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Russische Föderation

[Mineral commodities in the Russian Federation. Production and Reserves.]

2003. 230 Seiten, 115 Abbildungen, 144 Tabellen, 21x30cm, 950 g
Language: Deutsch

(Rohstoffwirtschaftliche Länderstudien, Band XXX)

ISBN 978-3-510-95905-1, brosch., price: 69.00 €

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Contents

Beschreibung top ↑

Die Russische Föderation ist einer der bedeutendsten Rohstoffproduzenten und -exporteure weltweit. Die Produktion mineralischer Rohstoffe und deren Veredlung machten 2000 ca. 58 % der Industrieproduktion des Landes aus. Die Rohstoffwirtschaft war und ist während der von Krisen begleiteten Reformen eine tragende Säule der wirtschaftlichen Stabilisierung des Landes. Die Bergbaugesellschaften tragen dabei substanziell zum Staatshaushalt bei. So decken allein die von Gazprom gezahlten Steuern rund 25 % des Staatsbudgets. Im Bergbau und der rohstoffverarbeitenden Industrie sind rund 30 % der insgesamt 13 Millionen Beschäftigten der russischen Industrie konzentriert.

Russland nimmt unter anderem bei Aluminium, Diamanten, Eisen und Stahl, Erdgas, Erdöl, Kalidüngern, Magnesium, Nickel, Platinmetallen und Titan eine führende Rolle auf den Rohstoffmärkten ein. Außer bei Aluminium und Titan, die auf Grund kostengünstiger Elektroenergie größtenteils auf der Basis importierter Vorstoffe produziert werden, liegt das Land auch bei den entsprechenden Rohstoffreserven auf den vordersten Plätzen in der Weltstatistik.

Mit den Wirtschaftsreformen in Russland und in den anderen Ländern der GUS bzw. des RGW brachen für die russischen Bergbaugesellschaften die Abnehmerstrukturen in ihren Grundfesten zusammen. Bei der Umorientierung auf den Weltmarkt waren die Gesellschaften einerseits mit zumeist höheren Qualitätsanforderungen konfrontiert, die erhebliche Investitionen in die Aufbereitungs- und Verarbeitungstechnik verlangten, und wurden andererseits durch Antidumpingzölle belastet, da sich marktwirtschaftliche Prinzipien nur schrittweise einführen ließen.

Mit 1,1 % Staatsanteil an der Produktion in der Brennstoffindustrie, 0,1 % in der Eisen- und Stahlerzeugung und 5,7 % in der NE-Metallurgie ist der Privatisierungsprozess generell in allen Rohstoffbranchen weit fortgeschritten. Im Zuge der Reformen stieg die Zahl kleinerer Unternehmen, insbesondere in der verarbeitenden Industrie, sprunghaft an. Auf der Basis der ehemaligen Kombinate bildeten sich bei deren Privatisierung Bergbaukonzerne heraus, die nach Zukäufen und Fusionen zu den größten Rohstoffunternehmen der Welt gehören.

Die Russische Föderation ist für Deutschland das wichtigste Lieferland mineralischer Rohstoffe. Deutschland bezieht als größter Handelspartner Russlands in bedeutenden Mengen metallische und nichtmetallische Rohstoffe sowie rund 1/3 des Erdöl- und Erdgasbedarfs. Die Ruhrgas AG hat zur Stärkung der Importsituation einen Aktienanteil von rund 5 % am Gasgiganten Gazprom und somit einen Sitz im Aufsichtsrat des Konzerns erworben.

Weitere wesentliche Beteiligungen von deutscher Seite an russischen Rohstoffkonzernen sind jedoch kaum zu verzeichnen. Das bedeutendste Engagement im Bereich fester mineralischer Rohstoffe erfolgte durch die Gebrüder Knauf Westdeutsche Gipswerke, die an insgesamt 14 Standorten rund 200 Mio. EUR investierten und nunmehr 7.500 Mitarbeiter in Russland beschäftigen.

Abstract top ↑

Russia is a major mineral commodities producer and exporter. Production and processing of mineral commodities accounted for about 58 % of industrial production in 2000. The minerals industry has been a major factor for the economic stabilization of the country during the crises accompanying reform. Mining companies contribute substantially to the state budget. For example, taxes paid by Gazprom make up about 25 % of the state budget. About 30 % of the 13 million employed in the industrial sector work in the mining and mineral processing industries.

Russia is a leader in the commodities markets, for example, for aluminium, diamonds, iron and steel, gas and oil, potash, magnesium, nickel, platinum metals, and titanium. Russia leads the world in reserves of these mineral resources, except for aluminium and titanium, which are produced mainly from imported materials because electricity is so inexpensive in Russia.

The consumer networks of the Russian mining companies collapsed as a result of the economic reforms in Russia and the other countries of the former Soviet Union and the former Comecom. On the world markets, the companies were confronted with higher quality requirements, which required considerable investment in processing technology, and anti-dumping duties, because market economy principles could be introduced only gradually. The export of mineral commodities and semi-manufactured goods has increased steadily in the last several years, amounting to $77.8 billion in 2001, about 75 % of the total exports. Exports were dominated by gas and oil and oil products (more than $50 billion), mostly to the EU, followed by aluminium ($4 billion), steel ($3.5 billion), platinum metals ($2.3 billion), nickel ($2.3 billion), and diamonds ($1.7 billion). In the case of some metals, e.g., palladium and nickel, Russian exports have a large influence on the world market price.

In general, privatization has make considerable progress: the share of the state in the fuels industry is only 1.1 %, in iron and steel production 0.1 %, in non-ferrous metals 5.7 %. The number of small companies, especially in the processing industry, has risen considerably as a result of the reforms. Beginning with the former state companies, the mining companies formed by privatization, after fusions, buying and being bought, now belong to the largest mineral commodities firms worldwide.

The lack of transparency of many transactions in the early and mid 1990s has been replaced by mostly clear and predictable company strategies. Russian oil and mining company shares are traded on the international finance markets and their accounting is done according to the GAAP rules of the US stock market. Russian companies are increasing seeking expansion at the international level. Examples are the engagement of Alrosa in Angola, RusAl in Guinea, and Norilsk Nickel in New Caledonia.

Russia is the most important source of mineral commodities for Germany. Germany imports large quantities of metallic and nonmetallic raw materials from Russia, as well as about one-third of its oil and gas. To strengthen its import situation, Ruhrgas AG has acquired about 5 % of Gazprom, obtaining in this way a seat on the governing board.

Few German companies besides Ruhrgas have invested in Russian companies, however. The most significant is the engagement of the Gebrüder Knauf Westdeutsche Gipswerke, which has invested about EUR 200 million at 14 locations and has about 7500 employees in Russia.

Bespr.: Erzmetall 56 (2003), Nr. 10, S. 631 top ↑

Rund zehn Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat sich die Russische Föderation wieder zu einem der bedeutendsten Rohstoffproduzenten und -exporteure der Welt entwickelt. In der vorliegenden Veröffentlichung der BGR wird eine Obersicht zum Länderprofil, zur Wirtschaft und den gesetzlichen Grundlagen gegeben. Ausführlich wird auf das gesamte Spektrum der Rohstoffe von Energierohstoffen über Metalle, Nichtmetalle, Edel- und Schmucksteine bis hin zu Baurohstoffen eingegangen. Der Bericht ist durch eine Vielzahl statistischer Daten mit Stand Ende 2001 in wertvoller Weise ergänzt. Zumindest mittelfristig wird dieses Kompendium als Standardwerk zur Rohstoffindustrie Rußlands zu betrachten sein.

Erzmetall 56 (2003), Nr. 10, S. 631

Bespr.: GMIT Nr. 14, Dez. 2003 top ↑

Die Russische Föderation ist einer der bedeutendsten Rohstoffproduzenten und -exporteure der Welt. Die Produktion mineralischer Rohstoffe und deren Veredlung machten 2000 ca. 58 % der Industrieproduktion des Landes aus.

Im vorliegenden Bericht der BGR wird neben einer Übersicht zum Länderprofil, zur Wirtschaft und den gesetzlichen Grundlagen ausführlich auf das gesamte Spektrum der Rohstoffe von Energierohstoffen über Metalle, Nichtmetalle, Edel- und Schmucksteine bis hin zu Baurohstoffen eingegangen. Der Bericht ist mit einer Vielzahl statistischer Daten mit Stand Ende 2001 untersetzt.

Hilmar Rempel, Hannover

GMIT Nr. 14, Dez. 2003

Inhaltsverzeichnis top ↑


Einleitung
1 Landesprofil
1.1 Allgemeine Angaben
1.2 Verwaltungseinteilung
1.3 Quellen
2 Wirtschaftlicher Überblick
2.1 Bruttoinlandsprodukt
2.2 Stellung der Rohstoffindustrie
2.3 Außenhandel
3 Gesetze und Grundlagen
3.1 Berggesetz
3.2 Bewertung von Vorräten und Ressourcen
3.3 Geheimhaltung
3.4 Staatliche Institutionen in der Rohstoffwirtschaft
3.5 Bergaufsicht
3.6 Quellen
4 Energierohstoffe
4.1 Energieträger und Energiewirtschaft
4.2 Erdöl und Erdgas
4.3 Kohle
4.4 Uran
5 Eisen und Stahlveredler
5.1 Chrom
5.2 Eisen
5.3 Kobalt
5.4 Mangan
5.5 Molybdän
5.6 Nickel
5.7 Vanadium
5.8 Wolfram
6 NE-Metalle
6.1 Aluminium
6.2 Antimon
6.3 Blei und Zink
6.4 Kupfer
6.5 Magnesium
6.6 Seltene Erden
6.7 Tantal und Niob
6.8 Titan
6.9 Zinn
6.10 Sonstige NE-Metalle
7 Edelmetalle
7.1 Gold
7.2 Platin-Gruppen-Metalle (PGM).
7.3 Silber
8 Nichtmetallrohstoffe
8.1 Asbest
8.2 Baryt
8.3 Bentonit
8.4 Fluorit
8.5 Glimmer
8.6 Graphit
8.7 Kalisalz.
8.8 Kaolin
8.9 Magnesit und Brucit
8.10 Phosphat
8.11 Talk und Pyrophyllit
8.12 Sonstige Industrieminerale
9 Edel- und Schmucksteine
9.1 Schmuck- und Edelsteinmarkt
9.2 Diamant
9.3 Sonstige Edelsteine
9.4 Schmucksteine
10 Baurohstoffe
10.1 Gips
10.2 Feuerfestrohstoffe.
10.3 Baurohstoffe für Kalk, Zement und Ziegel.
10.4 Sonstige Baurohstoffe.

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Die Russische Föderation ist einer der bedeutendsten Rohstoffproduzenten und -exporteure weltweit. So spielt sie etwa eine führende Rolle bei Aluminium, Diamanten, Eisen und Stahl, Erdgas, Erdöl, Kalidüngern, Magnesium, Nickel, Platinmetallen und Titan. Durch ihre stabilisierende wirtschaftliche Situation haben die Rohstofferlöse wesentlich zum Aufschwung nach 1998 beigetragen. Für Deutschland ist die russische Föderation das wichtigste Lieferland mineralischer Rohstoffe; rund ein Drittel seines Erdöl- und Erdgasbedarfs kommen von dort. Die "Rohstoffwirtschaftliche Länderstudie" gibt einen Überblick über die Stellung der russischen Rohstoffbranchen und präsentiert anschaulich detaillierte Daten über Verbreitung und Eigenschaften, Förderung,Verarbeitung und Verbrauch sowie Im- und Export von Energie-, Metall- und Nichtmetall-Rohstoffen. In die Studie eingeflossen sind Daten der BGR, unveröffentlichte Berichte, russische Publikationen, Mitteilungen von Fachkollegen und Geschäftsberichte. So entstand ein Nachschlagewerk, das es in dieser umfassenden und kondensierten Form im deutschen Schrifttum bisher nicht gab.