Original paper
Dolinenartige Sackungsstrukturen in den Molassebergen des südwestbayerischen Alpenvorlandes
Scholz, Herbert; Strohmenger, Michael
Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins Band 81 (1999), p. 275 - 283
13 references
published: May 7, 1999
DOI: 10.1127/jmogv/81/1999/275
ArtNo. ESP151008100014, Price: 6.20 €
Kurzfassung
Auf Molassebergen des Alpenvorlandes im südwestlichen Bayern (Allgäu) wurde eine große Zahl von dolinenartigen Sackungsstrukturen beobachtet. Viele von ihnen sitzen direkt dem Molasseuntergrund auf und drainieren das Oberflächenwasser selbst an Stellen, wo Molassemergel im Untergrund anstehen. Einige von ihnen sind relativ kleine, steilwandige Erdfälle, die offensichtlich an oberftächennahe röhrenförmige Abflußsysteme innerhalb der quartären Deckschichten gebunden sind (interflow). Sie entstehen durch den plötzlichen Einsturz von Hohlräumen, die entlang dieser interflow-Kanäle subrosiv ausgekolkt werden. Deutlich größer sind hingegen trichterförmige Pseudodolinen, die an die Molasse selbst gebunden sind. Ihre Entstehung hängt wahrscheinlich mit Subrosion der Molassemergel zusammen, die von den eingeschalteten karbonatreichen Sandstein- und Konglomeratpaketen ausgehen dürfte (hydraulic routing). Deren Klüfte sind durch Hangbewegungen geöffnet, durch Karbonatlösung erweitert und bilden tiefreichende unterirdische Abftußwege.
Abstract
In the Molasse mountains of the Alpine Foreland in southwestern Bavaria (Allgäu) a great many doline-like settling structures were observed. Many of them are located directly on top of Molasse bedrock, nevertheless draining the surface water even upon obviously impermeable Molasse marls. Some of them are rather small sink holes connected with a near-surface tube-like draining system, formed within the superficial layers overlying the Molasse rocks (interftow). They originate from the sudden collapse of cavities formed by interftow subrosion. Larger structures are bound to a deep seated drainage system within the Molasse strata and seem to be connected with joints cutting the intercalated and carbonate rich conglomerates and sandstones. They are most likely enlarged by mass movements as weil as carbonate dissolution. Hydraulic routing here promotes subrosion within overlying Molasse marls and leads to the generation of rather large and deep, cone-shaped pseudodolines.
Keywords
doline-like sink hole • formation • molasse sediment