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Geologie von Sachsen

Geologischer Bau und Entwicklungsgeschichte

Hrsg.: Werner Pälchen; Harald Walter

[Geology of Saxony. Structure, stratigraphy and evolution]

2008. XVI, 537 Seiten, 161 Abbildungen, 16 Tabellen, 17x24cm, 1390 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-510-65239-6, gebunden

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Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Das vorliegende Werk dokumentiert und erläutert die Geologie des Freistaates Sachsen aktuell, detailliert und umfassend. Auf der Grundlage von Stratigraphie und Struktur vermitteln die Autoren den gegenwärtigen Kenntnisstand und charakterisieren die Gesteine und stratigraphischen Einheiten Sachsens, welche die Zeitspanne vom Proterozoikum bis ins Holozän nahezu lückenlos abdecken.

Im Gegensatz zu früheren Darstellungen der Geologie Sachsens werden hier die prägenden tektonischen, sedimentären und magmatischen Ereignisse anhand zahlreicher neuer Altersdaten und geochemischer Daten beschrieben und im regionalen Rahmen und im Kontext moderner geologischer Modelle interpretiert.
Die Autoren der Beiträge sind langjährige Bearbeiter der regionalen Geologie Sachsens und aktuelle Spezialisten der einzelnen Fachgebiete aus dem Geologischen Dienst, aus Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Durch die Verbindung von Ergebnissen der Landeskartierung mit Arbeiten zur angewandten Geologie und den Resultaten neuester universitärer Forschung gelingt es den Autoren eine Brücke zwischen den traditionellen Vorstellungen und modernen geologischen Modellen zu bauen.
Die Dokumentation des Geopotentials von Sachsen, seiner Rohstoffe (Gesteine, Wasser, Braunkohlen, Erze, Spat) sowie der Georisiken erfolgt in einer gesonderten Publikation.

Besprechung: World of Mining - Surface & Underground 60 (2008) No. 5 top ↑

Das vorliegende Werk dokumentiert und erläutert die Geologie des Freistaates Sachsen aktuell und umfassend. Auf der Grundlage von Stratigraphie und Struktur vermitteln die Autoren den gegenwärtigen Kenntnisstand und charakterisieren die Gesteine und stratigraphischen Einheiten Sachsens, welche die Zeitspanne vom Proterozoikum bis ins Holozän – nahezu lückenlos – abdecken.

Im Gegensatz zu früheren Darstellungen der Geologie Sachsens werden hier die prägenden tektonischen, sedimentären und magmatischen Ereignisse anhand einer Vielzahl neuer Altersdaten und geochemischer Daten beschrieben und im regionalen Rahmen und im Kontext moderner geologischer Modelle interpretiert. Durch die Verbindung von Ergebnissen der Landeskartierung mit Arbeiten zur angewandten Geologie und den Resultaten neuester universitärer Forschung gelingt es den Autoren eine Brücke zwischen den traditionellen Vorstellungen und modernen geologischen Modellen zu bauen.

World of Mining - Surface & Underground 60 (2008) No. 5

Bespr.: der Aufschluss Nov/Dez 2008 Ausgabe 6 top ↑

Sachsen ist nicht nur die Wiege der deutschen Mineralogie und Geologie, sondern weist unbestritten auch die kompliziertesten und spektakulärsten geologischen Strukturbauten aller deutschen Bundesländer auf. Die typischen Schichten des mesozoischen Deckgebirges fehlen weitgehend, doch dafür sind hier die ältesten Gesteine Deutschlands aufgeschlossen (präkambrische Grauwacken und kambrische Granodiorite, umgeben von fossilführenden kambrischen Sedimenten in der Lausitz). Nur wenige Kilometer östlich treten jenseits der Elbezone exotische Gesteine wie Granulite (mit Versenkungstiefen um 70 km und über 1000 °C Maximaltemperaturen) und Cordieritgneise an die Oberfläche, deren Genese bis in jüngere Zeit kontrovers diskutiert wurde. Im Erzgebirge findet sich das weltweit größte Vorkommen von diamantführenden Ultrahochdruckgesteinen, die während der varizischen Orogenese mindestens 140 km in den Erdmantel subduziert wurden und bereits nach geologisch kurzer Zeit wieder im Abtragungsniveau erschienen. In der Elbezone überlagern permische und kreidezeitliche Gesteine eine hochkomplizierte variszische Scherzone, die außerdem noch von zahlreichen magmatischen Gesteinen durchsetzt wird. Aus diesem Chaos eine lückenlose und in allen Punkten stimmige Geschichte zu rekonstruieren, wird noch zahlreiche Geologengenerationen beschäftigen.

Nach dem Erscheinen der umfangreichen Geologie von Sachsen, die vor fast 50 Jahren von Kurt PIETZSCH herausgegeben wurde, liegt jetzt wieder ein Werk vor, das den Kenntnisstand über die Sächsische Geologie zusammenfasst. Diesmal waren mehr als vierzig ausgewiesene Kenner und Spezialisten der Sächsischen Geologie beteiligt, was bereits darauf hinweist, dass ein beträchtlicher Kenntnisfortschritt erzielt werden konnte. Das ist zum einen den umfangreichen geologischen Rohstofferkundungen der DDR zu verdanken. In mehreren Bohrprogrammen auf der Suche nach Uran, Braunkohle, Erzen und Öl fiel ein reicher Datenschatz an, der bisher nur zum Teil gehoben ist. Zum anderen haben vor allem seit den frühen neunziger Jahren neue plattentektonische Konzepte, theoretische Erkenntnisse der Petrologie und nicht zuletzt moderne apparative Untersuchungsmethoden das Tor für Interpretationen geöffnet, die weit über das hinausgehen, was vor fünfzig Jahren bekannt war. Diesem Erkenntnissprung trägt die neue Geologie von Sachsen Rechnung. War das Vorgängerwerk überwiegend der Beschreibung geologischer Einheiten und der Gesteine gewidmet, stehen in der Neuauflage Prozesse und die Synthese der Daten im Vordergrund. Inzwischen kennt man auch den Untergrund der mesozoischen und känozoischen Becken Nordostsachsens recht genau, so dass über geologische Einheiten geschrieben werden konnte, von deren Existenz Kurt PIETZSCH nicht einmal etwas ahnte (z.B. variszische Einheiten nördlich der Lausitzer Antiklinalzone). Die sehr gelungenen Beschreibungen der Sächsischen Maare und des Karbonatitkomplexes von Delitzsch sollen hier besonders erwähnt werden. Die umfangreichen Erzlagerstätten Sachsens, die Geophysik und die angewandten Aspekte der Geowissenschaften werden leider aus Platzgründen nicht behandelt.

Der detaillierte Kenntnisstand ist in einigen Teilkapiteln ein Mangel, denn viele stratigraphischen Begriffe (vor allem im Kristallin) setzen eine sehr gute Kenntnis der Regionalgeologie voraus. Beschreibungen der Metamorphite (Mineralogie und Gefüge) fehlen leider fast vollständig. So hätte man sich Dünnschliffbilder der Granulite und der Diamantgneise und vor allem Darstellungen der dominierenden Gefüge im Kristallin gewünscht. Mehr geologische Schnitte, Fotographien von Dünnschliffen und wichtigen Aufschlüssen wären hilfreich gewesen, denn 161 Abbildungen auf fast 550 Seiten sind etwas dürftig. Zum Vergleich: In der alten Geologie von Sachsen waren mehr als 300 Abbildungen enthalten. Tabellen mit den Resultaten chemischer Analysen (15 Seiten) sollten dagegen auf die Spezialliteratur beschränkt bleiben.

Die Gliederung der Kapitel nach zeitlichen Kriterien erlaubt eine zusammenhängende Betrachtung der Deckgebirgsgeologie. Dieser Abschnitt über die postvariszische Entwicklung ist gut illustriert und sehr informativ geschrieben. Zahlreiche paläogeographische Karten und stratigraphische Übersichten geben eine ausgezeichnete Synopsis des derzeitigen Kenntnisstandes. Leider kann dieses Lob nicht uneingeschränkt weiter gegeben werden. Die chronologische Gliederung wird auch auf die variszischen Einheiten angewendet. Sie ist in den hoch metamorphen Einheiten hinderlich, da man das Alter der Edukte nur punktuell kennt und die variszische Deformation und Metamorphose als entscheidender Prozess zur Stapelung von Einheiten völlig unterschiedlicher Geschichte geführt hat. Eine Abhandlung im Rahmen der regional geologischen Einheiten wäre hier günstiger gewesen. Von großem Nachteil für das Verständnis der Kristallin-Entwicklung ist die Vermischung von lithostratigraphischen Konzepten (Zwiebelschalenbau des Erzgebirges mit intakter stratigraphischer Abfolge) mit den Erkenntnissen der metamorphen Petrologie (mehrere Deckeneinheiten sehr unterschiedlicher tektonometamorpher Entwicklung). Die beiden Konzepte schließen sich praktisch aus. Einige wichtige geochemische Arbeiten, die nahelegen, dass der metamorphe Krustenstapel des Erzgebirges auf der vielfachen Wiederholung der paläozoischen Schelfsedimente Gondwanas in unterschiedlichem Metamorphosegrad beruht, werden im stratigraphischen Abschnitt ignoriert. Die Interpretation von radiometrischen Zirkonaltern (Eduktalter oder Bildungsalter älterer Liefergebietsgesteine) als Hinweise auf frühpaläozoische Metamorphosen ist geologisch unbegründet. Das gilt ebenso für die gewagte Deutung der Kontakte unterschiedlicher Metamorphit-Einheiten als stratigraphische Diskordanzen. Zum Glück gibt es aber eine sehr schlüssig und verständlich geschriebene Übersicht über die variszische Entwicklung, die für die Inkonsistenzen des stratigraphischen Teils entschädigt.

Die tektonische Entwicklung Sachsens nach der variszischen Gebirgsbildung wird nur sehr knapp und ohne Bezug zu Erkenntnissen aus den angrenzenden Gebieten Sachsen-Anhalts und Brandenburgs abgehandelt. Die in der Elbezone dominierende spätkretazische Kompression wird nur in wenigen Sätzen erwähnt. Hier wären Schnitte durch die Lausitzer Überschiebung, den Eger-Graben oder durch andere Störungszonen sehr hilfreich gewesen. Thermochronologische Daten, die teilweise erheblich von den hier rekonstruierten Hebungsbeträgen abweichen, wurden überwiegend erst nach Redaktionsschluss veröffentlicht und gingen nicht in die Betrachtung ein.

Trotz der zahlreichen Autoren ist das Buch verhältnismäßig einheitlich und in einem guten Stil geschrieben, was sicher dem Einsatz der Editoren geschuldet ist. Das Buch wurde in tadelloser Druckqualität und in einem meist gutem Abbildungslayout veröffentlicht. Insgesamt stellt die Geologie von Sachsen eine wichtige Zusammenstellung des heutigen Kenntnisstandes dar und kann auch für den interessierten Hobby-Geologen empfohlen werden. Eine stärkere Beteiligung der Wissenschaftler, die maßgeblich zur neuen Sicht auf die metamorphen Einheiten des Saxothuringikums beigetragen haben, wäre in einer Neuauflage wünschenswert.

Dr. Thomas VOIGT, Jena

der Aufschluss Nov/Dez 2008 Ausgabe 6

Bespr.: Jahrbuch d. Geolog. Budnesanstalt Bd. 148 Heft 1, S. 139 top ↑

Das Buch, so auch der Untertitel, beschreibt den geologischen Bau und die Entwicklungsgeschichte des Freistaates Sachsen und stellt damit den ersten Teil einer geologischen Gesamtdarstellung dar. Der zweite, noch zu veröffentlichende Teil soll das Geopotenzial, sprich die Rohstoffe, sowie die Georisken zum Inhalt haben (lt. Vorankündigung am hinteren Umschlag).

Der nun vorliegende erste Teil hat am Vorsatzpapier eine abgedeckte geologische Übersichtskarte von Sachsen, am Nachsatz findet sich eine schematische Darstellung der Ereignis- und Schichtenfolge in Sachsen. Diese beiden Darstellungen, die an für den Leser sehr leicht zu erreichender Stellen sind, erleichtern wesentlich die Lektüre des Buches. Neben den beiden Herausgebern haben 40 weitere AutorInnen durch ihre Beiträge das Werk bereichert.

Nach einem geographisch-geologischen Überblick, der auch eine Erforschungsgeschichte, die eng an den Bergbau gekoppelt ist, enthält, beginnt auf Seite 17 die Darstellung („Baueinheiten“) des Grundgebirgsstockwerks, es folgt ab Seite 189 das Molassestockwerk und schließlich das postvariszische Deckgebirge (S. 297 bis 496). Damit ist die Gliederung des Buches grob umrissen. Innerhalb der drei oben erwähnten großen Baueinheiten erfolgt die Darstellung in stratigraphischer Abfolge, innerhalb der stratigraphischen Einheiten werden nach einem Überblick mit Aspekten der Paläogeographie, Fazies und Stratigraphie die jeweiligen regionalen Einheiten dargestellt.

Aufgrund der Gliederung in diese vier Großkapitel sind Themen wie das Quartär oder die Böden nicht in einem eigenen Kapitel dargestellt, sondern jeweils als eigenständige Unterkapitel – im speziellen Fall – im Abschnitt „Postvariszisches Deckgebirge“. Bei der Orientierung innerhalb des Buches ist die Kopfzeile sehr hilfreich, so trägt die jeweils linke Seite den Namen des Überkapitels, während auf der rechten Seite das Unterkapitel (z.B. Quartär) vermerkt ist.

In einem Tabellenteil (S. 497 bis 512) ist der Chemismus verschiedener Gesteine (Plutonite und Vulkanite) dargestellt. Beim Literaturverzeichnis wird eingangs auf systematische Zusammenstellungen (Bibliographien) verwiesen, die im 5-Jahresrhythmus erscheinen; zuletzt für den Abschnitt 2001 bis 2005. Eine Literaturfundgrube ist auch die Website www.regionalgeologie-ost.de von Dietrich FRANKE, auf welche die beiden Autoren hier (S. 513) verweisen. Es folgen Angaben zu geologischen Karten(werken), einige nützliche Webadressen sowie die eigentliche Literatur („Schlüsselliteratur“) auf den Seiten 514 bis 526. Den Abschluss bildet ein Register.

Die beiden Autoren und ihre MitautorInnen sind für dieses umfassende Werk zu beglückwünschen und gleichzeitig auch zu ermuntern, dass bald Teil 2 folgen möge. Teil 1 der „Geologie von Sachsen“, die hier vorliegende„Geologische Bau- und Entwicklungsgeschichte“, ist ein großartiges Werk!

THOMAS HOFMANN

Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt Band 148 Heft 1, S. 139

Bespr.: Hercynia Band 41, 2008 top ↑

Nach fast 50 Jahren (Pietzsch 1962: Die Geologie von Sachsen, Berlin) ist kürzlich ein wichtiger und vielversprechender geologischer Titel erschienen, den sich schon lange viele Geo- und andere Naturwissenschaftler wegen des hohen Wissenszuwachses in den vergangenen Jahren gewünscht haben: Die Geologie von Sachsen.

Die renommierte E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermüller) in Stuttgart hätte kein besseres Autorenteam an ausgewiesenen Fachwissenschaftlern auswählen können, das ein so umfangreiches und z. T. schwieriges Thema wissenschaftlich klar und nach modernen Gesichtspunkten darstellen konnte. 42 national und international anerkannten Autoren ist es voll gelungen, einen klaren Überblick über den geologischen Bau und die Entwicklungsgeschichte des Landes Sachsen zu geben. Die äußerlich ansprechende abgedeckte geologische Karte von Sachsen lässt einiges im Inneren des Buches erwarten.

Das umfangreiche geowissenschaftliche Thema ist in vier Hauptkapitel untergliedert und stratigraphisch mit seinen geologischen Einheiten detailliert dargestellt: 1. Geographisch-geologischer Überblick, 2. Baueinheiten des Grundgebirgsstockwerkes, 3. Baueinheiten des Molassestockwerkes, 4. Postvariszisches Deckgebirge. Tabellen, (16 Stück), ein umfassendes Literaturverzeichnis mit zitierter und aktueller Schlüsselliteratur (14 Seiten) sowie das den Stoff leichter aufzuarbeitende, umfangreiche Sachregister (11 Seiten) vervollständigen das Ganze und erleichtern die Arbeit mit dem Buch.

Der dargestellte Stoff wird durch eine Vielzahl instruktiver, gut lesbarer Karten, geologischer Schnitte, stratigraphischer Tabellen, schematischer Reliefbilder, regionaler Korrelationsschnitte und -schemata ergänzt, was zu einem besseren Verständnis des schwierig darzustellenden Stoffes beiträgt und nicht zuletzt auch mit den Preis von 69 € rechtfertigt.

Von besonderem Interesse ist das aufschlussreiche Kapitel „Zur Geschichte der geologischen Erforschung“ Sachsens, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Die engen Beziehungen zwischen dem traditionellen Erzbergbau, der Halbedelsteingewinnung, dem Kaolinabbau und der Porzellanherstellung werden hierbei u. a. angedeutet. Auch die Leistungen der Geologie unter dem Nestor der sächsischen Geologie, Kurt Pietzsch (1884–1964), werden gebührend gewürdigt (Landeskartierung). Auf die ökonomisch ausgerichtete Entwicklung der geologischen Wissenschaften (Wismut) während der DDR-Zeit wird eingegangen. Der Platz reicht hier nicht aus, um alle die Bereiche der Geowissenschaften zu würdigen, die zu einer vielseitigen historischen Entwicklung beigetragen haben.

Von Nachteil für das Verständnis des Inhaltes ist, dass die angekündigte Dokumentation des Geopotentials von Sachsen, seiner vielseitigen Rohstoffe (Gesteine, Wasser, Braunkohlen, Erze, Spate) und Georisiken noch nicht zur Verfügung steht und erst für eine gesonderte Publikation angekündigt wird.

Für Mitarbeiter der geologischen Praxis, aber auch anderer naturwissenschaftlicher Fachgebiete sowie für Sammlungen, Museen und Universitäten wird ein so umfassendes wissenschaftliches Fachbuch von großem Interesse und Nutzen sein.

Besonders anempfohlen sei der Titel den Verwaltungsstellen für die Entscheidungsfindung bei Vorhaben in der Bauwirtschaft, Wasserwirtschaft und Atomindustrie sowie in anderen Bereichen, die mit Geowissenschaften zu tun haben! Hier hätten an mancher Stelle schon einige Fehlentscheidungen vermieden werden können, wenn auf die bereits vorhandene Geoliteratur zurückgegriffen worden wäre.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Wegen seiner sachlichen Qualität, seiner prägnanten Aussagekraft, seiner Übersichtlichkeit und seiner Vielfalt gehört der Titel in jede geowissenschaftliche Bibliothek und in kommunale Institutionen. Dem Autorenteam kann man dazu gratulieren, dass es dem im Vorwort erhobenen Anspruch, „eine Brücke zwischen traditionellen Vorstellungen und modernen geologischen Modellen zu bauen“ vollauf gerecht geworden sind.

Günter Krumbiegel, Halle (Saale)

Hercynia Band 41, 2008

Bespr.: Geohistorische Blätter 1/2009 top ↑

Anders als in dem gerade erst (und zudem mit vierzigjähriger Unterbrechung) seit sechs Jahrzehnten als administrativer Einheit bestehenden Land Sachsen-Anhalt hat die Geologie in Sachsen eine lange, mindestens seit Abraham Gottlob Werner (1749– 1817) etablierte wissenschaftliche Tradition, wobei andererseits anzumerken ist, daß das Sachsen zu Lebzeiten Werners ein sehr viel größeres Territorium als das heutige Bundesland umfaßte und unter anderem auch größere Areale des heutigen Sachsen- Anhalts mit einschloß. Die im Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie, der TU Bergakademie Freiberg und dem GeoForschungZentrum Potsdam tätigen (oder tätig gewesenen) Herausgeber und Autoren der „Geologie von Sachsen“ (insgesamt 42) können somit eine lange Tradition fortschreiben, als deren herausragendes Glied das großartige gleichnamige Werk von Kurt Pietzsch (1884–1964) steht (870 S., 300 Abb., Berlin 1962), das also zu einer Zeit entstand, als sich der Paradigmenwechsel vom Fixismus zum Mobilismus noch nicht vollzogen hatte. Wenngleich man ein spezielles diesbezügliches Kapitel vermißt, widerspiegelt die neue „Geologie von Sachsen“ den derzeitigen Stand des Wissens ebenso wie den enormen Erkenntnisfortschritt der letzten vier Jahrzehnte.

Nach einem geographischen Überblick werden die geologischen Baueinheiten kurz vorgestellt und die Geschichte der geologischen Erforschung der Region dargestellt. Die folgenden 3 Kapitel, die den eigentlichen Hauptteil des Buches ausmachen, behandeln in aller gebotenen Ausführlichkeit die geologischen Baueinheiten, untergliedert in: Grundgebirgsstockwerk (Proterozoikum bis flyschoides Unterkarbon; 172 S.), Molassestockwerk (molassoides Unterkarbon bis Rotliegend; 108 S.) und postvariszisches Deckgebirge (Zechstein bis Holozän; 200 S.). Ein Tabellenanhang (15 S.) sowie Literaturverzeichnis (14 S.) und Sachregister (11 S.) vervollständigen das Werk, dem weite Verbreitung zu wünschen ist.

ULRICH WUTZKE (Ahrensfelde)

Geohistorische Blätter 1/2009, S. 88

Bespr.: Pollichia Kurier Jahrgang 25 Heft 1 top ↑

Den Freistaat Sachsen kann man getrost als eine klassische Quadratmeile der Geologie bezeichnen, tritt hier doch eine solche Vielfalt von unterschiedlichsten Gesteinen aus zahlreichen Epochen der Erdgeschichte zu Tage(fast lückenlos vom Proterozoikum bis zum Holozän), wie man sie in kaum einer anderen Gegend Deutschlands oder Mitteleuropas findet. So wundert es wohl niemanden, dass Sachsen auch über eine sehr lange geologisch-bergmännische Tradition verfügt und daher auch in dieser Hinsicht sicherlich als eines der am gründlichsten untersuchten Bundesländer zählen kann. Die Geologie Sachsens (aber nicht nur diese) war in der Vergangenheit ja schon mehrfach der Anlass für Exkursionen von POLLICHIA’nern in dieses Bundesland und die nun vorliegende „Geologie von Sachsen“ dürfte daher auch für manchen Leser / manche Leserin des POLLICHIA-Kuriers von Interesse sein.

Das erste Kapitel liefert einen geographisch-geologischen Überblick über die naturräumliche Gliederung und die geologischen Baueinheiten, sowie eine kurze Einführung zur Geschichte der geologischen Erforschung des Freistaats Sachsen. Der darauf folgende Hauptteil des Werkes befasst sich mit der geologischen Beschreibung, wobei das Werk untergliedert ist in Baueinheiten des Grundgebirgsstockwerkes (Proterozoikum – Unterkarbon), Baueinheiten des Molassestockwerkes ([Ober-]Karbon – Rotliegend), sowie des Postvariszischen Deckgebirges (Zechstein – Quartär). Die einzelnen Kapitel sind stratigraphisch weiter untergliedert, wobei in diesen Unterkapiteln die geographisch unterscheidbaren Baueinheiten jeweils gesondert abgehandelt werden.

Dem sehr umfangreichen und sehr gut bebilderten Textteil folgen auf 15 Seiten Tabellen mit Informationen zur Geochemie (Zusammensetzung) der wichtigsten Gesteine Sachsen, ein 14-seitiges Literaturverzeichnis mit der wichtigsten „Schlüsselliteratur“, sowie ein 11-seitiges Sachregister. Auf den Vorsatzblättern findet der Leser sowohl eine geologische Übersichtskarte von Sachsen (ohne Quartär) als auch eine schematische Darstellung der Ereignis- und Schichtenfolge im Sachsen.

Das vorliegende Werk fasst aktuelle Erkenntnisse zu zahlreichen Aspekten der Geologie Sachsens umfassend und zum Teil sehr detailliert zusammen und gibt so einen hervorragenden Überblick über den aktuellen Kenntnisstand zu dieser Thematik. So wichtige Themen wie Rohstoffe und Georisiken werden von dem Werk leider nicht abgedeckt und sollen in einer separaten Publikation behandelt werden, was wohl vor allem der notwendigen Seitenbegrenzung des vorliegenden Übersichtswerkes geschuldet sein dürfte.

Auch wenn das Studium eines solchen grundlegenden Werkes oft einiges an geologischen Grundkenntnissen voraussetzt, bietet es auch für Laien eine sehr gute Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung von Exkursionen in den Freistaat Sachsen. Da der geologische Untergrund natürlich die heutige Fauna und Flora beeinflusst, kann sich ein vorbereitender Blick in dieses Werk auch für eher botanisch oder zoologisch orientierte Exkursionen ebenfalls lohnen.

PD Dr. Dieter Uhl, Wiesbaden

Pollichia Kurier Jahrgang 25 Heft 1

Bespr.: Geschiebekunde Aktuell Heft 2, 25. Jg. top ↑

Kurt Pietzsch, sind an der neuen Geologie von Sachsen über 40 Autoren beteiligt, so daß die Garantie gegeben ist, daß sie dem aktuellen Kenntnisstand entspricht. Durch die intensive geologische Erkun­dung nach dem 2. Weltkrieg ist eine riesige Menge neuer, meist unveröffentlichter Fakten und Erkenntnisse hinzugekommen, so daß die neue Geologie von Sachsen zwar – wie im Vorwort bescheiden erklärt wird – keine Neuauflage des „großen Pietzsch“ darstellt, aber eine erhebliche Erweiterung. Diese war allerdings so groß, daß das Werk zweigeteilt werden musste. Im vorliegenden ersten Teil wird der im Untertitel genannte Bereich abgehandelt, im geplanten zweiten Teil werden die Georessourcen und Geopotenziale behandelt. Nach einem geographisch-geologischen Überblick werden zunächst die Baueinhei­ten des Grundgebirgsstockwerkes, d.h. das Proterozoikum bis Unterkarbon der jeweiligen regionalen Einheiten abgehandelt. Es folgt das Karbon und Rotliegend der Baueinheiten des Molassestockwerkes und im dritten Hauptteil das Postvariszische Deckgebirge, d.h. Zechstein bis Quartär, wobei Zechstein, Trias und Jura wegen ihrer geringen Verbreitung nur einen geringen Teil (15 Seiten) ausmachen. Auf die berühmte sächsische Kreide entfallen 47 Seiten, auf das Tertiär, die für Sachsen bedeutungsvolle „Braunkohlenformation“, 60 Seiten. Das Quartär wird auf 54 Seiten abgehandelt. Die letzten Kapitel befassen sich u.a. mit dem Diatrem (Schlot) von Ebersbrunn und seiner Eruptivbrekzie, die u.a. Klasten von Lederschiefer, Quarziten, devonischen fossilführenden Kalksteinen, Sandsteinen, Kalksandsteinen und Kieselschiefern führt, den erst in den letzten Jahrzehnten entdeckten tertiären Maaren [s. Ga 23 (4): 134, 2007] und dem tertiären Vulkanismus, der v.a. in der Ober­lausitz, der nordöstlichen Verlängerung des Egertalgrabens, besonders intensiv war. Im 14-seitigen Literaturverzeichnis wurde aus Platzgründen nur die Schlüsselliteratur und systematische Zusammenstellungen zur sächsischen geologischen Literatur angegeben. Eine geologische Übersichtskarte von Sachsen (ohne Quartär) fin­det sich im vorde­ren Vorsatz, eine schematische Darstellung der Ereignis- und Schich­tenfolge in Sach­sen im hinteren Vorsatz.

Schallreuter

Geschiebekunde Aktuell 25. Jg. Juni 2009 Heft 2

Bespr.: Geohistorica Heft 5/2009 top ↑

/p> Nachdem 1962 Kurt Pietschs Standardwerk der „Geologie von Sachsen“ erschienen war, liegt jetzt eine Zusammenfassung von Bearbeitungen ehemaliger DDR-Institutionen vor, entstanden aus der Notwendigkeit der Suche nach Rohstoffen durch die Abkopplung der DDR von den Weltrohstoffmärkten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Breit angelegte geologische, geophysikalische und geochemische Arbeiten zahlreicher Fachleute mit Spezialkenntnissen der unterschiedlichsten geologischen Gebiete brachten bis 1990 einen enormen Kenntniszuwachs. Eine Fortsetzung dieser Arbeiten war erst einige Jahre später möglich.

Es zeigt sich ein wesentlicher Fortschritt an petrogenetischen Vorstellungen und laborativen Untersuchungsmethoden.

Außerdem konnten Wismutdokumentationen und entsprechende Bohrungen genutzt werden.

So entstand nach Einbeziehung sämtlicher vorliegender Daten für den Zeitraum von 1835 bis 2005 eine neue Monographie der Geologie von Sachsen.

Beschrieben werden die vorherrschenden Baustile, die Entwicklungsgeschichte sowie die Georessourcenpotenziale der Grundgebirgseinheiten vom Proterozoikum bis zum Karbon des Molassestockwerks, vom Karbon bis zum Perm und der spätvarizische Magmatismus und das postvariszische Deckgebirge vom Zechstein bis zum Quartär. Zum Grundgebirge gehören geologische Bildungen, die von der Tekto-Metamorphose im späten Unterkarbopn (Visé) erfasst worden sind. Das Übergangs- oder Molassestockwerk sind Bildungen, die vom Karbon bis zum Rotliegenden nach der variszischen Tekto-Metamorphose entstanden sind und die sich in Molassesenken als Abtragungsschutt der Varisziden mit spätvariszischen Metamorphiten und Vulkaniten abgelagert haben. Das Tafeldeckgebirge besteht aus mesozoischen Strukturen, entstanden in germanischen Teilbecken durch epirogenetische Bewegungen nach der Abtragung des variszischen Gebirges.

Diese drei Strukturen werden im Hügel- und im Flachland vom Zechstein bis zum Quartär nach Einebnung des variszischern Gebirges von känozoischen Sedimenten überdeckt.

Aufgrund ihres geologischen Baues und ihres geologischen Zusammenhangs werden folgende Einheiten ausführlicher beschrieben: Erzgebirge, Vogtland, Granulitgebirge mit Schiefermantel, Nordwestsachsen, Elbezone, Lausitz. Die Darstellung ihrer Ressourcenpotenziale zeigt einen umfassenden Kenntniszuwachs für Rohstoffe wie Braunkohle, Erze (z. B. Kupfer Spremberg, Zinn Ehrenfriedersdorf und Altenberg, Spat im Vogtland, Wolfram bei Pöhla). Das dürfte für die gegenwärtigen Bemühungen zur Nutzung eigener bekannter Vorkommen aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt von besonderem Interesse sein.

Umfang, Vielseitigkeit und Ausführlichekeit der dargestellten geologischen Verhältnisse des Landes Sachsen dürften alle derzeitgen Kenntnisse bei Weitem übersteigen. Für eine kurze Information über die regionalgeologische Situation eines Gebietes hat jedoch der alte „PIETSCH“ nach wie vor seine Gültigkeit.

Ilse Kunz, Berlin

Geohistorica Heft 5/2009 S. 68

Bespr.: Der Anschnitt 62, 2010, H. 4 top ↑

Nachdem die E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller) in Stuttgart in den vergangenen Jahren bereits Bände zur Geologie von Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen verlegt hat, sind nun (2008/2009) in dieser informellen Reihe die Bände „Geologie von Sachsen-Anhalt“ sowie „Geologie von Sachsen“ (in zwei Teilen) erschienen. Neuerscheinungen geologischen Inhalts finden nur selten Eingang in den Rezensionsteil dieser Zeitschrift, doch rechtfertigt der Reichtum an mineralischen Rohstoffen der beiden Bundesländer eine Ausnahme.

Die „Geologie von Sachsen-Anhalt“ wurde von einem Viermännerkollegium (Gerhard H. Bachmann, Bodo-Carlo Ehling, Rudolf Eichner & Max Schwab) herausgegeben, dessen Mitglieder entweder am Geologischen Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt oder an der Universität Halle(-Wittenberg) tätig sind. Beim besprochenen Werk handelt sich um die erste ausführliche und zusammenfassende Buchpublikation zur Geologie von Sachsen-Anhalt, das als Bundesland ja erst seit 1990 besteht. Den Herausgebern ist es gelungen, insgesamt 47 regionalgeologisch kompetente Kollegen als Autoren für die einzelnen Kapitel zu gewinnen. Einleitend schildert R. Eichner die Geschichte der geologischen Forschung, die aber in Teilen eher einen Abriss der Bergbaugeschichte darstellt. Die dort als „kolorierte[s] Unikat“ bezeichnete „Petrographische Karte der Grafschaft Mannsfeld“ von 1815 ist allerdings kein Unikat, sondern als „illuminirte petrographische Charte“ dem dritten Teil einer Publikation beigegeben, die auch im Schriftenverzeichnis des besprochenen Bandes angegeben wird (Freiesleben, Johann Carl 1815: Geognostischer Beytrag zur Kenntniß des Kupferschiefergebirges, mit besonderer Hinsicht auf einen Theil der Grafschaft Mansfeld und Thüringens“, Dritter Theil). Hervorzuheben im ersten, historischen Kapitel sind die Abschnitte „Geologie und Universitätsgeschichte“ sowie „Geologie und amtliche geologische Landesaufnahme“. Es folgen ein „Geomorphologischer Überblick“ (K. Schuberth) und – als Übersicht – die „Regionalgeologische Entwicklung“ (G. H. Bachmann & M. Schwab), bevor der Kernteil des Bandes die stratigraphischen Einheiten (p. 51–343) behandelt, die einen weiten Bogen vom Präkambrium (die ältesten datierten Zirkone lieferten Alter von über 1,5 Milliarden Jahre) bis zum Quartär schlagen. Den Abschluss des stratigraphischen Kapitels bildet der Abschnitt „Fossillagerstätten“, der nach Meinung des Rezensenten besser im Abschnitt „Geologie und Umwelt“ aufgehoben gewesen wäre, nicht nur, weil dort geowissenschaftliche Museen und Geotope behandelt werden, zu denen sich vielfältige Beziehungen ergeben, wodurch im besprochenen Band Redundanzen auftreten (z. B. Geiseltalmuseum im stratigraphischen Kapitel), sondern auch, weil die besprochene Tiefbohrung Schladebach (p. 346), die Ende des 19. Jahrhunderts mit 1748,40 m tiefste Bohrung der Welt, kein Geotop, sondern im besten Fall ein technisches Denkmal darstellt (nämlich deren Bohrkerne). – Das folgende fünfte Kapitel beschreibt die regionalgeologischen Einheiten Altmark-Fläming-Scholle, Flechtingen-Roßlau-Scholle, Halle-Wittenberg-Scholle sowie Harz mit seinem nördlichen und südöstlichen Vorland. Der Bedeutung des aktiven sowie des historischen Bergbaus entsprechend nimmt die Beschreibung des Kapitels „Bodenschätze und Bergbau“ (R. Eichner & J. Wirth) einen breiten Raum ein. Noch heute ist Sachsen-Anhalt ein z. T. bedeutender Produktionsstandort für die Gewinnung von Steinen und Erden, Braunkohle, Stein- und Kalisalzen und Erdgas. In der Vergangenheit wurden zudem Steinkohlen des Oberkarbons und Unterrotliegenden, Bernstein, Erdöl (bis 1986), Bunt- und Schwermetallerze (darunter „Kupferschiefer“-Erze, Pyrit, hydrothermale Pb-Zn-Cu-Erze, sedimentäre Eisenerze) sowie Baryt und Fluorit („Spate“) gewonnen. Behandelt werden auch Uran-Mineralisationen, die durch die SDAG Wismut durch zahlreiche Bohrungen intensiv erkundet worden sind (1949−1953, 1973−1985), deren geringe Menge aber der Aufnahme einer Uranerzgewinnung immer im Wege stand. Auch die Nutzung von Grund-, Heil- und Mineralwasser, von geothermischer Energie und von Untertagespeichern wird in diesem Kapitel behandelt. Ein eigener Abschnitt beleuchtet „Halle und das Salz“ in geologischer und salinarhistorischer Beziehung. Kapitel 7 ist mit „Geologie und Umwelt“ überschrieben (G. Strobel) und umfasst den Baugrund, geologische Barrieren sowie Geotope und den UNESCO-Geopark „Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen“. Dem Kapitel „Böden“ (W. Kainz) folgt als neuntes und letztes Kapitel „Geowissenschaftliche Ausstellungen und Sammlungen“ (G. H. Bachmann), das stichwortartig die im Bundesland vorhandenen Sammlungen, Schaubergwerke und Hüttenmuseen in alphabetischer Aufstellung erläutert. Ein umfangreiches Schriftenverzeichnis (82 Seiten) und ein Stichwortregister beschließen den Band. Dem angelsächsischen Vorbild entsprechend sind die Abbildungen und Tabellen des Bandes leider nicht mehr fortlaufend, sondern abschnittsweise nummeriert (3.1-1, 3.1-2, 3.1-3, 3.2-1, 3.2-2 etc.), was die Suche nach Abbildungen und Tabellen zu einem ärgerlichen Suchspiel werden lässt. Auch gibt es nicht nummerierte Abbildungen, z. B. auf p. 346. Über Geschmack lässt sich bekanntlicher Weise streiten, und sicherlich auch darüber, ob in eine Landesgeologie der vorliegenden Güte Federzeichnungen gehören, die holzschnittartig Felsformationen, Schachtanlagen sowie Portraits bedeutender Bergbeamter und Geognosten darstellen und z. T. verfremden. Der Rezensent ist der Überzeugung, dass die im Einzelnen nicht zitierten Vorlagen der Federzeichnungen aus der Hand von H. Bringezu dem vorliegenden Band besser zu Gesicht gestanden hätten.

Der Band kann allen Interessierten uneingeschränkt empfohlen werden; der attraktive Preis in Höhe von nur 78 Euro (dies entspricht lediglich 11 Cent/Seite) wurde durch eine freundliche Unterstützung des Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt ermöglicht –eine wohltuend bürgerfreundliche Verwendung von Steuergeldern in einer Zeit von sog. Auslandseinsätzen und Bankenstützen.

Der erste, allerdings nicht nummerierte Band der „Geologie von Sachsen“ trägt den Untertitel „Geologischer Bau und Entwicklungsgeschichte“. Korrekterweise müsste er die Nummer I tragen. Er wurde von Werner Pälchen und Harald Walter herausgegeben, zwei ausgewiesenen Kennern der Region, beide am Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie in Freiberg (Sachsen) tätig bzw. tätig gewesen. Auch für den ersten Band der Landesgeologie haben die Herausgeber zahlreiche Experten gewinnen können, in diesem Fall 42 Autoren. Sachsen gehört seit den Zeiten von Georgius Agricola zu den klassischen Bergbauregionen der Welt, und so verwundert es nicht, dass die beiden Herausgeber nicht die erste sächsische Landesgeologie herausgeben. Wie die Herausgeber betonen, war Kurt Pietzsch (1962) allerdings der letzte, der eine umfangreiche, monographische Bearbeitung des Gebiets als ein „Ein-Mann-Buch“ verfassen konnte: Die intensive Rohstoffexploration der DDR und auch immense bergmännische Aufschlussarbeiten erbrachten einen so ernormen Erkenntniszuwachs, dokumentiert durch ca. 345.000 Bohrungen sowie ca. 7.500 Berichte über Erkundungs-, Kartierungs- und Forschungsarbeiten, so dass ein neuer Versuch, dieses Wissen in Buchform zu dokumentieren, zahlreicher Autoren bedurfte. Die Konzeption für das vorliegende Werk war bereits vor der sog. Wende fertig, doch konnte es erst mit großem, zeitlichen Abstand zur Konzeption fertig gestellt werden.

Der erste Band begnügt sich mit 16 Seiten „Geographisch-geologischer Überblick“, zu denen auch eine kurze „Geschichte der geologischen Erforschung“ (8 S.) gehört, um dann in medias res zu gehen, der Beschreibung der drei geotektonischen Baueinheiten von Sachsen. Kapitel 2 widmet sich den „Baueinheiten des Grundgebirgsstockwerkes“, die im Rahmen der variscischen Gebirgsbildung deformativ überprägt worden sind und größtenteils zur saxothuringischen Zone gehören. Folgende regionalgeologische Einheiten werden beschrieben: Erzgebirge, Vogtland, Granulitgebirge, Nordwestsachsen, Elbezone und Lausitz. Kapitel 3 behandelt die „Baueinheiten des Molassestockwerkes“, worunter die Füllung der spätvariscischen Molassebecken mit permokarbonischen Sedimenten, Vulkaniten und granitischen Intrusionen verstanden wird. Im letzten Kapitel („Postvaristisches Deckgebirge“) werden die das Grundgebirge und die Molassefüllung überlagernden Strukturen und Sedimente beschrieben, die von der Zechsteinzeit bis zum Holozän reichen.

Die den Leser dieser Zeitschrift besonders interessierenden Lagerstätten und Vorkommen mineralischer Rohstoffe (hier Georessourcen und -potenziale genannt) werden im separaten Band II beschrieben, der ein Jahr später erschien. In dem von H. Pälchen herausgegebenen Band erläutern 28 Autoren ein weites Spektrum geowissenschaftlicher Themen, von Georessourcen (mineralischen Rohstoffe) und Geopotenzialen über Georisiken (z.B. Erdbeben) bis hin zu Geotopen, Museen und Schaubergwerken.

Das 1. Kapitel („Georessourcen“) umfasst das Wasser (Oberflächen-, Grund-, Mineral- und Thermalwasser), die sächsischen Energierohstoffe (Stein- und Braunkohlen, Uranerze, geothermische Energie), dann die heute noch wichtigen Lagerstätten der Steine und Erden (Festgesteine, Sande und Kiese, Tonrohstoffe), die Industrieminerale (Fluorit, Baryt), „Erze“ (W, Mo, Sn, U, Pb, Zn, Ni, Co, Cu, Fe etc.), die Schmuck- und Edelsteine (darunter der berühmte Topas vom Schneckenstein bei Muldenburg im Vogtland, die bekannten Achate und Amethyste z. B. von Schlottwitz, aber auch Gesteine wie der weithin bekannte Serpentinit von Zöblitz) und „Sonstige mineralische Rohstoffe“. Hierunter werden Feldspat, Quarz, Quarzit, Kieselgur, Polierschiefer, Talk, Paragonit, Cordierit-Sillimanit-Granat-Gesteine, B-Träger, Zirkon, Schwermineral-Seifen, Anatasschluff, Torf und Erdöl/Erdgas beschrieben, mineralische Rohstoffe, von denen einige auch unter den Industriemineralen bzw. den Energierohstoffen hätten abgehandelt werden können. Erfreulicherweise finden sich eigene Abschnitte zum wichtigen Thema der Rohstoffsicherung und zu den Folgen des Bergbaus und der Sanierung ehemaliger Abbaugebiete, von Bedeutung hier vor allem der ehemalige Braunkohlen- und Uranerzbergbau. Das 2. Kapitel („Geopotenziale“) wäre bis vor wenigen Jahren schlichter und zutreffender mit „Bodenkunde, Hydrogeologie, Ingenieurgeologie, Geophysik, Geochemie“ überschrieben worden. Zu den sächsischen „Georisiken“ (3. Kapitel) zählen Erdbeben (darunter die bekannten sächsischen Schwarmbeben), Gasemissionen (CO2 und N2 aus dem Erdmantel sowie CH4 nicht ganz geklärter Herkunft), „Massenbewegungen“ (Felsstürze, Rutschungen etc.) und „Bodenerosion“. Das 4. und abschließende Kapitel dieses Teilbandes ist mit „Objekte und Stätten geowissenschaftlicher Information und öffentlicher Bildung“ überschrieben. Hier werden die Abschnitte „Geotope und Geotopschutz“, „Geologische Lehrpfade und Schaubergwerke“ und „Geowissenschaftliche Museen, Sammlungen und Archive“ beschrieben: In Sachsen existieren alleine 64 Besucherbergwerke sowie 17 Lehrpfade und 24 bedeutenden Museen geowissenschaftlicher Ausrichtung! Den Abschluss bilden ein „Quellenverzeichnis“ und ein Verzeichnis der „Schlüsselliteratur“.

Bezüglich der Abbildungsnummerierung folgen beide Teile der „Geologie von Sachsen“ leider auch der unübersichtlichen, abschnitts- und kapitelbezogenen Nummerierungsstrategie der „Geologie von Sachsen-Anhalt“. Tabellen werden im Text als Abbildungen bezeichnet und in diese eingereiht, doch sind einige dem ersten Band als Anhang beigegeben, auch hier verwirrend nummeriert und beginnend mit den Tabellen 2.3-1, 2.10-1 und 3.4-1. Aus Platzgründen ist der Geologie von Sachsen leider kein komplettes Literaturverzeichnis beigegeben worden; man hat sich auf die Angabe der sog. Schlüsselliteratur beschränkt, derjenigen Literatur, die am Ende eines jeden Abschnitts kursorisch angegeben wird und die im Schriftenverzeichnis des ersten Bandes gerade einmal zwölf Seiten und des zweiten Bandes acht Seiten füllt. Bei einer Neuauflage sollte das Schrifttum vollständig aufgeführt und auch im Text erwähnt werden. Bei beiden Bänden der „Geologie von Sachsen“ beschließen ein Sachregister bzw. ein Register den Band. Mit 69,00 Euro (= 12,5 Cent/Seite) für Band I bzw. 49,80 Euro (= 15,6 Cent/Seite) sind beide Bände der „Geologie von Sachsen“ kostengünstig in der Anschaffung und können Interessierten uneingeschränkt empfohlen werden.

Sowohl die „Geologie von Sachsen-Anhalt“ als auch die beiden Bände der „Geologie von Sachsen“ richten sich primär an alle Geowissenschaftler, also im engeren Sinn Geologen, Paläontologen und Mineralogen sowie Studenten dieser Fächer, doch werden auch Geographen und Vertreter von Nachbardisziplinen, so Bergleute, Steine-und-Errden-Ingenieure, Bauingenieure, Geotechniker, Planer, Landwirte und Forstleute von beiden Werken profitieren. In Zeiten des nachlassenden Interesses für die regionale Geologie Deutschlands und der Abwicklung geowissenschaftlicher Landesbehörden in zahlreichen Bundesländern wünsche ich der „Geologie von Sachsen“ und der „Geologie von Sachsen-Anhalt“ eine weite Verbreitung und weitere Auflagen.

Prof. Dr. Thomas Kirnbauer, Bochum

Der Anschnitt 4/2010, 62. Jg.

Bespr.: GMIT Nr. 34 Dezember 2008 top ↑

Die aktuelle „Geologie von Sachsen" wird von den Herausgebern nicht als die 2. Auflage sondern als Ergänzung zum großen Werk von K. Pietzsch (1962) gesehen. In den letzten 46 Jahren seit der Erstausgabe der „Geologie von Sachsen" ist eine enorme Fülle von kaum publizierten geologischen Untersuchungsergebnissen angesammelt worden, die sicherlich für viele Bände reichen würde. Dank der Mitarbeit von 42 Autoren wurde dieser Berg an Information in nur zwei Bänden konzentriert. Der vorliegende erste Band befasst sich allumfassend mit dem geologischen Bau Sachsens und kann sicher als eine Fundgrube neuer Erkenntnisse für Geowissenschaftler, Studenten, aber auch für naturwissenschaftlich Interessierte dienen.

Die Landschaftsformen, die morphologische Gliederung, die Aufteilung in die Naturregionen und nicht zuletzt die Bodennutzung sind in Sachsen sehr stark durch den geologischen Bau geprägt. Regionen wie das Erzgebirge, das Vogtland, das Elbsandsteingebirge (Elbezone) oder die Lausitz sind auch in der Tourismusbranche gut bekannt, obwohl nur wenige sie mit den Namen regionalgeologischer Einheiten verbinden. Sehr eindrucksvoll wird der Bezug in den geologischen Übersichtskarten vermittelt, die auf dem Cover und den inneren Umschlagseiten des Buches dargestellt sind. Die Karten möchte man während des Lesens wirklich nicht missen. Dem variszischen Grundgebirgsstockwerk, seiner Entstehung und Entwicklung werden im Buch über 170 Seiten gewidmet (Kap. 2). Dieses Stockwerk bildet das Saxothuringische Fundament Sachsens zwischen dem Moldanubikum im Süden und der Mitteldeutschen Kristallinzone im Norden. Aus den Karten ist gut ersichtlich, dass drei alte Kerne aus einem hauptsächlich im Neoproterozoikum gebildeten Basement an der Oberfläche freigelegt sind: die Metagrauwacken der Erzgebirgs-Zentralzone, die Grauwacken der Lausitz und die Protolithe des Granulitgebirges. Dem Granulitgebirge als locus typicus der Granulite wird dabei unter Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse eine Sonderstellung eingeräumt. Das Alter der detailliert beschriebenen, teilweise völlig neu aufgenommenen und regionalbezogen in Gruppen und Formationen (die in der STD 2002 verzeichnet sind) gegliederten Gesteine wurde u.a. paläontologisch bestimmt. Die radiometrischen Datierungen an Zirkonen (575 - 3.000 Ma) belegen Umlagerungen aus der paläoproterozoischen bis spätarchaischen Kruste.

Die Erzgebirgs-Zentralzone und die Lausitz dienen seit dem Mesozoikum, das Granulitgebirge jedoch schon seit dem Oberkarbon als Abtragungsgebiet, so dass die postcadomischen paläozoischen Bildungen (Kambrium bis Unterkarbon) aus dem Bereich der Synklinorien und Senken beschrieben werden, die sich zwischen den Basement-Inseln befinden oder denen im NE, SW und NW vorgelagert sind. Die Vielfalt an regionalen Gruppen-, Formations- und Subformationsnamen zwingt zum häufigen Zurückblättern im Buch. Eine tabellarische Gegenüberstellung des gesamten sächsischen Paläozoikums (ähnlich wie für das Permokarbon) wäre hier wünschenswert. Die Stratigraphie, Fazies und Paläogeographie sind meist paläontologisch belegt, teilweise erfolgt die Zuordnung der Gesteine nach lithostratigraphischen Vergleichen, wie z.B. in den Metamorphosegebieten des Vogtlandes, des Erzgebirges und des Granulitgebirges. Die Beschreibung regionaler Besonderheiten, wie der „Zebrakalke" bei Görlitz, Einschaltungen von basischen Vulkaniten bei Torgau/Herzberg (Unterkambrium), Schichtlücken im Mittelkambrium (Synklinalzone Delitzsch-Torgau-Doberlug) oder Typuslokalitäten für die cadomische Diskordanz in der Lausitz und im Leipziger Raum sowie der Eisenerzhorizonte, reiche Acritarchen-Assoziationen und glaziär gekritzten Geschiebe (Ordovizium) oder Graptolithenschiefer mit Bentonit (Silur), lockern den insgesamt sehr umfangreichen Text auf. Die ausführlichen Darstellungen der Sedimentationsverhältnisse im Unter-/Mitteldevon, der gravierenden Veränderungen an der Wende Mittel-/Oberdevon durch tektonische Aktivitäten und Vulkanismus (durch Zirkondatierungen und geochemische Daten gestützt) und der sehr komplizierten Flyschsedimentation im Unterkarbon werden im Kap. 2.12 zu einem variszischen tektonometamorph-magmatischen Szenario zusammengefasst. Reichlich illustriert wird hier der Weg des Saxothuringikums vom nördlichen Rand Gondwanas nach Norden auf Eurarnerika zu erklärt. Im Zuge der Kontinent-Kontinent- Kollision (von Subduktion begleitet) entsteht der Großkontinent Pangäa, in verschiedenen Regionen Sachsens kommt es zur Stapelung des Variszischen Gebirges, wobei die Lausitz als stabiler Block reagiert.

Die Beschreibung des Molassestockwerkes (Kap. 3) leitet zum weiteren, nicht weniger umfangreichen Teil der geologischen Geschichte Sachsens. Eindrucksvolle Verbreitungskarten, Korrelationsschemas, Normalprofile u.a. sind Ergebnis der noch andauernden umfangreichen Untersuchungen des Stockwerkes. Die graphischen Darstellungen helfen die Erweiterung des Sedimentationsraumes im Postvariszikum mühelos zu verstehen: von früh-postorogenen, tektonisch kontrollierten Molassebecken und -gräben (mit den Steinkohlen- und Fossil-führenden jüngsten Schichten des Unterkarbons) über Senken und Teilsenken im Oberkarbon (mit der Steinkohlen- und Vulkanit-führenden klastischen Füllung) bis zu intramontanen Senken mit dem kontinentalen Rotliegend, das nach einem Hiatus über unterschiedlich alten Bildungen lagert. Viel Platz wird der Beschreibung des mehrphasigen Rotliegend-Vulkanismus gegeben. Darüber hinaus werden alle spätvariszischen Magmatite Sachsens, die in Zusammenhang mit der Pangäa-Bildung stehen, gesondert regionalbezogen beschrieben, an Hand der sehr umfangreichen Datie rungen und petrographisch-geochemischen Eigenschaften klassifiziert und metallogenetisch bewertet (Kap. 3.4). Im Kap. 4 werden zuerst die Entstehung des postvariszischen mesozoischen Deckgebirges, die Sedimentationsräume und Klimabedingungen an Hand der Relikte von in den Senken erhalten gebliebenen Zechstein-, Trias-, Jura- und Kreide-Ablagerungen rekonstruiert. Zwischen dem Mittelkeuper und dem Malm ist eine große Sedimentationslücke festgestellt worden, im faunareichen Malm-Meer herrschten aber tief- marine Bedingungen, wobei eine Verbindung zum schwäbisch-fränkischen und polnischen Meer bestand. Besonders interessant sind die Vorkommen der Oberkreide (Cenoman, Turon, Coniac) im Elbtal und die Erosionsrelikte nordöstlich von Freiberg, die in Verbindung mit der Nordböhmischen Oberkreide stehen. Sie werden sehr ausführlich am Beispiel vieler Aufschlüsse beschrieben, lithofaziell gegliedert und paläontologisch datiert.

Das Känozoikum und seine Entwicklung sind außerordentlich gründlich auf ca. 14o Seiten dargestellt worden. Danach ist das wahrscheinlich der besterforschte Abschnitt der Erdgeschichte in Sachsen, der bis heute wichtige Steine-Erden-Rohstoffe liefert und seit 150 Jahren nahezu die einzige Energiequelle Mitteldeutschlands war. Es werden Ergebnisse aus Braunkohlenbergbau und -erkundung in der „Leipziger Bucht" und im „Lausitzer Revier" vorgestellt: die biostratigraphisch gestützte Feingliederung tertiärer Sedimente, die Verbreitungskarten einzelner Serien vom Mitteleozän bis einschließlich Mittelmiozän (mit und ohne Kohle), geologische Schnitte, Korrelationsprofile und Tabellen, die die Lage, Mächtigkeit, Ausbildung, ursprüngliche Sedimentationsräume, Erosionsdiskordanzen sowie die paläogeographische Entwicklung im Tertiär verdeutlichen. Sehr viele Besonderheiten, u.a. Maare mit Braunkohlenflözen sowie Basaltdecken unter und über den Kohlen sind akribisch festgehalten worden. Nicht weniger umfangreich wird auch das Quartär vorgestellt. Insgesamt sind Terrassen von vier frühpleistozänen und einen frühelsterkaltzeitlichen Elbelauf beschrieben und aufgezeichnet, zwei Elster-Grundmoränen mit ' Bändertonen und Schmelzwassersanden gründlich untersucht, die Lagerung der Sedimente im Bereich der Glazialrinnen und am Rand von Endmoränen dargestellt, Funde holsteinwarmzeitlicher limnischer Sedimente und die frühsaalezeitlichen Flussläufe festgehalten u.v.m. In der Zusammenfassung der mesozoisch-känozoischen Entwicklung (Kap. 4.7) wird vor allem die Wirkung der Dehnungs- und Kompressionstektonik besprochen und die damit verbundene Mineralisation. Die oberkretazischen und tertiären magmatischen Aktivitäten (insbesondere Entstehung von Karbonatiten, Maaren und vielfältigen Vulkaniten) werden diskutiert.

Es lohnt sich, das sehr informative, lehrreiche und anschauliche Buch in die Hand zu nehmen und ins Nachbarland zu schauen: der neue Blickwinkel aus süd-südöstlicher Richtung lässt das eigene Land Sachsen-Anhalt als Fortsetzung nach Norden grenzenlos, aber auch ganz nah erscheinen.

Ljuba Stottmeister, Halle/Saale

GMIT Nr. 34 Dezember 2008

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort V
Autorenverzeichnis IX
Inhaltsverzeichnis XI
1 Geographisch-geologischer Überblick 1
1.1 Geographischer Überblick, naturräumliche Gliederung 1
1.2 Geologische Baueinheiten 3
1.3 Zur Geschichte der geologischen Erforschung 9
2. Baueinheiten des Grundgebirgsstockwerkes 17
2.1 Proterozoikum und ältere Einheiten des Unterbaus 17
2.2 Neoproterozoikum 19
2.2.1 Lausitz 20
2.2.1.1 Kamenzer Gruppe 23
2.2.1.2 Rothstein-Formation 24
2.2.2. Nordsachsen 26
2.2.2.1 Wellerswalde-Formation 26
2.2.2.2 Clanzschwitz-Formation 26
2.2.2.3 Leipziger Gruppe 27
2.2.2.4 Rothstein-Formation 27
2.2.3. Elbezone 28
2.2.3.1 Großenhainer Gruppe 28
2.2.3.2 Ebersbacher Gruppe 29
2.2.3.3 Röderner Gruppe 29
2.2.3.4 Weesensteiner Gruppe 29
2.2.4 Erzgebirge 31
2.2.4.1 Osterzgebirgische Gruppe 32
2.2.4.2 Rusová-Formation 34
2.2.4.3 Medenec-Formation 35
2.2.4.4 Niederschlager Gruppe 37
2.2.5 Mittelsachsen 38
2.2.5.1 Wildenfelser Kristallinkomplex 38
2.2.5.2 Frankenberger Einheit 38
2.2.5.3 Lichtenwalde-Formation („hm-Serie“) 39
2.2.5.4 Prasinit-Einheit 39
2.2.5.5 Formation der Schenktelle 40
2.3 Die cadomische tektonometamorph-magmatische Entwicklung 40
2.3.1 Neoproterozoische Sedimententwicklung 40
2.3.2 Frühcadomischer Magmatismus 44
2.3.3 Spätcadomischer Magmatismus 44
2.3.3.1 Lausitz 44
2.3.3.2 Elbe-Zone 48
2.3.3.3 Erzgebirge 48
2.3.3.4 Nordwestsachsen 51
2.3.3.5 Vogtland 51
2.4 Granulitgebirge 51
2.4.1 Waldheimer Gruppe 53
2.4.2 Cordieritgneis-Komplex 55
2.4.3 Wolkenburger Gruppe 55
2.5 Kambrium 56
2.5.1 Stratigraphie, Fazies, Paläogeographie 56
2.5.2 Raum Görlitz 58
2.5.3 Raum Delitzsch-Torgau-Doberlug 62
2.5.3.1 Unterkambrium 65
2.5.3.2 Mittelkambrium 69
2.5.4 Wahrscheinliches Kambrium in den Metamorphosegebieten 71
2.5.4.1 Vogtland 71
2.5.4.2 Erzgebirge 72
2.5.4.3 Schiefermantel des Granulitgebirges 76
2.5.4.4 Elbezone 78
2.6 Kambroordovizium 79
2.6.1 Allgemeines 79
2.6.2 Lausitz 80
2.6.3 Nordwestsachsen 81
2.6.4 Vogtland 82
2.6.5 Erzgebirgsnordrandzone 84
2.6.6 Schiefermantel des Granulitgebirges 86
2.6.7 Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge und Elbtalschiefergebirge 87
2.7 Frühpaläozoische tektonometamorph-magmatische Entwicklung 88
2.8 Ordovizium 91
2.8.1 Paläogeographie, Fazies, Stratigraphie 91
2.8.2 Vogtländisches Synklinorium 92
2.8.3 Berga-Antiklinorium 95
2.8.4 Erzgebirgsnordrandzone 96
2.8.5 Umrahmung des Granulitgebirges 97
2.8.6 Elbezone und Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge 98
2.8.7 Nordwestsachsen 99
2.8.8 Görlitzer Schiefergebirge 100
2.9 Silur 101
2.9.1 Paläogeographie, Fazies, Stratigraphie 101
2.9.2 Vogtländisches Synklinorium 107
2.9.3 Zwickau-Wildenfels 109
2.9.4 Erzgebirgsnordrandzone 110
2.9.5 Frankenberger Zwischengebirge 110
2.9.6 Nordwestsachsen 112
2.9.7 Elbtal- und Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge 114
2.9.8 Görlitzer Schiefergebirge 115
2.10 Devon 116
2.10.1 Paläogeographie, Fazies, Stratigraphie 116
2.10.2 Vogtländisches Synklinorium 118
2.10.3 Wildenfels und Lößnitz-Zwönitz-Synklinale 124
2.10.4 Frankenberg-Hainichen 126
2.10.5 Schiefermantel des Granulitgebirges 126
2.10.6 Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge 128
2.10.7 Elbtalschiefergebirge 129
2.10.8 Görlitzer Schiefergebirge 130
2.10.9 Devonischer basischer Magmatismus 135
2.10.9.1 Vogtländisches Synklinorium und seine östliche Fortsetzung 138
2.10.9.2 Lausitzer Antiklinalzone 141
2.10.9.3 Görlitzer Schiefergebirge 143
2.11 Karbon – Flyschoides Unterkarbon 144
2.11.1 Stratigraphie, Fazies, Paläogeographie 144
2.11.2 Unterkarboner prädeformativer distaler Flysch 144
2.11.2.1 Mehltheuerer Synklinale 144
2.11.2.2 Frankenberger Zwischengebirge 146
2.11.3 Unterkarbonischer postdeformativer Flysch/Wildflysch 147
2.11.3.1 Vogtländische Synklinale 147
2.11.3.2 Wildenfels 150
2.11.3.3 Frankenberger Zwischengebirge 151
2.11.3.4 Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirge 153
2.11.3.5 Elbtalschiefergebirge 154
2.11.3.6 Görlitzer Schiefergebirge 157
2.10.3.7 Nordwestsachsen 161
2.12 Variszische tektonometamorph-magmatische Entwicklung 162
2.12.1 Zur historischen Entwicklung des Kenntnisstandes 162
2.12.2 Saxothuringikum auf dem Weg zu Pangäa 164
2.12.3 Variszische orogene Prozesse im Komplex der Kristallineinheiten 166
2.12.4 Variszische orogene Prozesse im Komplex der Schiefergebirgseinheiten
. 179
2.12.5 Synopsis der variszischen orogenen Prozesse 184
3. Baueinheiten des Molassestockwerkes 189
3.1 Karbon – Molassoides Unterkarbon 189
3.1.1 Hainichen-Teilsenke der Vorerzgebirgs-Senke 189
3.1.2 Delitzsch 195
3.1.3 Bitterfeld 197
3.1.4 Görlitzer Schiefergebirge 200
3.1.5 Doberlug-Kirchhain 200
3.2 Karbon – Oberkarbon 203
3.2.1 Überblick 203
3.2.2 Vorerzgebirgs-Senke und Erzgebirge 203
3.2.2.1 Vorerzgebirgs-Senke 207
3.2.2.2 Erzgebirgische Vorkommen 213
3.2.3 Nordwestsachsen 216
3.2.3.1 Westfalium von Bitterfeld, Söllichau und Torgau 218
3.2.3.2 Westfalium von Leipzig, Kitzen und Pegau 221
3.2.4 Ostsachsen (Westfalium nördlich Görlitz) 222
3.3 Perm – Rotliegend 223
3.3.1 Überblick 224
3.3.2 Vorerzgebirgs-Senke 225
3.3.3 Nordwestsächsische Senke 233
3.3.4 Döhlen-Senke 240
3.3.5 Weitere Vorkommen der Elbe-Zone 253
3.3.6 Vorkommen des Oberen Erzgebirges 255
3.3.7 Lausitz 256
3.4 Spätvariszischer Magmatismus 257
3.4.1 Überblick 257
3.4.2 Granitoide Intrusivformationen 260
3.4.2.1 Erzgebirge-Vogtland 260
3.4.2.2 Granulitgebirge 274
3.4.2.3 Elbezone 275
3.4.2.4 Nordwestsachsen 278
3.4.2.5 Lausitz 278
3.4.3 Vulkanische und gangförmige Formationen spätvariszischer
Magmatite 280
3.4.3.1 Erzgebirge 281
3.4.3.2 Vulkanitkomplex von Meißen-Priestewitz 287
3.4.3.3 Nordwestsächsischer Eruptivkomplex 288
3.4.3.4 Weitere Vulkanitvorkommen 290
3.4.3.5 Mafische Gangintrusiva (Lamprophyre) und Effusiva 291
3.4.4 Zur Metallogenie des spätvariszischen Magmatismus
und des Molassestockwerks 293
4. Postvariszisches Deckgebirge 297
4.1 Zechstein 297
4.2 Trias 304
4.2.1 Buntsandstein 304
4.2.2 Muschelkalk / Keuper 307
4.3 Jura 308
4.4 Kreide – Oberkreide 311
4.4.1 Überblick 311
4.4.2 Elbtalkreide und Erosionsrelikte 314
4.4.2.1 Erkundungsgeschichte, Auflagerung 314
4.4.2.2 Cenomanium 317
4.4.2.3 Turonium und Coniacium 330
4.4.3 Zittauer Gebirge 348
4.4.3.1 Cenomanium 348
4.4.3.2 Unter-Turonium bis basales Mittel-Turonium (?) 350
4.4.3.3 Mittel-Turonium 350
4.4.3.4 Ober-Turonium bis Mittel-Coniacium 351
4.4.4 Sächsischer Teil der Nordsudetischen Senke 352
4.4.4.1 Allgemeines 352
4.4.4.2 Ober-Cenomanium 354
4.4.4.3 Unter-Turonium und basales Mittel-Turonium 354
4.4.4.4 Höheres Mittel-Turonium bis basales Ober-Turonium . 355
4.4.4.5 Ober-Turonium bis tieferes Mittel-Coniacium 356
4.4.4.6 Höheres Mittel-Coniacium und Ober-Coniacium 356
4.4.4.7 Santonium 357
4.5 Tertiär 358
4.5.1 Überblick 358
4.5.2 Westsachsen/Leipziger Bucht 365
4.5.2.1 Mitteleozän 367
4.5.2.2 Obereozän 373
4.5.2.3 Unteroligozän 378
4.5.2.4 Oberoligozän (Chattium) 385
4.5.2.5 Untermiozän 387
4.5.3 Ostsachsen/Lausitz 389
4.5.3.1 Oberoligozän 391
4.5.3.2 Tieferes Untermiozän 391
4.5.3.3 Höheres Untermiozän 394
4.5.3.4 Tieferes Mittelmiozän 398
4.5.3.5 Höheres Mittelmiozän 399
4.5.3.6 Obermiozän bis Pliozän 400
4.5.4 Isolierte sedimentäre Tertiärvorkommen 401
4.5.5 Tertiärquarzite 418
4.6 Quartär 419
4.6.1 Stratigraphie 419
4.6.2 Unterpleistozän 421
4.6.2.1 Prätegelen-Kaltzeit, Älteste „unterpleistozäne“ Terrasse 421
4.6.2.2 Tegelen-Komplex, Höhere Hochterrasse 422
4.6.2.3 Eburon-Kaltzeit, Mittlere Hochterrasse 424
4.6.2.4 Menap-Kaltzeit bis Bavel-Komplex, Tiefere Hochterrasse 425
4.6.3 Mittelpleistozän 427
4.6.3.1 Elster-Kaltzeit 427
4.6.3.1.1 Frühelster, Höhere Mittelterrasse 428
4.6.3.1.2 Elster-1-Stadium 430
4.6.3.1.3 Elster-2-Stadium 434
4.6.3.2 Holstein-Warmzeit 441
4.6.3.3 Saale-Komplex 443
4.6.3.3.1 Frühsaale, Tiefere Mittelterrasse („Hauptterrasse“) 444
4.6.3.3.2 Drenthe-Stadium – Älteres Saalestadium 445
4.6.3.3.3 Warthe-Stadium – Jüngeres Saalestadium . 448
4.6.4 Oberpleistozän 449
4.6.4.1 Eem-Warmzeit 449
4.6.4.2 Weichsel-Kaltzeit 450
4.6.4.2.1 Niederterrassen 450
4.6.4.2.2 Periglazial-Ablagerungen 453
4.6.5 Besondere pleistozäne Bildungen 454
4.6.5.1 Paläoböden, Älterer Löss, „Untypische Beckensedimente“ 454
4.6.5.2 Permafrost-Erscheinungen 455
4.6.5.3 Gletscherschliffe 456
4.6.5.4 Fundstellen pleistozäner Säuger und paläolithischer Werkzeuge . 457
4.6.6 Holozän 458
4.6.7 Böden 462
4.6.7.1 Bodenentwicklung 462
4.6.7.2 Pedoregionale Gliederung Sachsens 463
4.7 Mesozoisch-känozoische geologische Entwicklung 472
4.7.1 Postvariszische tektonische Entwicklung 472
4.7.2 Oberkretazische und tertiäre magmatische Aktivitäten 478
4.7.2.1 Ultramafit-Karbonatit-Komplex von Delitzsch 478
4.7.2.2 Eruptivbrekzie von Ebersbrunn 482
4.7.2.3 Tertiäre Maare 484
4.7.2.4 Tertiärer Vulkanismus 486
4.7.3 Kretazisch-tertiäre Verwitterung 494
Tabellen 498
Literaturverzeichnis 513
Register 527