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Die Kreide der Nordseeinsel Helgoland

Hrsg.: Friedrich Schmid; Christian Späth

[The Cretaceous of Helgoland Island (North Sea)]

1991. 309 Seiten, 25 Abbildungen, 11 Tabellen, 41 Tafeln, 17x24cm, 900 g
Language: Deutsch

(Geologisches Jahrbuch Reihe A, Band A 120)

ISBN 978-3-510-96376-8, brosch., price: 48.00 €

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Bespr.: "Fossilien", Heft 2/ März/April 2002, S. 68 top ↑

In den siebziger und achtziger Jahren war mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft erstmalig die Möglichkeit zur systematischen Erforschung der Oberkreide von Helgoland möglich.

Für das paläontologische Institut der Universität Hamburg gehört die Felseninsel zu den regelmäßig aufgesuchten Exkursionszielen. Die Felseninsel schließt über dem Meeresspiegel Trias-Schichten des Mittleren Buntsandsteins auf, die Schichten des Muschelkalkes, der Unteren- und Oberen Kreide liegen dagegen unter Wasser. Auf dem Nordstrand der so genannten Düne östlich vor Helgoland haben Sammler die Möglichkeit, Kreidefossilien aufzulesen, die bei schweren Wetterlagen aus den submarinen Schichten herausgelöst und angespült werden.

Der Mann. der wohl die größte Spezialsammlung Helgoländer Fossilien zusammengetragen hat, ist gerade im vergangen Jahr mit der Alberti-Medaille ausgezeichnet worden (siehe dazu auch S. 72 dieser Ausgabe). Dipl.-Ing. Hans H. Stühmer fungiert seit vielen Jahren auch als Gewährsmann der Universität Hamburg. Er dürfte auch der einzige sein, der die Helgoländer Kreideklippen bei Extrem-Niedrigwasser fotografisch dokumentierte. Der Fossilreichtum auf Helgoland ist immer noch groß, und jährlich wachsen der Wissenschaft neue Stücke zu, die die Kenntnis um diesen außergewöhnlichen Fundort vertiefen. An dieser Stelle kann nur auf einige bemerkenswerte Arbeiten hingewiesen werden. Der Hamburger Bryozoen-Papst Prof. Heinrich Voigt beschreibt von dort 21 bisher nicht bekannte Bryozoenarten. Voigt merkt an, dass die Hälfte der Fauna aus dem norddeutsch-dänischen Bereich unbekannt ist und faunistische Beziehungen zur englischen Oberkreide aufweist. Prof. Christian Spaeth nimmt sich der Neohiboliten an der leitenden Belemnitengattung. und der Brite Hugh G. Owen der wenigen Hoplites-Exemplare, die auf den nördlichen Strand der Düne gespült wurden.

Eine Besonderheit sind die braunroten Feuersteine des höheren Turon von Helgoland, die auf der Düne als Gerölle aufgelesen wurden, bis Prof. Spaeth 1987 erstmals in mehreren Tauchgängen die Lokalisierung dieser Feuersteine im Anstehenden vornehmen konnte. In Holland und Nordwestdeutschland gefundene Artefakte aus der Jungstein- und Bronzezeit haben aufgrund ihrer Färbung ihren Ursprung auf Helgoland, wie ein Internationales Feuerstein-Symposium feststellte Diese Forschungsergebnisse fassten die Paläontologen Spaeth und Schmid von der Universität Hamburg 1991 in Heft 120 der Reihe A der Geologischen Jahrbücher, herausgegeben von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover, zusammen Dieser Band ist für Sammler unentbehrlich, die inmitten der Nordsee Fossilien sammeln. Bei der E. Schweizerbart'schen Verlagsbuchhandlung sind noch Bände vorrätig, die die wichtigen Spezialarbeiten über die Helgoländer Kreide enthalten.

Harald Polenz

"Fossilien", Heft 2/ März/April 2002, S. 68