cover

Werner U. Ehrmann:

Zum Sedimenteintrag in das zentrale nordwesteuropäische Oberkreidemeer

(Das Maastricht in Nordwestdeutschland, Teil 7)

[The sedimentary input into the Northwest-Europan Sea during the Cretaceous]

1986. 139 Seiten, 25 Abbildungen, 10 Tabellen, 17x24cm, 370 g
Language: Deutsch

(Geologisches Jahrbuch Reihe A, Band A 97)

ISBN 978-3-510-96399-7, brosch., price: 26.00 €

in stock and ready to ship

Order form

BibTeX file

Contents

Kurzfassung top ↑

Während der Oberkreidezeit, die vor etwa 100 Millionen Jahren begann und vor etwa 65 Millionen Jahren endete, führten weltweite Transgressionen auch zu einer Überflutung weiter Landgebiete in NW-Europa. In dem neu entstandenen Epikontinentalmeer wurden große Mengen an Sediment abgelagert, das in seiner typischen, Belagischen Ausbildung als Schreibkreide bekannt ist.

Die Schreibkreide ist ein relativ wenig verfestigtes, weißes Sedimentgestein, das fast ausschließlich aus kalkigen Nannofossilien (Coccolithen) aufgebaut wird. Daneben enthält sie in geringen Mengen Tonminerale, Quarz und z.T. auch Zeolithe. In vielen Profilen wird die eintönige Schreibkreide-Abfolge von Flintlagen durchzogen.

Dieser Band versucht erstmals, die Sedimentationsgeschichte eines Epikontinentalmeeres am Beispiel des Oberkreidemeeres NW-Europas quantitativ zu beschreiben. Zeitliche und räumliche Änderungen in der Gesamtmenge der abgelagerten Sedimente, sowie der terrigenen und biogenen Sedimentkomponenten, können Hinweise auf die Ablagerungsbedingungen, auf die Paläo-Produktivität des Epikontinentalmeeres und auf paläo-ozeanographische und -klimatische Bedingungen geben. Ein Vergleich mit entsprechenden Daten aus der Tiefsee des Nordatlantiks macht die Unterschiedlichkeit der Sedimentationsprozesse in diesen Ablagerungsräumen deutlich.

Als Index für die Paläo-Produktivität eines Ozeans wird vor allem die Menge an biogenen kieseligen Sedimentkomponenten angesehen. In der Schreibkreide von NW-Europa liegen diese Komponenten nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form, sondern als ihre diagenetischen Umwandlungsprodukte, vor allem als Flintkonkretionen vor. Den Flinten, ihrer mengenmäßigen stratigraphischen Verbreitung und ihrer Genese widmet diese Arbeit daher besonderes Interesse. Die Untersuchungen stützen sich vor allem auf das Richtprofil Lägerdorf-Kronsmoor-Hemmoor, da dort ein großer stratigraphischer Bereich (Mittelconiac-Obermaastricht) lückenlos aufgeschlossen war, und da dort bereits umfangreiche Arbeiten zur Stratigraphie und Lithologie durchgeführt wurden.