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Kasachstan

Rohstoffentwicklung und Lagerstättenpotential. Entwicklung seit der Unabhängigkeit

[Kasachstan. Raw material, deposits, potential and their development since gaining independence]

2001. 71 Seiten, 40 Abbildungen, 6 Tabellen, 21x30cm, 290 g
Language: Deutsch

(Rohstoffwirtschaftliche Länderstudien, Band XXV)

ISBN 978-3-510-95888-7, brosch., price: 25.00 €

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Contents

Kurzfassung top ↑

Auf dem Territorium der Republik Kasachstan ist eine breite Palette teilweise außergewöhnlich großer Lagerstätten mineralischer Rohstoffe entwickelt, deren Abbau, Verarbeitung und Vermarktung den größten Anteil an der Industrieproduktion des Landes ausmacht.

Mit der Auflösung der UdSSR im Jahre 1991 begann für die ehemaligen Sowjetrepubliken eine Phase der politischen Neuordnung und dramatischer wirtschaftlicher Umgestaltungen. Die Republik Kasachstan erlitt nach der Unabhängigkeit durch die zu vollziehenden Umstrukturierungsprozesse eine tiefgreifende Wirtschaftskrise. Eine erste, Mitte der 90er Jahre zu verzeichnende Erholungstendenz der wirtschaftlichen Lage endete abrupt im Zuge der russischen "Rubelkrise" sowie der "Asienkrise". Die Rohstoffproduzenten Kasachstans waren einseitig auf die Strukturen innerhalb der UdSSR ausgerichtet. Mit der Rubelabwertung in Russland wurden die Ausfuhren in das Hauptexportland auf Grund der relativen Stärke des kasachischen Tenge im Jahre 1998 weitgehend zurückgefahren und ganze Industriezweige brachen zusammen. Parallel dazu erfuhren die in der Umstrukturierung befindlichen kasachischen eblich sinkenden Rohstoffpreise.

Die positiven Aussichten für eine nachhaltige Gesundung der Rohstoffwirtschaft Kasachstans zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind im wesentlichen in den folgenden Rahmenbedingungen begründet:

Freigabe der Landeswährung Tenge zum Floaten konsequente Schließung einer Vielzahl unwirtschaftlicher Bergbaubetriebe verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen, die die neue reformfreudige Regierung unter Ministerpräsident Tokajew schuf wieder deutlich ansteigende Rohstoffpreise für die Hauptexportgüter Erdöl und Buntmetalle Greifen von Modernisierungsma?nahmen meist ausl?ndischer Investoren in den kasachischen Produktionsbetrieben

Dieser Bericht beleuchtet an Hand geologisch-lagerstättenkundlicher Aspekte und Aktivitäten der Investoren bei Umstrukturierungen im Bergbau und der Rekonstruktion der weiterverarbeitenden Industrie die Entwicklung und gegenwärtige Situation bei wirtschaftlich wichtigen Rohstoffen der Republik Kasachstan. Hierbei kristallisieren sich für jeden einzelnen mineralischen Rohstoff ganz spezifische Probleme heraus, deren Ursachen neben den ökonomischen Rahmenbedingungen die durch die Situation der Weltmärkte vorgegeben wurden, beispielsweise in der wirtschaftlichen Neubewertung von Lagerstätten unter den Bedingungen der Marktwirtschaft oder im Machtspiel von Investoren und Politik liegen können.

Die Gewinnung von NE-Metallen erlebte in den Jahren 1997 bis 2000 beeindruckende Zuwüchse zwischen 50 und 200% und ist im wesentlichen auf das Greifen von Rationalisierungs- und Modernisierungsmaßnahmen der Hauptaktionäre Samsung (40% bei KazakhMys), Glencore (62,5% bei KazZinc) und Nakosta (90% bei Shairem GOK), aber auch auf den Anstieg der Metallpreise auf dem Weltmarkt zurückzuführen. Hingegen ist die Steinkohle- und Eisenerzproduktion auf Grund von Transport- und somit Absatzproblemen um 50 bzw. 80% zurückgegangen und die Wolfram-, Beryllium sowie Zinngewinnung mußte aus Wirtschaftlichkeitsgr?nden vollständig eingestellt werden.

Durch die im süduralischen Gebiet von Khromtau gelegenen Chromitlagerstätten gehörte und gehört Kasachstan zu den weltweit bedeutendsten Produzenten von Chromit und Legierungen wie Ferrochrom. Neben der Eisenerzproduktion (SSGPO) sowie der Bauxitgewinnung und -aufbereitung (Aluminium of Kazakhstan) engagierte sich hier das weltweit agierende Metallhandelshaus TWG bei dem Chromitproduzenten KazKhrom. In allen drei Fällen verlor TWG die Rechte an der Verwaltung dieser Firmen nach jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen. Hierbei spielte wahrscheinlich sowohl der Konkurrent KMRG eine Rolle, der einen Großteil der kasachischen Wirtschaft kontrolliert, als auch eine Nichtbeachtung von Investitionsverträgen durch die TWG. Da während des Rechtsstreits Investitionen zurückgestellt wurden, brach die Bergbauproduktion bei diesen Rohstoffen zum Teil erheblich ein und Projekte wie der Aufbau einer Aluminiumhütte und der Aufschluss neuer Chromitbergwerke wurden um Jahre verzögert.

Abstract top ↑

Kazakhstan has a wide range of mineral deposits, some of them very large. A large part of the industrial sector of the country consists of the mining of these deposits, processing of the ores, etc., and marketing of the products.

The former Soviet republics have undergone political reorganization and dramatic economic changes since 1991. The restructuring after independence led to a severe economic crisis in Kazakhstan. The recovery of the mid-1990s was ended abruptly by the Russian "ruble crisis" and the "Asian crisis". The producers of mineral commodities in Kazakhstan were oriented too strongly on the structures within the Soviet Union. Owing to the relatively strong Kazakh currency, the tenge, the devaluation of the Russian ruble led in 1998 to a large decrease in exports to its main consumer and the collapse of entire branches of industry. At the same time, the Kazakh producers of mineral raw materials, in the process of restructuring, were hit by large reductions in mineral commodity prices due to the economic crisis in Asia.

The positive prospects for recovery of the mineral commodities sector of Kazakhstan are based mainly on the following conditions: the floating of the Kazakh currency, the tenge; the closing of numerous uneconomical mining operations; the improved legal conditions created by the reform government of Prime Minister Tokayev; rising prices for the main exports crude oil and nonferrous metals; the taking effect of modernization measures, mostly by foreign investors, in the Kazakh production operations.

This report deals with the development of and present situation for the economically most important mineral commodities in Kazakhstan on the basis of geological and economic geology aspects and the activity of investors in the restructuring of the mining and mineral processing sectors. It is found that the problems are specific to each mineral commodity. The causes are in the situation in the global markets, the reassessment of deposits on the basis of a market economy, and in the power plays of investors and politicians. Growth rates for the nonferrous metals sector between 1997 and 2000 ranged from 50?% to 200?%. These were the result of rationalization and modernization measures of Samsung (which has a 40?% share of Kazakhmys), Glencore (a 62.5?% share of KazZinc), and Nakosta (90?% of Shairem GOK), as well as the increase in metal prices on the world markets. In contrast, coal and iron ore production decreased 50?% and 80?%, respectively, owing to transport and sales problems; production of tungsten, beryllium, and tin had to be given up altogether.

The chromium deposits in the Khromtau region in the southern Urals make Kazakhstan one of the largest producers of chromite and ferrochromium alloys. The Trans World Group (TWG) is engaged in iron ore production with the firm SSGPO, bauxite production and processing with Aluminium of Kazakhstan, and chromite production with Kazchrome. In all three cases, TWG lost control of these companies after years of legal battles. Its competitor KMRG, who controls a large part of the Kazakh economy, probably played a role in this, as well as the fact that contracts were not fulfilled by TWG. Because investment was postponed due to the court cases, mining production of these metals was considerably reduced and projects such as the construction of an aluminium smelter and the development of a new chromite mine were delayed for years.

Inhaltsverzeichnis top ↑

1. Einleitung
2. Die Republik Kasachstan: Zahlen und Fakten
3. Geologischer Überblick
3.1. Die Geologie Kasachstans unter Berücksichtigung
plattentektonischer Konzepte
3.2. Metallogenetischer Überblick
4. Die Rohstoffwirtschaft Kasachstans
4.1. Der wirtschaftliche Rahmen
4.2. Rohstoffwirtschaft und Bergbauindustrie
5. Energierohstoffe
5.1. Kohle
5.2. Erdöl/Erdgas
5.3. Uran
6. Metallrohstoffe
6.1. Eisen und Stahlveredler
6.2. NE-Metalle
6.3. Edelmetalle
7. Nichtmetallrohstoffe
7.1. Baryt
7.2. Sonstige Industrieminerale
7.3. Steine und Erden
8. Verwendete Literatur
9. Anhangverzeichnis

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1. Introduction
2. The Republic of Kazakhstan at a glance
3. Geology of Kazakhstan
3.1. Geology of Kazakhstan in the frame of regional plate tectonics
3.2. Metallogeny
4. Raw material industry
4.1. Economic situation of the Republic of Kazakhstan
4.2. Economic features of the raw material industry
5. Energy resources
5.1. Coal
5.2. Petroleum and natural gas
5.3. Uranium
6. Metals
6.1. Iron and alloying metals
6.2. Non-ferrous metals
6.3. Precious metals
7. Industrial minerals
7.1. Barite
7.2. Industrial minerals
7.3. Construction raw materials
8. References
9. Appendix