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Michaela Dominik; Jochen Lepper:

Steinzeugen aus 500 Millionen Jahren Erdgeschichte im Park der Sinne Laatzen

Hrsg.: Landesamt für Bergbau Energie und Geologie Hannover

2012. 80 Seiten, 19 Abbildungen, 2 Tabellen, 1 Karte, 76 Photos, durchgehend farbig, 22x20cm, 370 g
Language: Deutsch

(Monographien von BGR und LBEG)

ISBN 978-3-510-95994-5, brosch., price: 19.90 €

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Steinzeugen Park der Sinne Laatzen Gesteine Hannover

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Der Park der Sinne in Laatzen ist seit der Weltausstellung im Jahr 2000 eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region Hannover. Unter dem Motto „Sehen, Fühlen, Hören, Riechen, Schmecken“ lädt das Expo-Projekt zu einem Streifzug durch eine vielseitig gestaltete und erlebnisreiche Parklandschaft ein.

Zwischen plätschernden Wasserläufen, steilen Felswänden, duftenden Blumen und Kräutern entdeckt der Spaziergänger am Wegesrand auch zu Stein gewordene Erdgeschichte: Basalte, Travertine, Sandsteine, Granite und Gneise. Bisher wurde die Geschichte dieser Steinzeugen, die aus ganz Deutschland stammen und deren älteste Vertreter mehr als 500 Millionen Jahre alt sind, nicht ausführlich erzählt. Das vorliegende Buch holt das nun nach.

Michaela Dominik und Jochen Lepper haben dazu eine Vielzahl von interessanten Informationen zusammengetragen. Die beiden Experten geben in dem vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie herausgegebenen Band einen Einblick in die Entstehung und lithologische Zusammensetzung der im Park gezeigten mehr als 50 Gesteine, die im Alltag oft als Werksteine Verwendung finden. Das Buch ist für interessierte Besucher ein wertvoller Führer bei künftigen Spaziergängen durch den Park der Sinne.

Bespr.: Zentralblatt f. Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2013, Heft 1/2 top ↑

Den Park der Sinne in Laatzen konzipierte man für die Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover und seitdem ist er ein beliebtes Ausflugsziel. In die unter dem Motto „Sehen, Fühlen, Hören, Riechen, Schmecken“ stehende Parklandschaft ist ein „Steingarten“ integriert, der die zu Stein gewordene Erdgeschichte Deutschlands zeigt.

Welche Geschichte die bis zu 500 Millionen Jahre alten Gesteine erzählen und welche Sinne die nach den vier Elementen Luft (lufttransportierte vulkanische Ascheablagerungen), Feuer (lavaartige, vulkanische Feuergesteine), Wasser (Wasserablagerungen subtropischer Fluss- und Meeressysteme) und Erde (natürliche, im Park aufgebrachte Bodenkrume) ausgesuchten Locker- und Festgesteine ansprechen, erfährt der Parkbesucher ausführlich im vorliegenden Büchlein. Es ist ein wertvoller Begleiter für jedermann, der mehr über den Park und die etwa 50 in ihm ausgestellten Steine erfahren möchte.

Das Werk ist in folgende Kapitel eingeteilt: Grußwort; Zum Park der Sinne; Einleitung; Herkunft der ausgestellten Gesteine; Ausgestellte Gesteine: 1. Quaderkalk, Kirchheim (Bayern); 2. Kalksteine, Treuchtlingen (Bayern); 3. Zellenkalke, Korbach (Hessen); 4. Diabas-Blöcke und Basalt-Block, Greifenstein (Hessen); 5. Basalte, Beilstein (Hessen), Mendig (Rheinland-Pfalz), Adelebsen (Niedersachsen) und Rieden (Rheinland-Pfalz); 6. Serizit-Gneis, Hattersheim (Hessen); 7. Calcit, Treuchtlingen (Bayern); 8. Travertine, Bad Langensalza (Thüringen); 9. Seeberger Sandstein, Seebergen (Thüringen); 10. Theumaer Schiefer, Theuma (Sachsen); 11. Selbergit-Tuff, Ettringen (Rheinland-Pfalz); 12. Knollenquarzite, Weferlingen (Sachsen-Anhalt); 13. Tambacher Sandstein, Tambach (Thüringen); 14. Findlinge, Senftenberg (Brandenburg); 15. Wesersandstein, Nähe von Bad Karlshafen (Hessen); 16. „Sabbat-Tisch“ und „Saxum Scissum“: Velpker Sandstein, Velpke (Niedersachsen); Quellen und weiterführende Literatur; Glossar und Darstellungen in diesem Buch.

Die geowissenschaftlichen Ausführungen beginnen mit einer schematischen geologischen Übersichtskarte Deutschlands mit den Herkunftsorten aller 16 behandelten Gesteine. Danach werden die 16 verschiedenen ausgestellten Steine nach folgendem Schema präsentiert: Gesteinstyp, Petrographie/ Lithologie, Stratigraphie und numerisches Alter, sichtbare Phänomene, Genese, Verwitterungsphänomene, Herkunft des Objektes und regionale Verbreitung der Gesteinsart, Handelsname, Bearbeitungsart, Sonstiges, Bemerkungen, Interessantes, Verwendungsbeispiele und Nutzungsarten. Durchweg farbige Karten, Aufschlussfotos und Detailfotos der Gesteine und/oder Verwitterungsphänomene begleiten die kurzen Ausführungen. Auf der Innenseite des vorderen Buchdeckels befi ndet sich eine herausnehmbare Lagekarte der Gesteine im Park der Sinne, sodass der Besucher leicht einen Rundgang zu allen Gesteinen planen kann. Auf der Innenseite des hinteren Buchdeckels befi ndet sich eine Übersicht der geologischen Zeitalter (Ära, Periode und Altersangabe in Mio. Jahren vor heute) einschließlich Schlüsselereignissen, Lebensspuren, Leitfossilien bzw. bedeutenden Fossilgruppen, Gebirgsbildungsphasen und weltweiten Vereisungsperioden. Das Glossar informiert über die wichtigsten Fachbegriffe, ohne die auch ein populärwissenschaftliches Büchlein wie dieses kaum auskommt.

Das Werk ist optisch und inhaltlich gut gelungen, die weiterführende Literatur lädt geradezu zur Weiterbeschäftigung mit geowissenschaftlichen Themen ein. Leider ist es trotz der Fachkompetenz der Autoren nicht ganz frei von Sachfehlern: Augit und Chlorit enthalten zusätzlich Eisen, Muskovit Kalium und Biotit Eisen und Magnesium als wichtige Elemente (S. 77). Die Beschreibung von Hornblende ist unzureichend (S. 78). Die Begriffe „vulkanische Gesteine“ und „Auswurfgesteine“ sind nicht identisch; es fehlen die Effusivgesteine; diese sind ausgeflossen. Milchquarz ist keine Modifikation, sondern eine Varietät von Quarz. Ferner fallen noch wenige Tippfehler auf, die man bei einem Nachdruck eliminieren sollte.

Insgesamt gesehen ist der Park der Sinne Laatzen und die nun vorliegende – nach 12 Jahren vollbrachte – 80 Seiten umfassende Begleitbroschüre ein schönes Beispiel dafür, wie man geowissenschaftliche Informationen publikumswirksam präsentieren kann. Das Büchlein eignet sich für Schüler, Lehrer und jeden Ausflügler, der sich mit den Steinen im Park der Sinne beschäftigen möchte.

Cornelia Schmitt-Riegraf, Münster i. Westf.

Zentralblatt f. Geologie u. Paläontologie, Teil II, Jg. 2013, Heft 1/2

Inhaltsverzeichnis top ↑

Grußwort (LOTHAR LOHFF) 3
Zum Park der Sinne (HANS-JOACHIM ADAM) 4
Einleitung (JOCHEN LEPPER) 5
Herkunft der ausgestellten Gesteine 6
Ausgestellte Gesteine
(1) Quaderkalk/ Kirchheim (Bayern) 8
(2) Kalksteine / Treuchtlingen (Bayern) 11
(3) Zellenkalke/ Korbach (Hessen) 15
(4) Diabas-Blöcke und Basalt-Block / Greifenstein (Hessen) 18
(5) Basalte / Beilstein (Hessen), Mendig (Rheinland-Pfalz), Adelebsen (Niedersachsen) und Rieden (Rheinland-Pfalz) 23
(6) Serizit-Gneis/ Hattersheim (Hessen) 30
(7) Calcit / Treuchtlingen (Bayern) 33
(8) Travertine/ Bad Langensalza (Thüringen) 36
(9) Seeberger Sandstein / Seebergen (Thüringen) 40
(10) Theumaer Schiefer / Theuma (Sachsen) 43
(11) Selbergit-Tuff/ Ettringen (Rheinland-Pfalz) 48
(12) Knollenquarzite / Weferlingen (Sachsen-Anhalt) 51
(13) Tambacher Sandstein / Tambach (Thüringen 54
(14) Findlinge / Senftenberg (Brandenburg) 57
(15) Wesersandstein / Nähe von Bad Karlshafen (Hessen) 68
(16) „Sabbat-Tisch“ und „Saxum Scissum“: Velpker Sandstein / Velpke (Niedersachsen) 71
Quellen und weiterführende Literatur 76
Glossar 77
Darstellungen in diesem Buch 80