Beitrag
Zur Metaphalangealbehaarung der Isländer unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechts und Altersunterschiede und der Symmetrieverhältnisse
[Middle phalangeal hair of the people of Iceland under particular consideration of symmetry, sex and age]
Henke, W.; Pálsson, J.
Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie Band 70 Heft 1 (1979), p. 1 - 25
24 Literaturangaben
veröffentlicht: Jul 9, 1979
ArtNo. ESP168007001000, Preis: 19.00 €
Kurzfassung
Bei 646 männlichen und 571 weiblichen Probanden aus dem Südwesten Islands im Alter von 6 bis über 80 Jahren wurden beide Hände auf Metaphalangealbehaarung hin kontrolliert. Der Rechts-Links-Vergleich zeigt, daß nur 63,9 % der Gesamtstichprobe eine symmetrische Ausprägung erkennen lassen und daß bei den Asymmetrien die linke Hand signifikant stärker behaart ist als die rechte. Exogene Einflüsse werden diskutiert, jedoch lassen sich keine berufsgruppenspezifischen Differenzierungen nachweisen. Mit 46 % behaarten Metaphalangen liegt der Prozentanteil bei den Isländern gegenüber den Vergleichsgruppen sehr hoch. Nicht nur in der Höhe des Behaarungsgrades weist Island Abweichungen gegenüber den amerikanischen und nordeuropäischen Populationen auf, auch hinsichtlich der Verteilung der Behaarungsfrequenzen der einzelnen Metaphalangen sowie der Phänotypenverteilung weicht Island von anderen Gruppen signifikant ab. Land-Stadt-Unterschiede lassen sich in unserer Stichprobe nicht feststellen. Auch die von anderen Autoren vermutete Beziehung zwischen dem Pigmentierungsgrad des Kopfhaares und der Metaphalangealbehaarung erweist sich als zufällig. Hinsichtlich der Altersdifferenzierung der Metaphalangealbehaarung ergaben sich auffällige Unterschiede gegenüber den von anderen Autoren mitgeteilten Ergebnissen, u. a. ein Rückgang der Behaarung in der juvenilen Altersstufe mit anschließendem Anstieg der Behaarungsanteile (bei Männern), ferner das Fehlen einer Behaarungskonstanz in der adulten Phase sowie eines Rückgangs der Behaarung in der spätmaturen Phase. Eine Erklärung der Differenzierungsprozesse vermögen nur Längsschnittuntersuchungen zu erbringen.
Abstract
646 Icelandic males and 571 females at the age of 6 to 80 years were examined on the presence of hair on the middlephalangs of the fingers. Comparison of the left and the right hands shows that 63.9 % of the total sample are symmetric and that in the case of asymmetry there are significantly more hairs on the left than on the right fingers. Exogen influences are discussed, but there are no group specific correlations with professions. Compared with other populations the frequency of individuals with middlephalangeal hair is very high (46 %). There is not only a difference in the frequency between Icelandic and American as well as North-European populations, but also in the patterns of hair-frequencies and in the phenotypes the Icelanders differ significantly from the other groups. Rural-urban differences are not to be found in our sample. Furthermore there is no correlation between the hair pigmentation of the head and the percentage of middlephalangeal hair as other authors stated. The age differentiation of the middle-phalangeal hair of our sample differs from the results of other authors. There is f. i. a regression of the hair in the juvenile age followed by an increase (male sample); no constant phase of the hair frequencies in the adult status and a regression of hair in the later mature age. An explanation of the differentiation processes can only be found by a long-term examination.
Schlagworte
middlephalangs • hair • phenotypes • patterns • hair pigmentation • juvenile • adult • females • males • Iceland