Abstract
Neue Beobachtungen über Pliozän (?) und Pleistozän im Randbereich der Frankenberger Bucht.
[New observation on Piocene (?) and Pleistocene of the Frankenberg embayment]
Sobotha, E.
Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 111 Heft 1 (1959), p. 248 - 251
published: Aug 3, 1959
DOI: 10.1127/zdgg/111/1959/248
ArtNo. ESP171011101030, Price: 15.00 €
Kurzfassung
Im letzten Jahr brachten der Bau einer Fernleitung wie auch andere Arbeiten vorzügliche Aufschlüsse. Außer dem „Höhenpliozän (?)“ von Frankenberg waren eisensteinführende Ablagerungen bei Emsthausen erschlossen. Ein älterer Löß wurde unter Solifluktionsmassen angetroffen, Korngrößenuntersuchungen führen zu einem Vergleich pleistozäner Ablagerungen. Die als pliozän (?) betrachteten Bildungen bei der neuen Friedhofskapelle zu Frankenberg wurden an verschiedenen Stellen aufgeschlossen. Mast 3 der Fernleitung erschloß in 1.5 m Tiefe einen Restschotter, dessen Gerölle etwa 7 cm Durchmesser haben und zu 50% aus Kieselschiefer, zu 30% aus Quarz neben Quarziten bestehen. Über diesen etwa 40 cm mächtig erschlossenen Kiesen liegen grellorange bis weiße Tone mit hellgrünen Linsen, in den Tonen erscheinen zentimetergroße, gut gerundete Milchquarzgerölle. An der Friedhofskapelle war die Tondecke nur knapp einen Meter mächtig, die hellen Restschotter waren nicht ganz so grob wie weiter ostwärts am Mast. Korngrößen der Tone gibt Abb. 2 unter g und h. Erstmalig angetroffen wurden im Bereich der Frankenberger Bucht die in Abb. 1 dargestellten eisensteinführenden Ablagerungen. Sie entsprechen völlig denen, die in der Umgebung Fuldas bekannt und von Blanckenhorn z. B. in den Erläuterungen zu Blatt Großenlüder (1934) beschrieben wurden. Gelbe, weiße und rötliche Sande wechseln mit Brauneisensteinflözen, ein Gang erscheint. Die Ausdehnung dieser Ablagerungen dürfte einige 100 m betragen, dabei nimmt die Gesamtmächtigkeit der Eisensteinlagen randlich (?) ab. Das Vorkommen ähnelt ebenfalls in seiner Lage den gleichen Ablagerungen in der Randzone des Großenlüderer Grabens: Hier verliefen alte Hänge sehr alter Oberflächen im Bereich des Mittleren Buntsandsteins, der durch seine Durchlässigkeit konservierend wirkte. In sandigen Zersatzmassen schieden sich einst die Eisenerzlösungen aus, deutlich verschieden von den Eisenausscheidungen im Grenzsandstein zwischen Mittlerem und Unterem Buntsandstein (z. B. zwischen Wiesenfeld und Ernsthausen).