cover

Bausandsteine in Deutschland
Band 2

Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schlesien (Polen)

Koordinatoren: Angela Ehling; Heiner Siedel

2011. 324 Seiten, 7 Abbildungen, 121 Tabellen, 29 Farbphotos, 48 Farbabbildungen, 33 Farbtafeln, 21x30cm, 1470 g
Language: Deutsch

(Monographien von BGR und LBEG)

ISBN 978-3-510-95985-3, gebunden, price: 69.00 €

in stock and ready to ship

Order form

BibTeX file

Keywords

bausandstein sandstone dimension stone saxony sachsen-anhalt vorkommen verwendung eigenschaft

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Der umfangreiche, vollständig farbig illustrierte, zweite Band der Bausandsteine in Deutschland behandelt die derzeit genutzten und historischen Bausandstein-Vorkommen der Bundesländer Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie, auf Grund ihrer breiten Verwendung in Deutschland, die Bausandsteine aus Schlesien (Polen).
Der zuvor erschienene Band 1 (Grundlagen und Überblick) vermittelt die Grundlagen und führt in die allgemeinen Probleme im Umgang mit Sandsteinen im Bauwesen, Bauinstandhaltung und im Denkmalschutz ein.

Die einzelnen Bausandstein-Vorkommen werden umfassend charakterisiert durch Ausführungen zu ihrer Genese und ihren geologischen Besonderheiten, ihren petrographischen, geochemischen und gesteinsphysikalischen Eigenschaften, inklusive einer Interpretation dieser Daten für den nicht geologisch geschulten Nutzer. Es folgen Angaben zum Verwitterungsverhalten und Hinweise auf ähnliche Sandsteine. Dem historischen Abbau sowie einer Bewertung der Nutzung und Bedeutung der Sandsteine für Bauzwecke im Verlauf der Zeit wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Elbsandsteine werden, ihrer großen Vielfalt im historischen Abbau entsprechend, differenziert in sechs regionalen Varietäten im Detail beschrieben.

Die zusammenfassende Darstellung der vorhandenen Kenntnisse wird z. T. ergänzt durch neuere eigene Untersuchungen, um bestehende Wissenslücken zu schließen. Sie ist durch zahlreiche Karten, Übersichten sowie Farbfotografien von Objekten, Gesteinsoberflächen und mikroskopischen Dünnschliff-Aufnahmen reich illustriert.

Dem Anwender in der Denkmalpflegepraxis, dem Architekten, dem Historiker, dem Archäologen und allen Anderen, die sich mit Sandstein vor allem unter dem Gesichtspunkt seiner baulichen Nutzung beschäftigen, wird ein übersichtliches Handbuch für ihre praktische Tätigkeit zur Verfügung gestellt.

Bespr.: Brandenburgische Geowissenschafltiche Beiträge 1/2-2011 top ↑

Dieser Band gehört zu einem auf sechs Bände angelegten Werk, das sich vor allem an Anwender in der Bau- und denkmalpflegerischen Praxis richtet; der Einführungsband mit Grundlagen und Überblick ist seit Ende 2009 verfügbar (siehe Besprechung in Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge 17, 1/2, 2010, S. 38). Band 2 eröffnet nun die ausführlichere Behandlung der historisch und gegenwärtig genutzten Bausandstein-Vorkommen der einzelnen Bundesländer mit Sachsen-Anhalt und Sachsen, ergänzt durch die Darstellung der in Deutschland sehr häufig verwendeten Oberkreide-Sandsteine aus dem benachbarten Schlesien in Polen.

Benutzerfreundlich sind die Abhandlungen für die drei Regionen nach einer einheitlich konzipierten Grundstruktur aufgebaut, die nicht nur die grobe Gliederung, sondern weitgehend auch die Detailcharakterisierung betrifft, jedoch noch Raum für regional- oder Bearbeiter-spezifische Besonderheiten bzw. Zusatzinformationen lässt; ebenso ist dies für die weiteren Bände vorgesehen.

Nach einer Einführung mit Überblick und Einordnung in den geologischen Kontext des jeweiligen Bundeslandes, werden die Bausandsteinhorizonte in der Reihenfolge ihres geologischen Alters beschrieben. Diese Beschreibung beginnt mit einer allgemeinen Kurzcharakteristik und der teilweise erklärend kommentierten Aufzählung von Synonymen oder für Untergruppen verwendeten Bezeichnungen. Es folgen die spezifischen geologischen Angaben zu Alter, Vorkommen und Genese. Die Petrographie umfasst sodann neben der makroskopischen vor allem die detaillierte mikroskopische Charakterisierung – konsequent stets mit Angaben zu Textur, Struktur, Komponenten, Bindung und Porenraum. Geochemische und gesteinstechnische Daten sind tabellarisch erfasst und teilweise verbal erläutert. Auf die Beschreibung des typischen Verwitterungsverhaltens und die Benennung ähnlicher Sandsteine, manchmal mit Hinweisen auf Unterscheidungsmerkmale, folgt abschließend die Darstellung von Abbau und Verwendung in ihrer historischen Entwicklung bis hin zur aktuellen Situation. Zahlreiche geologische Karten und Profile und die Eintragung der Lage der historischen und aktiven Steinbrüche erleichtern dem Nutzer die Zuordnung der einzelnen Vorkommen. Die petrographische Charakteristik wird auf übersichtlichen Tafeln mit fast ausnahmslos qualitativ hochwertigen Fotos illustriert. Fotografisch sind außerdem durchgängig jeweils Verwendungsbeispiele und häufig typische Verwitterungsbilder veranschaulicht.

Der Teil Sachsen-Anhalt (Autorin: Angela Ehling mit Beiträgen von Bodo-Carlo Ehling, Erhard Model und Meike Wehry) ist aufgrund der Vielzahl der hier vorkommenden und untersuchten Bausandsteinhorizonte mit 8 Kapiteln und 153 Seiten am umfangreichsten und ein begrüßenswerter Kenntnisgewinn. Mit Ausnahme des Nebraer Sandsteins und des Gommern-Quarzits waren die vorwiegend lokal bis regional genutzten Sandsteine meist nur Spezialisten bzw. vor Ort bekannt. Zusätzlich zur Grundstruktur wird ein recht ausführlicher zusammenfassender Überblick zu Abbau und Verwendung der Sandsteine in einzelnen Kulturepochen von der Jungsteinzeit bis zum Industriezeitalter gegeben.

Der Teil Sachsen (Autoren: Heiner Siedel, Jens Götze, Katrin Kleeberg, Gudrun Palme) umfasst 4 Kapitel auf 110 Seiten. Hier besticht vor allem die klare, nachvollziehbare Zuordnung, Gruppierung und Erläuterung der großen Fülle von Elbsandstein-Varietäten hinsichtlich geographischer Herkunft, geologischem Alter, verwendungsrelevanten Eigenschaften und jeweiliger Abbaugeschichte. Zusätzlich zur Grundstruktur sind Korngrößen- und Porenradienverteilungen in zahlreichen Grafi ken veranschaulicht und auf den Farbtafeln zusammen mit Dünnschliff- und rasterelektronenmikroskopischen Fotos und tabellarischer mikroskopischer Beschreibung übersichtlich platziert. Trotzdem hätte man sich auch hier eine konkrete, auf die abgebildeten Bereiche bezogene Beschreibung der Dünnschliffbilder gewünscht, wie sie in den Teilen Sachsen-Anhalt und Schlesien gegeben wird.

Der Teil Schlesien, der im Wesentlichen auf der Dissertation und fortgesetzte Arbeiten der Autorin Angela Ehling beruht und dadurch am stärksten „aus einem Guss“ ist, enthält 5 Kapitel auf 54 Seiten. Hervorzuheben ist die hier – wie auch im Teil Sachsen-Anhalt – konsequent durchgehaltene exakte Angabe der Datenbasis für alle Analysen einschließlich Dünnschliffuntersuchungen.

Bei der Gesamtgestaltung des Bandes gefallen neben der guten Illustration die Orientierungshilfen wie die farbliche Markierung der drei Teile. Insgesamt kann man diesen Band allen Sandstein-Befassten und -Interessierten warm empfehlen; dazu sollte man auch den Einführungsband zur Hand nehmen, insbesondere wenn man in der Analytik nicht so zu Hause ist. Wie bei derartigen Sammelbänden fast nicht zu vermeiden, fallen bei genauerem Hinsehen einige Ungereimtheiten auf, z. B. hinsichtlich der Stratigraphie oder der einheitlichen Verwendung von Begriffen. Freuen wir uns auch auf die folgenden Bände, die mit Sicherheit hinsichtlich Vereinheitlichung und Verständlichkeit von der Erfahrung mit diesem Band noch profitieren werden.

Gerda Schirrmeister

Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge 1/2-2011, Seite 133

Bespr.: Naturstein 03/12 top ↑

Band 2 des auf sechs Bände angelegten Werks »Bausandsteine in Deutschland« richtet sich v. a. an Anwender in der Bauund denkmalpflegerischen Praxis. Im Gegensatz zum Einführungsband mit Grundlagen und einem Überblick (seit Ende 2009 verfügbar) eröffnet Band 2 nun die ausführlichere Behandlung der Bausandsteinvorkommen der einzelnen Bundesländer. Er beginnt mit Sachsen-Anhalt und Sachsen, ergänzt durch die Darstellung der in Deutschland sehr häufig verwendeten Oberkreide- Sandsteine aus dem benachbarten Schlesien in Polen. Die Abhandlungen für die drei Regionen sind benutzerfreundlich nach einer einheitlich konzipierten Grundstruktur aufgebaut: Nach der Einführung mit einem Überblick und der Einordnung in den geologischen Kontext des jeweiligen Bundeslands werden die Bausandsteinhorizonte in der Reihenfolge ihres geologischen Alters beschrieben. Dies beginnt mit einer allgemeiner Kurzcharakteristik und Aufzählung syno - nymer Bezeichnungen. Es folgen spezifische geologische Angaben zu Alter, Vorkommen und Genese sowie die ausführliche petrographische (=gesteinskundliche) Charakterisierung. Außerdem werden geochemische und gesteinstechnische Daten geliefert, das typische Verwitterungsverhalten beschrieben, ähnliche Sandsteine benannt und der Abbau sowie die Verwendung in ihrer historischen Entwicklung bis hin zur aktuellen Situation dargestellt. Zahlreiche geologische Karten und Profile sowie die Eintragung der Lage der historischen und aktiven Steinbrüche erleichtern dem Nutzer die Zuordnung der einzelnen Vorkommen. Die petrographische Charakteristik wird auf übersichtlichen Tafeln mit qualitativ hochwertigen Fotos illustriert. Fotografisch sind außerdem Verwendungsbeispiele und typische Verwitterungsbilder veranschaulicht. Echter Kenntnisgewinn Der Teil über Sachsen-Anhalt ist aufgrund der Vielzahl der hier vorkommenden und untersuchten Bausandsteinhorizonte am umfangreichsten und ein begrüßenswerter Kenntnisgewinn. Mit Ausnahme des Nebraer Sandsteins und des Gommern-Quarzits waren die vorwiegend lokal bis regional genutzten Sandsteine bisher meist nur Spezialisten bzw. vor Ort bekannt. Im Ab - schnitt über Sachsen besticht v. a. die klare, nachvollziehbare Zuordnung, Gruppierung und Erläuterung der großen Fülle von Elbsandstein-Varietäten. Der Teil über Schlesien beruht im We sent lichen auf der Dissertation und den fortgesetzten Arbeiten der Autorin Angela Ehling. Bei der Gesamtgestaltung des Bu ches sind neben der guten Illus tration die Orientierungshilfen wie z.B. farbliche Markierung der drei Teile lobend zu erwähnen. Insgesamt ist Band 2 allen Sandstein-Befassten und -Inte - ressierten sehr zu empfehlen. Darüber hinaus sollte man auch den Einführungsband zur Hand nehmen, insbesondere wenn man sich im Bereich Analytik (noch) nicht gut auskennt.

Dr. Gerda Schirrmeister

Naturstein 03/12, Seite 72

Bespr.: Zentralblatt f. Geo. Pal. Teil II Jg. 2012 Heft 3/4 top ↑

Nach dem 2009 erschienenen ersten Band Grundlagen und Überblick (Zbl. Geol. Paläont. Teil II, 2010 (3-4), Ref. 858) erschien nun der zweite, vollständig farbig illustrierte Band über die Bausandsteine in Deutschland. Die hier vorgestellten aktuellen und historischen Bausandsteine stammen ausschließlich aus den drei Regionen Sachsen-Anhalt, Sachsen und aufgrund ihrer weiten Verbreitung in deutschen Bauwerken grenzüberschreitend aus Schlesien.

Alle aus diesen Regionen wichtigen Bausandsteine sind vom stratigraphisch ältesten bis zum stratigraphisch jüngsten Sandsteinvorkommen umfassend geowissenschaftlich und bautechnologisch beschrieben. I. Sachsen-Anhalt (A. EHLING, B.-C. EHLING, E. MODEL & M. WEHRY): 1. Gommern-Quarzit; 2. Magdeburger Grauwacke; 3. Oberkarbon-Sandsteine (Gorentzen-, Rothenburger, Siebigeröder, Kyffhäuser-, Wettiner Sandstein); 4. Rotliegend-Sandsteine (Saale-Senke und Meisdorfer Becken: Permo, Hornburger, Blankenheimer, Rundkörniger, Meisdorfer Sandstein; Flechtinger Bausandstein: Alvenslebener und Bebertal-Sandstein); 5. Buntsandsteine (Unterer Buntsandstein: Zeitzer Sandstein – Droyßiger, Haynsburger, Staudenhainer, Pölziger Sandstein – sowie Wangener und Allstedter Sandstein; Mittlerer Buntsandstein: Nebraer Sandstein sowie Wörmlitzer und Bernburger Sandstein; 6. Rhät-Sandstein (Magdeburger, Ummendorfer, Seehäuser, Wormsdorfer und Allertal-Sandstein); 7. Kreidesandsteine (Halberstädter Sandstein, Teufelsmauer-Quarzit, Lehof- Sandstein); II. Sachsen (H. SIEDEL, J. GÖTZE, K. KLEEBERG & G. PALME): 1. Karbon (Zwickauer Kohlesandstein, Planitzer Sandstein); 2. Trias (Buntsandstein – aus dem Mügelner Becken, in der Bornaer Mulde und im östlichen Ausläufer der Zeitz-Schöllner Mulde); 3. Kreide (Cenomanium südlich Dresden – Welschhufesandstein und Pennricher Sandstein – und im Tharandter Wald – Grillenburger Sandstein und Sandstein von Niederschöna; Turonium und Coniacium des Elbsandsteingebirges (Sächsische Schweiz) – Cottaer Sandstein, Kirchleite-Sandstein, Reinhardtsdorfer Sandstein, Teichstein-Sandstein und Postaer Sandstein; Turonium und Coniacium des Zittauer Gebirges – Waltersdorfer Sandstein, Jonsdorf-Sandstein und Hochwald-Sandstein); III. Schlesien (A. EHLING): 1. Turonium-Sandsteine im Nordsudetischen Becken: Plagwitzer Sandstein; 2. Coniacium-Sandsteine im Nordsudetischen Becken: Rackwitzer Sandstein – Rackwitzer, Warthauer, Sirgwitzer, Deutmannsdorfer, Hockenauer, Neudorfer, Bunzlauer, Skala, Zelizower Sandstein; 3. Mittel-Turonium-Sandsteine im Heuscheuergebirge (Wünschelburger Sandstein – Radkow-, Albendorfer, Wallisfurther, Oberlangenauer, Dlugopole Sandstein); 4. Ober-Turonium- Sandsteine im Heuscheuergebirge (Heuscheuer-Sandstein – Friedersdorfer, Cudowaer, Tscherbeneyer, Szczytna-Zamek, Polanica Zdoi Sandstein).

Der erste Hauptteil des Buches Bausandsteine in Sachsen-Anhalt informiert in seinem Vorwort über die Herkunft der vorgestellten Informationen und des bereitgestellten Untersuchungsmaterials. Danach folgt eine ausführliche Einführung in die Themen: Geographie, Geologie, Abbau und Verwendung der Sandsteine (in der Jungsteinzeit, Karolingischen Zeit, Ottonischen Zeit, Romanik, Gotik, Renaissance und Barock, im Klassizismus und in der Romantik sowie im Industriezeitalter). Danach folgen die Beschreibungen der verschiedenen Sandsteinvorkommen und das zugehörige Literaturverzeichnis. Jeder Bausandstein ist nach dem gleichen Schema präsentiert: Allgemeines, andere Bezeichnungen; Geologie (Stratigraphie und Alter, Vorkommen, Genese); Petrographie (makroskopische und mikroskopische Charakterisierung – Textur, Struktur, Komponenten, Bindung, Porenraum); Geochemie; gesteinstechnische Daten; Verwitterungsverhalten; ähnliche Sandsteine; Abbau; Verwendung; Fototafel (bestehend aus makroskopischen Gesteinsfotos an typischen Bauwerken und Dünnschlifffotos); Lagekarte; verwendete und weiterführende Literaturzitate.

Der zweite Teil über die Bausandsteine in Sachsen ist ähnlich aufgebaut wie der erste. Anstelle detaillierter Dünnschliffbeschreibungen – wie wir sie im ersten und dritten Teil fi nden – enthält er nur eine tabellarische mikroskopische Charakterisierung, aber zusätzlich sind neben den normalen polarisationsmikroskopischen Aufnahmen auch Dünnschlifffotos mit Kathodolumineszenzanregung, rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen, Korngrößenverteilungskurven sowie Quecksilber-porosimetrische Verteilungsdiagramme darge stellt und mehr bautechnische Werte tabelliert.

Der dritte und letzte Teil über die Bausandsteine in Schlesien gibt in gekürzter Form die Ergebnisse der Doktorarbeit und weitere Forschungsergebnisse der Herausgeberin ANGELA EHLING wieder. Er ist genauso aufgebaut wie der erste Teil. Insgesamt stammen die aufgelisteten, petrographisch-geochemischen und bautechnischen Daten entweder aus bereits veröffentlichten Arbeiten, aus unveröffentlichten Berichten, Diplom- und Doktorarbeiten oder aus neuen analytischen Untersuchungen. Während von den aktuell eingesetzten Sandsteinen durchweg die wichtigsten bautechnischen Kennwerte vorliegen, fehlen aus Kostengründen von einigen historischen Vorkommen entsprechende Daten.

Das Werk ist übersichtlich aufgebaut, die Texte gut verständlich geschrieben, so dass sie auch für Nicht-Geowissenschaftler geeignet sind. Die einzelnen Bundesländer und das Kapitel Methodik/Abkürzungen sind jeweils am oberen Seitenrand farblich voneinander abgesetzt, was die Handhabung sehr erleichtert – Sachsen-Anhalt: braun; Sachsen: gelb; Schlesien: olivgrün; Methodik und Abkürzungen: grau. Ebenso angenehm sind die briefmarkengroßen Begleitfotos am linken Rand der Tafelerklärungen. Die Abbildungen – Farbfotos von Dünnschliffen, Gebäuden, Gebäudeteilen und Denkmälern, SW-Fotos von REM-Aufnahmen sowie farbige geologische Karten, stratigraphische Tabellen, geologische Profi le und Lageskizzen der Sandsteinvorkommen – sind durchweg von guter Qualität. Das als Nachschlagewerk konzipierte Buch hat eine hervorragende Bindung, die auch einem häufi gen Gebrauch standhält.

Bei der eingehenden Lektüre der einzelnen Kapitel und Unterkapitel fallen zwar einige Unstimmigkeiten auf, wie z. B. hinsichtlich der zeitlichen und stratigraphischen Zuordnung manches Sandsteins, der Verwendung einzelner Begriffe und der Beschreibung der einzelnen Bausteine – einschließlich der Tafeln bzw. der angeglichenen Abbildungsseiten –, doch ist dies sicherlich den verschiedenen Bearbeitern und den aus der Literatur entnommenen Tabellen und Profi len zuzuschreiben. Hier wäre eine bessere Angleichung der einzelnen Teile durch die Koordinatoren bzw. die Redaktion wünschenswert gewesen. Das sollte man in den noch vier folgenden Bänden unbedingt beachten.

Genau wie der erste Band der geplanten sechsteiligen Buchreihe eignet sich dieses Werk mit seinen vielen bekannten und weniger bekannten regionalen Bausandsteinen aus den drei Regionen Sachsen-Anhalt, Sachsen und Schlesien für jeden Anwender in der Baudenkmalpfl ege, für Archäologen, Historiker, Architekten, Bauingenieure und für jeden mit Bausteinen befassten Geologen und Mineralogen und manchen interessierten Stadtführer und Stadtplaner. Das Buch gehört ebenso in jede Universitätsbibliothek und Fachbücherei des Bauingenieurwesens, der Geowissenschaften, der Architektur, der Archäologie und der verschiedenen Geologischen Landesämter und Denkmalbehörden.

CORNELIA SCHMITT-RIEGRAF, Münster i. Westf.

Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2012, Heft 3/4

Bespr.: der Aufschluss November/Dezember 2012 top ↑

Bausandsteine in Deutschland - Sachsen-Anhalt, Sachsen und Schlesien stellt den 2. Band des ehrgeizigen und beachtlichen Gesamtwerkes der Bausandsteine der Bundesrepublik Deutschland (und Schlesiens) dar. Das Fachbuch der angewandten Geowissenschaften befasst sich mit den Sandsteinen, die als Baumaterialien in den entsprechenden Regionen z.T. bereits seit vielen hundert Jahren Verwendung finden.

Alle drei Regionen sind nach demselben klaren Schema strukturiert. Zunächst werden die geologischen Verhältnisse sehr übersichtlich dargelegt und darauf basierend erfolgt eine Fokussierung auf die Bausandsteine der verschiedenen Formationen. Der regionale Bezug ist durch das anschauliche Kartenmaterial sehr gut herzustellen. Daran anschließend werden die Baumaterialien der einzelnen Regionen chronologisch hinsichtlich ihres generellen Vorkommens und ihrer Genese und weiterreichend bezüglich der makroskopischen und mikroskopische Charakterisierung sowie geochemischer und gesteinstechnischer Kenndaten dargestellt. Die optischen Eigenschaften der Gesteine werden durch größtenteils qualitativ hochwertige Photographien repräsentiert. Diese ermöglichen einen sehr guten Abgleich mit eigenen Beobachtungen. Sehr hilfreich ist das sich an jedes regionale Kapitel anschließende, gut gegliederte und umfassende Literaturverzeichnis.

Der Brückenschlag zu den Belangen der Bauforschung und Denkmalpflege wird durch ausführliche Informationen bezüglich des Verwitterungsverhaltens der Materialien, der Abbaugegebenheiten und der Verwendung an Bauwerken vollzogen.

Das Buch ist sehr gut strukturiert, farbige Markierungen helfen bei der Orientierung in den drei dargestellten Regionen.

Aufgrund der detaillierten Darstellung petrographischer, gesteinstechnischer und geochemischer Kennwerte sowie historischer und aktueller Abbaugegebenheiten eignet sich der Band unbedingt als fundiertes Arbeitmaterial für mit Bausandsteinen befasste Fachleute wie beispielsweise Geologen, Denkmalpfleger, Bauforscher und Architekten. Aber auch interessierte Laien bekommen wegen der übersichtlichen Aufarbeitung der Inhalte eine umfassende Einsicht in die Gegebenheiten der beschriebenen Regionen.

Für den angemessenen Umgang mit Denkmalsubstanz ist es unerlässlich, fundierte Informationen über die Herkunft des Originalmaterials zu erhalten, um einerseits geeignetes Austauschmaterial auswählen zu können bzw. Ergänzungsmaterialien hinsichtlich der petrophysikalischen Daten auf das Originalmaterial abzustimmen und Unverträglichkeiten zu vermeiden. Diesem Anspruch wird der vorliegenden Band mit seiner umfassenden Datensammlung ausgezeichnet gerecht.

Einen wesentlichen Beitrag zum Wert der Publikation leisten die zahlreichen konkreten Objektbeispiele der jeweiligen Gesteinsvarietäten. Somit wird der direkte Bezug zwischen regionaler Geologie und Baudenkmalen bzw. städtebaulichen Aspekten hergestellt. Auch Handelsbeziehungen und historische Transportpfade stellen sich einem durch die Lektüre des Buches sehr gut dar.

Insgesamt handelt es sich um ein Buch zur regionalen Geologie der besonderen Art - mit Bezug zum kulturellen Erbe. Unbedingt empfehlenswert.

Jeannine Meinhardt, Halle/Saale

der Aufschluss November/Dezember 2012

Bespr.: Geohistorica Heft 8/2012 top ↑

Sandsteine sind ein vielseitig verwendeter Naturwerkstein in der Architektur, der Bildhauerkunst, beim Straßenbau und in der Industrie. Das vorliegende Buch bietet zur Charakterisierung, Beschreibung und Einordnung der verwendeten Bausteine im Städtebau für die Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen und Schlesien (Śląsk) eine umfangreiche und willkommene Darstellung.

Abbau und Verwendung lassen sich, abgesehen von einigen Menhiren der Jungsteinzeit (vorwiegend in Sachsen- Anhalt) bis in die Karolingische und Ottonische Zeit verfolgen (etwa 800–11. Jh. n. Chr.). Schlesische Sandsteine wurden nach der Eroberung Schlesiens durch Friedrich II. nach 1763 für Preußen von Bedeutung.

Die Vorkommen werden stratigraphisch und genetisch beschrieben. Stratigraphisch reicht die Einordnung für Sachsen-Anhalt vom Ordovizium über das Karbon, das Rotliegende (Dyas/Perm), den Buntsandstein, das Rhät bis in die Kreide, in Sachsen vom Karbon, der Trias bis zur Kreide, während für Schlesien die Oberkreide (Turon und Coniac) von Bedeutung war und ist. Die Lage der Aufschlüsse ist in Kartenskizzen dargestellt, vervollständigt durch makroskopische und mikroskopische Beschreibungen der Petrographie. Dazu wird jeweils eine Reihe von Dünnschliff-Abbildungen gezeigt. Gegeben werden Angaben der Korngrößen, der Bindungsverhältnisse und der Porenräume sowie geochemische Analysen und gesteinstechnische Daten.

In Abhängigkeit von ihren Verwitterungsverhältnissen folgen Beispiele der Verwendung für jedes Vorkommen. Dazu gehören Kirchen, Museen, Theater, Scheunen, Mauern, Straßenpflaster, Schotter, Bausteine für Wasserbau (Uferbefestigungen, Schleusen, Mühl- und Grenzsteine, Futtertröge, Bildhauerarbeiten u.a.m.

Hinweise auf jeweils ähnliche Bausandsteine sowie zur Literatur ergänzen die Angaben. Für Schlesien wird darauf hingewiesen, dass die Sandsteine der Oberkreide in Vergangenheit und Gegenwart zu den wichtigsten verwendeten Bausandsteinen in Deutschland gehören, besonders nach dem Ausbau der Eisenbahnverbindungen nach Schlesien; nachdem zwei Berliner Steinmetzfirmen ab 1872 in mehreren Steinbrüchen abbauten und zwar im Nordsudetischen Becken im Löwenberg–Bunzlauer Gebiet und im Intrasudetischen Becken im Heuscheuer Gebirge. Damit wurde insbesondere der große Bedarf an Bausteinen in Berlin gedeckt, z.B. am Berliner Dom, am Abgeordnetenhaus, der Staatsbibliothek, dem ehemaligen Marstall, dem Bode Museum, gegenwärtig am Hotel Adlon und in der Britischen Botschaft.

Nach 1945 bestand die Nutzung nur im Inland Polens. Seit 1990 besteht wieder ein Angebot auf dem Markt.

Für alle drei Abbaugebiete werden die zusammenfassenden Ergebnisse durch eigene Untersuchungen der Verfasser ergänzt. Umfangreiche Datenerfassungen und ihre übersichtliche Darstellung sind ein geeignetes Hilfsmittel für die praktische Tätigkeit von Architekten, Historikern, Denkmalschützern und allen übrigen Nutzern, die sich mit Sandstein beschäftigen.

Ilse Kunz, Berlin

Geohistorica Heft 8/2012

Inhaltsverzeichnis top ↑

Sachsen-Anhalt
Angela Ehling Mit Beiträgen Von Bodo-Carlo Ehling,
Erhard Model und Meike Wehry
Methodik und Abkürzungen 6
Vorwort 9
Einführung 10
1. Gommern-Quarzit 24
2. Magdeburger Grauwacke 34
3. Oberkarbon-Sandsteine 46
4. Rotliegend-Sandsteine 60
4.1 Saale-Senke und Meisdorfer Becken 60
4.2 Flechtinger Bausandstein 72
5. Buntsandstein 82
5.1 Unterer Buntsandstein 86
5.1.1 Zeitzer Sandstein 86
5.1.2 Unterer Buntsandstein (ohne Zeitzer Sandstein) 98
5.2. Mittlerer Buntsandstein 108
5.2.1 Nebraer Sandstein 108
5.2.2 Mittlerer Buntsandstein (ohne Nebraer Sandstein) 118
6. Rhät-Sandstein 132
7. Kreide-Sandsteine 144
8. Literatur 157
Sachsen
Heiner Siedel, Jens Götze, Katrin Kleeberg, Gudrun Palme
Einführung 164
1. Karbon - Sandsteine 168
2. Trias – Buntsandstein 178
3. Kreide - Sandsteine 188
3.1 Cenoman 190
3.2 Turon und Coniac des Elbsandsteingebirges 210
3.3 Turon und Coniac des Zittauer Gebirges 250
4. Literatur 269
Schlesien
Angela Ehling
Einführung 275
1. Turon-Sandsteine im Nordsudetischen Becken – Plagwitzer Sandstein 294
2. Coniac-Sandsteine im Nordsudetischen Becken – Rackwitzer Sandstein 302
3. Mittelturon-Sandsteine im Heuscheuergebirge – Wünschelburger Sandstein 310
4. Oberturon-Sandsteine im Heuscheuergebirge – Heuscheuer-Sandstein 318
5. Literatur 323