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Peter Leins; Claudia Erbar:

Blüte und Frucht

Morphologie, Entwicklungsgeschichte, Phylogenie, Funktion und Ökologie

[Flowers and Fruits: Morhpology, developmental history, phylogeny, function and ecology]

2008. 2. Auflage, XI, 412 Seiten, 258 Abbildungen, 3 Tabellen, 17x25cm, 1120 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-510-66046-9, gebunden, price: 49.00 €

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Blüte Frucht Morphologie Phylogenie Zwitterblume Bestäubungsoptimierung Pollenschlauchkonkurrenz Fruchtbildung

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Blüten und Früchte gewähren als Werkstätten der Blütenpflanzen-Evolution faszinierende Einblicke. Das rege Interesse an "Blüte und Frucht" - die Auflage aus dem Jahr 2000 ist vergriffen - sowie der nicht unerhebliche Wissenszuwachs seit der ersten Auflage gaben Anlass zu der vorliegenden dem neuen Wissensstand angepassten zweiten Auflage. Die bewährte Strukturierung der Thematik ist im Wesentlichen beibehalten worden: Vorangestellt sind einige Gedanken zur Entstehung und zur Bedeutung der Blüte im Lebenszyklus der Pflanzen, einige Grundbegriffe sowie der genetische Ansatz zur Organdetermination. Auf der Grundlage der Entwicklungsgeschichte folgt eine morphologische Analyse der vielfältig ausgestalteten Blütenstrukturen, und diese wiederum bildet die Basis für stammesgeschichtliche und die unterschiedlichsten funktionellen und ökologischen Fragestellungen: Zwitterblumenproblem, Bestäubungsoptimierung, Pollenschlauchkonkurrenz, Anpassungen an die Pollenvermittler, Fruchtbildung, Muster der Samenausbreitung, Vorbereitung zur Keimlingskonkurrenz u.a.m. Der Zuordnung der im Buch behandelten Sippen dient ein dem neuesten Wissensstand entsprechender systematischer Anhang.

Das Buch richtet sich vornehmlich an Botaniker, Zoologen, Studenten der Biologie und Lehrer. Die Autoren bemühten sich um einen klaren Text, um auch den interessierten Laien anzusprechen.

Die Autoren:

Peter Leins, geb. in Pforzheim, Studium der Biologie, Chemie und Philosophie an den Universitäten Tübingen, Freiburg und München. Rufe an die Universitäten Bonn, Berlin (FU), Heidelberg und Kiel; die Rufe nach Bonn und Heidelberg angenommen. Zuletzt Direktor der Abt. Biodiversität und Pflanzensystematik am Heidelberger Institut für Pflanzenwissenschaften und Direktor des Botanischen Gartens der Universität Heidelberg. Jetzt im "Ruhestand". Forschungsgebiete: Blütenmorphologie und -entwicklungsgeschichte, Blütenökologie, Blütenpflanzensystematik, Pollenkunde, Ausbreitungsbiologie, Evolutionsbiologie.

Claudia Erbar, geb. in Mülheim-Kärlich, Studium der Biologie und Chemie, 1. Staatsexamen und Promotion an der Universität Bonn, Habilitation und apl. Professur für das Fach Botanik an der Universität Heidelberg, Forschungsgruppenleiterin für das Gebiet Morphologie und Funktion der Blüten am Heidelberger Institut für Pflanzenwissenschaften, Abt. Biodiversität und Pflanzensystematik. Forschungsgebiete: Blütenentwicklungsgeschichte, Blütenökologie, Blütenpflanzensystematik, Evolution der Angiospermen.

Bespr.: Tuexenia 28 (2008), S. 290 top ↑

Der Titel sagt bereits viel über den Inhalt dieses ansehnlichen Buches in sehr guter Gestaltung aus. Etwa ¾ sind den Blüten unter verschiedenen Aspekten gewidmet. Es beginnt mit grundlegenden Kapiteln zum Blütenbau und seiner Entwicklung mit vielen Beispielen, gefolgt von ausführlichen Beschreibungen einzelner Blütenteile, wieder mit entwicklungsgeschichtlichem Hintergrund und vielen sehr informativen Fotos. Beeindruckend sind vor allem die in großer Zahl eingebauten, sehr gut reproduzierten und anschaulich erklärten rasterelektronenmikroskopischen Schwarzweiß-Fotos, zusammen mit übersichtlichen Diagrammen, endend in Übersichten von Blütendiagrammen und Blütenständen. – Funktionelle Fragen der Blüten, vor allem Bestäubungsmechanismen und -typen folgen ab Seite 138, ebenfalls sehr detailliert und mit vielen Einzelbeispielen und Fotos, zusammengefasst in einem sehr komplexen Beziehungsnetz. Besonderes Interesse gilt auch den vielfältigen Coadaptionen von Blüten und ihren Bestäubern, von einfachen Scheibenblumen bis zu speziellen Bildungen wie Kessel- und Gleitfallen, Blütenfarben und -düften als Anlocksignalen, Anpassungen an bestimmte Tiergruppen (Insekten, Vögel, Fledermäuse) bis zu Anpassungen an Wind- und Wasserbestäubung. Dieser auch für Feldbiologen besonders interessante Teil nimmt mit 164 Seiten eine zentrale Stellung ein, wobei besonders die zahlreichen guten Farbfotos sofort auffallen. – Ab Seite 246 beginnt der Frucht/Samenteil, gleich mit einem graphischen Überblick der wichtigsten Fruchtformen, die kurz und übersichtlich erläutert werden (20 S.). Am Ende stehen die verschiedenen Möglichkeiten der Samenausbreitung und ihrer Transportmedien in übersichtlicher Zusammenstellung und mit vielen Text- und Bildbeispielen mit interessanten Details (58 S.). – Der sehr umfangreiche Anhang enthält vor allem eine recht breit angelegte systematische Übersicht der Blütenpflanzen (50 S.) auf aktueller Grundlage und Nomenklatur unter Einbezug molekularbiologischer Ergebnisse. Die Kurzbeschreibung der einzelnen Taxa (bes. Ordnungen, Familien) enthalten auch zahlreiche Blütenformeln einzelner Gattungen. Die dort benutzten Fachausdrücke werden über ein ausführliches Register (24 S.) auch ohne vorherige Kenntnis des Buchinhaltes greifbar, sodass man es gewissermaßen auch von hinten lesen kann. Das Literaturverzeichnis muss sich verständlicher Weise auf eine Auswahl wichtiger Arbeiten beschränken. – Das vielseitige Werk ist als Lehrbuch konzipiert, in seiner Grundsstruktur und auch im Einzelnen, z. B. durch Fettdruck wichtiger Begriffe und hervorgehobene Seitenverweise, sehr übersichtlich und trotzdem mit sehr vielen Details. Hervorgehoben sei noch einmal die sehr große Zahl hervorragender Schwarzweiß- und teilweise auch Farbfotos sowie vieler Diagramme u. a., die dem relativ preisgünstigen Buch (49 €) seine besondere Note geben.

H. Dierschke

Tuexenia 28 (2008), S. 290

Bespr.: Willdenowia 38 - 2008 Seite 287-288 top ↑

Acht Jahre nach der Erstauflage erfährt das in der Hochschulpraxis bestens eingeführte Buch zur Blüte in ihren unterschiedlichen Entwicklungszuständen, der “Werkstatt” der Blütenpflanzen-Evolution (Zitat aus dem Vorwort zur ersten Auflage), eine vollständig überarbeitete zweite. Claudia Erbar zeichnet jetzt als Co-Autorin. Auffällige optische Veränderungen sind neben dem neu gestalteten Harteinband (davor broschiert) vor allem das viel gefälligere, moderne Layout, das den Text deutlich besser strukturiert, und die knapp ein Dutzend Farbtafeln (die Erstauflage war ausschließlich mit Schwarzweißabbildungen illustriert).

Der Inhalt wurde in vielen Bereichen aktualisiert und erweitert; die geringfügig erhöhte Seitenzahl (Erstauflage 390 S.) spiegelt nicht ganz das Maß der Veränderung wider (u.a. sind vor allem in den blütenökologischen Abschnitten neue Abbildungen hinzugekommen), denn die Neuauflage ist deutlich kleiner, aber noch gut lesbar, gesetzt. Wichtige inhaltliche Neuerungen sind besonders den Fortschritten der heutigen, auf molekularen Sequenzanalysen beruhenden Systematik geschuldet. Dies zeigt sich vielfach in den neu vorgenommenen Interpretationen der ontogenetischen, anatomischen und morphologischen Befunde, etwa bei der Bewertung der Bündel- und Ringwallandroeceen (vgl. Abb. 66 in der Neuauflage und die dazu gehörenden Texte in beiden Auflagen) oder bei der phylogenetischen Analyse der verschiedenen Mechanismen sekundärer Pollenpräsentation (vgl. Abb. 141 bzw. 143 in der ersten und zweiten Auflage). Komplett “runderneuert” präsentiert sich der Systematische Anhang, der nicht nur die im Text erwähnten Familien kurz steckbrieflich charakterisiert, sondern auch (alle) Ordnungen und wichtigen übergeordneten Einheiten listet. Dies ist ein von der Leserschaft sicherlich dankbar aufgenommener Service, zumal jetzt auch Blütenformeln mit angegeben werden. Das Einleitungskapitel (“… Gedanken zur Entstehung und Bedeutung der Blüte” / “Fossilien alter Angiospermen”) wurde um die textliche und bildliche Darstellung von Archaefructus als bislang ältestem angiospermen Fossil vermehrt. Im folgenden Kapitel wird der genetische Ansatz zur Organdetermination in einer Blüte vom A-B-C-Genklassenmodell zum A-B-C-D-E-Modell erweitert. Weitere Änderungen in den anderen Abschnitten des sorgfältig redigierten Werkes beschränken sich meist auf moderates Anpassen, Austauschen von einigen Abbildungen sowie auf kleinere Korrekturen.

Wie schon die Erstauflage, ist das Buch hervorragend ausgestattet und auf gutem Papier gedruckt. Der stabile Einband dürfte dem rauen Praktikumsalltag standhalten. Die Autoren und der Verlag haben der Versuchung widerstanden, die vielen ästhetischen, klassisch montierten und mit Aufreibbuchstaben beschrifteten Fototafeln (REM-Bilder und Pflanzenfotos) zu verändern. Die drucktechnische Qualität (Schärfe und Kontrast) der einzelnen Tafeln fällt allerdings gegenüber der Erstauflage ab. Mehr und ggf. neu zusammengestellte Farbabbildungen wären für eine Folgeauflage wünschenswert, denn nicht immer ist die überzeugende wissenschaftliche Qualität der Aussagen auch auf gleichem Level mit (älteren) Schwarzweißfotos illustrierbar, bzw. dem Leser erlebbar zu machen.

Auf dem deutschen Büchermarkt gibt es kein vergleichbares Produkt, das sich dem Thema “Blüte” derartig umfassend (von der Anlage der Blütenknospe bis zur Diasporenausbreitung) und aus derartig unterschiedlichen Blickwinkeln nähert wie dieses Buch. Die Sprache ist akademisch präzise, aber dennoch allgemeinverständlich. In der Forschung und Lehre, aber auch für ein interessiertes Laienpublikum, dient diese Zusammenschau nicht zuletzt durch die gelungene Synthese von Wort und Bild als unerschöpfliche, facettenreiche Fundgrube an Wissenswertem rings um das zentrale Thema “Blüte und Frucht”. Bemerkenswert in der heutigen Zeit ist zudem, dass die vorliegende, fest gebundene Auflage fast zum Preis der vergriffenen broschierten Erstauflage zu haben ist. Autoren und Verlag sind zu beglückwünschen!

Gerald Parolly

Willdenowia 38 - 2008, S. 287-288

Willdenowia

Bespr.: Botanische Jahrbücher 127/3 top ↑

Die erste Auflage (erschienen 2000) von „Blüte und Frucht“ hat in kurzer Zeit den Status eines Standardwerks erlangt. Mit großem Erfolg (die erste Auflage ist vergriffen) konnte dieses Werk Akzente bei der Vermittlung des aktuellen Wissenstandes zum Themenkomplex Blüte-Frucht und den damit einhergehenden funktionellen Zusammenhängen (etwa im Hinblick auf Bestäubung und Ausbreitung) setzen.

Die nunmehr vorliegende zweite Auflage von „Blüte und Frucht“ erscheint als gemeinsamesWerk der bekannten Heidelberger Blütenmorphologen Peter Leins und Claudia Erbar. Ohne wesentliche Veränderungen an der Grundstruktur desWerks vorzunehmen ist es den Autoren gelungen den erheblichenWissenszuwachs zum Themenkreis Blüten und Frucht in eine sehr gut lesbare Form zu bringen. Während das Format erhalten blieb, hat sich der Umfang verändert (jetzt 412 Seiten, zuvor 390 Seiten) und das Buch liegt nunmehr mit festem Einband vor (zuvor flexibel). Eine wichtige, begrüßenswerte Neuerung stellt die Aufnahme von Farbtafeln dar, wodurch in verschiedenen Kapiteln die Anschaulichkeit der Abbildungen deutlich gesteigert werden konnte.

In sehr anschaulicher Weise beginnt das Buch mit Erläuterungen zu pflanzlichen Lebenszyklen und mit der Erläuterung des Fossilberichts (u.a. am Beispiel von Archaefructus). Hierbei wird der evolutionäre Hintergrund der Blütenmorphologie der Angiospermen in gut verständlicher Form geschildert. Der Hauptteil des ersten Buchdrittels beschäftigt sich mit der Vermittlung von morphologischem Grundwissen am Beispiel der Angiospermenblüte. Der Schwerpunkt liegt auf der akribischen Beschreibung der Blütenorgane. Die Anschaulichkeit der Textpassagen wird durch zahlreiche Schemadarstellungen und qualitativ hochwertige rasterelektronenmikroskopische Abbildungen ergänzt.

Der nächste große Themenschwerpunkt ist funktionellen Aspekten gewidmet und beschäftigt sich mit der Fülle von Anpassungen der Blüten im Zusammenhang mit reproduktiven Prozessen. Von den behandelten Aspekten seien genannt das Zwitterblumenproblem, die Pollenportionierung und die Pollenschlauchkonkurrenz. Darauf folgend geht es um Coadaptationen zwischen Blüten und den Pollenvermittlern. Charakteristische Gestalttypen und Anpassungssyndrome der Blumen werden vorgestellt und zahlreiche Beispiele für Tier- (u.a. Käfer-, Vogel- und Fledermausbestäubung), Wasser- und Windblütigkeit lebhaft geschildert.

Das letzte Drittel des Buches („Die Blüte zur Zeit der Samenreife“) ist der Frucht und den vielfältigen Möglichkeiten der Diasporenausbreitung gewidmet. Anhand faszinierender Einzelbeispiele (tw. unter Einschluss experimenteller Studien aus der eigenen Arbeitsgruppe) werden alle relevanten Fruchttypen klassifiziert und im Hinblick auf ihre Ausbreitungseffizienz diskutiert.

In einem umfangreichen (50 Seiten) Anhang erfolgt ein Überblick über das „System der Blütenpflanzen zur Einordnung der zuvor behandelten Taxa“. Die Autoren streben eine „stammbaumorientierte“ Klassifikation an und betonen die Bedeutung der Suche nach morphologischen Merkmalen, die in der Lehre die Vermittlung vorwiegend molekular definierter Gruppen möglich machen sollen.

Die 2. Auflage von „Blüte und Frucht“ ist in gewohnterWeise sorgfältig redigiert und nahezu frei von Tippfehlern. Hervorzuheben ist die Fülle und Qualität der Abbildungen, wobei man sich die gelegentlich bei Schwarz-Weiß-Bildern gebrachten Hinweispfeile etwas deutlicher hervorgehoben gewünscht hätte. Für die Zukunft bietet sich daneben der Einschluss einiger Hinweise auf populationsbiologische Prozesse an, die im Zusammenhang mit blütenbiologischen Themen diskutiert werden könnten. Der Rezensent ist davon überzeugt, dass die 2. Auflage von „Blüte und Frucht“ wiederum eine weite Verbreitung bei Biologen und Biologiestudenten finden wird, die in diesemWerk eine außerordentlich große Fülle von Anregungen für Forschung und Lehre finden werden.

S. Porembski, Rostock

Botanische Jahrbücher 127/3

Bespr.: Info-Bulletin Nr. 35, Luzerner Stiftung f. Umweltinformation top ↑

Die 1. Auflage des Lehrwerkes erschien im Jahr 2000 und war schon bald vergriffen. Botaniker, Biologen und Ökologen, die damals nicht zugriffen, mussten ein Weilchen warten, bis nun die zweite, vollständig überarbeitete Auflage erschien. Dafür präsentiert sich diese nun nennenswert erweitert, indem es vertieft auf die Genetik und ihre Auswirkungen auf den Stammbaum der Blütenpflanzen eingeht. Das Werk umfasst alle ökologischen, entwicklungsgeschichtlichen und funktionellen Aspekte der Blütenpflanzen, daran schliesst sich ein Teil zu ihren Früchten und der Samenausbreitung an. Die Wissenschaftlichkeit des Buches beweist sich auch in den zahlreichen Abbildungen, die durchgängig um sachgerechte Information, weniger um das Auge des Betrachters besorgt sind. Ganz allgemein ist die im Vorwort angesprochene Bemühung der Autoren um ein Laienpublikum nur eingeschränkt nachvollziehbar. Das ist kein Verlust. Ein Sachbuch darf sich ja auch auf seine Fachkompetenz berufen, um gebührendes Lob einzustreichen. Und dieses sei hiermit ausgesprochen.

Info-Bulletin Nr. 35

Luzerner Stiftung für Umweltinformation

Review: Nova Hedwigia 87/3-4 (November 2008) top ↑

In a short time a second edition of „Blüte and Frucht“, this German written textbook on flowers and fruits, was published. This is an important evidence that there is a great need of textbooks with classical botanic items.

The textbook contains 18 chapters and one appendix. The first chapters treat with the ontogeny and the importance of flowers in the life cyle of plants, with the description of the flowers of angiosperms, genetic determination of flowers, ontogeny and the separation of organs in flowers, number and position of the different organs and the symmetry of flowers. These chapters are followed by detailed descriptions of the perianth, androecium, gynoecium, flower axes, flower diagrams and inflorescences. Further detailed chapters are these on function of flowers and adaptations, coadaptations (flowers and pollinators), maturing of seeds and seed dispersal. The appedix „Systematics of flowering plants“ with floral formula and selected references is very valuable and concludes the book.

The chapters are very rich in content and up to date, the drawings and most of the photographs, especially the SEM photos, are excellent. There is no comparable presentation of this item in botanical literature. The book is of world-wide importance. An English edition would be very much appreciated.

W. FREY, Berlin

Nova Hedwigia 87/3-4 (November 2008)

Bespr.: Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 78, 2008 top ↑

Nachdem schon die im selben Verlag im Jahre 2000 erschienene erste Auflage des gleichnamigen Buches dieser beiden Autoren sehr positiv aufgenommen wurde, wird nun eine aktualisierte und leicht erweiterte zweite Auflage präsentiert. Der Preis blieb fast gleich, die Ausstattung wurde aber merklich verbessert.

In Gliederung und Inhalt wurde es aktualisiert, aber nicht grundlegend verändert. Das Buch enthält zwei große Teile. Im ersten Teil wird die Blüte der Angiospermen sehr ausführlich dargestellt, mit einzelnen Kapiteln über die Entstehung der Zwitterblüten, genetische Grundlagen der Organdetermination, Blütensymmetrie, Perianth, Androeceum, Gynoeceum, Blütenachse und Nektarien. Diese Kapitel sind sehr detaillierte morphologische Analysen auf anatomisch-ontogenetischer Grundlage. Die Autoren können hier aus dem reichhaltigen Fundus ihrer langjährigen Forschungsarbeiten zitieren. Der Text ist stellenweise recht komprimiert und nicht immer leicht zu lesen, aber elektronenmikroskopische Aufnahmen, Strichzeichnungen und Diagramme erleichtern das Verständnis. Ungewöhnliche Strukturen werden oft detailliert und durchaus kontrovers diskutiert, z.B. die Nektarorgane der Ranunculaceae oder die oft falsch interpretierte Natur unterständiger Ovarien mit einigen Sonderfällen.

Der zweite Teil behandelt die Funktion der Blüte und der Frucht als Blüte im Zustand der Samenreife. Dies schließt Kapitel ein über die Mechanismen zur Vermeidung von Selbstbestäubung, Pollenpräsentation und -proportionierung, Blütenfarben und -düfte, Bestäubungssyndrome und Ausbreitungssyndrome der Diasporen. Außerdem werden noch die Infloreszenz- und Fruchttypen in kurzen Kapiteln zusammengefasst. Diese Teile sind sicherlich besser lesbar. Die dargestellten Syndrome von Bestäubung und Ausbreitung werden meist anhand von Beispielen aus der mitteleuropäischen Flora erläutert, tropische Syndrome oft eher kürzer. Auch hier werden einige Kuriosa und ungewöhnliche Beispiele detailliert diskutiert, z.B. die Kesselfallenblüten der Orchideengattung Coryanthes.

Den Abschluß bildet eine kurze Zusammenfassung des modernen, auf den molekularen Ergebnissen der AngiospermPhylogenyGroup (APG) beruhenden Systems der Angiospermen, um die Einordnung der behandelten Taxa zu erleichtern. Dies ist der einzige Teil, der gegenüber der ersten Auflage komplett umgeschrieben wurde und sich im Umfang fast verdoppelt hat. Dies ist auch für sich genommen eine lesenswerte Synopsis, die außerdem durch Blütenformeln ergänzt wurde.

Das Buch ist als Lehrbuch konzipiert. Es wurde sehr viel Wert auf korrekte Terminologien gelegt, die von Beginn an hinreichend erläutert werden. Um der leichteren Lesbarkeit wegen wurden Literaturzitate nicht in den laufenden Text eingefügt, sondern jeweils an den Kapitel-Enden kurz angefügt. Dies tut der Lesbarkeit tatsächlich gut, erschwert es allerdings manchmal, zu interessanten Details die entsprechende Quelle zu ermitteln. Der Text ist sehr sorgfältig formuliert und praktisch fehlerlos [lediglich der Sauerampfer wird einmal als Polygonum acetosa angesprochen (S. 14)].

Das Buch ist außergewöhnlich gut bebildert, mit 258 Abbildungen auf 372 Seiten (ohne Index und Literatur). Die Qualität der Abbildungen ist erfreulich, sowohl der Fotografien als auch der erklärenden Diagramme und Strichzeichnungen. Im Gegensatz zur ersten Auflage konnten sogar einige Farbtafeln eingefügt werden, was besonders bei der Darstellung von Blütensyndromen hilfreich ist und auch den ästhetischen Wert steigert. Lediglich der Verweis auf Abb. 13 zum Goldenen Schnitt des Divergenzwinkels von Blütenorganen (S. 21) ist etwas verwirrend, und die Grobgliederung der Blütenpflanzen mit den Organisationsniveaus (im Kladogramm Abb. 257) ignoriert die Monokotylen.

Den Abschluss bilden Index und Literaturverzeichnis, mit zusammen 40 Seiten ebenfalls sehr ausführlich.

Dieses Buch dürfte seinesgleichen suchen, besonders in deutscher Sprache. Es vereinigt klassische und moderne Gesichtspunkte von Blüte und Frucht, liefert Analysen, Details und interessante und oft überraschende Beispiele zu ihrem Bau und Biologie. Auch das Preis-Leistungsverhältnis erscheint bei der guten Ausstattung sehr befriedigend. Das Buch ist eine Bereicherung für Studenten, Biologen, Lehrer und Hobbybotaniker gleichermaßen, und kann guten Gewissens empfohlen werden.

H.-J. Esser

Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 78, 2008, S. 196-197

Bespr.: Biologie in unserer Zeit 4/2008 (38) S. 266 top ↑

Das im Jahr 2000 erstmals erschienene Buch wurde in BIUZ 1/2001 bereits besprochen. Das rege Interesse an "Blüte und Frucht", diesem besonders reizvollen Themenbereich der scientia amabilis, sowie der in der Zwischenzeit erhebliche Wissenszuwachs gaben jetzt Anlass zu einer zweiten, vollständig überarbeiteten und von 390 auf 412 Seiten erweiterten Auflage. Die bisherige Mitarbeiterin Claudia Erbar ist nunmehr Koautorin von Peter Leins.

Die bewährte Strukturierung der Thematik wurde im Wesentlichen beibehalten: Vorab stehen "einige Gedanken zur Entstehung und Bedeutung der Blüte im Lebenszyklus der Pflanzen". Angefügt wurde hier ein Kapitel "Fossilien alter Angiospermen" mit einem Foto des bislang ältesten Fossils eines Bedecktsamers. Im Folgenden werden wichtige Grundbegriffe geklärt sowie die Organdetermination in einer Blüte durch genetische Untersuchungen auf molekularer Grundlage erläutert. Danach wird auf phylogenetische, funktionelle und ökologische Fragestellungen eingegangen. Besonders ausführlich wird über die Ökonomie der Pollenverteilung berichtet, ebenso über die Fruchtausbreitung.

Die stärkste Veränderung erfuhr der systematische Anhang. Dieser wurde auf den neuesten Stand gebracht und durch charakteristische Blütenformeln hinter jeder aufgeführten Familie (beziehungsweise Unterfamilie) ergänzt. Weggefallen sind dagegen alle Angaben über die Anzahl der derzeitigen Gattungen und Arten der jeweiligen Familien.

Wären diese (durchaus hilfreichen) Zahlen zu unsicher und ungenau?

Jeder größere Abschnitt bringt am Ende Hinweise auf weiterführende Literatur, die am Buchende auf 15 Seiten zusammengefasst ist.

Den Text ergänzen viele übersichtliche Zeichnungen und Fotos. Erfreulicherweise wurden zahlreiche Schwarzweißfotos durch entsprechende Farbaufnahmen ersetzt, wodurch das Buch an Attraktivität gewonnen hat.

Auch die Vorderseite des Hardcoverbands ist sehr ansprechend und symbolträchtig gestaltet: Über einem Blütenkopf des Löwenzahns übergibt ein Fruchtstand seine Achänen mit ihren Schirmchen dem Wind. Mögen sie weite Verbreitung finden. Das ist auch dem hier besprochenen Buch zu wünschen.

Autor: Manfred Keil, Neckargemünd

Titel des Artikels: Attraktive Neuauflage

Name des Journals: Biologie in unserer Zeit, 4/2008 (38), p. 266

Copyright Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim

Reproduced with permission

Bespr.: Zentralblatt Geol. Pal T. II Jg. 2008 H. 5/6 top ↑

Mit der vorliegenden 2. Auflage des Lehrbuchs wollen die Autoren in aktualisierter und teilweise erweiterter Form an den Erfolg der 1. Auflage des Werkes aus dem Jahr 2000 anknüpfen. Das Werk beginnt mit einigen Gedanken der Verfasser zur Entstehung und zur Bedeutung der Blüte im Lebenszyklus der Pflanzen. Damit verbunden ist auch ein zwar kurzer, aber mit fundiertem Fachwissen verfasster Exkurs über die Funde früher Angiospermen aus der Kreide. Bevor es dann in Details geht, erklären die Autoren lobenswerterweise die wichtigsten Grundbegriffe, die der Leser zum Verständnis des Blütenbaus benötigt.

In den folgenden Kapiteln befassen sich die Autoren dann mehr oder weniger detailliert mit dem genetischen Ansatz zur Organdetermination in einer Blüte, dem differentiellen Wachstum und der Organabgrenzung, der Organzahl und Organstellung in Blüten, der Blütensymmetrie, den verschiedenen „Organen“ einer Blüte (Krone, Kelch etc.), sowie den verschiedenen Formen von Blütenständen. Mit einer Einführung in die wichtigen Blütenfunktionen und die diesbezüglichen Anpassungen leiten die Verfasser über zu einem eher blütenökologisch fokussierten Teil, in dem sie sich auch, unter dem Stichwort Coadaptationen, mit Blüten und ihren Pollenvermittler befassen.

Danach leitet ein Kapitel über die Blüte zur Zeit der Samenreife über zum zweiten großen Thema des Buches, der Frucht. Auch hier erklären die Verfasser zuerst wieder einige Grundbegriffe, inkl. einer Klassifikation der Früchte, bevor sie sich dann den Mustern der Samenausbreitung und den Möglichkeiten der Diasporenausbreitung und Anpassungen der Pflanzen und ihrer Diasporen an die ausbreitenden Agenzien zuwenden.

Im 50seitigen Anhang findet sich ein durchaus aktuelles System der Blütenpflanzen zur Einordnung der im Text erwähnten Taxa, wobei die Verfasser hier bei jeder Familie bzw. Unterfamilie auch charakteristische Blütenformeln aufführen. Abgeschlossen wird das Werk von einer 15seitigen Literaturauswahl und einem sehr ausführlichen 24seitigen Register.

Das Werk enthält eine Vielzahl an fundierten Fakten über Blüte und Frucht, ist auch für Anfänger verständlich geschrieben und sehr gut lesbar, was es sicherlich auch für Nicht-Botaniker und Laien interessant macht, die sich mit diesen Themen eingehender auseinandersetzen wollen oder müssen. Es ist erfreulicherweise durchgehend sehr gut und ausführlich bebildert, wobei man hier besonders die zahlreichen exzellenten REM-Aufnahmen erwähnen sollte. Nach Meinung des Rez.gelang es den Autoren hervorragend, inhaltlich und auch stilistisch an den Erfolg der 1. Auflage anzuknüpfen.

D. Uhl

Zentralblatt Geol. Pal. T. II Jg. 2008 H. 5/6

Review: Edinburgh Journal of Botany vol. 66/2 - 2009 top ↑

This book is ambitious as it aims to cover almost every aspect of flowers and fruits: their morphology, ecology, development, function and phylogeny. It is now in its second edition, awaiting a translation into English.

Leins and Erbar claim to continue the legacy of Jean-Baptiste Payer, a 19thcentury floral morphologist who produced an extraordinary work on floral development in 1857 (Traite´ d’organoge´nie compare´e de la fleur). The book consists of several chapters, without clear numbering and with no major headings. It could be grossly divided into a morphological part (floral structure), followed by adaptations to pollination, and finally adaptations to seed dispersal. In an appendix, the major orders and families of APG II (Angiosperm Phylogeny Group, 2003) are listed with their floral formulae. This is a welcome addition not present in the first edition.

The concept of the book is a progressive approach to flower structure and reproductive mechanisms. It starts with a description of the genetic background to flower development, then moves on to floral initiation up to maturity and pollination syndromes, and ends with seed formation and dispersal. The illustrations are mostly excellent, largely drawn from the long and prolific research of the authors and their students stretching back over four decades. The use of tables to summarise information throughout the book is helpful and makes the book a practical source of data.

Although the book is well written and easy to use, with clear and concise information, the choice of sources is rather selective and often ‘in house’. This leads to some chapters appearing overly detailed, including superfluous statistical data (e.g. seed distribution), while others appear rather short (e.g. a single page on floral symmetry). The authors list a number of references at the end of each chapter without having referred to them in the text. Although this facilitates reading, one has to guess about the origin of sources. For example, the only reference to the Loasaceae is to the authors’ own floral developmental studies, with no reference to Larry Hufford’s extensive studies on the family (e.g. Hufford, 1990).

The book begins with general information about life cycles, including a general account of the origin of flowers. The section on floral development is strongly infused by the authors’ own research, perhaps at the expense of other evidence and sources. Some earlier strong assumptions about the evolution of the androecium have been weakened. However, I like the chapters on the development of floral cups and the floral axis where it is shown that floral development is a determining factor of mature structures and how subtle changes early on can have a profound influence at maturity. The material on seed formation lacks illustrations of the development of seeds and seed structure. The chapter on inflorescences is limited; no aspects of growth patterns are discussed, nor is there any discussion of bracts versus bracteoles. As mentioned, the section on symmetry is short, despite this representing one of the major elements of floral morphology, and several essential references are missing (e.g. Endress, 1999). No reference is made to review studies of staminodes by Walker-Larsen & Harder (2000) and Ronse De Craene & Smets (2001).

There is an abrupt transition from the floral descriptive part to the function of flowers. The authors present good examples and illustrations of different pollination strategies, such as dichogamy and herkogamy. Mechanisms of secondary pollen presentation in Campanulales are also well explained, based on the authors’ research, but at the expense of comparable explanation of other groups. The chapter on coadaptations of flowers to pollination relates to many different flower types that have evolved in response to specific pollinators. There is a good overview of flower types but it is built up in a confusing way, mixing form, chemical properties, colours, smells, etc. The distinction between different modes of dispersal appears superfluous and often refers to adaptations of fruits and seeds. There is (too) much terminology about fruit types, making this chapter over-complex.

The appendix is very useful, although some symbols are not always consistently used in floral formulae (e.g. Schisandraceae PNAN against Trimeniaceae P0–21 A7–17).

In conclusion, the book is strongly infused with the research of Leins and Erbar, which is extensive and scientifically sound. Despite some shortcomings this is a comprehensible introduction to flower and fruit morphology, recommended for general reading and the mature student.

L. Ronse De Craene

Edinburgh Journal of Botany vol. 66, pp 363-364 Cambridge University Press Copyright C Trustees of the Royal Botanic Garden Edinburgh 2009

Bespr.: Hoppea 70/2009 top ↑

Dieses Buch ist nach acht Jahren in einer stark überarbeiteten Auflage erschienen; über die erste Auflage war damals war schon in Hoppea 60 (2001) berichtet worden. Die Überarbeitung ergab eine Aktualisierung und leichte Erweiterung des Inhalts, insgesamt wurde die Ausstattung des Buchs merklich verbessert. Es behandelt sehr ausführlich und exakt alle wichtigen Aspekte von Blüte und Frucht der bedecktsamigen Pflanzen. Morphologie, Entwicklungsgeschichte, Funktion und Ökologie der Blüten und Früchte werden detailliert dargestellt und die einzelnen Themen miteinander in Beziehung gebracht. Wichtig sind dabei besonders auch die zahlreichen Abbildungen, darunter viele Fotos mittels Rasterelektronen- und Lichtmikroskop sowie normale Makrofotos. Einige Blüten, bei denen es um ihre Schauwirkung geht, sind mit Farbfotos wiedergegeben. Es ist ein Lehrbuch und kein Beitrag im Sinne einer Monographie, zumal auf Literaturzitate im laufenden Text bewusst verzichtet wurde. Das erleichtert zwar die Lesbarkeit, die Suche nach weiterführenden Quellen bei interessanten Einzelheiten wird jedoch etwas erschwert, da sich entsprechende Verweise immer erst am Ende der Kapitel finden. Gleichzeitig ist der Text sehr detailliert und enthält wichtige neue Forschungsergebnisse, so dass das Werk über den allgemeinen Charakter eines gewöhnlichen Lehrbuchs hinausgeht. Dabei ist es das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung der Autoren und ihrer Arbeitsgruppen, also nicht bloß Sekundärliteratur, die lediglich Daten aus fremden Arbeiten zusammenfasst.

Eine Einleitung befasst sich mit der Entstehung und Bedeutung der Blüte im Lebenszyklus der Pflanzen, es folgen Grundbegriffe der Angiospermen-Blüte, ein genetisches Modell zur Organdetermination, der Bau der Blüte vom Perianth bis zum Gynoeceum, einschließlich Blütenachse und Nektarien, Blütendiagramme, Blütenstände, die Funktionen der Blüten (mit dem Problem der Selbstbefruchtung, den Mechanismen der Pollenportionierung usw.), die Blütenökologie (Bestäubungsmechanismen, Syndrome der Anemophilie, Hydrophilie und Zoophilie), die Samenreife (Fruchtbildung), die Fruchtökologie (Samenausbreitung), ein System der Angiospermen (als Anhang), eine Literaturliste und das Register (Fachbegriffe und Taxa wissenschaftlich/deutsch). Der ausführliche Anhang zu Systematik ist besonders nützlich, weil alle „anerkannten“ Ordnungen der Angiospermen mit jeweils mindestens einer repräsentativen Familie, diese ihrerseits mit Gattungsbeispielen, enthalten sind; jede Ordnung bzw. Familie ist auch mit der Blütenformel versehen. Somit ist das Buch nicht nur für Morphologen und Ökologen, sondern auch für Systematiker interessant. Das System richtet sich dabei nach den neuesten Ergebnissen molekularbiologisch-taxonomischer Daten, wobei die inzwischen auch in vielen anderen Werken (Floren, Lehrbüchern) etablierte Gliederung (zum Beispiel bei den Plantaginaceae/Scrophulariaceae oder die Verlegung von Lysimachia von den Primulaceae zu den Myrsinaceae) sicher noch eine Weile gewöhnungsbedürftig bzw. umstritten bleibt. Grundlage ist dabei das System gemäß der „Angiosperm Phylogeny Group“ (APG); das zugehörige Kapitel, also der Anhang, wurde gegenüber der 1. Auflage am stärksten „modernisiert“ und erweitert. Alle Kapitel stehen miteinander in Beziehung, indem immer wieder Verweise auf vorausgehende Kapitel oder Abbildungen angeboten werden.

In den Abbildungen sind die morphologischen und anatomischen Details, auf die es ankommt, fast ausnahmslos gut bis sehr gut dargestellt. Nur bei Abb. 246 sind die mit Pfeilen markierten Stacheln der Blattrippen von „Dipsacus sylvestris“ schlecht zu erkennen (zudem hat das nicht erwähnte Synonym Dipsacus fullonum L. nomenklatorische Priorität). Einige wenige Habitus- und Bestandsfotos sind von minderer Qualität, etwa die Bilder zu Stipa pennata (Abb. 223). Der Sauer-Ampfer (Rumex acetosa) wird (auf S. 14) als „Polygonum acetosa“ geführt. Das und ähnliche Fälle sind aber nur Kleinigkeiten. Etwas verwirrend erscheint es, dass der Begriff „Blütenpflanzen“ stets mit den Angiospermen (Magnoliophytina), also den Bedecktsamern gleichgesetzt wird; die Nacktsamer oder Gymnospermen (Coniferophytina) werden nur einmal ganz kurz im Einleitungsteil erwähnt, wo es heißt, dass die Bedecktsamer wohl schon vor der Kreidezeit aus „nacktsamigen (gymnospermen) Vorfahren“ entstanden sein dürften. Die Nacktsamer werden dann im selben Absatz unter dem Oberbegriff „Samenpflanzen“ mit den Bedecktsamern zusammengefasst. Eine Unterscheidung zwischen „Blüten“- und „Samen“-pflanzen ist aber letztendlich inkonsequent, denn der Samenbildung liegt immer eine Blüte zugrunde. Zudem können bereits die Sporophyllstände mancher Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyta) als eine Art „Blüten“ betrachtet werden, weshalb „Blütenpflanzen“ als taxonomische Bezeichnung am besten ganz vermieden werden sollte. Die Wahl des Begriffs steht hier sicher unter dem Einfluss angelsächsischer Literatur, denn dort werden „flowering plants“ ganz selbstverständlich mit den Angiospermae gleichgesetzt; aber es gibt keinen Grund, dieser Eigenheit in der deutschsprachigen Literatur zu folgen. Es bleibt freilich den Autoren überlassen, die deutlich andersartige Pflanzengruppe der Nacktsamer mit ihren stammesgeschichtlich primitiveren Blüten in diesem Werk auszuklammern; die Begriffe hätten aber einleitend doch besser geklärt werden können. Und dennoch: Das ist nur eine zweitrangige Schwäche, die der inhaltlich hohen Qualität des Buches nicht schadet.

Die beiden Autoren haben ein ausführliches Lehrbuch mit korrekter und exakter Terminologie vorgelegt; die Fachbegriffe werden in den jeweiligen Kapiteln erläutert. Das Buch spricht durch seinen Inhalt und die Aufmachung Studenten, Botaniker und Biologielehrer gleichermaßen an. Es bietet hervorragende, durch viel Bilder illustrierte und sehr umfassende, auf den aktuellen Stand der Forschung gebrachte Informationen zum gesamten Themenkomplex „Blüte und Frucht der Angiospermen“ – sicherlich ein Standardwerk zu diesem Thema, das uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Jürgen Klotz, Regensburg

Hoppea, Denkschr. Regensb. Bot. Ges. 70/2009 S. 341-343

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Vorworte V
Vorab einige Gedanken zur Entstehung und zur Bedeutung der Blüte
im Lebenszyklus der Pflanzen 1
Fossilien alter Angiospermen 7
Kurze Beschreibung einer Angiospermen-Blüte - einige Grundbegriffe 10
Der genetische Ansatz zur Organdetermination in einer Blüte - vom
A-B-C-Modell zum A-B-C-D-E-Modell 11
Differentielles Wachstum und Organabgrenzung 16
Organzahl und Organstellung in den Blüten 20
Spiralblüten mit großer und unbestimmter Organzahl 20
Übergang zu zyklischen Blüten 24
Zyklische Blüten 27
Blütensymmetrie 40
Das Perianth 42
Perigon, Kelch, Krone 42
Aestivation 46
Außenkelche 47
Röhrige Bildungen im Bereich des Perianths - Syntepalie, Synsepalie,
Sympetalie 47
Das Androeceum 54
Entwicklung (Ontogenie) eines Staubgefäßes 55
Abweichende Antherenformen 59
Die Pollenkörner 63
Staubgefäßbündel, Bündelandroeceen 67
Das Kuriositätenkabinett 74
Der Staminodien-Begriff 74
Das Gynoeceum 82
Karpells 84
Das "Spiel" mit den Proportionen 87
Chorikarpie und Coenokarpie 88
Die innere Ausgestaltung coenokarper Gynoeceen 92
Pollenschlauchleitgewebe und Compitum 95
Die Samenanlagen 101
Die Blütenachse 103
Stielartige Achsenverlängerungen 103
Becherförmige Bildungen 103
Hypanthialovarien mit ungewöhnlicher innerer Ausgestaltung 110
Der unterständige Fruchtknoten der Gurkengewächse 110
Außergewöhnliche Plazentationsformen im Zusammenhang mit interkalaren
Wachstumsprozessen in der Blütenachse 112
Nektarien 116
Bildungsorte von floralen Nektarien 118
Nektarorgane 119
Extraflorale Nektarien 127
Blütendiagramme 129
Blütenstandsformen 133
Die wichtigen Blütenfunktionen und die diesbezüglichen Anpassungen 138
Das Zwitterblumenproblem oder wie verhindern Blütenpflanzen Inzucht? 138
Dichogamie 139
Herkogamie 144
Geschlechtertrennung (Diklinie) 146
Heterostylie 148
Selbstinkompatibilität 151
Der ökonomische Umgang mit den Pollenkörnern - die Pollenportionierung
153
Die Mechanismen der Pollenportionierung bei primärer Pollen -
präsentation 154
Die Mechanismen der Pollenportionierung bei sekundärer Pollenpräsentation
154
Die direkten und indirekten Beziehungen der Pollenportionierung
zu anderen Parametern 172
Präzygotische Selektion, Pollenschlauchkonkurrenz 177
Anteil an Selbstbefruchtung 178
Entwurf eines Korrelationsnetzes der Blütenfunktionen 181
Die Blüten und ihre Pollenvermittler - Coadaptationen 182
Ökologische Gestalttypen der Blumen 183
Blütenfarben und Blütenmale 194
Blütendüfte 204
Anpassungssyndrome der Blumen 206
Zoo- und Anemophilie 206
Hydrophilie 214
Syndrome der Tierblumen 217
Cantharophilie (Käferbestäubung) 218
Myiophilie (Fliegenbestäubung) 220
Melittophilie (Bienenbestäubung) 226
Wespenbestäubung 231
Ameisen als Bestäuber? 232
Thripse - die übersehenen Bestäuber? 234
Lepidopterophilie (Schmetterlings-, Falterbestäubung) 234
Ornithophilie (Vogelbestäubung) 238
Chiropterophilie (Fledermausbestäubung) 240
Nichtfliegende Säugetiere als Bestäuber? 242
Überlappende Syndrome und enge Bindungen - Generalisten und Spezialisten 243
Die Blüte zur Zeit der Samenreife 246
Samenreifung 246
Die Frucht und ihre Bestandteile, Versuch einer Definition 249
Klassifikation der Früchte 249
Der Diasporenbegriff 264
Muster der Samenausbreitung 266
Möglichkeiten der Diasporenausbreitung und Anpassungen der Pflanzen
und ihrer Diasporen an die ausbreitenden Agenzien 273
Anemochorie 274
Windflieger 274
Bodenläufer 283
Anemoballisten 283
Beobachtungen und Experimente an Mohn-Kapseln 285
Beobachtungen und Experimente an Glockenblumen-Kapseln 289
Hydrochorie 294
Nautochore 294
Regenballisten 299
Zoochorie 301
Epizoochore 301
Zooballisten 306
Endozoochore 307
Stomatochore 315
Autochorie 317
Wachstumsmechanismen 317
Entquellungsmechanismen 319
Turgormechanismen 320
Anhang: Ein System der Blütenpflanzen zur Einordnung der im Text
erwähnten Taxa 324
Literatur (eine Auswahl) 374
Register 389