Obituary

In memoriam Joachim Illies

Fittkau, E. J.; Schmitz, W.

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Archiv für Hydrobiologie Volume 103 Number 3 (1985), p. 381 - 405

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published: Apr 19, 1985

DOI: 10.1127/archiv-hydrobiol/103/1985/381

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Kurzfassung

Wir bedauern den plötzlichen, allzu frühen Tod unseres Freundes Joachim Illies, des hervorragenden Biologen und Fließgewässerforschers. Wissenschaftliche Neigung und Wirksamkeit und naturwissenschaftlicher und philosophischer Erkenntnisdrang bestimmten seinen Lebenslauf. Geboren am 23. März 1925 in Ketzin in der Mark Brandenburg, verbrachte er seine Jugend und seine Schulzeit nach Übersiedlung der elterlichen Familie in Berlin. Anregungen zum künftigen Beruf fand er reichlich zu Hause vor. War es doch schon der Wunsch seines Vaters gewesen, eigentlich Zoologie zu studieren; nur die nüchterne Einschätzung der Berufsaussichten nach dem ersten Weltkrieg bewogen ihn zum „Brotstudium“ der Chemie, allerdings in der Spezialrichtung Biochemie. So fand Joachim Illies in der väterlichen Bibliothek Zugang zu Standardwerken der Zoologie und biologischen Evolution, wie auch zu naturphilosophischen Schriften. In seinem Vater hatte er einen eifrigen Förderer erwachender naturwissenschaftlicher Interessen. Hinzu kamen die Anregungen naturwissenschaftlicher Schulbildung auf dem Realgymnasium in Berlin-Lankwitz, das er bis zum Abitur im Jahre 1943 besuchte. Hier vermittelte Studienrat Dr. Nölle in den Kursen der biologischen Arbeitsgemeinschaft das solide Grundlehrpensum der Göttinger alma mater. Auch ließ er interessierte Schüler als Helfer teilhaben an seinen genetischen Experimenten an Vögeln. Joachim Illies entwickelte bei alledem alsbald eine eigene Aktivität und Spezialität: Er sammelte und bestimmte Käfer und schuf sich damit frühzeitig ein reiches Erfahrungsfundament für sein künftiges zoologisches Spezialgebiet, die Entomologie. Auf dem Lankwitzer Gymnasium entwickelte sich bereits Joachim Illies’ Neigung zur Literatur und Talent zur eigenen schriftstellerischen Tätigkeit. Ein Teil der Schulzeit von Illies fiel bereits in die Zeit des zweiten Weltkrieges. Wie allen Altersgenossen blieb auch ihm der Kriegsdienst in der Wehrmacht nicht erspart, den er aber glücklich, nur mit leichter Verwundung überstand. Nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft gelang es ihm, 1946 einen der begehrten Studienplätze - es gab einen strikten Numerus clausus - an der Universität Göttingen zu erhalten. Die schon immer hohe Reputation der Universität war noch durch den Umstand vermehrt, daß viele erstrangige Professoren, die früher in Berlin oder im nun sowjetisch oder polnisch besetzten Deutschland tätig gewesen waren, sich hier eingefunden hatten. Auch die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft besaß hier ihr neues Domizil. Die Schwerpunkte biologischer Forschung in Göttingen lagen, wie anderswo in Deutschland, in den Bereichen der Physiologie. Jedoch waren ebenfalls durch die Kriegsereignisse hier zwei hervorragende Ökologen ansässig geworden, der Botaniker Franz Firbas und der Zoologe Demetrius Beling, der vormals als Direktor der Hydrobiologischen Dnjepr-Station in Kiew tätig gewesen war. Beide verfügten neben souveränen Kenntnissen über eine hohe persönliche Ausstrahlung auf ihre studentischen Schüler und waren wohl geeignet, Interesse an biogeographischen und ökologischen Fragestellungen zu wecken. Neben Fachwissen hatte dabei die Universitas litterarum volle Geltung.

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