Palaeontographica Abteilung A - Band 283

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Palaeontographica Abteilung A Band 283 Lieferung 4-6

2008. 176 pages, 23x31cm, 690 g
Language: English

ArtNo. ES163028304, paperback, price: 214.00 €

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Bespr.: Zentralblatt Geol. Pal. T. II Jg. 2008 H. 5/6

In Ton- und Mergelsteinen des Unter-Emsium der Profile Bou Tchrafine, Achguig, Hassi Chebbi, Ouidane Chebbi, Oued Chebbi und am Jebel Ouaoufilal im nordöstlichen Tafilalt Marokkos enthielten zwei reichhaltige, aber unterschiedlich alte Faunen in der oberen Seheb El Rhassel-Gruppe mindestens 100 Invertebratenund Vertebratenarten mit zusammen rund 5.000 Individuen. In der älteren Fauna (Dehiscens-Zone, unteres Zlichovium) sind zahlreiche Reste der möglicherweise ältesten Bactriten, artikulierte pyrgocystide Edrioasteroidea (Echinodermata), Carapaxe von Phyllocariden, artikulierte asteropygide Trilobiten und seltener paarig überlieferte Flossenstacheln von Acanthodiern und artikulierte Machaeridier enthalten, zusammen mit einer mittel- bis hoch-diversen Bivalvenfauna, die im Sediment lebte. In der jüngeren Fauna (oberes Zlichovium) finden sich die ersten Ammonoideen mit den Gattungen Chebbites, Erbenoceras, Gracilites, Gyroceratites, Irdanites, Lenzites und Metabactrites, begleitet von zahlreichen Bactriten, anderen Cephalopoden, Gastropoden und überwiegend epibyssaten Muscheln. Während des unteren Emsium herrschten im Gebiet des Tafilalt nahezu normale oxische Verhältnisse bei mäßiger Wassertiefe unterhalb der Sturmwellenbasis und innerhalb der tieferen photischen Zone. Dies ergibt sich aus dem Vergleich der beiden Faunen, ihrer Erhaltung und der Lithologie der Matrix. Das Sediment und das in ihm lebende Benthos mit seiner hohen Diversität sind typisch für Weichböden. Die Verf. werteten Änderungen in der Artzusammensetzung während des unteren Emsium aus, die vermutlich auf eine Abnahme des Sauerstoffgehaltes in den tieferen Wasserschichten und damit auch im Sediment zurückgehen. Möglicherweise führte die Sauerstoffarmut im Emsium zu einem erhöhten ökologischen Druck und damit zu einer rascheren Radiation der Ammonoideen. Weltweit dürften sich ein Anstieg des Meeresspiegels [der ja für die Abnahme des Sauerstoffgehalts am Meeresboden verantwortlich sein kann] und zudem die Evolution der Gnathostomata ausgewirkt haben.

Beschrieben und abgebildet sind eine unbestimmte rugose Koralle, die Monoplacophoren Crenistriella sp., Sinuitina (Sinuitina) sp., die Gastropoden Palaeozygopleura sp., Murchisonia (Murchisonia) sp., Lukesispira pulchra FRÝDA & MANDA, 1997, Pleurotomariinae n. gen. et n. sp., Rotellomphalus tardus (PERNER, 1903), Oristostoma sp., Platyceras (Platystoma) sp., Pl. (Orthonychia) sp., die Muscheln Nuculoidea grandaeva (GOLDFUSS, 1840), Eonuculoma babini n. gen. Paläozoische Faunen 1103 et n. sp., Palaeoneilo emarginata (CONRAD, 1841), Nuculites (Gonionuculites) celticus BABIN et al., 2001, Cucullaea (Cucullaea) triquetra (CONRAD, 1841), Phestia rostellata (CONRAD, 1841), Panenka cf. hollandi KŘÍŽ, 2000, Patrocardia evolvens evolvens (BARRANDE, 1881), P. excellens (BARRANDE, 1881), P. cf. tarda (BARRANDE, 1881), P. sp., Spanila discipulus BARRANDE, 1881, Mytilarca cf. chemungensis (CONRAD, 1842), Grammysioidea sp., die Nautiloidea Archiacoceras sp., Arthrophyllum vermiculare (TERMIER & TERMIER, 1950), Murchisoniceras murchisoni (BARRANDE, 1865), die Orthoceraten Chebbiceras erfoudense n. gen. et n. sp., Infundibuloceras brevimira n. gen. et n. sp., Neocycloceras sp., Orthocycloceras n. sp. A, O. sp. B, Plagiostomoceras hassichebbiense n. sp., Parakionoceras sp., Temperoceras sp., Pseudoorthoceratidae gen. et sp. indet., die Nautiliden Trochoceras sp., die Bactritoiden Devonobactrites obliqueseptatus (SANDBERGER & SANDBERGER, 1852), Cyrtobactrites scheffoldi n. sp., die Ammoniten Metabactrites ernsti n. sp., Mimosphinctinae gen. et sp. indet., der Hyolithe „Orthotheca“ sp., der Cryoconaride Nowakia zlichowensis magrebiana ALBERTI, 1982, der Machaeridier Lepidocholeus rugatus n. sp., die Trilobiten Cornuproteus (Sculptoproetus) maghrebus ALBERTI, 1967, Phacops (Phacops) saberensis cf. torkozensis SCHRAUT, 2000, Ph. (Reedops) cf. cephalotes cephalotes HAWLE & CORDA, 1847, Metacanthina wallacei (TERMIER & TERMIER, 1950), ?M. sp., Pilletina zguidensis MORZADEC, 2001, Leonaspis (Leonaspis) issoumourensis ALBERTI, 1970, die Phyllocariden Ceratiocaris sp., Nahecaris jannae n. sp., N. malvinae n. sp., die Brachiopoden Rugoleptaena cf. hornyi (HAVLÍČEC, 1967), ?Leptodontella cf. caudata (SCHNUR, 1854), cf. Linguopugnoides sp., cf. „Camarotoechia“ marocanensis DROT, 1964, Ardusprifer arduennensis n. ssp., Quadrithyris termierae DROT, 1964, cf. Protathyris sp., cf. Svetlania sp., cf. Merista sp., Globithyris sp. sowie die Edrioasteriden Rhenopyrgus flos n. sp., Pyrgocystis cf. octogona RICHTER, 1930, Crinoidea gen. et sp. indet., der brachythoracide Placoderme gen. et sp. indet., der Acanthodier Machaeracanthus cf. peracutus NEWBERRY, 1857, M. sp. und das Spurenfossil Nododendrina sp. Somit sind erstmalig Vertreter der Familien Pyrgocystidae, Lepidocoleidae und Carapaxe von Phyllocariden in Afrika nachgewiesen.

Die Tafeln mit vorzüglichen Schwarzweiß-Fotos sind sehr sorgfältig zusammengestellt und erfreulicherweise bestens reproduziert. Es wäre interessant, unter der hier beschriebenen Nautiliden- und Bactritenfauna einmal nach echten und frühen Coleoidea zu suchen. Zudem sollte man die Mikrofaunen auswerten, um die hier gezogenen paläökologischen Schlüsse (z. B. die Bathymetrie und den Sauerstoffgehalt betreffend) weiter zu untermauern.

W. RIEGRAF

Zentralblatt Geol. Pal. T. II Jg. 2008 H. 5/6

Original paper

Ecological Change during the early Emsian (Devonian) in the Tafilalt (Morocco),the Origin of the Ammonoidea,and the First African Pyrgocystid Edrioasteroids,Machaerids and Phyllocarids

Klug, Christian; Kröger, Björn, Korn Dieter; Rücklin Martin; Schemm-Gregory, Mena; De Baets, Kenneth; Mapes, Royal H.

p. 83-176, published: Apr 17, 2008
25 figures, 2 tables, 17 plates

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Palaeontographica Abteilung A Band 283 Lieferung 1-3

2008. 82 pages, 23x31cm, 500 g
Language: English

ArtNo. ES163028301, paperback, price: 132.00 €

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Bespr.: Zentralblatt Geol. Pal. T. II Jg. 2008 H. 5/6

Die Amphilemuridae HILL, 1953 sind eine kleine Familie von Insektenfressern [= Lipotyphla] aus der Verwandtschaft der Igel [= Erinaceomorpha]. Bekannt sind sechs Gattungen: Amphilemur HELLER, 1935 (2 Arten), Gesneropithex HÜRZELER, 1946 (5 Arten), Alsaticopithecus HÜRZELER, 1947 (1 Art), Macrocranion WEITZEL 1949 (10 Arten), Pholidocercus v. KÖNIGSWALD & STORCH, 1983 (1 Art) und Echinolestes MATTRE et al., 2006 (2 Arten). Die Familie ist auf das Eozän beschränkt. Hauptverbreitungsgebiet ist Europa; nur Macrocranion kommt auch in Nordamerika vor. Am besten bekannt sind die aus Messel stammenden Arten Macrocranion tupaiodon WEITZEL, 1949, M. tenerum TOBIEN, 1962 und Pholidocercus hassiacus v. KÖNIGSWALD & STORCH, 1983. Sie sind teilweise „mit Haut und Haaren“ überliefert; auch ihr Mageninhalt ist bekannt. Von den übrigen Arten liegen zumeist nur Kieferbruchstücke mit Teilen der Bezahnung sowie isolierte Zähne vor.

In der vorliegenden Arbeit wird ein umfangreiches neues Material von zahlreichen Fundpunkten in Frankreich beschrieben und abgebildet. Zumeist handelt es sich um isolierte Zähne. Die Verf. liefern Diagnosen für die Familie sowie für sämtliche zugehörigen Gattungen und Arten, geben ihre stratigraphische und geographische Verbreitung an und nennen die Typen. Neu ist die Art Gesneropithex aumelasensis n. sp. Zahlreiche weitere Zähne beschreiben die Verf. in offener Nomenklatur, zudem die Geschichte der Familie, ihre phylogenetischen Beziehungen und diskutieren ihre taxonomische Diversität und Gründe für ihr Aussterben. Die neu beschriebenen Exemplare sind in einer Tabelle aufgelistet.

Insgesamt liegt hier eine sehr erfreuliche, umfassende Revision einer fossilen Säugetier-Familie vor, wie man sie heute nur selten zu sehen bekommt, wo viele Autoren meinen, dass mit der Erstellung eines Kladogramms alles erledigt sei und eine systematische Gliederung weglassen. Offen bleibt nur eine Frage: STORCH & RICHTER (1994) gliedern die Amphilemuridae in drei Unterfamilien: Amphilemurinae, Scenopaginae und Sespedectinae. Die Autoren der vorliegenden Arbeit beschränken die Familie auf die Amphilemurinae (Anhang 2). Man wüßte nun gerne, wo die beiden anderen Unterfamilien abgeblieben sind.

G. & R. HAHN

Original paper

Skeletal anatomy of an exceptionally complete specimen of a new genus of plesiosaur from the Early Cretaceous (Early Albian) of northeastern Alberta,Canada

Druckenmiller, Patrick S.; Russell, Anthony P.

p. 1-33, published: Mar 7, 2008
17 figures, 1 tables

Original paper

Amphilemuridae éocènes d'Europe occidentale Nouvelles données,Formes affines,Systématique et Phylogénie

[Eocene Amphilemuridae of Western Europe New data,Systematics,Related forms,Phylogeny]

Maitre, Elodie; Escarguel, Gilles; Sigé, Bernard

p. 35-82, published: Mar 7, 2008
5 figures, 6 plates, 3 enclosures

P
= can be downloaded

O
= Open Access (paper can be downloaded for free)