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Hans Kuster:

Das jüngere Tertiär in Nord- und Nordostniedersachsen

[Younger Tertiary deposits of Northern and Northeastern Lower Saxony State]

2005. 194 Seiten, 16 Abbildungen, 2 Tabellen, 13 Karten, 17x25cm, 1300 g
Language: Deutsch

(Geologisches Jahrbuch Reihe A, Band A 158)

ISBN 978-3-510-95951-8, Schuber, price: 58.00 €

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Keywords

TertiärOligozän-PliozänNordniedersachsenNordostniedersachsenTransgressionsphaseRegressionsphaseTertiary deposits

Contents

Beschreibung top ↑

Die Auswertung von ca. 800 - im Durchschnitt ca. 200 m tiefen - Bohrungen des mehrjährigen Grundwasser-Erkundungsprogramms "Wasserwirtschaftliche Rahmenplanung des Landes Niedersachsen" erbrachte eine Fülle neuer Erkenntnisse über das jüngere Tertiär (Oligozän-Pliozän) des Gebietes zwischen Weser-Aller und Elbe. Ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Schwerpunktprogramm bot dabei die Chance, mit Hilfe einiger tausend biostratigraphischer Analysen mehrerer Organismengruppen (Mollusken, Foraminiferen, Ostrakoden, kalkiges Nannoplankton, Otolithen) besonders oligozäne und miozäne Schichtenfolgen stratigraphisch zu gliedern. Dies war eine wesentliche Voraussetzung für eine lithologische Korrelation, die mit Hilfe geophysikalischer Bohrlochdiagramme durchgeführt wurde und eine große Anzahl weiterer archivierter Bohrungen interpretieren ließ.

Die Sedimentation von fein- bis grobklastischem Detritus erfolgte in Form asymmetrischer Zyklen bzw. Rhythmen. Einer relativ kurzen Transgressions- schloss sich jeweils eine längere Regressionsphase an. Sequenzen werden als Produkt globaler Meeresspiegelschwankungen und/oder (über)regionaler Bewegungen diskutiert.

Besondere Beachtung finden Horizonte mit extrem angereichertem Glaukonit oder auch mit Schwermineralen, die markante tektonische und/oder klimatische Ereignisse und als "condensed horizons" beachtliche Hiaten widerspiegeln können.

Es deuten sich Zusammenhänge zwischen dem tiefen Untergrund und intra- bis (post)tertiären Bewegungen an, die sich z. T. noch in der heutigen Morphologie abzeichnen.

S-N- und W-E-orientierte geologische Schnitte lassen u. a. den Einfluss lokal wirksamer Salz- sowie regionaler (Subsidenz- und Kipp-) Bewegungen erkennen.

Wesentliche Untersuchungsergebnisse sind aus Tiefenlinien- und Fazieskarten einzelner Stufen im Maßstab 1 : 500 000 sowie einer Karte des präquartären Untergrunds (mit Isoliniendarstellung der Quartärbasis) im Maßstab 1: 200 000 ersichtlich.

Aus dem untersuchten - wesentlichen - Bereich des nordwestdeutschen Tertiärbeckens wird dessen Entwicklung seit dem Oligozän rekonstruiert und auf mögliche Beziehungen zu kontemporären Ereignissen in anderen Regionen - vor allem im Nordatlantik - hingewiesen.

Folgende Karten und Anlagen sind dem Geologischen Jahrbuch A 158 im Schuber beigefügt:

Format: 60 x 42 cm: Karte 1: Bohrpunktkarte mit Lage der geologischen Schnitte (1:500 000), Karte 2: Basis Chatt-Stufe (1:500 000), Karte 3: Basis Vierlande-Stufe (1:500 000), Karte 4: Lithofazies der Vierlande-Stufe (1:500 000), Karte 5: Basis Hemmoor-Stufe (1:500 000), Karte 6: Lithofazies der Hemmoor-Stufe (1:500 000), Karte 7: Miozäne Braunkohlenvorkommen (1: 500 000), Karte 8: Basis "Hamburger Ton" (im östlichen Teil des Arbeitsgebietes) (1:500 000), Karte 9: Basis Reinbek-Stufe (Basis des Oberen Glimmertones) (1:500 000), Karte 10: Basis "Pliozän" (1:500 000), Karte 11: Lithofazies des "Pliozän" (1:500 000), Karte 12: Präquartärer Untergrund (1:200 000), Karte 13: Strukturplan (1:500 000)

Anlage 1 und 2: Geologische Schnitte (1:200 000), Format: 90 x 68,5 cm

Bespr.: GMIT Nr. 28, S. 74-75 top ↑

Dem "jüngeren Tertiär Nord- und Nordostniedersachsens" von Hans Kuster (ehem. Landesgeologe am Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung, Hannover) liegen ca. 800 Bohrungen aus der "Wasserwirtschaftlichen Rahmenplanung des Landes Niedersachsen" zugrunde. Untermauert sind die lithostratigraphischen und geophysikalischen Bohrloch- Korrelationen von zuverlässigen biostratigraphischen Altersdatierungen, die für das stratigraphische Gerüst der Region - einem Schlüsselgebiet der Tertiärstratigraphie Norddeutschlands - notwendig waren.

Die wechselvolle Geschichte des jüngeren Tertiär, abgebildet in Sedimentfolgen und Paläogeographie, ist Stufe für Stufe - nach der lokalen Gliederung für Norddeutschland - vom Oligozän bis zur Basis des Quartär abgehandelt.

Dabei überwiegt die Darstellung, Interpretation und Verbreitung der lithostratigraphischen Einheiten. Es folgt ein Kapitel zur Tektonik und deren Auswirkungen auf die Beckenkonfiguration und die Sedimentation. Von besonderer Bedeutung für das Verständnis der Schichtenfolgen im jüngeren Tertiär sind dem Autor Glaukonithorizonte, die innerhalb der marinen Regressions- Folgen ausgebildet sind. Kritisch setzt sich der Autor auch mit der sequenzstratigraphischen Interpretation der Sedimentationszyklen und -rhythmen auseinander, indem er nicht nur Meeresspiegel- und Klimaschwankungen, sondern besonders lokal wirksame tektonische Bewegungen zu berücksichtigen weiß. Das Schriftenverzeichnis ist umfassend und im Text angenehm präsent.

Wolfgang Weiß GMIT Nr. 28, S. 74-75

Bespr.: World of Mining 3/2007, S. 198 top ↑

Die Auswertung von ca. 800 - im Durchschnitt ca. 200 m tiefen - Bohrungen des mehrjährigen Grundwasser-Erkundungsprogramms "Wasserwirtschaftliche Rahmenplanung des Landes Niedersachsen" erbrachte eine Fülle neuer Erkenntnisse über das jüngere Tertiär (Oligozän-Pliozän) des Gebietes zwischen Weser-Aller und Elbe. Ein von der DFG gefördertes Schwerpunktprogramm bot dabei die Chance, mit Hilfe einiger tausend biostratigraphischer Analysen mehrerer Organismengruppen besonders oligozäne und miozäne Schichtenfolgen stratigraphisch zu gliedern. Dies war eine wesentliche Voraussetzung für eine lithologische Korrelation, die mit Hilfe geophysikalischer Bohrlochdiagramme durchgeführt wurde und eine große Anzahl weiterer archivierter Bohrungen interpretieren ließ. Das Buch ist in die Abschnitte Arbeitsmethodik, Altes Tertiär, Jüngeres Tertiär, Tektonik und Sedimentations-Zyklen/-Rhythmen gegliedert. Ein Schriftenverzeichnis sowie zahlreiche geologische Karten und Schnitte vervollständigen das Geologische Jahrbuch.

World of Mining 3/2007, S. 198

Inhaltsverzeichnis top ↑

Einleitung und Dank 9
2 Arbeitsmethodik 11
3 Älteres Tertiär 12
3.1 Paläozän 12
3.2 Eozän 13
4 Jüngeres Tertiär 17
4.1 Oligozän 17
4.1.1 ``Unter-Oligozän'', Latdorf-Stufe 17
4.1.2 ``Mittel-Oligozän'', Rupel-Stufe 18
4.1.2.1 Neuengammer Gassand 18
4.1.2.2 Septarienton (Rupelton) 20
4.1.3 Ober-Oligozän, Chatt-Stufe 23
4.1.3.1 Eochatt, Neochatt 24
4.1.4 Grenzglaukonit 27
4.2 Miozän . 32
4.2.1 Unter-Miozän 33
4.2.1.1 Vierlande-Stufe 33
4.2.1.2 Hemmoor-Stufe 41
4.2.1.2.1 Braunkohlensande 41
4.2.1.2.1.1 Untere Braunkohlensande 42
4.2.1.2.1.2 Hamburg-Ton 50
4.2.1.2.1.3 Obere Braunkohlensande 54
4.2.1.2.2 Behrendorf-Unterstufe 58
4.2.1.2.3 Oxlund-Unterstufe 63
4.2.1.3 Mittel-Miozän 68
4.2.1.3.1 Reinbek-Stufe 69
4.2.1.4 Mittel- bis Ober-Miozän 79
4.2.1.4.1 Langenfelde- und Gram-Stufe 79
4.2.1.4.2 Sylt-Stufe 97
4.3 Pliozän 101
5 Tektonik 108
5.1 Salztektonik (im weiteren Sinne) 108
5.2 Tektonische Gliederung und Paläogeographie 112
5.2.1 Nord-Süd-Strukturen 115
5.2.2 West-Ost-Beckenachse, Verlagerung der Beckenachse 131
5.2.3 Beziehungen zwischen Tektonik und tieferem Untergrund 136
5.2.4 Tektonik und Sedimentation 138
6 Sedimentations-Zyklen/-Rhythmen 140
7 Schriftenverzeichnis 154