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Kristine Asch:

The 1:5 Million International Geological Map of Europe and Adjacent Areas

Development and Implementation of a GIS-enabled Concept

2003. 172 pages, 45 figures, 46 tables, 21x30cm, 730 g
Language: English

(Sonderhefte Reihe A - Geol. Jahrb., Sonderheft A 3)

ISBN 978-3-510-95903-7, paperback, price: 49.00 €

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Keywords

Geological Map Europa Geo-Informationssystem GIS

Contents

Beschreibung top ↑

Die Internationale Geologische Karte von Europa und Angrenzenden Gebieten (IGME 5000) ist ein bedeutendes europäisches geologisches GIS-Projekt, das von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) unter der Ägide der Weltkartenkommission (Commission of the Geological Map of the World) initiiert und durchgeführt wird. Es ist die zeitgemäße Fortsetzung der Tradition der BGR und ihrer Vorgänger, internationale geologische Karten zu kompilieren und herzustellen.

Am Projekt sind 48 europäische und benachbarte Länder aktiv beteiligt. Sein Ziel ist die Entwicklung und Bereitstellung eines Geo-Informationssystems (GIS), das - von einer europaweiten geologischen Datenbank unterlegt - sowohl Zugang und Abruf dieser Daten über das Internet als auch den Druck einer geologischen Karte ermöglicht. Das Hauptthema der IGME 5000 ist die Zusammenstellung, Harmonisierung und Darstellung der Geologie des Präquärtärs der kontinentalen und - zum ersten Mal in diesem Maßstab - der marinen Gebiete von Europa. Diese Publikation beschreibt die Konzeption und Entwicklung des Projekts sowie die bisherigen und zu erwartenden Ergebnisse.

Ein internationales Projekt diesen Ausmaßes hängt entscheidend von der Qualität der Beiträge der beteiligten Länder ab und erforderte daher eine sorgfältige Vorbereitung. Detaillierte Vorgaben hinsichtlich der nötigen Prozeduren und Arbeitsschritte, ihrer Abfolge und Inhalte bis hin zu Eingabemasken wurden entwickelt, um die benötigten räumlichen und thematischen Informationen der teilnehmenden Organisationen zu sammeln und in das Projekt zu integrieren, während gleichzeitig

versucht werden musste, den Input zu standardisieren und auf das Erforderliche zu begrenzen. Nicht zuletzt musste das System der vorgegebenen Prozeduren stabil und nutzerfreundlich sein, um so die Akquisition der europaweit (und darüber hinaus) verteilten Basisdaten zu vereinfachen. Beispiele für derartige Vorgaben sind die gemeinsame topographische Basiskarte als unverzichtbare Voraussetzung für eine konsistente geografische Referenzierung sowie bathymetrische Daten zur Lokalisierung der Informationen zur marinen Geologie. Zum überwiegenden Teil wurden die Arbeitsmaterialien auch über die Web Site der IGME 5000 verfügbar gehalten, die gleichzeitig die Teilnehmer über den Projektfortschritt auf dem Laufenden hielt.

Die Entwicklung der Geologischen Karte - von ihren ersten Anfängen bis hin zu ihrer heutigen Rolle im digitalen Zeitalter - wird beschrieben. Ein kurzer Überblick über die geologische Entwicklung und die Strukturen Europas zeigt den notwendigen geowissenschaftlichen Kontext. In Kombination mit aktuellen plattentektonischen Erkenntnissen wird hier auch die traditionelle Unterteilung in Eo-, Paläo-, Meso- und Neo-Europa angewandt. Da die marinen Gebiete zuvor noch nie auf einer geologischen Europakarte dieses Maßstabs abgebildet waren, werden die Problemstellungen zur marinen Geologie gesondert diskutiert.

Um konsistente geologische Informationen in digitaler Form zu speichern, zu bearbeiten und darzustellen, erfordert es weitaus strengere und weitgehendere Standards als solche, die für die Produktion einer Papierkarte genutzt werden. Es wurde offensichtlich, dass es bis heute keine oder nur sehr wenige entsprechende Standards gibt. Eine aktuelle Recherche bei europäischen geologischen Diensten und Organisationen, die hier zum ersten Male vollständig vorgelegt wird, bestätigt dies ausdrücklich. Es war daher nötig, eine möglichst einfache und doch umfassende Datenstruktur zu entwerfen und zu implementieren sowie ein geologisches Begriffslexikon (Thesaurus) als Grundlage für die Datenbank zu entwickeln. Die Erstellung des Begriffslexikons erforderte insbesondere die Auswahl und häufig die Modifikation, Kategorisierung und Anpassung existierender geologischer Klassifikations-Systeme, wie z. B. chronostratigraphische Zeittabellen und magmatische und metamorphe Gesteins-Klassifikationen. Die schließlich vorgenommene Kategorisierung dieser Systeme diente als Grundlage für den Thesaurus, den Kürzelcode und die Legende.

Die Entwicklung von GIS und Datenbankstruktur war ein wesentliches Element des Projekts. Ein Abschnitt dieser Arbeit ist daher dem Einfluss von Informationstechnologie auf die Produktion geologischer Karten, den für den Aufbau eines GIS notwendigen Konzepten und deren Anwendung gewidmet, um den Kontext zur Beschreibung der digitalen Arbeitsweise der IGME 5000 herzustellen. Es werden außerdem die involvierten Datentypen, Datenquellen und -qualität sowie das grundlegende konzeptuelle Datenmodell beschrieben und diskutiert. Dieses Modell diente als Basis für die physikalische Implementierung von Datenbank und GIS mit MS Access® beziehungsweise ArcInfo®.

Die Implementierung von GIS und Datenbank wurde in mehreren Phasen ausgeführt, angefangen mit der Vorbereitung der Konzeptionierung und Vorbereitung der Arbeitsprozesse, der Akquisition von räumlichen und thematischen Informationen, deren Zusammenstellung und Modifikation und schließlich der Datenkombination und -synthese. Dies waren wesentliche Schritte zur Integration des aktuellen Wissensstandes der zahlreichen teilnehmenden Länder, deren Beiträge allerdings z. T. sehr unterschiedlich ausfielen und nicht immer den vorgegebenen Formaten und Richtlinien entsprachen. Die Daten benötigten daher erhebliche Editierungs- und Modifikationsarbeiten. Qualitätskontrollen und Reviews sind ein integraler Bestandteil der eben genannten Prozedur. Letztendlich wird das GIS der IGME 5000 einen qualitativ hochwertigen Kartendruck (Maßstab 1 : 5 000 000) ermöglichen. Aus diesem Grunde wird, trotz digitaler Produktion, auf ein fachlich gutes und ästhetisch ansprechendes Kartendesign sehr großer Wert gelegt. In diesem Zusammenhang werden in dieser Arbeit die Prinzipien und die Geschichte von geologischem Kartendesign diskutiert, insbesondere die Verwendung von Farbschattierungen.

Es werden die sich durch die digitale Arbeitsweise bietenden Möglichkeiten zur Herstellung ganz unterschiedlicher Endprodukte in bezug auf Kartenausschnitt, fachliches Thema, Format und Medium (Papier, Datenträger) beschrieben. Die Planungen für eine Internetversion von Karte und Daten mittels spezieller Mapserver sind weit fortgeschritten. Außerdem soll eine CD-ROM mit einem Auszug von GIS und angeschlossener Datenbank erstellt werden.

Das so entstehende GIS wird mehr und vielfältigere geologische Informationen als eine gedruckte Karte enthalten und flexible Möglichkeiten zur Datenabfrage und -kombination (z. B. zu Alter, Beschaffenheit, Metamorphosegrad, tektonischen und genetischen Elementen von Gesteinen) bieten. Es beinhaltet außerdem zusätzliche Informationen, wie z. B. zu Impaktstrukturen, Regionalnamen und Bohrungen, und die bathymetrischen und topographischen Daten. Themen, die nicht in das GIS aufgenommen wurden, und die Gründe für ihren Ausschluss werden ebenfalls diskutiert. Die digitale Arbeitsweise erfordert auch die Auseinandersetzung mit den Punkten Haftung, Urheberrecht und Recht auf geistiges Eigentum.

Weil die IGME 5000 ein großes multinationales Projekt ist, werden auch Fragen zur Projektleitung, zu Ressourcen und der Kultur von Zusammenarbeit behandelt. Schließlich beschreibt diese Arbeit die bis zu ihrer Erstellung vorliegenden Ergebnisse des Projekts, diskutiert alternative Handlungsansätze und wirft einen Blick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der geowissenschaftlichen Informationstechnologie.

Abstract top ↑

The 1 : 5 Million International Geological Map of Europe and Adjacent Areas (IGME 5000) is a major European geological GIS project which is being managed and implemented by the Federal Institute for Geosciences and Natural Resources (BGR) on behalf of the Commission for the Geological Map of the World (CGMW). It follows a long tradition of the BGR and its predecessors to produce international geoscientific maps of Europe. The project involves 48 European and adjacent countries. Its aims are to develop a Geographic Information System (GIS), underpinned by a geological database, and a printed map providing up-to-date and consistent geological information. The main theme of the project is the pre-Quaternary geology of the on-shore and, for the first time at this scale, the off-shore areas of Europe. This publication describes the concepts behind and the development of the project and its products.

The project is dependent on the diverse contributions of the numerous countries and therefore required meticulous preparation. Procedures, workflows and input templates were developed in order to gather and integrate the necessary spatial and attribute information from the participant's organisations, while at the same time attempting to standardise and constrain their input. Further, the procedures established needed to be robust and userfriendly in order to provide an effective structure for the acquisition of distributed data. This system and processes were e.g. documented in guidelines which were provided to all participants and were also made available on the project web site, which provides other project resources, and keeps participants informed of progress. A standard topographical base map, the basis for consistent spatial referencing, was a critical foundation for the project and additionally, suitable bathymetric data were needed in order to reference the marine geological information.

The evolution of the geological map is discussed, from its early origins, to its role and status in today's digital era. A short overview of the geological history and structure of Europe is given to provide the necessary geoscientific context. Here the sub-divisions of Eo-, Palaeo-, Meso- and Neo-Europe are used in conjunction with a plate tectonic approach. A discussion of specific off-shore geological issues is included, because these areas have not previously been covered within a geological map of the whole of Europe.

To store, manipulate and present consistent geological information in digital form requires standards far more stringent and extensive than those used for the production of a paper map. It became apparent that few, if any, such standards existed. Recent research across European geological Survey organisations, fully reported for the first time in this publication, confirms this definitively. Thus, a straight-forward data structure had to be designed and implemented and pragmatic geological term dictionaries developed. This necessitated in particular the selection and frequently the modification, categorisation and adaptation, of existing geological classification systems such as time scales, and magmatic and metamorphic rock classifications. The categorisation ultimately produced provided the foundation for the geological term dictionaries, the data structure, the abbreviation codes and the legend. The GIS also contains additional information, such as tectonic and genetic elements, impact structures, regional names and the topographical and bathymetric data. Also discussed are the themes which have not been included in the GIS, and the reasons for their rejection.

Development of the GIS and database structure was a significant element of the project. To provide the context for the description of the IGME 5000 digital approach, a section of this publication is devoted to the impact of Information Technology on geological map production and also to the concepts behind, and use of, GIS. Following a consideration of the data types, sources and quality, the basic conceptual data model is described. This model was the basis for the physical implementation of the database and GIS in MS Access® and ArcInfo® respectively.

The implementation of the GIS and database was carried out in a number of steps or phases: beginning with preparation of the system; acquisition of the spatial and attribute data; its accumulation and modification; and finally its combination and synthesis. These were essential steps if the project was to achieve the integration of the knowledge from the many countries. The contributions received from the participants were varied and sometimes did not conform to the format requested. The data required considerable editing and modification by the author. Quality checks and reviews are an integral part of the above mentioned processes.

The IGME 5000 GIS will produce a high quality printed map at a scale of 1 : 5 000 000. Therefore, although it will be produced digitally, good map design and aesthetics are still considered crucial. The principles and history of geological map design, in particular the use of colour, are discussed. The digital approach adopted, however, provides the potential to produce many more products, in terms of geographic extent, theme, format and media. Plans are well advanced for an Internet version of the map and data, using web-enabled GIS technology. It is also planned to produce a CD ROM with a subset of the GIS and the related database.

The final GIS will hold significantly more information than previous printed maps could ever provide. It will also offer versatility, e.g. to retrieve, combine and present for the whole of Europe, information on age, lithology and structural and metamorphic features of rock units. A digital approach also introduces or compounds issues of liability, Intellectual Property Rights and copyright; these have been examined.

Because it was a large multinational project the IGME 5000 also had to face managerial, resource and cultural issues. These have been described. In conclusion the publication records the achievements of the project to date, reviews what may have been done differently and looks forward to future developments in the area of geoscience Information Technology.

Preface top ↑

The 1 : 5 000 000 International Geological Map of Europe and Adjacent Areas (IGME 5000) is a truly multidisciplinary project. It crosses three domains: geology, Information Technology and cartography. Within geology it embraces many sub-disciplines: stratigraphy, petrography, European regional and historical geology and marine geology.

The IGME 5000 continues a task that began more than a century ago, when in 1881 the Prussian Geological Survey, the predecessor of BGR today, instigated the work on the 1 : 1 500 000 Geological Map of Europe and the Mediterranean Regions. This map was the world's first ever international geological map, however, the current IGME 5000 will deliver, for the first time for an international geological map of Europe, not only a printed map but also a Geographical Information System.

This map project represents a meeting point between the past and the future: the union of a traditional approach to international map production, with the potential offered by the new digital era of the 21st century. But this decision to adopt a digital approach meant that new methods had to be developed and applied. This is the subject of this thesis.

The decision to write this thesis in English was made because this project is one with numerous international participants. The author believes that they should be given the opportunity to read about its development and implementation.

Bespr.: Rheinischer Merkur Nr. 32, 05.08.2004, Seite 31 top ↑

Was gibt es nicht alles an Karten! Nein, nicht bloß Spiel-, Scheck- und Eintrittskarten, sondern auch Stadtpläne, Atlanten und Wanderkarten, in ihrer Reichweite pendelnd zwischen der großen weiten Welt und kleinen, begrenzten Bezirken. Dazwischen der Kompromiss: die Karte zu einem Kontinent, zu dem, was ihn auf den ersten Blick zusammenhält, mit seinen Brücken, Bahnlinien und Autobahnen, und dem, was ihn trennt: den nationalen Grenzen und Territorien, meist farbig abgesetzt.

Die Erweiterung der EU in einer neuen großen Posterkarte!", so wirbt der Westermann Verlag. Alle Staaten mit ihren Flaggen, Flächen- und Einwohnerdaten, Preis 12,80 Euro, Format 100 mal 70 cm." Je nach Beitrittsdatum (oder ­plan) sind die Länder abgetönt. Alles ist schön übersichtlich sortiert, vertraut, rasch zu orten ­ und doch höchst oberflächlich. Denn zu Europa gibt es jetzt eine Karte, die auf ganz neuem Weg in die Tiefe geht. Und Millionen Jahre zurück. Was steckt dahinter?

Spezialisten unter den Geologen, Paläontologen und Kartografen wollen dies stets genau wissen und dokumentieren: Wie sieht es in den Schichten unter der Erdoberfläche aus, die viele Bodenschätze bergen können ­ und wie lässt sich dies am besten abbilden? Zum Aufschluss dessen arbeiten sie an geologischen Karten.

Weil (oder obwohl) Gesteine keine nationalen Barrieren kennen und auch keine EU- Abdrücke, kommt es auf internationale Zusammenarbeit an, etwa für eine geologische Karte Europas. Und genau die stellt vom 22. August an beim 32. Weltkongress der Geologen in Florenz jene Frau vor, eine promovierte Geologin, die fast zehn Jahre lang führend daran gearbeitet hat: Kristine Asch von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover.

Das Interesse daran ist beträchtlich, die Kundschaft groß und wichtig: Geologische Karten liefern wahrhaft fundamentale Daten für die Öl- und Gasbranche, für die Rohstoffsuche generell, für Wasserversorger, Baufirmen, Versicherungen, für den Tourismus und viele wissenschaftliche Fächer. Was Geologen über Schichten und Störungen wissen, ist entscheidend etwa für Aussagen über mögliche Katastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüche, Schlammlawinen, Bergsenkungen und Hochwasser, aber ebenso über die Anlage von Städten und Straßen, von Staudämmen, Tunneln, Kraftwerken und Deponien. Was Geologen tun, hat nur selten mit dem Klopfen von Steinen zu tun, auch wenn sich das Laien gern so vorstellen.

Kristine Asch hat im Blick auf die vielfältigen Nutzer mit einem kleinen Stab und nur geringem Budget im Maßstab 1 : 5 Millionen aus 32 000 Einzelflächen die erste digitale geologische Karte Europas geschaffen, die ­ noch eine Premiere ­ auch Daten zur Meeresgeologie etwa der Nord- und Ostsee, des Mittelmeeres und des Atlantiks bis hinauf nach Grönland enthält. Zu schaffen war das nur in Kooperation mit fast 50 nationalen geologischen Diensten, einschließlich etlicher in Nordafrika und im Nahen Osten.

Die Probleme, die dabei überwunden wurden, waren enorm. Die Kommunikation mit so vielen Institutionen, Ländern und Fachvokabeln kann nicht immer leicht sein; oft ist Diplomatie so wichtig wie Geologie. Zudem sind die Auffassungen und Standards bei der Bezeichnung der Schichten und Gesteine oft sehr unterschiedlich. Es war immens schwierig, eine einheitliche, fachlich korrekte Legende zu erreichen. Dazu gibt es kaum international gültige Standards", meint Kristine Asch. Damit kämpfte freilich schon die erste Europakarte, die die Preußische Geologische Landesanstalt 1881 begann und die die BGR in der modernen dritten Auflage erst im Jahr 2000 beenden konnte."

Da mag mancher denken, dass so eine Arbeit eigentlich nie fertig wird", wie es Goethe in seiner Italienischen Reise" notiert, er, der stets neugierige Pionier, der selbst viel Geologie betrieb. Für Florenz aber, den Enthüllungsort der neuen Karte, hat er nur zwei flüchtige Sätze übrig: Die Stadt hatte ich eiligst durchlaufen. Hier tut sich eine ganz neue, mir unbekannte Welt auf, an der ich nicht verweilen will."

Zurück nach Deutschland. Was die Daten aus Hannover betrifft, so sind sie auch Grundlage des Beitrags Geologie von Deutschland ­ ein Flickenteppich" im Deutschen Nationalatlas von 2003, die erste praktische Anwendung. Dabei ist ein Prinzip zu erkennen. Die Farben der Karte deuten auf das Alter der Gesteine: je älter, desto dunkler. Was so einfach klingt, war aufreibende Arbeit, bis aus Dutzenden von Karten alles in den gleichen Maßstab gebracht und dank spezieller Computerprogramme zu einem digitalen Meisterstück komponiert wurde.

Von der neuen Europakarte profitieren Institute vieler Art, Schulen und Umweltverbände. Und die, die daran so lange arbeiteten und auf tief schürfenden Vorgänger-Karten aufbauten ­ die erstaunlich präzise Englandkarte des legendären, zunächst aber verkannten William Smith, rund 200 Jahre alt, ist dafür ein Beispiel. Wir haben", so Asch, durch dieses Projekt enorm viel gelernt und fiebern der Präsentation in Florenz entgegen." Dort gibt es bei der Kommission der Geologischen Karte der Welt (CGMW) die letzte Chance zu Korrekturen. Dann wird gedruckt und in alle Welt versendet.

Wie gut, dass sich Geologen gern in ihre Karten sehen lassen. Deshalb kommt das Werk 2005 für jedermann zugänglich ins Internet. Das digitale Prinzip erleichtert es, die Karte zu verbessern, etwa aufgrund weiterer Bohrungen und neuer Techniken. Unsere Zunft kommt immer zu neuen Erkenntnissen", weiß Kristine Asch.

Weiterführende Hinweise

Die Karte zur Geologie der Alpen und des Alpenvorlandes von Kristine Asch ist entnommen aus The International Geological Map of Europe und Adjacent Areas" (SA 3), herausgegeben von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hannover) im Verlag Schweizerbart Stuttgart; mehr dazu unter www.bgr.de, www.schweizerbart.de sowie ccgm.free.fr im Internet.

Kristine Asch ist auch die Herausgeberin des Buches Geoinformationssysteme in Geowissenschaften und Umwelt", das 1999 bei Springer herauskam. Im selben Verlag erschien erst vor wenigen Wochen der opulente Bildband des Geologen und Fotografen Dirk Wiersma mit dem Titel Zauber der Mineralien und Gesteine" (160 Seiten, 49,95 EUR).

Eine sehr gute Biografie über den englischen Pionier William Smith bietet Simon Winchesters Darstellung Eine Karte verändert die Welt - William Smith und die Geburt der modernen Geologie" (Albrecht Knaus Verlag, München 2001, 336 Seiten, 22 EUR).

Dr. Eckart Klaus Roloff

Rheinischer Merkur Nr. 32, 05.08.2004, Seite 31

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1 Introduction and scope
1.1 Background
1.1.1 Introduction
1.1.2 A short history of International Geological Maps of Europe
and the role of the CGMW
1.1.3 Evolution of the IGME 5000
1.2 Task and constraints
1.3 Objectives of the project
1.4 International cooperation and participants
1.4.1 Geological institutions
1.4.2 Scientific advisors, Advisory and Working Groups
2 Geological map
2.1 The geological map - visualising geology
2.2 Historical aspects of the geological map
3 Approach
3.1 Developing the concept
3.2 Framework, procedures and standards
3.3 Procedures
3.4 Topography
3.4.1 Topographic base
3.4.2 Bathymetry
3.5 "Guidelines for the preparation of draft maps"
3.5.1 Preliminary legend
3.6 Term dictionaries and data input mask
4 Geological content
4.1 Influencing factors: Resources, conventions, user need, scale and
parallel projects
4.2 Short Overview of the geology of Europe
4.2.1 Eo-Europe
4.2.2 Palaeo-Europe
4.2.3 Meso-Europe
4.2.4 Neo-Europe
4.2.5 Marine geology
4.3 International and national standards and conventions
4.3.1 The results of the FOREGS Questionnaire on European standards for
digital geological cartography and computer modelling
4.3.2 Geological classification systems
4.4 Geological themes
4.4.1 Pre-Quaternary geology
4.4.2 Geochronology or Chronostratigraphy
4.4.3 Lithology
4.4.3.1 Sedimentary rocks
4.4.3.2 Igneous rocks
4.4.3.2.1 Intrusive rocks
4.4.3.2.2 Extrusive rocks
4.4.3.2.3 Volcano-sedimentary rocks - Pyroclastics
4.4.3.3 Metamorphic rocks: lithology, age, grade and protolith
4.4.4 Tectonic environment
4.4.5 Genetic elements
4.4.6 Impact structures
4.4.7 Physiographic regions
4.4.8 Geological fault types
4.4.9 Drilling Sites
4.5 The abandoned themes
4.5.1 Sediment thickness over basement rocks
4.5.2 Geochemistry
4.5.3 Geological and geophysical profiles
4.5.4 Sedimentary Facies
5 Development of the GIS and database
5.1 Impact of Information Technology on geological map production
5.1.1 A selected IT/GIS glossary
5.2 Geographic Information Systems: concepts and ractice
5.2.1 Aspects of the GIS development
5.2.2 Raster- and vector-based GIS
5.2.3 Strengths and weaknesses of a digital approach
5.3 IGME 5000 data
5.3.1 Data types
5.3.2 Data sources
5.3.3 Media and data formats
5.3.4 Data quality
5.4 Data structure
5.4.1 Data models and modelling
5.4.2 The IGME 5000 data models
5.5 Hardware and software
6 Implementation of the GIS
6.1 Work-flow and data-flow
6.2 Data acquisition
6.3 Data accumulation and modification
6.3.1 Accumulation and modification of geometric data
6.3.2 Accumulation and modification of attribute data
6.4 Data combination, unification and synthesis
6.4.1 Combination, unification and synthesis of geometric data
6.4.2 Combination, unification and synthesis of attribute data
6.5 Further GIS development and output
6.6 Quality assurance
6.6.1 Scientific review process
6.6.2 Technical data quality control
7 Output
7.1 Options
7.2 The printed map - a cartographic image
7.2.1 Importance of map design and aesthetics
7.2.2 Geological attributes and the principle of the legend
7.2.3 Colours and ornaments
7.2.4 Lines, symbols and abbreviations
7.2.5 Layout and marginalia
7.3 Digital products
7.3.1 IGME 5000 on the Internet
7.3.2 Extracts on CD-ROM
7.3.3 Customised plots (Extract maps)
7.4 Intellectual property rights, copyright and liability issues
8 Opportunities, risks and constraints
8.1 Resource constraints
8.2 Cultural issues
8.3 Liaison with other projects
8.3.1 GEIXS
8.3.2 Other projects
9 Conclusions
9.1 Achievements
9.2 In retrospect (or what might have been done differently)
9.3 Future developments
9.4 Results
10 Acknowledgements
11 References
12 Map references
Appendices
A Guide for Use of the Data Input Mask
B Copyright Agreement
C Attributes of the digital IGME 5000 topographic base map and digital
IGME 5000 bathymetry
D Attributes of European meteorite craters as used by the IGME 5000
E Complete legend of the IGME 5000 map (draft)

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The evolution of the geological map is discussed, from its early origins, to its role and status in today's digital era. A short overview of the geological history and structure of Europe is presented to provide the necessary scientific context. Subdivisions of Eo-, Palaeo-, Meso- and Neo-Europe are used in conjunction with a plate tectonic approach. A discussion of specific off-shore geological issues is included, because these areas have not previously been addressed by a geological map for the whole of Europe.