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Geologie von Sachsen II

Georessourcen, Geopotenziale, Georisiken

Hrsg.: Werner Pälchen

[Geology of Saxony II. Geological resources, potential and geohazards]

2009. XII, 307 Seiten, 120 Abbildungen, 55 Tabellen, 17x24cm, 900 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-510-65249-5, gebunden, price: 49.80 €

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GesteinEnergieGeologieVulkanismusErdbebenSachsen

Contents

Beschreibung top ↑

Der erste Band der Geologie von Sachsen behandelte den geologischen Bau und die Entwicklungsgeschichte Sachsens. Mit dem nun vorliegenden zweiten Band wird auf die Georessourcen, Geopotenziale und Georisiken des Landes eingegangen.

Georessourcen als geogene Bildungen, die aufgrund ihrer stofflichen und/oder strukturellen Eigenschaften als Rohstoffe nutzbar sind, sind eng mit der menschlichen Gesellschaft verknüpft und unterliegen daher einem starken, durch deren Bedarf und durch technologische Möglichkeiten bedingten Wandel.

Geopotenziale als die Gesamtheit der physikalischen und chemischen Eigenschaften von Gesteinsverbänden und geologischen Räumen sind für das Verständnis von Stofftransporten (Bewegung unterirdischer Wässer, Transport von Energieströmen, Migration von Gasen, schadlose Verbringung von Abfällen) von großer Bedeutung.

Die Kenntnis der Georisiken (exogene Prozesse wie Rutschungen, Felsstürze oder Bodenerosion; endogene Prozesse wie aktiver Vulkanismus und Erdbeben), also aller geologischen Erscheinungen und Prozesse, von denen eine Gefährdung für Menschen und die menschlich geschaffene Infrastruktur ausgehen kann, ermöglicht es, reale Gefahren für Landschaft und Bevölkerung zu erkennen und abzuwenden.

Abschließend wird über Stätten geologischer Allgemeinbildung wie Geotope, geologische und bodenkundliche Lehrpfade, geowissenschaftliche Museen sowie Besucherbergwerke informiert.

Dieses Buch behandelt insbesondere die den Menschen betreffenden geologischen Grundlagen des Landes Sachsen und ist daher besonders geeignet für Geologen und Firmen, Verwaltungen sowie alle an der Geologie Sachsens Interessierten.

Bespr.: Geothermische Energie Heft 65 Seite 30 top ↑

Die Fortsetzung des Standardwerks befasst sich mit den Georessourcen des Landes, angefangen bei den Wasservorkommen, über Steine und Erden, Erze bis hin zu Schmuck- und Edelsteinen. Im Bereich der Energierohstoffe liegt der Schwerpunkt auf den Kohlevorräten. Ein Kapitel geht auf die Nutzungsmöglichkeiten der Erdwärme ein. Die „umfangreichen tiefengeothermischen Ressourcen im Grundgebirge“ werden „bei ansteigenden Kosten für konventionelle Energieträger“ perspektivisch als „eine wirtschaftliche Alternative“ gewertet. Ein weiterer Bereich des Buches widmet sich ausführlich den sächsischen Geopotenzialen, d. h. der Gesamtheit der physikalischen und chemischen Eigenschaften von Gesteinsverbänden und geologischen Räumen unterschiedlicher Dimension in ihrer Gesamtheit als Medium von Stoff- und Energieeinflüssen. Es geht um Bodenpotenziale, Flächenverbrauch, den Boden als Filterund Puffermedium, die Bestandsaufnahme und Bewertung der hydrogeologischen Naturraumpotenziale, um Geochemie, Ingenieurgeologie und Geotechnik. Der Abschnitt Georisiken macht Aussagen zur seismischen Gefährdung der Region, zu Gasemissionen aus dem Untergrund und zur Bodenerosion. Die Autoren des wiederum sorgfältig editierten und solide verarbeiteten Bandes stammen aus dem Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie, aus Consultingbüros und mittelständischen Unternehmen mit geowissenschaftlichem Kompentenzprofil. Fazit: Mehr als 300 Seiten erstklassige Informationen.

Geothermische Energie Heft 65, Seite 30

Bespr.: Geschiebekunde aktuell 26. Jg. Feb. 2010 Heft 1 top ↑

Als Ergänzung zum Band I (s. Ga 25 (2) S. 67, 2009), in dem der geologische Bau und die Entwicklungsgeschichte Sachsens behandelt wurde, ist der Band II den wichtigsten Bereichen der angewandten Geologie gewidmet. Zunächst werden die Georessourcen abgehandelt, beginnend mit dem Wasser, gefolgt von den Energierohstoffen (Kohlen, Uran, Erdwärme und Geothermie) und den Steinen und Erden, Erzen, Fluorit und Baryt, Schmuck- und Edelsteinen und sonstigen mineralischen Rohstoffen. Im Abschnitt Geopotenziale werden die Bodenpotenziale, das hydrogeologische Naturraumpotenzial, die ingenieur- geologische und geotechnische Charakteristik des Naturraumes, das geophysikalische und schließlich geochemische Naturraumpotenzial dargestellt. Zu den Georisiken gehören Erdbeben, Gasemissionen, Massenbewegungen und die Bodenerosion. Von allgemeinerem Interesse dürfte das Kapitel Geotope und Geotopschutz und vor allem die abschließende Zusammenstellung geologischer Lehrpfade und Schaubergwerke sein, von denen es in Sachsen sehr viele gibt. Sie sind übersichtlich in Tabellen dargestellt, die auch den Betreiber/ Ansprechpartner und die Internet-/bzw. Email-Adresse enthalten. Die Zusammenstellung geowissenschaftlicher Museen, Sammlungen und Archive ist dagegen leider etwas kurz geraten. Ein Quellenverzeichnis und acht Seiten Schlüsselliteratur erleichtern weitere Studien. Der Vorsatz vorn enthält eine Geologische Übersichtskarte von Sachsen (ohne Quartär), der Vorsatz hinten eine schematische Darstellung der Ereignis- und Schichtenfolge in Sachsen.

Schallreuter

Geschiebekunde aktuell 26. Jg. Feb. 2010 Heft 1 S. 16

Bespr.: Geographie und Schule, 32. Jg., Heft 186 top ↑

Nach dem ersten Band, der den geologischen Bau und die Entwicklungsgeschichte Sachsen behandelte, erscheint nun Band 2, der auf die Georessourcen, Geopotenziale und Georisiken eingeht. Es geht um Rohstoffe, Stofftransporte (physikalisch und chemisch) sowie exogene Prozesse wie Rutschungen, Felsstürze und Bodenerosion und endogene Prozesse wie Erdbeben. Abschließend wird ein Überblick über Stätten für die geologische Allgemeinbildung wie Geotope, geologische und bodenkundliche Lehrpfade, geowissenschaftliche Museen und Besucherbergwerke in Sachsen gegeben. Eine sehr nützliche und auch für Exkursionen brauchbare Ergänzung des ersten Bandes.

Geographie und Schule 32. Jg., Heft 186, August 2010

Bespr.: World of Mining 5/2010 top ↑

Der erste Band der Geologie von Sachsen behandelt den geologischen Bau und die Entwicklungsgeschichte Sachsens. Der nun vorliegende zweite Band geht auf die Georessourcen, Geopotenziale und Georisiken des Landes ein. Georessourcen, die aufgrund ihrer stofflichen und/oder strukturellen Eigenschaften als Rohstoffe nutzbar sind, sind eng mit der menschlichen Gesellschaft verknüpft und unterliegen daher einem starken, durch Angebot und Nachfrage sowie durch technologische Möglichkeiten bedingten Wandel. Geopotenziale als die Gesamtheit der physikalischen und chemischen Eigenschaften von Gesteinsverbänden und geologischen Räumen sind für das Verständnis von Stofftransporten (Bewegung unterirdischer Wässer, Transport von Energieströmen, Migration von Gasen, schadlose Verbringung von Abfällen) von großer Bedeutung. Die Kenntnis der Georisiken (exogene Prozesse wie Rutschungen, Felsstürze oder Bodenerosion; endogene Prozesse wie aktiver Vulkanismus und Erdbeben), also aller geologischen Erscheinungen und Prozesse, von denen eine Gefährdung für Menschen und die menschlich geschaffene Infrastruktur ausgehen kann, ermöglicht es, reale Gefahren für Landschaft und Bevölkerung zu erkennen und abzuwenden. Abschließend wird ein Überblick über Stätten für die geologische Allgemeinbildung wie Geotope, geologische und bodenkundliche Lehrpfade, geowissenschaftliche Museen sowie Besucherbergwerke Sachsens vermittelt. Der Band behandelt umfassend die Aspekte der angewandten Geologie, die eine direkte Auswirkung auf die Menschen haben. Er richtet sich an Mitarbeiter und Geologen in Industrie und Verwaltung sowie an alle, die sich für die Geologie Sachsens interessieren.

World of Mining 5/2010 Seite 314

Veröff. Mus. Nat. Chemnitz, Band 33, 171 top ↑

Nachdem mit der „Geologie von Sachsen — Geologischer Bau und Entwicklungsgeschichte” das über ein halbes Jahrhundert zurückliegende Standardwerk von Kurt Pietzsch 2008 eine umfassende Neubearbeitung erfuhr, war es jenseits der geologisch-stratigraphischen Grundlagen auch notwendig geworden, die wichtigsten Gebiete der angewandten Geologie — Georessourcen, Geopotenziale und Georisiken im Geburtsland der Geowissenschaften neu zu bewerten und auf dem aktuellen Stand darzustellen. Dem widmet sich nun der zweite Band. Der vielfältige und interessante geologische Bau Sachsens führte bereits seit Jahrhunderten zu einer breiten Nutzung verschiedenster Rohstoffe, und nicht von ungefähr steht die älteste montanwissenschaftliche Hochschule seit 1765 prägend in der Mitte Sachsens.

Wenngleich es der technologischen Entwicklung folgend immer ein Auf und Ab des Bergbaus gegeben hat, erleben wir zu Beginn des 3. Jahrtausends mit neuen Bergwerken in Sachsen eine besondere Situation. Während Steine- und Erdenrohstoffe und ihre bereits stillgelegten Abbauorte nach der Wende durch den hohen Bedarf im Verkehrsbau eine regelrechte Renaissance erlebten, waren Erkundungen auf Energierohstoffe, auf Erze und Spate nahezu eingestellt worden. Heute erscheint das von Generationen von Geowissenschaftlern akribisch zusammengetragene Wissen darüber plötzlich in einem ganz anderen, wieder heller werdenden Licht. Der unschätzbare Wert geowissenschaftlicher Kenntnisse und der sie bewahrenden Institutionen, Archive und Sammlungen erlangt vor dem Hintergrund der Globalisierung und des weltweit steigenden Rohstoffbedarfs selbst vor der eigenen Haustür wieder neue Bedeutung. Die Herausforderungen der Zukunft werden nur zu bewältigen sein mit einer soliden Rohstoffbasis, welche auch auf kurzen Transportwegen beruht. Die Klimadiskussion und die Verantwortung entwickelter Industriestaaten werden die Suche nach rohstoff- und umweltschonenden Lösungen bei der Energiegewinnung beflügeln, die Geothermie sollte hierbei endlich die ihr zukommende Rolle spielen, denn im Gegensatz zu Sonne und Wind in Mitteleuropa ist der älteste, im Bewusstsein der Menschen aberjüngste Bodenschatz „Erdwärme” immer präsent. Nachhaltige Investitionen setzen nicht zuletzt anwendungsbereites Wissen über die vielerorts gegebenen Berbaufolgen gerade in Sachsen voraus. Doch jenseits der Kenntnisse über Vorkommen und Eigenschaften der Rohstoffe, die der Mensch benötigt, wird es immer wichtiger, die Naturräume als Geopotenziale zu verstehen, Phänomene des Stoff- und Energietransportes zu erkennen und im Zusammenleben mit der Natur zu beachten. Wenngleich Erdbeben und Vulkanismus in Sachsen glücklicherweise keine akuten Georisiken darstellen, so hilft schon der kompetente und verantwortungsbewusste Umgang mit den Naturräumen, die meisten exogenen Georisiken zu minimieren.

Die Publikation setzt auf Prägnanz und Kürze und gestattet dennoch eine beachtliche Informationstiefe in kürzester Zeit. Sie gehört nicht nur in jede geowissenschaftliche Bibliothek, sondern vor allem in die Fachämter der Kommunalverwaltungen, welche Genehmigungsverfahren auf dem Tisch haben und die politischen Entscheidungen der Städte und Gemeinden kompetent vorbereiten müssen. Für all jene leistet sie nicht einen sondern den grundlegenden Beitrag anwendungsbereiten geowissenschaftlichen Sachverstandes in Sachsen. Die Ausstattung des Buches mit Festeinband und Fadenheftung wird seiner Nutzung als begehrtes Nachschlagewerk in jedem Fall gerecht, wenngleich sich beide Teile der „Geologie von Sachsen” wegen ihres Verzichts auf farbige Grafiken und des sparsamen Einsatzes von s/w-Fotos möglicherweise etwas schwer tun werden, neue Rezipienten hinzuzugewinnen, die noch nicht um den kostbaren Inhalt des Werkes wissen. Fotos hätten ferner nicht nur dem abschließenden Kapitel über „Objekte und Stätten geowissenschaftlicher Information und öffentlicher Bildung” etwas mehr Sympathie verliehen. Die „II” im Titel halte ich insofern für entbehrlich, weil es auch kein Werk mit einer „I” gibt. Ein Quellenverzeichnis und die Schlüsselliteratur helfen dem Leser hervorragend beim vertieften Studium.

Ronny Rößler

Bespr.: der Aufschluss Ausgabe 6 November/Dezember 2010 top ↑

Das Buch stellt den zweiten Teil der Geologie von Sachsen dar, wobei hier der Schwerpunkt auf den geologischen Ressourcen, dem Potential und den Georisiken liegt. Zunächst wird hier auf Wasser als flüssigen Rohstoff eingegangen, angefangen von Oberflächenwasser über Mineral- und Thermalwässer bis zu der leider nur sehr kurz behandelten bergmännischen Wasserwirtschaft. Ergänzend finden sich mehrere Tabellen mit chemischen Analysen verschiedener Wässer. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit Energie-Rohstoffen wie Braun- und Steinkohle einschließlich Geologie und Geschichte des Bergbaus. Nur am Rande wird Uran als Energie-Rohstoff behandelt. Ein weiteres Kapitel widmet sich dem wirtschaftlich recht bedeutenden Abbau von Steinen und Erden in Sachsen. Nur als Beispiel sollen hier die Gewinnung von Granodiorit in der Lausitz oder der Kaolinbergbau erwähnt werden. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit dem inzwischen historischen Erzbergbau (Silber, Wolfram, Zinn, Uran, Blei, Zink, Kupfer, Eisen u.a.) in Sachsen, der Geologie der Vorkommen sowie den noch vorhandenen Vorräten. Weiterhin wird der Bergbau auf Fluorit, Baryt sowie Schmuck- und Edelsteinen behandelt. Ein Teil des Buches beschäftigt sich mit dem schwierig zu fassenden Geopotential, wie Bodeneigenschaften, Grundwassererneuerung, dem naturraumpotential sowie ingenieurgeologischen und geophysikalischen Fragen. Am Ende des Buches wird auf Georisiken wie Erdbeben, Gasaustritte oder Rutschungen eingegangen.

Das Buch kann geowissenschaftlich interessierten Lesern sehr empfohlen werden.

Thomas WITZKE, Halle (Saale)

der Aufschluss Ausgabe 6 November/Dezember 2010, S. 324

Bespr.: Geologische Blätter für Nordost-Bayern, Band 60, Heft 1-4 top ↑

Die beiden Bände der Geologie von Sachsen - Band I (Geologischer Bau und Entwicklungsgeschichte), erschienen 2008 - und dieser nun hier vorliegende Band II sind gerade für Leser der Geologischen Blätter für Nordost-Bayern von besonderem Interesse, machen doch geologische Einheiten sowie Erkenntnisse allgemeingültiger Art nicht halt an der nordostbayerischen - sächsischen Landesgrenze sondern setzen sich fort und sind vielfältig auswertbar und übertragbar.

Hatte der erste Band die geologischen Grundlagen von Bau und Werdegang Sachsen ausführlich vorgestellt, so liegt nun im Band II zur Komplettierung die Nutzanwendung der geologischen Gegebenheiten Sachsens im Blickfeld. Das erfolgt in umfassender und modern gegliederter Breite wie die Untertitel - zugleich Kapiteleinteilungen - schon verraten. Ein nützliches zusätzliches Schlusskapitel über Möglichkeiten und Stätten geowissenschaftlicher Information (Geotope, Lehrpfade, Schaubergwerke, Museen, Archive) verstärkt den Anspruch auf Vollständigkeit.

Von vornherein positiv betrachte ich auf den inneren Einbandklappen die als Vorsatz beigegebene Übersichtskarte und die Historische Tabelle, geeignet zum raschen Nachschlagen und als Querverbindung Band I /II.

Kapitel I-Georesourcen ist bei weitem das umfangreichste mit 178 Seiten. Hier ergänzten sich der historisch weltbekannte Lagerstätten- und Rohstoffreichtum Sachsens und der moderne Anspruch an Rohstoffe durch Technologie und Gesetzgebung und raschen Bedarfswandel zur gebotenen reichen Inhaltsfülle.

Wasser als flüssiger Rohstoff eröffnet den Resourcenreigen. Es wird vorgestellt in seinen Dargebotsweisen (Oberflächen- bzw. Grundwasser), in seiner Beschaffenheit entsprechend den Vorkommensarten - wobei allein die Wasserchemie behandelt wird - und in etwas arg kurzgefaßten Absätzen zur Wasserwirtschaft. Einige gesamtsächsische Übersichtskarten und ausgewählte Tabellen zu Wasserinhaltsstoffen unterstützen den Text.

Der nächste Abschnitt behandelt Energierohstoffe. Hier sind die Kohlevorkommen von besonderer Bedeutung und auch ansprechend nach Art, Auftreten, Lagerstättencharakteristik und Bergbauhistorie in Bild und Text erläutert. Relativ knapp gehalten angesichts der Bedeutung und Problematik von Abbau und Nachsorge sind die Angaben zum Uran. Bemerkenswert ist die Zuordnung des geothermischen Potenzials Sachsens zum Energieresourcenkapitel.

Abschnitt 3 - Steine und Erden - berichtet zunächst von der auch historisch und kulturell berühmten Fülle von Festgesteinsabbau und -nutzung in Sachsen und stellt charakteristische Naturwerksteine und ihre regionalen Vorkommen vor. In gleicher übersichtlicher Weise werden sodann, auch der wirtschaftlichen Bedeutung gut gerecht werdend, die Lockergesteine wie Sande, Kiese, Tone, Kaolin, Lehme und Mergel erfasst.

Abschnitt 4 beschäftigt sich mit den Erzen Sachsens; regional weit verbreitet - namensgebend ja schon für das Erzgebirge -, in vielfältiger Lagerstättenweise und historisch der markanteste Schatz Sachsens. Untergliederung erfolgt nach den metallischen Elementen jeweils in gut durch Karten und Profile unterstützter, geraffter Nennung von Mineralisationstypen, Vorkommen und Abbaudaten.

Ein 5. Abschnitt behandelt speziell den hoffnungsträchtigen Bergbau auf Fluorit und Baryt in Bezug auf Genese, wichtige Lagerstätten und Perspektiven.

Als durchaus sächsische Besonderheit darf man den Abschnitt Nr. 6 betrachten. Er schildert Lagerstätten und Vorkommen von Schmuck- und Edelsteinen verschiedener Art, interessant für speziell mineralogisch und historisch orientierte Leser.

Ein kurzer Überblick über sonstige mineralische Rohstoffe (Feldspat, Quarz, Kieselgur, Seifen u.a.m.) in Sachsen, sowie über generelle Rohstoffsicherungen im planerischen Bedarfswesen und über Bergbaufolgen und Sanierungen in Abbaugebieten runden das Resourcenkapitel ab. Gerade im letzteren gesellschaftlich wichtigen Bereich ist hier die Problematik nur angeritzt.

Kapitel 2—Geopotenziale ist definitorisch und zuordnungsmäßig von vornherein nicht leicht zu fassen, ist aber ein guter Ansatz heutiger Geologiebetrachtung. Angesprochen werden hier die in Wechselbeziehungen zum Bedarf stehenden prozesswirksamen chemischen und physikalischen, funktionellen Eigenschaften von Gesteinsverbänden und geologischen Einheiten. Betrachtet werden Stoff- und Energietransporte, Migrationen und Kontaminationen im Boden und im gesamten hydrogeologischen Rahmen, ferner geotechnische und ingenieurgeologische Baugrundeignungen, weiters geophysikalische (Gravimetrie, Magnetik, Seismik) und geochemische Naturraumpotentiale und Variationen. Karten, Profile, Tabellen sind hierbei beispielzeigend und sehr hilfreich geboten.

Kapitel 3—Georisiken behandelt geogene Gefährdungspotenziale und ihre Verbreitung in Sachsen in gerafften und treffenden Übersichten. Das betrifft historische und rezente Erdbebentätigkeit, Gasemissionen, Massenbewegungen (Rutschungen, Felsstürze) und Bodenerosionen.

Zusammenfassend gilt für das gesamte Buch: mit der Gewissheit, dass eine totale summarische Erfassung der „Angewandten Geologie" in Historie und Aktualität eines Landes wie Sachsen eine Sisyphosaufgabe wäre, liefert die vorliegende Publikation angesichts der Fülle und Komplexität des Stoffes eine wahrlich gut gelungene Übersicht. Sie ist in klarer Diktion modern strukturiert, erkenntnisreich dank vieler neuer Daten, erarbeitet vor und nach der Wende, und geliefert von Fachgebietsspezialisten verschiedenster geowissenschaftlicher Institutionen; sie führt instruktiv in Stoff, Prozess und Raum, historisch, aktuell und perspektiv; Nachschlagen in jeweils interessierende Thematik ist gut gewährleistet; für individuelle Vertiefung sind auch Quellen und weiterführende Sammelliteraturen angegeben. Kurzum, diese Dokumentation ist eine wertvolle Mischung aus Bekanntem und Neuem und stets Wissenswertem für jeden regional- und angewandt- geologisch interessierten Leser jeder Beschäftigungssparte. Es ist ein rundum empfehlenswertes und so auch seinen Preis wertes Buch.

G.Nollau, Erlangen

Geologische Blätter für Nordost-Bayern, Band 60, Heft 1-4, S. 254-256
Geologische Blätter für Nordost-Bayern

Bespr.: Hercynia N.F. Band 43, 2010 top ↑

Die Geologie von Sachsen (Teil I: 2008) ist nunmehr mit dem Erscheinen von Teil II: Georessourcen, Geopotenziale, Georisiken komplett verfügbar. Erfreulicherweise ist der Titel um einen weiteren Abschnitt über Objekte und Stätten für die geologische Allgemeinbildung bereichert worden, d.h. über Geotope und Geotopschutz, geologische Lehrpfade und Schaubergwerke sowie geowissenschaftliche Museen, Sammlungen und Archive. Leider wurden diese Themen bisher nur wenig angesprochen, trotz ihrer wesentlichen Bedeutung für die Allgemeinheit und insbesondere für den Tourismus und die geowissenschaftliche Wissenschaftsgeschichte und Bildungsarbeit.

Der Verlag war sehr gut beraten, sich als Herausgeber den Mineralogen W. Pälchen (Vizepräsident des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Freiberg) zusammen mit einem Team ausgezeichneter, kompetenter und erfahrener Fachwissenschaftler als Herausgeber und Autoren zu wählen. Es galt für sie, den nicht immer einfachen und nicht problemlosen, vielseitigen Stoff der traditionellen „Angewandten Geologie“ und Lagerstättenkunde dem Leser klar und knapp darzustellen. Der vorliegende Titel lässt eine vorzügliche Zusammenarbeit erkennen.

Der 2. Band der Geologie von Sachsen geht auf vier Themenkomplexe ein: 1. Georessourcen, d. h. geogene Bildungen, die aufgrund ihrer stofflichen und/oder strukturellen Eigenschaften als Rohstoff von Nutzen sind. Hierzu gehören Wasser, Energierohstoffe, Steine und Erden, Erze, Fluorit und Baryt, Schmuck- und Edelsteine, sonstige mineralische Rohstoffe. Auf die diesbezüglich relevanten Themen, wie Rohstoffsicherung sowie Bergbaufolgen und Sanierung in Rohstoffabbaugebieten wird eingegangen.

2. Geopotentiale. Hierunter versteht man die Gesamtheit der physikalischen und chemischen Eigenschaften von Gesteinsverbänden und geologischen Räumen unterschiedlicher Dimensionen in ihrer Gesamtheit als Medium von Stoff- und Energieflüssen, d. h. als Potentialfeld. Für das Verständnis von Stofftransporten sind Bewegung unterirdischer Wässer, Transport von Energieströmen, Migration von Gasen und schadlose Verbringung von Abfällen von Bedeutung.

3. Georisiken. Es sind Erscheinungen und Prozesse, wie Erdbeben, Gasemissionen, Massenbewegungen, d. h. Rutschungen, Felsstürze, Bodenerosion, also geologische Erscheinungen und Vorgänge, die eine Gefährdung für den Menschen und die von ihm geschaffene Infrastruktur darstellen. Es sind Gefahren für Landschaft und Bevölkerung, die erkannt und verhindert werden müssen.

4. Objekte und Stätten geowissenschaftlicher Information und öffentlicher Bildung. Dieses Kapitel wurde in der Literatur bisher nur unzureichend erwähnt und weist auf Geotope und Geotopschutz, geowissenschaftliche Lehrpfade und Schaubergwerke sowie geowissenschaftliche Museen, Sammlungen und Archive hin. Hier sind sie Zeichen und Ausdruck der besonderen Bedeutung Sachsens auf dem Gebiet der Geowissenschaften. Es sind Körperschaften mit einem bedeutsamen Bildungsauftrag für eine naturorientierte Allgemeinbildung der Gesellschaft.

Ein Quellenverzeichnis, ausgewählte Schlüsselliteratur, Abkürzungen sowie ein umfangreiches Register und der Vorsatz (geologische Übersichtskarte von Sachsen (ohne Quartär) und der Nachsatz (schematische Darstellung der Ereignis- und Schichtenfolge in Sachsen) ermöglichen ein zügiges wissenschaftliches Arbeiten mit den zahlreichen fachlichen Fakten des Titels.

Wie schon in Teil I ist auch der Teil II ausgezeichnet illustriert durch 120 Abbildungen und 55 Tabellen von hoher Aussagekraft, die zum guten Verständnis der abgehandelten Themen beitragen.

Für Teil II der Geologie von Sachsen muss wie schon für Teil I gesagt werden, dass er unbedingt in die Hände der Mitarbeiter aus der geologischen Praxis gehört. Aber auch anderen Fachleuten naturwissenschaftlicher Disziplinen gibt er ausreichende korrekte und wichtige Auskünfte und Hinweise für die fachlich-angewandte Tätigkeit.

Anempfohlen sei der Titel vor allem zur Information und Entscheidungsfindung bei Vorhaben in der Bauindustrie, der Wasserwirtschaft, der Abfallbeseitigung u.a. Gebieten. Ebenso finden z.B. Institutionen der Rohstofferkundung in Sachsen, aber auch anderswo wertvolle Hinweise und Anregungen für ihre künftige Erkundungstätigkeit. Für Touristik und Bildungsarbeit, insbesondere an Universitäten, ist der Titel eine Fundgrube geowissenschaftlicher Fakten und Informationen.

Das Buch gehört wegen seiner fachlichen Qualität, seiner prägnanten Aussagekraft und Übersichtlichkeit in jede geowissenschaftliche Bibliothek, aber ebenso in die kommunaler Institutionen.

Das Autorenteam, den Herausgeber und den Verlag kann man zu seiner vorliegenden Leistung beglückwünschen.

Günter Krumbiegel, Halle (Saale)

Hercynia N.F. Band 43, 2010

Bespr.: Der Anschnitt 62, 2010, H. 4 top ↑

Nachdem die E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller) in Stuttgart in den vergangenen Jahren bereits Bände zur Geologie von Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen verlegt hat, sind nun (2008/2009) in dieser informellen Reihe die Bände „Geologie von Sachsen-Anhalt“ sowie „Geologie von Sachsen“ (in zwei Teilen) erschienen. Neuerscheinungen geologischen Inhalts finden nur selten Eingang in den Rezensionsteil dieser Zeitschrift, doch rechtfertigt der Reichtum an mineralischen Rohstoffen der beiden Bundesländer eine Ausnahme.

Die „Geologie von Sachsen-Anhalt“ wurde von einem Viermännerkollegium (Gerhard H. Bachmann, Bodo-Carlo Ehling, Rudolf Eichner & Max Schwab) herausgegeben, dessen Mitglieder entweder am Geologischen Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt oder an der Universität Halle(-Wittenberg) tätig sind. Beim besprochenen Werk handelt sich um die erste ausführliche und zusammenfassende Buchpublikation zur Geologie von Sachsen-Anhalt, das als Bundesland ja erst seit 1990 besteht. Den Herausgebern ist es gelungen, insgesamt 47 regionalgeologisch kompetente Kollegen als Autoren für die einzelnen Kapitel zu gewinnen. Einleitend schildert R. Eichner die Geschichte der geologischen Forschung, die aber in Teilen eher einen Abriss der Bergbaugeschichte darstellt. Die dort als „kolorierte[s] Unikat“ bezeichnete „Petrographische Karte der Grafschaft Mannsfeld“ von 1815 ist allerdings kein Unikat, sondern als „illuminirte petrographische Charte“ dem dritten Teil einer Publikation beigegeben, die auch im Schriftenverzeichnis des besprochenen Bandes angegeben wird (Freiesleben, Johann Carl 1815: Geognostischer Beytrag zur Kenntniß des Kupferschiefergebirges, mit besonderer Hinsicht auf einen Theil der Grafschaft Mansfeld und Thüringens“, Dritter Theil). Hervorzuheben im ersten, historischen Kapitel sind die Abschnitte „Geologie und Universitätsgeschichte“ sowie „Geologie und amtliche geologische Landesaufnahme“. Es folgen ein „Geomorphologischer Überblick“ (K. Schuberth) und – als Übersicht – die „Regionalgeologische Entwicklung“ (G. H. Bachmann & M. Schwab), bevor der Kernteil des Bandes die stratigraphischen Einheiten (p. 51–343) behandelt, die einen weiten Bogen vom Präkambrium (die ältesten datierten Zirkone lieferten Alter von über 1,5 Milliarden Jahre) bis zum Quartär schlagen. Den Abschluss des stratigraphischen Kapitels bildet der Abschnitt „Fossillagerstätten“, der nach Meinung des Rezensenten besser im Abschnitt „Geologie und Umwelt“ aufgehoben gewesen wäre, nicht nur, weil dort geowissenschaftliche Museen und Geotope behandelt werden, zu denen sich vielfältige Beziehungen ergeben, wodurch im besprochenen Band Redundanzen auftreten (z. B. Geiseltalmuseum im stratigraphischen Kapitel), sondern auch, weil die besprochene Tiefbohrung Schladebach (p. 346), die Ende des 19. Jahrhunderts mit 1748,40 m tiefste Bohrung der Welt, kein Geotop, sondern im besten Fall ein technisches Denkmal darstellt (nämlich deren Bohrkerne). – Das folgende fünfte Kapitel beschreibt die regionalgeologischen Einheiten Altmark-Fläming-Scholle, Flechtingen-Roßlau-Scholle, Halle-Wittenberg-Scholle sowie Harz mit seinem nördlichen und südöstlichen Vorland. Der Bedeutung des aktiven sowie des historischen Bergbaus entsprechend nimmt die Beschreibung des Kapitels „Bodenschätze und Bergbau“ (R. Eichner & J. Wirth) einen breiten Raum ein. Noch heute ist Sachsen-Anhalt ein z. T. bedeutender Produktionsstandort für die Gewinnung von Steinen und Erden, Braunkohle, Stein- und Kalisalzen und Erdgas. In der Vergangenheit wurden zudem Steinkohlen des Oberkarbons und Unterrotliegenden, Bernstein, Erdöl (bis 1986), Bunt- und Schwermetallerze (darunter „Kupferschiefer“-Erze, Pyrit, hydrothermale Pb-Zn-Cu-Erze, sedimentäre Eisenerze) sowie Baryt und Fluorit („Spate“) gewonnen. Behandelt werden auch Uran-Mineralisationen, die durch die SDAG Wismut durch zahlreiche Bohrungen intensiv erkundet worden sind (1949−1953, 1973−1985), deren geringe Menge aber der Aufnahme einer Uranerzgewinnung immer im Wege stand. Auch die Nutzung von Grund-, Heil- und Mineralwasser, von geothermischer Energie und von Untertagespeichern wird in diesem Kapitel behandelt. Ein eigener Abschnitt beleuchtet „Halle und das Salz“ in geologischer und salinarhistorischer Beziehung. Kapitel 7 ist mit „Geologie und Umwelt“ überschrieben (G. Strobel) und umfasst den Baugrund, geologische Barrieren sowie Geotope und den UNESCO-Geopark „Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen“. Dem Kapitel „Böden“ (W. Kainz) folgt als neuntes und letztes Kapitel „Geowissenschaftliche Ausstellungen und Sammlungen“ (G. H. Bachmann), das stichwortartig die im Bundesland vorhandenen Sammlungen, Schaubergwerke und Hüttenmuseen in alphabetischer Aufstellung erläutert. Ein umfangreiches Schriftenverzeichnis (82 Seiten) und ein Stichwortregister beschließen den Band. Dem angelsächsischen Vorbild entsprechend sind die Abbildungen und Tabellen des Bandes leider nicht mehr fortlaufend, sondern abschnittsweise nummeriert (3.1-1, 3.1-2, 3.1-3, 3.2-1, 3.2-2 etc.), was die Suche nach Abbildungen und Tabellen zu einem ärgerlichen Suchspiel werden lässt. Auch gibt es nicht nummerierte Abbildungen, z. B. auf p. 346. Über Geschmack lässt sich bekanntlicher Weise streiten, und sicherlich auch darüber, ob in eine Landesgeologie der vorliegenden Güte Federzeichnungen gehören, die holzschnittartig Felsformationen, Schachtanlagen sowie Portraits bedeutender Bergbeamter und Geognosten darstellen und z. T. verfremden. Der Rezensent ist der Überzeugung, dass die im Einzelnen nicht zitierten Vorlagen der Federzeichnungen aus der Hand von H. Bringezu dem vorliegenden Band besser zu Gesicht gestanden hätten.

Der Band kann allen Interessierten uneingeschränkt empfohlen werden; der attraktive Preis in Höhe von nur 78 Euro (dies entspricht lediglich 11 Cent/Seite) wurde durch eine freundliche Unterstützung des Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt ermöglicht –eine wohltuend bürgerfreundliche Verwendung von Steuergeldern in einer Zeit von sog. Auslandseinsätzen und Bankenstützen.

Der erste, allerdings nicht nummerierte Band der „Geologie von Sachsen“ trägt den Untertitel „Geologischer Bau und Entwicklungsgeschichte“. Korrekterweise müsste er die Nummer I tragen. Er wurde von Werner Pälchen und Harald Walter herausgegeben, zwei ausgewiesenen Kennern der Region, beide am Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie in Freiberg (Sachsen) tätig bzw. tätig gewesen. Auch für den ersten Band der Landesgeologie haben die Herausgeber zahlreiche Experten gewinnen können, in diesem Fall 42 Autoren. Sachsen gehört seit den Zeiten von Georgius Agricola zu den klassischen Bergbauregionen der Welt, und so verwundert es nicht, dass die beiden Herausgeber nicht die erste sächsische Landesgeologie herausgeben. Wie die Herausgeber betonen, war Kurt Pietzsch (1962) allerdings der letzte, der eine umfangreiche, monographische Bearbeitung des Gebiets als ein „Ein-Mann-Buch“ verfassen konnte: Die intensive Rohstoffexploration der DDR und auch immense bergmännische Aufschlussarbeiten erbrachten einen so ernormen Erkenntniszuwachs, dokumentiert durch ca. 345.000 Bohrungen sowie ca. 7.500 Berichte über Erkundungs-, Kartierungs- und Forschungsarbeiten, so dass ein neuer Versuch, dieses Wissen in Buchform zu dokumentieren, zahlreicher Autoren bedurfte. Die Konzeption für das vorliegende Werk war bereits vor der sog. Wende fertig, doch konnte es erst mit großem, zeitlichen Abstand zur Konzeption fertig gestellt werden.

Der erste Band begnügt sich mit 16 Seiten „Geographisch-geologischer Überblick“, zu denen auch eine kurze „Geschichte der geologischen Erforschung“ (8 S.) gehört, um dann in medias res zu gehen, der Beschreibung der drei geotektonischen Baueinheiten von Sachsen. Kapitel 2 widmet sich den „Baueinheiten des Grundgebirgsstockwerkes“, die im Rahmen der variscischen Gebirgsbildung deformativ überprägt worden sind und größtenteils zur saxothuringischen Zone gehören. Folgende regionalgeologische Einheiten werden beschrieben: Erzgebirge, Vogtland, Granulitgebirge, Nordwestsachsen, Elbezone und Lausitz. Kapitel 3 behandelt die „Baueinheiten des Molassestockwerkes“, worunter die Füllung der spätvariscischen Molassebecken mit permokarbonischen Sedimenten, Vulkaniten und granitischen Intrusionen verstanden wird. Im letzten Kapitel („Postvaristisches Deckgebirge“) werden die das Grundgebirge und die Molassefüllung überlagernden Strukturen und Sedimente beschrieben, die von der Zechsteinzeit bis zum Holozän reichen.

Die den Leser dieser Zeitschrift besonders interessierenden Lagerstätten und Vorkommen mineralischer Rohstoffe (hier Georessourcen und -potenziale genannt) werden im separaten Band II beschrieben, der ein Jahr später erschien. In dem von H. Pälchen herausgegebenen Band erläutern 28 Autoren ein weites Spektrum geowissenschaftlicher Themen, von Georessourcen (mineralischen Rohstoffe) und Geopotenzialen über Georisiken (z.B. Erdbeben) bis hin zu Geotopen, Museen und Schaubergwerken.

Das 1. Kapitel („Georessourcen“) umfasst das Wasser (Oberflächen-, Grund-, Mineral- und Thermalwasser), die sächsischen Energierohstoffe (Stein- und Braunkohlen, Uranerze, geothermische Energie), dann die heute noch wichtigen Lagerstätten der Steine und Erden (Festgesteine, Sande und Kiese, Tonrohstoffe), die Industrieminerale (Fluorit, Baryt), „Erze“ (W, Mo, Sn, U, Pb, Zn, Ni, Co, Cu, Fe etc.), die Schmuck- und Edelsteine (darunter der berühmte Topas vom Schneckenstein bei Muldenburg im Vogtland, die bekannten Achate und Amethyste z. B. von Schlottwitz, aber auch Gesteine wie der weithin bekannte Serpentinit von Zöblitz) und „Sonstige mineralische Rohstoffe“. Hierunter werden Feldspat, Quarz, Quarzit, Kieselgur, Polierschiefer, Talk, Paragonit, Cordierit-Sillimanit-Granat-Gesteine, B-Träger, Zirkon, Schwermineral-Seifen, Anatasschluff, Torf und Erdöl/Erdgas beschrieben, mineralische Rohstoffe, von denen einige auch unter den Industriemineralen bzw. den Energierohstoffen hätten abgehandelt werden können. Erfreulicherweise finden sich eigene Abschnitte zum wichtigen Thema der Rohstoffsicherung und zu den Folgen des Bergbaus und der Sanierung ehemaliger Abbaugebiete, von Bedeutung hier vor allem der ehemalige Braunkohlen- und Uranerzbergbau. Das 2. Kapitel („Geopotenziale“) wäre bis vor wenigen Jahren schlichter und zutreffender mit „Bodenkunde, Hydrogeologie, Ingenieurgeologie, Geophysik, Geochemie“ überschrieben worden. Zu den sächsischen „Georisiken“ (3. Kapitel) zählen Erdbeben (darunter die bekannten sächsischen Schwarmbeben), Gasemissionen (CO2 und N2 aus dem Erdmantel sowie CH4 nicht ganz geklärter Herkunft), „Massenbewegungen“ (Felsstürze, Rutschungen etc.) und „Bodenerosion“. Das 4. und abschließende Kapitel dieses Teilbandes ist mit „Objekte und Stätten geowissenschaftlicher Information und öffentlicher Bildung“ überschrieben. Hier werden die Abschnitte „Geotope und Geotopschutz“, „Geologische Lehrpfade und Schaubergwerke“ und „Geowissenschaftliche Museen, Sammlungen und Archive“ beschrieben: In Sachsen existieren alleine 64 Besucherbergwerke sowie 17 Lehrpfade und 24 bedeutenden Museen geowissenschaftlicher Ausrichtung! Den Abschluss bilden ein „Quellenverzeichnis“ und ein Verzeichnis der „Schlüsselliteratur“.

Bezüglich der Abbildungsnummerierung folgen beide Teile der „Geologie von Sachsen“ leider auch der unübersichtlichen, abschnitts- und kapitelbezogenen Nummerierungsstrategie der „Geologie von Sachsen-Anhalt“. Tabellen werden im Text als Abbildungen bezeichnet und in diese eingereiht, doch sind einige dem ersten Band als Anhang beigegeben, auch hier verwirrend nummeriert und beginnend mit den Tabellen 2.3-1, 2.10-1 und 3.4-1. Aus Platzgründen ist der Geologie von Sachsen leider kein komplettes Literaturverzeichnis beigegeben worden; man hat sich auf die Angabe der sog. Schlüsselliteratur beschränkt, derjenigen Literatur, die am Ende eines jeden Abschnitts kursorisch angegeben wird und die im Schriftenverzeichnis des ersten Bandes gerade einmal zwölf Seiten und des zweiten Bandes acht Seiten füllt. Bei einer Neuauflage sollte das Schrifttum vollständig aufgeführt und auch im Text erwähnt werden. Bei beiden Bänden der „Geologie von Sachsen“ beschließen ein Sachregister bzw. ein Register den Band. Mit 69,00 Euro (= 12,5 Cent/Seite) für Band I bzw. 49,80 Euro (= 15,6 Cent/Seite) sind beide Bände der „Geologie von Sachsen“ kostengünstig in der Anschaffung und können Interessierten uneingeschränkt empfohlen werden.

Sowohl die „Geologie von Sachsen-Anhalt“ als auch die beiden Bände der „Geologie von Sachsen“ richten sich primär an alle Geowissenschaftler, also im engeren Sinn Geologen, Paläontologen und Mineralogen sowie Studenten dieser Fächer, doch werden auch Geographen und Vertreter von Nachbardisziplinen, so Bergleute, Steine-und-Errden-Ingenieure, Bauingenieure, Geotechniker, Planer, Landwirte und Forstleute von beiden Werken profitieren. In Zeiten des nachlassenden Interesses für die regionale Geologie Deutschlands und der Abwicklung geowissenschaftlicher Landesbehörden in zahlreichen Bundesländern wünsche ich der „Geologie von Sachsen“ und der „Geologie von Sachsen-Anhalt“ eine weite Verbreitung und weitere Auflagen.

Prof. Dr. Thomas Kirnbauer, Bochum

Der Anschnitt 4/2010, 62. Jg.

Bespr.: Mauritiana (Altenburg) 21 (2010) top ↑

Der vorliegende Band II der „Geologie von Sachsen“ behandelt umfassend die Bereiche der „Angewandten Geologie“. Er ist Ergebnis der gründlichen Aufbereitung und Zusammenfassung geowissenschaftlicher Erkenntnisse, Fakten und Zusammenhänge nach dem Erscheinen der „Geologie von Sachsen“ von KURT PIETZSCH im Jahr 1962. Der Schwerpunkt der ersten drei Abschnitte des Bandes liegt auf der Betrachtung der räumlich-stofflichen Grundlagen des geologischen Untergrundes Sachsens bezüglich ihrer ökonomischen Wertigkeit und Nutzbarkeit. Dabei werden erstmals sowohl die Georessourcen (Energierohstoffe, Wasser, Steine und Erden) als auch deren Geopotentiale unter hydrogeologischen, ingenieurgeologischen/geotechnischen, geophysikalischen, geochemischen und bodenkundlichen Aspekten betrachtet. Immer mehr in das allgemeine Blickfeld rückende Georisiken wie Bodenerosion, Massebewegungen, Gasemissionen und Erdbeben werden gleichfalls behandelt. Aufgrund der fachspezifischen Terminologie setzen diese Abschnitte allerdings breite geologische Fachkenntnisse voraus. Für Geowissenschaftler und ingenieurgeologisch arbeitende Firmen bieten sie jedoch aufgrund der fallbezogenen Beispiele eine hervorragende Arbeitsgrundlage.

Der vierte, sehr knapp gehaltene Abschnitt wendet sich auch an den geologisch interessierten Laien. Resultierend aus der über achthundertjährigen Bergbautradition Sachsen wird auf Stätten geowissenschaftlicher und öffentlicher Bildung verwiesen. Der Klärung der Begriffe Geotop und Geotopschutz folgt eine tabellarische Auflistung ausgewählter Geotope, Geologischer Lehrpfade und Schaubergwerke sowie geologischer Museen, Sammlungen und Archive im Freistaat. Eine kurze Vorstellung der Lokalitäten wäre wünschenswert, würde jedoch den Rahmen des Buches sprengen.

Das Buch ist mit klaren Karten, Schemata und Skizzen ausgestattet. Das Literaturverzeichnis umfasst 94 Quellen. Zitate mit einer umfangreichen Anzahl weiterführender Literatur sind zusätzlich markiert. Damit können sich Interessenten effizient in die entsprechenden Themen einarbeiten. Insgesamt ist PÄLCHEN’s „Geologie von Sachsen II“ eine schöne und instruktive Arbeit, die in keiner auf geologischem Gebiet arbeitender Institution fehlen sollte.

Dipl.-Geol. Undine Morgenstern

Mauritiana (Altenburg) 21 (2010)

Bespr.: Geohistorica Heft 7/2011 top ↑

Der 2008 von W. Pälchen und H. Walter im gleichen Verlag herausgegebene Band Geologie von Sachsen I (vgl. Besprechung von Ilse Kunz in Geohistorica 2009 H. 5, S. 69-70) behandelt den geologischen Bau und die Entwicklungsgeschichte Sachsens. Unter Einbeziehung sämtlicher Daten von 1835 bis 2005 entstand so eine neue Monographie der Geologie von Sachsen, die den „Pietzsch“ von 1962 ablöste.

Das Werk Geologie von Sachsen II geht auf die Georessourcen, Geopotenziale und Georisiken des Freistaates Sachsen ein und behandelt umfassend die Aspekte der angewandten Geologie, die eine direkte Auswirkung auf die Bevölkerung haben.

Georessourcen sind geogene Bildungen, die aufgrund ihrer stofflichen oder/und strukturellen Eigenschaften als Rohstoffe für den Menschen nutzbar sind. Sie sind eng mit der menschlichen Gesellschaft verknüpft und unterliegen einem starken, durch Bedarf und technologische Möglichkeiten bestimmten Wandel ihrer Gewinnung und Verarbeitung. Im Einzelnen werden behandelt: Wasser, Energierohstoffe, Steine und Erden, Erze, Fluorit und Baryt, Schmuck- und Edelsteine, Sonstige mineralische Rohstoffe, Rohstoffsicherung, Bergbaufolgen und Sanierung.

Geopotenziale sind die Gesamtheit der physikalischen und chemischen Eigenschaften von Gesteinsverbänden und geologischen Räumen unterschiedlicher Dimension. Sie sind das Medium von Stoff- und Energieflüssen, wie z.B. die Bewegungen unterirdischer Wässer, Migration von Erdöl und –gasen, die heute so wichtige schadlose Verbringung von Abfällen. Geogene Potenzialfelder existieren unabhängig von der menschlichen Erkenntnis. Jedoch ist die Kenntnis ihrer Eigenschaften, ihrer Struktur und ihrer Ausdehnungen für das Verständnis von Stofftransporten von großer Bedeutung. „Daraus folgt zwangsläufig, dass dem geologischen Raum und seinen Bestandteilen im Interesse der menschlichen Daseinsvorsorge und einer nachhaltigen umweltgerechten Entwicklung ein gleichrangiger Schutz beizumessen ist wie anderen Elementen des Naturraumes“. Es werden behandelt: Bodenpotenziale, Hydrogeologisches Naturraumpotenzial, Ingenieurgeologische und geotechnische Charakteristika, Geophysikalisches Naturraumpotenzial, Geochemisches Naturraumpotenzial.

Die Kenntnis und vorausschauende Erkenntnis von Georisiken, wie bestimmter exogener Prozesse (Rutschungen, Felsstürze, Bodenerosion) oder endogener Prozesse (aktiver Vulkanismus, Erdbeben), d.h. alle geologischen Erscheinungen und Prozesse, von denen eine Gefährdung für Menschen und die von Menschen geschaffene Infrastruktur ausgehen kann, ermöglicht es, reale Gefahren für Landschaft und Bevölkerung zu erkennen und abzuwenden. Georisiken sind Zeugnisse dafür, dass die Erde kein starrer und toter Körper ist, sondern sich in ständiger Veränderung und Bewegung befindet. Der Herausgeber behandelt Erdbeben, Gasemissionen, Massenbewegungen und Bodenerosion.

Abschließend werden relevante Zeugnisse der Erdgeschichte Sachsens behandelt, die für die Schul- und Weiterbildung und die Information einer breiten Öffentlichkeit von Bedeutung sind. Es sind z.B. die in der Natur zu beobachtenden Lokalitäten, die für Wissenschaft und Praxis der Geologie wichtig sind: Geotope, geologische Lehrpfade, Geoparks und Schaubergwerke. Weiterhin sind das geowissenschaftliche Museen, Sammlungen und Archive, in denen Beleg- und Schaustücke sowie schriftliche Dokumente von der Erforschung des sächsischen Territoriums aufbewahrt werden, die vor allem von den Geohistorikern und Montanhistorikern genutzt werden können.

Der Herausgeber, Dipl.-Mineraloge Dr. rer. nat. Werner Pälchen, geb. 1938, studierte Mineralogie an der Bergakademie Freiberg unter den Professoren O.W. Oelsner und H.J. Rösler; von 1968 bis 1981 arbeitete er u.a. als Arbeitsgruppenleiter im Zentralen Geologischen Institut Berlin, von 1981 bis 1990 war er AG-Leiter Geochemie im VEB Geologische Forschung und Erkundung Freiberg/Sa.. Nach der Wende war er 1991/92 Geschäftsführer Geologische Landesuntersuchung GmbH Freiberg, 1992-2003 Abteilungsleiter (Boden/Geochemie/Angewandte Geologie) und ab 1998 gleichzeitig Vizepräsident im Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie.

Das anregende und interessante Buch ist jedem Geowissenschaftler und allen Geohistorikern zu empfehlen, es sei ihm – zusammen mit Band I ! - eine große Verbreitung gewünscht. Dank gilt vor allem Werner Pälchen und seinem Autorenkollektiv für die zeitraubenden und umfangreichen Arbeiten.

Peter Krüger

Geohistorica Heft 7/2011

Bespr.: Zentralblatt f. Geologie u. Paläontologie Teil II 2011, Heft 3-4 top ↑

Dem vorliegenden Lehrbuch mit dem Schwerpunkt auf der Beschreibung der Georessourcen, Geopotentiale und Georisiken Sachsens ging der erste Teil „Geologischer Bau und Entwicklungsgeschichte“ mit der Darstellung des geologischen Baus und der Entwicklungsgeschichte Sachsens voraus. Die Schilderung der Geologie Sachsens ist damit komplett, und hier rückt die Rolle der Gesteine, Gesteinsverbände und der geologischen Einheiten als Naturraumelemente zum Nutzen des Menschen in den Vordergrund.

Das Buch gliedert sich in die drei Hauptkapitel: Georessourcen, Geopotentiale und Georisiken. Das erste Kapitel Georessourcen beschreibt die als Rohstoffe nutzbaren „geogenen“ Bestandteile unserer Umwelt, zunächst das Wasser, seine Herkunft und die verschiedenen Arten von Grund-, Mineral-, Thermal- und bergmännisch gewonnenes Wasser. Es folgt eine Darstellung der Energierohstoffe Sachsens, der verschiedenen Kohlearten, des Uran und der Geothermie. Die Steine und Erden werden nach ihren geologischen Baueinheiten anschließend vorgestellt, die Erze, namentlich Fluorit und Baryt sowie die Schmuck- und Edelsteine Sachsens in jeweils eigenen Kapiteln.

Unter Geopotentiale fasst der Autor das menschliche Interesse an den „geogenen“ Räumen zusammen, namentlich die Bodenpotentiale, das hydrogeologische Naturraumpotential, die ingenieurgeologische und geotechnische Charakteristik des Naturraumes, das geophysikalische und das geochemische Naturraumpotential.

Unter Georisiken versteht man die Gefährdung des Menschen und seiner Infrastruktur durch geologische Erscheinungen und Prozesse, also die Gefährdung durch Erdbeben, Gasemissionen, Massenbewegungen und Bodenerosionen.

Im vierten und abschließenden, weiterführenden Buchabschnitt „Objekte und Stätten der geowissenschaftlicher Information und öffentlicher Bildung“ stellt der Verf. die Geotope und den Geotopschutz, die Geologischen Lehrpfäde und Schaubergwerke und die geowissenschaftlichen Museen, Sammlungen und Archive Sachsens dem Leser und Besucher vor. Ein umfangreiches Quellenverzeichnis, ein Verzeichnis der Schlüsselliteratur, mit speziell gekennzeichneten Zitaten und einer umfangreichen weiterführenden Literatur, ein Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen und ein Sachregister runden das Buch bestens ab.

Die Abbildungen dieses Buches sind instruktiv und verständlich. Eine doppelseitige geologische Karte fi ndet sich auf der vorderen Buchdeckelinnenseite und auf der hinteren Buchdeckelinnenseite eine Zusammenfassung der geologischen Ereignisse und Schichten in Sachsen.

Dieses Buch wendet sich zunächst an die Studierenden der geowissenschaftlichen Fächer, darüber hinaus an alle Bearbeiter dieses modernen Arbeitsfeldes der Georessourcen, Geopotentiale und Georisiken in Sachsen. Darüber hinaus gibt das Buch einen guten Einblick in die Geschichte des Bergbaus und der Bodenschätze Sachsens. Umfassend sind die Fragestellungen der Angewandten Geologie Sachsen bearbeitet. Das Buch spricht so auch die privaten Ingenieurund baugrundgeologischen Büros, die Mitarbeiter in Verwaltung und Industrie an, nicht zuletzt auch alle Liebhaber der sächsischen Geologie.

STEPHAN J. MARKS, Münster i. Westf.

Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil II 2011, Heft 3-4

Bespr.: GMIT Nr. 43 top ↑

Nachdem im ersten Band die Geologie von Sachsen, d.h. der geologische Bau und die Entwicklungsgeschichte des Landes dargestellt wurde, stehen im Mittelpunkt des von 28 Autoren erarbeiteten zweiten Bandes solche Aspekte geowissenschaftlicher Forschung, die gemeinhin als Angewandte Geologie bezeichnet werden. Der Band ist, wie es der Untertitel verheißt, in drei Hauptkapitel gegliedert.

Deren erstes und zugleich umfangreichstes (Georessourcen, 178 S.) behandelt in aller Ausführlichkeit die Bodenschätze („natürliche geogene Rohstoffe“) Sachsens, angefangen vom Wasser, über die Energierohstoffe (inklusive Erdwärme), Steine und Erden, Erze, Fluß- und Schwerspat bis hin zu Schmuck- und Edelsteinen. Speziell eingegangen wird auf Fragen der Rohstoffsicherung und auf die Problematik der Bergbaufolgen und der Sanierung in Bergbaugebieten.

Im zweiten Hauptkapitel (71 S.) werden Geopotenziale behandelten, worunter die Autoren geogene Bildungen verstanden wissen wollen, die aufgrund ihrer Beschaffenheit Möglichkeiten für bestimmte Nutzung zu bieten vermögen, ohne daß sie selbst dabei verbraucht werden. Es sind dies das Bodenpotential, das hydrogeologische Naturraumpotential sowie das geophysikalische und das geochemische Naturraumpotential.

Das dritte Hauptkapitel ( 20 S.) ist den Georisiken gewidmet, die für Sachsen relevant sind: seismische Aktivitäten, Emissionen von (mantelbürtigen) Gasen, Massenbewegungen (Steinschläge, Felsstürze, Rutschungen), Bodenerosion.

Von besonderem öffentlichem Interesse ist ein weiteres Kapitel (Objekte und Stätten geowissenschaftlicher Information und öffentlicher Bildung, 16 S.), das über Geotope und Geotopschutz, geologische Lehrpfade (17 Objekte mit Beschreibung und Webseite) und Schaubergwerke (64 Objekte mit Adresse, Betreiber/Ansprechpartner und E-Mailadresse) und geowissenschaftliche Museen, Sammlungen und Archive (24 mit Bestandsbeschreibung und Webseite) informiert.

Ulrich Wutzke

GMIT Nr. 43 März 2011

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort V
Autorenverzeichnis VIII
Inhaltsverzeichnis IX
1 Georessourcen 1
1.1 Wasser 2
1.1.1 Wasserdargebot 2
1.1.1.1 Oberflächenwasser 2
1.1.1.2 Grundwasser 6
1.1.2 Wasserbeschaffenheit 7
1.1.2.1 Niederschlag 7
1.1.2.2 Oberflächenwasser 8
1.1.2.3 Grundwasser 12
1.1.2.4 Mineral- und Thermalwasser 15
1.1.2.5 Kontamination 18
1.1.3 Wasserwirtschaft 18
1.1.3.1 Bergmännische Wasserwirtschaft 18
1.1.3.2 Wasserversorgung 19
1.1.3.3 Schutzmaßnahmen 20
1.2 Energierohstoffe 21
1.2.1 Überblick 21
1.2.2 Kohlen 21
1.2.2.1 Braunkohlen 24
1.2.2.1.1 Nordwestsächsische Braunkohlen 35
1.2.2.1.2 Ostsächsische Braunkohlen 41
1.2.2.1.3 Braunkohlenwirtschaft und -verwertung 48
1.2.2.2 Steinkohlen 51
1.2.2.2.1 Rohstoffgeologische Charakteristik der wichtigsten Lagerstätten 54
1.2.2.2.2 Steinkohlenförderung 58
1.2.3 Uran 60
1.2.4 Erdwärme 62
1.2.4.1 Grundlagen 62
1.2.4.2 Oberflächennahe Geothermie 63
1.2.4.3 Tiefe Geothermie 65
1.3 Steine und Erden 67
1.3.1 Festgesteine 67
1.3.1.1 Kurzer geschichtlicher Abriss 67
1.3.1.2 Lausitz 69
1.3.1.3 Elbe-Zone 71
1.3.1.4 Granulitgebirge, Erzgebirge–Vogtland 73
1.3.1.5 Nordwestsachsen 77
1.3.2 Sande und Kiese 79
1.3.2.1 Überblick 79
1.3.2.2 Vorerzgebirgssenke/südliches Muldental (Region I) 81
1.3.2.3 Lausitz (Region II) 85
1.3.2.4 Nordwestsachsen (Region III) 90
1.3.2.5 Dresdner Elbtalgraben/zentrales Hügelland (Region IV) 94
1.3.3 Tone, Kaoline, Lehme und Mergel 97
1.3.3.1 Überblick 97
1.3.3.2 Tone 100
1.3.3.3 Kaoline 111
1.3.3.4 Lehme und Mergel 114
1.4 Erze 121
1.4.1 Überblick 121
1.4.2 Wolfram, Molybdän, Zinn 124
1.4.2.1 Wolfram 124
1.4.2.2 Molybdän 127
1.4.2.3 Zinn 127
1.4.2.3.1 Mineralisationstypen im Exokontaktbereich 128
1.4.2.3.2 Mineralisationstypen im Endokontaktbereich 129
1.4.3 Uran 131
1.4.4 Blei, Zink 138
1.4.5 Silber 140
1.4.6 Nickel, Kobalt 140
1.4.7 Kupfer 141
1.4.8 Eisen 142
1.4.9 Sonstige Erzvorkommen 145
1.5 Fluorit und Baryt 147
1.5.1 Genetische Typen von Fluorit und Baryt in Sachsen mit ihren
Typuslokalitäten 147
1.5.1.1 Fluorit 147
1.5.1.2 Baryt 151
1.5.2 Verteilungsgesetzmäßigkeiten und Ausbildung der Fluorit-Baryt-
Mineralisationen 152
1.5.3 Wichtige Lagerstätten, Rohstoffbeschaffenheit und perspektive
Gebiete 154
1.6 Schmuck- und Edelsteine 159
1.6.1 Edel- und Schmucksteine in pegmatitisch-pneumatolytischen
Bildungen 159
1.6.2 Schmucksteine in tektonischen Störungen 160
1.6.3 Schmucksteine in Eruptivgesteinen 162
1.6.4 Edel- und Schmucksteine in Sedimentiten 163
1.6.5 Gesteine als Schmucksteine 163
1.6.6 Zur Geschichte der Verarbeitung der Schmucksteine 163
1.7 Sonstige mineralische Rohstoffe 164
1.8 Rohstoffsicherung 170
1.9 Bergbaufolgen und Sanierung in Rohstoffabbaugebieten 174
1.9.1 Braunkohlenbergbau 175
1.9.2 Steinkohlenbergbau 176
1.9.3 Steine- und Erden-Bergbau 176
1.9.4 Erz- und Spatbergbau 177
1.9.5 Uranerzbergbau 178
2 Geopotenziale 179
2.1 Bodenpotenziale 179
2.1.1 Einführung 179
2.1.2 Natürliches Ertragspotenzial 180
2.1.3 Filter- und Pufferpotenzial 183
2.1.4 Grundwassererneuerungspotenzial 184
2.1.5 Flächenverbrauch 185
2.2. Hydrogeologisches Naturraumpotenzial 188
2.2.1 Definitionen 188
2.2.2 Grundgebirge (Festgesteinsgebiet) 190
2.2.2.1 Erzgebirge, Elbtalschiefergebirge und Vogtland 190
2.2.2.2 Döhlen-Senke 194
2.2.2.3 Vorerzgebirgs-Senke 196
2.2.2.4 Mittelsächsisches Hügelland 197
2.2.2.5 Nordwestsächsischer Eruptivkomplex 198
2.2.2.6 Granulitmassiv 199
2.2.2.7 Lausitzer Massiv und Randpleistozän 199
2.2.2.8 Elbsandsteingebirge und Zittauer Gebirge (Kreide) 202
2.2.3 Lockergesteinsgebiet (Tertiär und Quartär) 203
2.2.3.1 Leipziger Tiefland 203
2.2.3.2 Lausitzer Revier (Tertiär) 205
2.2.3.3 Mulde-Niederung 206
2.2.3.4 Elbe-Niederung 207
2.2.3.5 Lausitzer Urstromtal (Quartär) 208
2.3 Ingenieurgeologische und geotechnische Charakteristik des
Naturraumes 209
2.3.1 Baugrund 209
2.3.1.1 Natürlicher geogener Baugrund 210
2.3.1.1.1 Lockergesteinsbaugrund 210
2.3.1.1.2 Festgesteinsbaugrund 211
2.3.1.2 Anthropogen veränderter Baugrund 212
2.3.2 Geotechnische Besonderheiten von känozoischen Lockergesteinen
in NO-Sachsen (Fallbeispiel) 217
2.3.2.1 Genese und Verbreitung der känozoischen Lockergesteine in
NO-Sachsen 217
2.3.2.2 Geotechnische Besonderheiten des Lausitzer Braunkohlenbergbaus . 219
2.4 Geophysikalisches Naturraumpotenzial 223
2.4.1 Einführung 223
2.4.2 Gravimetrie . 223
2.4.3 Geomagnetik 226
2.4.4 Aerogeophysik . 228
2.4.5 Tiefenseismik 229
2.5 Geochemisches Naturraumpotenzial 233
2.5.1 Einführung 233
2.5.2 Gesteine – Petrogeochemische Verhältnisse 234
2.5.3 Böden – Pedogeochemische Verhältnisse 239
2.5.4 Bachsedimente/Bachwässer – Geochemische Verhältnisse im
rezenten fluviatilen Milieu 245
3 Georisiken 250
3.1 Erdbeben 251
3.1.1 Einführung 251
3.1.2 Historische Erdbeben 251
3.1.3 Seismologische Arbeiten seit 1990 253
3.1.4 Seismische Gefährdung (DIN 4149) 254
3.2 Gasemissionen 257
3.2.1 Vorkommen und Zusammensetzung 257
3.2.2 Genese 260
3.3 Massenbewegungen 261
3.4 Bodenerosion 265
3.4.1 Einführung 265
3.4.2 Bodenerosion durch Wasser 267
3.4.3 Erosionschutzmaßnahmen 269
4 Objekte und Stätten geowissenschaftlicher Information und
öffentlicher Bildung 270
4.1 Geotope und Geotopschutz 271
4.2 Geologische Lehrpfade und Schaubergwerke 276
4.3 Geowissenschaftliche Museen, Sammlungen und Archive 284
Quellenverzeichnis 286
Schlüsselliteratur 288
Abkürzungen 296
Register 297