Palaeontographica Abteilung A - Band 278

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Festband für Herrn Professor Wighart v. Koenigswald anlässlich seines 65. Geburtstages

- zweiter Teil -

Ed.: Daniela Kalthoff; Thomas Martin; Thomas Mörs

2006. 179 pages, 58 figures, 25 tables, 11 plates, 23x31cm, 870 g
Language: English

ArtNo. ES163027800, paperback, price: 298.00 €

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Bespr.: Zentralblatt f. Geol. u. Pal. Teil II, Jg. 2007, H. 1-2

WIGHART VON KOENIGSWALD, Professor für Paläontologie an der Universität Bonn, ein engagierter Hochschullehrer und auf vielen Gebieten der Säugetierpaläontologie kundiger wie aktiver und renommierter Forscher, beging im September 2006 seinen 65. Geburtstag, ein Datum, das gewöhnlich die Versetzung in den Ruhestand bedeutet. Für VON KOENIGSWALD dürfte Ruhestand wohl nur Befreiung von administrativen Pflichten und Zeit für weitere wissenschaftliche Aktivitäten bedeuten. Es ist aber auch ein Datum, um Bilanz zu ziehen, und die kann sich bei WIGHART VON KOENIGSWALD durchaus sehen lassen, wie die Vita und Widmung von dreien seiner Schüler, DANIELA KALTHOFF, THOMAS MARTIN und THOMAS MÖRS eindrucksvoll zeigen. Sie sind auch die Herausgeber der zweibändigen Festschrift mit insgesamt 26 Beiträgen von 41 Autoren, die anlässlich des 65. Geburtstags von WIGHART VON KOENIGSWALD verfasst wurde. Die Autoren sind Schüler, darunter auch sein Nachfolger als Institutsvorstand in Bonn, THOMAS MARTIN, und wissenschaftliche Wegbegleiter aus dem In- und Ausland. Die Beiträge decken jene Gebiete der Säugetierpaläontologie ab, in denen WIGHART VON KOENIGSWALD selbst aktiv, zum teil prägend war.

Der erste Teil enthält neben der Widmung der Herausgeber dreizehn Beiträge: M. C.MCKENNA & J. A. LILLEGRAVEN: Biostratigraphic deception by the Devil, salting fossil kollinbrains into the Poobahcene section of central Myroaming.- Dieser Beitrag ist amüsant zu lesen, aber nicht ganz Ernst zu nehmen. In einer Satire warnen die Autoren vor einer voreiligen Biozonierung und Einführungen von Evolutionshypothesen auf der Basis zu dürftiger Daten.

W. A. CLEMENS: Early Paleocene (Puercan) peradectid marsupials from northeastern Montana, North American Western Interior.- Der Autor weist anhand von Molaren aus zwei Fundstellen im nordöstlichen Montana das Vorkommen von zwei Arten peradectider Beuteltiere nach. Die Gattung Thylacodon betrachtet er vorläufig als nomen dubium und beschreibt die Art Peradectes minor n. sp. neu. Das Western Interior Basin ist das einzige Gebiet, in dem aus dem Übergang von der Kreide zum Tertiär Beuteltiere detailliert überliefert sind, wenngleich bei deutlich abnehmender taxonomischer Diversität.

M. R. DAWSON: A new early Eocene Microparamys (Mammalia, Rodentia) from the Wind River Basin, Wyoming.- Die Autorin beschreibt anhand eines 148 Paläontologie allgem. Unterkiefers mit p4-m3 von einer untereozänen Fundstelle in Natrona County in Wyoming die neue Art Microparamys regisylvestris n. sp. aus der Nagerfamilie Ischyromyidae. Sie ist durch eine primitive Kauflächenmorphologie mit einem abgeleiteten Höckerchen gekennzeichnet.

J. H. WAHLERT, W. W KORTH & M. C. MCKENNA: The skull of Rapamys (Ischyromyidae, Rodentia) and description of a new species from the Duchesnean (late Middle Eocene) of Montana.- Die Autoren beschreiben die neue Ischyromyidenart Rapamys atramontis n. sp. Nach Resten von drei Individuen wird die Bezahnung mit der Schmelzstruktur des Incisivus beschrieben und der Schädel rekonstruiert. Der Vergleich mit anderen ischyromyiden Nagern zeigt, dass Rapamys der Gattung Reithroparamys sehr nahe steht und in die Unterfamilie Reithroparamyinae der Ischyromyidae zu stellen ist.

T.MARTIN: Incisor enamel microstructure of Ischyromyoidea and the primitive rodent schmelzmuster.- Der Autor beschreibt das Schmelzmuster der Incisiven bei den Ischyromyoidea und kennzeichnet es als pauciserial. Das abgeleitete uniseriale Schmelzmuster entwickelte sich in verschiedenen Zweigen der Nagetiere unabhängig aus dem pauciserialen.

D. C. KALTHOFF: Incisor enamel microstructure and its implications to higher level systematics of Eurasian Oligocene and Early Miocene hamsters (Rodentia). Die Autorin untersuchte die Schmelzmikrostrukturen an den unteren Schneidezähnen aus dem Oligozän und dem unteren Miozän Eurasiens. Sie diskutiert die taxonomische Relevanz für die Hamsterklassifikation und die systematische Zuordnung einiger nordamerikanischer Hamstergattungen.

M. G. VUCETICH & E. M. VIEYTES: A Middle Miocene primitive octodontoid rodent and its bearing on the early evolutionary history of the Octodontoidea.- Die Autorinnen beschreiben das neue octodontoide Nagertaxon Plesiacarechimys koenigswaldi n. gen. et n. sp. aus dem Mittel-Miozän von Nordwest-Patagonien anhand der Morphologie der Molaren und und der Schmelzstruktur der Incisiven.

K. HEISSIG: Biostratigraphy of the "main bentonite horizon¡ of the Upper Freshwater Molasse in Bavaria." Der Autor korreliert den östlich von Augsburg gefundenen Hauptbentonit in der Oberen Süßwassermolasse anhand von Säugerfaunen der "Zone" MN 6 der europäischen Säuger-"Zonierung" des Neogens. Aus den nur geringen Unterschieden der Nagerfaunen oberhalb und unterhalb des Bentonits schließt er auf dessen kurze Ablagerungszeit.

G. E. RÖSSNER: A community of Middle Miocene Ruminantia (Mammalia, Artiodactyla) from the German Molasse Basin.- Die Autorin beschreibt eine kleine Wiederkäuerfauna aus dem mittleren Miozän des süddeutschen Molassenbeckens anhand von Gebissresten, darunter ein nahezu vollständiger Unterkiefer, und eines relativ vollständigen Geweihs von Stehlinoceros elegantulus. Die Funde ergänzen unsere Kenntnis über die Abfolge von Wiederkäuergemeinschaften im Molassebecken und stehen im Einklang mit jüngst postulierten Vorstellungen zu einer zunehmenden Saisonalität im mittleren Miozän Mitteleuropas.

J. DALSÄTT, T. MÖRS & P. G. P. ERICSON: Fossil birds from the Miocene and Pliocene of Hambach (NW Germany).- Die Autoren stellen die Vogelreste der mittelmiozänen (MN 5) und oberpliozänen (MN 16) Fundstellen Hambach 6C Lehrbücher, zusammenf. Darstellungen, Bibliographien 149 und Hambach 11/13 in der Niederrheinischen Bucht vor. Unter den in der Anzahl dürftigen Resten ist der früheste Nachweis des Schlangenhalsvogels Anhinga pannonica LAMBRECHT, 1916 in Hambach 6C. Dieses tropische Element in der Hambacher Fauna ist ein weiterer Hinweis auf das mittelmiozäne Klimaoptimum.

L. WERDELIN & R. SARDELLA: The "Homotherium¡" from the Langebaanweg, South Africa and the Origin of Homotherium.- Ein oberer Caninus und einige postcraniale Knochen von einer Fundstelle in der Kapprovinz in Südafrika, die bisher als Homotherium identifiziert wurden, zeigen keine apomorphen Merkmale von Homotherium und werden daher zu Amphimachairodus sp. gestellt. Die Autoren sehen einen deutlichen morphologischen Hiatus zwischen Homotherium und seinen Vorläufern.

M. FORTELIUS & Z. ZHANG: An oasis in the Desert? History of endemism and climate in the Late Neogene of North China.- Die Autoren stellen im obersten Miozän in Nordchina eine Zunahme der Humidität fest, die dem globalen Trend einer Aridisierung des Klimas in mittleren Breiten im späten Neogen entgegen steht. Die zunehmende Humidität beeinflusste die Evolution der herbivoren Landsäuger der Region erheblich und förderte eine verstärkte Einwanderung und später die Entwicklung endemischer Taxa. Der Einfluss dieser Baodean-Anomalie verschwindet abrupt und Nordchina wird Teil der paläarktischen Faunenprovinz. Die Autoren erklären die Entwicklung der nordchinesischen Landsäugerfaunen des obersten Miozäns durch das KOENIGWALDsche Modell, wonach sich zwei getrennte Faunenassoziationen zyklisch ablösen und in einer Übergangszone vermischen.

P. M. SANDER&P. ANDRÁSSY: Lines of arrested growth and long bone histology in Pleistocene large mammals from Germany: What do they tell us about dinosaur physiology? - Die Autoren untersuchen die Wachstumsstillstandslinien in Knochen, die typische Merkmale in der Knochenhistolgie ektothermer Tetrapoden sind, bei herbivoren Großsäugern aus dem Jung-Pleistozän Deutschlands. Die meisten Proben weisen eine oder mehrere Wachstumsstillstandslinien mit regelmäßigen Abständen auf. Es gibt auch überraschenderweise deutliche Unterschiede in der Histologie der einzelnen Taxa. Das häufige Auftreten von Wachstumsstillstandslinien in den Knochen der endothermen pleistozänen Säugetiere weckt bei den Autoren Zweifel an der Deutung der Stillstandslinien im Dinosaurierknochen als Zeichen für eine ektotherme Physiologie.

Der zweite Teil umfasst ebenfalls dreizehn Beiträge:

M. DORKA & W.-D. HEINRICH: Tetrapod teeth from a Rhaetian (Upper Trias) bonebed near Friedland (NW-Germany).- Die Autoren stellen Tetrapodenzähne aus einem raetischen Bonebed von Friedland bei Göttingen in Form von detaillierten Beschreibungen und von informativen rasterelektronenmiskroskopischen Aufnahmen vor. Sie stammen von nicht näher bestimmbaren Archosauriformen, Cynodontiern, einem Synapsiden und von Haramyiden. Eine derartigen Vergesellschaftung von Tetrapodenzähnen war aus dem zentralen Bereich des Germanischen Beckens bislang nicht bekannt.

A. SAHNI: Biotic Response to the India-Asia Collision: changing palaeoenvironments and vertebrate faunal relationships. - Die biotische Reaktion auf die Norddrift der indischen Landmasse von der mittleren Ober-Kreide bis zum Ende des Unter-Eozän lässt sich in drei Phasen einteilen: Rift-, Drift- und Kollisionsphase. Die Verf. zeigen in diesem Überblick Ähnlichkeiten und Unterschiede zu den Biota der benachbarten Kontinente während der verschiedenen Phasen.

J. L. FRANZEN: A pregnant mare with preserved placenta from the Middle Eocene maar of Eckfeld, Germany. - Der Autor beschreibt eine trächtige Urpferdstute von Propalaeotherium voigti aus dem Mittel-Eozän (oberes Geiseltalium, MP 13) des Eckfelder Maars (Rheinland-Pfalz). Teile des Fötus sind von Plazentarelikten bedeckt. Aus dem Vorhandensein von nur einem Fötus schließt der Autor auf k-Strategie in der Fortpflanzung (Aufzucht von nur wenig Nachkommen mit intensiver Brutpflege) und auf eine gesellige Lebensweise, was ihre relative Häufigkeit in Fundstellen wie Messel, Eckfeld und dem Geiseltal erklärt.

K. D. ROSE: The postcranial skeleton of early Oligocene Leptictis (Mammalia: Leptictida), with preliminary comparison to Leptictidium from the middle Eocene of Messel. - Der Autor beschreibt ein nahezu vollständiges Skelett des Leptictiden Leptictis dakotensis aus Sedimenten der unteroligozänen White River-Formation von Wyoming und vergleicht es mit dem Pseudorhynchocyoniden Leptictidium nasutum. Leptictis zeigt eine Reihe von Merkmalen (z.B. Verschmelzung von Tibia und Fibula, relativ lange Hinterextremitäten und kurze Vorderextremitäten), die auf eine cursoriale und gelegentliche saltatorische Fortbewegung hinweisen. Merkmale an Humerus und Scapula zeigen, das Leptictis seine Fähigkeit zu graben beibehielt. Die Ähnlichkeiten von Leptictidium und Leptictis im Skelett bezeugen die enge Verwandtschaft zwischen Pseudorhynchocyoniden und Leptictiden. Leptictidium hat aber stärker reduzierte Vordergliedmaßen und nicht verschmolzene Tibia und Fibula.

F. J. GOIN: A review of the Caroloameghiniidae, Palaeogene South American "primate-like" marsupials (?Didelphimorphia, Peradectoidea). - Die Autorin gibt einen Überblick über die Caroloameghiniiden, kleine, vermutlich frugivore Beuteltiere aus dem Paläogen von Südamerika. Sie listet alle bekannten Arten auf, inklusive Angabe des Holotypus, der Maße sowie, der geographischen und stratigraphischen Verbreitung. Ihre Anpassung an die frugivore Ernährungsweise korreliert mit der Ausdehnung subtropisch-tropischer Regenwälder in Südamerika währende der "greenhouse"-Phase des Känozoikums. Das Verschwinden der Caroloameghiniiden im frühesten Oligozän fällt mit der an der Wende Eozän/ Oligozän einsetzenden Abkühlungsphase zusammen.

C. KURZ: Preservation and frequency of occurrence of cranial and skeletal remains of European Tertiary marsupials. - Anhand des reichen Materials der untermiozänen Fundstelle Petersbuch 2 bei Eichstätt zeigt die Autorin, dass insbesondere postcraniale Elemente von Beuteltieren selten überliefert sind. Sie führt dies auf den bei Beuteltieren verzögerten Epiphysenschluss und damit die geringere Erhaltungschance der postcranialen Knochen zurück.

B. REICHENBACHER & J. PRIETO: Lacustrine fish faunas (Teleostei) from the Karpatian of the northern Alpine Molasse Basin, with a description of two new Lehrbücher, zusammenf. Darstellungen, Bibliographien 151 species of Prolebias SAUVAGE. - Autorin und Autor dokumentieren die Süßwasserfischfauna aus der Oberen Süßwassermolasse der Tongrube Attenfeld bei Neuburg an der Donau anhand von Otolithen. Sie beschreiben die neuen cyprinodontiformen Arten Prolebias wigharti n. sp. und Prolebias kirstinae n. sp. Biostratigraphisch gehört die Fauna in das Karpatium und in die Säuger-Einheit MN 5. Die trophische Struktur der mit zehn Arten relativ diversen Fischfauna weist auf einen ausgedehnten See mit oligo- bis mesotrophen Bedingungen hin, die Anreicherung der Otolithen auf großen Individuenreichtum der ehemaligen Fischfauna. Aus den fossilen Fischfaunen schließen die Autoren, dass während des Karpatium im Molassebecken große permanente Seen entstanden, die Lebensräume für neue endemische Arten boten. Die möglichen Ursachen werden diskutiert.

O. FEJFAR, G. STORCH & H. TOBIEN†: Gundersheim 4, a third Ruscinian micromammalian assemblage from Germany. - Die Autoren beschreiben anhand von Material aus der Spaltenfüllung Gundersheim 4 (Landkreis Alzey-Worms, Rheinland-Pfalz) eine neue Kleinsäugerfauna. Sie diskutieren Morphologie und Beziehungen der wichtigen Arten der Hasenartigen, Nager und Insektenfresser. Für die Gattung Paenelimnoecus führen sie die neue soricide Unterfamilie Paenelimnoecinae nov. subfam. ein, um ihrer Sonderstellung innerhalb der Soriciden Rechnung zu tragen.

M. ERBAJEVA, A. NADEZHDA & F. KHENZYKHENOVA: Review of the Pliocene- Pleistocene arvicolids of the Baikalian region. - Die Autoren präsentieren in Faunenlisten die plio-pleistozänen Arvicoliden der Baikalregion des südlichen Ostsibirien, insgesamt 20 Gattungen mit über 50 Arten. Im frühen Pliozän sind sie noch selten; danach nehmen Häufigkeit und Diversität bis zum Pleistozän stetig zu. Die Verf. weisen die Gattung Pitymimomys erstmals in Transbaikalien nach und beschreiben die neue mittelpleistozäne Art Pitymimomys koenigswaldi n. sp. Zahnmorphologisch und in ihrer Schmelzstruktur. Sie fassen die Arvicolinen im systematischen Teil und in Tab. 1, wie heute üblich, als Subfamilie Arvicolinae der Familie Cricetidae auf. In der Zuordnung des Taxons sind sie aber inkonsequent, indem sie im Titel arvicolids anstatt arvicolins schreiben. In Summary und Zusammenfassung weisen sie die Arvicolinen als Subfamilie Microtinae den Arvicoliden, also der Familie Arvicolidae zu, so wie dies früher üblich war.

K. AARIS-SØRENSEN: Northward expansion of the Central European megafauna during late Middle Weichselian interstadials, c. 45 - 20 ky BP. - Der Autor dokumentiert anhand von 180 Knochen, Zähnen und Geweihfragmenten aus glazialen oder fluvioglazialen weichselzeitlichen Ablagerungen Südskandinaviens sechs verschieden große herbivore Säugetiere. Am häufigsten sind Mammuthus primigenius, gefolgt von Rangifer tarandus, Bison priscus, Megaloceros giganteus, Ovibos moschatus und Equus ferus. Sie dokumentieren die Ausweitung der europäischen Mammutsteppe in das südliche Skandinavien während des späten Mittelweichsel.

H.-U. PFRETZSCHNER: Collagen gelatinization: the key to understand early bone-diagenesis. - Der Autor ermittelt mit Hilfe experimenteller Untersuchungen die Proteinabbauraten in Knochen während der Zersetzung. Die während der Frühdiagenese mikrobiell abgebaute Proteinmenge fällt mit 5-10% des Gesamt152 Paläontologie allgem. kollagengehalts des frischen Knochens bei Langknochen überraschend gering aus. Der Autor schließt daraus, dass die Hauptmenge des Kollagens durch chemische Abbaureaktionen und Auslaugung aus dem Knochen entfernt wird, und er beschreibt die damit verbundenen Vorgänge detailliert.

J. M. RENSBERGER & C. STEFEN: Functional differentiation of the microstructure in the upper carnassial enamel of the spotted hyena. - Die Autoren dokumentieren die Mikrostruktur des Schmelzes im oberen vierten Prämolaren, dem Reißzahn, von Crocuta crocuta und unterscheiden drei Bereiche, die sie verschiedenen Funktionen zuweisen. Aus der Konfiguration des Schmelzmusters schließen sie, dass das Knochenbrechen auf die vordere Hälfte des Paracons beschränkt ist und dass dazu eine genaue Positionierung des zu brechenden Knochens nötig ist.

N. SCHMIDT-KITTLER: Microdonty and macrodonty in herbivorous mammals. -

Der Autor geht von der Beobachtung aus, dass es bei herbivoren Säugetieren lange (makrodonte) und kurze (mikrodonte) Backenzahnreihen gibt, die oft mit stark oder wenig gefalteten Okklusionsmustern der Zähne korrelieren. Er entwickelt eine Methode zur Quantifizierung von Makrodontie und Mikrodontie und des Vergleichs mit funktionell relevanten Parametern der Bezahnungen und wendet sie auf hochkronige muroide und caviomorphe Nagetiere sowie auf Pflanzenfresser an. Er diskutiert auch die Beziehungen zwischen Mikrodontie bzw. Makrodontie und Nahrungspräferenzen.

Die Beschreibungen in den deskriptiven Teilen der Beiträge sind ausführlich, die wichtigen Objekte in informativen Zeichnungen und Photographien sowie die Schmelzmuster in rasterelektronenmikroskopischen Aufnahmen hervorragend abgebildet. Die Schlussfolgerungen sind durch die Befunde belegt. Nicht jeder Artikel ist für jeden Säugetierpaläontologen relevant, aber für Jeden ist darin etwas Wichtiges zu finden. Das Werk braucht man nicht zu empfehlen. Die Palaeontographica gehört ohnehin in jede paläontologische Bibliothek. Autoren und Herausgebern ist ein umfängliches und qualitativ hervorragendes Werk zum Geburtstag von WIGHART VON KOENIGSWALD gelungen, ein Opus, das der Jubilar verdient hat.

R. ZIEGLER

Zentralblatt für Geol. u. Pal. Teil II, Jg. 2007, H. 1-2

Original paper

Tetrapod teeth from a Rhaetian (Upper Triassic) bonebed near Friedland (NW-Germany)

Dorka, Markus; Heinrich, Wolf-Dieter

p. 1-13, published: Oct 26, 2006
1 figures, 1 tables, 2 plates

Original paper

Biotic Response to the India-Asia Collision: Changing Palaeoenvironments and Vertebrate Faunal Relationships

Sahni,Ashok

p. 15-26, published: Oct 26, 2006
1 figures

Original paper

A pregnant mare with preserved placenta from the Middle Eocene maar of Eckfeld,Germany

[Eine trächtige Stute mit erhaltener Plazenta aus dem mitteleozänen Eckfelder Maar]

Franzen, Jens Lorenz

p. 27-35, published: Oct 26, 2006
3 figures, 2 tables

Original paper

A review of the Caroloameghiniidae,Paleogene South American primate- like marsupials (PDidelphimorphia,Peradectoidea)

Goin; Francisco J.

p. 57-67, published: Oct 26, 2006
1 tables, 1 plates

Original paper

Preservation and frequency of occurrence of cranial and skeletal remains of European Tertiary marsupials

Kurz, Cornelia

p. 69-86, published: Oct 26, 2006
6 figures, 8 tables, 1 plates, 3 enclosures

Original paper

Lacustrine fish faunas (Teleostei) from the Karpatian of the northern Alpine Molasse Basin,with a description of two new species of Prolebias SAUVAGE

Reichenbacher, Bettina; Prieto, Jerome

p. 87-95, published: Oct 26, 2006
1 figures, 2 tables

Original paper

Gundersheim 4,a third Ruscinian micromammalian assemblage from Germany

Fejfar, Oldrich; Storch, Gerhard; Tobien, Heinz

p. 97-111, published: Oct 26, 2006
9 figures, 1 tables, 1 plates

Original paper

Review of the Pliocene-Pleistocene arvicolids of the Baikalian region

Erbajeva, Margarita; Alexeeva, Nadezhda; Khenzykhenova, Fedora

p. 113-123, published: Oct 26, 2006
3 figures, 5 tables

Original paper

Northward expansion of the Central European megafauna during late Middle Weichselian interstadials,c.45 - 20 kyr BP

Aaris-Sorensen, Kim;

p. 125-133, published: Oct 26, 2006
2 figures, 2 tables, 1 plates

Original paper

Collagen gelatinization: the key to understand early bone-diagenesis

Peretzschner, Hans-Ulrich

p. 135-148, published: Oct 26, 2006
4 figures, 1 plates

Original paper

Functional differentiation of the microstructure in the upper carnassial enamel of the spotted hyena

Rensberger, John M.; Stefen, Clara

p. 149-162, published: Oct 26, 2006
6 figures, 1 plates

Original paper

Microdonty and Macrodonty in Herbivorous Mammals

Schmidt-Kittler, Norbert

p. 163-179, published: Oct 26, 2006
14 figures

P
= can be downloaded

O
= Open Access (paper can be downloaded for free)