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Bruno Merz:

Hochwasserrisiken

Möglichkeiten und Grenzen der Risikoabschätzung

[Flood risks. Limits and possibilities of risk assessment]

2006. X, 334 Seiten, 105 Abbildungen, 33 Tabellen, 17x24cm, 790 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-510-65220-4, brosch., price: 49.80 €

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hydrologiehochwasser risiko flood mitigation risk assessment

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Die Hochwasserereignisse der letzten Jahre in Deutschland und anderen Ländern haben Defizite im Umgang mit Hochwasserrisiken aufgezeigt. Die heute im Hochwasserschutz angewandten Sicherheitskonzepte basieren nicht auf einer umfassenden Systematik, die es erlaubt, (a) das Hochwasserrisiko durch eine optimale Auswahl von Schutzmagnahmen auf ein akzeptables Maß zu reduzieren, und (b) durch Verdeutlichung des Restrisikos den Umgang mit Situationen, in denen Schutzsysteme überlastet sind, bestmöglich vorzubereiten. Grundlage einer solchen Systematik sind Risikoanalysen. Je komplexer ein System ist und je weniger Beobachtungsdaten über das System vorliegen, desto notwendiger sind Risikoanalysen. Entscheidungen im Hochwasserschutz beziehen sich auf komplexe Systeme und auf Ereignisse, für die nicht ausreichend Daten zur Verfügung stehen. Solche Systeme lassen sich in ihrer vollen Komplexität letztlich nur über systematische Risikoanalysen erschließen.

Bisherige Hochwasserrisikoanalysen haben wesentliche Schwachstellen. Dieses Buch bewertet die bisher vorliegenden Konzepte und Methoden und zeigt Möglichkeiten zur Weiterentwicklung von Risikoabschätzungen im Hochwasserschutz auf. Risikoanalysen eröffnen gerade im Hochwasserschutz die Möglichkeit, zu besseren Entscheidungen zu gelangen und somit die voraussichtlich eintretenden Schäden zu verringern.

Bespr.: KA - Abwasser, Abfall 2006 (53) Nr. 6, S. 632 top ↑

Hochwasserereignisse in den letzten Jahren offenbaren deutliche Defizite im Umgang mit Hochwasserrisiken. Die heute im Hochwasserschutz angewandten Sicherheitskonzepte basieren nicht auf einer umfassenden Systematik, die es erlaubt, einerseits das Hochwasserrisiko durch eine optimale Auswahl von Schutzmaßnahmen auf ein akzeptables Maß zu reduzieren, und andererseits durch Verdeutlichung des Restrisikos den Umgang mit Situationen, in denen Schutzsysteme überlastet sind, bestmöglich vorzubereiten. Das vorliegende Buch bewertet vorhandene Konzepte und Methoden zur Abschätzung von Hochwasserrisiken und zeigt auf, wie mit Risikoanalysen zu besseren Entscheidungen beim Hochwasserschutz gelangt werden kann

KA - Abwasser, Abfall 2006 (53) Nr. 6

Bespr.: Wasser und Abfall, Heft 9, 8. Jahrg., Sept. 2006, S. 35 top ↑

Hochwasser ist ein Naturereignis. Die Natur kennt keine Hochwasserschäden. Hochwasser führt erst dann zu Schäden, wenn der Mensch betroffen ist, denn je intensiver die Nutzung im betroffenen Gebiet desto größer die Schäden. Die Hochwasserereignisse der letzten Jahre in Deutschland, aber auch in anderen Ländern haben die Defizite im Umgang mit Hochwasserrisiken aufgezeigt. Die zukünftigen Schäden durch Hochwasser sind Konsequenzen aus unseren heutigen Entscheidungen bezüglich des Risikomanagements. Die dramatisch ansteigenden Schäden durch Hochwasser in den letzten Jahrzehnten sind Anlass genug, die derzeit angewandten Methoden des Risikomanagement zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Der Autor bewertet die vorliegenden Konzepte und Methoden und zeigt Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Risikoabschätzungen im Hochwasserschutz auf. Dabei skizziert er, welchen Beitrag Risikoabschätzungen zu einem rationalen Risikomanagement leisten.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist, dass das Hochwasserrisiko aus der Interaktion von der Gefährdung und Vulnerabilität resultiert. Der erste Schritt einer Hochwasserrisikoanalyse besteht in der Gefahrenanalyse und Szenariobildung. Anschließend werden den als wesentlich beurteilten Szenarien Eintrittswahrscheinlichkeiten zugeordnet. Als Neuerung berücksichtigt der Autor dabei auch fortgeschrittene Methoden der Ableitung von Versagenswahrscheinlichkeiten bei der Analyse der Sicherheit von einzelnen Schutzanlagen, wie dies bereits bei Talsperren, jedoch nicht bei der Analyse des Risikos in Flussgebieten der Fall ist. Hochwasserereignisse sind das Ergebnis aus dem Zusammenspiel verschiedener Prozesse mit hohem Zufallsanteil. Die Kopplung von meteorologischen, hydrologischen, hydraulischen und anderen Modellen erlaubt es, Prozesse zu beschreiben, die im beobachteten Datenmaterial nicht aufgetreten sind, wie zum Beispiel Deichbrüche, aber dennoch berücksichtigt werden müssen.

Ein Schwerpunkt des Werkes bildet die Beantwortung der Frage "Was sind die Konsequenzen, wenn ein Schadensereignis eintritt ?" Die Folgen von Hochwasserereignissen sind vielfältig und komplex. Eine bloße Beschränkung auf die materiellen Schäden reicht hier nicht aus, vielmehr fordert der Autor mehr Aufmerksamkeit auf die intagiblen und indirekten Folgen wie z.B. psychische Belastungen der Bevölkerung zu legen. Hierzu werden Ansätze und Methoden aufgezeigt.

Der Autor schlägt darüber hinaus vor, die Methoden der abgeleiteten Hochwasser-Häufigkeits-Verteilung zur abgeleiteten Hochwasser-Schaden-Verteilung weiterzuentwickeln.

Resümierend schließt der Autor, dass Risikoanalysen umso notwendiger sind, je weniger Beobachtungsdaten über das System vorliegen und je komplexer das System ist. Nur komplexe Risikoanalysen können diese Systeme erschließen und eröffnen auch im Hochwasserschutz die Möglichkeit, effektivere und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen.

Dem Autor gelingt es, die komplexe Thematik auch für Nichtwissenschaftler darzustellen. Die Lektüre erfordert jedoch Zeit und Konzentration, aber die Mühe lohnt sich.

Holger Densky

Wasser und Abfall Heft 9, 8. Jahrg. Sept. 2006, S. 35

Bespr.: WasserWirtschaft 10/2006, S. 15 top ↑

Die aufgetretenen extremen Hochwasser der letzten Jahre haben deutlich gemacht, dass die heute angewandten Sicherheitskonzepte im Grunde nicht auf einer umfassenden Systematik auf der Basis von Risiko- analysen beruhen. In diesem Grundlagenwerk setzt sich der Autor daher mit den Methoden zur Risikoabschätzung auseinander und bringt diese mit den entsprechenden Aspekten der Bemessung von Hochwasser- schutzeinrichtungen in Zusammenhang. Des weiteren wird der hierbei wichtige Gesichtspunkt der Gefahrenanalyse einschließlich der Abschätzung der Schadensumfänge und deren Folgen betrachtet sowie auf die hierbei sinnvolle Szenarienbildung einschließlich der entsprechenden Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen eingegangen. Derartig weiterentwickelte Risikoabschätzungen erlauben schließlich die komplexen Systeme bei Hochwasserereignissen zu beurteilen und entsprechend vorausschauende Entscheidungen zur Schadensminimierung zu treffen.

WasserWirtschaft 10/2006, S. 15

Bespr.: Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft, Heft 7-8, Juli/August 2006 top ↑

Die Hochwasserereignisse der letzten Jahre und ihre teils katastrophalen Folgen haben große Defizite im Umgang mit Hochwasserrisiken aufgezeigt. Die heute im Hochwasserschutz angewandten Sicherheitskonzepte basieren nämlich nicht auf einer umfassenden Systematik, die es erlauben würde, das Hochwasserrisiko durch eine optimale Auswahl von Schutzmaßnahmen auf ein akzeptables Maß zu reduzieren und durch Verdeutlichung des Restrisikos den Umgang mit Situationen, in denen Schutzsysteme überlastet sind, bestmöglich vorzubereiten. Grundlage einer solchen Systematik wären Risikoanalysen. Je komplexer ein System ist und je weniger Beobachtungsdaten über dieses System vorliegen, desto wichtiger sind Risikoanalysen. Gerade Entscheidungen im Hochwasserschutz beziehen sich auf solche komplexen Systeme und auf Ereignisse, für die nicht ausreichend Daten zur Verfügung stehen. Daher lassen sie sich in ihrer vollen Komplexität nur über systematische Risikoanalysen erschließen.

Bisherige Hochwasserrisikoanalysen haben wesentliche Schwachstellen. Als Grundlage zur Verbesserung werden allgemeingültige Konzepte zur Risikoanalyse aus verschiedenen Bereichen mit Relevanz für die Sicherheit von Mensch und Umwelt diskutiert. Eine Risikoanalyse hat drei Fragen zu beantworten: Was sind die möglichen Gefahren und Schadenereignisse? Wie wahrscheinlich sind Schadenereignisse? Was sind die Konsequenzen, wenn ein Schadenereignis eintritt? Dieses Buch bewertet die bisher vorliegenden Konzepte und Methoden und zeigt Möglichkeiten zur Weiterentwicklung von Risikoabschätzungen im Hochwasserschutz auf. Risikoanalysen eröffnen gerade im Hochwasserschutz die Möglichkeit, zu besseren Entscheidungen zu gelangen und somit die voraussichtlich eintretenden Schäden zu verringern.

FRITZ RANDEL

Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft, Heft 7-8, Juli/August 2006

Bespr.: Erdkunde Jahrg. 61 Heft 3/2007 top ↑

Hochwasser ist in den letzten Jahren vermehrt in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Teilweise katastrophale Ereignisse in der gesamten Welt haben wieder einmal deutlich gemacht, dass der Gunstraum an Flüssen und Küsten auch hohe Gefahren birgt und diese Gefahren für ein vorsorgendes Management abzuschätzen sind. Hierzu sind systematische Risikoanalysen unverzichtbar, die über die einfache Abschätzung der Gefährdung, d.h. die Bestimmung der Eintrittswahrscheinlichkeit von bestimmten Ereignissen, hinausgeht.

Das vorliegende Werk ist die Habilitationsschrift des Autors und fasst seine Arbeiten der letzten Jahre auf dem Gebiet der Abschätzung der Hochwasserrisiken zusammen. Bruno Merz ist Projektleiter des Deutschen Forschungsnetzes für Naturkatastrophen in Potsdam und somit ein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet.

Risiko wird hier als Interaktion von Gefährdung und Vulnerabilität verstanden. Für die Beschäftigung mit dem Thema Risiko werden Erfahrungen und Wissen, Methoden und Daten aus Natur-, Ingenieur- und Sozialwissenschaften benötigt. Im Mittelpunkt der Ausführungen stehen methodische Aspekte der Risikoanalyse. Welche Methoden zur Abschätzung von Risiken sind vorhanden und sind sie auf Hochwasserfragen einsetzbar? Welche Informationen werden in welcher Qualität benötigt, um verlässliche Aussagen machen zu können? Wie verlässlich bzw. unsicher sind die Aussagen und wie lässt sich diese Unsicherheit quantifizieren? Hierzu und zu weiteren Aspekten werden detailliert Ansätze erläutert, diskutiert und bewertet.

Bei der Betrachtung der Folgen von Hochwasser werden Personenschäden sowie direkte und indirekte Kosten unterschieden. Zu letzteren gehören auch psychische Schäden, die jedoch nur schwer zu quantifizieren sind. Direkte ökonomische Schäden sind einfacher zu erfassen, wie es die diskutierten Beispiele zeigen.

Sicherheitsentscheidungen im Hochwasserschutz sollten auf fundierten Risikoanalysen basieren, denn sie bieten die Möglichkeit, Prozesse, die zu Schäden führen, zu identifizieren, die Sicherheit des betrachteten Systems zu quantifizieren, die Auswirkung der Gefährdung aufzudecken und das vorhandene Restrisiko zu bestimmen. Je komplexer das betrachtete System desto notwendiger sind Risikoanalysen. Das letzte Unterkapitel des Buches ``Auf dem Weg zur Risikokultur'' macht deutlich, dass Hochwasserrisiken und deren zukünftige Entwicklungen sowie Schutzmaßnahmen transparent zu erfassen, darzustellen und zu bewerten sind. Die sich daran orientierenden Schutzziele müssen sich an dem Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft orientieren, ohne die soziale Gerechtigkeit für zukünftige Gesellschaften und die ökologische Verträglichkeit zu vernachlässigen. Da die Risikoanalyse das Herz der Risikokultur ist, hat der Autor einen substantiellen Beitrag zu dieser Problematik geliefert.

Das Buch ist eine hervorragende Zusammenstellung moderner Methoden, Konzepten und Ideen, die für die aktuelle Diskussion der Risikogesellschaft einen fundamentalen Beitrag liefert. Die Beispiele in diesem Buch sind auf Hochwasser beschränkt, Ansätze, Ideen und Konzepte sind aber auf andere Gefahren übertragbar. Daher kann nur jedem, der sich mit Naturgefahren und Naturrisiken beschäftigt, dieses Buch nachdrücklich empfohlen werden.

Bernd Diekkrüger

Erdkunde Jahrg. 61 Heft 3/2007

Bespr.: Zeitschrift f. Geomorphologie N.F. 51/4 top ↑

Risikoanalyse im Zeichen des beginnenden Klimawandels und vermehrt auftretender Schäden ein hochaktuelles Thema. BRUNO MERZ nimmt sich dabei dem in Deutschland flächenmäßig am weitesten verbreiteten Risiko an, dem Hochwasser. Dabei gelingt es ihm, nicht nur mit Eintrittswahrscheinlichkeiten als Parameter für ein Risiko zu operieren, wie es in vielen früheren Veröffentlichungen schon durchgeführt wurde, sondern er bezieht sich konkret auf die Gefahren und Schadenereignisse sowie die Konsequenzen, die aus einem Schadenfall zu ziehen sind.

Schon in den einleitenden Kapiteln wird deutlich, dass in dem Begriff Risiko wesentlich mehr steckt, als allgemein angenommen. Auch die gezeigte Definition des Risikos als Schnittmenge aus Gefährdung und Vulnerabilität ist so nicht eindeutig verständlich, da schon zwischen Gefahr und Gefährdung differenziert wird und für die Vulnerabilität mindestens die Exposition und die Anfälligkeit hinzugezogen werden müssen. Schnell wird klar, dass die Definitionen der Unterbegriffe weitere Missverst ändnisse implizieren können. All dieses stellt BRUNO MERZ ausführlich und verst ändlich dar und beschreibt dabei noch, wie ein Risikomanagement als Sicherheitsstrategie benutzt werden kann. Mit diesem Grundwissen gewappnet wird der Leser mit den grundsätzlichen Elementen einer naturwissenschaftlichen-technischen Risikoanalyse vertraut gemacht.

Auch wenn die Arbeit in mehr Kapitel gegliedert ist, beschreibt und beantwortet BRUNO MERZ doch im Wesentlichen konsequent und ausführlich die drei Fragen der Risikoanalyse: 1. Was sind Gefahren und Schadenereignisse? 2. Wie wahrscheinlich sind Schadenereignisse? 3. Was sind die Konsequenzen, wenn ein Schadenereignis eintritt? Dabei wird deutlich, dass es bei der Analyse der Gefahren in Deutschland noch Defizite gibt. Diese liegen z.B. im Bereich der Unter- oder Überbewertung von Schadenszenarien, wobei als Ursache die unzureichende Vernetzung von Methoden auszumachen ist. Auch im Bereich der Eintrittwahrscheinlichkeiten kann BRUNO MERZ Defizite für die Analyse von Risiken in Flussgebieten herausarbeiten, die im Weiteren in konzeptionelle Defizite münden. Schlussendlich widmet er besondere Aufmerksamkeit den Konsequenzen, wobei auch die intangiblen und indirekten Folgen ausführlich berücksichtigt werden.

Aber nicht nur die Methoden werden eingehend und verständlich beschrieben, es erfolgt auch eine entsprechende Interpretation. Hierbei wird auf die räumliche Darstellung ebenso eingegangen wie auf die Risiko-orientierte Bemessung von Hochwässern. Auch Aussagen zur Risikobewertung und zum Risikomanagement fehlen nicht. Abschließend gibt die interessante Bemerkung Anlass zum Nachdenken: Bezüglich der Hochwasservorsorge, dominiert in Deutschland das Leitbild der Schadenfreiheit, nicht das adäquatere des Risikomanagements.. Darin klingt einerseits das Bild vom ordentlichen Deutschen an, der versucht alles zu regeln, auch die Natur. Andererseits führt sie mit Blick auf den Klimawandel auch dahin, dass wir zukünftig mit häufigeren und größeren Risiken leben und diese managen müssen.

Die Monographie Hochwasserrisiken ist gleichzeitig die Habilitationsschrift von BRUNO MERZ, und dennoch ist sie so verständlich geschrieben, dass sie als Fachbuch und Leitfaden Anwendung finden kann. Der Kreis der Leserinnen und Leser, die Gewinn aus diesem Buch ziehen können, ist groß. Sicherlich gehören Angeh örige von Behörden und Planungsbüros ebenso dazu, wie solche aus Universitäten und mit Hochwasser und Risikoanalyse generell befassten anderen Institutionen. Auch Studierenden höherer Semester kann dieses Buch, z.B. begleitend zu Abschlussarbeiten, empfohlen werden.

BERND CYFFKA, Eichstätt

Zeitschrift für Geomorphologie N.F., 51/4, Dezember 2007

Bespr.: www.vdff-fischerei.de/html/buchbesprechung.html top ↑

Die Hochwasserereignisse der letzten Jahre in Deutschland haben Defizite im Umgang mit Hochwasserrisiken aufgezeigt. Bisherige Hochwasserrisikoanalysen haben wesentliche Schwachstellen. Dieses Buch bewertet die bisher vorliegenden Konzepte und zeigt Möglichkeiten zur Weiterentwicklung von Risikoabschätzungen. In 11 Kapiteln werden zunächst hydrologische Grundlagen und verschiedene Methoden der Risikoanalysen abgehandelt und danach Möglichkeiten der Schadenabschätzung und Risikobewertung mit Empfehlungen besprochen, um die voraussichtlich eintretenden Schäden zu verhindern.

Dr. Hartmut Poschwitz

www.vdff-fischerei.de/tml/buchbesprechung.html

Bespr.: Hochwasserschutz und Katastrophenmanagement top ↑

Die Hochwasserereignisse der letzten Jahre haben Defizite im Umgang mit Hochwasserrisiken aufgezeigt. Die heute angewandten Sicherheitskonzepte basieren nicht auf einer umfassenden Systematik, die es erlaubt, a) das Hochwasserrisiko durch eine optimale Auswahl von Schutzmaßnahmen auf ein akzeptables Maß zu reduzieren, und b) durch Verdeutlichung des Restrisikos den Umgang mit Situationen, in denen Schutzsysteme überlastet sind, optimal vorzubereiten. Grundlage einer solchen Systematik sind Risikoanalysen, die bisherwesentliche Schwachstellen haben. Als Grundlage zurVerbesserung werden allgemeingültige Konzepte zur Risikoanalyse aus verschiedenen Bereichen mit Relevanz für die Sicherheit von Mensch und Umwelt diskutiert. Das Buch bewertet die bisher vorliegenden Konzepte und Methoden und zeigt Möglichkeiten zur Weiterentwicklung von Risikoabschätzungen im Hochwasserschutz auf. Basierend auf den Diskussionen der Methoden zur Gefährdungs- und Vulnerabilitätsabschätzung schlägt derAutor z. B. vor, die Methoden der abgeleiteten Hochwasser-Häufigkeits-Verteilung zur abgeleiteten Hochwasser-Schaden-Verteilung weiterzuentwickeln.

Hochwasserschutz und Katastrophenmanagement 6/07, S. 72

Inhaltsverzeichnis top ↑

Zusammenfassung viii
1 Einführung 1
1.1 Bedeutung von Risikoanalysen 1
1.2 Ziele und Vorgehensweise 5
2 Sicherheit und Risiko: Begriffe und Konzepte 7
2.1 Begriffe 7
2.2 Management von öffentlichen Risiken 16
2.2.1 Risikomanagement als Sicherheitsstrategie 16
2.2.2 Optimale Reduzierung des Risikos 18
2.2.3 Bestmögliche Beherrschung des Restrisikos 21
2.2.4 Schutzziele für öffentliche Risiken 22
2.3 Grundsätzliches zu Risikoanalysen 26
2.3.1 Zur historischen Entwicklung von natur-
wissenschaftlich-technischen Risikoanalysen 26
2.3.2 Vorgehen bei Risikoanalysen 28
3 Methoden zur Abschätzung von Risiken 31
3.1 Gefahrenanalyse und Szenariobildung 31
3.2 Eintrittswahrscheinlichkeit von Schadenszenarien 33
3.2.1 Hinweise zur Ableitung von Eintrittswahr-
scheinlichkeiten 33
3.2.2 Historische Ereignisse und Beobachtungsdaten 35
3.2.3 Modellierung von Schadenszenarien 36
3.2.4 Expertenmeinung 42

3.3 Darstellung von Risikoaussagen 44
3.3.1 Risikoindikatoren 44
3.3.2 Risikokurven 45
3.4 Risikoanalysen und Unsicherheiten 48
3.4.1 Bedeutung von Unsicherheitsbetrachtungen 49
3.4.2 Quellen von Unsicherheit 51
3.4.3 Natürliche Variabilität und Unwissenheit 56
3.4.4 Unsicherheitsanalyse 59
3.5 Validierung von Risikoanalysen 64
3.5.1 Indikatoren zur Modellvalidierung 65
3.5.2 Datenverfügbarkeit und Extrapolation 67
4 Grundlegende Aspekte des Hochwasserrisikos 73
4.1 Gefährdung, Vulnerabilität und Risiko 73
4.2 Raumskalen 76
4.3 Datengüte, Instationarität und Extrapolation 77
4.3.1 Beobachtungsdaten für Hochwasserrisiko-
analysen 77
4.3.2 Instationarität 78
4.3.3 Extrapolation 80
4.4 Risikomanagement als Kreislauf 81
5 Hochwasserbemessung und Risikoanalysen 85
5.1 Bemessungshochwasser 85
5.2 Traditionelle Bemessungsverfahren 86
5.2.1 Empirische Bemessung 86
5.2.2 Bemessung nach Grenzwerten des Abflusses 88
5.2.3 Bemessung nach Jährlichkeiten 92
5.2.4 Bewertung der traditionellen Bemessungs-
konzepte 96
5.3 Bemessung nach Versagenswahrscheinlichkeiten 99
5.4 Risiko-orientierte Bemessung 100
5.5 Anwendung der Bemessungskonzepte 102
5.5.1 Bemessungspraxis in Deutschland 102
5.5.2 Bemessungspraxis im Ausland 104
6 Gefahrenanalyse und Szenariobildung 107
6.1 Über die Vielfalt möglicher Schadensszenarien 107
6.2 Szenariobildung im Hochwasserschutz 113
6.3 Identifizierung repräsentativer Szenarien 119
6.3.1 Sicherheitswissenschaftliche Methoden zur
Szenariobildung 119
6.3.2 Szenariobildung auf Basis von Experten-
meinung 121
6.4 Wieviele Szenarien reichen aus? 123
7 Wahrscheinlichkeit von Schadenszenarien 127
7.1 Versagen von Hochwasserschutzsystemen 127
7.1.1 Flussdeiche 127
7.1.2 Hydrologisches Versagen von Talsperren 136
7.1.3 Wie vertrauenswürdig sind Versagenswahr-
scheinlichkeiten für Hochwasserschutzsysteme? 139
7.2 Schadenszenarien in Flusseinzugsgebieten 141
7.2.1 Hochwasser als Überlagerung von Zufalls-
prozessen 141
7.2.2 Systematisierung der Ansätze zur Abschätzung
von Wahrscheinlichkeiten 143
7.2.3 Hochwasserhäufigkeitsanalyse 145
7.2.4 Traditionelle ereignisbasierte Simulation -
Bemessungsregenmethode 153
7.2.5 Abgeleitete Hochwasserhäufigkeitsverteilung 155
7.2.6 Zeitkontinuierliche Simulationsansätze 161
7.2.7 Wie sicher sind Wahrscheinlichkeitsaussagen
über extreme Abflüsse? 162
7.2.8 Gefährdungsanalyse in Einzugsgebieten - Eine
Bewertung 175
Farbabbildungen 177
8 Hochwasserschäden 189
8.1 Grundsätzliches zur Schadenabschätzung 189
8.1.1 Schadenkategorien und Betrachtungsmaßstäbe 189
8.1.2 Exposition und Anfälligkeit 192
8.1.3 Datenerhebung und Schadendaten 195
8.1.4 Natürliche Variabilität und Vulnerabilität 197
8.2 Personenschäden 201
8.2.1 Wer ist betroffen? 201
8.2.2 Physische Auswirkungen 203
8.2.3 Psychische Auswirkungen 214
8.3 Direkte ökonomische Schäden 217
8.3.1 Was ist betroffen? 217
8.3.2 Anfälligkeitsfunktionen 223
8.3.3 Schadenfunktionen 225
8.3.4 Zuverlässigkeit von Schadenaussagen 230
8.3.5 Was determiniert die Höhe von Hochwasser-
schäden? 235
8.4 Indirekte ökonomische Schäden 252
8.5 Wie gut sind Schadenabschätzungen? 256
9 Aussagen zum Hochwasserrisiko 259
9.1 Einige illustrative Beispiele 259
9.2 Räumliche Darstellung des Hochwasserrisikos 263
9.3 Risiko-orientierte Hochwasserbemessung 268
9.4 Güte und Validierung von Risikoaussagen 271
10 Risikobewertung 281
10.1 Risiko als mehrdimensionales Phänomen 281
10.2 Risikoaversion als Element der Risikobewertung 282
10.3 Öffentliche Wahrnehmung und Risikomanagement 285
11 Synthese und Empfehlungen 289
11.1 Grenzen und Möglichkeiten von Risikoanalysen 289
11.2 Auf dem Weg zur Risikokultur 295
Literatur 297
Symbole und Abkürzungen 331
Index 333

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Hochwasserereignisse in den letzen Jahren offenbaren deutliche Defizite im Umgang mit Hochwasserrisiken.
Die heute im Hochwasserschutz angewandten Sicherheitskonzepte basieren nicht auf einer umfassenden Systematik, die es erlaubt, (a) das Hochwasserrisiko durch eine optimale Auswahl von Schutzmagnahmen auf ein akzeptables Maß zu reduzieren, und (b) durch Verdeutlichung des Restrisikos den Umgang mit Situationen, in denen Schutzsysteme überlastet sind, bestmöglich vorzubereiten. Das vorliegende Buch bewertet vorhandene Konzepte und Methoden zur Abschätzung von Hochwasserrisiken und zeigt auf, wie mit Risikoanalysen zu besseren Entscheidungen beim Hochwasserschutz gelangt werden kann.