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Herbert Scholz:

Bau und Werden der Allgäuer Landschaft

Alpen und schwäbisches Alpenvorland - zwischen Ammer und Bodensee / Eine süddeutsche Erd- und Landschaftsgeschichte

[Structure and evolution of the Allgaeu region]

2016. 3. vollst. überarbeitete und erweiterte Auflage, 354 Seiten, 166 Abbildungen, 2 Tabellen, 44 Tafeln, 17x24cm, 990 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-510-65333-1, gebunden, price: 34.90 €

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GeologieAlpenvorlandSchwabenSüßwassermolasseMeeresmolasseGletscherTethysAllgäuDeutschlandAlpen

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Inhaltsbeschreibung top ↑

Wie kommen Knochen und Blätter, Abdrücke von Meeresmuscheln und Ammoniten in feste Gesteine der Alpen – Hunderte von Kilometern von der Küste entfernt? Welche Kräfte haben diese spröden Gesteine wie ein Tischtuch in Falten gelegt? Wie sah das Allgäu einmal aus, welche Tiere und Pflanzen lebten in dieser Landschaft, lange vor den ersten Menschen?
Wie sah das Allgäu in der Eiszeit aus? Das vorliegende Buch gibt Antworten auf diese und viele andere Fragen, indem es die wechselvolle Geschichte der Allgäuer Landschaft, ihrer Gesteine und ihrer Lebewelt von den Anfängen vor mehr als 300 Millionen Jahren bis in unsere Tage nachzeichnet.

Der stürmische Erkenntniszuwachs in den Geowissenschaften der letzten Jahrzehnte erlaubt es, von der Erd- und Landschaftsgeschichte des Allgäus ein Bild von nie gekannter Genauigkeit zu zeichnen. Der Autor lädt den Leser ein, die Landschaft zwischen Bodensee und Ammer mit neuen Augen zu betrachten und ihrer hoch interessanten Vergangenheit nachzuspüren. Die komplizierten Vorgänge der sich über Jahrmillionen hinziehenden Landschaftsentwicklung und Gebirgsbildung werden leicht verständlich geschildert und auch für Laien verständlich dargestellt.

Zahlreiche stimmungsvolle Landschaftsbilder und Rekonstruktionszeichnungen verleihen dem Werk einen ganz besonderen Charakter.

Diese 3. Auflage des inzwischen zum Klassiker gewordenen Buches wurde neuerlich stark überarbeitet, ergänzt und erweitert. Sie geht jetzt vermehrt auf mineralische Rohstoffe im Allgäu und Schwaben ein – auch auf die Bedeutung, die diese in der Vergangenheit einmal hatten. Viele zusätzliche Informationen über Bausteine, Dekorsteine, Wetzsteine, Rohstoffe für Steinwerkzeuge und Keramik, Branntkalk, Kohlebergbau, Erze, Eisenverhüttung, Goldgewinnung, Glasherstellung etc. wurden aufgenommen– Themen, die in der alten Auflage nicht viel Raum einnahmen oder völlig fehlten. Damit wird diese neue, erweiterte Auflage auch für all die Leser interessant, die sich mit Bau-, Kunst- und Kulturgeschichte sowie mit der Archäologie im Allgäu beschäftigen. Zudem wurden viele neue Abbildungen angefertigt und insbesondere der Anhang mit den Fototafeln neu und noch informativer gestaltet. Ein stark erweitertes Literatur- und ein umfangreiches Schlagwortverzeichnis runden das Werk ab.

Über den Autor:
Dr. Herbert Scholz ist Diplomgeologe und war bis vor kurzem am Lehrstuhl für Ingenieurgeologie an der Technischen Universität in München als Professor tätig. Er beschäftigt sich seit Jahrzehnten an der geologischen Erforschung des Allgäus. Als Lehrer, der viele Generationen von Studenten ausgebildet hat und der auch als Museumsleiter und in der Erwachsenenbildung tätig war, ist er gewohnt, schwierige geologische Sachverhalte möglichst einfach und verständlich zu vermitteln.

Bespr.: Allgäu-Rundschau 18.06.2016 Nr. 139 top ↑

Wie kommen Knochen und Blätter, Abdrücke von Meeresmuscheln und Ammoniten in feste Gesteine der Alpen - Hunderte von Kilometern von jeder Küste entfernt? Welche Kräfte haben diese spröden Gesteine wie ein Tischtuch in Falten gelegt? Wie sah das Allgäu einmal aus, welche Tiere und Pflanzen lebten in dieser Landschaft, lange vor den ersten Menschen? Wie sah dieses Gebiet in der Eiszeit aus? Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt die dritte vollständig überarbeitete Auflage des Buches "Bau und Werden der Allgäuer Landschaft". Das Werk ist soeben erschienen und erzählt die wechselvolle Geschichte des Allgäus über einen Zeitraum von mehr als 300 Millionen Jahren.
Das neue Buch von Autor und Herausgeber Professor Dr. Herbert Scholz aus Olching bei München basiert auf dem inzwischen hoffnungslos veralteten Werk "Ehe denn die Berge wurden" seines aus Kempten stammenden Vaters Udo Scholz und Franz Müller aus dem Jahre 1965 und der ersten Ausgabe "Das Werden der Allgäuer Landschaft" von Udo und Herbert Scholz (1981). Letzterer schrieb das Buch 1995 völlig neu. Und nun, über 20 Jahre später, liegt die dritte Auflage vor - wiederum gründlich überarbeitet mit neuesten Erkenntnissen aus der Forschung, teilweise neu bebildert und mit zusätzlichen Abschnitten, zum Beispiel was die frühere Nutzung Allgäuer Mineralien und Gesteine angeht.
Wer das Buch in die Hand nimmt, denkt im ersten Moment an ein schwer verdauliches wissenschaftliches Werk: relativ kleine Schrift, viele Schwarz-Weiß-Skizzen und ein im Gegensatz zu den früheren Auflagen stark erweitertes Literaturverzeichnis mit über tausend Titeln. Wer dann aber in den Text einsteigt, ist schnell fasziniert von der Materie.

Früher ein riesiger Ozean

Die Sprache ist trotz aller wissenschaftlicher Fundiertheit klar und für Laien verständlich. Unvermeidliche Fachausdrücke werden in Klammern oder Fußnoten erklärt. Das Buch erhebt auch keinen Anspruch auf eine allein gültige Sichtweise der Entstehung der Allgäuer Landschaft. Abweichende Theorien werden ebenfalls aufgeführt.
Unbestritten unter den Wissenschaftlern ist übrigens die Theorie vom Ur-Ozean Tethys, der vor 300 Millionen Jahren große Teile des heutigen Europas bedeckte - auch das Gebiet des Allgäus. So erklärt sich, dass Geologen und auch so manche Wanderer immer wieder in den Allgäuer Alpen versteinerte Meeresmuscheln oder Fischknochen finden.

Bespr.: Das schöne Allgäu 7/2016 top ↑

Herbert Scholz hatte bereits l98l gemeinsam mit seinem Vater Udo Scholz ein Buch mit dem Titel „Das Werden der Allgäuer Landschaft“ geschrieben, das l995 entscheidend erweitert und ergänzt in 2. Auflage als „Bau und Werden der Allgäuer Landschaft“ erschienen war. Die 3. Auflage des inzwischen zum Klassiker gewordenen Buches wurde neuerlich stark überarbeitet, ergänzt und erweitert. Sie geht vermehrt auf mineralische Rohstoffe im Allgäu und Schwaben ein. Viele neue Informationen über Bausteine, Dekorsteine, Wetzsteine, Rohstoffe für Steinwerkzeuge und Keramik, Branntkalk, Kohlebergbau, Erze, Eisenverhüttung, Goldgewinnung, Glasherstellung etc. wurden aufgenommen.
Damit wird diese Ausgabe auch für all diejenigen Leserinnen und Leser interessant, die sich mit Bau-, Kunst- und Kulturgeschichte sowie mit der Archäologie im Allgäu beschäftigen. Viele neue Abbildungen kamen hinzu und insbesondere der Anhang mit den Fototafeln wurde neu und noch informativer gestaltet. Ein stark erweiteres Literatur- und ein umfangreiches Schlagwortverzeichnis runden das Werk ab.

Das schöne Allgäu 7/2016

Bespr.: bergfieber.de 2016 top ↑

Viele Wanderer begeistern sich, so meine Beobachtung auf vielen Touren, für die geologischen Gegebenheiten, die man vor Ort beobachten kann. Kleines Problem am Rande: die Geologie der Alpen ist extrem kompliziert und die Allgäuer Alpen haben als Alpenrandlage hier eine Sonderstellung, was die Sache an sich besonders interessant aber nicht einfacher macht. Eine große Herausforderung für den Autor, der diese Aufgabe bereits 1981 mit der Erstausgabe meisterlich gelöst hat. Nun liegt die vollständig überarbeitete dritte Ausgabe vor, die sich vor allem an interessierte Laien richtet, die kein Studium der Geowissenschaften absolviert haben: Herbert Scholz gelingt es großartig, die komplexen Sachverhalte gut verständlich darzustellen: sei es, auf die verschiedenen stratigraphischen Schichtglieder und ihre Genese einzugehen, sei es, den tektonischen Werdegang des Gebietes darzustellen. In diesem Rahmen geht Scholz natürlich auch auf die paläontologische und paläogeographischen Entwicklungen ein.
Das Buch durchstreift mehrere hundert Millioenen Jahre Erdgeschichte bis ins rezente Quartär und Puzzlestück für Puzzlestück wird dem Leser klar, wie sich die Allgäuer Alpen geologisch zu erklären sind. Ein goßer Bildteil am Ende des Buches zeigt die klein- sowie großräumigen geologischen Strukturen und Eigenarten an vielen Beispielen. Eine für den Laien anspruchsvolle, hochinteressante Lektüre, durch die der Leser bei der nächsten Bergtour seine alpine Umgebung noch vielfältiger und interessanter wahrnehmen wird. Wen das "Geologiefieber" nach der Lektüre gepackt hat, dem werden im umfangreichen Literaturverzeichnis viele weiterführende Quellen an die Hand gegeben.
Zur Geolgie des Allgäus das beste Buch auf dem Markt!

Thomas Mitterer

www.bergfieber.de, 30.10.2016

Bespr.: Jahrbuch des Nassauischen Vereins für Naturkunde Band 137 (2016) top ↑

Das Allgäu ist ein beliebtes Urlaub- und Wandergebiet. Für an der Natur Interessierte – Einheimische und Touristen – verfasste Prof. Dr. Herbert Scholz dieses Buch in 3. Auflage weniger für versierte Geowissenschaftler, sondern vorrangig für Geologie- und Geographiestudenten sowie für Lehrer naturkundlicher Fächer und deren Schüler. Trotzdem ist dieses Buch gespickt mit Fachwissen, das aber für Laien verständlich aufbereitet ist. Wenn Fachausdrücke nicht vermeidbar sind, werden sie im Fließtext oder in Fußnoten erklärt.
Da speziell die alpine Tektonik äußerst komplex ist und viele Fragen auch heute noch nicht befriedigend beantwortet sind, verzichtet der Autor bewusst darauf, den Leser mit einer Detailflut von Wissen zu überfrachten. Wer noch mehr erfahren möchte, dem wird ein umfangreiches Verzeichnis der weiterführenden wissenschaftlichen Literatur an die Hand gegeben.
Bau und Werden der Allgäuer Landschaft werden in vier Kapiteln dargestellt. Während im einleitenden Kapitel 1 kurz auf die erdgeschichtliche Zeitskala, auf den schalenförmigen Aufbau der Erde, auf die Kollision von Erdplatten sowie auf die Auffaltung der in der Thethys abgelagerten Sedimente eingegangen wird, sind die folgenden Kapitel 2 und 3 der Entwicklung und dem Bau der Allgäuer Alpen und ihrem Vorland gewidmet. Ausgehend von den tektofaziellen Einheiten der Alpen und des sich nach Norden anschließenden Molassetroges wird das Gesteinsinventar in stratigraphischer Reihenfolge, d. h. vom Erdaltertum bis zum Tertiär, unter Beibehaltung der geläufigen Bezeichnungen vorgestellt. Der Autor geht auch näher auf die damalige Lebenswelt ein, die anhand von Fossilien rekonstruiert wird, und im Gegensatz zu den früheren Auflagen aus den Jahren 1981 und 1995 vermehrt auch auf mineralische Rohstoffe und ihre frühere Nutzung. Die beiden Kapitel schließen jeweils zusammenfassend mit dem tektonischen Inventar und der Deutung der Entwicklung der Alpen und ihres Vorlandes in der Zeit ab, außerdem werden das tertiäre Flusssystem im Molassetrog und schwäbische Vulkane und Meteoritenkrater beleuchtet.
Das vierte und letzte Kapitel ist dem Quartär gewidmet, den eiszeitlichen Gletschern sowie dem glazigenen und glaziofluviatilen Formenschatz, wobei der jüngsten Eiszeit, dem Würmglazial, besondere Aufmerksamkeit zukommt. Die damalige Lebenswelt während der diversen Kalt- und Warmphasen wird ebenso skizziert wie die Herausbildung der oberirdischen Gewässer in diesem knapp 2,6 Mio. Jahre umfassenden Zeitraum.
Das Buch endet mit einem umfangreichen Literaturverzeichnis, einer Auflistung von geologischen Karten, einem Abbildungsverzeichnis, einem Stichwortverzeichnis und einem Bildteil.
Das Buch erfüllt uneingeschränkt die Absicht des Verfassers, den Leser anzuregen, sich mit der geologischen Geschichte der Allgäuer Landschaft auseinanderzusetzen. Der Text ist didaktisch gut aufgebaut, die Zeichensetzung ist aber etwas eigenwillig. Die Abbildungen im Text sind vielfach Strichzeichnungen, sind aber aussagekräftig und erfüllen somit ihren Zweck.
Leider sind nur acht der 166 Abbildungen im Text farbig, aber immerhin 28 der 46 Bildtafeln. Bedauerlicherweise sind einige Bildtafeln fotografisch und/oder drucktechnisch nicht optimal. In einer wünschenswerten 4. Auflage sollte dieser Kritikpunkt entfallen. Außerdem schlägt der Rezensent vor, die für den Verfasser sicherlich wertvollen Zeichnungen in den Tafeln 2, 4, 6, 16, 18, 20, 24, 28, 29, 33, 38 und 45 durch gute Fotos zu ersetzen, die mit entsprechenden Eintragungen zu den Bildunterschriften passen.

Prof. Dr. Benedikt Toussaint

Jahrbuch des Nassauischen Vereins für Naturkunde Band 137 (2016)

Bespr.: FOSSILIEN Heft 2016/6 top ↑

Das Allgäu ist eine geologisch gesehen ausgesprochen komplexe Region, befindet sie sich doch an der Nahtstelle zwischen dem süddeutschen Deckgebirge und den alpinen Deckenstapeln. Zudem wurde diese abwechslungsreiche Landschaft auch noch von den eiszeitlichen Gletschern und deren Hinterlassenschaften überprägt. Herbert Scholz, inzwischen im Ruhestand befindlicher Professor für Geologie an der Universität München, kann als ein profunder Kenner dieser Region gelten. In der nunmehr dritten, ganz neu überarbeiteten Auflage eines populärwissenschaftlichen Buchs über diese Region möchte er sein Wissen an eine breitere Öffentlichkeit weitergeben, vorrangig am Allgäu interessierte Laien wie Urlauber aber durchaus auch Wissenschaftler. Nach einer kurzen Einleitung mit dem globalen Kontext werden zunächst die äußerst zahlreichen Gesteinsformationen des Allgäus in der zeitlichen Reihenfolge ihrer Entstehung ausführlich behandelt. Erst im hinteren Abschnitt dieses Kapitels wird auf die verschiedenen tektonischen Bauelemente eingegangen. Weitere umfangreiche Großkapitel sind der Molasse und dem Quartär gewidmet. Ein reiches, aber nicht überladenes Literaturverzeichnis und Hinweise auf geologische Karten ermöglichen eine intensivere Beschäftigung mit der Materie. Ein Stichwortverzeichnis nimmt Bezug auf im Text durch Fettdruck hervorgehobene Stichwörter, die in ihrer Gesamtheit einen guten Leitfaden bilden. Ein Tafelteil mit zahlreichen meist farbigen Landschaftsfotos schließt das Buch ab; ansonsten sind die meisten Abbildungen schwarzweiß gehaltene Zeichnungen, Kartendarstellungen und andere Grafiken sowie einige Fotos. Viele Abbildungen sind aus früheren Auflagen übernommen und wirken oft sehr unübersichtlich. Hätte man wenigstens die Übersichtskarten auf dem vorderen und hinteren Vorsatzblatt farbig gestaltet, wäre viel an Übersichtlichkeit gewonnen worden. Für einen Wissenschaftler ist es schwer zu beurteilen, ob der Autor seinem Anspruch gerecht wurde, die Landschaft des Allgäus und ihren erdgeschichtlichen Werdegang allgemeinverständlich zu erklären. Das Buch ist in diesem Sinne „dem großen schwäbischen Geologen und begnadeten Didaktiker“ gewidmet. Aber wem? Ich vermute, er meinte Georg Wagner (obwohl dieser ein Franke war). Vielleicht wäre es didaktisch geschickter gewesen, erst die verschiedenen Gebirgseinheiten zu präsentieren, als gleich in den erdgeschichtlichen Werdegang einzusteigen, aber das kann man auch anders sehen. Bei der Verwendung von Fachwörtern hat sich der Autor um Beschränkung bemüht. Mancher unvermeidliche Begriff wird in Fußnoten erläutert. Freilich irrt er gleich in der ersten davon, denn „Geognosie“ ist keinesfalls ein veralteter Begriff für Geologie, sondern meint die Stratigraphie. Der heute selten gewordene „Geognost“ ist niemand anderes als der kartierende Geologe, der den Gebirgsbau erfasst. Die verwendeten stratigraphischen Begriffe sind öfters nicht ganz aktuell, da der Autor nach eigener Aussage dem Leser einen leichteren Zugang zu älterer Literatur ermöglichen wollte. Ein Begriff wie „Valendis“ (für die Kreidestufe Valanginum) ist allerdings vorsintflutlich. Auch sollten vereinfachte Darstellungen nicht zu Lasten von Ungenauigkeiten gehen. Die Mineralien Coesit und Stishovit sind keine Modifikationen des Quarzes, sondern des SiO2. Vitis ist keine Waldrebe (= Clematis), sondern die Weinrebe und die im Neogen im Allgäu verbreitete Gattung Celtis kommt heute nicht nur in Nordamerika, sondern auch in Asien und Südeuropa vor. Solche kleinen Fehlgriffe sind allesamt verzeihlich und schmälern den hohen Informationsgehalt des Buchs in keiner Weise. Fossiliensammler erhalten zahlreiche Hinweise auf Fundstellen. Interessant sind auch die vielen Hinweise auf Rohstoffvorkommen, historische Bergwerke, Verhüttungsplätze und ähnliches mehr. Hier kann der Autor wieder kräftig punkten, und deswegen ist auch der Preis des Buches angemessen und hoffentlich einer weiten Verbreitung dienlich.

Günter Schweigert

FOSSILIEN 2016/6

Bespr.: FORSTINFO 05/2016 top ↑

Professor Herbert Scholz ist Diplom-Geologe und war bis vor kurzem als Geologieprofessor am Lehrstuhl für lngenieurgeologie der Technischen Universität München tätig. Seit Jahrzehnten hat er sich maßgeblich an der geologischen Erforschung des Allgäus beteiligt. Sein aktuelles Werk ist die dritte, stark überarbeitete und erweiterte Auflage eines erstmals 198l erschienenen Klassikers. Es wendet sich an alle, die sich für das Allgäu und das westliche bayerisch-schwäbische Alpenvorland interessieren und will dabei neben Schülern und Studenten ausdrücklich auch interessierte Laien ansprechen.
Im Zwiespalt zwischen fachlich seriöser Genauigkeit und der Gefahr, fachfremde Leser mit einer Detailflut zu ertränken, hat der Autor einen respektablen Kompromiss gefunden. In anschaulicher Weise gibt er Antworten auf die Fragen nach der Entstehung der Allgäuer Landschaft. Mit zahlreichen Fotos, Zeichnungen und Schaubildern weckt er Interesse daran, den Zeugen der Erdgeschichte auch in der Landschaft selbst nachzuspüren. Darüber hinaus bietet das vorliegende Werk eine reiche Fundgrube für Leserinnen und Leser nicht nur hinsichtnch der Erd- und Landschaftsgeschichte des Allgäus, sondern auch zur Bau-‚ Kunst— und Kulturgeschichte der Region zwischen Ammer und Bodensee.

Günter Biermayer, Staatsministerium

FORSTINFO 05/2016 - Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

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1 Einleitung 1
1.1 Ozean und Gebirge 4
1.2 Von der Tethys zu den Alpen 8
2 Entwicklung und Bau der Allgäuer Alpen 12
2.1 Das Erdaltertum im Allgäu 15
2.2 Die Triaszeit im Allgäu 17
2.2.1 Alpiner Buntsandstein 20
2.2.2 Alpiner Muschelkalk 21
2.2.3 Partnachschichten 21
2.2.4 Wettersteinkalk 23
2.2.5 Raibler Schichten 29
2.2.6 Hauptdolomit 32
2.2.7 Plattenkalk 35
2.2.8 Kössener Schichten und Oberrhätkalk 36
2.2.9 Tethys-Kreuzfahrt 1 40
2.3 Die Jurazeit im Allgäu 41
2.3.1 Bunte Schwellenkalke der Jurazeit. 43
2.3.2 Allgäuschichten 50
2.3.3 Radiolarit 56
2.3.4 Aptychenschichten 58
2.3.5 Tethys-Kreuzfahrt 2 62
2.4 Die Kreidezeit im Allgäu 63
2.4.1 Die kalkalpine Kreide 65
2.4.1.1 Tannheimer Schichten 65
2.4.1.2 Losensteiner und Branderseckschichten 66
2.4.2 Über den Ablagerungsraum der kalkalpinen Kreide 71
2.4.3 Die Kreide der Aroser Zone (Walsertal-Zone) 74
2.4.4 Die Flyschkreide (Rhenodanubischer Flysch) 75
2.4.4.1 Besonderheiten von Flyschsedimenten 78
2.4.4.2 Ablagerungsbedingungen des Rhenodanubischen Flysches . 83
2.4.4.3 Schichtfolge des Rhenodanubischen Flysches 87
2.4.4.4 Über den Ablagerungsraum des Rhenodanubischen Flyschtroges. 89
2.4.5 Die helvetische Kreide 92
2.4.5.1 Älteste Gesteine der helvetischen Schichtfolge. 95
2.4.5.2 Tiefste helvetische Unterkreide 96
2.4.5.3 Schrattenkalk und Drusbergschichten 97
2.4.5.4 Garschella-Formation 102
2.4.5.5 Seewerkalk, Leistmergel und Wangschichten 106
2.4.5.6 Die ultrahelvetische Kreide der Liebensteiner Decke 108
2.4.5.7 Über den helvetischen Ablagerungsraum 110
2.4.5.8 Tethys-Kreuzfahrt 3 111
2.5 Das Tertiär (Paläogen und Neogen) im Allgäu 110
2.5.1 Das Paläogen (Alttertiär) der Liebensteiner und Feuerstätter Decke 112
2.5.2 Das helvetische Paläogen (Alttertiär) 115
2.5.2.1 Nummulitenschichten. 117
2.5.2.2 Globigerinenmergel und Fischschiefer 127
2.6 Die Architektur der Allgäuer Alpen 128
2.6.1 Über tektonische Strukturen in den Allgäuer Alpen 129
2.6.1.1 Deformation und Klüfte. 130
2.6.1.2 Faltung und Schieferung 131
2.6.1.3 Störungen, Schuppen und Decken 133
2.6.2 Die tektonischen Baustile im Allgäu 137
2.6.3 Die Entwicklung der Allgäuer Alpen - ein Rückblick 140
2.6.3.1 Trias 141
2.6.3.2 Jura 142
2.6.3.3 Kreide 144
2.6.3.4 Paläogen (Alttertiär) 145
3 Entwicklung und Bau des Schwäbischen Alpenvorlandes 147
3.1 Die Molassegesteine 149
3.2 Die Schichtfolge der Molasse 150
3.2.1 Über den tieferen Untergrund des Molassebeckens 151
3.2.2 Untere Meeresmolasse 154
3.2.3 Untere Süßwassermolasse und Brackwassermolasse 158
3.2.3.1 Fossilien der Unteren Süßwassermolasse 160
3.2.3.2 Kohle aus dem älteren Teil der Molasse 164
3.2.4 Obere Meeresmolasse 165
3.2.4.1 Schichtfolge und Fossilien der Oberen Meeresmolasse 167
3.2.4.2 Das schwäbische Molassemeer 172
3.2.5 Obere Süßwassermolasse 175
3.2.5.1 Fossilien der Oberen Süßwassermolasse 176
3.2.5.2 Quarz, Kohle, Eisenerz und Gold aus der Oberen Süßwassermolasse 186
3.3 Über die tertiären Flüsse im Molassebecken 187
3.4 Über schwäbische Vulkane und Meteoritenkrater 193
3.5 Die Architektur des Allgäuer Alpenvorlandes 196
4 Das Quartär im Allgäu 202
4.1 Die eiszeitlichen Gletscher im Allgäu 206
4.2 Spuren und Ablagerungen der Eiszeit 207
4.3 Die älteren Kaltzeiten. 219
4.3.1 Bildungen der Biber-Kaltzeitengruppe 225
4.3.2 Bildungen der Donau-Kaltzeitengruppe 225
4.3.2.1 Über die Geschichte der Flüsse im Eiszeitalter 227
4.3.3 Bildungen der Günzeiszeit 229
4.3.4 Bildungen der Mindeleiszeit 231
4.3.5 Bildungen der Risseiszeit 232
4.4 Die älteren Warmzeiten 235
4.5 Die Lebewelt der Kaltzeiten 238
4.6 Die Würmeiszeit. 241
4.6.1 Frühglaziale Bildungen der Würmeiszeit 242
4.6.2 Hochwürmglaziale Vorstoßbildungen 242
4.6.3 Hochwürmglaziale Bildungen der Maximalstände 243
4.6.3.1 Mit dem Hundeschlitten vom Blender bei Kempten über das Eis nach München 247
4.6.4 Hochwürmglaziale Bildungen des beginnenden Eisrückzuges 248
4.7 Die ausgehende Würmeiszeit und die Nacheiszeit 255
4.8 C-14-Jahre und Kalenderjahre vor heute 258
4.8.1 Menschen in Spätwürmglazial und Holozän 259
4.8.2 Spätwürmzeitliche und holozäne Bildungen 259
4.9 Über die Ursachen der Eiszeiten 264
Weiterführende Literatur 267
Allgemeines, regionale Übersichten und Führer. 267
Auswahl von geologischer Literatur über die Allgäuer Alpen 269
Auswahl von geologischer Literatur über das Alpenvorland 272
Auswahl neuerer geologischer Karten vom Allgäu. 278
Bayerisches Geologisches Landesamt 278
Geologischer Dienst im Landesamt für Umwelt: 278
Geologisches Landesamt von Baden-Württemberg: 279
Geologische Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: 280
Österreichische Geologische Bundesanstalt: 280
Sonstige Karten:. 280
Bildnachweis: 282
Stichwortverzeichnis. 283
Bildteil/Tafeln: 286