cover

Thomas Schubert:

Parallele Merkmalsentwicklung der Bryozoenarten von Woodipora JULLIEN 1888 im Coniacium bis Maastrichtium NW-Europas

(Die Maastrichtstufe in NW-Deutschland, Teil 8)

1987. 83 Seiten, 16 Abbildungen, 9 Tafeln, 17x24cm, 300 g
Language: Deutsch

(Geologisches Jahrbuch Reihe A, Band A 98)

ISBN 978-3-510-96398-0, brosch., price: 24.00 €

in stock and ready to ship

Order form

BibTeX file

Contents

Kurzfassung top ↑

Die Arten der Gattung Woodipora gehören dem Tierstamm der Bryozoen (Moostierchen) an. Bryozoen sind überwiegend marine Organismen, die meist ein kalkiges Außenskelett besitzen. Sie bilden Kolonien, die entweder flach, oder als kleine Stämmchen auf einem Substrat wachsen. Bryozoen sind fossil seit dem Ordovicium nachgewiesen und erreichten ihren größten Gattungsreichtum in der Kreidezeit. Eine Bryozoen-Kolonie besteht aus zahlreichen Einzeltieren. Die Kolonie wird als Zoarium, das Einzeltier-Gehäuse als Zooecium bezeichnet.

Ideale Grundlage für die Untersuchungen bietet das 520 m mächtige Oberkreide-Profil von LägerdorfKronsmoor-Hemmoor, welches nahezu ohne Schichtlücken alle Stufen vom Coniacium bis Maastrichtium in Schreibkreide-Fazies umfaßt und damit eine Zeitspanne von ca. 20 Millionen Jahren dokumentiert.

Ca. 2500 Kolonie-Bruchstücke von Woodipora disparilis und fast ebenso viele von Woodipora rowei aus Schicht für Schicht entnommenen Großproben liegen dieser Arbeit zugrunde. Das Buch behandelt die seit 1844 vorgenommene taxonomische Zuordnung der verschiedenen Arten der Gattung Woodipora und revidiert diese.

Durch binstatistische Untersuchung wird die Entwicklung der Arten Woodipora disparilis und Woodipora rowei aufgezeigt. Besonderen Schwerpunkt stellt die Verfolgung der zeitlich parallel ablaufenden Verkalkung der Frontalwand (Cryptocyste) dar. Material aus verschiedenen westeuropäischen Oberkreide-Fundorten wird zum Vergleich herangezogen. Die im Laufe der phylogenetischen Entwicklung entstandenen Opesiulae sind kleine Öffnungen in der Cryptocyste. Diese Opesinlae hatten bei der taxonomischen Zuordnung bisher große Bedeutung. Nunmehr stellt sich heraus, daß sie für die Unterscheidung der Arten von Woodipora nicht herangezogen werden können. Von den bisher beschriebenen acht Arten werden drei eingezogen.