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Edwin Kemper:

Das Klima der Kreidezeit

Mit Beiträgen zur Klima-Analyse der Kreide von D. J. Batten.

[The climate during the Cretaceous]

1987. 399 Seiten, 68 Abbildungen, 3 Tabellen, 57 Tafeln, 17x24cm, 1010 g
Language: Deutsch

(Geologisches Jahrbuch Reihe A, Band A 96)

ISBN 978-3-510-96400-0, brosch., price: 90.00 €

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Contents

Kurzfassung top ↑

In der Literatur galt das Klima der Kreide-Zeit bisher als warm und ausgeglichen. Wie hier gezeigt wird, ist das ein großer Irrtum, der auf einer ausschließlichen Analyse von Warmwassersedimenten und einer Verallgemeinerung der so gewonnenen Werte beruht. Es hat vielmehr eine ganze Reihe von Kaltzeiten sowohl im Jura als auch in der Kreide gegeben. Die warmen Zeitabschnitte waren allerdings zum Teil erheblich wärmer als heute, denn es gab noch Laub- und Nadelbäume bis in die hohen Paläobreiten.

Für die hier durchgeführte Klimaanalyse erwiesen sich Karbonatgehalte, glazioeustatische Meeresspiegelschwankungen, Glendonite und glaziomarines Driftmaterial ebenso wie die Zusammensetzung und Diversität der Floren und Faunen als von großer Bedeutung.

Nach Initialerkenntnissen in der Arktis erfolgte die Detailanalyse in Mitteleuropa, denn diese Region war besonders sensitiv, da hier die Grenze zwischen den berealen und den südlichen Wassermassen verlief. Sie verschob sich je nach den Klimaverhältnissen nach Süden oder nach Norden, so daß eine Wechsellagerung von Kalt- und Warmwasser-Sedimenten zustande kam. Warme Zeiten sind entsprechend durch Zuwanderung von subtropischen Arten in das Niedersächsische Becken gekennzeichnet.

Wichtig ist auch die Erkenntnis, daß die Klima-Schwankungen zyklisch verliefen, so daß nur zyklische Ursachen infrage kommen. Auf Megazyklen mit einer Dauer von 2.2 Mio Jahren folgen nach unten Mesozyklen, von 400 000 beziehungsweise 220 000 Jahren. Als Zyklen niederster Ordnung sind die Helligkeits-/Karbonatgehalts-Bankungen zu nennen, mit einer Größenordnung von 40 000 Jahren.

Inhaltsverzeichnis top ↑


Teil I: E. Kemper: Das Klima der Kreide-Zeit 5
Teil II: Beiträge zur Klima-Analyse der Kreide 187
1. J. Mutterlose & I. Harding: The Barremian Blätterton: an Anoxic
Warm Water Sediment of the Lower Saxony Basin 187
2. E. Kemper, J. Mutterlose & K. Wiedenroth: Die Grenze
Unter-/Ober-Hauterive in Nordwestdeutschland, Beispiel eines
stratigraphisch zu nutzenden Klima-Umschwungs 209
3. D. J. Batten & Li Wenben: Aspects of the Palynomorph Distribution,
Floral Provinces and Climate during the Cretaceous 219
4. G. Pelzer & V. Wilde: Klimatische Tendenzen während der Ablagerung
der Wealden-Fazies in Nordwesteuropa 239
5. R. A. Spicer: The Significance of the Cretaceous Flora of Northern
Alaska for the Reconstruction of the Climate of the Cretaceous 265
6. J. Mutterlose: Calcareous Nannofossils and Belemnites as Warmwater
Indicators from the NW-German Middle Aptian 293
7. E. Kemper & K. Wiedenroth: Klima und Tier-Migrationen am Beispiel
der frühkretazischen Ammoniten Nordwestdeutschlands 315
8. E. Kemper: Die Bedeutung der Foraminiferen und Ostrakoden für die
Klima-Analyse der Kreide 365