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Bausandsteine in Deutschland Band 1

Grundlagen und Überblick

Hrsg.: Angela Ehling

[Building-Sandstones in Germany. Volume 1: Introduction and basic concepts in the classification and problems of the use of sandstones in construction and restoration]

2009. 163 Seiten, 3 Abbildungen, 4 Tabellen, 72 Farbabb., 6 Fototaf., 21x30cm, 850 g
Language: Deutsch

(Monographien von BGR und LBEG)

ISBN 978-3-510-95982-2, gebunden, price: 54.80 €

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Keywords

bausandstein sandstone dimension stone preservation weathering

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Sandsteine sind die meistgenutzten natürlichen Materialien für Gebäude, Denkmäler und Skulpturen in Deutschland seit der Steinzeit. Zahllose Bauten, Skulpturen, Denkmäler aus Sandsteinen sind fester Bestandteil unseres kulturellen Erbes. Die Denkmalpflege trägt dem Rechnung indem sie hohe Maßstäbe an den material- und fachgerechten Erhalt sowie die Restaurierung dieser steinernen Kulturgüter setzt, was immer wieder komplexe Fragen aufwirft. Zu diesen gehören die Fragen nach Art, Varietät, Herkunft und petrophysikalischen Eigenschaften der Steine sowie ihrer heutigen Verfügbarkeit. Diese müssen vor Beginn einer Sanierung oder anderen erhaltenden Maßnahmen zwingend geklärt werden.
Ziel dieses auf sechs Bände angelegten Werkes ist es, den Anwender in der bau- oder denkmalpflegerischen Praxis bei der Charakterisierung und Bestimmung von Bausandsteinen praktisch zu unterstützen.

Dieser erste von insgesamt sechs Bänden, vermittelt, vollständig vierfarbig illustriert und gut verständlich, die Grundlagen der Genese von Sandsteinen, erläutert die verschiedenen Ausgangsmaterialien, Transportmechanismen und diagenetischen Prozesse, die (Bau)Sandsteine charakterisieren. Im Folgenden wird auf die Klassifikation, die Eigenschaften, Struktur, Bindemittel und den Porenraum der Sandsteine eingegangen.
Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem denkmalpflegerischen Problem der Sandsteinverwitterung an Bauwerken, Klima und Luftverschmutzung (Exposition), geht auf bauspezifische Einflüsse ein und umreisst die eigentlichen Verwitterungsprozesse, die sich auf Sandsteine auswirken (thermische u. chemische Prozesse, Krustenbildung, biologische Einflüsse). Ein weiteres Kapitel vermittelt einen Überblick über die Methoden, mit denen Sandsteine untersucht werden können, sowohl zur Charakterisierung des Mineralbestandes (Polarisationsmikroskop, REM, Kathodolumineszenz) als auch zur Bestimmung der Poreneigenschaften, als auch gesteinsphysikalischer Eigenschaften, bzw. Gefügeeigenschaften und das Verwitterungsverhalten.
Kapitel sechs und sieben sind eine Aufstellung relevanter Bausandstein-Horizonte in Deutschland, gegliedert nach geologischem Alter. Die Lokalnamen der regionalen Sandstein-Varietäten werden, nebst Abbauorten, Farben, Eigenschaften und z.T. anhand von Farbabbildungen charakteristische Bauwerken bzw. Baudenkmäler eingeführt, um dem Leser einen Überblick über die Vorkommen quer durch die Bundesrepublik Deutschland zu vermitteln. Farbige Anhänge zeigen die geographische Verteilung der Bausandsteinvorkommen in der Bundesrepublik, sowie deren stratigraphische Einordung. Eine Aufstellung der Betriebe in Deutschland die aktiv Bausandsteine abbauen und vermarkten, nebst Aufstellung der Sandsteine/Handelsnamen ist ebenfalls im Anhang.

Band 2 behandelt Bausandsteinvorkommen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niederschlesien, die geplanten Bände 3-6 behandeln diejenigen in Niedersachsen, Nordhrein-Westfalen, Schweden (Band 3), Rheinland-Pfalz, Saarland Luxembourg, Elsass (Band 4), Hessen, Thüringen (Band 5), sowie den Vorkommen in Baden-Württemberg, Bayern, der Schweiz (grenznahe Gebiete, Band 6).

Das Werk richtet sich an alle die mit dem Bau, der Erhaltung sowie dem Schutz von Bauwerken und Denkmälern im weitesten Sinne beschäftigt sind, d.h. Bauingenieure, Denkmalpfleger, Steinbruch-Fachleute, Geowissenschaftler und die damit befassten Verwaltungen und Ämter.

Bespr.: Zeitschrift für Geologische Wissenschaften top ↑

Deutschland verfügt über unzählige Bauten, Skulpturen, Denkmäler und Gebrauchsgegenstände aus Sandstein, die Teil unseres kulturellen Erbes sind. Die Denkmalpflege setzt hohe Maßstäbe an den material- und fachgerechten Erhalt und die Restaurierung dieser Kulturgüter. Aus diesem Grunde ist es notwendig Anwendern in der Denkmalpflege, dem Architekten, dem Historiker, dem Archäologen und allen anderen, die sich mit Sandsteinen beschäftigen ein übersichtliches Handbuch über die Bausandsteine anzubieten. Die Anforderungen zum materialgerechten Erhalt von Bauten und Objekten aus Sandstein erfordern ein komplexes Fachwissen. Die zusammenfassende Darstellung aller vorhandenen Kenntnisse zum Thema Bausandstein in Deutschland und angrenzender Regionen ist das Anliegen der sechsbändigen Reihe, dessen erster Band jetzt vorliegt.

Der erste Band, geschrieben mit hohem geologischem Sachverstand, beginnt mit einer gut bebilderten Einführung in die Genese von Sandsteinen. Es folgt eine verständliche Sandsteinpetrographie, die auf die Gesteinseigenschaften genauer eingeht. Hier seien gute Abbildungen zu Sandsteintexturen und Gesteinsdünnschliffen erwähnt. Ausführlich wird in einem weiteren Kapitel die Sandsteinverwitterung an Bauwerken in Form von den möglichen Schadensbildern erläutert. Auf mögliche Untersuchungsmethoden wird in einem eigenen Kapitel eingegangen. Nach diesem 69 Seiten umfassenden „Vorspann“ werden die Bausandstein-Horizonte in ganz Deutschland und angrenzender Gebiete vorgestellt. Diese sind in erdgeschichtlicher Reihenfolge geordnet. Eine allgemeine geologische Beschreibung des geologischen Systems orientiert sich vorrangig auf die in ihm vorkommenden Sandsteine, ihre Verbreitung, Fazies und Tektonik. Ausführlicher konzentriert sich die Darstellung auf die Gebiete, in denen Sandstein abgebaut wird oder abgebaut worden ist. Die Beschreibung der bekannten Gewinnungsstätten umfasst: geographische Lage, stratigraphische Stellung, Bezeichnung und Handelsbezeichnung, allgemeine Eigenschaften des Steins und eine Auswahl von Bauwerken, die aus dem Stein errichtet wurden. In der Anlage befinden sich eine Übersichtskarte von Deutschland mit den Abbaugebieten sowie das vereinfachte stratigraphische Profil. Eine Aufstellung der Betriebe in Deutschland die aktiv Bausandsteine abbauen und vermarkten, nebst Aufstellung der Sandsteine/Handelsnamen ist ebenfalls im Anhang enthalten.

Hervorzuheben ist, dass das Werk durch die BGR gemeinsam mit den geologischen Diensten flächendeckend für ganz Deutschland erstellt wird. Es ist ein Vorbild für eine engere Kooperation der Bundes- und den Landesbehörden unter Einbeziehung von Universitäten, Institutionen der Denkmalpflege und Praktikern aus dem Bereich der Steinrestaurierung.

Leider ist die Gestaltung des durchgehend farbig bebilderten Werkes zu kurz gekommen. Der Grafiker hätte durch eine ansprechende Formatierung und vor allem eine professionelle Bildbearbeitung das Werk optisch verbessern können. Einige der Architekturbilder zeigen stürzende Linien, so dass Gebäude schief stehen. Auch unscharfe Bilder hat dieses Buch nicht verdient. Auf Seite 2 im Impressum finden sich gleich drei nicht zu verzeihende Fehler. Der Herausgeber ist nicht mehr Angela Ehling sondern die BGR, einer der für den Fachlichen Inhalt verantwortlichen Autoren wurde vergessen und erst nach dem Druck eingeklebt und der zitierwillige Leser wird ein Erscheinungsjahr vergeblich suchen.

Der erste von sechs Bänden über „Bausandsteine in Deutschland - Grundlagen und Überblick“ liegt nun vor. Weitere Bände über Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schlesien/Polen (Bd. 2), Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schweden (Bd. 3), Rheinland-Pfalz, Saarland, Luxemburg, Elsass (Bd. 4), Hessen, Thüringen (Bd. 5) und Baden-Württemberg, Bayern, Schweiz (Bd. 6) sollen in Kürze erscheinen. Diese Folgebände wird man mit Spannung erwarten.

Der Autorengruppe um Angela Ehling ist es gelungen, nicht nur die technischen Aspekte des Geomaterials Sandstein in Wort und Bild überzeugend darzustellen, sondern auch die Faszination seiner Entstehung in Raum und Zeit bis hin zur Ästhetik der sedimentären Strukturen sowie der handwerklichen und künstlerischen Bearbeitung. Die begonnene Buchreihe ist ein wichtiger Beitrag, dem Rohstoff Naturstein in seiner Eigenschaft als wertvolles Baumaterial zu mehr Beachtung und Wertschätzung zu verhelfen. Neben der Zielgruppe, dem Architekten, dem Historiker und dem Archäologen ist das Werk auch allen Werksteinliebhaben und geologisch Interessierten sehr zu empfehlen. Es ist zu wünschen, dass sich das Buch trotz des anspruchsvollen Preises gut verkaufen lässt.

Manuel Lapp, Freiberg
Zeitschrift für Geologische Wissenschaften

Bespr.: Naturstein 12/10 top ↑

Alles über Bausandsteine

Das Buch »Bausandsteine in Deutschland« unterstützt Anwender in der Bau- oder denkmalpflegerischen Praxis bei der Charakterisierung und Bestimmung von Bausandsteinen. 2009 von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover, herausgegeben, ist es der erste von insgesamt sechs Bänden, die eine zusammenfassende Darstellung aller Kenntnisse über Bausandsteine in Deutschland und den angrenzenden Regionen vermitteln. Der erste Band widmet sich den Grundlagen der Genese von Sandsteinen und erläutert die verschiedenen Ausgangsmaterialien, Transportmechanismen sowie diagenetischen Prozesse, die (Bau)Sandsteine charakterisieren. Auch denkmalpflegerische Probleme und Verwitterungsprozesse werden thematisiert. Das Buch gibt einen Überblick über Untersuchungsmethoden an Sandsteinen und stellt Bausandstein-Horizonte in ganz Deutschland und den angrenzenden Gebieten vor.

Übersichtskarte und Lieferanten

Außerdem liefern die Verfasser ausführliche Informationen über Gebiete, in denen Sandstein abgebaut wird oder abgebaut worden ist. Dabei beschreiben sie die geographische Lage, die stratigraphische Stellung und allgemeine Eigenschaften eines Steins, nennen seine Handelsbezeichnung und präsentieren eine Auswahl an Bauwerken, die aus ihm errichtet wurden. Eine Übersichtskarte mit den deutschen Abbaugebieten findet sich ebenso als Anlage, wie die Bausandstein- Horizonte im stratigraphischen Profil. Außerdem enthält der Anhang eine Aufstellung der Betriebe in Deutschland, die aktiv Bausandsteine abbauen und vermarkten – nebst einer Aufstellung ihrer Sandsteine. In seiner Rezension in der Zeitschrift für Geologische Wissenschaften bescheinigt Manuel Lapp dem ersten Band »hohen geologischen Sachverstand«. Der Autorengruppe um Angela Ehling sei es gelungen, nicht nur die technischen Aspekte des Geomaterials Sandstein in Wort und Bild überzeugend darzustellen, sondern auch die Faszination seiner Entstehung und seine handwerkliche und künstlerische Bearbeitung. »Die begonnene Buchreihe ist ein wichtiger Beitrag, dem Rohstoff Naturstein (...) als wertvolles Baumaterial zu mehr Beachtung und Wertschätzung zu verhelfen«, schreibt Lapp. Das Buch sei nicht nur der Zielgruppe aus Architekten, Historikern und Archäologen sehr zu empfehlen, sondern auch allen Werksteinliebhabern und geologisch Interessierten.

Weitere Bände über Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schlesien/Polen (Bd. 2), Niedersachsen, Nordrhein- Westfalen, Schweden (Bd. 3), Rheinland-Pfalz, Saarland, Luxemburg, Elsass (Bd. 4), Hessen, Thüringen (Bd. 5) undBaden-Württemberg, Bayern sowie der Schweiz (Bd. 6) sollen in Kürze erscheinen.

Christiane Weishaupt

Naturstein 12/10, Seite 77

Bespr.: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge Band 17, Heft 1/2-2010 top ↑

Das auf sechs Bände ausgelegte Gesamtwerk „Bausandsteine in Deutschland“ wird von interessierten Fachleuten sowohl in den Geowissenschaften als auch in der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege schon seit geraumer Zeit sehnsüchtig erwartet. Im November 2009 ist nun der Einführungsband erschienen.

In zwei Kapiteln vermittelt die Herausgeberin, Angela Ehling, zunächst Grundlagen zu Genese, Definition und Eigenschaften der Sandsteine auf insgesamt 36 Seiten. Anschauliche mehrfarbige Grafiken unterstützen die Beschreibung der Bildungsprozesse vom Ausgangsmaterial über Transportmechanismen, Sedimentation in den verschiedenen Ablagerungsräumen bis hin zur Diagenese. Hervorzuheben ist der angenehm häufige Bezug auf konkrete Bausandsteinbeispiele. Bei der Erläuterung der Eigenschaften wird immer wieder auf deren jeweilige Bedeutung für die Verwendung hingewiesen. Sehr instruktiv und fast ausschließlich von hoher Qualität sind die Fototafeln zu während und unmittelbar nach der Ablagerung sowie während der Verfestigung entstandenen Texturen und außerdem Tafeln mit Dünnschliffmikrofotos zu Struktur, Komponenten, Bindung und Bindemittel. Auch hierbei handelt es sich fast ausnahmslos um konkrete Bausandsteinbeispiele.

Das Kapitel „Sandsteinverwitterung an Bauwerken“ (Autor: Heiner Siedel; 17 S.) ist nachvollziehbar logisch aufgebaut und mit zahlreichen wertvollen Hinweisen für den Praktiker in der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege versehen. Bezüge zur aktuellen Forschung bzw. deren Bedarf wurden eingebunden. Mit sehr guten Fotos werden eindrucksvolle Verwitterungsbeispiele vorwiegend an Bauteilen gezeigt, wobei meistens die Zuordnung von Bausandsteinsorten und Bauwerk mit angegeben sind.

Im Kapitel „Untersuchungsmethoden an Sandsteinen“ (Autor: Michael Krempler; 9 S.) wird ebenfalls die praxisbezogene Ausrichtung deutlich, schon durch die Gliederung nach Untersuchungsgegenständen: Minerale (Komponenten, Matrix, Zement), Porenraum, petrophysikalische und technische Eigenschaften, Gefügeeigenschaften und Verwitterungsverhalten, Herkunft (Provenienz). Die Erläuterungen enthalten Hinweise bis hin zur Probenahme und sind hilfreich für den Praktiker zur Auswahl geeigneter Methoden je nach Untersuchungsziel und verfügbarem Untersuchungsmaterial bzw. auch für den Auftraggeber zum Verständnis eines entsprechenden Angebots. Darüber hinaus wurde eine Liste der EuroNormen zu Prüfung von Natursteinen unkommentiert angefügt.

Das Kapitel „Bausandstein-Horizonte in Deutschland“ (Autoren: Siegfried Grunert, Angela Ehling & Mareen Czekalla) nimmt mit 67 Seiten den größten Raum ein, letztendlich gefolgt vom Kapitel „Benachbarte, in Deutschland verwendeten Bausandstein-Vorkommen“ (Autorin: Angela Ehling, 2 S.). Zu diesem Thema gehören außerdem die vier Anlagen: Karte der Abbaugebiete, Bausandstein-Horizonte im stratigraphischen Profil, Bausandstein-Vorkommen in stratigraphischen Tabellen sowie eine Aufstellung aktuell aktiver Abbaubetriebe sortiert nach Bundesländern und Stratigraphie. Diese Überblicksdarstellung ist ein Vorgeschmack auf die in Vorbereitung bzw. (Band 2) schon im Druck befindlichen weiteren Bände: Band 2 Sachsen, Sachsen- Anhalt, Niederschlesien (Polen); Band 3 Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schweden; Band 4 Rheinland-Pfalz, Saarland, Luxemburg, Elsass (Frankreich); Band 5 Hessen, Thüringen; Band 6 Baden-Württemberg, Bayern, Schweiz (grenznahe Gebiete).

Der Einführungsband ist auch bereits als Solitär empfehlenswert für alle Bausandstein-befassten bzw. -interessierten Fachleute. Für die weniger geologisch vorgebildeten Praktiker hätte man sich vielleicht noch ein Glossar gewünscht. Auch wäre im Sinne der Verständlichkeit die Verwendung ein und desselben Fachbegriffs günstiger und nicht – wie in literarischen Werken – ein stilistischer Wiederholungsfehler (also besser nicht 7 Varianten für Verwitterungsbeständigkeit in einem Kapitel). Natürlich ist so ein Handbuch mit dem hohen und verdienstvollen Anspruch, sich zugleich für Geowissenschaftler und Praktiker in der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege zu eignen, stets ein schwieriger Balanceakt und die Ideallösung wird es sicher nie geben. Auch weiß jeder, der sich selbst die Erstellung solcher Übersichtswerke zugemutet hat, dass mindestens in der ersten Auflage unvermeidlich der eine oder andere größere und kleinere Druckfehler verbleibt. Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass einige Zitate nicht im Literaturverzeichnis erscheinen. Dessen ungeachtet ist es außerordentlich zu begrüßen, dass der Reigen des Gesamtwerkes nun mit diesem gelungenen Einführungsband eröffnet wurde.

Gerda Schirrmeister

Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge Band 17, Heft 1/2-2010

Bespr.: RESTAURO 4/2011, Juni 2011 top ↑

Um den Anforderungen der Denkmalpflege zum materialgerechten Erhalt von Bauten und Objekten aus Sandstein zu genügen, ist ein komplexes Wissen zu den Bausandsteinen in Deutschland notwendig. Mit dieser Publikation wollen die Autoren eine zusammenfassende Darstellung der vorhandenen Fülle von Daten und Fakten dem Anwender in der Denkmalpflege, dem Architekten, dem Historiker und allen Anderen, die sich mit Sandstein auseinandersetzen und in der Regel geologisch nicht geschult sind, ein übersichtliches Handbuch für ihre praktische Tätigkeit zur Verfügung stellen.

Der vorliegende Einführungsband gibt einen fundierten Überblick über die Genese von Sandsteinen, die Definition und die Eigenschaften der Sandsteine, mit einer hervorragenden Qualität z. B. der Fototafeln über entstandene Texturen und Dünnschliff-Mikrofotos.

Er enthält eine gelungene Abhandlung über die Sandsteinverwitterung an Bauwerken in dem Mineralbestand und Gefüge, äußere Einflüsse wie Klima und Luftverschmutzung, bauspezifische Einflüsse und die verschiedenen Verwitterungsprozesse mit seinen unterschiedlichen Folgen besprochen werden. Weiterhin werden die gebräuchlichsten Methoden und Analyseverfahren in Abhängigkeit von einzelnen Fragestellungen und Untersuchungsgebieten genannt und erläutert. Der ausführlichste Teil dieser Publikation ist die Darstellung der Bausandstein-Horizonte. Die Autoren gehen davon aus, dass Sandsteine, die in der gleichen Periode der Erdgeschichte entstanden sind, vergleichbaren geodynamischen Prozessen ausgesetzt waren und somit auch in ihren Eigenschaften vergleichbar sind und haben die Sandsteinvorkommen nach ihrem geologischen Alter geordnet dargestellt. Dabei erfolgt zunächst eine allgemeine geologische Beschreibung des jeweiligen Systems mit in ihm vorkommenden Sandsteinen, seiner Verbreitung, Faszies und Tektonik. Eine Übersicht gibt auch eine Zeittafel, in der die Schichtenfolgen genannt und die wichtigsten gebirgsbildenden Prozesse in ihrer zeitlichen Abfolge aufgelistet sind.

Die deutschen Bausandsteinvorkommen werden anhand ihrer bekanntesten Gewinnungsstätten ausführlich beschrieben: geografische Lage, stratigrafische Stellung, Bezeichnung und Handelsbezeichnung, allgemeine Eigenschaften des Steines sowie aus dem Stein errichtete Bauwerke. Die Darstellung der Bausandstein-Vorkommen erfolgt auf der Basis exakter geowissenschaftlicher Grundlagen und Methoden, diese sind jedoch anschaulich aufbereitet bzw. werden derart interpretiert, dass auch der geowissenschaftlich nicht geschulte Fachmann, der mit Sandsteinen arbeitet, die für ihn notwendigen Kenntnisse herausziehen kann.

Im Anschluss findet sich ein Kapitel über benachbarte, in Deutschland verwendete Bausandstein- Vorkommen. Die Autoren beschreiben kurz die Vorkommen skandinavischer Sandsteine und Bausandsteine aus Polen/Schlesien. Mit Verweisen auf die entsprechenden Folgebände werden französische, luxemburgische und schweizerische Sandsteine genannt. Das abschließende Literaturverzeichnis und die übersichtlich gegliederten farbigen Anlagen über »historische Abbaugebiete von Bausandsteinen und aktive Werksteinbrüche in Deutschland« sowie über die »Bausandstein-Horizonte Deutschlands vereinfacht dargestellt im stratigraphischen Profil« geben einen informativen Überblick und runden das Gesamtbild der Publikation ab.

Der gesamte Band ist verständlich und übersichtlich gestaltet und steckt voller Wissen, Kompetenz und Informationen. Ein gelungenes Buch, das sich als Fachbuch und Nachschlagewerk nicht mehr wegdenken lässt!

Die geplanten Bände 2–6 sollen regionale Bausandsteinvorkommen in Deutschland und angrenzenden Ländern berücksichtigen.

Bettina Röder

RESTAURO 4/2011, Juni 2011, Seite 27

Bespr.: POLLICHIA Band 95 (2010) top ↑

Jedem von uns sind sie schon begegnet: Sandsteine als Bausteine. Während sie heute nur noch in seltenen Fällen als strukturtragende Bausteine und meist nur als optischwirksame Verblendung von, mit anderen Materialien errichteten, Gebäuden Verwendung finden, waren Sandsteine über Jahrhunderte hinweg in fast ganz Mitteleuropa die wichtigsten natürlichen Bausteine. Man denke nur an die zahlreichen sakralen und weltlichen Bauten, wie etwa Kirchen, Burgen und Schlösser, die in den letzten Jahrhunderten entstanden sind. Der Erhalt dieser, heutzutage oft unter Denkmalschutz stehenden, Gebäude setzt daher auch sehr gute Kenntnisse über die verwendeten Bausandsteine und deren Herkunft voraus und ein Problem der Baudenkmalpflege ist der Nachschub mit für Renovierungen und Restaurierungen notwendigen, m¨oglichst dem Original in Aussehen und Eigenschaften entsprechenden Baustandsteinen. Dass dies ein Problem sein kann erkennt man, wenn man sich vergegenw¨artigt wie wenige aktive Sandsteinbrüche es heute noch gibt und wie viele aufgelassene Sandsteinbrüche.

Der vorliegenden Band gibt einen Überblick über das Thema uäahrend fünf weitere Bände in Vorbereitung sind, die dann die Sandsteinvorkommen in den einzelnen Bundesländern vorstellen sollen. Nach einer Einleitung in die Motivation und Konzeption der Reihe und des vorliegenden Bandes folgt ein Kapitel zur Genese von Sandsteinen. Das dritte Kapitel liefert dann Definitionen und Informationen zu den Eigenschaften von Sandsteinen als Bausteinen, bevor sich dann das vierte Kapitel den verschiedenen Formen und Ursachen der Sandsteinverwitterung an Bauwerken widmet. Im fünften Kapitel werden dann kurz die verschiedenen, aktuell verwendeten Techniken zur Untersuchung und Charakterisierung von Sandstein vorgestellt. Das sechste Kapitel gibt dann einen regional gegliederten Überblick über die wichtigsten Bausandstein- Horizonte in Deutschland, deren regionales Vorkommen und Beispiele für die Verwendung der jeweiligen Sandsteine. Das siebte Kapitel liefert dann auf zwei Seiten einen eher spartanischen Überblick über wichtige Bausandstein-Vorkommen im benachbarten Ausland, die auch in Deutschland Verwendung fanden und finden. Dem Textteil folgt ein Literaturverzeichnis sowie mehrere Anlagen (eine Karte der historischen Abbaugebiete von Sandsteinen und aktive Werksandsteinbrüche in Deutschland, ein vereinfachtes stratigraphisches Profil mit den Bausandstein-Horizonten in Deutschland, sowie eine tabellarische Übersicht über die Bausandsteinhorizonte in den einzelnen Bundesländern).

Die meisten Kapitel sind dabei hervorragend und umfangreich bebildert, der Text ist meist auch für geowissenschaftliche Laien verst¨andlich geschrieben.

Fazit: Ein nicht nur für Denkmalpfleger sehr interessantes Werk, das die Vielfalt der als Bausteine verwendeten Sandsteine, deren Verwendung, Verwitterungsanfälligkeit und Vorkommen, auch mit Hilfe seiner umfangreichen Bebilderung, kompakt und verst¨andlich darstellt.

apl. Prof. Dr. Dieter Uhl, Neustadt/Weinstr

POLLICHIA Band 95 (2019)

Bespr.: der Aufschluss Ausgabe 1 (Januar/Februar 2012) top ↑

Sandsteine stellen häufig genutzte Bausteine in Deutschland dar und werden oft im Bereich der Denkmalpflege eingesetzt. Das Buch gibt in 8 Kapiteln einen schönen kompletten Überblick von Grundlagen der Genese über Verwitterung und Untersuchungsmethoden bis hin zu den verschiedenen Bausteinhorizonten in Deutschland. Eingelegt in eine Tasche ist auch noch eine Übersichtskarte sowie ein geol. Profil für die einzelnen Sandsteine. Stratigraphische Tabellen der Buntsandsteinhorizonte und Vorkommen in Deutschland sowie ein Literaturverzeichnis runden das mit vielen Farbbildern ausgestattete Buch ab.

Ein komplettes, übersichtliches Werk, das eine weite Verbreitung finden wird.

Dieser erste Band aus einer Reihe von insgesamt 6 Bänden ist lesenswert, so dass man auf die weiteren Bände gespannt sein darf.

Herbert PÖLLMANN, Halle (Saale)

der Aufschluss Ausgabe 1 (Januar/Februar 2012), Seite 58

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Inhalt
Einführung A. Ehling 7
2 Genese von Sandsteinen (Ausgangsmaterial-Transport-
Sedimentation - Diagenese) A. Ehling 10
3 Definition und Eigenschaften der Sandsteine (Definition - Sandsteinpetrographie,
Eigenschaften - Struktur - Komponenten - Bindung - Porenraum) A. Ehling 21
4 Sandsteinverwittwerung an Bauwerken (Einführung - Mineralbestand und Gefüge
- Klima und Luftverschmutzung - Bauspezifische Einflüsse - Verwitterungsprozesse
- Zusammenfassung) H. Siebel 46
5 Untersuchungsmethoden an Sandsteinen (Einführung - Komponenten, Matrix, Zement
- Porenraumuntersuchung - physikalische und technische Eigenschaften - Gefügeeigenschaften
und Verwitterungsverhalten - Untersuchung der Provenienz/Herkunft -
relevante Euronormen) M. Krempler 61
6 Bausandsteinhorizonte in Deutschland (Einführung - Geologische Übersicht -
Sandsteinvorkommen Deutschlands nach geol. Alter) S. Grunert, A. Ehling, M. Czekalla 70
7 Benachbarte, in Deutschland verwendete Bausandstein-Vorkommen
(Schweden, Polen/Schlesien) A. Ehling 137
8 Literatur 139
Anlagen
1 Karte der historischen und aktuellen Abbaugebiete von Bausandsteinen in Deutschland
2 Bausandstein-Horizonte Deutschlands im stratigraphischen Profil
3 Bausandstein-Horizonte und -Vorkommen Deutschlands in stratigraphischen Tabellen 148
4 Aktiver Abbau von Sandstein als Bau-und Werkstein in Deutschland 158