66
Lagerstätten der deszendenten Anreicherung
69 Infiltrationslagerstätten 72)
III. Sedimentäre Lagerstättenbildung 76
(Die Seifenlagerstätten 78
Autochthone Eisen- und Manganerzlagerstätten 81
Sedex-Lagerstätten und Sulfiderze in Schwarzschiefern 86)
IV. Diagenetische Lagerstättenbildung 88
(Kupferschiefer 91
Mississippi-Valley-Typ Pb-Zn-F-Ba 94
Erzlagerstättenbildung durch migrierende Salzlaugen 96)
V. Metamorphose von Erzlagerstätten 98
VI. Metamorphogene Erzlagerstätten 100
VII. Metallogenese die Lagerstättenbildung in Zeit und Raum 107
(Metallogenetische Epochen und Provinzen 107
Metallogenese und Plattentektonik 110
Die metallogenetische Entwicklung Europas 114)
VIII. Genetische Klassifikation der Erzlagerstätten 117
ZweiterAbschnitt: Lagerstätten der einzelnen Metalle 120
I. Die Eisen-und Stahlmetalle 120
(Eisen 120
Mangan 129
Chrom 132
Nickel 137
Kobalt 141
Molybdän 143
Wolfram 146
Vanadium 149)
II. Buntmetalle 151
(Kupfer 151
Blei und Zink 160
Zinn 166)
III. Edelmetalle 171
(Gold 171
Silber 182
Platinmetalle 187)
IV. Leichtmetalle 193
(Aluminium 193 Magnesium 197)
V. Metalle für Sonderzwecke (Sondermetalle) 198
(Quecksilber 198
Antimon 201
Arsen 204
Elektronische Metalle 205
Wismut 207
Zirkonium und Hafnium
208 Titan 209
Seltene Erden 212
Niob und Tantal 215
Lithium 218
Beryllium 220
Uran und Thorium 221)
Nichtmetallische Rohstoffe 232
Industrieminerale, Steine und Erden 232
(Andalusit, Disthen und Sillimanit 232
Asbest 235
Baryt 237
Bentonit (Smektitrohstoffe) 241
Bor 243
Diamant 245
Diatomit 250
Feldspat 251
Fluorit 252
Gips und Anhydrit 256
Glimmer 258
Graphit 261
Kaolin 263
Karbonatgesteine: Kalkstein, Mergel und Dolomit 266
Magnesit 268
Olivin 273
Phosphate 273
Quarz 277
Quarzit 278
Quarzsande und Kiese 279
Schwefel 281
Talk 284
Tone 287
Vulkanische Tuffe, Bimssande, Perlit und Trass 290
Wollastonit 292
Zeolithe 293)
Salzlagerstätten 295
I. Die Salzminerale und Salzgesteine 296
II. Die Bildung der Salzlager 301
1. Die Salzbildung in der Gegenwart 301
(Klimatische Bedingungen 305
Räumliche Bedingungen 306)
2. Die Salzbildung in der geologischen Vergangenheit 309
(Zeiten der Evaporitbildung 309
Bildungsbedingungen fossiler Evaporite 310)
III. Die Umformung der Salzlager 319
1.Die Umformung der Salzgesteine 319
(Diagenese und Metamorphose der Evaporite 319
Deformation der
Salzgesteine 322)
2. Formen der Salzlagerstätten 323
3. Die Verwitterung und deszendente Umwandlung der Salzlagerstätten 328
IV. Montangeologische Arbeiten in Salzlagern 331
(Aufsuchung und Untersuchung von Salzlagern 331
Geologische Arbeiten im Salzbergbau 332)
Aufsuchung und Beurteilung von Lagerstätten mineralischer Rohstoffe,
Umweltschutz und Entsorgungsbergbau 334
I. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen 335
II. Die Aufsuchung von Lagerstätten 337
1. Vorerkundungen 337
2. GeologischeMethoden 338
3. Geologische Fernerkundung und Auswertung von Luftphotos 341
4. Geochemische Methoden 343
5. Geophysikalische Methoden 349
6. Bohrungen und Schürfe 352
III. Die Untersuchung und Bewertung von Lagerstätten
Montangeologische Arbeiten im Bergbau 356
1. Kartierung und Probenahme 357
2. Die Schätzung der Substanzmenge und ihrer nutzbaren Gehalte 358
3. Bewertung von Lagerstätten 364
IV. Umweltschutz im Bergbau 366
V. Entsorgungsbergbau 371
Fossile Energierohstoffe 375
Kohle 375
I. Die Kohlensubstanz 378
(Kohle und Kohlearten 378
Petrographie der Kohlen 381
Die chemische Zusammensetzung der Kohlen 383)
II. Torfmoore und Kohlenlager 391
(Typen und Dimensionen der Kohlenflöze 392
Flözmittel und Flözvertaubung 393
Torfmoore und Kohlebildung 396
Die Nebengesteine der Kohlen 400
Wichtige Leitschichten in Flözserien 401
Räume und Zeiten der Kohlebildung 402)
III. DerInkohlungsprozeß 403
(Der biochemische Inkohlungsprozeß (Vertorfung) 403
Der geochemische Inkohlungsprozeß 404
Die Bestimmung des Inkohlungsgrades 404
Die Ursachen der Inkohlung 406
Beziehungen zwischen Inkohlung und Diagenese der Nebengesteine 410)
IV. Spätere Veränderungen der Kohlenlager 410
(Tektonische Deformation 411
Epigenetische Vererzung in Kohleflözen 411
Exogene Veränderungen der Kohlen 412)
V. Anwendung der Kohlengeologie 413
(Exploration 413
Vorratsermittlung und Bauwürdigkeit 414
Kohlengeologische Aufgaben im Bergbau 416
Umweltprobleme im Kohlenbergbau 417)
Erdöl- und Erdgaslagerstätten 420
I. Arten und Eigenschaften der natürlichen Bitumina und des Kerogens 421
II. Die Entstehung von Erdöl und Erdgas 431
III. Erdöl-und Erdgaslagerstätten 436
(Migration 436
Speichergesteine 439
Erdöl- und Erdgasfallen 441
Formations- und Lagerstättenwässer 447
Spätere Veränderungen des Erdöls in Speichern (Degradation) 448
Tektonische Position von Kohlenwasserstoffprovinzen 448)
IV. Das Aufsuchen von Kohlenwasserstofflagerstätten 449
V. Die Exploitation von Öl- und Gaslagerstätten 456
(Lagerstättenverhältnisse 456
Entwicklung eines Feldes 458
Öl- und Gasförderung 459
Erdölbergbau 462
Vorratsberechnung und Ressourcenabschätzung 462)
VI. Teersande,Asphalt und Pyrobitumina 465
VII. Ölschiefer 467
VIII. Umweltprobleme der Öl- und Gasgewinnung 469
Quellenverzeichnis 473
Register 519