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Geomorphologie von Zentralaustralien nach H. Bremer

[Geomorphology of Central Australia according to H. Bremer]

Büdel, Julius

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Zeitschrift für Geomorphologie Volume 13 Issue 2 (1969), p. 217 - 230

published: Jul 2, 1969

DOI: 10.1127/zfg/13/1969/217

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ArtNo. ESP022001302006, Price: 29.00 €

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Kurzfassung

Wer sich der Geomorphologie eines mäßig hohen tropischen oder tropennahen Raumes widmet, dem bietet die vorweg den Ektropen entstammende klassische Geomorphologie wenig Hilfen. Am ehesten taugen solche noch für - insbesondere gletschertragende - tropische Hochgebirge. Aber in den tropisch-randtropischen Tiefenstufen versagt die in den Ektropen bewährte Methodik fast ganz. An Stelle der Talbildung tritt hier weitgehend die Flächenbildung. Die scharfen Arbeitskanten im Gelände, die überall die Wirksamkeit der Formbildungsprozesse am klarsten markieren, sind in den Ektropen fast ausschließlich an die Flanken von Tälern geknüpft, liegen aber in den warmen Ländern mäßiger Höhe oft weitab von den Flüssen am Fußsaum von Rumpfstufen oder Inselbergen. Und diese Fußsäume zeigen die mannigfaltigsten Varianten. Die vorherrschende chemische Tiefenverwitterung gibt den Härteunterschieden der Gesteine (Petrovarianz) eine ganz andere Wertigkeit, ja sie überdeckt deren räumlichen Wandel oft durch mächtige und - im Vergleich zu den Ektropen - oft uralte Bodendecken. Aus diesen bezieht die Abtragung vorwiegend Feinmaterial. So gibt es nur selten Flußschotter und dementsprechend kaum Aufschüttungsterrassen, ja oft nicht einmal den Unterschied von Gleithang und Prallhang. Endlich fehlen die Glazial- und „Periglazial“-Formen mit Lössen (und deren Gliederung), mit Kryoturbations-Horizonten und Moränendecken einschließlich aller sonstigen Zeugen des jungen pleistozänen Kaltzeithiatus, der überall in den Ektropen: bei den Abtragungsformen, den Verwitterungsfolgen und im korrelaten Aufschüttungsbereich eine so willkommene Zäsur für die Trennung der Reliefgenerationen, insbesondere die der rezenten, holozänen von den pleistozänen bildet.

Keywords

geomorphology • tropics • valleys • periglacial • relief • rivers • inselbergs • Central Australia