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Alois Schreiber:

Die Kalksteine des Wildenfelser Zwischengebirges

Petrographie, Stratigraphie und Chemismus

2012. 199 Seiten, 17 Abbildungen, 5 Tabellen, 5 Tafeln, 17x25cm, 900 g
Language: Deutsch

(Geologisches Jahrbuch Reihe A, Band A 159)

ISBN 978-3-510-95970-9, Schuber, price: 49.80 €

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Keywords

devonemsiansiluriandevoniansaxothuringiancarboniferousgermany

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Die Arbeit berichtet erstmals näher über die umfangreichen stratigraphischen, paläontologischen, petrographischen und chemischen Untersuchungen der sehr zahlreichen und mannigfaltigen Kalksteine und ihrer Begleitgesteine des Wildenfelser Zwischengebirges. Die meisten von ihnen sind die östlichsten Vorkommen in Deutschland. Der Tentakuliten knollenkalk des Unterdevons liegt in zwei Ausbildungen vor. Der darüber folgende Tentakulitenschiefer führt nur bei Wildenfels zahlreiche, aber gering mächtige Kieselschiefer. Bisher wenig oder unbekannte Kalksteine kommen beiderseits der Liegendgrenze und vor allem im oberen Bereich der basischen Vulkanitserie des unteren Oberdevons vor. Im unteren Teil sind es dunkle, Pyrit-reiche Tonschiefer mit mikritischen, fossilarmen Kalksteinen. Im oberen Abschnitt treten z. T. Kalksteine mit häufigen Flachwasser-Fossilien auf, auch Riffkorallen und oftmals grobklastische Ablagerungen. Weiterhin kommen als Leitgerölle schwarze Kieselschiefer mit Karbonateinschlüssen vor, die bisher nur aus dem Wildenfelser Raum bekannt sind.

Die meist dunklen und relativ mächtigen Kalksteine mit Schiefern des Brachiopodenkalkes führen zuunterst z. T. ebenfalls Kalksteine mit Flachwasserfossilien und meist umgelagerte basische Tuffe. Der mittlere Bereich enthält viel S und Corg, der oberste einen hohen Anteil umgelagerter Gesteine. Der Brachiopodenkalk gehört vor allem dem oberen Teil der Oberen rhenana-Zone (oberes Oberdevon I) an.Der „Kellwasserkalk I“ ist in basische Tuffite oder Spilite eingeschaltet. Die meist kieseligen und sparitischen Kalksteine und Schiefer des „Kellwasserkalkes II“ entstanden unter noch ausgeprägteren reduzierenden Verhältnissen. Die Kellwasser-Fazies beginnt in der longuiformis- Zone (an der Obergrenze des Oberdevons I) und reicht bis zur Oberen crepida-Zone (unteres Oberdevon II).

Der Knotenkalk weist durch seinen meist geringen bis mittleren Schiefergehalt Parallelen zum NW-Rand des Bergaer Sattels auf. Dessen Pelite haben im Liegenden des annulata-events wie am Schwarzburger Sattel den geringsten Anteil. Die über dem Knotenkalk folgenden intensiv grünen und roten Schiefer mit flachen Kalksteinlinsen reichen bis zur Unteren (Mittleren?) praesulcata-Zone nahe an die Obergrenze des Oberdevons und führen 0,3 m Rhyodazittuff. Erst das Arundian (oberes Unter- bis Mittelvisé, V1b–V2 a) ist durch Korallen und Foramini feren belegt (WEYER 2001). Der Hauptteil besteht – von Nordostbayern abgesehen – aus dem mächtigsten Kohlenkalk des Saxothuringikums. Darin kommen zuoberst häufig Onkoide und Ooide vor. Das Arundian führt auch „Keratophyr“-Tuffe und zuunterst und zuoberst dunkle Schiefer mit Kalksteinen.

Im Wildenfelser Raum bestehen wechselhafte Ausbildungsverhältnisse: die thüringische Fazies, z. T. Anklänge an die bayerische Ausbildung Nordostbayerns und regionale Besonderheiten.

Synopsis top ↑

This paper reports for the first time in detail on the comprehensive stratigraphic, paleontological and chemical analysis of the very numerous and varied limestones and accompanying rocks of the Wildenfelser Zwischengebirge. Most of them are the most easterly occurrences in Germany. The Tentakulitenknollenkalk Formation of the Lower Devonian is present in two forms. The overlying Tentakulitenschiefer Formation only includes numerous, albeit thin, radiolarites at the Wildenfels locality. Previously little known or unknown limestones occur either side of the base, and particularly in the upper part of the basic extrusive series in the lower Upper Devonian. In the lower section they consist of dark, pyrite-rich clay slate with micritic, fossil-poor limestones. The upper section includes limestones with frequent shallow water fossils, as well as reef corals and frequent coarse-clastic sediments. There are also marker pebble beds consisting of black radiolarites with carbonate inclusions, previously only known from the Wildenfels area.

The mostly dark and relatively thick limestones with slates of the brachiopod limestone also include limestones in parts of the lowermost beds which contain shallow water fossils and largely reworked basic tuffs. The middle section contains a lot of S and Corg, whilst the uppermost part contains a large proportion of reworked rocks. The brachiopod limestones are primarily part of the Upper rhenana Zone (Upper Devonian I). The "Kellwasserkalk I" is intercalated within basic tuffites or spilites. The largely siliceous and sparitic limestones and slates of the "Kellwasserkalk II" were formed under even more extreme reducing conditions. The Kellwasser facies starts in the longuiformis Zone (at the upper boundary of the Upper Devonian I) and extends up into the Upper crepida Zone (lower Upper Devonian II).

The Knotenkalk mostly has a low to medium amount of slate and therefore has analogies with the NW margin of the Bergaer Anticline. Its pelites have the lowest proportion at the base of the annulata Event and in the Schwarzburger Anticline. The intense green and red slates with thin limestone lenses overlying the Knotenkalk extend into the Lower (Middle?) praesulcata Zone near the upper boundary of the Upper Devonian, and include a 0.3 m thick rhyodacite tuff.

Corals and foraminifera do not occur until the Arundian (upper Lower to Middle Visean, V1b–V2 a) (WEYER 2001). The major part consists – with the exception of north-eastern Bavaria – of the thickest Carboniferous limestones of the Saxothuringikum zone. Oncoids and ooides occur here frequently in the uppermost horizons. The Arundian also includes "keratophyr tuffs" as well as dark slates with limestones in the lowermost and uppermost horizons.

Varying depositional environments were present in the Wildenfels area: the Thuringian facies, with analogies in part with the Bavarian formations in northeast Bavaria, as well as special regional variations.

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1 Vorbemerkung 9
Bisherige Untersuchungen und mehrere stratigraphische
Einheiten betreffende Literatur 14

3 Allgemeine Informationen zu den Untersuchungen 20
4 Kalksteine des Silurs bis Unterkarbons und ihre Begleitgesteine 26
4.1 Silur 26
4.1.1 Untere Graptolithenschiefer-Formation 26
4.1.2 Ockerkalk (Ockerkalk-Formation) 27
4.1.3 Ablagerungsverhältnisse des Silurs 28
4.2 Unter- und Mitteldevon 31
4.2.1 Obere Graptolithenschiefer-Formation (Unterstes Unterdevon, Lochkovium) 31
4.2.2 Tentakulitenknollenkalk-Formation (Unterdevon) 32
4.2.3 Tentakulitenschiefer-Formation(Unterdevon, hauptsächlich Emsium) 33
4.2.4 Schwärzschiefer-Formation (Mittel- bis unterstes Oberdevon) 35
4.2.5 Unter- und Mitteldevon benachbarter Gebiete 36
4.3 Oberdevon I ohne obersten Teil (hauptsächlich Vulkanitserie) 38
4.3.1 Oberdevon im Liegenden der Vulkanitserie 38
4.3.2 Vulkanitserie 39
4.4 Oberstes Oberdevon I bis Oberdevon VI 50
4.4.1 Brachiopodenkalk 50
4.4.2 „Kellwasserkalk“ 61
4.4.3 Knotenkalk 76
4.4.4 Tonschiefer und Kalksteinlinsen 81
4.4.5 Abweichende Ausbildungen des Brachiopoden-, „Kellwasser-“ und Knotenkalkes 86
4.4.6 Allgemeine Entwicklung des obersten Oberdevons I bis VI 93
4.5 Unterkarbon (Unterer Kohlenkalk und Begleitsedimente) 95
5 Allgemeine Sedimentationsverhältnisse 115
6 Schriftenverzeichnis 120
Anhang 129
Teil 1: Stratigraphische Untereinheiten des Brachiopoden-,
„Kellwasser-“, Knoten- und Unteren Kohlenkalks 131
Teil 2: Kurzschichtenverzeichnisse einer Auswahl wichtiger Bohrungen 153
Die folgenden Tabellen und Tafeln sind im Schuber beigefügt:
Tabelle 4: Conodonten-Zonen stratigraphischer Einheiten
des Oberdevons im Wildenfelser Zwischengebirge
Tabelle 5: Gewogene arithmetische Mittel stratigraphischer Einheiten von
1968/69 ausgeführten Bohrungen im Wildenfelser Kalksteingebiet
und deren Umrechnungen
Tafel 1: Geologisch-tektonische Übersichtskarte der Umgebung von Wildenfels (Maßstab 1 : 15000)
Tafel 2: Geologisch-tektonische Übersichtskarte
der Wildenfelser Kalksteinlagerstätte (Maßstab 1 : 4000)
Tafel 3: Kalkstein-Pelit-Abfolge der Kalksteinlagerstätte im Wildenfelser Zwischengebirge
Tafel 4: Aufnahmen von Aufschlüssen
Abb. 1: Steinbruch nördlich des Kalkofens bei Grünau; Ostwand
Abb. 2: Pflanzenbruch; Nordwand
Tafel 5: Aufnahme der Nordostwand des Südwestteils des Steinbruch Roth