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Klimafakten

Der Rückblick - Ein Schlüssel für die Zukunft

Hrsg.: Ulrich Berner; Hansjörg Streif

[Climates of the Past: A key to understanding our future climate]

2001. 2. Auflage, 238 Seiten, 287 farb. Abb., 30x24cm, 1380 g
Language: Deutsch

(Monographien von BGR und LBEG)

ISBN 978-3-510-95876-4, gebunden

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Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Wenige Themen nehmen heute in Politik und Medien ähnlich breiten Raum ein wie Klima - Klimaänderungen - Klimakatastrophen. Meist geht es dabei um mögliche Auswirkungen menschlicher Eingriffe in das Klimasystem. Oft unterschätzt man allerdings das Ausmaß und die Dynamik natürlicher Klimaschwankungen. Rückblickend auf die Erdgeschichte legen Geowissenschaftler im vorliegenden Sachbuch ihr umfangreiches Wissen über das Klima vergangener Zeiten vor. Aus den hinterlassenen Gesteinen, dem Grundwasser und dem Eis großer Gletscher gewinnen sie eine Fülle von Informationen, wie z.B. über Wassertemperaturen ehemaliger Ozeane, die Luftfeuchtigkeit bzw. Trockenheit untergegangener Kontinente oder die Gaszusammensetzung einer früheren Atmosphäre. Dieser Rückblick ist gleichzeitig auch ein Schlüssel für die Zukunft, weil er eine Bewertung der verschiedenen im Klimasystem wirksamen Faktoren erlaubt. Hervorzuheben ist dabei, dass nicht das oft zitierte Kohlendioxid bestimmender Faktor des Klimageschehens ist. Vielmehr treibt die Sonne wie ein Motor die klimawirksamen Prozesse in der Atmosphäre, den Ozeanen und in der Biosphäre an. Zahlreiche Belege aus der Natur sprechen für eine wahre "Achterbahnfahrt" des Klimas durch die Erdgeschichte. Wer mehr zum Thema Klima erfahren möchte, findet in diesem Buch umfassende, auch dem Laien verständliche Informationen. In anregender Form sprechen die Autoren offene Fragen an und vermitteln neue Denkanstöße. Erstmalig wird hier aus der Sicht der Geowissenschaft Stellung zur aktuellen Klimadiskussion bezogen. Mit dem hier vorgelegten, erheblich erweiterten Hintergrundwissen sind viele bisher getroffene Aussagen zum Thema Mensch und Klima höchst kritisch zu bewerten.

Bespr.: Norddeutscher Rundfunk, Forum 4 top ↑

Heute stelle ich Ihnen ein -wie ich meine- ganz wichtiges Buch zur Klimaforschung vor, eines mit politischen Witzen, die Willy Brandt gesammelt hat, und Sie hören von einer KLEINEN GESCHICHTE DER GEWERKSCHAFTEN:

Drei bedeutende naturwissenschaftliche Institutionen in Hannover haben sich zusammengetan, um KLIMAFAKTEN zu sammeln, die der Diskussion darüber, ob eine von Menschen verursachte Erwärmung des Weltklimas festzustellen ist oder nicht, einen Boden einziehen können. Denn wenn jede Woche neue Schreckensmeldungen aus dem Computer gezogen werden, deren Werte oft weit voneinander abweichen, möchte man doch gern wissen, wie die Wettervergangenheit ausgesehen hat und ob es nicht früher schon einmal viel schrecklicher war- oder auch nicht. Die drei erwähnten Institutionen sind: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, das Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben und das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung, alle drei -wie gesagt- in Hannover. Sie verantworten das Buch KLIMAFAKTEN * DER RÜCKBLICK- EIN SCHLÜSSEL FÜR DIE ZUKUNFT, als Herausgeber zeichnen Ulrich Berner und Hansjörg Streif; erschienen ist das 78 Mark kostende Werk in der E. Schweizerbart' schen Verlagsbuchhandlung (Nägele & Obermiller) in Stuttgart. (ISBN 3-510-95872-1).
[......................]
Dem Menschen ist es eben nicht gegeben, in die Zukunft zu blicken. Das versuchen die Autoren des Bandes KLIMAFAKTEN im Gegensatz zu forschen Klimaforschern daher auch nur ganz zaghaft und am Rande. Und sie sagen auch deutlich zu Beginn: "Es ist schwierig oder gar unmöglich, zwischen natürlicher Klimaentwicklung und einer durch den Menschen beeinflussten Klimaschwankung zu unterscheiden-. Warum das so ist, zeigt ihr RÜCKBLICK, der eines klarmacht: So wie es ist, das Klima, also" der mittlere Zustand der Atmosphäre über einem Gebiete, so wird es nicht bleiben. Und so wie es zur Zeit ist, war es nur selten in den letzten Jahrmillionen. Das Klima ist eine riesige Schaukel, die immer wieder versucht, ins Gleichgewicht zu pendeln, und dabei zwischen extremen Zuständen schwankt. Seit 2,6 Mio. Jahren hat es mindestens 20 Kaltzeiten gegeben, mit Warmzeiten dazwischen, die aber jeweils rund zehnmal kürzer waren als die Kaltzeiten. Und innerhalb der Kaltzeiten sind sog. Zwischenwarmzeiten festzustellen. Gewisse astronomische Modelle geben der jetzigen Warmzeit, dem Holozän, noch 50 000 Jahre. Es ist jedoch wegen der kommenden Änderung der Konstellation von Erde und Sonne zu erwarten, das wir in etwa 3000 Jahren mit einer Abkühlung des Klimas zu rechnen haben. Bis dahin leben wir (und die Nachfahren) in einer Warmzeit mit geringfügigen Schwankungen, die vielleicht ihren Wärmehöhepunkt noch nicht erreicht hat. Es wird zunächst gewiss wärmer werden, weil die Sonnenstrahlung intensiver werden wird -gewissen Zyklen folgend, unter denen der Sonnenfleckenzyklus von im Mittel 11 Jahren einer ist- nach den Beobachtungen, die seit dem vorigen Jahrhundert angestellt werden. Überhaupt ist die Sonne der wichtigste Klimafaktor, der zweitwichtigste die Menge des Treibhausgases Wasserdampf in der Atmosphäre, der gegenüber das CO2 eine untergeordnete Rolle spielt, und also der Eintrag des menschengemachten Kohlendioxids eine noch weit untergeordnetere Rolle. Die Autoren diskutieren die Gefahr von CO2 und Methan zwar mit Ernst, sehen aber in diesen Gasen einen eher zu vernachlässigenden Beitrag zum Wettergeschehen, das sie in geologischen Zeiträumen überblicken, in denen dann auch die sich verschiebende Erdbahn um die Sonne und die Neigung der Erdachse eine Rolle spielen, die Drift der Kontinente, die Verkürzung des Jahres (von 420 auf 365 Tage in den letzen 500 Mio. Jahren), die Verlängerung des Tages (von 20 auf 24 Stunden im selben Zeitraum), ferner haben Einschläge riesiger Meteoriten und der Vulkanismus ihre Folgen. So hat z. B. der Ausbruch des Eitelvulkans von Maria Laach rund 16 km3 Bimstuff in die Atmosphäre geschleudert und eine 20jährige Klimaveränderung bewirkt, die von heftigen Stürmen gekennzeichnet war.

Woher kennen die Wissenschaftler der drei Institute die Vergangenheit so relativ genau? Sie haben das Eis der Pole und Gletscher geprüft, Bohrkerne vom Land und vom Meeresgrund erforscht, Gesteinsserien und Grundwasser auf der Suche nach Anzeichen für Klimadaten unter die Lupe und unter das Mikroskop genommen, Baumringe, Seespiegel und Seeablagerungen auf jahreszeitliche und längerfristige Veränderungen hin gesichtet. (Der Plußsee bei Plön und der Hämelsee bei Hannover sind wohl die in dieser Hinsicht meistgeprüften Seen.) Jedes wärmere Jahr oder Jahrhundert, jedes kältere Jahrtausend oder Jahrhunderttausend hat andere Spuren hinterlassen, Leitfossilien, Wachstumsringe, Ascheschichten. Letztere eignen sich, weil Vulkane oder große Brandkatastrophen ihre Produkte über weite Landstriche streuten, besonders gut, Zeitskalen zu eichen. Die Arbeit der Geologen, viel Kleinarbeit, ist eindrucksvoll und belegt, dass jedes Klima nur ein vorübergehender Zustand ist. Die nächste Eiszeit kommt bestimmt!

Und der Mensch ist offensichtlich im großen Getriebe der Klima-Schaukel nur ein kleines Rädchen, während die berühmte Arbeitsgruppe IPCC, INTERGOVERNMENTAL PANEL ON CLIMATE CHANGE, mit ihren Schreckenscomputermodellen den Menschen anscheinend gern wieder als omnipotenten Macher in die Mitte des Weltalls versetzen möchte, aus der ihn Kopernikus vertrieben hat.

Die Geologen, die dieses Buch KLIMAFAKTEN geschrieben haben, dabei in vorbildlicher Weise um Verständlichkeit bemüht, gehen nun keineswegs so weit, wie der Wissenschaftspublizist Dirk Maxeiner, von dem ich dieser Tage in der FAZ den Satz las: »Das neue Horrorszenario der dräuenden Klimakatastrophe basiert auf zahlreichen Ubertreibungen, spekulativen Annahmen und Vermutungen - und auf der zweifelhaften Hochrechnung gegenwärtiger Trends mit Hilfe von Computermodellen«. Aber da das Messen und Wägen, das Eichen und Zählen zu ihrem Alltag gehört, widmen diese Wissenschaftler natürlich auch den vorliegenden Messreihen ihre Aufmerksamkeit. Ihr Misstrauen wird von der Tatsache erregt, dass im Lauf der Jahrzehnte Messtationen auf- und abgebaut wurden, ohne dass Standortwechsel in den Berechnungen berücksichtigt werden. Die Messmethoden wechseln ebenfalls, die Art der Instrumente, die Beobachtungspraxis, die Zahl und die Umwelt der Wetterstationen veränderten sich. In Kalifornien hat man z. B. festgestellt, dass die Temperaturmessungen ländlicher Gebiete keinen Temperaturanstieg erkennen lassen, wohl dagegen die Bereiche der Millionenstädte, deren Temperatur aber auch immerschon höher lag als die des weniger besiedelten Terrains.

Was die Computermodelle angeht, so wird in diesem Werk darauf hingewiesen, dass ein wichtiges Element, nämlich die Wolkenbildung, die etwas aussagt über die Rückstrahlung der Sonnenenergie von der Erde in den Weltraum, noch nicht wirklichkeitsnah abgebildet werden kann. Vielleicht sollte man mit Grämen und Sorgen also warten, bis die Computer gelernt haben, einen derart wichtigen Faktor der Klimafakten in ihre Rechnungen einzubeziehen. Dennoch muss die Allgemeinheit nicht nichts tun. "Das Klima zu schädigen fällt uns offensichtlich schwerer als wir befürchten; aber es ist auch schwerer zu schützen als wir wünschen«, heißt es im Buch KLIMAFAKTEN. Die Autoren raten, zu den Gedanken des Club of Rome zurückzukehren, der eine Schonung der natürlichen Ressourcen empfahl. »Wenn sich das Klima schon nicht von uns schützen läßt«, so schreiben sie, "dann bestimmt aber unsere Gesundheit, unsere Landschaften, unsere Finanzen und vieles mehr, was uns lieb geworden ist. Wir alle sollten unseren Erben doch Ressourcen hinterlassen, mit denen sie etwas anfangen können.« Dem anschließen kann sich sicherlich jeder Leser, jede Leserin von KLIMAFAKTEN * DER RÜCKBLICK- EIN SCHLÜSSEL FÜR DIE ZUKUNFT, herausgegeben von Ulrich Berner und Hansjörg Streif in der E. Schweizerbart'schen Verlagsbuchhandlung in Stuttgart zum Preis von 78 Mark. Rund 275 Abbildungen helfen beim Verständnis der nicht immer leichten, aber begreiflich beschriebenen Materie.

Norddeutscher Rundfunk, Forum 4, Politische Bücher

Bespr.: Holz-Zentralblatt, 127. Jg., Nr. 97/98, S. 1211 top ↑

Das Buch avancierte bereits kurz nach seinem Erscheinen zum Politikum, da es die Wissensbasis der gegenwärtigen in Klimadiskussion kritisch hinterfragt. Dies geschieht in aller Deutlichkeit mit Sätzen, wie: "Klimaforscher versuchen..., mit Hilfe von Computermodellen den Abläufen im System auf die ver Spur zu kommen. Dabei wird das Klimamasystem in den Rechenmodellen vereinfacht dargestellt. Solche Vereinfachungen führen zu einfachen Ergebnissen, die nicht notwendigerweise mit den Ereignissen in der Natur zu tun haben und schon gar nicht mit der Klimazukunft." "Derartigen Klimaszenarien .. stehen geowissenschaftliche Überlegungen zur Klimazukunft gegenüber. . . Hiernach ist im Verlauf der nächsten Jahrtausende ein Absinken der Temperaturen sicher, und auch der Meeresspiegel wird sinken.... Dies ist unabhängig davon, ob die Menschheit heute die Konzentration des Kohlendioxids in der Atmosphäre . . . erhöht oder durch Einsparungen beim Energieverbrauch verringert."

Das Buch stellt in erstaunlich komprimierter Form die Klimageschichte der Erde dar und was daraus für die Klimazukunft abzuleiten ist. Die Aussagen beruhen nicht auf Spekulationen sondern sind das Ergebnis eigener Forschungen der beteiligten Organisationen (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben, Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung) sowie aufwändiger Recherchen des aktuellen Wissensstandes. Die Wissensvermittlung erfolgt in klaren und verständlichen Worten, unterstützt durch eine Vielzahl von Abbildungen. Unvermeidliche Fachbegriffe werden zudem verständlich erklärt. Der großen Zahl von beteiligten Autoren ist es gelungen, die komplexen Zusammenhänge des Klimageschehens, aktuelle klimabezogene Interpretationen des Wissensstandes zur Entwicklung der Erde sowie die Vorstellung der verfügbaren Forschungsmethoden, in einer Weise darzustellen, die es auch dem interessierten Laien erlaubt, den Ausführungen zu folgen. Er wird damit in die Lage versetzt, sich ein eigenes Bild vom Wissensstand zu machen und medienwirksam aufbereitetes und dadurch notwendigerweise Vereinfachendes Expertenwissen zu hinterfragen.

Dadurch erhält der Leser Einblick in den Wissensstand auf dessen Basis gegenwärtig weitreichende politische Entscheidungen getroffen werden. Das Buch ist damit ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich Wissenschaftler der interessierten Öffentlichkeit verständlich machen können, ohne ins Triviale abzugleiten.

Holz-Zentralblatt, 127. Jg., Nr. 97/98, S. 1211

Dr. Michael Ißleib

Bespr.: Landwirtschaftl.Wochenbl. Westfalen-Lippe,21.06.2001,H4446,25,S.86 top ↑

Ändert sich das Klima? Ja, sagen viele Forscher, die auf die Entwicklung der letzten 150 Jahre verweisen. Das sei viel zu wenig, meinen die Autoren dieses Buches. Als Geowissenschaftler, die an Forschungsinstituten des Bundes und des Landes Niedersachsen tätig sind, haben sie unvorstellbare Zeiträume von mehreren Hunderttausend oder gar Millionen Jahren im Blick.

In diesem ansprechend gestalteten und gut lesbaren Buch breiten sie ihr umfangreiches Wissen über das Klima vergangener Zeiten aus und wagen einen vorsichtigen Blick in die Zukunft. Wer sich mit Fragen des Klimawandels beschäftigt, findet hier einen guten Einstieg ins Thema.

Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe, 21.06.2001, H4446, 25, S.86

Zitat aus "Die Zeit" Nr. 30, 19.07.2001 top ↑

"Wo so viel Sorge um die Zukunft des Erdballs ist, gibt ein Rückblick auf die vergangene Erdgeschichte der Gegenwart ihre Herkunft zurück. Der von den Geowissenschaftlern Ulrich Berner und Hans-Jörg Streif herausgegebene und schön gestaltete Band Klimafakten (Der Rückblick -- ein Schlüssel für die Zukunft; E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stutgart 2000, 238 S., 78,00 DM) versammelt das Wissen über die Klimavergangenheiten: In Steinen, Gletschern und Gewässern lesen die Geologen die Spuren erdgeschichtlicher Klimaschwankungen Um allerdings wiederum zu bilanzieren: Effizienzsteigerung bei der Energiegewinnung und kluges Sparen beim Verbrauch der fossilen Vorräte sind unumgänglich, wenn die Erdgeschichte noch ein Weilchen weitergehen soll."

Zitat aus "Die Zeit" Nr. 30, 19.07.2001

Bespr.: Neue Zürcher Zeitung v. 08.08.01, Nr. 181, S. 12 top ↑

Der menschliche Einfluss auf das Klima ist ein umstrittenes Thema. Eine Gruppe von Geologen der deutschen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe mischt sich nun mit einem an die breite Öffentlichkeit gerichteten Buch in die Debatte ein und stellt sich dabei klar auf die Seite der «Klimaskeptiker», die eine anthropogene Klimaveränderung für unwahrscheinlich halten. Diese Positionierung wird von den Autoren leider nicht schlüssig begründet. Dies wäre um so notwendiger, als sie den Aussagen des Intergovernmental Panel on Climate Change diametral widerspricht. Viele Argumente der Klimaskeptiker, vor allem zur Rolle der Sonneneinstrahlung, die weder theoretisch noch empirisch belegt sind, werden in den einleitenden und abschliessenden Kapiteln, die sich auf die politische Diskussion beziehen, ohne Prüfung übernommen.

Die rein geologisch orientierten Kapitel des Buchs sind dagegen für den an Klimafragen Interessierten als Zusammenfassung des Erkenntnisstandes über natürliche Klimaveränderungen während der Erdgeschichte uneingeschränkt zu empfehlen, zumal sie ausgezeichnet illustriert sind. Sie beschreiben das Klimasystem und die unterschiedlichen Datierungsmethoden für geologische Zeiträume klar und verständlich. Die verschiedenen Einflussfaktoren auf das Klima werden detailliert erläutert. Der Kohlenstoffkreislauf nimmt ein eigenes Kapitel ein. Schöne Beispiele aus den Erdzeitaltern Perm und Kreide zeigen den Einfluss der Verteilung der Kontinente auf Meeresströmungen und Klima. Ausführlich wird auf die Faktoren eingegangen, die Eiszeiten auslösen. Auf Beschreibungen der Eisschilde der Antarktis und Grönlands sowie der durch Eisbohrkerne gewonnenen Information über das Klima der letzten 400 000 Jahre folgt die Analyse der Eiszeitspuren in Europa, die zeigen, dass es gerade gegen Ende der Eiszeiten, aber auch innerhalb vergangener Warmzeiten oft zu jähen Klimaschwankungen kam. Eine Analyse der Meeresspiegelschwankungen an der deutschen Küste und des Einflusses des Klimas auf die Bildung von Lagerstätten runden das Buch ab.

Dr. Axel Michaelowa

Neue Zürcher Zeitung v. 08.08.01, Nr. 181, S. 12

Bespr.: Glückauf 137 (2001) Nr. 7/8, S. 442 top ↑

Das Buch setzt sich detailliert und anschaulich mit den Klimaschwankungen der Vergangenheit und ihren Ursachen auseinander. Dabei werden sowohl Klimaschwankungen in der jüngeren (etwa 100 Jahre) als auch der etwa bis zum Jahr 1 000 zurückreichenden und der mehrere Mrd. Jahre umspannenden geologischen Vergangenheit dargestellt. Hierbei wird deutlich, daß das Klima keine Konstante ist und war, sondern sich zu allen Zeiten aus den verschiedensten - natürlichen - Gründen geändert hat und ändert. Die gegenwärtig populäre Treibhaustheorie vermag nur einen eher geringen Teil der jüngst beobachteten Klimaschwankungen zu erklären; natürliche Faktoren wie zum Beispiel Schwankungen im Energieausstoß der Sonne erscheinen hierzu eher geeignet. Das Werk ist sehr gut bebildert und enthält eine große Anzahl von anschaulichen und didaktisch lehrreichen Farbtafeln, die für eine Präsentation gut geeignet sind. Die Bedeutung der Treibhausgase für das Klima wird stark relativiert dargestellt, da es neben ihnen noch zahlreiche andere Faktoren im Klimageschehen gibt, die in der Vergangenheit einen wesentlich größeren Einfluß auf das Klima hatten, wie zum Beispiel Schwankungen der solaren Strahlungsintensität und astronomische Faktoren. Die Aussagefähigkeit von Klimamodellen für die Entwicklung des Klimas in den nächsten Jahrzehnten wird deswegen eher etwas zurückhaltend beurteilt, da sie im wesentlichen nur die Treibhausgase berücksichtigen, andererseits aber aufgrund der Komplexität des Klimasystems nur eine grobe Annäherung der tatsächlichen Verhältnisse darstellen.

Die Stärke des Buchs liegt darin, daß es in anschaulicher Weise eine Informationsfülle über das Klimageschehen der Vergangenheit, seine Ursachen und seine vielfältigen Ausprägungen und Auswirkungen auf die verschiedensten Aspekte der Natur bietet. Leicht verständlich werden auch die verschiedenen Methoden der Paläcklimatologie dargestellt, mit denen es möglich ist, Erkenntnisse über Klimate der Vergangenheit zu gewinnen. Auch die Art der Darstellung in zahlreichen didaktisch gut gemachten Farbtafeln ist lobenswert.

Kritisch anzumerken ist vielleicht, daß für den interessierten Leser ein erweitertes Literatur- beziehungsweise Quellenverzeichnis wünschenswert wäre. Insgesamt handelt es sich aber um ein sehr gelungenes Werk, das sicherlich seinen Beitrag zur Relativierung der Treibhausdiskussion leisten wird und wegen seines reichhaltigen Bild- und Farbtafelmaterials viel Referenzmaterial für Präsentationen über Klimaschwankungen in historischen Zeitabläufen bietet.

Gerd-Rainer Weber

Glückauf 137 (2001) Nr. 7/8, S. 442

Bespr.: Forst und Holz Nr. 17, 56. Jg., 10. Sept. 2001 top ↑

Aufmerksame Zeitgenossen registrieren: Das Ansteigen des Kohlendioxydwerte in der Luft wird mit jüngeren Erwärmungstendenzen verknüpft, zu Modellen verdichtet, im Rechner simuliert und in Sorge um das Geschick der Menschheit alsdann von denkbaren künftigen Schreckensszenarien berichtet. So erschien als Titelbild von TIME (23. April 2001) ein Spiegelei in der Pfanne brutzelnd, im gelben Dotter briet die USA und ihre Hemisphäre. Der globalen Erwärmung samt Gletscherschmelze und Meeresanstieg waren 10 Seiten gewidmet. Man will weltweit Abhilfe durch politisches und verantwortungsbewusstes Handeln schaffen. Jedoch - lassen sich die Wetterdaten der klimatologisch jünge- ren Vergangenheit so zu Modellen verdichtet und mit Computerprognosen hochgerechnet als solide Basis für weltweites Handeln nutzen? Sollte tatsächlich der Anstieg des CO2 und damit der Energiedurchsatz der Industrialisierung an allem "schuld" sein? Modelle sind eben nicht die Realität und monokausale Erklärungen erscheinen in einer vernetzten Welt fragwürdig. Da kommt folgende Veröffentlichung gerade recht:

BERNER, Ulrich, u. Hansjörg STREIF (Hrsg.): Klimafakten, der Rückblick - ein Schlüssel für die Zukunft. E. Schweizerbart sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. 2. verbesserte Auflage 2001. 238 S., 277 Abb., 78 DM. ISBN 3-510-95876-4.

Autoren sind über 40 Wissenschaftler aus der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, dem Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben und dem Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung (alle in Hannover). Sie erläutern Ausmaß und Dynamik der natürlichen Klimaschwankungen, sie denken langfristig und können es vielfältig belegen. Auch ihre Sorge gilt dem sparsamen Umgang mit Rohstoffen und Energie. Der engagierte Laie findet hier sachgerecht dargebotenes Wissen der Geowissenschaften, vom Erdkern bis zur Troposphäre und Sonne, vom KamUrium bis heute. Nach der Einleitung folgen 10 Kapitel, die von den Methoden des Zählens und Messens zum Kohlenstoffkreislauf führen. Die Dimensionsbetrachtung macht deutlich, dass das CO2 nicht die treibende Kraft für die Temperaturentwicklung in der Vergangenheit war. Wasserdampf ist das wichtigste Treibhausgas der Atmosphäre. Die Fakten der Klimageschichte werden erläutert, von den Erdbahnparametern über die Kontinentalverschiebung, die Eiszeiten, die Klimaschwankungen speziell in Norddeutschland. Überhaupt ist es neben den Hinweisen auf weltweite Forschungen - auch und gerade in den Meeren - immer wieder erfreulich, wie viel Waldgeschichte, Moorkunde und Wissen um die Nordseeküste hier am Rande geboten werden. Messbare Klimavariationen gehen von der Sonnenaktivität aus. Dies ist auch dann plausibel, wenn wir derzeit die wirkenden Faktoren noch nicht voll erkennen. Erstmalig wird hier aus der Sicht der Geowissenschaft Stellung zur aktuellen Klimadiskussion bezogen. Nach dem dankbaren Erfassen des breiten Hintergrundwissens in dem Werk keimt erhebliche Skepsis gegenüber Verallgemeinerungen hinsichtlich Mensch und Klima. Deshalb gehört es in die Hand kritischer Leser, von der Oberstufe über die Lehrkräfte bis zu den Alteren, die zwar noch Anschluss an die Wissensexpiosion unserer Tage halten wollen, die jedoch nicht gewillt sind, jedem Aufruhr in den Medien voll zu glauben. Dieses Buch hat Format, es ist hervorragend gemacht. Dies gilt ganz besonders von Text und Bildern. Man hat buchstäblich etwas Solides in der Hand, verglichen mit dem Flim- mern der Nachrichten und dem Druck anderer Medien, die im Kurzzeitdenken befangen Katastrophen beschwören. Der gelungene Druck mit einheitlich dargebotenen Bilder laden schon beim Blättern zum intensiveren Lesen ein. Der Respekt gilt dem Ergebnis, der Gemeinschaftsleistung so vieler Wissenschaftler und der Darbietung in dieser hochwertigen Form. Ein empfehlenswertes Buch.

Klaus Olischläger

Forst und Holz Nr. 17, 56. Jg., 10. Sept. 2001, S. 574

Bespr.: Erzmetall 54 (2001) Nr. 7/8, S. 403 top ↑

Das exzellent illustrierte Buch bringt weltweite Fakten zur Klimaentwicklung, vor allem der letzten 11 500 Jahre, d.h. nach der letzten größeren Kälteperiode. Seitdem gab es nur kleinere Kältezeiten. Bis zur Industrialisierung weilte der Mensch noch nicht so zahlreich auf der Erde, als daß er diese kleinen Änderungen des Weltklimas hätte bewirken können. - Als Hauptfaktoren für Klimaänderungen geben die 40 Fachautoren Schwankungen der Sonnenfleckentätigkeit und der Erdrotation - die eine Veränderung der auftreffenden Sonnenstrahlung bewirkte - an, ferner Vulkanausbrüche, Veränderungen der polaren Eisschilde und in der Erdvergangenheit plattentektonische Veränderungen. Seit 1850 ist der Mensch am CO,-Anstieg der Atmosphäre von 280 auf 365 ppm beteiligt, vor allem durch Brandrodung, Verbrauch fossiler Energie und Moorkultivierung.- Das ansprechend gestaltete Buch stellt Fakten aus der Paläoklimatologie dar wie Schuttfahnen längst aßgeschmolzener Gletscher in heutigen Wüsten, dickschalige, in polaren Gebieten verbreitete Fossilien. Zahlreiche Karten belegen die Entwicklung von Eis- und Zwischeneiszeiten im Quartär. Für die nächsten 3000 Jahre prophezeien die Autoren eine leichte Abkühlung wegen einer Änderung der Konstellation zwischen Erde und Sonne. Aber auch mit Computer-Modellrechnungen lassen sich keine Einzelheiten voraussagen. - Die Autoren fordern eine Reduzierung des weltweiten Verbrauchs an fossiler Energie, vor allem von Erdölprodukten, da die Vorräte ab 2020 spürbar zurückgehen werden. Denn wir sollten unseren Nachkommen noch möglichst große Reserven dieser Schätze der Natur hinterlassen. - Das von den drei in Hannover ansässigen geowissenschaftlichen Institutionen (BGR, NLfB, Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben) herausgegebene Fachbuch, das auch bei Politikern starke Beachtung fand, ist als sachliche, gut gegliederte, allgemeinverständliche Faktensammlung zu empfehlen.

Erzmetall 54 (2001) Nr. 7/8, S. 403

Bespr.: Natur und Museum, Band 131, Heft 10, Okt. 2001 top ↑

Der im Querformat (29,7 x 24,0 cm) produzierte Band ist in 11 aufeinander aufbauende Kapitel untergliedert, die von insgesamt 42 Autoren verfaßt wurden. Jedes Kapitel wird durch eine prägnante Zusammenfassung eingeleitet. Die Aktualität und Zielsetzung des Buches wird in einem kurzen Vorwort (2 Seiten) vom Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Prof. Dr. Dr.-Ing. F.-W. WELLMER), dem Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung (Prof. Dr. J.-D. BECKER-PLATEN) und dem kommissarischen Direktor der Institute für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung in Hannover (Prof. Dr. H.-J. DÜRBAUM) gewürdigt.

Alle drei Institutionen sind in Hannover beheimatet, und die einzelnen Autoren sind offenbar jeweils einer davon zuzuordnen. Allerdings bleibt unklar, wer wohin gehört, weil eine alphabetische, den einzelnen Instituten zugeordnete Autorenliste fehlt. Die Zahl der Ko-Autoren, die an einzelnen Kapiteln mitgewirkt haben, schwankt zwischen 2 und 17. Zielsetzung des Buches ist, "... interessierten Laien Einblick in die Klimazusammenhänge der Vergangenheit zu vermitteln" sowie "... ein naturwissenschaftliches Fachbuch zu schreiben, dessen Lektüre anregend wirkt, auf offene Fragen hinweist, neue Denkanstöße vermittelt und dazu beiträgt, die oftmals emotional geführte Diskussion von Klimafragen zu versachlichen."

In der Einleitung (Kapitel 1) wird auf 5 Seiten der inhaltliche Rahmen des Buches abgesteckt. Es wird hervorgehoben, daß das Klima nur durch eine detaillierte Rückschau verstanden werden kann, wobei diese um so verschwommener wird, je weiter man in die geologische Vergangenheit zurückgeht. - Kapitel 2 (28 Seiten) stellt die Frage "Was ist Klima?" Es werden die wichtigsten Einflußfaktoren besprochen, wie sich diese im Verlauf der Jahrmillionen relativ zueinander verändert haben und welche Konsequenzen dies gehabt hat. - Kapitel 3 (31 Seiten) handelt "Vom Zählen und Messen", d. h. wie rekonstruiert man das Klima vergangener Erdepochen und wie datiert man einzelne Ereignisse, die in den Ablagerungen vergangener Zeitabschnitte als Klimazeugen erhalten sind. - Im Kapitel 4 ("Im Treibhaus") wird auf 14 Seiten der Treibhauseffekt erklärt. Dieser postulierte Effekt hat ja gerade in der Gegenwart zu heftigen Diskussionen geführt. Es wird aber in überzeugender Weise dokumentiert, daß es auch in der Vergangenheit wiederholt Treibhausbedingungen auf der Erde gegeben hat. - Kapitel 5, "HeißLalt auf den alten Kontinenten" (8 Seiten), widmet sich den Klimaschwankungen im Verlauf der Erdgeschichte, insbesondere den Zeugnissen für frühere "Eiszeiten", die u. a. auch in enger Beziehung zur Verteilung und Lage der kontinentalen Landmassen zu sehen sind. Aber auch relativ feuchte Perioden haben mit Trockenzeiten ge- wechselt. Als Beispiel wird das warme bis tropisch-heiße Klima der unteren Trias (Buntsandstein) hervorgehoben. - In Kapitel 6 ("Eisgepanzerte Kontinente") wird auf 12 Seiten überwiegend auf die Eiszeiten des Pleistozäns, d. h. der letzten 2-3 Millionen Jahre, eingegangen. Imposant ist die Tatsache, daß selbst heute noch über 32 Millionen km3 gefrorenes Wasser in den Polkappen und Gletschern der Erde gebunden ist. Da ist wohl die Frage berechtigt, ob wir vielleicht doch noch im Pleistozän leben? - Mit 41 Seiten ist Kapitel 7 ("Das Land - frostige Zeiten und wohlige Wärme") der längste Beitrag des Buches. Er befaßt sich mit den kontinentalen Spuren der Klimaschwankungen im Pleistozän, insbesondere des europäischen Festlandes, das in dieser Hinsicht am intensivsten erforscht worden ist. - Kapitel 8, "Zwischen Land und Meer" (13 Seiten), fokussiert den Blick auf die Schwankungen des Meeresspiegels im Bereich der Nordseeküste im Verlauf der letzten 2,6 Millionen Jahre. Dabei wird auch auf die Siedlungsgeschichte in der Küstenzone im Verlauf der vergangenen ca. 2000 Jahre eingegangen. Es wird auf der Basis archäologischer Befunde die Reaktion des Menschen auf den steigenden Meeresspiegel dokumentiert. - In Kapitel 9 (26 Seiten) wird der Blick wieder auf globale Klimaschwankungen gelenkt. Dabei wird "Der Schlamm im Meer" als Archiv vorgestellt, das vielfältige, z. T. aber stark verschlüsselte Klimasignale enthält. Es wird gezeigt, wie man diese "wasserfeste Zeitung" in mühsamer Kleinstarbeit lesen lernen kann. Um so überraschender ist dann, in welchem Detail sich manche Abläufe rekonstruieren lassen. - Kapitel 10, "Was man so braucht - Wasser und Rohstoffe" (18 Seiten), wendet sich der Nutzung von Rohstoffen durch den Menschen zu. Es wird deutlich gemacht, in welchem Maße das Klima an der Bildung verschiedenartigster fossiler Rohstoffe beteiligt war. - In Kapitel 11 (19 Seiten) wird schließlich die Frage gestellt: "Klima, quo vadis?" Hier wird das Problem der Prognose zukünftiger Klimaentwicklungen angeschnitten, z. B.: Wie und auf welcher Basis können halbwegs zuverlässige Prognosen erreicht werden? Welche Limitierungen haften solchen Prognosen an? Welchen Einfluß haben verschiedene Meßmethoden und statistische Auswertungsansätze? Auf diese und andere Fragen wird mit Fakten, Zahlen und vergleichenden Diagrammen eingegangen, wobei unmißverständlich auf die Lückenhaftigkeit unseres Wissens hingewiesen wird.

Das Buch ist aufwendig und attraktiv gestaltet. Allerdings ist die Farbabstimmung einzelner Abbildungen m. E. nicht immer gelungen. Dafür ist die Sprache weitgehend frei von Fachjargon und somit auch für den Laien leicht verständlich. Im Sinne der Zielsetzung ist es ein gelungenes Werk, dem eine weite Verbreitung zu wünschen ist. Auch der Fachmann kann seinen Nutzen aus dieser kompakten, aber dennoch leicht verdaulichen Darstellung gewinnen. Der Preis ist mehr als angemessen. Gewünscht hätte ich mir lediglich, daß die Abbildungen auch auf einer beigelegten CD-Rom verfügbar gewesen wären, damit der Stoff leichter in Lehr- und Bildungsprogramme hätte einfließen können.

B. W. Flemming

Natur und Museum, Band 131, Heft 10, Okt. 2001, S. 365/366

Bespr.: "Bild der Wissenschaft" 12/2001, S. 84 top ↑

Inhalt
Ein unterhaltsamer und lehrreicher Einblick in die Erd- und Klimageschichte.
Autoren
Die beiden Herausgeber Ulrich Berner und Hansjörg Streif sowie weitere 40 Geowissenschaftler.
Leser
Alle, die sich für das Werden der Erde und die heutige Klimadiskussion interessieren.
Lesbarkeit
Für eine von Fachwissenschaftlern geschriebene Zusammenschau außerordentlich verständlich (man merkt die Redaktion im Hintergrund). Viele Informationen, hervorragend gegliedert.
Optik
Viele Grafiken, viele Bilder, die den Zusammenhang zwischen Sonne - Erde - Klima zeigen. Die Grafiken sind plakativ, wirken mitunter allerdings ein bisschen ungehobelt.
Bemerkenswert
alle, die bisher der sicheren Überzeugung waren, dass der Mensch das Klima aus seinem Gleichgewicht schaukelt, haben nach der Lektüre dieses Buches ein Problem.

"Bild der Wissenschaft" 12/2001, S. 84

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Einleitung 9
2 Was Ist Klima? 15
Der Klimamotor Sonne 16
Die veränderliche Sonne 20
Die unruhige Erde 22
Zwischen Himmel und Erde 25
Schichten aus Gas 27
Bei Wind und Wetter 28
Die Rolle der Meere 30
Die Eiskammern der Erde 33
Die Kontinente und ihre Biosphäre 35
"Killer" aus dem All 39
Welcher Tag ist heute? 44
Die Atomuhren 45
Die Kohlenstoff-Uhr 46
Die Uran-Thorium-Uhr 47
Die Thermoluminiszenz-Uhr 47
Die Kalium-Argon-Uhr 48
Die biologischen Uhren 49
Die Fossilien-Uhr 49
Die Pollen-Uhr 49
Die Jahres-Schichten-Uhr 50
Die Baumring-Uhr 53
Die chemischen Uhren 54
Die Sauerstoff-Uhr 54
Die Strontium-Uhr 55
Ein Barcode der Erdgeschichte 57
Woher wissen wir, wie das Klima war? 60
Als Elefanten noch Haare hatten 61
Was schwimmt und krabbelt denn da? 63
Kieselalgen 63
Dinoflagellaten 64
Foraminiferen 64
Käfer 65
Große Pflanzen mal ganz klein 66
Nichts für Allergiker: Pollen und Sporen 66
Das Planzen-Thermometer 68
Was uns Atome und Moleküle erzählen 69
Die Klima-Thermometer der Erde 69
Das Eis-Thermometer 69
Das Kalkschalen-Thermometer 70
Das Biomolekül-Thermometer 71
Wieviel Kohlendioxid war in der Atrnosphäre? 72
4 Im Treibhaus 75
Der Kohlenstoffkreislauf 76
Kohlendioxidkonzentrationen in der geologischen Vergangenheit 82
Faktor Mensch 84
5 Heißkalt auf den alten Kontinenten 89
Gletscher in Arabien 90
Der Buntsandstein, die heiße Phase des Klimas 936
Eisgepanzerte Kontinente 97
Die Gefriertruhe der Erde liegt am Südpol 98
Die Eismassen der Osts und Westanhrktis 99
Was können Meteoriten über Bewegungen des Eises berichten? 100
Was findet sich unter dem Eis?
Das-Cape-Roberts Projekt 101
... und was erzählt uns das Eis? 104
Grönland - Die Kühlkammer des Nordens 105
Warme Gletscher und schnell fließendes Eis 1 06
Klimasignale aus dem Grönlandeis 106
Warum es am Noräpo/ keinen Eisschild gab 108
7 Das Land - Frostige Zeiten und wohlige Wärme 109

Eisspuren 110
Hoff des Eises - Moränen 111
Schürfwunden 112
Verborgene Rinnen 113
Fragliche Vereisungsgebiete 114
Bodenfrost 115
Die Rolle des Wassers 116
Kältewellen in der Vergangenheit 117
Vom Winde verweht 121
Staubstürme 121
Flugsand 122
Schmelzendes Eis 123
Flussgeschichten 124
Pflanzen erzählen 126
Die Klimaschwankungen in Norddeutschland 127
Bavel-Komplex 127
Cromer-Komplex 127
Elster-Komplex 129
Holstein-Warmzeit 129
Saale - Komplex 130
Eem-Warmzeit 130
Weichsel-Kaltzeit 131
Auf dem Weg zum heutigen Klima 133
Noch ist es warm! - Das Holozän 135
Das Gedächtnis der Seen 138
Sprünge des Klimas 138
Asche aus fernen Vulkanen - nur ein Hauch 139
Verschwundene Seen in 4000 m Höhe 140
Der Mensch greift ein! 142

Spiegel des Menschen in Seen, Flüssen,
Wäldern und Mooren 143
Der Mensch, ein Klimamacher? 146
Zwischen Land und Meer 149
... lang, lang her! 152
Gewinn und Verlust 158
Küstenmensch - von der Reaktion zur Aktion 159
9 Schlamm im Meer 163
Die wasserfeste Zeitung 165
Signale vom Land 167
Signale des Meeres 168
Der Rhythmus des Klimas 169
Die Kreidezeit, ein Treibhaus lang vergangener Zeiten 170
Kälteeinbruch im Treibhaus 170
Leben im Treibhaus 172
Als das Weltmeer umkippte 174
Klimazyklen im Treibhaus 1 77
Die Pazifische Klimaschaukel 179
Auf Umwegen in die Eiszeit 1 81
Das Klima der jüngeren Vergangenheit 185
Das Nordmeer erwärmt sich langsam 185
5000 Jahre Monsun 187
10 Was man so braucht - Wasser und Rohstoffe 189
Grundwasser heute 190
Wasser, Lebenselixier aus alten Zeiten 191
Altes Wasser für den Mogul 192
Im Land der Pharaonen 193
Rohstoffe 194
Kühl im Norden, warm im Süden: die Prozesse in den Klimazonen 194
Ohne Energie geht nichts!
(Torf, Kohle, Erdöl, Erdgas) 196
Gut für die Landwirtschaft (Phosphat-Dünger) 198
Der heiße Tiegel (Kali, Salz und GipsJ 199
Die warme Badewanne (Kalksteine und Riffe) 200
Rot wie Ziegelstein (Laterite) 201
Auf dem Waschbrett der Natur (Mineralsande) 203
Klima, Quo Vadis? 207
Gute Zeiten, schlechte Zeiten 209
Fieberkurven der Erde 211
Spätzünder 213
Der Modellbaukasten 214
... und die Zukunft? 218
Was sagt der Computer ? 218
... und was sagt der Geologe? 219
Paradigmenwechsel 223
Autorenliste 227
Abbildungsherkunft 229