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Uwe Marheinecke:

Dinoflagellaten des Maastrichtium der Grube Hemmoor, Niedersachsen

(Das Maastricht in Nordwestdeutschland, 6: Dinoflagellaten aus der Schreibkreide)

[Maastrichtian age rocks in Northern Germany, 6: Dinoflagellates from the Chalk]

1986. 93 Seiten, 16 Abbildungen, 22 Tafeln, 17x24cm, 370 g
Language: Deutsch

(Geologisches Jahrbuch Reihe A, Band A 93)

ISBN 978-3-510-96403-1, brosch., price: 25.00 €

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Dinoflagellaten sind einzellige Algen, die sich mit Hilfe zweier Geißeln fortbewegen. Diese Geißeln liegen in einer Längs- und einer Querfurche, die den starren Cellulose-Panzer durchziehen. In den heutigen Meeren stellen die Dinoflagellaten einen großen Anteil des Planktons und können durch ihr massenhaftes Auftreten in Blütezeiten das Meer rot färben (Feueralgen). Ihre vielgestaltigen Formen und ihr komplizierter Lebenszyklus machen sie zu einem lohnenden Studienobjekt.

Zwar sind die kompliziert getäfelten Cellulose-Panzer nicht fossil überlieferbar, jedoch bilden viele Dinoflagellaten im Laufe ihres Lebenszyklus eine organischwandige Zyste aus, die so widerstandsfähig ist, daß sie uns in Jahrmillionen alten Gesteinen überliefert wird.

Die Gesteine der Ober-Kreide Norddeutschlands sind ein geologisch junges Sediment, das fast ausschließlich aus Resten einzelliger, kalkiger Algen besteht, den Coccolithen. Sie wurden abgelagert in einem flachen Meer mit nicht mehr als 200 m Tiefe (was in etwa der heutigen Ostsee oder Nordsee entspricht). Löst man die Gesteine dieses Meeres in verschiedenen Säuren auf, so erhält man als letzten Rest die oben beschriebenen Dinoflagellaten-Zysten in großer Fülle.

Der vorliegende Band gibt einen Einblick in die Formenvielfalt der Zysten aus den Sedimenten der Kreidegrube Hemmoor und erörtert die Anwendungsmöglichkeiten für ökologische und stratigraphische Zwecke. Über 40 Gattungen werden abgebildet und in ihrer Verteilung besprochen. Aber auch jenseits der Fragen nach Zweck und Nutzen zeigt sich dem Betrachter eine hochinteressante Fossilgruppe von ästhetischem Reiz.