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Alexander Stahr; Birgit Bender:

Der Taunus - eine Zeitreise

Entstehung und Entwicklung eines Mittelgebirges

2007. 1. Auflage, XIII, 253 Seiten, 253 Abbildungen, 23 Tabellen, (meist farbig), 17x24cm, 750 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-510-65224-2, gebunden, price: 34.80 €

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Taunus Geologie Gesteine Boden Holozän Themenpfad Naturpark

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Wie entstand der Taunus? Wo beginnt und wo endet er? Welche Kräfte haben seine Gesteine in Falten gelegt? Wie sah die Taunuslandschaft aus, bevor die ersten Menschen sie besiedelten? Welche Menschen und Tiere lebten in grauer Vorzeit im Taunus? Finden wir Hinterlassenschaften der Eiszeit im Taunus? Und was veränderte der Mensch in historischer Zeit? Diese und viele andere Fragen zum Taunus beantwortet das vorliegende Buch in einer spannenden Zeitreise, die vor mehr als 400 Millionen Jahren beginnt.
Verständnis für die Landschaft wecken, Neues entdecken, mehr verstehen, den Taunus mit anderen Augen sehen und die enge Verknüpfung von Mensch und Landschaft erkennen, das möchte dieses Buch erreichen. Es wendet sich daher an alle, die sich für den Taunus und seine Landschaftsgeschichte interessieren.

Dr. Alexander Stahr (geb. 1959) studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main Geographie, Geologie, Bodenkunde und Botanik mit Abschluss Diplom-Geograph. 1996 promovierte er am Fachbereich Geowissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität mit einer bodenkundlich-geomorphologischen Dissertation zum Dr. phil. nat. und lebt heute mit seiner Familie in Taunusstein-Wehen. Birgit Bender (geb. 1968) studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Univer- sität in Frankfurt am Main und an der Gottfried Wilhelm Leibniz-Universität in Hannover Geographie, Hydrologie und Bodenkunde mit Abschluss Diplom- Geographin. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Kelkheim-Hornau (Taunus).

Bespr.: Kelkheimer Zeitung, Ausgabe 22, 31.05.07 top ↑

Millionen Jahre verschwinden locker im Nichts, oder sind es auch "nur" 200 Jahre - wirklich? Nicht bei Birgit Bender, studierte Kelkheimer Geographin, die sich jetzt in die Reihe der Kelkheimer Buchautoren als Co-Autorin einreihte. Millionen Taunus-Jahre, oder aber die Jahre "nur" zu Zehntausenden, vielleicht "lediglich" zu ein paar Hunderten geschrumpft und gezählt, und diese Zeitmaße nur auf den Taunus bezogen - so kommt das Buch daher. Denn zusammen mit dem Diplom-Geographen Dr. Alexander Stahr aus Taunusstein-Wehen schrieb sie ein beeindruckendes Buch über den Taunus, eine Zeitreise über die Entstehung und Entwicklung dieses Mittelgebirges direkt vor unserer Tür. Faszinierend wie die Bücher der Kelkheimer Kriminalschriftsteller, weil Dr. Stahr und Birgit Bender ähnlich wie die Kriminalisten als "Kriminalisten in Sachen Taunus- Vergangenheit" den Taunus offen legen bis zurück zu den Zeiten, da noch ein Meer über dieses Land waberte und durch seine Ablagerungen sein damaliges Dasein vor vielen Millionen Jahren in diesem Landstrich verriet.

Zugegeben, manches lässt Millionen- Vorstellungen nicht auf Anhieb gedanklich verarbeiten, aber der Teil, der auch für Laien sofort zugänglich ist, ist so faszinierend, dass man das nobel aufgemachte Buch mit den vielen Farbaufnahmen, Grafiken und Zeichnungen gar nicht mehr aus der Hand legen mag, wenn man auch nur etwas geowissenschaftlich, naturkundlich oder geschichtlich interessiert ist.

Das Massensterben von rund dreißig Prozent der Meereslebewesen vor 370 Millionen Jahren, das Verschwinden der Weinreben in Hornau und Münster vor ein paar hundert Jahren - wie passt das zueinander? Oder ein paar Dinosaurier, die auch im Taunus unterwegs gewesen sein dürften, vielleicht auch Mückenschwärme, riesige Libellen, Krokodile, die sich "in dem einen oder anderen Gewässer des Taunus getummelt haben", damals als das Klima warm war, die beiden Autoren erwecken alles wieder zum Leben. Und Haifische, die so alt sind wie die Taunus-Gesteine, entfernt verwandt mit dem heutigen Weißen Hai - davon ist genauso die Rede, wie von Rosseln im Taunus oder von den Lesesteinen. Und dann der Blick ins Liederbachtal mit seiner Entstehungsgeschichte, oder als an einem Frühlingstag vor 12.000 Jahren der Laacher-See-Vulkan in der Eifel hochging und seinen Ascheregen auf den Taunus niederrieseln ließ. Ein Ausbruch, der noch den des amerikanischen Vulkans St. Helena vor einigen Jahren übertraf.

Und vielleicht der Blick in die Zeiten, da die Durchschnittstemperatur im Juli gerade mal bei zehn Grad Celsius lag, im Januar dann auf 15 Grad minus absackte. Das verführt wiederum zu der Bemerkung, dass sich die Klimawandel- Hysteriker auch mit solchen Büchern beschäftigen sollten, in denen auf die teilweise riesigen Klimaschwankungen eingegangen wird, auch darauf, dass die Temperaturen vor einigen hundert Jahren hier um ein, zwei Grad höher lagen als heute. Eben in der Zeit, in der Weltuntergangs- Stimmung heraufbeschworen wird, Dann der Blick auf Lös-Körnchen, gerade mal 0,002 Millimeter dick, für den Laien gar nicht auszumessen.

Neandertaler könnten mit einiger Sicherheit vor 27.000 Jahren über die Taunus-Landschaft gestreift sein. Renntiere kamen in den Taunus, um hier zu kalben. Nach der Wälder vernichtenden Eiszeit wuchsen in der nächsten Wärmeperiode artenreiche Mischwälder. Was sind schon siebzig, achtzig Menschenjahre gegen Eiszeiten und ihre Folgen.

Der Wald im Taunus mit seinen Eichen und Buchen - wie entstand er, warum verschwand er, weshalb gab es hier Erzhütten, rauchende Meiler für Holzkohle, wieso sprudelt hier im Taunus an vielen Orten das Mineralwasser? Was taten die Römer vor 2.000 Jahren im Taunus, übrigens zu einer Zeit, da es hier noch um ein bis anderthalb Grad wärmer war als heute (siehe oben) - günstiges Klima zum Marschieren in Sandalen, auch für den Weinanbau beispielsweise. Weiter der Blick auf die Römerstraße über Fischbach und Ruppertshain in den Taunus und nach Norden, auch als Handelsweg.

Doch auch die Sünden der Menschheit sind nicht vergessen, auch davon berichten die Kelkheimerin und Autor Dr. Alexander Stahr. Geologisch-Kriminalistisch aufgespürt, dann umgesetzt in viele Einzelabschnitte, mit 253 Abbildungen zu einer erlebnisreichen und lehrreichen Zeitreise über Millionen und Abermillionen von Jahren aufbereitet.

Zum Abschluss wird auf Ausflugsziele und Wandermöglichkeiten hingewiesen, sodass der naturkundlich interessierte Laie die Fakten aus dem Buch in vielen Fällen nacherleben kann.

Kelkheimer Zeitung, Ausgabe 22, 31.05.07

Bespr.: ekz-Informationsdienst ID 34/07 - BA 10/07 top ↑

Schwerpunkte sind die geologische Entwicklungsgeschichte und die Landschaftsgeschichte des Taunus sowie seine Schönheiten und Eigenheiten. Die Zeitreise beginnnt schon vor dem Devon, in dem die meisten charakteristischen Taunusgesteine entstanden sind, und endet mit aktuellen Entwicklungen heute. Vorgestellt werden u.a. auch Fossilien, Gesteine und Böden des Taunus, Landschaftsformen, Bodenschätze, einstige Tier- und Pflanzenwelt, Klimageschichte, die Besiedlung durch den Menschen, archäologische Funde, die Entwicklung der Kulturlandschaft inkl. Land- und Forstwirtschaft bis hin zu den aktuellen Entwicklungen und Problemen. Mit zahlreichen Farbfotos, Zeichnungen, Karten, Blockzeichnungen und Profilschnitten sowie umfangreichem Register. Für geowissenschaftlich und naturkundlich interessierte Laien. Das notwendige Grundwissen zu den Themen wird anschaulich und verständlich mitbehandelt. Vorschläge für Wanderungen und Ausflüge machen Lust auf eigene Erkundungen. Wichtiges Grundlagenwerk über den Taunus, das Bildbände wie "Taunus" (BA 5/95) und Reiseführer z.B. "Taunus" (BA 2/03) hervorragend ergänzt.

Ingrid Rall-Haiß

ekz-Informationsdienst ID 34/07 - BA 10/07

Bespr.: Amazon.de top ↑

Das Buch zum Taunus von Alexander Stahr und Birgit Bender ist einfach klasse. Es ist allgemeinverständlich geschrieben, behandelt eine große Themenvielfalt, wie z.B. Geologie, Geographie und Böden des Taunus, und bietet sowohl Laien als auch Experten eine gute Grundlage, um sich über die Entstehungsgeschichte des Mittelgebirges ein umfassendes Bild machen zu können. Besonders gelungen sind die farbigen Illustrationen zur Veranschaulichung der Texte. Wer durch die Lektüre des Buches Lust bekommen hat die Taunuslandschaft näher kennenzulernen, der findet am Ende des Buches eine ganze Reihe an Routenvorschlägen, um den Taunus auf eigene Faust landschaftsgeschichtlich zu bereisen. Fazit: Wenn es dieses Buch nicht schon geben würde, müsste es geschrieben werden.

Dr. Rainer Dambeck

Amazon.de

Bespr.: GMIT Nr. 29 - September 2007 top ↑

Den Autoren des ansprechend illustrierten Buches ist es gelungen, eine anschauliche Beschreibung des Taunus zu liefern. Das Buch bietet eine Darstellung der Landesgeschichte, der geologischen, im Taunus vertretenen Formationen bis hin zur Beschreibung der Erz- und Steine- Erden-Lagerstätten. In der Beschreibung der Erdgeschichte werden in allgemein verständlicher Form die plattentektonischen Grundlagen ebenso wie die im Paläozoikum des Taunus gefundenen devonischen Fossilien, vor allem die Seesterne und Quallen aus dem unterdevonischen Dachschiefer vorgestellt. Auch aus dem Quartär liegen bemerkenswerte Funde vor, wie die Bilder vom Wollhaarnashorn zeigen. Aus der Römerzeit hat der Taunus mit Limes und Saalburg zahlreiche Baudenkmale und Bodenfunde zu bieten. In den Exkursionsbeschreibungen erfährt man ferner unter dem Motto ``Schätze im Taunus'' viel über den ehemaligen Blei- und Silbererzbergbau sowie den Jahrhunderte langen Dachschiefer-Abbau.

Durch die sorgfältigen Beschreibungen der Exkursionsziele wird das Buch zu einem Wegweiser für Naturfreunde und Touristen sowie geologisch Interessierte.

In einem gesonderten Kapitel enthält das Buch Porträts von Geologen und Mineralogen, die wesentlich zur Erforschung dieses Mittelgebirges beigetragen haben. Es wäre zu begrüßen, wenn auch andere Landschaften Deutschlands in vergleichbaren Beschreibungen vorgestellt würden.

GMIT Nr. 29 - September 2007

Review: Journal of Sedimentary Research top ↑

One of the principal activities of geologists is the reconstruction of the origin and the development of mountain regions. Few geologists have the opportunity, however, to carry out such a huge task on their own. It is, consequently, even more exciting when one has the opportunity, for instance during an excursion or by putting the pieces of a mountain puzzle together with some colleagues, to feel that even a complex phenomenon like a mountain range can reasonably well understood. This book can, obviously, not compete with a field excursion, nor with a joint fieldwork, but it comes close, letting the reader make - as indicated in the book's subtitle - a journey in time, showing the origin and development of a middle-altitude mountain range (in Germany). One of the reasons for the authors to publish a book on this mountain range now, is the recent construction of a high-speed railway (Cologne-Rhine-Main) through the area, which led to great new exposures and, consequently, provided many new data.

The essence of the book is certainly not its high scientific value, but rather the way in which the reader is led through this mountain range, getting an ever better understanding of its history. But there is more: the authors make the reader feel that not only the rocks and the fossils have a story to tell. The landscape, the vegetation, and even the changes made by Man add to the insight that one obtains while reading. And even that is, in my opinion, not even the most valuable aspect of the book; most of all it is the "feel good" attitude of the authors that cannot be neglected by the reader. Both authors studied at the university at Frankfurt am Main that has been named after the famous German poet, philosopher and (amateur) geologist Johann Wolfgang Goethe, and it seems, therefore, only logical that the authors start their preface with a quote from Goethe's autobiography "From my Life - Poetry and Truth": "Accidentally feeling that I liked to, as well as in accidental company I walked often to the mountains that, from my childhood on, I had had in front of me so remote and so earnest. We thus visited Homburg, Kronburg, climbed up the Fled Mountain from where the view made us want to go ever farther away."

Diving into this book is, indeed, diving in poetry and truth. The authors provide a wealth of data, but all the time not in the way of a textbook for professionals, but as a book that must convince the reader that a visit to the Taunus Mountains in Germany is more than worth while. Geology is dealt with properly, but understandably for non-professionals, and the numerous illustrations (largely in full color) help the reader if he does not know really about, for instance, plate tectonics or the Milankovitch-curve-induced climate changes.

Due to this approach, the book may be considered a great promotion for the earth sciences, seducing people to take walks (many of which are described) and look at the nature with eyes other than those of the tourist who comes only for rest, for culture, or for spending just a lazy time. So many suggestions for places to visit are made, that one could easily spend several holidays in the area learning more and more about the geological development of this old mountain range, and learning to see things that remained hidden before.

As the book is not aimed primarily at earth scientists, is seems overdone to detail the contents here. Let it suffice to say that the book starts with a 33-page preface, a second chapter about the continental drift that the area underwent, and a third chapter about the ever continuing changes that affect a mountain range, and that reshape it eventually from a real mountain range (with still unknown original altitude) to the more gentle mountains by which the Taunus is characterized nowadays. This is followed by a chapter about the rock types in the Taunus, a chapter about the Quaternary ice ages that changed its morphology considerably, a sixth chapter about the various soil types, and a chapter about the Holocene, including Man's influence, particularly regarding agriculture. Chapter 8 explains (in only 4 pages!) why the Taunus area is so beautiful; Chapter 9 deals with the natural resources (including healthy springs), and the final chapter (10) describes a huge number of walks and places to go. This all is followed by a (fortunately short) reference list and a helpful index. There is not much more that a reader might want.

Obviously, there are some mistakes and omissions. The stratigraphic table does not mention the eras before the Paleozoic, and it is a bit odd to see that the "Quaternary (old)" ranges from 1.8 million years ago to the present-day, whereas the "Quaternary (new)" is dated at 2.6S1.8 Ma. Another (small) shortcoming is that it is not mentioned in all captions whether the figure is taken from the Taunus or not: geologists (particularly from Europe) will be aware that there are no strong volcanic eruptions nowadays in the Taunus, but Figure 47 at least suggests so. Taken all together, however, the relatively few shortcomings and omissions are more than compensated by the very readable text, the well printed illustrations, and the interesting information. It is perhaps not a book that will find a place on the shelves of many professional geologists, but if someone asks you, as a geologist, what your work is about, then this book is the perfect gift (at relatively low cost). Books like this one should be published in many more countries!

A.J. (Tom) van Loon, Geological Institute Adam Mickiewicz University Maków Polnych

Journal of Sedimentary Research (Oct. 2007)

Bespr.: Geographie und Schule Jahrg. 30 (Februar 2008), S. 47 top ↑

Das fundierte Buch wendet sich an alle, die sich für die Landschaftsgeschichte des Taunus interessieren. Dazu helfen der leicht lesbare Text und die zahlreichen Abbildungen. Aus dem Inhalt: Kontinente auf Wanderschaft; Abtragung; Gesteine des Taunus; Das Eiszeitalter; Böden des Taunus; Warme Zeiten; Schätze im Taunus (Erze, Wasser, Salze); Wanderungen und Ausflugziele. Durch seine leserfreundliche Gestaltung kann man das Buch für viele Zwecke nutzen; nicht zuletzt die Erläuterungs-"Kästen" (z.B. über "Karst" oder "Kohlensäureverwitterung") machen es auch für Schüler attraktiv.

Geographie und Schule Jahrg. 30 (Februar 2008), S. 47

Bespr.: Mittl. d. Naussauischen Vereins für Naturkunde Nr. 58 top ↑

Die Diplom-Geographen Alexander Stahr und Birgit Bender haben über den Taunus, in dem sie leben, ein Buch geschrieben, das als eine Art Liebeserklärung an dieses Mittelgebirge zu verstehen ist. Anders als der allgegenwärtige und aus Frankfurt stammende Geheimrat und auch anders als der weltenbummelnde große Naturforscher von Humboldt, aber immerhin, und auch völlig anders als viele Dichter und Denker, die ein Loblied auf den Taunus geschrieben haben. Die beiden Autoren laden fast ohne Lyrik Einheimische und Urlauber zu einer Reise im Taunus ein, zu einer Zeitreise, die vor 417,5 Millionen beginnt.

Auf dieser Zeitreise vermitteln die Autoren den Lesern des Buches aus auch für Laien ver-ständlicher geowissenschaftlicher Sicht den Werdegang dieses Mittelgebirges, die Entstehung der heutigen Landschaft und das Wirken des Menschen, der in seiner einfachsten Ausführung etwa 2,6 Millionen Jahre alt ist, im Taunus aber wesentlich später in Erscheinung tritt. Immer wieder gibt es Querverweise zu den aktuellen geologischen Verhältnissen an anderen Orten der Erde, um die zu Stein gewordene Geschichte des Taunus anschaulich erklären zu können. Die gut ausgesuchten Abbildungen, alle in Farbe, und farblich abgesetzte Boxen, in denen für besonders Interessierte ergänzungsweise geowissenschaftliche Begriffe erläutert werden, sind in diesem Zusammenhang besonders hilfreich.

Das in zehn Kapitel gegliederte Buch startet u.a. mit Vorschlägen zur Abgrenzung des Taunus und stellt ausgewählte Wissenschaftler vor, die im Taunus gearbeitet haben bzw. noch arbeiten. In den beiden nächsten Kapiteln wird erläutert, dass der Taunus seine Existenz der Kollision von Kontinenten verdankt, nach Faltung der zuvor abgelagerten Sedimente zu einem Hochgebirge angehoben und danach weitgehend eingerumpft wurde. Im vierten Kapitel werden die wichtigsten Gesteine des Taunus vorgestellt, wie sie entstanden sind und zu was sie genutzt werden. Der Taunus war zwar nie vergletschert, aber es gab quartäre Eiszeiten, die hier vielfältige Spuren hinterließen. Das ist das Thema des fünften Kapitels. Es folgt ein Porträt der wichtigsten Böden im Taunus, die sich überwiegend nicht aus dem kompakten Gestein entwickelt haben, sondern aus dem im letzten Glazial daraus entstandenem Verwitterungsmaterial. Im Hinblick auf die aktuelle Klimadiskussion sollte man das siebte Kapitel, das mit „Warme Zeiten“ überschrieben ist und die geologische Jetztzeit, das Holozän, meint, genauer lesen. Das achte Kapitel geht auf die Genese des Rheintals, der westlichen, berühmten Grenze des Taunus, ein, danach folgt eine Würdigung der Schätze dieses Mittelgebirges, nämlich der heute nicht mehr abgebauten Erze, des Grundwassers als wichtigstem Rohstoff für unser Trinkwasser und der zahlreichen Mineral- und Heilwässer. Das zehnte und letzte Kapitel ist Themenpfaden, Wanderungen, Naturparks und Landschaftsdenkmälern gewidmet, um dem Leser die Möglichkeit zu geben, das im Buch Be-/Geschriebene punktuell vor Ort nachzuvollziehen.

Den Autoren ist es in hervorragender Wiese gelungen, den naturwissenschaftlich interessierten Leser dazu zu bringen, den Taunus mit anderen Augen als bisher zu sehen und die enge Verknüpfung von Geologie, Landschaft und Mensch zu erkennen. Der Leser wird es ihnen danken, dass er nicht mit wissenschaftlicher Detailflut oder Fachchinesisch überschüttet wird. Das gut geschriebene und im Hinblick auf die große Anzahl der instruktiven und ausschließlich farbigen Abbildungen preiswerte Buch kann ohne Einschränkung empfohlen werden.

Prof. Dr. Benedikt Toussaint

Mitteilungen des Nassauischen Vereins für Naturkunde Nr. 58

Bespr.: Zentralblatt Geo. Pal. T. II Jg. 2007 H. 5/6 top ↑

Das Buch wendet sich an alle im weiteren Sinne an der Geschichte des Taunus interessierte Zeitgenossen, ohne beim Leser spezielle geologische Kenntnisse vorauszusetzen. Der Inhalt ist viel weiter gestreut, als im Titel angegeben, denn auch bodenkundliche, historische, geographische und sogar kulinarische Aspekte (Weinbau) werden behandelt. Gegliedert ist das Buch in 10 Abschnitte: 1) Prolog; 2) Der Anfang oder: Kontinente auf Wanderschaft; 3) Abtragung oder: Nichts bleibt ewig oben; 4) Im Portrait: Gesteine im Taunus; 5) Das Eiszeitalter; 6) Im Portrait: Böden des Taunus; 7) Warme Zeiten; 8) Die berühmteste Grenze des Taunus oder: Darum ist es am Rhein so schön; 9) Schätze im Taunus und 10) Wanderungen und Ausflugsziele.

Der leicht lesbare Text ist durch zahlreiche Abbildungen aufgelockert, und in blau unterlegten Feldern finden sich wichtige Fachausdrücke erklärt. Diese beschränken sich durchaus nicht auf den geologischen Bereich (wie etwa „Devon“, „Tertiär“ oder „Fazies“), sondern umfassen alle möglichen Aspekte (wie etwa den „Nassauischen Verein für Naturkunde“: S. 18, „Geobotanische Klimastufen“, S. 166 oder den „Limes“, S. 177). Positiv hervorzuheben ist die Aufnahme von Abbildungen und Kurzportraits von Personen, die für die geologische Erforschung des Taunus von Bedeutung sind wie z. B. CARL LUDWIG FRIDOLIN v. SANDBERGER (im Prolog) oder die große allgemeine Bedeutung für die Geschichte der Geologie haben, wie z. B. CHARLES LYELL (in Eiszeitalter).

Dem eigentlichen geologischen Werdegang des Taunus sind die Abschnitte 2-4 gewidmet (Plattentektonik, Gebirgsbildung, Abtragung, Unterdevon-Sedimente des Taunus).

Landschaft und Lebewelt des Unter-Devon wieder zum Leben zu erwecken gelingt nur teilweise, bedingt durch die offenbar geringe Kenntnis der Autoren auf paläontologischem Gebiet. Die Vielfalt der Brachiopoden streifen sie nur kurz, stellen sie aber nicht dar, erläutern die Unterschiede gegenüber den Muscheln nur an wenigen äußeren Merkmalen; ähnlich ist es bei den Trilobiten. Ein Verständnis für die gegenüber der heutigen Fauna prinzipiell andere Zusammensetzung der devonischen Lebewelt kann dabei beim Leser nicht aufkommen. Hinzu kommen einige regelrechte Fehler. So ist Limulus kein Pfeilschwanzkrebs (S. 42), sondern ein Spinnentier (Merostomata). Verkehrt ist es auch zu sagen „im frühen Devon schwamm der Nautilus durch den sich öffnenden Rhenoherzynischen Ozean“ (S. 43). Es gab damals zahlreiche beschalte Cephalopoda, darunter auch erste Vertreter der Nautilida. Nautilus (als Gattung) ist aber erst ab dem Tertiär (Oligozän) fossil nachgewiesen. Die Palaeodictyoptera (Erklärung zu Abb. 60) sind keine Libellen, sondern eine eigenständige Ordnung mit völlig anderer Lebensweise. Auf Seite 59 heißt es „mit dem Neunauge erscheint ein Fisch, den es noch heute gibt“. Die Gattung Mayomyzon, die hier offensichtlich gemeint ist, gehört zwar in die Verwandtschaft der Neunaugen, unterscheidet sich aber von den Petromyzontidae (die die rezenten Gattungen der Neunaugen-Verwandtschaft umfassen) so weit, dass man sie in eine gesonderte Familie stellt.

Gegenüber der Darstellung des Devon in Abschnitt 4 (Seite 85-110) nimmt die Darstellung des Pleistozän (Seite 113-148) und des Holozän (Seite 165-194) einen sehr breiten Raum ein. Im Abschnitt über das Holozän behandeln die Verf. dann Themen, die zur Geologie des Taunus gar nicht gehören, wie die Bandkeramiker, die Römer im Taunus, Hutewälder, Streuobstwiesen und Weinbau. Abschnitt 8 streift den Tourismus. Geologischer wird es wieder in Abschnitt 9 über Bergbau und Hydrogeologie, wo die Verf. Aspekte der Angewandten Geologie behandeln.

Im Abschnitt über „Wanderungen und Ausflugsziele“ werden vor allem Lehrpfade und Naturdenkmäler vorstellt. Unter den Lehrpfaden sind neben geologischen auch solche, die sich mit Obst, den Kelten und der Loreley befassen. Bemerkenswerterweise gehen die Verf. auf die zahlreich im Taunus vorhandenen Burgruinen gar nicht ein. An ihnen kann man aber die Gesteine, aus denen sie erbaut sind, oft besser studieren als an mehr oder weniger verwachsenenen Aufschlüssen in der Umgebung. Als durchaus negativ macht sich für diesen Abschnitt und auch für den Prolog (in dem die einzelnen geographischen Anteile des Taunus beschrieben sind) das Fehlen einer oder auch mehrerer geographischer Karten bemerkbar, die dem Wanderer den Weg zeigen würden. Abb. 6 bietet dafür keinen Ersatz: Wer weiß schon, wo genau das Wispertal liegt, wenn er nicht (wie die Rezensenten) einmal dort war? Aus einem Kartenbild erfährt er es nicht.

Insgesamt liegt hier ein sehr anregendes Buch vor, das neben vielem anderen auch Geologie bietet, seinem Titel aber nicht ganz gerecht wird – denn diesem zufolge müssten die geologischen Aspekte stärker im Vordergrund stehen. Einen geologischen Führer durch den Taunus ersetzt es nicht. Wer aber als Besucher dieser Landschaft die unterschiedlichen Zusammenhänge von der Geologie über die Bodenbildung, den Bergbau bis hin zur Landwirtschaft und Geschichte kennenlernen möchte, dem kann dieses Buch gute Dienste leisten, zumal der Verkaufspreis moderat ist.

G. & R. HAHN

Zentralblatt Geo. Pal. T. II Jg. 2007 H. 5/6

Bespr.: Pollichia Kurier Jahrgang 25 Heft 1 top ↑

Das Buch schließt eine Lücke. Neben dem Buch von F. & G. Sandberger (1857, Übersicht über die naturhistorische Beschaffenheit des Herzogthums Nassau, Wiesbaden, Kreidel) liegen nur übergreifende Führer wie H.J. Roth (1983, Siegerland, Westerwald, Lahn und Taunus; Stuttgart, Kosmos Franckh) oder randliche Mitbehandlungen im Rahmen anderer Führer (z. B. W. Meyer & J. Stets 1996 in der Reihe Sammlung geol. Führer, Nr. 89, Berlin etc., Borntraeger) vor. Sofort auffallend ist an diesem Werk die überaus zahlreiche Bebilderung. Außerdem werden zu jedem Thema in grau hinterlegten Kästchen Zusatzinformationen angeboten. Überhaupt strotzt das Werk von Erläuterungen allgemeiner Art, die es fast zu einem leicht leslichen Lehrbuch der Geologie und Geografie machen.

Im Prolog werden die Grenzen des Taunus‘ abgesteckt sowie frühere und heutige Forscher mit ihren Fachgebieten aufgeführt. Kapitel 2 nimmt sich dann die devonische (variszische) Gebirgsbildung mit allen ihren Auswirkungen auf den Taunus vor. Auch hier werden wieder lehrbuchhaft Kontinentaldrift sowie Vulkanismus erläutert. Viel zu kurz kommen hier allerdings die Ereignisse im Taunus selber. Fossilfunde werden gar nicht erwähnt, sondern nur die Entwicklung der Lebewelt insgesamt. Dabei hat sich auch ein gravierender Fehler eingeschlicken: die Autoren zeigen in einer Abbildung den Panzerfisch Dunkleosteus aufgetaucht und auf Brustflossen gestützt am Ufer einer Lagune. Eine Unmöglichkeit für diesen kiementragenden Fisch des tieferen Schelfmeeres.

Deutlich detaillierter geht es weiter im Kapitel 3 („Abtragung“). Als Aquarelle ausgeführte Landschaftsbilder bzw. Ökosysteme, die Nennung vieler Taunus-typischer Gesteinsformationen und die Abbildung von Fossilfunden sind vorbildlich, allerdings gerade bei den fossilen Fischen nicht ganz richtig (Carcharocles statt fälschlich Procarcharodon).

Erweitert und ergänzt werden die vorangegangenen Geologie-Kapitel durch „Gesteine des Taunus“. Allerdings stellen die Autoren hier nur Gesteine und deren Fossilien des Erdaltertums vor, so dass dieses Kapitel besser als Teil des kritisierten Kapitel 2 gepasst hätte. Dem Eiszeitalter ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Hier sind - nach allgemeinen Erörterungen zur Entstehung und Auswirkung einer Eiszeit - vorbildlich auch die Zeugen des Eiszeitalters im Taunus aufgeführt (Gesteine, Böden, Morphologie, Fossilien).

Die folgenden Kapitel 6 (Böden) und 7 (Warme Zeiten) gehören wieder zusammen. Der hierin gemachte nacheiszeitliche Geschichtsexkurs passt zwar nicht mehr ganz zum erläuternden Untertitel des Buches, ist aber vertretbar.

Kapitel 8 ist als überwiegend quartärgeomorphologischer Abschnitt wiederum eher an das Eiszeitalter anzuschließen.

Den Bodenschätzen ist Kapitel 9 gewidmet. Allerdings mit einem sehr eigenen Verständis. Es werden nämlich nur „Erzbergbau“ sowie „Grundwasser & Co.“ beschrieben. Festgesteine werden kurz erwähnt, es fehlt aber der Verweis auf die vorigen Kapitel. Auf die ebenfalls in anderen Kapiteln beschriebenen Lockersedimente wie Kies wird gar nicht eingegangen. Rohstoffe wie Kaolin (Kettenbach) und Ton (Becken von Miehlen) fehlen völlig.

Das für einen geologischen Führer unentbehrliche Kapitel „Wanderungen und Ausflugsziele“ folgt zum Schluss und lässt keine Wünsche offen.

Insgesamt ist das Buch ein für Laien fast uneingeschränkt empfehlenswerter Führer. Fachleute werden hier nichts Neues finden. Es bleibt also nach wie vor eine Lücke in der geologischen Regionalliteratur.

Thomas Schindler, Spabrücken

Pollichia Kurier Jahrgang 25 Heft 1

Bespr.: Zeitschrift f. Geomorphologie N.F. 53/2 (2009) top ↑

Dieses in zehn Hauptabschnitte gegliederte Buch bietet einen bunten Strauß. Ausgestattet mit vielen Abbildungen informiert es recht unterhaltsam über die geologische Geschichte des Taunus. Mit Fotos von wichtigen Lokalitäten und von Wissenschaftlern, die über dieses Mittel - gebirge gearbeitet haben, stimmt der Prolog (Kap. 1) in die Thematik ein. Dann holen die Verfasser weit aus: Zu den Anfängen der Region (Kap. 2) werden in einem Rundumschlag Kaledonisches Gebirge, Rifting der Kontinente, Vulkanismus, Black Smoker etc. angesprochen, illustriert durch Fotos von heutigen Gletschern, dem Riftsystem des Roten Meeres, Lava auf Hawaii. Ein Luftbild des Wattenmeeres veranschaulicht das frühdevonische Schelfmeer, ein tropischer Strand die Verhältnisse vor etwa 400 Mio. Jahren (Abb. 45 u. 46). Die variszische Orogenese wird an den Anden exemplifiziert (Abb. 49). Gelungen ist die prägnante Zusammenfassung der erdgeschichtlichen Entwicklung (Kap. 2.6).

Kapitel 3 referiert über geomorphologische Abtragungsformen wie Rumpfflächen und -stufen. Der schematische Querschnitt durch den Taunussüdrand (Abb. 72) wirkt zu skiz - zenhaft. Informativ ist der Abschnitt über Regolith und Saprolith (S. 81ff.) mit dem aus - sagekräftigen Bild eines fossilen Bodens und der Darlegung der Probleme beim Bau der ICETunnel durch das saprolithisierte Schiefergebirge. Spätestens hier erkennt man, dass die Autoren bei Arno Semmel in Frankfurt studiert haben. Die geologische Übersichtskarte leitet das 4. Kapitel über die Gesteine ein. Nach der hilfreichen Darstellung verschiedener Leit fossilien (Abb. 98ff.) werden wichtige Lokalitäten wie das Stromatoporenriff bei Villmar und die Kubacher Kristallhöhle präsentiert. Dass Lahnmarmor im Empire State Building von New York verbaut wurde, ist interessant; ein Foto des Gebäudes selbst aber überflüssig (Abb. 111–114).

Kapitel 5 behandelt das Eiszeitalter mit richtiger Darlegung der Ursachen und dem aktualistischen Modell Spitzbergen. Das Satellitenbild eines Staubsturms über dem Roten Meer zur Veranschaulichung der Lössgenese ist problematisch. Löss wird in einem Kasten erläutert, der didaktisch geschickt Heilerde auf einem Teller zeigt (S. 124). Bei dem Stan - dardlössprofil von Hessen nach Semmel & Fromm hätten die paläomagnetischen Alters - angaben korrigiert werden müssen. Gut sind die Ausführungen zu den Löss-Paläoböden und zur Verwendung dieses Lockergesteins. Im Abschnitt über die Genese von Flusstälern (Kap. 5.4.2) ist die Darstellung der Flussterrassen zu stark vereinfacht. Dagegen wird es bei der Erklärung der Deckschichten recht kompliziert (Kap. 5.4.3.1). Das Leben in den kalten Zeiten (Kap. 5.5) wird mit einer Darlegung der Landschaft, der Tierwelt und der Entdeckungsgeschichte beschrieben.

Kapitel 6 über die Böden kann mit seinen instruktiven Skizzen und Fotos als gelungen bezeichnet werden. Die Überschrift zu Kapitel 7 hätte nicht „warme Zeiten“, sondern „Holozän“ lauten sollen. Dass in dieser jüngsten Erdzeit der Mensch dominiert, wird etwa mit Ausführungen über Köhlerei, Bodenerosion und Weinbau exemplifiziert (Kap. 7.3–7.4). Das 8. Kapitel widmet sich dem Rheintal, dessen Entwicklung allerdings zu simplifiziert wieder - gegeben ist (Abb. 214). Der Blick von der Loreley hätte um eine Skizze zu den dort sichtbaren Terrassen ergänzt werden sollen. Kapitel 9 befasst sich mit den Schätzen des Taunus (Bergbau etc.). Dass Wasser ein wichtiges Gut ist, wird in Kapitel 9.2 verdeutlicht. Überflüssig ist das Foto eines Wasserhahns (Abb. 224). Wichtig sind dagegen die Ausführungen zu Mineral - wässern und Heilquellen mit dem darauf basierenden Bädertourismus. Gelungen ist Ka - pitel 10, in dem die Autoren auf interessante Rundwege und Lehrpfade aufmerksam machen. Das Werk schließt mit zwei ganzseitigen Anzeigen. Vielleicht war es überhaupt erst dadurch möglich, ein so aufwändig gestaltetes Werk zu finanzieren.

Es hätte dem Buch sicher gut getan, wenn einige Fotos durch Skizzen oder Schemazeichnungen ersetzt und andere ganz weggelassen worden wären. Bei etlichen Abbildungen ist der Bezug zum Taunus nicht klar. Manche Bildunterschriften sind zu schlicht (etwa Abb. 250– 252). Bei den abgebildeten Fossilien fehlt der Maßstab (Abb. 99ff.). Abb. 123 (Welt unter Eis, Spitzbergen) weckt falsche Assoziationen, weil der Taunus nie vergletschert war. Die vermutlich zu negierende Spekulation, ob der Taunus einst ein Hochgebirge war, mit einem Bild der Hohen Tauern (Abb. 64) zu unterlegen, ist unnötig. Dass Eis „für den Geologen ein Stück Gestein“ ist (Abb. 40), darf bezweifelt werden. Bei der Unterschrift zu Abb. 212 ist die Jahreszahl verdruckt.

Fazit: Das Buch über den Taunus ist aufwändig gestaltet, mit instruktiven Abbildungen versehen und durch Kästen zu Spezialthemen aufgelockert. Es bietet eine Fülle an natur - kundlichen Informationen über dieses bedeutende deutsche Mittelgebirge. Ich empfehle das Werk allen, die sich geowissenschaftlich über den Taunus informieren möchten. Studierenden der Geographie und Geowissenschaften mag es als erste Einführung dienen. Unter der interessierten Öffentlichkeit wünsche ich dem Buch eine große Verbreitung, weil es dank seiner Anschaulichkeit und der gut verständlichen Sprache die Freude an geo wis sen schaftlichen, geomorphologischen und bodenkundlichen Zusammenhängen weckt. Daher eignet es sich auch gut als Geschenk zu verschiedenen Anlässen.

Helmut Brückner, Marburg

Zeitschrift für Geomorphologie N.F. 53/2 (2009)

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Der hohe Anspruch der Autoren ist es, am Beispiel des Taunus die komplexe Genese eines Mittelgebirgsnaturraums in verständlicher Form zu präsentieren. Damit wollen sie vor allem bei interessierten Laien das Verständnis für die Landschaft wecken und sie für die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt und deren Auswirkungen sensibilisieren. Die Ausführungen basieren auf einer Fülle von wissenschaftlichen Erkenntnissen, die das Ergebnis der jahrzehntelangen intensiven Erforschung dieses Mittelgebirgsraumes sind. Beide Autoren sind diplomierte bzw. promovierte Geographen, wobei A. Stahr seine komplette Ausbildung in Geographie, Geologie und Bodenkunde in Frankfurt am Main genossen hat. Man spürt bei der Lektüre förmlich das Bedürfnis, das während des Studiums erworbene immense Wissen über die Landschaftsgeschichte des Taunus und die geographisch-geologischen Zusammenhänge an eine breite Öffentlichkeit weiterzugeben und zur Erkundung des Raumes anzuregen. Die Vielfalt der behandelten Themen ist gewaltig. Nach einem Prolog mit der Abgrenzung des Taunus wird zunächst auf die Forschungsgeschichte eingegangen, indem Wissenschaftler vorgestellt werden, die wichtige Beiträge zur Erforschung der geologischen Geschichte sowie der Relief- und Bodenentwicklung des Taunus geleistet haben. Auf die Institutionen, für die die Wissenschaftler tätig waren oder dies teilweise immer noch sind, wird in separaten Textboxen hingewiesen. Daran schließt sich der eher fachwissenschaftliche Teil an, in dem die Entstehung des Taunus in einen größeren Rahmen gestellt wird. Anhand regionaler Besonderheiten werden im Stil eines Lehrbuchs die Grundlagen der Geologie, Geomorphologie und Bodenkunde erarbeitet. Die Themen reichen von den Grundzügen der Plattentektonik über die Gebirgsbildung im Paläozoikum, die Reliefentwicklung im Tertiär, die stark reliefprägende eiszeitliche Entwicklung bis hin zum Holozän mit dem zunehmenden Einfluss des Menschen auf die Gestaltung der Landschaft. Dem Mittelrheintal, den Bodenschätzen im Taunus sowie dem Thema Wassergewinnung werden eigene Kapitel gewidmet. Die Ausführungen werden zusätzlich angereichert durch eine kleine Gesteinskunde sowie eine Einführung in die Bodenkunde. Um den Lesern eine Vorstellung von den Bedingungen im Verlauf der Erdgeschichte zu vermitteln, wird auf das Aktualitätsprinzip zurückgegriffen. Beispielsweise sollen Fotos von einem tropischen Strand oder von Eisstromnetzen auf Spitzbergen die einstigen Verhältnisse im Bereich des heutigen Taunus veranschaulichen. Zudem werden immer wieder Querbezüge hergestellt, die erkennen lassen, welche Bedeutung die natürlichen Gegebenheiten für unser Alltagsleben haben. Vor dem Leser wird so eine gewaltige Fülle an interessanten und mehr oder weniger wissenswerten Details ausgebreitet. Da das Buch vornehmlich für Laien konzipiert ist, werden Fachbegriffe und deren Bedeutung im Text und zum Teil in farbig unterlegten Textkästen erklärt. Zusätzliche Detailinformationen werden in den Erläuterungen zu den sehr zahlreichen Fotos, Illustrationen, Grafiken und Karten geliefert. Allerdings sind die Seiten teilweise mit Abbildungen geradezu überfrachtet und angesichts ihres geringen Aussagewerts sind etliche Fotos schlicht als überflüssig anzusehen. Das Kartenmaterial ist ebenfalls nicht immer gut gewählt, wie beispielsweise eine kleine Deutschlandkarte, die zur Darstellung der Eisverbreitung in Europa während der letzten Eiszeit dienen soll. Im Schlusskapitel werden schließlich noch Ausflugsziele im Taunus vorgestellt, wobei vor allem auf Lehr- und Themenpfade, Naturparks und Landschaftsdenkmäler verwiesen wird. Als Fachwissenschaftler hat man etwas gemischte Gefühle angesichts der Selbstverständlichkeit, mit der unter Wissenschaftlern teilweise noch nicht ausdiskutierte Sachverhalte präsentiert werden. Zwar gibt ein umfangreiches Schriftenverzeichnis Auskunft über die verwendeten Quellen; es besteht jedoch angesichts im Text fehlender Zitate nicht die Möglichkeit, einzelnen Aussagen durch Heranziehen der Primärquellen weiter nachzugehen. Dennoch ist das Buch für die eingangs erwähnte Zielgruppe mit Sicherheit eine unschätzbare Fundgrube. Allerdings dürften die über weite Strecken stark fachwissenschaftlichen und recht anspruchsvollen Ausführungen sowie die hohe Informationsdichte trotz des populärwissenschaftlichen Anstrichs viele Leser überfordern. Für Studienanfänger der Geographie - zumindest die an der Goethe- Universität Frankfurt a.M. - sollte dieser Versuch einer Synthese zur Pflichtlektüre gehören, da neben den geologischen, geomorphologischen und bodenkundlichen Grundlagen in hervorragender Weise die Zusammenhänge zwischen Natur- und Kulturlandschaft, zwischen Mensch und Umwelt aufgezeigt werden.

Jürgen WUNDERLICH, Frankfurt a.M.

Berichte zur deutschen Landeskunde Band 86 - Heft 2 - 2012

Inhaltsverzeichnis top ↑

Einladung VII
Geologische Zeittafel (vereinfacht) XIII
1. Prolog 1
1.1 Der Taunus -- kaum zu fassen 2
1.1.1 Von wo bis wohin? Oder: Die Loreley gehört zum Taunus! 3
1.1.2 Eine Taunus-Gliederung - das nächste Problem 7
Vortaunus 8
Hoher Taunus 10
Östlicher Hintertaunus 12
Idsteiner Senke 13
Westlicher Hintertaunus 15
Eine morpho-"logische" Gliederung 15
1.2 Die Sprache der Gesteine 16
1.2.1 Übersetzer oder: Forscher im Taunus 17
Ein Pionier: Carl Ludwig Fridolin von Sandberger 17
Forscher mit Denkmal: Carl Jacob Wilhelm Koch 18
Der Vermittler: August Leppla 19
Pianoforte oder: Franz Michels 22
Forscher mit besonderem Ehrgeiz: Friedrich Kutscher 22
Von den Alpen zum Taunus: Witigo Stengel-Rutkowski 23
Die "erste Geige": Arno Semmel 24
Jazz und Kunst: Hans-Jürgen Anderle 26
Puck und Pürckhauer: Erhard Bibus 27
Glück für die Taunusgeologie: Hans-Georg Mittmeyer 28
Der Unermüdliche: Karl-Josef Sabel 29
1.3 Die erklärende Theorie 30
Erste Überlegungen 30
Der Durchbruch 32
2. Der Anfang oder: Kontinente auf Wanderschaft 34
Weg von Gondwana 35
Ein Ozean? 37
2.1 Sphären und Deformationen - ein Exkurs 38
Eine äußerst zähe Sache 39
Ein Experiment 40
2.2 Viel Bodensatz oder: Ein Gebirge in Vorbereitung 42
Ein strahlend weißer "Badestrand" 45
Ein mächtiger Stapel 46
2.3 Kontinente gegen Kontinente 47
Nach unten weggeführt 48
Vulcanus und der Gott der Unterwelt 50
Devonische Südsee 52
2.4 Metamorphosen 54
Ein Gebirge aus Schiefer 55
2.5 Der Korken im Honig 56
Erste Samenpfl anzen und Massensterben 57
Eine gewaltige "Knautschzone" 60
2.6 Resümee 61
2.7 Schwindelnde Höhen? 64
3. Abtragung oder: Nichts bleibt ewig oben 66
3.1 Über alle Grenzen 68
3.2 Druck von Afrika 70
Stufen im Gelände 75
Die Taunusküste 77
Die tertiären Probleme der Deutschen Bahn AG 81
4. Im Portrait: Gesteine des Taunus 85
Typisch Taunus - Taunusquarzit 86
Immer dabei: die Hermeskeil-Schichten 91
Bunte Mischung - Bunte Schiefer 92
Besonders brauchbar - Hunsrückschiefer 94
Die von der Loreley: Singhofen-Schichten 100
Am Kellerskopf: Graue Phyllite 101
Noch älter? Die Gesteine der Vordertaunus-Einheit 102
Der Edle: Lahnmarmor 103
In fremder Gestalt: Pseudomorphosenquarzgänge 110
5. Das Eiszeitalter 113
5.1 Welt unter Eis 116
5.2 Den Eiszeiten auf der Spur - ein weiterer Exkurs 116
Ein denkwürdiges Treffen 118
5.3 Die Ursachen der Eiszeiten 118
Gekappte Meeresströmungen 119
Eis- und Warmzeiten im Wechsel 119
5.4 Zeugen des Eiszeitalters im Taunus 122
5.4.1 Land der Stürme 122
5.4.2 Hin und weg: Bäche und Flüsse 127
Asymmetrische Täler 131
5.4.3 Fließende Hänge 133
5.4.3.1 Deckschichten von Bedeutung 134
Wenig los ohne Löss 135
5.4.3.2 Schuttdecke auf Schuttdecke 136
5.5 Leben mit den kalten Zeiten 139
Die Landschaft, nana und polaris 141
Die Tierwelt: scharfe Zähne, dickes Fell 143
Stars der Eiszeit: Mammut & Co 144
5.6 Ausblicke 148
6. Im Portrait: Böden des Taunus 149
6.1 Dünne Haut: Ranker 150
6.2 Fein verteilter Rost: Braunerde und Parabraunerde 151
6.3 Immer nur sauer: Podsol 154
6.4 Wasser im Überfl uss: Pseudogley und Gley 158
6.5 Wirrwarr oder: der Kolluvisol 162
6.6 Wo der Wein gedeiht: der Rigosol 163
7. Warme Zeiten 165
Das Holozän: alt, mittel und jung 166
7.1 Altholozän oder: Aus für Mammut & Co 166
Die Heimkehrer 168
7.2 Mittelholozän: Bänder und - Hühner - 169
Die Bandkeramiker 170
Hügel in der Landschaft 173
7.3 Jungholozän oder: Taunuslandschaft im raschen Wandel 175
Die Römer und die Taunuslandschaft 176
Das Mittelalter: Fern vom Garten Eden 178
Der Taunuspark oder: Hutewälder 183
Die kleine Eiszeit 185
Streuobstwiesen -- Obst mit Tradition 188
7.4 Wein -- Ein Getränk verändert die Landschaft 189
Weinbau: Gründungen und Wohlstand 189
7.5 Kulturlandschaft im Wandel 194
8. Die berühmteste Grenze des Taunus oder: Darum ist es am Rhein so
schön 196
Und wieder das Meer 198
Vom Urrhein zum Engtal 198
Die einzig richtige Antwort 198
9. Schätze im Taunus 200
9.1 Glück auf: Erzbergbau im Taunus 200
Eine der größten: Grube Zollhaus 203
Aus den Tiefen des Tales - Grube und Bergbaumuseum Friedrichssegen 204
9.2 Wertvolles Nass: Grundwasser & Co 207
9.2.1 Dem Trinkwasser auf der Spur 207
9.2.2 Sprudelnd, heiß und kalt: Mineralwässer 211
Der Salzwasserstrom 212
Säuerlinge und Gasaustritte 213
Was schon die Römer nutzten: Heilquellen 214
Salzsieder und Gradierwerke 214
10. Wanderungen und Ausfl ugsziele 218
10.1 Themenpfade und Wanderungen 219
Geo-Erlebnispfad Oberjosbach im Idsteiner Land 219
Waldlehr- und Schadenspfad Lindenkopf 221
Weitere Wald- und Naturlehrpfade 222
Weilbacher Kiesgruben und Naturschutzhaus 223
Artaunerix: Zeitreise zu den Kelten 224
Der Taunus-Lehrpfad 225
Rundweg Feldbergkastell: Auf den Spuren der Römer im Taunus 225
Wanderpfad - Mensch und Erde- 226
Aartal Höhenweg 228
Naturlehrpfad Hahnstätten 229
Lehrpfad - Schieferbergbau im Wispertaunus - 229
Obstlehrpfade 231
Besucherzentrum Loreley 231
Äskulapnatterweg Schlangenbad 233
10.2 Naturparks und Landschaftsdenkmäler 234
Naturpark Hochtaunus 234
Der Große Feldberg 234
Der Kleine Feldberg 235
Der Altkönig 236
Weilsberg und Zacken 236
Der Staufen 237
Eschbacher Klippen 238
Kristallhöhle Kubach 239
Naturpark Nassau 240
Naturpark Rhein-Taunus 240
Rheingauer Gebück Wanderweg 241
Literatur 242
Bildnachweis 246
Sachregister 251