Palaeontographica Abteilung A - Band 284

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Palaeontographica Abteilung A Band 284 Lieferung 4-6

2008. 72 pages, 23x31cm, 480 g
Language: English

ArtNo. ES163028404, paperback, price: 142.00 €

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Bespr.: Zentralblatt Geol. Pal. T. II Jg. 2009/5-6

Die reproduktive Biologie und die damit verknüpfte r-Strategie kann man als prinzipielle Besonderheiten bei Sauropoden ansehen. Diesen Ansatz verfolgen Verf. und betrachten dazu die weltweit bekannte Verbreitung megaloolithider Eier in der Ober-Kreide sowie deren begründet vermutete Relation zu Titanosauriern. Repräsentative Vorkommen von Megaloolithus auch in Verbindung mit Nistgründen kennt man aus Schichten der Ober-Kreide in Europa, Indien und von Auca Mahuevo in Argentinien. In ausführlichen Kapiteln behandeln Verf.

- Nistvorkommen in Argentinien, Spanien, Frankreich und Indien und deren geologische Situation, - den parataxonomischen Kenntnisstand und - die Gegebenheiten dieser Eier-Vorkommen, - die jeweilige Ausbildung der Nester, - die unterschiedliche, lithologisch und diagenetisch kontrollierte Erhaltung der einzelnen Eier, - die räumliche Verteilung der Nester und - die Dauer der Nutzung der Nistgründe.

Aus der Synthese dieser Daten leiten Verf. schließlich Hinweise zur Biologie der Reproduktion und zur evolutiven Ökologie ab. Es resultieren zwei Muster zur Reproduktion der Titanosaurier in der Ober-Kreide. 1) In den europäischen und indischen Vorkommen erfolgte die Anlage mehrer kleiner Nester mit je bis zu 8 Eiern im Verlauf eines Jahres. Es bestand keine Präferenz für ein besonders Substrat, und Nistbereiche wurden über längere Zeit benutzt. Ein Nest wurde in einer Grube angelegt, von Sediment bzw. pfl anzlichem Material bedeckt, so dass die Bebrütung entweder durch Sonneneinstrahlung oder biogenen Zerfall erfolgte. Eine Betreuung der der geschlüpften Brut erfolgte offenbar nicht, so dass unter diesen Bedingungen nur zahlreiche Nester und Bruten über das Jahr den Erfolg der Reproduktion gewährleisten konnten. 2) Anders zeigt sich die Situation in Auca Mahuevo. Dort liegen die Nester in Überfl utungsebenen mit Bodenbildung sowie in Rinnen und breiten, mit Sand gefüllten Spalten. Die Nester sind vergleichsweise größer und dichter angelegt. Die Anordnung der Eier in einem Nest zeigt bis zu drei Lagen. Offensichtlich waren die Nester unbedeckt und wurden wohl in der Brutkolonie von den Eltern bewacht. Eine mehrfache Nestanlage entfi el dabei wohl in Anbetracht der Länge der Inkubationszeit. Als generell bedeutsames Regulativ im Sinne obligatorischer r-Strategie erweist sich schließlich die geringe Größe der Megaloolithus-Eier im Vergleich zur Körpergröße adulter Titanosaurier. Das steht in Verbindung mit den biomechanischen und physiologischen Limitierungen der Größe der Eier und der Unmöglichkeit, Viviparie in Verbindung mit der kalkigen Schale der Eier zu entwickeln. In Kombination mit der Körpergröße blockierten diese Faktoren bei den Sauropoden die Möglichkeit der Evolution von k-Strategie.

H. HAUBOLD

Bespr.: Zentralblatt Geol. Pal. T. II, Jg. 2009/5-6

Die Herpetotheriidae bilden eine Familie ursprünglicher Metatheria, die von der Ober-Kreide bis in das Miozän annähernd weltweit verbreitet ist. Typus-Gattung ist Herpetotherium COPE, 1873 mit der Typus-Art C. fugax COPE, 1873. Diese Gattung kommt vom Unter-Eozän bis in das Unter-Miozän in Nord-Amerika vor. Die Abgrenzung der zahlreichen Arten gegeneinander und die Abgrenzung zwischen Herpetotherium und der europäischen Gattung Peratherium AYMARD, 1846 ist schwierig und noch nicht einheitlich gelöst (JANIS et al. 2008: 42). Von den meisten Arten sind nur Schädel-Bruchstücke und Teile der Bezahung bekannt.

Von C. cf. fugax liegen nunmehr mehrere gut erhaltene Exemplare aus dem Unter-Oligozän (White River-Formation) von Wyoming vor, die die Verf. in der vorliegenden Arbeit analysieren. Beschrieben werden die Mikrostruktur des Zahnschmelzes, der Bau der Ohr-Region (Petrosum, knöchernes Innenohr, Verlauf der Arterien und Venen im Ohrbereich), die Mandibel, der Ausguss des Hirnraumes und zahlreiche Knochen des postcranialen Skelettes (Wirbel, Humerus, Pelvis, Femur, Tibia, Fibula, Astragalus, Calcaneus).

Die morphologische Analyse führt an drei Stellen zu überraschenden Ergebnissen: 1) Die Cochlea weist weniger Windungen auf als bei den Marsupialiern und verhält sich damit ursprünglicher als bei diesen; 2) im knöchernen Labyrinth tritt ein zweites Crus commune auf, wie es sich nur bei einigen ursprünglichen Marsupialiern fi ndet und 3) die Gelenkverbindung zwischen Astragalus und Calcaneus ist urspünglicher als bei den modernen Marsupialiern. Daraus ziehen die Verf. den Schluss (Kladogramm Abb. 1), dass Herpetotherium (und auch die übrigen Herpetotheriidae?) noch nicht das Evolutions-Niveau der Marsupialier erreicht hat und zu den basalen Metatheria gehört, aber noch nicht – wie bisher angenommen – zu den Marsupialiern (Didelphoidea). Eine danach durchaus nötige neue Diagnose der Gattung unterbleibt, wie überhaupt jede formale systematische Darstellung der neuen Ergebnisse fehlt. (Unter „Taxonomy“ werden lediglich Beziehungen zu verwandten Arten erläutert). Nach der Untersuchung der Extremitäten war H. cf. fugax ein Bodenbewohner.

G. & R. HAHN

Zentralblatt Geol. Pal. T. II, Jg. 2009/5-6

Original paper

Upper Cretaceous titanosaur nesting sites and their implications for sauropod dinosaur reproductive biology

Sander, Dr. P. Martin; Peitz, Christian; Jackson, Frankie D., Chiappe, Luis M.

p. 69-107, published: Aug 4, 2008
14 figures

Original paper

The anatomy of Herpetotherium cf.fugax COPE,1873,a metatherian from the Oligocene of North America

Horovitz, Inés; Ladevèze, Sandrine; Argot, Christine; Macrini Thomas E.; Hooker, Jeremy J.; Kurz, Cornelia; De Muizon, Christian; SáNchez-Villagra

p. 109-141, published: Aug 4, 2008
2 figures, 4 tables, 7 plates

Lieferung 1-3

Palaeontographica Abteilung A Band 284 Lieferung 1-3

2008. 23x31cm, 510 g
Language: English

ArtNo. ES163028401, paperback, price: 204.00 €

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Original paper

Emsian deep-water Rugosa assemblages of Hamar Laghdad (Devonian,Anti-Atlas,Morocco)

Berkowski, Blazej

p. 17-68, published: Jun 17, 2008
10 figures, 15 plates

P
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O
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