Contribution

Glaziologie und Geomorphologie

[Glaciology and geomorphology]

Büdel, Julius

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Zeitschrift für Geomorphologie Volume 20 Issue 3 (1976), p. 363 - 367

1 références bibliographiques

publié: Sep 30, 1976

DOI: 10.1127/zfg/20/1976/363

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ArtNo. ESP022002003008, Prix: 29.00 €

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Kurzfassung

Die Gletscher schaffen einen so eigenständigen und - im Pleistozän - so weit verbreiteten Relieftyp, daß der Geomorphologe gerne nach einem neuen, umfangreichen Werk über das erzeugende Agens dieser Formenwelt greift. Es wirft viele grundsätzliche Fragen auf, die eine erweiterte Betrachtung in dieser Zeitschrift rechtfertigen. Die erste entspringt folgendem Tatbestand. In der Reliefsphäre sind alle Formen der harten Kruste fest und für lange Dauer aufgeprägt. Sie entstammen den verschiedensten heutigen und vorzeitlichen Einflüssen. Die letzteren bedürfen einer genetischen Betrachtung. Aber auch zur Aufklärung des rezenten Formenschatzes ist es nötig, das Zusammenspiel verschiedenartigster Indizien und Einflüsse aufzuklären, die sich nicht als Parameter in Gleichungen und Formeln einfügen lassen. So arbeitet die Geomorphologie auf einer hochkomplexen Integrationsebene. Ganz anders liegt der Fall in den leicht beweglichen und stofflich recht einheitlichen Außenhüllen der Erde: der Atmosphäre, der ozeanischen Hydrosphäre und der Kryosphäre. In diesen Medien gibt es keine Dauerspuren vergangener Abläufe. Der Schwerpunkt der Forschung liegt hier auf basaler Ebene: auf der Aufhellung der - vorweg physikalischen - Grundgesetze, welche die diese Hüllen laufend beherrschenden Aktualvorgänge steuern. Alle Einflüsse auf diese lassen sich durch Einfügung geeigneter Parameter in Formeln und Kurven erschöpfend beschreiben. In ihren Auswirkungen aber wirken diese Prozesse in starkem Maße und vielfacher Verschlingung auf die Reliefsphäre ein und lassen dort ihre Dauerspuren zurück. Sie werden damit zu Gliedern der Reliefsphäre, deren Erklärung dann ebenfalls nur durch genetische Betrachtung und eine entsprechende Indiziensuche auf hochkomplexer Ebene möglich ist. So haben alle den leichtbeweglichen Außenhüllen der Erde sich widmenden Wissenschaften zwei Seiten: eine geophysikalische und eine geographische.

Abstract

Glaciers create such a unique and—in the Pleistocene— widespread type of relief that geomorphologists are eager to consult a new, comprehensive work on the agent that produces this world of forms. It raises many fundamental questions that warrant further consideration in this journal. The first arises from the following fact. In the relief sphere, all forms of the hard crust are solid and permanently imprinted. They originate from a wide variety of present-day and prehistoric influences. The latter require genetic consideration. But in order to elucidate the present treasure trove of forms, it is also necessary to clarify the interplay of a wide variety of clues and influences that cannot be incorporated as parameters in equations and formulas. Thus, geomorphology operates on a highly complex level of integration. The situation is quite different in the easily movable and materially quite uniform outer shells of the Earth: the atmosphere, the oceanic hydrosphere, and the cryosphere. In these media, there are no permanent traces of past processes. The focus of research here is at a basic level: on clarifying the fundamental laws—primarily physical ones—that control the actual processes that continuously govern these shells. All influences on these can be exhaustively described by inserting suitable parameters into formulas and curves. In their effects, however, these processes have a strong and multiple intertwined, leaving their lasting marks on the relief sphere. They thus become part of the relief sphere, which can then only be explained through genetic observation and a corresponding search for evidence at a highly complex level. Thus, all sciences devoted to the easily movable outer shells of the Earth have two sides: a geophysical and a geographical one.

Mots-clefs

Gletscher • Reliefsphäre • Geomorphologie • Kryosphäre • Glaziologie